1. Und des Nachts wirf dich vor Ihm (während des Maġrib- und des ’ʽIšāʼ-Gebets) anbetend nieder und preise Ihn einen langen Teil der Nacht.
  2. Wahrlich, jene (Ungläubigen) lieben das weltliche Leben und kümmern sich nicht um jenen schwerwiegenden Tag (der Auferstehung).
  3. Wir sind es, die sie erschaffen und ihrem Körper Kraft verliehen haben, und wenn Wir wollen, so tauschen Wir sie gegen andere ihresgleichen aus.
  4. Fürwahr, das ist eine Ermahnung und wer nun will, der soll jenen Weg einschlagen, der ihn zuseinem Herrn (ins Paradies) führt.
  5. Und ihr werdet nicht wollen,[1] es sei denn, Aḷḷāh will. Wahrlich, Aḷḷāh wusste schon immer alles und war schon immer Allweise.
  6. Er führt, wen Er will, in Seine Gnade (das Paradies) hinein und für die Ungerechten hält Er qualvolle Pein bereit.

Sūrah 77 al-Mursalāt – die Windstöße (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Bei den Windstößen, die gleich der Mähne eines Pferdes aufeinander folgen[2]
  2. und dann sturmhaft wehen![3]
  3. Und bei den Winden, die (den Regen) verbreiten[4]
  4. und dann die (Regenwolken über die Ländereien) verteilen![5]
  5. Und bei den Engeln, die die Erinnerung (d. h. Offenbarung) überbringen,
  6. zur Entschuldigung[6] oder Warnung (vor der Strafe Aḷḷāhs)!
  7. Wahrlich, was euch (bezüglich der Wiederauferstehung) verheißen wurde, wird gewiss eintreffen.
  8. Denn wenn die Sterne ausgelöscht werden,
  9. und wenn der Himmel (zum Hinabsteigen der Engel) gespalten wird,
  10. und wenn die Berge (herausgerissen, zerkrümelt und) vom Wind davongetragen werden,
  11. und wenn die Gesandten zur festgesetzten Zeit versammelt werden:
  12. Auf welchen Tag ist all das aufgeschoben worden?
  13. Auf den Tag der Trennung[7] (zwischen jenen, die der Wahrheit gefolgt und jenen, die sie geleugnet haben).
  14. Was lässt dich (Gesandter Aḷḷāhs) wissen, was der Tag der Trennung ist?
  15. Wehe an jenem Tag denen, die (die Botschaft der Gesandten) als Lüge bezeichneten!
  16. Haben Wir denn nicht schon die früheren Völker vernichtet (die eben das getan haben)?
  17. Danach lassen Wir die Späteren (Leugner) auf sie folgen (und vernichten sie ebenso).
  18. Ebenso verfahren Wir mit jenen Übeltätern (die die Botschaft Muḥammads als Lüge verunglimpfen).
  19. Wehe an jenem Tag den Leugnern (der Strafe Aḷḷāhs)!

[1] „tašāʼūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und eine Version über Ibn ʽĀmir: „yašāʼūna“: „Und sie werden nicht wollen“.

[2] Oder: „wie eine Mähne aufeinanderfolgenden, entsandten Engel“

Oder: „mit dem, was sich ziemt, entsandten Engeln“ (d. h. mit den Versen des Qurʼān, die anordnen und verbieten)“

[3] Oder, wenn im ersten Vers die Engel gemeint sind: „die dann stürmisch (herabkommenden Engel zur Ausführung der Befehle Aḷḷāhs)“.

[4] Oder: „Bei den (die Schriftrollen) ausrollenden Engel“.

Oder: „Bei den (die Offenbarung) verbreitenden Engel“.

[5] Oder, wenn damit die Engel gemeint sind: „Und bei den Engeln, die mit dem herabkommen, wodurch das Wahre vom Falschen deutlich unterschieden wird!“

Oder: „klar zwischen wahr und falsch trennenden Verse des Qurʼān“.

Da der Vers mit dem arabischen Buchstaben „fā“ eingeleitet wird, scheint es wahrscheinlicher, dass es sich in diesem Vers auch wieder um Engel handelt, weshalb diese Übersetzung bevorzugt wurde.

[6] Damit die Menschen keinen Grund haben, den ʼIslām abzulehnen.

[7] Oder: Urteil, Entscheidung.

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