1. Nein (die Wiederauferstehung ist nicht unmöglich)! Vielmehr liebt ihr[1] das Leben in dieser schnell vergänglichen Welt
  2. und kümmert euch nicht[2] um das Jenseits.
  3. Es wird an jenem Tag manche Gesichter geben, die strahlen
  4. und zu ihrem Herrn (genussvoll) schauen werden.
  5. Andere Gesichter werden an jenem Tag finster sein.
  6. Sie ahnen, dass eine schreckliche Pein über sie kommen wird.
  7. Nein, es ist nicht so, wie sie behaupten (dass sie nämlich nach ihrem Tod nicht bestraft werden würden)! Wenn die Seele (des Sterbenden) bis zum Schlüsselbein emporsteigt
  8. und es heißen wird: „Gibt es einen Heiler (der ihn belesen kann)?“
  9. und er (der Sterbende) begreift, dass dies die Trennung (vom diesseitigen Leben) ist
  10. und das eine Unglück (durch das Ende des diesseitigen Lebens) mit dem anderen Unglück (das durch das Jenseits beginnt“ zusammentrifft,
  11. dann wird er an jenem Tag zu seinem Herrn hingetrieben.
  12. Aber er glaubte weder (an das, womit der Gesandte Aḷḷāhs r kam), noch betete er,
  13. sondern er leugnete (das, womit der Gesandte kam) und wandte sich ab
  14. und kehrte dann stolz einherschreitend zu seinen Leuten zurück.
  15. Näher und näher komme sie (die Strafe) zu dir!
  16. Und abermals! Näher und näher komme sie dir!
  17. Meint der Mensch denn, er würde einfach sich selbst überlassen werden (ohne irgendein Gesetz befolgen zu müssen, das ihm auferlegt wird)?
  18. War er nicht einst ein bloßer Samentropfen, der ausgestoßen wurde?
  19. Dann war er ein (in der Form eines) Blutegels und sodann formte ihn (Aḷḷāh) und machte ihn ebenmäßig
  20. und machte daraus die beiden Geschlechter, das Männliche und das Weibliche.
  21. Hat dieser nicht auch die Macht, die Toten wieder zum Leben zu erwecken?

 

Sūrah 76 al-Insān – der Mensch (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Gab es nicht eine endlose Spanne der Zeit, in der der Mensch (noch nicht vorhanden und somit) nichts Nennenswertes war?
  2. Wahrlich, Wir erschufen den Menschen aus einem (aus der Flüssigkeit des Mannes und der Flüssigkeit der Frau) zusammengemischten Tropfen, um ihn (durch das Gesetz, das Wir ihm auferlegen) zu prüfen und so machten Wir ihn hörend und sehend (damit er dieses Gesetz zu erfüllen vermag).
  3. Wir zeigten ihm (durch Unsere Gesandten) den rechten Weg und so erwies er sich schließlich entweder als dankbar oder als undankbar.
  4. Wahrlich, für die Ungläubigen haben Wir Ketten, Fesseln und eine lodernde Flamme vorbereitet.
  5. Die Frommen (aber) trinken fürwahr (im Paradies) aus einem Becher (Wein), dem (für einen guten Geruch) Kampfer beigemischt ist.

[1] „tuḥibbūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „yuḥibbūna“: „lieben sie“.

[2] „taḏarūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „yaḏarūna“: „kümmern sich nicht“.

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