1. Darum wird ihnen die Fürsprache der Fürsprecher (wie die Engel, Propheten und Rechtschaffenen) nichts nützen.
  2. Was ist mit ihnen, dass sie jegliche Ermahnung ablehnen,
  3. als ob sie aufgeschreckte[1] Esel wären,
  4. die vor einem Löwen fliehen?
  5. Aber jeder Einzelne von ihnen möchte, dass ihm ausgebreitete Blätter dargereicht werden (die ihm bestätigen, dass Muḥammad ein Gesandter Aḷḷāhs ist).
  6. Nein (nicht die schwache Beweislage ist der Grund ihrer Leugnung)! Vielmehr fürchten sie das Jenseits nicht (weil sie nicht daran glauben).
  7. (Abermals) nein (der Grund ist nicht die schwache Beweislage)! Wahrlich, es (der Qur’ān) ist eine Ermahnung.
  8. Wer nun will, der bedenkt es.
  9. Sie bedenken[2] es (aber) nur, wenn Aḷḷāh es will. Ihm gegenüber gebührt die Achtsamkeit und Ihm gebührt es, zu vergeben.

 

Sūrah 75 al-Qiyāmah – die Auferstehung (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Nein! (Ihre Behauptung, es gäbe keine Auferstehung ist falsch! Ich schwöre) beim Tag der Auferstehung![3]
  2. Und abermals nein! Bei der (guten) Seele, die (sich selbst wegen der Vergehen, die sie begangen haben) ständig streng tadelt!
  3. Glaubt der Mensch denn, dass Wir seine Knoche (zur Auferweckung) nicht zusammenfügen können?!
  4. Aber gewiss doch, Wir sind selbst dazu fähig, seine Finger wieder ebenmäßig zusammenzusetzen!
  5. Aber der Mensch möchte auch weiterhin mit seiner Sündhaftigkeit fortfahren.
  6. Er fragt (höhnisch): „Wann soll denn dieser Tag der Auferstehung sein?“
  7. Aber wenn dann der Blick in Verwirrung und Bestürzung gerät (beim Anblick dessen, was er stets geleugnet hat)
  8. und der Mond sich verfinstert
  9. und Sonne und Mond zusammengefügt werden,
  10. wird der Mensch an jenem Tagen fragen: „Wohin fliehen?“
  11. Nein! Es gibt keine Zuflucht!
  12. Zu deinem Herrn wird an jenem Tag der Aufenthalt führen.
  13. An jenem Tag wird der Mensch davon in Kenntnisgesetzt, was er getan und was er zu tun verabsäumt hat.
  14. Ja, der Mensch wird sogar Zeugnis über sich selbst ablegen (wenn seine Gliedmaßen bezeugen, was sie getan haben),
  15. auch wenn er seine Entschuldigungsgründe (für seine Sünden) vorbringt.
  16. Bewege deine Zunge (Gesandter Aḷḷāhs) nicht zu hastig damit (dem Qur’ān), um dich zu beeilen.[4]
  17. Wahrlich, Uns obliegt es, ihn (in deinem Herzen) zusammenzufassen und (auf deiner Zunge sicher) vorzutragen.
  18. Wenn Wir ihn dir (durch Gabriel) vorgetragen haben, dann folge du dessen Rezitation.
  19. Danach obliegt es Uns, seine Bedeutung klar darzulegen.

[1] „mustanfarah“ nach der Lesart von Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar.

Nach der Mehrheit: „mustanfirah“: „aufschreckende“.

[2] „yaḏkurūna“ nach der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ: „taḏkurūna“: „Ihr bedenkt“.

[3] „lā ʼuqsimu“ nach der Mehrheit.

Nach einer Version von al-Bazziyy: „laʼuqsimu“: „(Ich schwöre) sehr wohl beim Tag der Auferstehung!“

[4] Nach der kūfischen und ḥimṣischen Zählung endet hier ein Vers.

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