1. Dein Herr (Gesandter Aḷḷāhs) weiß, dass du manchmal weniger als zwei Drittel der Nacht im Gebet verbringst, dass du manchmal die Hälfte der Nacht betest und manchmal ein Drittel und ein Teil derer, die bei dir sind, tun desgleichen. Aḷḷāh bestimmt das Maß von Nacht und Tag. Er weiß, dass ihr ihre Stunden nicht genau zu zählen vermögt (und dass es euch schwerfallen würde, am meisten Teil der Nacht zu beten). Darum hat Er euch vergeben. So tragt (im Gebet) so viel vom Qur’ān vor, wie es euch leichtfällt. Er weiß, dass es unter euch immer Kranke geben wird und andere, die im Land umherreisen, um nach der Versorgung durch Aḷḷāh zu streben und andere, die auf dem Weg Aḷḷāhs kämpfen. Darum tragt nachts (im Gebet) vom Qur’ān so viel vor, wie es euch leichtfällt. Verrichtet die Pflichtgebete (in vollständiger Weise), entrichtet die Zakāh und gebt von eurem Vermögen Aḷḷāh ein schönes Darlehen (indem ihr im Trachten nach Seinem Wohlgefallen freiwillig spendet). Was auch immer ihr an Gutem für euch selbst vorausschickt, werdet ihr bei Aḷḷāh in Form eines noch besseren und gewaltigeren Lohns vorfinden. Bittet Aḷḷāh um Vergebung, denn wahrlich Aḷḷāh vergibt (so jemandem) viel und ist (ihm) Gnädig.

Sūrah 74 al-Muddaṯṯir – der Bedeckte (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. O (Prophet) du (wegen der Offenbarung mit deinem Gewand) Bedeckter![1]
  2. Steh auf und warne (vor der Strafe Aḷḷāhs)
  3. und verherrliche deinen Herrn (durch den Tauḥīd),
  4. und reinige deine Kleider (und dich selbst von Sünden und Unreinheiten),
  5. und halte dich von der Besudelung[2] (durch den Götzendienst) fern,
  6. und übe dich nicht in Wohltätigkeit, nur um selbst mehr zu erhalten,
  7. und sei für deinen Herrn geduldig (hinsichtlich allem Leid, das dich treffen mag).
  8. Wenn (das zweite Mal) in das Horn gestoßen wird,
  9. dann wird dieser Tag ein schwerer Tag sein,
  10. nicht leicht für die Ungläubigen.
  11. Lass Mich allein mit demjenigen verfahren, den Ich allein (d.h. allein im Leib seiner Mutter, besitzlos und ohne Nachkommen) erschaffen habe,[3]
  12. und dem Ich reichlich Vermögen zuteilwerden ließ
  13. und Söhne, die stets bei ihm waren[4]
  14. und dem Ich jede Annehmlichkeit darbot.
  15. Trotz (seines Unglaubens) wünscht Er, dass Ich ihm noch mehr gebe.
  16. Aber nein! (Es ist nicht so, wie er denkt!) Denn er hat Unsere Zeichen (die Wir auf Unseren Gesandten herabsandten) hartnäckig zurückgewiesen.
  17. Ich werde ihm schreckliche Qualen aufbürden.

[1] Er r ließ sich vor Schreck von seiner Ehefrau Ḫadīǧah zudecken, nachdem ihm die erste Offenbarung erreichte.

[2] „Ruǧz“ nach den Lesarten von Ḥafṣ, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb und bedeutet „Schmutz, Besudelung“ oder „Götze“

Nach der Mehrheit „Riǧz“ kann es dasselbe bedeuten wie „Ruǧz“ oder „die Strafe“.

[3] Gemeint ist hier al-Walīd Ibn al-Muġīrah, einer der reichsten und führenden Männer unter den Quraiš. der die Einzigartigkeit, Unnachahmlichkeit und Schönheit des Qur’ān selbst bestätigte, dennoch aber den Islam nicht annahm.

[4] D.h. sie hatten es aufgrund des Reichtums ihres Vaters nicht nötig, sich auf Reisen zu begeben und nach eigenem Einkommen zu streben.

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