1. So gibt es für ihn heute hier keinen Freund (der ihn beschützen könnte)
  2. und keine Nahrung, außer den Ausflüssen (der übrigen Insassen des Höllenfeuers),
  3. die nur die Übeltäter essen.“
  4. Doch nein! (Der Qurʼān ist kein Menschenwort.) Ich schwöre bei dem, was ihr seht
  5. und bei dem, was ihr nicht seht!
  6. Der Qurʼān ist gewiss das Wort eines edlen Gesandten (das ihm von Aḷḷāh eingegeben wurde)
  7. und nicht das Wort eines Dichters. Wie wenig ihr doch glaubt![1]
  8. Und es ist auch nicht das Wort eines Wahrsagers. Wie wenig ihr doch bedenkt![2]
  9. Es ist eine Offenbarung vom Herrn der Welten.
  10. Und hätte er (Muḥammad) sich irgendein Gerede in Unserem Namen selbst ausgedacht,
  11. so hätten Wir ihn gewissen mit der rechten Hand[3] gepackt
  12. und ihm daraufhin die Herzader durchtrennt.
  13. Und keiner von euch hätte ihn vor Uns bewahren können.
  14. Er ist wahrlich eine (wirksame) Ermahnung für die Achtsamen.
  15. Fürwahr, Wir wissen sehr wohl, dass es unter euch manche gibt, die den Qur’ān als Lüge verunglimpfen.
  16. Dies aber wird (am Tag der Auferstehung) fürwahr (die Ursache gewaltiger) Reue für die Ungläubigen sein.
  17. Er (der Qur’ān) aber ist ohne jeden Zweifel Wahrheit.
  18. Darum erkläre du (Gesandter Aḷḷāhs) deinen Herrn erhaben über alles, was Ihm nicht geziemt und gedenke Seiner (durch die Erwähnung Seines Namens).

 

Sūrah 70 al-Maʿāriğ die Aufstiegswege[4] (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ein Bittgebete Sprechender (von den Götzendienern) bittet (Aḷḷāh höhnisch) nach der Pein, die eintreffen wird.
  2. Sie ist für die Ungläubigen unabwendbar.
  3. Sie kommt von Aḷḷāh, dem Besitzer der Erhabenheit.[5]
  4. Die Engel und der Geist (Gabriel) steigen an einem Tag (dem Tag der Auferstehung), der fünfzigtausend Jahren entspricht, (auf den Aufstiegswegen) zu Ihm auf.[6]
  5. Darum (Gesandter Aḷḷāhs) sei geduldig ohne Kummer und Klage.
  6. Sie meinen fürwahr, dass die Strafe noch fern sei (und sie unmöglich erreichen könne).
  7. Wir aber sehen sie nahe (und unvermeidlich).
  8. An jenem Tag wird der Himmel geschmolzenem Metall gleichen
  9. und die Berge werden (leicht sein) wie Wolle
  10. und kein Nahestehender wird nach einem (ihm) Nahestehenden fragen,[7]

[1] „tuʼminūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Hišām, einer Version von Ibn Ḏakwān und Yaʽqūb: „yuʼminūna“: „Wie wenig sie doch glauben!“

[2] „taḏakkarūna/taḏḏakkarūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Hišām, einer Version von Ibn Ḏakwān und Yaʽqūb: „yaḏḏakkarūna“: „Wie wenig sie doch bedenken!“

[3] Oder: „ihn gewiss kräftig gepackt“. Diese Übersetzung leugnet nicht die Zuschreibung einer göttlichen, mit denen der Menschen unvergleichbaren Hand, denn diese Übersetzung interpretiert den Vers erstens gemäß dem, was die Araber unter dem Ausdruck „laʼaḫaḏnā minhu bil-Yamīn“ verstehen und zweitens gemäß dem, was sich aus dem Vers zwingend ergibt.

[4] Es gibt im Wesentlichen zwei Deutungen des Begriffes al-Maʿāriğ (Sg. Miʿrāğ; wörtl.: „Leiter“, „Treppe“), nämlich dass damit die Majestät, die Erhabenheit und der hohe Rang Aḷḷāhs ausgedrückt werden soll oder aber, dass der Begriff die Wege bezeichnet, auf denen die Engel zu Aḷḷāh aufsteigen.

[5] Oder: dem Besitzer der Aufstiegswege (, die zu Ihm führen)

[6] Hier endet nach der damaszenischen Zählung kein Vers.

[7] „yasʼalu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach al-Bazziyy (nach einer Version) und ʼAbū Ǧaʽfar: „yusʼalu“: „und von niemandem wird verlangt, einen (ihm) Nahestehenden herzubringen (da jeder als Gläubiger bzw. Ungläubiger kenntlich gemacht sein wird).“

Oder: „und kein Nahestehender wird nach einem (ihm) Nahestehenden gefragt werden.“

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