Sūrah 95 at-Tīn – die Feige (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Bei der Feige und bei der Ölive (und dem Ort Palästina, wo Jesus entsandt wurde)
  2. und beim Berg Sinai (und dem Ort, an dem Aḷḷāh zu Moses direkt sprach)
  3. und bei dieser sicheren Stadt (Mekka, an dem Muḥammad offenbart wurde)!
  4. Wir schaffen den Menschen in bester (körperlicher und geistiger) Gestalt.
  5. Danach lassen Wir ihn (altersbedingt) zu den Niedrigsten der Niederen werden,[1]
  6. außer jenen,[2] die glauben und gute Werke tun, denn ihnen wird (im Paradies) Lohn ohne Ende zuteilwerden.
  7. Was veranlasst dich hernach (nachdem die Macht deines Herrn so offenkundig ist) noch dazu, den Tag der Vergeltung zu leugnen?
  8. Ist denn Aḷḷāh (wegen des Tages der Auferstehung) nicht der weiseste aller Richter?[3]

 

Sūrah 96 al-ʿAlaq – der Blutklumpen (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Trage vor (Gesandter Aḷḷāhs, das was Er dir offenbart), beginnend mit dem Namen deines Herrn, Der (alles) erschuf,
  2. Der den Menschen aus etwas Blutegel(ähnlichem)[4] erschuf.
  3. Trage vor (was dir offenbart wird)! Dein Herr ist der Gütigste,
  4. Der den Gebrauch der Schreibfeder lehrte,
  5. Der den Menschen das lehrte, was er zuvor nicht wusste.
  6. Doch nein! Der Mensch (wie ʼAbū Ǧahl)[5] ist fürwahr maßlos (in seiner Übertretung der von Aḷḷāh gesetzten Grenzen),
  7. weil er meint, (aufgrund seines Reichtums) sich selbst zu genügen.
  8. Zu deinem Herrn (o Mensch) führt jedoch wahrlich die Rückkehr,
  9. Hast du den gesehen (nämlich ʼAbū Ǧahl), der verwehrt?![6]
  10. der einem (Unserer) Diener (Muḥammad) verwehrt (bei der Kaʿbah) zu beten?
  11. Hast du darüber nachgedacht, ob er (der das Gebet verrichtet) nicht doch auf dem rechten Weg ist
  12. oder Vorsicht vor Aḷḷāh gebietet?
  13. Hast du darüber nachgedacht, dass er (ʼAbū Ǧahl) die Botschaft (Muḥammads) leugnet und ihr den Rücken kehrt?
  14. Weiß er (ʼAbū Ǧahl) denn nicht, dass Aḷḷāh ihn sieht?
  15. Nein, (es ist nicht so wie dieser Unwissende meint), wenn er davon nicht ablässt (Unseren Gesandten zu kränken und ihn zu leugnen),[7] so werden Wir ihn fürwahr gewaltsam an seiner Stirn ins Höllenfeuer ziehen,
  16. seiner verlogenen, sündigen Stirn.
  17. Dann soll er doch seine Genossen zu Hilfe rufen (damit sie ihn vor der Strafe bewahren).
  18. Wir aber werden inzwischen die heftig Stoßenden (Hüter des Höllenfeuers) herbeirufen.
  19. Nein (, er kann dir nichts antun)! Gehorche ihm nicht, sondern wirf dich anbetend vor Aḷḷāh nieder und such Seine Nähe (durch Gehorsam)!

[1] Dies, indem Wir ihn ein hohes Greisenalter erreichen lassen und ihm das kindische Wesen eines Greises geben, sodass sein Körper ihm nicht mehr von Nutzen ist. Ebenso ist ihm die beste Gestalt, in der er erschaffen wurde, nicht nützlich, wenn er seine natürliche von Aḷḷāh gegebene Veranlagung, verkommen lässt.

[2] Oder: „Was aber diejenigen angeht, die usw.“

[3] Wäre es weise, den Gutestuenden nicht zu belohnen und den Schlechtestuenden nicht zur Rechenschaft zu ziehen?

[4] Auch: „Anhängsel“. Damit ist ein Stadium der embryonalen Entwicklung gemeint.

[5] Er heißt ʽAmr Ibn Hišām und war ein erbitterter Feind des Propheten r. Seinetwegen wurden diese Verse herabgesandt.

[6] Nach der damaszenischen Zählung endet hier kein Vers. Folglich würden man übersetzen: „Hast du den gesehen (nämlich ʼAbū Ǧahl), der einem (Unserer) Diener (Muḥammad r) verwehrt (bei der Kaʿbah) zu beten?“

[7] Nur nach der ḥiǧāzischen Zählung ist hier kein Versende.

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