1. Er wird (vor lauter Reue) sagen: „O hätte ich doch für mein (kommendes und wahres) Leben (durch Glauben und rechtschaffene Werke) vorgesorgt!“
  2. An jenem Tag wird Er so gewaltig strafen, wie kein anderer,[1]
  3. und Er wird in Ketten legen, wie kein anderer.[2]
  4. (Zum Gläubigen wird nach dem Tod gesagt) „O du Seele (aber), die du (durch Glauben und gute Werke) Frieden erlangt hast,
  5. kehr du zu deinem Herrn zurück, zufrieden mit Ihm und Sein Wohlgefallen findend!
  6. Schließ dich Meinen (übrigen, rechtschaffenen) Dienern an[3]
  7. und tritt ein in Mein Paradies!“

 

Sūrah 90 al-Balad – die Stadt (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ich schwöre bei dieser Stadt (Mekka),
  2. und dir (Gesandter Aḷḷāhs) ist es erlaubt, in dieser Stadt (zu verfahren, wie du willst,)[4]
  3. und (Ich schwöre) beim Erzeuger und dem von ihm gezeugten (Nachkommen)!
  4. Wahrlich, Wir haben den Menschen zu einem Dasein in Mühsal und Bedrängnis erschaffen.
  5. Meint er denn, (wenn er ein Vergehen begeht), niemand könnte ihm etwas anhaben?
  6. Er spricht (prahlerisch): „Ich habe Vermögen über Vermögen ausgegeben!“
  7. Meint er denn, keiner würde ihn sehen (und für seine Verschwendung zur Rechenschaft ziehen)?
  8. Haben Wir ihm nicht zwei Augen (zum Sehen) gegeben,
  9. eine Zunge und zwei Lippen (zum Sprechen)?
  10. Und haben Wir ihm nicht die beiden Wege (zum Guten und ins Verderben) gezeigt?
  11. Doch er überschreitet das Hindernis (das zu überwinden ihm geboten ist und das ihn vom Paradies trennt) nicht.
  12. Und was lässt dich (Gesandter Aḷḷāhs) wissen, was dieses Hindernis ist?
  13. Es ist die Befreiung eines (männlichen oder weiblichen) Sklaven[5]
  14. oder während einer Hungersnot
  15. eine nah verwandte Waise zu speisen
  16. oder einen völlig besitzlosen Bedürftigen
  17. und darüber hinaus zu jenen zu gehören, die glauben und einander zu Geduld und gegenseitiger Barmherzigkeit mahnen.
  18. Diese (die diese genannten Werke tun und Eigenschaften aufweisen) gehören zu jenen der rechten Seite,
  19. und jene, die nicht an Unsere Zeichen glauben (die Wir auf den Gesandten Aḷḷāhs herabsandten), gehören zu denen der linken Seite,
  20. über ihnen wird sich das Feuer schließen.

[1] „yuʽaḏḏibu“: nach der Lesart der Mehrheit. Nach Kisāʼiyy und Yaʽqūb: „yuʽāḏḏabu“: „An jenem Tag wird keiner so gewaltig bestraft werden wie jener (Ungläubiger).“

[2] „yūṯiqu“: nach der Lesart der Mehrheit. Nach Kisāʼiyy und Yaʽqūb: „yūṯaqu“: „und er (der Ungläubige) wird in Ketten gelegt werden, wie kein anderer.“

[3] Nur nach der kūfischen Zählung endet hier ein Vers.

[4] D. h. Du Prophet darfst festnehmen und töten, wer es verdient.

[5] Verse 13 und 14: „fakku Raqabatin/ʼIṭʽāmun“: nach der Lesart der Mehrheit. Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und Kisāʼiyy: „fakka Raqabatan/ʼaṭʽama“: „(Weder überschritt er das Hindernis) noch befreite er einen (männlichen oder weiblichen) Sklaven noch speiste er während einer Hungersnot“.

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