1. Ihr (Ungläubigen) aber zieht[1] das weltliche Leben vor.
  2. Das Jenseits aber ist besser und dauerhafter.
  3. All das findet sich fürwahr bereits in den ersten Schriften,
  4. den Schrift, die auf Abraham und Moses herabgesandt wurden.

Sūrah 88 al-Ġāšiyah – die alles überschattende Stunde (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Hat dich (Gesandter Aḷḷāhs) die Nachricht von der (durch ihren Schrecken) alles überschattenden Stunde erreicht?
  2. Manche Gesichter werden an jenem Tag niedergeschlagen sein,
  3. sich (aufgrund der ihr angelegten Ketten) abmühend und (des Halseisen) sich quälend,[2]
  4. (Diese Gesichter) werden in ein glühendes Feuer gehen,[3]
  5. getränkt aus einer siedend heißen Quelle.
  6. Es wird keine andere Nahrung für sie geben außer vertrocknetem dornigem Gewächs,
  7. das weder stärkt noch den Hunger stillt.
  8. Andere Gesichter werden an jenem Tag voll Freude sein,
  9. zufrieden mit ihrem (einstigen) Bemühen (um das Verrichten guter Werke auf Erden),
  10. in einem hochgelegenen Garten von erhabenem Rang,
  11. in dem du keinerlei nichtiges Gerede hörst.[4]
  12. In ihm befinden sich fließende Quellen
  13. und erhöhte Ruheplätze,
  14. bereitgestellte Becher,
  15. aneinandergereihte Kissen
  16. und (überall) ausgebreitete Teppiche.
  17. Betrachten sie denn nicht die Kamele (und denken darüber nach), wie sie beschaffen sind
  18. und den Himmel, wie er emporgehoben ist
  19. und die Berge, wie sie fest gegründet sind
  20. und die Erde, wie sie ausgebreitet ist?
  21. So ermahne sie, denn deine wesentliche Aufgabe (Gesandter Aḷḷāhs) ist es zu ermahnen.
  22. Du hast nicht die Macht, sie (zum Glauben) zu zwingen.
  23. Was aber den betrifft, der sich abwendet und die Wahrheit leugnet:
  24. Ihn wird Aḷḷāh (am Tag der Auferstehung) mit der strengsten Strafe belegen.
  25. Zu Uns werden sie fürwahr zurückkehren,
  26. und dann sind Wir es allein, die sie (für ihre Taten) zur Rechenschaft ziehen werden.

[1] „tuʼṯirūna“: die Lesart der Mehrheit. Nach ʼAbū ʽAmr: „yuʼṯirūna“: „Sie aber ziehen usw.“

[2] Oder: „(im Diesseits) abmühend gehandelt (, aber ungesetzlich, wie das Anbeten falscher Götter).“

[3] „taṣlā“ nach der Mehrheit. Nach der Lesart von ʼAbū ʽAmr, Šuʽbah und Yaʽqūb: „tuṣlā“: „(Diese Gesichter) werden einem glühenden Feuer ausgesetzt.“

[4] „tasmaʽu“ nach der Lesart der Mehrheit. Nach Nāfiʽ/ʼAbū ʽAmr und ʼUways: „tusmaʽu/yusmaʽu“: „in dem man keinerlei nichtiges Gerede hört.“

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