Neue deutsche Quranübersetzung

Projektdetails:

  • Projekstatus: aktiv
  • Projektland: ortsunabhängig
  • Verwendungszweck: GT-28

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Der Förderverein Güte e. V. stellt ein neues Projekt für die Ummah vor: Eine neue und einzigartige deutsche Qurʼān-Übersetzung

Wozu – gibt es nicht schon genug davon?

Jede einzelne Übertragung ist wichtig und trägt dazu bei, den Menschen das unerschaffene Wort Aḷḷāhs, des Erhabenen, näherzubringen. Dabei darf keinesfalls außer Acht gelassen werden, dass nur die ursprüngliche, dem Propheten auf Arabisch offenbarte Botschaft authentisch und gültig ist. Jede Übersetzung ist zwangsläufig von der Zeit, in der sie entstand und den Menschen, die sie erstellten – samt ihrem kulturellen Umfeld –, beeinflusst. Jeder, der schon mehr als eine gelesen hat, wird staunend festgestellt haben, wie sehr diese oft voneinander abweichen.

Viele bestehende Versionen wurden durch Einzelpersonen erstellt, deren Kenntnisse sich naturgemäß nicht auf das ganze Spektrum der islamischen Wissenschaften erstrecken können. Manchen fehlt auch etwas Gefühl für die arabische Sprache und/oder das Wissen darum, wie sie zur Zeit des Propheten wo gesprochen wurde. Aus all diesen Gründen kann es bei der Übertragung leicht zu Fehlinterpretationen und Abweichungen kommen. Oft ist auch nicht klar, welcher arabische Tafsir herangezogen wurde. Dass bei Übersetzungen von Nichtmuslimen ein wichtiger Aspekt fehlt, nämlich der Glaube, dass es sich tatsächlich um Aḷḷāhs unverfälschte Worte handelt, ist offenkundig. Sie mögen dafür andere interessante Qualitäten aufweisen.

Was ist bei unserem Projekt anders?

Unser Ziel ist, als Gruppe von Fachleuten aus verschiedenen relevanten Gebieten (Übersetzung, Scharia, Tafsīr und deutsche Sprache) gemeinsam mit euch eine Übertragung zu erstellen, die sprachlich in unsere Zeit passt und in welcher die erwähnten Mängel vermieden werden. Auch wir können natürlich keinen „deutschen Qur’an“ schaffen – jede Übersetzung kann immer nur eine Annäherung an die vielschichtigen Bedeutungen des Originals sein, und die Eloquenz und Schönheit von Aḷḷāhs Sprache lässt sich ohnehin in kein anderes Idiom zwängen. Aber wir wollen uns mit eurer tatkräftigen Unterstützung bemühen, den Inhalt von Aḷḷāhs Buch und die Bedeutungen Seiner Verse nach bestem Wissen und Gewissen so authentisch wie nur möglich wiederzugeben. Als Ummah für die Ummah. Möge Aḷḷāh uns dabei helfen!

Was zeichnet diese Qurʼān-Übertragung aus?

Wie bereits erwähnt sollte Aḷḷāhs Buch nicht wortwörtlich übersetzt werden. Doch gerade dies ist leider bei sich im Umlauf befindenden Versionen oft der Fall, bei der einen mehr, bei der anderen weniger. Dabei wäre es so wichtig, Aḷḷāhs Worte weitgehend so zu verstehen, wie sie damals die Menschen verstanden, als sie ihnen vorgetragen wurden. Dies ist aber nur möglich mit entsprechenden Erläuterungen und Ergänzungen. Ein Beispiel aus Sūrah 78:1-2:

عَمَّ يَتَسَاءَلُونَ (1) عَنِ النَّبَإِ الْعَظِيمِ (2)

Wörtlich heißt das: „Wonach fragen sie einander? Über die gewaltige Ankündigung.“

Gemeint ist: „Worüber befragen (die Götzendiener) denn einander? Über die gewaltige Ankündigung (nämlich den Qur’ān selbst und die darin enthaltene Ankündigung der Auferstehung).“

Ein zusätzlicher Aspekt unserer Arbeit ist ihr Anspruch auf Vollständigkeit. So sollen alle authentischen, über den Propheten überlieferten Lesarten erwähnt werden, sowie auch Hinweise auf Nasḫ (Abrogation) und sprachliche Feinheiten der arabischen Sprache, die zu unterschiedlichen Interpretationen führen.

Unser Team in Deutschland stützt sich u. a. auf die 4. Auflage einer auf zahlreichen Exegesen basierenden, im „Tafsir Center For Qur‘anic Studies” erstellten „Zusammenfassung des Tafsir“ (المُخْتَصَرُ فِي التَّفْسِيرِ) . Diese wurde in Gruppenarbeit von Tafsir-Experten als Grundlage für Qur’an-Übersetzungen geschrieben und von vier verschiedenen Expertengremien überprüft, wobei alle Mitwirkenden bis auf wenige Ausnahmen auf ihrem Gebiet promoviert haben, einige von ihnen haben Professuren an bekannten islamischen Universitäten inne.

Wie läuft das Projekt ab:

Sobald jeweils ein Teil unserer Arbeit als Beta-Version zur Verfügung steht, wird sie der Öffentlichkeit präsentiert, denn dies ist ein Open-Source-Projekt. Das bedeutet, dass die Übersetzung frei heruntergeladen, verwendet, überarbeitet usw. werden darf. Es gibt kein Copyright, man muss lediglich auf uns als Quelle hinweisen.

Außerdem haben alle Geschwister die Möglichkeit, an diesem Projekt mitzuwirken, indem sie uns ihre Verbesserungsvorschläge zukommen lassen. Jeder sinnvolle Beitrag wird auf unserer Seite veröffentlicht, kann dort wiederum kommentiert werden und wird allenfalls bei der nächsten Überarbeitung berücksichtigt.

Wie du uns unterstützen kannst

Wie erwähnt kannst du uns dein Fachwissen über die Kommentarfunktion zukommen lassen. Wie bei jedem großen Projekt sind wir aber auch auf finanzielle Unterstützung angewiesen – Qualität hat ihren Preis. Denkt daran: Geld in ein solches Projekt fließen zu lassen, ist eine dauerhafte, fortlaufende Spende (Ṣadaqah ǧāriyah), von der der Gläubige, so Gott will, noch nach dem Tod profitiert! ʼAbū Hurayrah berichtet, dass der Gesandte Aḷḷāhs sagte:

إِذَا مَاتَ الْإِنْسَانُ انْقَطَعَ عَنْهُ عَمَلُهُ إِلَّا مِنْ ثَلَاثَةِ أَشْيَاءَ مِنْ صَدَقَةٍ جَارِيَةٍ أَوْ عِلْمٍ يُنْتَفَعُ بِهِ أَوْ وَلَدٍ صَالِحٍ يَدْعُو لَهُ

„Wenn ein Mensch stirbt, enden alle seine Taten außer drei Dingen: eine fortlaufende Spende, nützliches Wissen oder ein rechtschaffenes Kind, das für ihn betet.“ (Ṣaḥīḥ Muslim)

Hier geht es zur Beta-Version der Quran-Seite:

Juz 8

  1. Sie antworteten: „Unser Herr, wir haben uns gegen uns selbst versündigt, und wenn Du uns nicht vergibst und uns gnädig bist, werden wir mit Sicherheit zu den Verlorenen gehören!“
  2. Aḷḷāh sagte (zu Adam, Eva und ʼIblīs): „Hinab mit euch (aus dem Paradies auf die Erde)! Die einen von euch seien der anderen Feinde, und ihr sollt auf der Erde für eine bestimmte Zeit Aufenthalt und Versorgung haben.“
  3. [Aḷḷāh] sagte (weiterhin): „Auf [der Erde] sollt ihr leben, und auf ihr sollt ihr sterben, und aus ihr werdet ihr (am Tag der Auferstehung) hervorgebracht werden[1].“
  4. Ihr Kinder Adams! Wir haben euch (die Eingebung für die Beschaffung der für euch notwendigen) Kleidung hinabgesandt, damit ihr eure Blöße bedecken könnt, und (auch für Kleidung) als Zierde. Das Kleid der Achtsamkeit (gegenüber Aḷḷāh) aber ist das Beste.[2] Dies (die Versorgung des Menschen mit Kleidung) ist eines der Zeichen Aḷḷāhs, auf das sie bedenken (und dankbar sein) mögen.
  5. Ihr Kinder Adams! Lasst nicht zu, dass der Satan euch verführt, wie er auch eure Eltern (verführte und sie so) aus dem Paradies vertrieb. Er entzog ihnen die Kleidung, um ihnen ihre Blöße zu zeigen. Ganz sicher beobachtet er euch, er und seine Artgenossen, von wo aus ihr sie nicht sehen könnt. Wir haben die Satane zweifellos zu (den) Nahestehenden derjenigen gemacht, die nicht (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben.
  6. Und wenn [die Götzendiener] eine Abscheulichkeit begehen (wie Beigesellung oder das unbekleidete Umschreiten der Kaʽbah), sagen sie (als Begründung): „Wir fanden unsere Vorväter dies tun“ und „Aḷḷāh hat es uns angeordnet“. Sag (Prophet): „Keinesfalls befiehlt Aḷḷāh jemals Abscheulichkeiten! Wollt ihr etwa von Aḷḷāh etwas behaupten, wovon ihr kein Wissen habt?“
  7. Sag: „Mein Herr befiehlt Gerechtigkeit, und dass ihr (jede Form der Anbetung einzig Ihm widmet und besonders) bei jeder Gebetsstätte euer Antlitz Ihm zuwendet und Ihn in Demut anruft, (und) Ihm allein gehorsam (seid).[3] So wie Er euch (am Anfang) erschuf, werdet ihr wieder zu Ihm zurückkehren.[4]
  8. Einen Teil (der Menschen) hat Er rechtgleitet, und ein anderer Teil verdiente es, vom rechten Weg abzuirren, denn sie haben sich die Satane anstelle Aḷḷāhs als Helfer genommen, während sie meinen, auf dem rechten Weg zu sein.

[1] „Tuḫraǧūna“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Ḏakwān, Ḥamzah, Kisāʼiyy, Yaʽqūb und Ḫalaf: „taḫruǧūna“: „werdet ihr hervortreten“.

[2] „Libāsut-taqwā“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir, Kisāʼiyy und ʼAbū Ǧaʽfar: „Libāsat-Taqwā“: „(hinabgesandt hat Er) das Kleid […]“ („Kleid“ steht hier im Akkusativ statt im Nominativ.)

[3] Hier endet nach baṣrischer und šāmischer Zählung ein Vers.

[4] Hier endet nur nach kūfischer Zählung ein Vers.

  1. Aḷḷāh sagte: „Was hat dich daran gehindert, dich niederzuwerfen, als Ich es dir befahl?“ ʼIblīs antwortete: „Ich bin besser als er! Mich hast Du aus Feuer erschaffen, ihn aber aus Lehm!“
  2. Aḷḷāh sprach: „Hinab mit dir von hier (aus dem Paradiesgarten)! Es steht dir nicht zu, hier hochmütig zu sein! Deshalb geh! Du bist (ab jetzt) ganz sicher einer der Verachtenswerten!“
  3. Da bat ʼIblīs: „Gewähre mir Aufschub bis zu dem Tag, an dem sie auferweckt werden.“
  4. Und Aḷḷāh sprach: „Ja, du sollst zu denjenigen gehören, denen Aufschub gewährt wird.“
  5. ʼIblīs sagte: „Dafür, dass Du mich hast abirren lassen, werde ich sie ganz bestimmt auf Deinem geraden Weg (von überall her) angreifen,
  6. ich werde (bei Aḷḷāh) von vorne und von hinten über sie kommen, von ihrer rechten und von ihrer linken Seite (um sie vom Jenseits abzulenken), und Du wirst die meisten von ihnen undankbar vorfinden!“
  7. Da sprach Aḷḷāh: „Hinaus mit dir (aus dem Paradiesgarten), zurechtgewiesen und ausgeschlossen (von Aḷḷāhs Gnade)! Und wer (auch immer) von ihnen dir folgt – (Bei Aḷḷāh!) Ich werde die Hölle ganz gewiss mit euch allen füllen!
  8. Und was dich betrifft, Adam, so bewohne du mit deiner Gattin (Eva) das Paradies, und esst (dort) beide, was immer ihr wollt. Nähert euch aber nicht diesem (einen) Baum, sonst (d. h., wenn ihr diesen Befehl missachtet) gehört ihr gewiss zu den Ungerechten.“
  9. Da flüsterte ihnen der Satan etwas ein, um ihnen ihre Blöße, die ihnen bis dahin verborgen geblieben war, aufzudecken, und er sagte: „Euer Herr hat euch beiden diesen Baum nur verboten, damit ihr nicht Engel werdet oder zu denen gehört, die ewig (im Paradies) leben!“
  10. Und er schwor ihnen: „Ich bin gewiss jemand, der euch (nur) einen guten Rat geben möchte.“
  11. So brachte er sie durch Täuschung (von ihrer hohen Stellung im Paradies) zu Fall. Und als sie von dem Baum gekostet hatten, wurden ihre Nacktheit sichtbar,[1] und sie begannen sofort, sich mit Blättern des Gartens zu bedecken. Da rief ihr Herr ihnen zu: „Habe ich euch jenen Baum nicht verboten und euch (warnend) gesagt: ‘Wahrlich, der Satan ist euch ein offenkundiger Feind!‘?“

[1] „Aḷḷāh entzog ihnen die Kleidung, die Er ihnen vor der Sünde verliehen hatte.“ (Ṭabariyy).

Al-Qurṭubiyy berichtet, allerdings ohne ʼIsnād, dass Ibn ʽAbbās k sagte: „Das Licht, aus dem ihrer beider Kleidung bestand, erlosch.“ (Tafsīr al-Qurṭubiyy 7/180)

Sūrah 7 al-ʼAʽrāf – die Anhöhen (der Absperrung)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des (an Sich) Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. ʼAlif – Lām – Mīm – Ṣād.[1]
  2. Ein Buch wurde zu dir (Prophet) herabgesandt, doch du sollst deswegen in deinem Herzen keinerlei Bedrängnis verspüren. Du sollst damit (nur) warnen, und für die Gläubigen soll es eine Ermahnung sein.
  3. Folgt dem, was von eurem Herrn zu euch herabgesandt wurde, und nehmt euch keine anderen zu (vermeintlichen) Beschützern außer Ihm. Wie wenig ihr (das doch) bedenkt[2]! [3]
  4. Wie viele Städte haben Wir schon vernichtet (weil sie auf ihrem Unglauben beharrten), indem Unsere Strafe bei Nacht über sie kam, oder wenn sie zur Mittagszeit ruhten.
  5. Und als Unsere Gewalt sie erfasste, konnten sie nichts anderes (als gestehen und) rufen: „Wir waren in der Tat Ungerechte!“
  6. Ganz sicher werden Wir (am Tag der Auferstehung) diejenigen (Gemeinschaften), zu denen (Gesandte) geschickt wurden, fragen (was sie ihnen entgegenhielten), und Wir werden ganz gewiss die Gesandten fragen (was man ihnen antwortete).
  7. Dann werden Wir ihnen gewiss aufgrund von (wahrhaftigem) Wissen berichten (was sie auf der Erde getan haben), denn Wir waren zu keinem Zeitpunkt abwesend.
  8. Das Wiegen (der Taten) erfolgt an jenem Tag entsprechend der Wahrheit. Diejenigen, deren Waagschale (an guten Taten) schwer wiegt (und das Gewicht der schlechten Taten überwiegt) – sie sind es, die erfolgreich sein werden.
  9. Wessen Waagschale (an guten Taten) jedoch leicht ist (und vom Gewicht der schlechten Taten überwogen wird) – das sind die, die sich selbst verloren haben, weil sie Unseren Zeichen zuwiderhandelten.
  10. Fraglos haben Wir euch (Menschen) auf der Erde einen festen Stand verliehen und euch auf ihr die Mittel zum Lebensunterhalt gewährt. Ihr aber seid nur wenig dankbar!
  11. Gewiss, Wir haben euch erschaffen und euch daraufhin eure Gestalt gegeben. Dann sagten Wir zu den Engeln: „Werft euch (als Zeichen der Ehrerbietung) vor Adam nieder!“, und alle (sowohl die Engel als auch die anwesenden Ǧinn) warfen sich nieder, außer ʼIblīs. Er gehörte nicht zu denjenigen, die sich niederwarfen.

[1] Siehe wegen der Buchstaben Vers 2:1.

Hier endet nur nach kūfischer Zählung ein Vers.

[2] „Taḏakkarūna“ bzw. „taḏḏakkarūna“ (Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf) nach Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir „yaḏakkarūna“: „Wie wenig sie (das) bedenken!“

[3] Denn würden sie es bedenken, würden sie Aḷḷāh niemanden vorziehen.

  1. Warten [die Leugner] nur darauf, dass die Engel (des Todes und seine Helfer) zu ihnen kommen oder dass dein Herr (am Tag der Abrechnung) kommt, oder dass einige Zeichen deines Herrn in Erscheinung treten (die das Nahen des letzten Tages ankünden)? Aber an dem Tag, an dem manche der Vorzeichen deines Herrn eintreffen (z. B. der Sonnenaufgang im Westen), wird keiner Seele ihr Glaube mehr etwas nützen, wenn sie nicht schon zuvor glaubte oder (in ihrem Glauben) nichts Gutes erworben hat. Sag (zu den Leugnern der Wahrheit): „Wartet nur (auf eine dieser Angelegenheiten), sicherlich, wir (Gläubigen) warten ebenso!“
  2. Mit denjenigen (Juden und Christen) aber, die ihre Religion spalteten[1] (indem sie einen Teil annahmen und den anderen ablehnten), und (die) sich (deshalb) in verschiedene Lager aufteilten, hast du (Gesandter Aḷḷāhs) nichts zu tun. (Du sollst sie nur warnen und ermahnen). Das Urteil über sie liegt zweifellos allein bei Aḷḷāh. Dann wird Er sie begreifen lassen, was sie getan haben.
  3. Wer (als Gläubiger am Tag der Auferstehung) mit einer guten Tat kommt, dem wird der Lohn dafür verzehnfacht, und wer mit einer schlechten Tat kommt, dem wird diese nur (einmal) im gleichen Ausmaß vergolten. Und niemandem wird Unrecht getan werden.
  4. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Mein Herr hat mich fraglos auf einen geraden Weg (den Weg) der rechten Religion geführt (der sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits Nutzen bringt), auf den Weg Abrahams, der stets der Wahrheit folgte und keiner der Götzendiener war.
  5. Sag: „Mein Gebet und mein Schlachtopfer, mein Leben und mein Sterben sind allein für Aḷḷāh, den Herrn aller Weltenbewohner.
  6. Er hat keinen Teilhaber (in Seiner Göttlichkeit). So wurde es mir angeordnet, und ich bin der Erste (meiner Gemeinschaft), der sich Ihm (in Demut) ergibt.“
  7. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Soll ich mir denn einen anderen Herrn als Aḷḷāh wünschen, obwohl Er doch der Herr aller Dinge ist?“ Was immer ein Mensch tut, hat er selbst zu verantworten, und keiner trägt die Schuld (für die Tat) eines anderen (Menschen). Dann werdet ihr (am Tag der Auferstehung) zu eurem Herrn zurückkehren, und Er wird euch darlegen, worüber ihr uneins wart.
  8. Er machte euch zu Nachfolgern (derer, die vor euch) auf der Erde (waren), und Er erhob die einen von euch um Stufen über die anderen (in Bezug auf Besitz, Macht, Einfluss, Charakter usw.), um euch mit dem, was Er euch gegeben hat, zu prüfen. Ohne Zweifel, Aḷḷāh ist schnell im Bestrafen, aber Er vergibt gewiss stetig und ist (den Bereuenden) gnädig.
[1] „Farraqū“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah und Kisāʼiyy: „fāraqū“: Entweder übersetzt man es gleich wie „farraqū“ oder: „die sich von ihrer Religion trennen“.

  1. Und kommt dem Vermögen der Waise nicht nahe (bzw. gebt es nicht aus) – es sei denn, zu ihrem Besten – bis sie (mündig und vernünftig) ist. Und gebt (beim Kauf und Verkauf) volles Maß und Gewicht, in gerechter Weise. Wir fordern von keinem Menschen mehr, als er zu leisten vermag. Und wenn ihr eine Aussage macht, dann seid gerecht, selbst wenn es einen nahen Verwandten betrifft. Haltet am Bund mit Aḷḷāh fest. Das ist, was Er euch aufträgt, damit ihr vielleicht bedenkt.
  2. Dies ist Mein gerader Weg, so folgt ihm und keinen anderen Wegen, die euch auseinandertreiben und von Seinem Weg abbringen. Dies ordnet Er euch an, damit ihr Ihm gegenüber achtsam seid (indem ihr Seine Befehle umsetzt).
  3. Darüber hinaus gaben Wir Moses das Buch (die Thora) als Vollendung (der Gunst) für das Gute, das er tat, und als Erläuterung aller (für die Religion wichtigen) Dinge und als Rechtleitung und Gnade, damit sie vielleicht an die Begegnung mit ihrem Herrn glauben.
  4. Dies ist ein Buch, das wir (zu dir, Gesandter Aḷḷāhs) hinabgesandt haben – ein Gesegnetes! So folgt ihm und seid (Aḷḷāh gegenüber) achtsam, sodass euch vergeben wird.
  5. (Es wurde euch gegeben) damit ihr nicht sagt: „Die Offenbarungsschrift wurde nur zu zwei Gruppen vor uns (den Juden und Christen) herabgesandt (während uns nichts offenbart wurde), und wir waren dem Studium [der Schriften] gegenüber unachtsam (weil sie in deren und nicht in unserer Sprache vorgetragen wurden).“
  6. Und damit ihr nicht sagt: „Wäre die Offenbarungsschrift zu uns herabgesandt worden, wären wir ihr bestimmt getreulicher gefolgt als sie.“ Nun ist (also auch) zu euch ein deutlicher Beweis von eurem Herrn gekommen, eine Rechtleitung und Gnade. Wer aber ist ungerechter als derjenige, der die Zeichen Aḷḷāhs für Lüge erklärt und sich von ihnen abwendet? Deshalb werden Wir sie, die sich von Unseren Zeichen abwenden (für ihre Abkehr) mit schwerem Leid (in der Hölle) bestrafen.
  1. Wenn sie dich (Gesandter Aḷḷāhs) nun der Lüge bezichtigen, dann sag (in der Hoffnung, sie zur Umkehr zu bewegen): „Euer Herr ist von allumfassender Gnade (und dazu gehört, dass Er euch bis jetzt nicht straft), aber Seine Strafe wird (wenn sie erst einmal eintrifft) vom verbrecherischen Volk nicht (mehr) abgewandt.“
  2. Diejenigen, die Aḷḷāh anderes als ebenbürtig zur Seite stellen, werden (mit der Vorherbestimmung argumentierend) sagen: „Wenn Aḷḷāh gewollt hätte, hätten weder wir noch unsere Väter Ihm etwas zur Seite gestellt und wir hätten nichts für verboten erklärt.“ Auf die gleiche Weise leugneten schon ihre Vorfahren (die Wahrheit), bis sie schließlich Unsere Strafe zu spüren bekamen. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Besitzt ihr irgendein Wissen (als Beweis, dass Aḷḷāh keine Einwände gegen euren Götzendienst hat)? Dann legt es uns vor! Ihr aber folgt nur Vermutungen und stellt (unwahre) Behauptungen auf.“
  3. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Aḷḷāh (hingegen) hat (in Form des Qurʼān und Seines Gesandten r) den zielführenden Beweis (der all eure Ausreden zunichtemacht), und wäre es Sein Wille gewesen, hätte Er euch allesamt rechtgeleitet.“
  4. Sag: „Her mit euren Zeugen, die bezeugen, dass Aḷḷāh all das verboten hat!“ Wenn sie es aber bezeugen, so folge ihrem Zeugnis nicht (denn es ist falsch!), und folge nicht den Wünschen derer, die Unsere Zeichen für Lügen erklären, nicht an das Jenseits glauben und Aḷḷāh anderes als ebenbürtig gleichsetzen.
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Kommt her! Ich trage euch vor, was euer Herr euch (wirklich) verboten hat: Schreibt nichts anderem außer Ihm Göttlichkeit zu, seid gütig zu euren Eltern und tötet eure Kinder nicht aus Furcht vor Armut, denn Wir versorgen euch und auch sie. Nähert euch keinen Schändlichkeiten, seien sie nun offenkundig oder verborgen, und tötet keinen Menschen – dessen Leben Aḷḷāh für unverletzbar erklärt hat –, es sei denn, es geschieht gemäß dem Recht. Das ist, was Er euch aufgetragen hat, damit ihr (vielleicht) Einsicht zeigt.
  1. Er hat (für euch folgende) acht Tiere in Paaren (erschaffen): von den Schafen zwei (männlich und weiblich) und von den Ziegen zwei (männlich und weiblich). Sag (Gesandter Aḷḷāhs, zu den Götzendienern): „Sind es die beiden Männchen, die Er (wegen ihrer Männlichkeit) verboten hat, oder die beiden Weibchen (wegen ihrer Weiblichkeit), oder das, was der Mutterleib der beiden Weibchen an Jungen enthält? Teilt es mir auf der Grundlage von Wissen mit, wenn das, was ihr sagt, tatsächlich wahr ist.“
  2. Und (weiter gehören zu den acht Tieren) von den Kamelen zwei und von den Rindern zwei. Sag: „Sind es die beiden Männchen, die Er verboten hat, oder die beiden Weibchen, oder das, was der Mutterleib der beiden Weibchen an Jungen enthält? Wart ihr Zeugen, als Aḷḷāh euch dies auftrug?“ Wer ist ungerechter als einer, der ohne jedes Wissen über Aḷḷāh Lügen erfindet und so die Leute in die Irre führt? Ganz sicher gewährt Aḷḷāh dem ungerechten Volk keine Rechtleitung!
  3. Sag (Gesandter Allahs): „Ich finde in dem, was mir offenbart wurde, nichts, was einem Essenden, der es essen möchte, verboten ist, außer (es handelt sich um) Aas, (beim Schlachten) ausgeflossenes Blut oder Schweinefleisch – welches eine (unreine) Abscheulichkeit ist – oder es handelt sich um einen Frevel, indem (während der Schlachtung) ein anderer Name als der Aḷḷāhs ausgesprochen wurde. Wenn er jedoch (durch eine Notlage) dazu gezwungen ist, ohne dabei den Genuss zu begehren oder die Grenzen des Notwendigen zu überschreiten, ist dein Herr verzeihend und behandelt ihn gnädig.
  4. (Nur) denjenigen, die dem Judentum angehören, haben Wir alle Tiere verboten, die Klauen haben (wie Kamele, Schafe und Ziegen), und vom Rind und (anderem) Vieh haben Wir ihnen das Fett verboten, außer dem, was sich an ihren Rücken oder Eingeweiden befindet oder mit den Knochen verwachsen ist. So vergalten Wir ihnen ihre Auflehnung, denn Wir sagen ganz gewiss (in allem) die Wahrheit.
  1. Und sie sagen: „Dieses Vieh und diese Feldfrüchte sind untersagt; niemand darf davon essen, es sei denn, es ist unser Wille.“ Das ist ihre Behauptung. (Und weiterhin behaupten sie) es gäbe Vieh, dessen Rücken nicht belastet werden dürfe (weder durch Reiter noch durch Lasten) und Vieh, bei dessen Schlachtung der Name Aḷḷāhs nicht genannt werden dürfe (sondern nur die Namen ihrer Götzen). So erfinden sie Lügen über Ihn (indem sie behaupten, all dies seien Gebote Aḷḷāhs). Er aber wird ihnen ihre erfundenen Behauptungen bald vergelten.
  2. Und sie sagen: „Was sich in den Leibern dieses und jenes Viehs befindet ist (wenn es lebend zur Welt kommt) nur unseren Männern erlaubt und unseren Frauen verboten. Kommt es aber tot zur Welt, haben beide (Männer und Frauen) Anteil daran.“ Er aber wird ihnen ihre (erlogenen) Zuschreibungen vergelten, denn Er ist zweifellos weise (im Umgang mit Seinen Dienern) und weiß (bestens) Bescheid (über sie).
  3. Diejenigen, die ihre Kinder aus Dummheit und in Unwissenheit (über den Versorger Aḷḷāh) töten und für verboten erklären, womit Aḷḷāh sie versorgt hat (das Verbot dreist Aḷḷāh zuschreibend) sind mit Sicherheit verloren. Sie sind gewiss in die Irre gegangen und in keiner Weise rechtgeleitet.
  4. [Aḷḷāh] ist es, der Gärten schuf, mit Pflanzen mit Stämmen (z. B. Bäume) und ohne Stämme (z. B. Gras)[1], (Der) Dattelpalmen und (andere) Pflanzen (schuf), die verschiedenartige Früchte hervorbringen, und Oliven- und Granatapfelbäume, ähnlich (im Blattwerk) und unähnlich (in ihren Früchten). Esst davon, wenn sie Früchte tragen, und gebt am Tag der Ernte (den Armen), was ihnen zusteht. Seid aber nicht verschwenderisch (weder im Verzehr noch in euren Spenden an die Bedürftigen), denn gewiss, Er liebt die Maßlosen nicht!
  5. Und das Vieh betreffend gibt es zum Lastentragen geeignete (wie Kamele und Pferde) und welche, die dazu nicht geeignet sind (wie Schafe und Ziegen). Esst von dem, was Aḷḷāh euch gegeben (und erlaubt) hat, und folgt nicht den Wegen des Satans (indem ihr für verboten erklärt, was Aḷḷāh erlaubt hat oder umgekehrt), denn er ist euch ganz offenkundig feindlich gesinnt.
[1] Auch: „mit Spalieren und ohne Spalieren“.

Oder: „mit in die Höhe ragenden und flachen Pflanzen“.

  1. Dies (zur Warnung) deshalb, weil dein Herr keine Städte zu Unrecht vernichten würde, während ihre Bewohner unachtsam sind (weil noch kein Gesandter zu ihnen kam).
  2. Alle werden Ränge einnehmen, entsprechend dem, was sie taten, und dein Herr ist ihrem[1] Tun gegenüber nicht achtlos.
  3. Dein Herr ist der Unbedürftige (weshalb Ihm euer Unglaube nicht schadet) und (dennoch) voller Gnade: Wenn Er will, nimmt Er euch fort (indem Er euch vernichtet) und lässt auf euch folgen, wen immer Er will; genauso, wie Er euch aus der Nachkommenschaft anderer hervorgehen ließ (die vor euch lebten).
  4. Was euch (über Auferstehung, Abrechnung und Vergeltung) verkündet wurde, wird ohne jeden Zweifel eintreten, und es wird für euch kein Entkommen geben!
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ihr Leute, haltet (ruhig) an eurem Weg[2] (des Unglaubens) fest. Auch ich werde an meinem Weg festhalten (und weiterhin die Wahrheit verkünden). Ihr werdet (rechtzeitig) erkennen, wem die letzte Wohnstätte (das Paradies) gehören wird, denn die Ungerechten werden niemals erfolgreich sein.
  6. Sie widmen Aḷḷāh einen Anteil der Feldfrüchte und des Viehs, das Er erschaffen hat, und sagen: „Das ist für Aḷḷāh“ – behaupten sie – „und das ist für unsere Teilhaber“ (gemeint sind die Götzen, die sie Aḷḷāh zur Seite stellen). Was aber für ihre Teilhaber ist, erreicht Aḷḷāh nicht (weil nichts davon den Armen und Bedürftigen zugutekommt, wie Aḷḷāh es vorgeschrieben hat), und was für Aḷḷāh ist, erreicht ihre Teilhaber. Wie übel ihr Urteil ist (und ihre Aufteilung)!
  7. Ebenso (wie der Satan ihnen diese Art der Aufteilung ausschmückte) ließen ihre Brüder im Geiste (unter den Ǧinn) es vielen der Götzendiener als recht erscheinen, ihre Kinder (aus Angst vor Armut) zu töten[3], um sie so ins Verderben zu stürzen und sie in ihrem Glauben zu verwirren (sodass sie nicht mehr wissen, was erlaubt und was verboten ist). Und hätte Aḷḷāh (es in Seiner Weisheit) nicht gewollt, hätten sie es nicht getan. Darum überlass sie sich selbst mitsamt ihren lügnerischen Behauptungen!
[1] „Yaʽmalūna“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir: „taʽmalūna“: „[…] eurem Tun gegenüber“.

[2] „Makānatikum“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Šuʽbah: „Makānātikum“: „an euren Wegen“ (Plural).

[3] „Zayyana/Qatla ʼAulādihim Šurakāʼuhum“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir: „zuyyina/Qatlu ʼAulādahim Šurakāʼihim“: „Ebenso (wie der Satan ihnen diese Art der Aufteilung ausgeschmückt hat) wurde vielen der Götzendiener von ihren Gesinnungsgenossen (unter den Ǧinn) die Tötung ihrer Kinder (aus Angst vor Armut) ausgeschmückt.“

  1. Wen Aḷḷāh also rechtleiten will, dem öffnet Er sein Herz[1] für den Islam (und bereitet es so für dessen Annahme vor),[2] und wen Er in die Irre leiten will, dem macht Er das Herz eng und bedrückt (sodass es die Wahrheit nicht aufnehmen kann), so als würde er zum Himmel emporsteigen (was er genauso wenig kann, wie die Wahrheit erkennen). So (wie Er ihre Herzen eng macht) bringt Aḷḷāh (auch) das Übel (der Beigesellung) über diejenigen, die nicht glauben.
  2. Und dies (die dir vorgeschriebene Religion) ist der gerade Weg deines Herrn.[3] Wir haben die Zeichen gewiss deutlich dargelegt für die, die nachdenken.
  3. Für sie wird es eine Wohnstätte des Friedens bei ihrem Herrn geben (nämlich das Paradies). Er ist ihr Beschützer, (als Lohn) für all das Gute, das sie getan haben.
  4. (Und gedenke, Gesandter Aḷḷāhs) des Tages, an dem Er[4] sie alle zusammenscharen (und sagen) wird: „Ihr Gemeinschaft der Ǧinn! Ihr habt gar viele Menschen in die Irre geführt!“ Und diejenigen Menschen, die ihnen nahestanden, werden sagen: „Unser Herr! Wir haben uns aneinander erfreut (und gegenseitig voneinander Nutzen gezogen[5]). Nun aber haben wir das Ende der Frist erreicht, die Du uns gesetzt hast.“ Er (aber) wird sagen: „Das Höllenfeuer ist nun eure Bleibe, für immer darin zu verweilen“, ausgenommen davon ist nur das, was Aḷḷāh will (nämlich die Zeitspanne von der Auferstehung aus den Gräbern bis zum Eingehen ins Höllenfeuer). Denn dein Herr ist ohne Zweifel weise (in Seinen Bestimmungen) und weiß (um Seine Diener) bestens Bescheid.
  5. So (wie wir die irreführenden Ǧinn auf manche Menschen losgelassen haben) lassen Wir die einen Übeltäter den anderen Übeltätern nahe sein (damit sie einander vom Guten abhalten und zum Bösen anstacheln), aufgrund dessen, was sie (an schlechten Taten) erworben haben.
  6. (Und Aḷḷāh sagt am Tag der Auferstehung weiterhin): „Ihr Gemeinschaft der Ǧinn und der Menschen! Sind nicht Gesandte aus eurer Mitte[6] zu euch gekommen, die euch Meine Verse verlesen und euch vor dem Kommen dieses euren Tages gewarnt haben?“ Sie werden antworten: „Wir zeugen gegen uns selbst (denn wir haben Deine Gesandten der Lüge bezichtigt).“ Das irdische Leben (mit seinen vergänglichen Genüssen) hat sie geblendet, und sie werden Zeugnis gegen sich selbst ablegen dafür, dass sie (im Diesseits) Glaubensverweigerer waren.
[1] Wörtlich: „Brust“. Dasselbe gilt für die Stelle danach. Gemeint ist aber das Herz, das von der Brust umfasst und geschützt wird.

[2] Aḷḷāh weist hier auf die tatsächliche Bedeutung von Rechtleitung hin, nachdem die Oberhäupter das Prophetentum für die Rechtleitung hielten, bzw. eine Offenbarung wie Muḥammad r zu erhalten.

[3] Hier endet nur nach kūfischer Zählung kein Vers.

[4] „Yaḥšuruhum“ nach Lesart von Ḥafṣ und Rauḥ.

Nach der Mehrheit: „naḥšuruhum“: „wir sie alle zusammenscharen (und sagen werden)“.

[5] D.h. die Ğinn erfreuten sich daran, dass die Menschen ihnen gehorchten, und die Menschen erfreuten sich daran, dass ihre Begierden mit Hilfe der Ğinn gestillt wurden.

[6] Bei den Ğinn sind hier wohl eher Boten „aus ihrer Mitte“ gemeint, die die Botschaft weiter verbreiteten.
  1. Was hindert euch (Gläubige) denn daran, von dem zu essen, worüber der Name Aḷḷāhs ausgesprochen wurde, wo Er euch doch bereits klar ausgeführt hat, was euch verboten ist[1] – mit Ausnahme dessen, wozu ihr gezwungen seid? Siehe, viele (der Götzendiener) führen andere[2] aufgrund ihrer eigenen Vorlieben in die Irre, ohne jegliches Wissen zu besitzen. Dein Herr aber kennt die Übertreter sicherlich am besten.
  2. Unterlasst sowohl das öffentliche als auch das insgeheime Sündigen, denn denjenigen, die Sünden erwerben, wird das, was sie erworben haben, zweifellos vergolten werden.
  3. Und esst nicht von dem, worüber nicht der Name Aḷḷāhs ausgesprochen wurde, denn das ist gewiss Zuwiderhandlung. Wahrlich, die Satane flüstern den ihnen Nahestehenden ein, euch in einen Streit (darüber) zu verwickeln (ob ihr Tiere essen solltet, über denen Aḷḷāhs Name beim Schlachten nicht genannt wurde), und wenn ihr ihnen (hierin) folgt, seid (auch) ihr bestimmt Götzendiener.
  4. Ist denn derjenige, der (aufgrund seines Unglaubens) gleichsam tot war, bevor Wir ihn (durch die Rechtleitung) lebendig machten und dem Wir (den Glauben als) ein Licht gaben, mit dem er unter den Menschen gehen kann, gleich dem, der in den Finsternissen (des Unglaubens, der Unwissenheit und Sünde) verloren ist und nicht hinaus kann? So aber (wie den Gläubigen der Glaube ausgeschmückt wird) wird den Glaubensverweigerern das ausgeschmückt, was sie (an Leugnung des Glaubens und Sünden) tun.
  5. Und so (wie die Angesehenen und Oberhäupter in Mekka die Menschen vom Weg Aḷḷāhs abzuhalten versuchen) haben Wir in jeder Stadt ihre Führer zu Übeltätern gemacht, damit sie ihre (betrügerischen) Pläne schmieden (um die Gesandten und ihre Anhänger zu bekämpfen). Aber sie betrügen tatsächlich nur sich selbst, ohne sich dessen bewusst zu sein.
  6. Und immer, wenn eines der Zeichen (Aḷḷāhs an Seinen Propheten r) zu ihnen (den Oberhäuptern und führenden Persönlichkeiten) kommt, sagen sie: „Wir werden nicht eher glauben, bis uns (selbst) gegeben wird, was den Gesandten Aḷḷāhs gegeben wurde (nämlich das Prophetentum)!“ Aḷḷāh (aber) weiß am besten, wem Er Seine Botschaft[3] anvertraut (und wer imstande ist, sie zu übermitteln). So werden diejenigen, die Böses begehen, von Aḷḷāh Erniedrigung und schweres Leid erfahren, aufgrund der betrügerischen Pläne, die sie (gegen die Gesandten und ihre Anhänger) schmiedeten.
[1] „Faṣṣala/ḥarrama“ nach Lesart von Nāfiʽ, Ḥafṣ, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und Ibn ʽĀmir: „fuṣṣila/ḥurrima“: „wo euch doch bereits klar ausgeführt wurde, was euch verboten wurde“.

Nach allen anderen Lesarten: „faṣṣala/ḥurrima“: „wo Er euch doch bereits klar ausgeführt hat, was euch verboten wurde“.

[2] „La-yuḍillūna“ nach Lesart von ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „la-yaḍillūna“: „Siehe, viele (der Götzendiener) gehen“.

[3] „ Risālatahū“ nach Lesart von Ibn Kaṯīr und Ḥafṣ.

Nach der Mehrheit: „Risālātihī“: „Seine Botschaften“ (Plural).

111. Und selbst wenn Wir die Engel zu ihnen hinabsenden würden (so wie sie es sich gewünscht haben) und wenn die Toten zu ihnen sprechen würden (darüber, dass es ein Leben nach dem Tod gibt) und wenn Wir alle Dinge vor ihrem Angesicht erscheinen lassen würden (die sie in ihrem Übermut als Beweis fordern), s o würden sie doch nicht glauben, es sei denn, Aḷḷāh will es, aber die meisten von ihnen besitzen keinerlei Wissen darüber (und wenden sich Ihm deshalb nicht zu, damit Er sie rechtleite).
112. So (wie die Götzendiener dir feindlich gesinnt sind) haben Wir jedem Propheten Feinde bestimmt: Satane unter den Menschen und den ĞinnǦinn, die einander zur Täuschung ausgeschmücktes Gerede zuflüstern. Aber hätte dein Herr es nicht so gewollt, dann könnten sie es nicht tun. Darum lass sie und das, was sie sich an Lügen ausdenken,
113. damit die Herzen derer, die nicht an das Jenseits glauben, dem (ausgeschmückten Gerede) zuneigen (d.h. dem ausgeschmückten Gerede), sie damit zufrieden sind und sie (weiterhin) das begehen, was sie an Übeltaten begehen.
114. (Sag, du, Gesandter Aḷḷāhs, zu den Götzendienern:) „Soll ich denn (zwischen mir und euch) einen anderen Richter als Aḷḷāh suchen, wo Er es ist, der das Buch, das (alles) ausführlich und klar behandeltdarlegt, zu euch herabsandte?“ Jene (Juden und Christen), denen Wir (zuvor) Offenbarung gewährt haben (Juden und Christen), wissen, dass er (der Qur’ān) von deinem Herrn nach und nach mit der Wahrheit herabgesandt wurde . Darum sollst du nicht zu den Zweiflern gehören (hinsichtlich dessen, was Wir dir offenbaren).
115. Die Das Worte deines Herrn sind ist von vollkommener Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Keiner vermag Seine Worte zu ändern, denn Er ist hört (alle Worte Seiner Diener) und weiß (um sie bestens) Bescheid.der Allhörende, der Allwissende.
116. Würdest du den meisten auf Erden gehorchen, so würden sie dich vom Weg Aḷḷāhs abbringen, denn sie folgen lediglich Vermutungen und sagen nur Unwahrheiten.
117. Aḷḷāh aber weiß fürwahr am besten, wer von Seinem Weg abweicht, und Er weiß am besten, wer die Rechtgeleiteten sind.
118. So esst von dem, worüber (beim Schlachten) Aḷḷāhs Name ausgesprochen wurde, wenn ihr (tatsächlich) an Seine Zeichen glaubt.

Juz 7

  1. Das ist Aḷḷāh, euer Herr. Es gibt keinen (wahren) Gott Ihm, dem Schöpfer aller Dinge. Darum dient Ihm (allein), denn Er ist es, der alles unter Seiner Obhut hat.
  2. Blicke können Ihn nicht erfassen, Er aber erfasst jeglichen Blick, und Er ist der Feinfühlige, der, der um alle Dinge bestens Bescheid weiß.
  3. Sichtbare Beweise sind nun von eurem Herrn zu euch gekommen. Wer darum einsichtig ist, der ist dies zu seinem eigenen Nutzen, und wer blind ist, ist es zu seinem eigenen Schaden. Ich aber bin nicht euer Wächter (sondern nur ein Gesandter).
  4. So verschiedenartig (wie Wir die Zeichen und Beweise der Allmacht Aḷḷāhs gemacht haben) haben Wir (auch) die Verse gemacht (die Ermahnung, Drohung und Verheißung zum Inhalt haben), damit [die Ungläubigen] sagen: „Du hast es (von den Leuten der Schrift) gelernt!“[1] und damit Wir die Wahrheit jenen deutlich machen, die Wissen besitzen.
  5. Folge (du, Gesandter Aḷḷāhs) dem, was dir von deinem Herrn offenbart wurde – es gibt keine Gottheit außer Ihm – und wende dich von den Götzendienern ab.
  6. Hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätten sie (Ihm) nichts als ebenbürtig zur Seite gestellt. Dich aber haben Wir nicht als Wächter über sie eingesetzt (um ihre Taten zu erfassen), und du bist nicht verantwortlich für sie.
  7. Und (ihr Gläubigen) verspottet nicht das, was sie an der Stelle Aḷḷāhs (an Götzen) anrufen, damit sie nicht (aus Zorn) Aḷḷāh verspotten und dabei (ihre Grenzen) ohne Wissen (um die wahre Stellung Aḷḷāhs) übertreten. Wir haben jeder Gemeinschaft ihr Tun als wohlgefällig erscheinen lassen (und dazu gehören auch die Götzendiener der Qurayš). Dann werden sie (am Tag der Auferstehung) zu ihrem Herrn zurückkehren, und Er wird ihnen mitteilen (und begreifen lassen), was sie (dereinst auf Erden) getan haben.
  8. Und sie schwören die feierlichsten Eide bei Aḷḷāh, dass, wenn ein Zeichen zu ihnen kommen würde, sie gewiss (an die Wahrhaftigkeit dieses Wunders und damit Muḥammads r) glauben würden. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Die Zeichen (liegen nicht in meiner Hand, sondern) über sie verfügt allein Aḷḷāh.“ Und was lässt euch (Gläubige) wissen? Vielleicht werden sie , wenn sie zu ihnen kämen, (doch) nicht glauben[2] (und starrköpfig an ihrem Unglauben festhalten).[3]
  9. Und Wir wenden ihre Herzen und ihr Augenlicht ab (von der Wahrheit und der Rechtleitung), so wie sie auch beim ersten Mal nicht (an den Qur’ān) geglaubt haben. Und so lassen Wir sie in ihrem Hochmut blind hin und her irren.
[1] „darasta“ bzw. „dārasta“ (Ibn Kaṯīr und ʼAbū ʽAmr) nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „darasat“: „(Alt und) zerfallen!“.

[2] „yuʼminūn“ bzw. „yūminūn“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir und Ḥamzah „tuʼminūna“: „ihr (nicht) glaubt“.

[3] Oder: „Und was lässt euch (Gläubige) wissen, dass sie , wenn sie zu ihnen kämen, glauben werden?“
  1. Wahrlich, Aḷḷāh (allein) ist es, der das Samenkorn und den Dattelkern spaltet und (so) das Lebendige aus dem Toten hervorbringt. Und Er (allein) ist es (auch), der das Tote aus dem Lebendigen hervorbringt. Das ist Aḷḷāh. Wie könnt ihr euch (angesichts dessen) nur (von der Wahrheit) abwenden lassen?
  2. Er ist es, der den Morgen einbrechen lässt und der die Nacht (für euch) zur Ruhe gemacht hat und der Sonne und Mond einen festgesetzten Lauf nehmen lässt. All das geschieht gemäß der Anordnung des Allüberlegenen, und Allwissenden.
  3. Er ist es, der die Sterne für euch erschaffen hat, damit ihr durch sie (auf euren Reisen) durch die Finsternisse zu Land und auf dem Meer geführt werdet. So haben Wir die Zeichen (Unserer Macht) deutlich dargelegt für Leute, die wissen (wie man davon profitiert).
  4. Und Er ist es, der euch aus einem einzigen Wesen (nämlichaus eurem Vater Adam) erschaffen hat und so ist (euer Leben auf Erden) eine Bleibe und (gleichzeitig nur) ein Aufbewahrungsort (auf Zeit)..[1] So haben Wir die Zeichen klar dargelegt für Leute, die (die Zeichen Aḷḷāhs) begreifen.
  5. Er ist es, der Wasser vom Himmel herabsandte. Dadurch brachten Wir alle Arten von Wachstum hervor und daraus brachten Wir (alles) Grün hervor. Aus diesem bringen Wir dicht wachsendes Korn hervor. Und aus der Dattelpalme, aus ihrem Blütenstand, bringen Wir tief herabhängende Büscheln voll Datteln hervor; und Gärten mit Trauben und Oliven- und Granatapfelbäume – (die beiden letzteren) einander ähnlich (in ihren Blättern) und doch verschieden (was ihre Früchte betrifft). Seht euch ihre Frucht an, wenn sie beginnen, Früchte zu tragen und wenn diese reif geworden sind! Darin liegen fürwahr Zeichen (der Allmacht Aḷḷāhs) für Leute, die glauben (und aus diesen Zeichen darum Nutzen ziehen können).
  6. Sie machten die Ǧinn zu Teilhabern Aḷḷāhs, obwohl Er diese erschaffen hat, und sie dichten[2] Ihm Söhne und Töchter an, ohne irgendein Wissen zu besitzen. Hoch erhaben über all das und frei ist Er von allem, was sie Ihm zuschreiben,
  7. der Erschaffer der Himmel und der Erde (auf unvergleichliche Weise)! Wie sollte Er ein Kind haben, wo Er doch niemals eine Gefährtin hatte, Er Selbst alles erschaffen hat und Er Wissen um alle Dinge besitzt?
[1] Oder: „und (euch) eine Bleibe (auf Zeit auf Erden) und einen Aufbewahrungsort (im Grab schuf)“.

Oder: „(euch) eine (längere) Bleibe (im Grab) und einen Aufbewahrungsort (von kurzer Dauer auf Erden schuf).“

Oder: „(euch) eine Bleibe (im Mutterleib) und einen Aufbewahrungsort (für kurze Zeit im Körper eures Vaters).“

Oder: „und so ist (euer Leben auf Erden) eine Bleibe und (gleichzeitig nur) ein Aufbewahrungsort (auf Zeit).“

[2] „ḫaraqū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „und sie dichten ständig“.

  1. Sie begegnen Aḷḷāh nicht mit der Ehrerbietung, die Ihm gebührt, wenn sie sagen: „Aḷḷāh hat nichts auf einen Menschen herabgesandt!“ Sag: „Wer sandte das Buch herab, mit dem Moses kam, das den Menschen Licht und Rechtleitung brachte und das ihr als bloße Blätter erachtet, von denen ihr (einen Teil) kundtut und vieles verbergt[1] (wie es euren eigenen Begierden entspricht, wie beispielsweise die Ankündigung Muḥammads r)? Und (auch) ihr (Araber) habt (durch den Qur’ān) gelernt, was weder ihr selbst wusstet noch eure Vorväter.“ Sag: „Aḷḷāh (hat es offenbart)“, und dann lass sie mit ihrem Geschwätz weiter ihr Spiel treiben.
  2. Und dieses Buch (der Qur’ān), das Wir herabsandten, ist voll des Segens und bestätigt das, was vor ihm (an Offenbarungsschriften da) war, damit du damit die Mutter der Städte (nämlich Mekka) und auch alle anderen um sie warnst[2]. Und die, die an das Jenseits glauben, glauben daran (an den Qur’ān), und sie sind es, die stets auf ihre Gebete achten.
  3. Wer aber ist ungerechter als derjenige, der über Aḷḷāh Lügen ersinnt oder der sagt: „Mir wurde offenbart“, obwohl ihm nichts offenbart wurde? Oder der sagt: „Auch ich werde etwas herabsenden, gleich dem, was Aḷḷāh herabsandte.“ Wenn du (Gesandter Aḷḷāhs) diese Ungerechten nur sehen könntest, wenn sie (dereinst) in ihren Todesqualen liegen und die Engel ihre Hände nach ihnen ausstrecken: „Gebt eure Seelen heraus! Heute wird euch mit der Qual der Schande das vergolten werden, was ihr an Unwahrheiten über Aḷḷāh ersonnen (wie bspw. die Behauptung, Aḷḷāh heute euch etwas offenbart) und dass ihr euch über Seine Zeichen hochmütig hinweggesetzt habt!“
  4. (Und dann am Tag der Auferstehung wird zu ihnen gesagt werden:) Nun kommt ihr alleine (ohne Freund oder Angehörigen) zu Uns, so wie Wir euch das erste Mal erschaffen haben, und ihr habt (gegen euren Willen) alles zurückgelassen, was Wir euch (auf Erden) gewährt haben. Wir sehen eure Fürsprecher (nämlich die falschen Götter) nicht, von denen ihr behauptet habt, sie seien Aḷḷāhs Teilhaber euch betreffend. Nun aber ist jegliches Band zwischen euch abgeschnitten, und alles, was ihr einst behauptet habt, ist dahingeschwunden.
[1] „taǧʽalūnahū/tubdūnahā/tuḫfūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ʽAmr: „yaǧʽalūnahū/yubdūnahā/yuḫfūna“: „das ihr als bloße Blätter erachtet, von denen ihr (einen Teil) kundtut und vieles verbergt“.

[2] „wa-li-tunḏira“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Šuʽbah: „wa-li-yunḏira“: „damit er damit die Mutter der Städte (nämlich Mekka) und auch alle anderen um sie warnt“.

  1. Jene, die glauben und ihren Glauben nicht mit (dem) Unrecht (des Polytheismus) vermengen, jene sind es, die sich (am Tag der Auferstehung) in Sicherheit befinden und die rechtgeleitet sind.“
  2. Das ist das Argument, das Wir Abraham gegen sein Volk in die Hand gaben (nämlich die Worte: „Welche der beiden Parteien hat also mehr Anrecht darauf, sich sicher zu fühlen“). Wir erhöhen wen auch immer Wir wollen um Rangstufen[1] (sowohl im Diesseits als auch im Jenseits), denn dein Herr ist wahrlich weise und allwissend.
  3. Und Wir schenkten ihm (seinen Sohn) Isaak und (Enkel) Jakob. Jeden von ihnen leiteten Wir recht, und auch Noah führten Wir davor auf den rechten Weg und von seinen Nachkommen David, Salomon, Hiob, Josef, Moses und Aaron. Und ebenso (wie Wir die Propheten belohnen) belohnen Wir die, die Gutes tun.
  4. Und (Wir führten) Zacharias, Johannes, Jesus und Elias. Sie alle gehörten zu den Rechtschaffenen.
  5. Und (auch) Ismael, al-Yasaʽ[2], Jonas und Lot. Jeden von ihnen zeichneten Wir gegenüber den anderen Weltenbewohnern aus.
  6. Und ebenso manche von ihren Vorvätern, ihren Nachkommen und ihren Brüdern. Wir haben sie auserwählt und führten sie einen geraden Weg.
  7. So ist die Rechtleitung Aḷḷāhs. Er führt damit, wen immer Er will von Seinen Dienern. Und hätten sie (Ihm) etwas als ebenbürtig zur Seite gestellt, so wäre fürwahr all ihr Tun zunichte gewesen.
  8. Jene waren es, denen Wir Offenbarungschrift, Urteilskraft (nämlich Weisheit) und Prophetenschaft gewährten. Und wenn sie (deine Leute) dies leugnen (nämlich, dass Wir ihnen diese drei Dinge gaben: Offenbarungschrift, Urteilskraft und Prophetenschaft), so haben Wir damit schon andere Leute betraut, die es nicht leugnen (nämlich die Auswanderer und die Anṣār und alle, die ihnen folgen, bis zum letzten Tag).
  9. Jene sind es (die zuvor erwähnten Propheten, ihre Vorväter, Nachkommen und Brüder), die Aḷḷāh auf den rechten Weg führte. Darum folge ihrer Rechtleitung und sag: „Ich verlange von euch keinerlei Lohn (dafür, dass ich euch die Botschaft Aḷḷāhs, den Qur’ān) übermittle. Er ist nichts anderes als eine Ermahnung für die Weltenbewohner (nämlich für die Menschen und Ǧinn).“
[1] „daraǧātin“ nach der Lesart ʽĀsim, Ḥamzah, Kisāʼiyy, Yaʽqūb und Ḫalaf.

Nach allen anderen: „daraǧāti“: „Wir erhöhen die Rangstufen desjenigen, den Wir wollen“.

[2] Nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „al-laysaʽa“: Zwei Aussprachen für denselben Namen dieses Propheten.

  1. (Und denke daran, Gesandter Aḷḷāhs,) als Abraham zu seinem Vater Āzar[1] sagte: „Nimmst du dir etwa Götzenbilder als Gottheiten? Wahrlich, ich sehe, dass du und dein Volk sich in einem offenkundigen Irrtum befinden.“
  2. Ebenso (wie Wir ihn u den Irrtum seines Vaters zeigten) ließen Wir Abraham das Reich der Himmel und der Erde sehen, um ihn zu einem von jenen zu machen, die innere Gewissheit besitzen (darüber, dass es nur einen einzigen Gott gibt, der keinen Teilhaber und Macht über alle Dinge hat).
  3. Als darum die Nacht über ihn hereinbrach, sah er einen Stern und sagte (um ihnen ihren Irrglauben zu demonstrieren): „Das ist mein Herr!“ Doch als er unterging, sagte er: „Ich liebe diejenigen nicht, die untergehen.“
  4. Als er dann den aufgehenden Mond sah, sprach er: „Dieser ist mein Herr!“ Doch als er unterging, sagte er: „Wenn mein Herr mich nicht führt, werde ich gewiss zu jenen gehören, die in die Irre gehen.“
  5. Dann, als er die Sonne aufgehen sah, sagte er: „Das ist mein Herr! Das ist noch größer!“ Aber als (auch) sie unterging, sagte er: „Mein Volk, ich spreche mich los von allem, dem ihr (neben Aḷḷāh) Göttlichkeit zuschreibt!
  6. Ich wende mein Antlitz dem aufrichtig zu, der Himmel und Erde erschaffen hat, , und ich bin keiner der Götzendiener!“
  7. Sein Volk aber stritt mit ihm. Er sagte: „Streitet ihr etwa mit mir über Aḷḷāh, wo Er es doch ist, der mich auf den rechten Weg geführt hat? Ich fürchte das, was ihr Ihm zur Seite stellt, nicht (da diese Götzen weder die Macht haben, Schaden zuzufügen noch Nutzen zu bringen), außer mein Herr will es. Mein Herr umfasst alles mit Seinem Wissen. Wollt ihr das denn nicht bedenken?
  8. Und wie könnte ich das fürchten, was ihr (Aḷḷāh) zur Seite stellt, während ihr keine Furcht habt, anderem neben Aḷḷāh Göttlichkeit zuzuschreiben, wofür euch keinerlei Ermächtigung erteilt wurde? Welche der beiden Parteien hat also mehr Anrecht darauf, sich sicher zu fühlen, (sagt es,) wenn ihr es wisst![2]
[1] „ʼāzara“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „ʼāzaru“: „als Abraham zu seinem Vater sagte: „ʼĀzar, nimmst du dir“.

[2] Das Volk Abrahams, ähnlich wie die Quraiš, glaubten an Aḷḷāh, den höchsten Herrn. Sein Volk versuchte ihm, mit ihren falschen Göttern Angst einzuflößen, aber vielmehr sollte es selbst Angst davor haben, Aḷḷāh etwas beizugesellen, denn über Ihn sind sich beide Parteien einig, für die Anbetung der Götzenbilder aber gibt es keine Ermächtigung.
  1. Jene, die sich (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen, sind in keiner Weise verantwortlich für sie. (Ihnen obliegt es) nur, (sie) zu ermahnen, auf dass sie sich (vor Ihm) in Acht nehmen.
  2. Und überlass die sich selbst, die ihre Religion als Spiel und Zeitvertreib betrachten und durch das irdische Leben geblendet sind. Ermahne sie hiermit (mit dem Qur’ān), damit niemand aufgrund seiner Taten dem Untergang geweiht sein mag[1]. Er wird dereinst außer Aḷḷāh keinen Beschützer und keinen Fürsprecher haben, und wenn er auch versuchen sollte, sich mit jedweder Ersatzleistung loszukaufen, so wird sie doch nicht von ihm angenommen werden. Jene sind es, die aufgrund ihrer Taten dem Untergang geweiht sind[2]. Für sie wird es (am Tag der Auferstehung) einen Trunk aus siedendem Wasser geben und schmerzliches Leid dafür, dass sie stets ungläubig waren.
  3. Sag: „Sollen wir etwa an der Stelle Aḷḷāhs etwas anrufen, das uns weder Nutzen bringen noch Schaden zufügen kann und auf unseren Fersen kehrtmachen (indem wir den Glauben verlassen), nachdem Aḷḷāh uns auf den rechten Weg geführt hat? Wie einer, den die Satane auf der Erde durch Begierden in die Irre geführt haben und der nun ratlos umherirrt, während seine Gefährten ihn zum rechten Weg aufrufen: »Komm zu uns!«“ Sag: „Aḷḷāhs Rechtleitung ist die (einzige) Rechtleitung, und uns wurde geboten, uns dem Herrn der Welten in Demut zu ergeben (indem wir Ihn alleine anbeten),
  4. und (uns wurde geboten:) »Verrichtet beständig das Gebet und nehmt euch vor Ihm in Acht! Denn Er ist es, zu dem ihr dereinst versammelt werdet.«“
  5. Er ist es, der die Himmel und die Erde in Wahrheit erschuf, und wenn Er an einem Tag spricht: „Sei!“, dann ist (die Auferstehung).[3] Sein Wort ist Wahrheit, und Er allein hat die Herrschaft inne an jenem Tag (der Auferstehung), wenn (zum zweiten Mal) in die Posaune gestoßen werden wird. Er ist der Kenner des Verborgenen und des Offenkundigen, und Er ist der Weise, der über alles wohl unterrichtet ist.
[1] Oder: „damit (das Gesicht) von niemandem sich aufgrund seiner Taten verfinstert“.

Oder: „damit niemandem aufgrund seiner Taten (die Hoffnung) genommen wird“.

Oder: „damit niemandem aufgrund seiner Taten (das Paradies) verwehrt wird“.

Oder: „damit niemand aufgrund seiner Taten festgenommen wird“.

[2] Siehe entsprechende Fußnote zu Sūrah al-ʼAnʽām 6:70.

[3] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung kein Vers.
  1. Und Er ist es, der nachts [eure] (Seelen) zu Sich nimmt (wenn ihr schlaft), und Er weiß, was ihr tagsüber (an Taten) vollbringt. Dann erweckt Er euch am Tag wieder zum Leben, damit eine festgelegte Frist (nämlich die Lebensdauer, die euch vorherbestimmt ist) erfüllt wird. Schließlich kehrt ihr zu Ihm zurück, und dann wird Er euch vor Augen führen, was ihr (während eures Lebens auf Erden) getan habt.
  2. Er ist Bezwinger Seiner Diener von oben. Er sendet Hüter über euch aus (in Form von Engeln, die eure Taten verzeichnen), bis der Tod einem von euch naht, Unsere Gesandten (nämlich der Todesengel und seine Helfer) ihn sterben lassen und dabei nichts (von dem) vernachlässigen, (was ihnen von Aḷḷāh befohlen wurde).
  3. Dann werden sie (alle, die gestorben sind) zu Aḷḷāh zurückgebracht, ihrem wahren Schutzherrn. Fürwahr, alles Urteil liegt einzig in Seiner Hand; Er ist der Schnellste im Abrechnen!
  4. Sag: „Wer errettet euch vor den Finsternissen zu Lande und am Meer, wenn ihr Ihn (allein) in Demut tief verborgen in eurem Herzen anfleht: »Wenn Er uns hieraus errettet[1], dann werden wir gewiss dankbar sein!«“
  5. Sag: „Aḷḷāh errettet euch daraus und aus jeglicher Not, dann aber stellt ihr Ihm (wieder) anderes zur Seite.“
  6. Sag: „Er hat die Macht, Leid über euch kommen zu lassen, von oben herab (wie etwa Steine oder Donner) oder von unter euren Füßen (wie Erdbeben) oder euch in Parteien zu spalten (indem die Herzen gespalten sind) und die einen von euch die Gewalt der anderen spüren zu lassen.“ Sieh, wie verschiedenartig Wir die Zeichen darlegen, damit sie begreifen!
  7. Dein Volk aber erklärt diesen (Qurʼān) zur Lüge, obwohl er die Wahrheit (von Aḷḷāh) ist. Sag: „Es ist nicht meine Aufgabe, euch zu beaufsichtigen (sondern nur, euch zu warnen).“[2]
  8. Jede Botschaft hat ihre festgesetzte Frist (nach deren Ablauf sie sich bewahrheitet), und beizeiten (nämlich am Tag der Auferstehung) werdet ihr es erfahren.
  9. Wenn du nun auf solche triffst, die über Unsere Verse spöttische Reden führen, dann wende dich von ihnen ab, bis sie über ein anderes Thema sprechen. Und sollte der Satan es dich vergessen lassen, dann bleibe, nachdem du dich wieder erinnert hast, nicht bei solch ungerechten Leuten sitzen.
[1] „ʼanǧānā“ nach der Lesart von ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „ʼanǧaytanā“: „Wenn Du uns hieraus errettest“.

[2] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.
  1. Und so haben Wir die einen durch die anderen auf die Probe gestellt, sodass sie (die reichen Ungläubigen über die armen, mittellosen Gläubigen) sagen: „(Ausgerechnet) ihnen soll Aḷḷāh uns gegenüber den Vorzug gegeben haben (indem Er ihnen Rechtleitung zuteilwerden ließ)?“ Kennt Aḷḷāh denn die Dankbaren nicht am besten (sodass Er sie rechtleitet)?
  2. Und wenn jene zu dir kommen (Gesandter Aḷḷāhs), die an Unsere Zeichen glauben, dann sag: „Friede sei auf euch! Euer Herr hat sich (freiwillig) selbst zur Gnade verpflichtet. Wenn darum einer von euch unwissentlich[1] eine schlechte Tat begeht und danach bereut und Gutes tut, dann ist vergibt Er großzügig und ist gnädig.“
  3. So deutlich legen Wir Unsere Botschaften dar, damit der Weg der Übeltäter klar zutage tritt[2] (und man sich davon distanziert).
  4. Sag: „Mir wurde verboten, jenen zu dienen, die ihr an der Stelle Aḷḷāhs anruft.“ Sag: „Ich werde euren Wünschen (falschen Göttern zu dienen) nicht folgen, denn sonst würde ich in die Irre gehen und wäre keiner der Rechtgeleiteten.“
  5. Sag: „Ich folge dem deutlichen Beweis meines Herrn (und nicht meinen eigenen Wünschen). Ihr aber leugnet Ihn! Das, was ihr so eilig zu beschleunigen wünscht, liegt nicht in meiner Hand[3]. Das Urteil liegt einzig bei Aḷḷāh. Er erzählt die Wahrheit[4], und Er ist der beste Richter (zwischen Wahrheit und Falschheit).“
  6. Sag: „Wenn das, was ihr so eilig verlangt, in meiner Macht läge, dann wäre die Angelegenheit zwischen mir und euch fürwahr schon entschieden. Aḷḷāh aber weiß am besten, wer die Ungerechten sind (wieviel Aufschub Er ihnen gewährt und wann Er sie bestrafen wird).“
  7. Bei Ihm befinden sich die Schlüssel zum Verborgenen; keiner kennt sie, außer Ihm allein. Er weiß, was zu Lande und was in den Meeren ist, und kein Blatt fällt herab, ohne, dass Er es weiß, und es gibt kein Körnchen in den Finsternissen der Erde, nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem (wohlverwahrten) Buch klar festgelegt ist.
[1] Mit „unwissentlich“ ist nicht gemeint, dass man nicht wusste, dass jene Tat sündhaft ist, sondern dass der Sünder Aḷḷāh im Moment der Sünde nicht wirklich kennt und Ihm gegenüber und um Seine Gewaltigkeit kein Wissen hat, das ihn davon abgehalten hat. In diesem Sinne ist jeder Sünder ein Unwissender (siehe Ṭabariyy zu Vers 4:17)

[2] „tastabīna sabīlu“ nach der Mehrheit, „yastabīna sabīlu“ nach Šuʽbah, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „tastabīna sabīla“: „damit du den Weg der Übeltäter klar erkennst“.

[3] Dies bezieht sich auf die hochmütige Forderung der Götzendiener, Muḥammad möge doch, als Beweis seiner Wahrhaftigkeit, die Strafe Aḷḷāhs sogleich über sie kommen lassen oder ein Wunderzeichen tun.

[4] „yaquṣṣu“ nach der Lesart von Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, ʽĀṣim und ʼAbū Ǧaʽfar.

Nach der Mehrheit: „yaqḍi“: „Er wird aufgrund der Wahrheit richten“.

  1. So wurde der letzte Rest jener vernichtet, die (durch ihren Unglauben) Unrecht getan hatten. Denn aller Lobpreis gebührt einzig Aḷḷāh, dem Herrn der Welten.
  2. Sag: „Was meint ihr, wenn Aḷḷāh euch Gehör und Augenlicht nehmen und eure Herzen versiegeln würde, welche Gottheit außer Aḷḷāh könnte sie euch wiedergeben?“ Sieh, wie (mannigfaltig) Wir die Zeichen (Unserer einzigartigen Macht) darlegen, aber dennoch wenden sie sich (davon) ab.
  3. Sag: „Was meint ihr, wenn die Strafe Aḷḷāhs unerwartet oder für euch als solche zuvor erkennbar über euch kommt – sollten denn etwa andere vernichtet werden als ungerechte Leute (die ungläubig sind und die Gesandten der Lüge bezichtigen)?“
  4. Wir haben die Gesandten nur als Verkünder einer frohen Nachricht (für die Gläubigen) und als Warner (für die Sünder und Ungläubigen) entsandt. Wer darum glaubt und Gutes tut, der braucht keine Furcht zu haben (bzgl. dem, was ihm bevorsteht) noch muss er traurig sein (um das, was ihm vom Diesseits entgeht).
  5. Und jene, die Unsere Zeichen als Lügen abgetan haben, werden wegen ihres Frevels von Leid erfasst werden.
  6. Sag: „Ich behaupte euch gegenüber nicht: »Aḷḷāhs Schätze (der Versorgung) sind bei mir«, noch behaupte ich, ich würde Wissen um das Verborgene besitzen (sondern nur das, was mir offenbart wird), noch, dass ich ein Engel sei. Ich folge nur dem, was mir offenbart wurde.“ Sag: „Können ein Blinder (Ungläubiger) und ein Sehender (Gläubiger) denn gleich sein? Wollt ihr denn nicht nachdenken?“
  7. Und warne [mit dem Qur’ān] jene, die fürchten, dereinst vor ihrem Herrn versammelt zu werden – sie werden außer Ihm keinen Beschützer und keinen Fürsprecher haben – damit sie sich (vor Aḷḷāh durch Einhalten Seiner Gebote und Verbote) in Acht nehmen (denn sie sind es, denen deine Ermahnung von Nutzen ist).
  8. Und weise nicht (die Armen unter den Muslimen) die zurück, die ihren Herrn am Anfang und Ende des Tages anflehen, im Streben nach Seinem Antlitz (um dich den Vornehmen unter den Götzendienern zu widmen, um sie zum Islam aufzurufen). Es ist nicht deine Aufgabe, sie zur Rechenschaft zu ziehen, ebenso wie es nicht die Ihre ist, dich zur Rechenschaft zu ziehen, sodass du sie deshalb abweisen könntest. Denn dann würdest du fürwahr zu den Ungerechten gehören.[1]
[1] Manche Götzendiener verlangten vom Propheten, manche seiner Freunde aus seiner Sitzung auszuschließen, damit die Vornehmen von ihnen sich mit dem Propheten allein zusammensetzen, um vom Islam zu hören. Ähnliches verlangten die Ungläubigen schon damals von Noah, siehe Sūrah aš-Šuʽarā’ Nr. 26:112-113. Sie haben die Anhänger des Propheten als Abschaum der Gesellschaft bezeichnet. Aber ob ihr Inneres ihrem Äußeren entspricht oder nicht – diese Rechenschaft obliegt nicht dem Propheten, sondern Aḷḷāh.
  1. Nur jene können (die Botschaft, die du überbringst) aufnehmen, die zuhören (und verstehen wollen; die Ungläubigen aber sind gleichsam wie Tote, da auch ihre Herzen die Worte nicht begreifen). Die Toten wird Aḷḷāh auferwecken, und zu Ihm werden sie zurückgebracht[1].
  2. Sie sagen: „Warum wird kein Zeichen von seinem Herrn zu ihm (Muḥammad r) herabgesandt?“ Sag: „Aḷḷāh hat die Macht, ein Zeichen herabzusenden, aber die meisten von ihnen wissen nicht (dass es für sie besser ist, kein Zeichen zu erhalten).[2]
  3. Es gibt kein Tier auf Erden und keinen Vogel, der mit seinen beiden Flügeln fliegt, die nicht Gemeinschaften angehören, wie ihr. Wir haben in dem wohlverwahrten Buch (al-Lauḥ al-Maḥfū­ẓ) nichts (was bis zum Tag der Auferstehung geschehen wird) ausgelassen (alles ist darauf festgehalten und vorherbestimmt), und vor ihrem Herrn werden sie allesamt zusammengeschart werden.
  4. Jene aber, die Unsere Zeichen für Lügen erklären, sind (gleichsam) taub und stumm, in tiefer Finsternis. Wen immer Er will, führt Aḷḷāh in die Irre, und wen immer Er will, führt Er auf den rechten Weg.
  5. Sag: „Was meint ihr, werdet ihr denn einen anderen um Hilfe anrufen, wenn die Strafe Aḷḷāhs über euch kommt oder euch die Stunde erfasst? (Antwortet,) wenn ihr aufrichtig seid!“
  6. Vielmehr wird Er allein es sein, den ihr anflehen werdet, und Er wird, wenn es Sein Wille ist, das hinwegnehmen, worum ihr ihn bittet (indem Er euch von dem Leiden befreiet, denn nur Er hat dazu die Macht), und ihr werdet all das vergessen haben, ­was ihr Ihm (zuvor) als ebenbürtig zur Seite gestellt habt.
  7. Wahrlich, Wir haben schon vor dir Gesandte zu den Völkern geschickt und haben sie (weil sie sich abwandten) mit schwieriger Lage (wie Armut) und Schadhaftem (wie Krankheit) heimgesucht, damit sie Demut zeigen mögen.
  8. Wären sie, als die schwierige Lage sie traf, nur demütig gewesen (dann hätten Wir sie vom Leid befreit)! Aber ihre Herzen hatten sich verhärtet, und der Satan hatte ihnen ihr Tun als wohlgefällig ausgeschmückt.
  9. Und als sie dann vergessen (und Unsere Befehle missachtet) hatten, woran sie (durch Armut und Krankheit) gemahnt worden waren, öffneten[3] Wir ihnen die Tore zu allen Annehmlichkeiten. Als sie voll Übermut angesichts dessen waren, was ihnen geschenkt worden war, erfassten Wir sie plötzlich, und siehe, da waren sie völlig verzweifelt.
[1] „yurǧaʽūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „yarǧiʽūna“: „zurückkehren“.

[2] Sie begreifen nicht, dass die Herabsendung eines Zeichens aufgrund der Weisheit Aḷḷāhs erfolgt und nicht aufgrund ihrer Forderung danach. Würde Er ein Wunder herabsenden und sie würden danach immer noch nicht glauben, so hätte das ihre sofortige Vernichtung zur Folge. Aḷḷāh aber gewährt ihnen Aufschub.

[3] „fataḥnā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir, einer Version von Ibn Wardān und einer Version von Ruways: „fattaḥnā“: „öffneten Wir ihnen die zahlreichen Tore“.

  1. Aber nein (sie werden nicht glauben, wenn sie zurückgebracht werden), vielmehr wird ihnen das, was sie einst (durch ihre Aussage „Bei Aḷḷāh, unserem Herrn, wir waren keine Götzendiener“) zu verbergen suchten, klar vor Augen stehen (wenn nämlich ihre Körperteile gegen sie aussagen werden), und selbst wenn sie zurückgebracht werden würden, so würden sie sich doch wieder dem (Polytheismus und den Sünden) zuwenden, was ihnen verboten worden war, denn wahrlich, sie sind Lügner (wenn sie versprechen, nach einer Rückkehr ins Diesseits, Aḷḷāh niemandem mehr zur Seite zu stellen).
  2. Und sie sagen: „Es gibt nur dieses unser irdisches Leben, und wir werden nicht auferweckt (und zur Rechenschaft gezogen) werden.“
  3. Wenn du sie nur sehen könntest, wenn sie vor ihren Herrn gestellt werden! Er wird sagen: „Ist das denn nun nicht die Wahrheit?“ Sie werden antworten: „Doch, gewiss, bei unserem Herrn!“ Und Er wird sagen: „So kostet nun die Qual, dafür, dass ihr die Wahrheit (der Auferstehung) zurückgewiesen habt!“
  4. Verloren haben fürwahr die, die die Begegnung mit Aḷḷāh (am Tag der Auferstehung) stets leugneten, bis die Stunde plötzlich unerwartet über sie kommt und sie sagen: „Wehe uns, weil wir sie missachtet haben (indem wir uns nicht auf sie vorbereitet haben)!“ Sie werden die Last (ihrer Sünden) auf ihren Rücken tragen. Hört! Wie übel das ist, was sie da tragen werden!
  5. Das Leben in dieser Welt ist nichts anderes als Spiel und Vergnügen. Die jenseitige Bleibe[1] aber ist wahrlich besser für jene, die sich (durch die Verrichtung der guten und Vermeidung der schlechten Taten) vor (Aḷḷāh) in Acht nehmen. Wollt ihr denn nicht euren Verstand gebrauchen[2] (indem ihr den Glauben annehmt und Gutes tut)?
  6. Wir wissen fürwahr, dass dich (Gesandter Aḷḷāhs) das, was sie sagen, traurig macht. Aber sie bezichtigen (tatsächlich) nicht dich der Lüge (denn in ihrem Innersten wissen sie, dass du aufrichtig bist), sondern es ist die Botschaft Aḷḷāhs, die die Ungerechten (nach außen hin) zurückweisen (obwohl sie wissen, dass sie die Wahrheit ist).
  7. Schon vor dir wurden Gesandte der Lüge bezichtigt. Doch sie blieben geduldig, trotz aller Verleumdungen und des Schadens, der ihnen zugefügt wurde, bis Unsere Hilfe sie erreichte. Denn es gibt nichts, das die Worte Aḷḷāhs (nämlich Sein Versprechen, den Gesandten zu helfen) zu ändern vermag. Und Berichte über einige der früheren Gesandten sind ja bereits zu dir gekommen.
  8. Und wenn es schwer auf dir lastet, dass sie sich (von dir) abwenden – nun denn, wenn du dazu imstande bist, eine Öffnung in der Erde oder eine Leiter zum Himmel zu finden und ihnen ein (zusätzliches) Wunder zu bringen (zu dem, was Wir dir bereits gegeben haben), (dann tu es). Aber (sei dir bewusst, dass,) hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätte Er sie allesamt auf den rechten Weg geführt. Darum sei nicht einer der Unwissenden (indem du darüber bekümmert bist, dass sie nicht glauben).
[1] „wa-lad-dārul-’āḫiratu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir: „wa-ladārul-’āḫirati“: „Die Bleibe des Jenseits“.

[2] „taʽqilūna“ nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir, Ḥafṣ, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „yaʽqilūna“: „Wollen sie denn nicht ihren Verstand gebrauchen“.

  1. Sag (du, Gesandter Aḷḷāhs, zu jenen, die dich der Lüge bezichtigen): „Was ist das größte Zeugnis (dafür, dass ich die Wahrheit sage)?“ Sag: „Aḷḷāh ist (der größte und bedeutendste) Zeuge zwischen mir und euch. Dieser Qur’ān wurde mir offenbart, damit ich euch und alle, die er (an Menschen und Ǧinn) erreicht, durch ihn warne. Wollt ihr denn tatsächlich bezeugen, dass es neben Aḷḷāh andere Gottheiten gibt? Sag: „Ich bezeuge es nicht!“ Sag: „Vielmehr ist Er ein einziger Gott, und ich trage keine Schuld daran, dass ihr Ihm anderes zur Seite stellt!“
  2. Jene (Juden und Christen), denen Wir (schon zuvor) eine Schrift zuteilwerden ließen, erkennen ihn (Muḥammad), wie sie ihre eigenen Söhne erkennen. Jene aber, die sich selbst verloren haben (indem sie sich selbst ins Feuer bringen), glauben nicht.
  3. Wer aber tut größeres Unrecht als der, der über Aḷḷāh Lügen verbreitet oder Seine Verse (die Er Muḥammad offenbart hat) für Lüge erklärt? Wahrlich, die Ungerechten werden keinerlei Erfolg haben.
  4. Eines Tages werden Wir sie allesamt zusammenscharen[1] und zu jenen, die Aḷḷāh anderes zur Seite stellten, sagen: „Wo sind nun eure Teilhaber, deren Existenz ihr stets behauptet habt?“
  5. Dann wird ihre einzige Ausrede sein, zu sagen (und dabei zu lügen): „Bei Aḷḷāh, unserem Herrn,[2] wir waren keine Götzendiener!“
  6. Sieh nur (Gesandter Aḷḷāhs), wie sie sich selbst belügen und wie das, was sie sich ausgedacht haben, sie nun im Stich lässt!
  7. Und unter ihnen gibt es solche, die dir (Gesandter Aḷḷāhs, ohne davon zu profitieren) zuhören (wenn du den Qur’ān vorträgst). Aber Wir haben über ihre Herzen einen Schleier gelegt, damit sie ihn nicht verstehen und in ihre Ohren Taubheit gesetzt (wegen ihrer hartnäckigen Ablehnung der Wahrheit). Und selbst wenn sie jegliches Zeichen (der Wahrheit) sehen würden, so würden sie doch nicht glauben. Und sie kommen sogar zu dir, um mit dir (über die Wahrheit des Qurʼān) zu streiten, und jene, die nicht glauben, sagen: „Das sind doch nichts anderes als Geschichten der Früheren!“
  8. Und sie hindern (andere Menschen) daran, (zu glauben und dem Gesandten zuzuhören) und halten sich selbst davon fern. Aber tatsächlich richten sie sich nur selbst zugrunde, ohne sich dessen bewusst zu sein.
  9. Könntest du sie nur sehen, wenn sie vor das Höllenfeuer gestellt und (reuevoll) sagen werden: „Würden wir doch nur (ins Leben) zurückgebracht werden, so würden wir die Zeichen unseres Herrn nicht für Lüge erklären, sondern zu den Gläubigen gehören!“
[1] „naḥšuruhum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „yaḥšuruhum“: „Er sie allesamt zusammenschart“.

[2] „rabbinā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼiyy, Ḫalaf: „rabbanā“: „Bei Aḷḷāh, oh unser Herr!“

Sūrah 6 al-’Anʽām – das Vieh

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, der Himmel und Erde erschaffen und Finsternisse (d.h. die Nacht) und Licht (d.h. den Tag) (abwechselnd) erfolgen lässt.[1] Dennoch setzen jene, die nicht glauben, ihrem Herrn anderes gleich.
  2. Er ist es, der euch (ursprünglich aus Adam u und diesen) aus Lehm erschaffen hat.[2] Dann legte Er eine Zeitspanne (für euch auf Erden) fest und eine (andere) bestimmte Frist, die nur Er kennt (nämlich die Zeitspanne bis zum Tag der Auferstehung). Und doch zweifelt ihr (an Seiner Fähigkeit, die Toten lebendig zu machen).
  3. Er ist Aḷḷāh (der Einzige, der der Anbetung würdig ist) in den Himmeln und auf Erden. Er weiß, was ihr (an Taten und Absichten) verbergt und was ihr offen kundtut, und Er weiß, was ihr (an Belohnung oder Strafe) erwerbt.
  4. Keines der Zeichen ihres Herrn kommt zu ihnen (den Ungläubigen), ohne dass sie sich davon (unbeeindruckt) abwenden.
  5. So haben sie die Wahrheit (des Qurʼān), als sie zu ihnen kam, als Lüge zurückgewiesen. Aber es wird ihnen (dereinst am Tag der Auferstehung) kundgetan werden, worüber sie gespottet haben.
  6. Denken sie denn nicht darüber nach, wie viele Generationen vor ihnen Wir bereits vernichteten, denen Wir auf Erden Macht verliehen hatten, wie Wir sie euch nicht gegeben haben, für die Wir vom Himmel reichlich Regen herabströmen und Bäche zu ihren Füßen fließen ließen? Aber dann haben Wir sie wegen ihrer Vergehen vernichtet und nach ihnen eine andere Generation hervorgebracht.
  7. Aber selbst, wenn Wir dir (Gesandter Aḷḷāhs) eine Schrift auf einem Blatt Papier herabgesandt und sie es mit ihren eigenen Händen berührt hätten, so hätten die, die nicht glauben, doch gesagt: „Das ist nichts anderes als offensichtlich Zauberei!“
  8. Und sie sagen: „Warum wurde kein Engel mit ihm (Muḥammad) herabgesandt (der zu uns spricht und uns bestätigt, dass er ein Gesandter ist)? (Dann würden wir glauben)“ Hätten Wir aber einen Engel herabgesandt, so wäre die Angelegenheit entschieden gewesen (und sie wären sofort vernichtet worden, hätten sie dann immer noch nicht geglaubt), und ihnen wäre kein Aufschub mehr gewährt worden (um zu bereuen).
[1] Hier endet nach der mekkanischen und medinensischen Zählung ein Vers.

[2] Hier endet nach der ersten medinensischen Zählung ein Vers.
  1. Jesus, der Sohn der Maria, (kam ihrer Bitte nach und) sagte: »O Aḷḷāh, unser Herr, sende uns vom Himmel einen Tisch (mit Speisen) herab, sodass (dieser Tag) ein (wiederkehrendes) Fest für uns sein soll (den wir in Ehren halten und an dem wir dir danken) – für den Ersten von uns und für den Letzten von uns – und ein Zeichen von Dir. Und versorge uns (damit wir dir dienen können), denn Du bist der Beste der Versorger.«
  2. Da sagte Aḷḷāh: »Wahrlich, Ich werde ihn zu euch hinabsenden. Wer von euch danach aber ungläubig wird, den werde ich bestrafen, wie Ich noch niemals zuvor einen der Weltenbewohner bestraft habe (da er dann ein Wunder gesehen hat)!«
  3. (Und gedenke) wenn Aḷḷāh (am Tag der Auferstehung) sagen wird: »Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesagt: ,Nehmt mich und meine Mutter als zwei Gottheiten neben Aḷḷāh an!‘ Da antwortete er: »Erhaben bist Du, es steht mir nicht zu, etwas zu sagen, wozu ich kein Recht habe. Hätte ich es gesagt, so hättest Du es fürwahr gewusst. Du weißt, was ich in mir hege, ich aber weiß nicht, was Du in Dir hegst. Wahrlich, Du bist der absolute Kenner des Verborgenen.
  4. Ich habe zu ihnen nur das gesagt, was Du mir aufgetragen hast: ,Dient Aḷḷāh (allein), meinem Herrn und eurem Herrn‘, und ich war Wächter über sie (und was sie sagten), solange ich unter ihnen weilte. Und nachdem Du mich abberufen hast (indem Du mich lebendig zu Dir in den Himmel emporgehoben hast), bist Du (allein) Wächter über sie gewesen, denn Du bist Zeuge über alle Dinge.
  5. Wenn Du sie leiden lässt, so sind sie wahrlich Deine Diener (mit denen Du verfährst, wie Du es willst), und wenn Du (den Gläubigen von) ihnen vergibst, so bist wahrlich Du allein der Allüberlegene und Allweise.«
  6. Aḷḷāh wird (zu Jesus u) sprechen: „Heute wird den Ehrlichen ihre Ehrlichkeit (hinsichtlich ihrer Absicht, Taten und Aussagen) von Nutzen sein. Ihnen werden Gärten zuteil, durcheilt von Bächen, in denen sie immerdar verweilen werden. Aḷḷāh hat Sein Wohlgefallen an ihnen und sie haben Wohlgefallen an Ihm. Das ist der gewaltige Erfolg.“
  7. Aḷḷāh allein hat die Herrschaft über die Himmel und die Erde inne und über alles, was sie enthalten, und Er hat zu allem die Macht.
  1. (Bedenkt, ihr Menschen,) den Tag, an dem Aḷḷāh die Gesandten versammeln und sie fragen wird: „Welche Antwort habt ihr erhalten (von den Völkern, zu denen ihr entsandt wurdet)?“ und sie sagen werden: „Wir haben kein (wirkliches) Wissen (über ihren Ausgang)[1]. Du allein bist der, der die verborgenen Dinge in- und auswendig kennt.“[2]
  2. Wenn Aḷḷāh sagen wird: „Jesus, Sohn der Maria, gedenke der Gnaden, die Ich dir und deiner Mutter gewährt habe, als Ich dich mit dem reinen Geist (Gabriel u) stärkte, sodass du sowohl in der Wiege zu den Menschen sprachst (da du ja keinen Vater hast) als auch als erwachsener Mann; als Ich dich die Schrift lehrte und die Weisheit, die Thora und das Evangelium und als du mit Meiner Erlaubnis aus Lehm etwas erschufst, gleich der Gestalt eines Vogels, du ihm dann einhauchtest und es, mit Meiner Erlaubnis, ein Vogel wurde; und als du mit Meiner Erlaubnis die Blindgeborenen und die Aussätzigen heiltest und die Toten mit Meiner Erlaubnis zum Leben erweckt hast; (und gedenke der Gnade) als Ich die Kinder Israels von dir zurückhielt (die beabsichtigt hatten, dich zu töten), als du mit klaren Beweisen zu ihnen kamst und jene unter ihnen, die nicht glaubten, sagten: »Das ist offensichtlich nichts anderes als Zauberei[3]!«
  3. (Und gedenke der Gnade) als Ich die Jünger inspirierte, an Mich und an Meinen Gesandten zu glauben, da sagten sie: »(Oh Aḷḷāh) wir glauben, so sei Zeuge, dass wir uns (Dir) ergeben haben.«
  4. Als die Jünger sagten: »Jesus, Sohn der Maria, könnte[4] uns dein Herr (wenn du ihn darum bittest) nicht einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabsenden?« Da antwortete er (Jesus): »Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, wenn ihr (wahrhaft) gläubig seid (denn so etwas kann schnell für euch zu einer Versuchung führen)!«
  5. Sie sagten: »Wir möchten davon essen, sodass unsere Herzen (hinsichtlich der Allmacht Aḷḷāhs völlige) Gewissheit erlangen und damit wir (mit Sicherheit) wissen, dass du uns gegenüber die Wahrheit gesagt hast und damit wirzu denen gehören, die darüber Zeugnis ablegen (für jene, die nicht anwesend sind).«
[1] Wir sehen nur das Äußere, wie die Taten, aber das Innere der Menschen kennen wir nicht.

[2] D.h. den Gesandten oblag allein die Vermittlung der Botschaft Aḷḷāhs, aber was in den Herzen der Menschen als Reaktion darauf tatsächlich verborgen ist, weiß einzig Aḷḷāh (Anm.d.Ü.).

[3] „siḥr” nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „sāḥir“: „ein Zauberer“.

[4] „yastaṭīʽu rabbuka“ nach der Lesart der Mehrheit. Wortwörtlich: „Kann dein Herr“. Dieser Ausdruck ist so zu verstehen, wie wenn man jemanden fragt „Kannst du mir helfen?“, obwohl man eigentlich meint „Würdest du mir bitte helfen?“, da die Fähigkeit zu helfen nicht angezweifelt wird, sondern die Bereitschaft dazu. Darauf weist die Lesart von Kisāḏ’iyy hin: „tastaṭīʽu rabbaka“: „Kannst du (Jesus) deinen Herrn (bitten) usw.“ Auch hier ist klar, dass er u dies kann, unklar ist, ob Aḷḷāh sein Bittgebet erhören wird.

Nach der Lesart der Mehrheit kann man auch das Verb „istaṭāʽa“ als „’aṭāʽa“ verstehen und den Vers dann so übersetzen: „Wird dein Herr dich erhören (wenn du Ihn darum bitten würdest) usw.“

  1. Und wenn zu ihnen (die über Aḷḷāh gelogen haben) gesagt wird: „Kommt her zu dem, was (vom Qurʼān) herabgesandt wurde und zum Gesandten (und seiner Sunnah)!“, entgegnen sie: „Uns genügt das, was wir bei unseren Vorvätern (an Glaubensvorstellungen) fanden.“ Wie? Selbst wenn ihre Vorväter keinerlei Wissen besaßen und nicht rechtgeleitet waren?!
  2. Ihr, die ihr glaubt! Ihr seid nur für euch selbst verantwortlich. Keiner, der irregeht, kann euch Schaden zufügen, solange ihr selbst auf dem rechten Weg seid. Zu Aḷḷāh ist euer aller Heimkehr, und dann wird Er euch verkünden, was ihr (auf Erden) getan habt (und mit euch abrechnen).
  3. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glaubt! Wenn einer von euch sich dem Tod nähert, dann sollen, wenn er sein Vermächtnis macht, zwei Rechtschaffene von euch (Muslimen) Zeugen sein, oder – wenn ihr euch gerade auf einer Reise befindet und euch das Unglück des Todes ereilt – zwei andere Männern von anderen (nichtmuslimischen) Leuten. Und wenn ihr Zweifel sie betreffend hegt, dann haltet sie nach dem Gebet fest und lasst sie bei Aḷḷāh schwören: „Wir verkaufen [unsere Zeugenaussage] um keinen Preis, auch nicht zugunsten eines nahen Verwandten, und wir werden nichts von dem verschweigen, worüber wir vor Aḷḷāh Zeugen waren, denn dann wären wir fürwahr Sünder.“
  4. Wenn sich aber danach (nach ihrer Zeugenaussage) herausstellt, dass die beiden sich (durch eine falsche Zeugenaussage) einer Sünde schuldig gemacht haben, dann sollen zwei andere ihre Stelle einnehmen von jenen, zu deren Nachteil die beiden Ersteren ausgesagt haben,[1] und sie sollen bei Aḷḷāh schwören: „Unser Zeugnis (dass sie beide gelogen und betrogen haben) ist wahrlich wahrhaftiger als ihr Zeugnis (dass sie ehrlich sind), und wir haben die Grenzen des Rechtmäßigen nicht überschritten, denn dann würden wir fürwahr zu den Ungerechten gehören.“
  5. So ist am ehesten gewährleistet, dass sie ein wahrheitsgemäßes Zeugnis ablegen oder dass sie befürchten müssen, dass nach ihren Eiden andere Eide abgelegt werden (die ihre eigene Zeugenaussage als Lüge entlarven). So nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht (indem ihr weder beim Ablegen von Zeugnissen lügt noch betrügt) und hört (auf das, was euch befohlen wird), denn Aḷḷāh führt frevelhafte Leute nicht auf den rechten Weg.
[1] D. h. zwei der engsten Verwandten des Verstorbenen sollen ihre Stelle einnehmen, welche nämlich im Normalfall mehr erben würden, aber aufgrund derer beiden Zeugenaussagen sie bis zu einem Drittel (wegen des Vermächtnisses) weniger erben.
  1. Erlaubt ist euch der Fischfang in den Gewässern und alles (was die Gewässer) an Essbarem (sei es lebend oder tot) hervorbringen (und an Land spülen), als Versorgung für euch (die Sesshaften) und für die Reisenden. Verboten aber ist euch die Jagd zu Lande, solange ihr euch im Weihezustand (der großen oder kleinen Pilgerfahrt) befindet. So nehmt euch vor Aḷḷāh, vor dem ihr dereinst versammelt werdet, in Acht!
  2. Aḷḷāh hat die Ka ͑bah, das unverletzliche Haus, zu einer Stütze für die Menschen gemacht[1] und ebenso die unverletzlichen Monate (Ḏul-Qaʽdah, Ḏul-Ḥiǧǧah, Muḥarram und Raǧab, weil in diesem der Kampf verboten ist), die Opfertiere und die Tiere mit dem Halsschmuck (als Zeichen dafür, dass ihr Bestimmungsort die Heilige Moschee ist und sie nicht daran gehindert werden). All das (hat Aḷḷāh euch gewährt), damit ihr erkennt, dass Aḷḷāh weiß, was in den Himmeln und auf Erden ist und dass Aḷḷāh Wissen um alle Dinge besitzt (denn Seine Gesetze bringen euch Nutzen und wenden Schaden ab).
  3. Seid euch bewusst, dass Aḷḷāh (gegenüber den Übeltätern) streng im Strafen ist und (gleichzeitig jenen, die bereuen) ständig vergibt und gnädig ist.
  4. Dem Gesandten obliegt nur die Verkündigung der Botschaft (und nicht die Rechtleitung eurer Herzen), und Aḷḷāh weiß, was ihr offen kundtut und was ihr verbergt.
  5. Sag: „Die schlechten Dinge und die guten Dinge sind nicht gleichwertig,“ auch wenn die große Menge des Schlechten dich erstaunen mag (denn dessen Vielzahl bedeutet nicht, dass es sich um etwas Gutes handelt). Darum nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, ihr, die ihr Verstand besitzt (indem ihr das Schlechte unterlasst und das Gute tut), damit ihr erfolgreich sein mögt.
  6. Ihr, die ihr glaubt! Fragt (den Gesandten) nicht nach (für euren Glauben unerheblichen) Dingen, die, wenn sie euch dargelegt werden würden, euch Härte auferlegen würden. Denn wenn ihr danach fragt, (jetzt) wo der Qur’ān euch offenbart wird, würden sie euch auch (in Form von Gesetzen) dargelegt werden. Aḷḷāh aber hat euch davon entbunden, und Aḷḷāh vergibt viel und ist nachsichtig.
  7. Schon vor euch haben Leute derartige Fragen gestellt und wurden infolgedessen (weil sie sich dann nicht daran hielten) zu Ungläubigen.
  8. Aḷḷāh hat nichts in der Art einer Baḥīrah, einer Sā’ibah, einer Waṣīlah oder einer Ḥām[2] vorgeschrieben, sondern die, die nicht glauben, haben sich über Aḷḷāh Lügen ausgedacht, und die meisten von ihnen gebrauchen ihren Verstand nicht.
[1] D.h. zu einem Ort, der ihnen sowohl hinsichtlich ihres Glaubens als auch hinsichtlich ihres weltlichen Lebens förderlich ist, denn an ihm wird gebetet und zu ihm findet die Pilgerfahrt statt und er bietet allen Menschen Sicherheit, weil der Kampf an diesem Ort verboten ist.

[2]Baḥīrah ist die Stute, deren Ohr abgeschnitten wird, nachdem sie einige Kinder gebärt hat. Sā’ibah ist die Stute, die ab einem bestimmten Alter den Götzen gewidmet wird. Waṣīlah ist die Stute, die ein Weibchen nach dem anderen gebärt. Ḥām(ī) ist der Kamelhengst, wenn er einige Nachkommen gezeugt hat. Die Götzendiener behaupteten, Aḷḷāh habe diese Tiere zu essen verboten.
  1. Der Satan will ja durch das Berauschende und das Glücksspiel nur Feindschaft und Hass zwischen euch stiften und euch vom Gedenken an Aḷḷāh und vom Gebet abbringen. Werdet ihr nun damit aufhören?
  2. Gehorcht Aḷḷāh und gehorcht dem Gesandten und seid auf der Hut (vor Übertretungen). Wenn ihr euch aber abwendet, dann wisst, dass Unserem Gesandten nur die klare Übermittlung (der Botschaft) obliegt.[1]
  3. [2]Auf jenen, die (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glauben und Gutes tun (um sich Aḷḷāh zu nähern) lastet keine Schuld wegen dem, was sie (an Berauschendem vor dessen Verbot) zu sich genommen haben, wenn sie sich vor (den verbotenen Dingen) in Acht genommen haben, glauben und Gutes tun, sich ihre Achtsamkeit (vor Aḷḷāh) und ihr Glaube dann noch mehrt und sie in ihrer Gottesfurcht fortfahren und Gutes tun (als ob sie Aḷḷāh sehen würden), denn Aḷḷāh liebt die, die Gutes tun.
  4. Ihr, die ihr glaubt! Aḷḷāh wird euch gewiss durch das Wild prüfen, das eure Hände und eure Speere zu erreichen vermögen (während ihr euch auf der Pilgerfahrt befindet), damit Er jene kenntlich macht, die Ihn im Verborgenen fürchten. Wer danach aber die Grenzen überschreitet, den erwartet qualvolles Leid.
  5. Ihr, die ihr glaubt! Tötet kein Wild, während ihr euch im Weihezustand (der großen oder kleinen Pilgerfahrt) befindet. Wenn einer von euch aber vorsätzlich eines tötet, so ist die Wiedergutmachung dafür ein Vieh entsprechend dem, das getötet wurde, gemäß dem Urteil zweier eurer redlichen Männer, das dann als Opfergabe zur Ka ͑bah (in die heilige Zone) gebracht werden soll. Oder aber (er soll eine Sühne leisten) indem er (im gleichen Wert) Bedürftige speist (und jedem einen halben Ṣāʽ[3] aushändigt) oder entsprechendes Fasten leistet (für jedes halbe Ṣāʽ einen Tag). Dies, damit er die Folgen seines Vergehens zu spüren bekommt. Aḷḷāh aber vergibt das, was bereits (vor Herabsendung dieses Verbotes) geschehen ist. Wer es dann aber wiederum tut, an dem wird Aḷḷāh Vergeltung üben, denn Aḷḷāh ist allüberlegen, und der, der (den Sünder) Seine Vergeltung spüren lässt.
[1] Wer der Botschaft folgt, tut dies zu seinem eigenen Wohl. Und wer sich abwendet, schadet niemandem außer sich selbst.

[2] Nachdem Aḷḷāh den Alkohol und alles Berauschende verbot, wollten sich manche Muslime über diejenigen ihrer Glaubensbrüder erkundigen, die dies vor dem Verbot konsumierten und vor Herabsendung dieser Verse verstorben sind.

[3] Eine Art Hohlmaß. Ein Ṣāʽ entspricht viermal beide Hände eines durchschn. großen, erwachsenen Mannes voll.
  1. Und warum sollten wir denn nicht an Aḷḷāh glauben und an das, was von der Wahrheit zu uns gekommen ist, wo wir doch danach verlangen, dass unser Herr uns mit den Rechtschaffenen (ins Paradies) eingehen lässt?“
  2. Für das, was sie gesagt haben, wird Aḷḷāh sie mit Gärten durcheilt von Bächen belohnen, in denen sie ewig verweilen werden. Das ist der Lohn derer, die Gutes tun.
  3. Diejenigen aber, die (die Wahrheit) leugnen und Unsere Zeichen für Lügen erklären, jene werden Insassen des Höllenbrandes sein.
  4. Ihr, die ihr glaubt! Erklärt nicht die guten (und köstlichen) Dinge, die Aḷḷāh euch erlaubt hat (wie Speisen, Getränke und das Heiraten, als eine Art Askese oder Gottesdienst), für verboten. Aber überschreitet auch die (von Aḷḷāh gesetzten) Grenzen nicht, denn Aḷḷāh liebt jene nicht, die die Grenzen überschreiten.
  5. Und esst von den erlaubten und guten Dingen, die Aḷḷāh euch als Versorgung gewährt hat, und nehmt euch vor Aḷḷāh, dem, an den ihr glaubt, in Acht.
  6. Aḷḷāh wird euch nicht für ein unbedachtes Wort in euren Eiden zur Rechenschaft ziehen, aber Er wird euch für das zur Rechenschaft ziehen, was ihr in Ernsthaftigkeit geschworen (und dann nicht erfüllt) habt. Die Sühne dafür ist (entweder) die Speisung von zehn Bedürftigen im Ausmaß des Durchschnittlichen, mit dem ihr eure Familien speist oder deren Bekleidung oder die Befreiung eines (gläubigen) Sklaven. Wer aber nichts vorfindet (um eine dieser drei Sühnen zu leisten) der soll drei Tage fasten. Das ist die Sühne für eure Eide, wenn ihr sie geleistet (und dann gebrochen) habt. Und achtet auf eure Eide![1] So macht Aḷḷāh euch Seine Gebote deutlich, damit ihr dankbar sein mögt (dafür, dass Er euch lehrt, was ihr zuvor nicht gewusst habt).
  7. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glaubt! Berauschendes (und alles, was den Verstand trübt), Glücksspiel (mit Einsatz), Opfersteine und Lospfeile (um die Zukunft herauszufinden) sind Abscheulichkeiten, Handlungen des Satans. Darum meidet sie, damit ihr (sowohl im Diesseits durch ein angenehmes Leben als auch im Jenseits) erfolgreich sein möget.
[1] D.h. leistet nicht zu häufig einen Eid, lügt nicht, wenn ihr einen Eid leistet und brecht eure Eide nicht, es sei denn, den Eid zu brechen ist besser, als an ihm festzuhalten.

Juz 6

  1. Jene unter den Kindern Israels, die ungläubig waren, wurden schon durch die Zunge Davids (in den Psalmen) und Jesu (im Evangelium) verflucht (und somit von der Gnade Aḷḷāhs ausgeschlossen), deswegen, weil sie sich auflehnten und die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen immer wieder überschritten.
  2. Sie haben einander nicht von verwerflichen Taten, die sie begingen, abgehalten und schlimm war fürwahr, was sie zu begehen pflegten.
  3. Du (Gesandter Aḷḷāhs) siehst, dass sich viele von ihnen (gegen dich) mit jenen verbünden, die ungläubig sind. Schlimm ist wahrlich, was sie für sich selbst (an Taten) vorausschicken, sodass Aḷḷāh ihnen zürnt, und ewig werden sie (im Höllenfeuer) zu leiden haben.
  4. Würden sie an Aḷḷāh und an den Propheten und an das, was auf ihn herabgesandt wurde, glauben, hätten sie jene nicht zu Schutzherrn und Verbündeten genommen, aber viele von ihnen sind Frevler.
  5. Du (Gesandter Aḷḷāhs) wirst mit Gewissheit feststellen, dass die Juden und die Polytheisten jene sind, die die größte Feindseligkeit gegenüber den Gläubigen hegen. Und du wirst ebenso mit Gewissheit feststellen, dass die, die sagen: „Wir sind Christen,“ jene sind, die die größte Zuneigung jenen gegenüber zeigen, die glauben. Dies deshalb, weil es unter ihnen (gelehrte) Priester und Mönche gibt und weil sie nicht hochmütig sind.
  6. Und wenn sie (wie der Negus und seine Gefolgsleute in Abessinien) hören, was dem Gesandten offenbart wurde, siehst du, wie ihre Augen (demütig) von Tränen übergehen, weil sie (weiche Herzen haben und) die Wahrheit (im Qurʼān) erkennen (aufgrund ihres Wissens um das Evangelium, das Jesus ihnen gebracht hatte), und sie sagen: „Unser Herr! Wir glauben (an das, was Muḥammad ﷺ offenbart wurde), darum verzeichne uns unter jenen, die (als Teil der Gemeinschaft Muḥammads ﷺ am Tag der Auferstehung) Zeugnis (über die Menschheit) ablegen werden.
  1. Und sie dachten dabei, (das Brechen ihrer Eide) würde keinen Schaden für sie zur Folge haben. So wurden sie blind und taub (für die Wahrheit). Danach verzieh Aḷḷāh ihnen (aus Seiner Gunst heraus). Dann aber wurden viele abermals blind und taub (der Wahrheit gegenüber). Aḷḷāh sieht alles, was sie tun.
  2. Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Aḷḷāh ist (Jesus) der Messias, der Sohn der Maria.“ Der Messias aber sagte: „Ihr Kinder Israels, dient Aḷḷāh, meinem Herrn und eurem Herrn.“ Denn wer Aḷḷāh etwas (in Seiner Göttlichkeit) zur Seite stellt, dem wird Aḷḷāh das Paradies verwehren, und seine Heimstätte wird das Höllenfeuer sein. Für die Ungerechten wird es keine Helfer geben.
  3. Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: „Siehe, Aḷḷāh setzt sich aus Dreien zusammen: (dem Vater, den Sohn und den Heiligen Geist).“ Es gibt keine Gottheit außer Aḷḷāh allein, und wenn sie mit ihren Behauptungen nicht aufhören, dann wird jene von ihnen, die ungläubig bleiben, qualvolles Leid treffen.
  4. Wollen sie sich denn nicht Aḷḷāh wieder in Reue zuwenden und Ihn um Vergebung (für ihre Vielgötterei und Lügen über Ihn) bitten? Aḷḷāh vergibt viel und ist gnädig.
  5. Der Messias (Jesus), der Sohn der Maria, ist nichts anderes als ein Gesandter (von vielen). Schon andere Gesandte sind vor ihm dahingegangen. Und seine Mutter war eine, die stets an der Wahrheit festhielt. Und sie beide nahmen Speisen zu sich (wie alle anderen Sterblichen). So schau (Gesandter Aḷḷāhs), wie deutlich Wir ihnen die Zeichen (der Menschlichkeit Jesu u und seiner Mutter o) darlegen, und dann schau, wie sie sich (von der Wahrheit) abwenden lassen (die deutlich auf Aḷḷāhs Einzigartigkeit hinweisen).
  6. Sag: „Wollt ihr etwa neben Aḷḷāh etwas anbeten, das keinerlei Macht hat, weder euch zu schaden noch euch Nutzen zu bringen? Aḷḷāh ist der Allhörende (daher hört Er all eure Behauptungen) und Er ist der Allwissende.
  7. Sag: „Ihr Leute der Schrift! Überschreitet nicht die Grenzen der Wahrheit eure Religion betreffend, und folgt nicht den Vorstellungen von Leuten, die früher schon in die Irre gegangen sind (indem sie Menschen wie die Propheten vergötterten) und auch viele andere in die Irre geführt haben und vom rechten Weg weit abgeirrt sind.
  1. Würden die Leute der Schrift (an die Botschaft Muḥammads r) glauben und sich (vor Aḷḷāh) in Acht nehmeng, so würden Wir ihre (früheren) Vergehen gewiss tilgen und sie fürwahr in die Gärten der Wonne eingehen lassen.
  2. Und hätten [die Juden] nur die Thora und (die Christen) das Evangelium befolgt und (sie beide) das, was ihnen von ihrem Herrn (im Qur’ān) offenbart wurde, so würden sie fürwahr von über ihnen (durch das, was durch den Regen entsteht) und von unter ihnen (von Pflanzen) essen. Es gibt unter ihnen auch eine aufrechte (der Wahrheit stets verpflichtete) Gruppe, aber was viele von ihnen betrifft, so ist schlimm, was sie tun.
  3. O Gesandter! Verkünde (alles), was dir von deinem Herrn offenbart wurde (und verschweige nichts davon). Und wenn du es nicht (vollständig) verkündest, dann hast du Seine Botschaft[1] nicht überbracht. Aḷḷāh wird dich vor den Menschen schützen. Siehe, Aḷḷāh leitet ein ungläubiges Volk (das keine Rechtleitung will) nicht auf den rechten Weg.
  4. Sag: „Ihr Leute der Schrift! Euer Glaube entbehrt jeder Grundlage, solange ihr nicht gemäß dem handelt, was in der Thora und im Evangelium enthalten ist und gemäß dem, was euch von eurem Herrn (im Qur’ān) offenbart wurde. Aber fürwahr, bei vielen verstärkt das, was dir von deinem Herrn offenbart wurde, nur ihre Tyrannei und ihren Unglauben. Aber sei nicht verzweifelt wegen Leuten, die nicht glauben.
  5. Wahrlich, die Gläubigen, die Anhänger des Judentums, die Sabäer[2] und die Christen – wer an Aḷḷāh und an den letzten Tag (so) glaubt (wie Aḷḷāh und Sein Prophet r es übermittelt haben) und Gutes tut (indem er Muḥammad r folgt), der braucht keine Angst zu haben (vor dem, was ihn im Jenseits erwartet) noch muss er traurig sein (über das, was ihm auf Erden vorenthalten blieb).[3]
  6. Wir haben einst einen festen Bund mit den Kindern Israels geschlossen (auf Unsere Gebote zu hören und Uns zu gehorchen) und schickten Gesandte zu ihnen. Aber immer, wenn ein Gesandter mit etwas zu ihnen kam, was nicht ihren eigenen Wünschen entsprach, bezichtigten sie den einen der Lüge und brachten den anderen um.
[1] „risālatahu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir, Šuʽbah, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „risālātihi“: „Botschaften“.

[2] Dieser Begriff umfasst eine Anzahl an Religionsgemeinschaften, hier stark zusammengefasst: ein Volk der Schrift, die Anhänger Noahs u, eine Religion mit Elementen aus dem Judentum und dem Zoroastrismus, Engelsanbeter (siehe Tafsīr al-Qurṭubiyy unter 2:62).

[3] Siehe zur Erläuterung 2:62.
  1. Und wenn ihr zum Gebet ruft, spotten und scherzen sie darüber. Dies deshalb, weil sie Leute sind, die keinen Verstand haben (um die Bedeutung der Anbetung Aḷḷāhs durch das Gebet zu verstehen).
  2. Sag: „Ihr Leute der Schrift! Habt ihr (die ihr über die Gläubigen spottet) etwas anderes an uns auszusetzen, als dass wir an Aḷḷāh glauben und an das, was auf uns und was zuvor herabgesandt wurde, und dass (wir glauben), dass die meisten von euch Frevler sind (weil ihr nicht an den Qurʼān glaubt)?“
  3. Sag: „Soll ich euch von jenen berichten, deren Vergeltung bei Aḷḷāh noch schlimmer ist (als die Vergeltung, die die Spötter zu erwarten haben)? Es sind jene, die Aḷḷāh verflucht (und somit aus Seiner Gnade ausgeschlossen) hat, denen Er zürnt und die Er in Affen und Schweine verwandelt hat und in Leute, die falsche Götter anbeten. Jene sind es, die sich (am Tag der Auferstehung) in einer noch schlimmeren Lage befinden werden und die noch weiter vom rechten Weg abgeirrt sind.
  4. Und wenn sie (die Heuchler unter ihnen) zu euch kommen, dann sagen sie: „Wir glauben,“ wo sie doch schon als Ungläubige eingetreten und auch als Ungläubige wieder weggegangen sind. Aḷḷāh aber weiß, was sie (an Unglauben) verbergen.
  5. Die siehst viele von ihnen (den Juden und Heuchlern) in Sünde und feindseliger Haltung wetteifern und darin, den Besitz anderer, den sie auf unrechtmäßige Weise erworben haben, zu verschlingen (wie z. B. durch Zinsen). Schlimm ist fürwahr, was sie tun!
  6. Würden ihre Rabbiner und Gelehrten sie doch davon abhalten, Lügen zu verbreiten und unrechtmäßig erworbenen Besitz zu verschlingen! Wahrlich, schlimm ist, was sie treiben (da sie ihnen das Übel nicht verbieten)!
  7. Die Juden sagten (als sie von Not und Dürre getroffen wurden): „Die Hand Aḷḷāhs ist gebunden (und daher gibt Er uns nichts von Seiner Gnade)!“ Ihre (eigenen) Hände aber sind es, die gebunden sind (und vollbringen nichts Gutes), und sie sollen für ihre Worte verflucht sein.[1] Nein, vielmehr sind Seine beiden Händen weit ausgestreckt (im Spenden von Gutem). Er spendet (Wohltaten und beschränkt sie), wie Er will. Viele von ihnen wird das, was dir (Gesandter Aḷḷāhs) von deinem Herrn offenbart wurde, nur noch in ihrer Tyrannei und in ihrem Unglauben bestärken. Und so haben Wir Feindseligkeit und Zwietracht zwischen ihnen (den verschiedenen Gruppierungen unter den Juden) entstehen lassen, die bis zum Tag der Auferstehung andauern wird. Jedes Mal, wenn sie das Feuer des Krieges entzünden (sich für den Krieg vereinen und diesen vorbereiten), löscht Aḷḷāh es aus (indem Er ihre Einheit auflöst, sodass sie an Macht verlieren). Sie sind ständig darauf bedacht, Unheil auf Erden zu stiften. Aḷḷāh aber liebt die nicht, die Verderben verbreiten.
[1] Oder: „Ihre Händen seien gebunden und sie seien für ihre Worte verflucht.“
  1. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Nehmt euch nicht die Juden und Christen zu Verbündeten. Sie sind nur untereinander Verbündete. Und wer von euch sich mit ihnen verbündet, der gehört fürwahr zu ihnen (und wird ihnen zugerechnet). Wahrlich, Aḷḷāh leitet das Volk der Ungerechten nicht auf den rechten Weg.
  2. So siehst du jene, deren Herzen krank sind (unter den Heuchlern, die schwach im Glauben sind), wie sie sich um ihre Gunst bemühen. Sie sagen: „Wir fürchten, dass uns ein Schicksalsschlag treffen könnte (indem die Juden und die Christen den Sieg davontragen, was sich nachteilig für uns auswirken würde).“ Aber es mag sein, dass Aḷḷāh (den Gläubigen) den Sieg verleihen wird oder Er eine andere Anordnung von Sich aus trifft, sodass sie bereuen werden, was sie in ihrem Innersten verborgen hielten.
  3. Und[1] die, die glauben, werden (über die Heuchler) sagen: „Sind das etwa diejenigen, die bei Aḷḷāh ihre unverbrüchlichen Eide geschworen haben, dass sie auf eurer Seite (der Seite der Gläubigen) stehen?“ Nichtig sind nun all ihre Taten, und (dadurch) sind sie zu Verlierern geworden.
  4. Ihr, die ihr glaubt! Wer immer von euch seinen Glauben aufgibt (und ungläubig wird) – Aḷḷāh wird (an eurer Stelle) Leute hervorbringen, die Er liebt und die Ihn lieben, die demütig (und barmherzig) gegenüber den Gläubigen, aber machtbewusst gegenüber den Ungläubigen auftreten werden, die sich auf dem Weg Aḷḷāhs abmühen (damit Sein Wort das Höchste ist) und keinerlei Tadel von wem auch immer fürchten werden. Das ist die Gunst Aḷḷāhs, die Er zuteilwerden lässt, wem (von Seinen Dienern) Er will, denn Aḷḷāh ist umfassend (in Seiner Gnade) und weiß (wem sie gebührt).
  5. Euer Beschützer ist allein Aḷḷāh, (auch) Sein Gesandter und die, die (an sie beide) glauben, beständig alle Gebete verrichten und die Zakāt entrichten, während sie sich Aḷḷāh demütig ergeben.
  6. Wer sich aber mit Aḷḷāh und Seinem Gesandten verbündet hat und mit jenen, die glauben – fürwahr, die Anhängerschaft Aḷḷāhs, jene werden den Sieg davontragen.
  7. Ihr, die ihr glaubt! Nehmt euch nicht jene zu Verbündeten, die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben, seien sie nun von jenen (Juden und Christen), denen vor euch eine Offenbarungsschrift gegeben wurde oder die[2] ungläubigen (Polytheisten), und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, wenn ihr denn tatsächlich gläubig seid.
[1] „wa-yaqūlu“ nach der Lesart ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧāʽfar: ohne „und“.

Nach ʼAbū ʽAmr und Yaʽqūb: „wa-yaqūla“: „Und (es mag sein, dass) die, die glauben, (über die Heuchler) sagen werden“.

[2] „wal-kuffāra“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼiyy und Yaʽqūb: „wal-kuffāri“: „von den“.

  1. Und Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, ihren (den Propheten der Kinder Israels) Spuren folgen, das bestätigend, was sich vor ihm in der Thora fand. Wir gaben ihm das Evangelium, das Führung und Licht enthielt und das bekräftigte, was bereits zuvor die Thora enthielt, als Rechtleitung und Mahnung für die Achtsamen,
  2. Die Anhänger des Evangeliums haben nach dem zurichten, was Aḷḷāh darin herabgesandte. Wer aber nicht gemäß dem richtet, was Aḷḷāh herabsandte – jene sinddie (wahren) Frevler.
  3. Und Wir sandten zu dir das Buch (des Qurʼān) in Wahrheit herab, das bestätigt, was schon zuvor von der Offenbarungsschrift da war und Zeuge darüber ist (was in den früheren Offenbarungen mit dem Qur’ān übereinstimmt und somit wahr ist und was nicht). So richte zwischen ihnen gemäß dem, was Aḷḷāh herabsandte, und folge nicht ihren Wünschen, dich von der Wahrheit abwendend, die zu dir gekommen ist. Für jede (Gemeinde) haben Wir ein Gesetz und einen klaren Weg festgelegt. Hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft (mit einem einzigen Gesetz) gemacht, aber Er wollte euch durch das, was Er euch (jeweils) gegeben hat, auf die Probe stellen. So wetteifert darin, Gutes zu tun. Zu Aḷḷāh ist (am Tag der Auferstehung) euer aller Rückkehr, und Er wird euch kundtun, worüber ihr uneins wart.
  4. So richte (du, Gesandter Aḷḷāhs) zwischen ihnen gemäß dem, was Aḷḷāh herabsandte, und folge nicht ihren Neigungen. Und sei vor ihnen auf der Hut, damit sie dich nicht von manchem abbringen, das Aḷḷāh zu dir herabsandte. Wenn sie sich aber davon abwenden (das Urteil anzunehmen, das Aḷḷāh offenbarte), dann sollst du wissen, dass Aḷḷāh sie für einige ihrer Vergehen (auf dieser Welt) bestrafen will. Denn fürwahr, viele der Menschen sind Frevler.
  5. Wünschen sie sich[1] etwa, nach den Gesetzen aus der (vorislamischen) Zeit der Unwissenheit (gerichtet zu werden)? Aber wer könnte für ein Volk, das fest im Glauben ist, ein besserer Gesetzgeber[2] sein als Aḷḷāh?
[1] „yabġūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir: „tabġūna“: „Wünscht ihr euch“.

[2] Oder: gerechter.
  1. Sie sind stets bereit, auf Lügen zu hören und unerlaubtes Vermögen (wie Zinsen) zu verschlingen. Wenn sie (zur Urteilsfindung) zu dir kommen, dann richte zwischen ihnen oder wende dich von ihnen ab (wie du willst). Wendest du dich von ihnen ab, dann können sie dir in keiner Weise Schaden zufügen. Aber wenn du zwischen ihnen richtest, dann richte in Gerechtigkeit (auch wenn sie dir feindlich gesinnt sind), denn fürwahr, Aḷḷāh liebt die Gerechten.
  2. Aber wie kommt es, dass sie dich zum Schiedsrichter machen, wo sie doch die Thora haben (von der sie behauptet, sie glauben an sie), und diese Aḷḷāhs Gebot enthält? Dann aber wenden sie sich ab (wenn dein Urteil nicht ihren Wünschen entspricht). Jene sind doch keine Gläubigen (weder an ihre Thora noch an dich, denn sie wenden sich vom Urteil beider gleichzeitig ab).
  3. Wahrlich, Wir haben die Thora (auf Moses) herabgesandt, in der sich Rechtleitung (zum Guten) und Licht (das den Weg dorthin erleuchtet) fanden, damit die Propheten (der Kinder Israels), die sich (Aḷḷāh in Demut) ergeben hatten, unter den Anhängern des Judentums Recht sprachen und ebenso die Rabbiner und die Juristen aufgrund dessen, was ihnen vom Buch Aḷḷāhs anvertraut worden war (um es vor Entstellung und Veränderungen zu schützen), und sie waren darüber Zeuge (dass dies die Wahrheit von Aḷḷāh ist). Darum fürchtet (ihr Juden) nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich allein, und verkauft Meine Zeichen nicht um einen geringen Preis (wie eine Stellung, das Ansehen oder Geld). Denn die, die nicht auf der Grundlage dessen richten, was Aḷḷāh herabgesandt hat (weil sie sich dies für erlaubt erklären, ein anderes Urteil besser als das Urteil Aḷḷāhs ansehen oder gleichwertig), jene sind die (wahren) Ungläubigen.
  4. Und Wir schrieben ihnen (den Juden, in der Thora) vor: Leben um Leben, Auge um Auge, Nase um Nase, Ohr um Ohr und Zahn um Zahn und eine Verwundung soll im gleichen Maße vergolten werden. Und wer (auf Vergeltung) verzichtet, dem soll dies als Sühne (für einige seiner eigenen Vergehen) gelten. Wer aber nicht aufgrund dessen richtet, was Aḷḷāh herabgesandt hat, jene sind (wahren) die Ungerechten.
  1. Sie werden aus dem Höllenfeuer entkommen wollen, aber sie werden ihm nicht entrinnen können. Sie erhalten eine ewig andauernde Qual.
  2. Was den Dieb und die Diebin angeht, so schneidet ihnen die (rechte) Hand ab, als Vergeltung für das, was sie getan haben und als warnendes Beispiel (verordnet) von Aḷḷāh. Aḷḷāh (allen) überlegen und weise.
  3. Wer aber, nachdem er Unrecht getan hat, (Aḷḷāh gegenüber) bereut und es wiedergutmacht, dessen Reue wird Aḷḷāh annehmen, denn wahrlich, Aḷḷāh vergibt (die Sünden desjenigen, der sich Ihm reuevoll zuwendet) und ist (ihm gegenüber) gnädig.
  4. Weißt du denn nicht, dass Aḷḷāh die Herrschaft über die Himmel und die Erde innehat? Er bestraft, wen Er will, und Er vergibt, wem Er will. Aḷḷāh hat zu allem die Macht.
  5. O Gesandter! Lass dich nicht durch jene (Heuchler) bekümmern, die sich darin ereifern, [Verhaltensweisen des Unglaubens] an den Tag zu legen (um dich zu verärgern), von jenen, die mit ihren Mündern sagen: „Wir glauben“, deren Herzen aber nicht glauben. Und auch nicht durch jene (lass dich bekümmern), die dem Judentum angehören und auf Lügen (ihrer Oberhäupter) hören, die auf die Lügen anderer hören, die nicht zu dir gekommen sind (nämlich auf die Lügen ihrer Oberhäupter, die sich weigerten, zu dir zu kommen). Sie ersetzen Worte (der Thora) durch andere (ihren Wünschen entsprechend) und sagen: „Wenn euch dies (nämlich das Urteil Muḥammads) gegeben wird (und euren Wünschen entspricht), dann nehmt es an, aber wenn es euch nicht (euren Wünschen entsprechend) gegeben wird, dann seid auf der Hut!“ Wenn Aḷḷāh will, dass jemand der Versuchung erliegt, dann wirst du ihm Aḷḷāh gegenüber in keiner Weise helfen können. Jene (Menschen mit solchen Eigenschaften) sind es, deren Herzen Aḷḷāh nicht reinigen will. Ihnen ist Schande in dieser Welt bestimmt, und im Jenseits gewaltiges Leid.
  1. Deshalb (weil Kain seinen Bruder Abel getötet hat) haben Wir den Kindern Israels mitgeteilt, dass, wann immer jemand einen anderen tötet – es sei denn als Vergeltung (für Mord) oder wegen des Verbreitens von Verderben auf Erden – es so sein soll, als ob er alle Menschen getötet hätte und wann immer einer einem anderen Menschen das Leben rettet, es so sein soll, als hätte er allen Menschen das Leben gerettet. Wahrlich, Unsere Gesandten sind mit deutlichen Beweisen zu [den Kindern Israels] gekommen, aber selbst danach fahren sie fort, sich auf Erden maßlos zu verhalten.
  2. Der Lohn derer, die gegen Aḷḷāh und Seinen Gesandten Krieg führen und auf Erden (durch Mord, Raub und Wegelagerei) Unheil stiften, ist, dass sie (nur) getötet oder (getötet und) gekreuzigt werden oder dass ihnen ihre Hände und Füße wechselweise abgeschlagen oder sie aus dem Land vertrieben werden. Das ist die Schmach, die sie auf dieser Welt zu erleiden haben, und im Jenseits wartet gewaltiges Leid auf sie.
  3. Ausgenommen davon sind jene, die bereuen, bevor ihr Macht über sie gewonnen habt. Darum wisst, dass Aḷḷāh viel vergibt und gnädig ist.
  4. Ihr, die ihr glaubt, nehmt euch vor Aḷḷāhs in Acht und strebt nach Mitteln der Näherung zu Ihm (wie das Gebet), und strengt euch an auf Seinem Weg, damit ihr erfolgreich sein mögt.
  5. Wahrlich, wenn die, die (Aḷḷāh und Seine Gesandten) verleugnen, alles besitzen würden, was auf Erden ist und noch einmal so viel dazu, um sich damit von der Strafe am Tag der Auferstehung loszukaufen, so würde es doch nicht von ihnen abgenommen werden und Ihnen steht (darüber hinaus) schmerzliches Leid bevor.
  1. Sie (aber) sagten: „O Moses, niemals werden wir hineingehen, solange sie sich darin befinden. Geh doch du mit deinem Herrn und kämpft ihr beide! Wir werden fürwahr hierbleiben!“
  2. Da sprach Moses (zu Aḷḷāh): „Mein Herr! Ich besitze lediglich Macht über mich selbst und meinen Bruder (Aaron u), darum trenne Du uns von dem frevelhaften Volk (das Dir und Deinem Gesandten den Gehorsam verweigert)!“
  3. So sagte Er (zu Moses u): „Wahrlich, es soll ihnen vierzig Jahre lang verwehrt bleiben (es zu betreten), währenddessen sie auf Erden umherirren sollen. Du aber (Moses) sei nicht verzweifelt wegen eines Volkes von Frevlern!“
  4. Und berichte ihnen (den Juden) die Geschichte von den beiden Söhnen Adams der Wahrheit entsprechend, als jeder der beiden ein Opfer darbrachte und es von dem einen angenommen wurde und von dem anderen nicht. Da sagte er (Kain; arab.: Qābīl): „Fürwahr, ich werde dich töten!“ Und er (Abel; arab.: Hābīl) erwiderte: „Siehe, Aḷḷāh nimmt (Opfer) nur von denen an, die sich (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen.
  5. Und auch wenn du deine Hand gegen mich erhebst, um mich zu töten, so werde ich meine Hand nicht gegen dich richten, um dich zu töten, denn fürwahr, ich fürchte Aḷḷāh, den Herrn der Welten.“
  6. (Dann sprach er noch einmal zu ihm, ihn warnend): „Ich will, dass du mit der Sünde mir gegenüber (mich nämlich widerrechtlich getötet zu haben) und (all) deinen (übrigen) Sünden zurückkehrst, sodass du zu den Insassen des Höllenfeuers gehören wirst, und das ist der Lohn für die Ungerechten.“
  7. Sein Inneres Ich machte es ihm schmackhaft,[1] seinen Bruder zu töten, und so tötete er ihn und gehörte damit zu den Verlierern.
  8. Da entsandte Aḷḷāh einen Raben, der in der Erde scharrte (um einen anderen toten Raben zu verscharren), um ihm zu zeigen, wie er den Leichnam seines Bruders bedecken könne. Er sagte: „Wehe mir! Bin ich denn nicht einmal imstande, wie dieser Rabe zu sein und den Körper meines Bruders zu bedecken?“ Und plötzlich wurde er einer der Reumütigen..
[1] Oder: „unterstützte ihn dabei“.
  1. Die Juden und die Christen sagen: „Wir sind die Söhne Aḷḷāhs und Seine Lieblinge.“ Sag: „Warum bestraft Er euch dann für eure Sünden (mit Feindschaft und Hass untereinander Diesseits und mit der Hölle im Jenseits)? Nein, ihr seid nur Menschen, gleich allen anderen, die Er erschuf. Er vergibt, wem Er will (aus Seiner Huld), und Er bestraft, wen Er will (gemäß Seiner Gerechtigkeit). Aḷḷāh gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde und alles, was sich dazwischen befindet, und zu Ihm ist die Rückkehr.“
  2. Ihr Leute der Schrift (unter den Juden und Christen)! Zu euch ist nun, nach einer Zeitspanne, während derer kein Gesandter erschienen ist, Unser Gesandter (Muḥammad ﷺ) gekommen (um euch die Wahrheit zu verdeutlichen) damit ihr nicht sagt: „Zu uns ist weder ein Verkünder froher Botschaft noch ein Warner gekommen.“ Nun aber ist ein Verkünder froher Botschaft und ein Warner zu euch gekommen. Aḷḷāh hat zu allem die Macht (und dazu gehört die Entsendung von Gesandten).
  3. (Gedenke, Gesandter Aḷḷāhs, der Zeit) als Moses zu seinem Volk sagte: „Mein Volk, erinnert euch der Gnaden, die Aḷḷāh euch erwiesen hat, indem Er Propheten aus euch hervorgehen ließ, euch zu freien Menschen machte (nachdem ihr unter dem Pharao Sklaven wart) und euch gewährte, was Er keinem sonst in der Welt gewährt hatte.
  4. Mein Volk! Tretet ein in das Heilige Land (von Jerusalem und Umgebung), das Aḷḷāh euch bestimmt hat, und kehrt (euren ungläubigen Feinden beim Kampf) nicht den Rücken, denn dann werdet ihr als Verlierer zurückkehren.“
  5. Da sagten sie: „O Moses, in ihm wohnt ein grausames Volk, und darum werden wir es nicht betreten, bis sie es verlassen haben. Wenn sie es aber verlassen haben, dann werden wir einziehen.“
  6. Zwei Männer von jenen, die (Aḷḷāh) fürchteten und denen Er Seine Gnade erwiesen hatte (indem Er ihren Gehorsam Ihm gegenüber gefestigt hatte), sagten: „Dringt durch das (Stadt)tor (in einem plötzlichen Angriff) ein. Seid ihr erst eingefallen, dann werdet ihr die Oberhand gewinnen.[1] Vertraut auf Aḷḷāh, wenn ihr wahrhaft gläubig seid!“
[1] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.
  1. Und auch mit jenen, die sagen: „Wir sind Christen“, haben Wir einen festen Bund geschlossen, und (auch) sie haben (wie die Juden zuvor) einen Teil dessen, woran sie erinnert worden waren, aufgegeben. So riefen Wir unter ihnen Feindschaft und Hass bis zum Tag der Auferstehung hervor. Aḷḷāh wird sie dereinst wissen lassen, was sie getan haben.
  2. Ihr Leute der Schrift! Unser Gesandter (Muḥammad ﷺ) ist zu euch gekommen, um euch vieles von dem zu verdeutlichen, was ihr von dem Buch (das euch offenbart wurde) verborgen gehalten habt und um vieles (diesbezüglich) zu verzeihen (denn darin läge kein Nutzen und wäre eine reine Bloßstellung).[1] Zu euch ist nun ein Licht (nämlich Muḥammad ﷺ) von Aḷḷāh gekommen und ein klares Buch.
  3. Durch dieses (Buch) führt Aḷḷāh jene, die Sein Wohlgefallen suchen, auf die Wege der Unversehrtheit (die sie vor Seiner Strafe bewahren und sie ins Paradies bringen), Er führt sie, mit Seiner Erlaubnis, aus den Tiefen der Finsternis (des Unglaubens und der Sünden) hinaus ins Licht (des Glaubens) und auf einen geraden Weg (den des ʼIslām).
  4. Fürwahr, jene sind ungläubig, die sagen, Aḷḷāh sei der Messias, der Sohn der Maria. Sag: „Wer könnte Aḷḷāh gegenüber etwas ausrichten, wenn Er den Messias, den Sohn der Maria, dessen Mutter und jeden, der sich auf Erden befindet, auslöschen wollte? Aḷḷāh hat die Herrschaft über die Himmel und die Erde inne. Er erschafft, was Er will, und Aḷḷāh hat zu allem die Macht.“[2]
[1] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung kein Vers.

[2] Zu Seiner Schöpfung gehören Jesus und seine Mutter Maria. Und Aḷḷāh hat die Macht dazu, Jesus von einer Mutter, ohne einen Vater zu erschaffen.
  1. Die aber, die nicht (an Aḷḷāh) glauben und Unsere Zeichen leugnen – jene werden Insassen des Höllenfeuers sein.
  2. Ihr, die ihr glaubt! Gedenkt der Gnade Aḷḷāhs euch gegenüber, als ein (feindliches) Volk seine Hände nach euch ausstreckte (um euch zu überfallen). Da hielt Er ihre Hände von euch zurück. Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, denn auf Aḷḷāh (allein) vertrauen die Gläubigen.
  3. Wahrlich, Aḷḷāh hatte bereits einen festen Bund mit den Kindern Israels geschlossen. Und Wir beriefen unter ihnen zwölf Oberhäupter, und Aḷḷāh sprach: „Ich werde mit euch sein, solange ihr das Gebet verrichtet, die Zakāh entrichtet, an Meine Gesandten glaubt und sie unterstützt und Aḷḷāh ein schönes Darlehen (durch gute Werke)[1] gebt. (Wenn ihr all das tut) dann werde Ich euch eure Vergehen verzeihen und euch in Gärten eingehen lassen, durcheilt von Bächen. Wer von euch danach (aber wieder die Wahrheit) leugnet, der ist fürwahr vom rechten Weg abgeirrt.“
  4. Weil sie jedoch ihren Bund brachen, haben Wir sie verflucht (aus Unserer Gnade ausgeschlossen) und ihre Herzen verhärtet (sodass sie das Gute nicht mehr erkennen können und ihnen keinerlei Ermahnung mehr nützt), sodass sie die Schrift (der Offenbarung) entstellten, indem sie den Sinn der Worte (der Offenbarung) entstellten (entweder, indem sie Begriffe durch andere ersetzten oder ihnen eine Bedeutung zuschrieben, die ihren eigenen Wünschen entgegenkam). Und sie haben einen Teil dessen, woran sie (zum Handeln) erinnert worden waren, unterlassen. Und du (Gesandter Aḷḷāhs) wirst von ihrer Seite her, bis auf wenige Ausnahmen, immer wieder Verrat erfahren. Aber vergib ihnen und sei nachsichtig, denn fürwahr, Aḷḷāh liebt die Gutes Tuenden.
[1] Man gibt Aḷḷāh ein Darlehen bedeutet, für Aḷḷāh gute Taten zu vollbringen, denn genauso wie man ein Darlehen wider zurückerhält, erhält man den Lohn der guten Taten im Jenseits zurück.
  1. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Wenn ihr zum Gebet aufstellen (wollt und nicht ṭāhir[1] seid), dann wascht eure Gesichter und eure Hände (und eure Unterarme) einschließlich der Ellenbogen, streicht euch über eure Köpfe, und (wascht) eure Füße[2] einschließlich der Knöchel. Wenn ihr euch im Zustand der großen rituellen Unreinheit befindet, dann nehmt eine Ganzkörperwaschung vor. Und wenn ihr krank seid oder euch auf einer Reise befindet oder ihr (nach Verrichten der Notdurft) vom Abort kommt oder einer Frau beigewohnt habt und kein Wasser findet, dann wendet euch dem guten Erdboden zu (und klopft mit euren Handflächen darauf), und streicht damit über eure Gesichter und eure Hände. Aḷḷāh möchte euch keinerlei Bedrängnis auferlegen, sondern Er will euch reinigen und Seine Gnade euch gegenüber vervollkommnen, damit ihr dankbar sein mögt.
  2. Seid euch stets der Gnade (der Hinführung zum Islam) bewusst, die Aḷḷāh euch zuteilwerden hat lassen, und des Bundes, durch den Er euch an Sich gebunden hat, als (ihr einst dem Gesandten Aḷḷāhs den Treueid geleistet habt und) spracht: „Wir hören und gehorchen!“ Und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, denn wahrlich, Aḷḷāh weiß, was in den Herzen verborgen ist.
  3. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Erfüllt (eure Pflichten) Aḷḷāh gegenüber, und seid (so) Zeugen der Gerechtigkeit. Lasst euch nicht durch den Hass auf irgendwelche Leute dazu verleiten, ungerecht zu sein. Seid stets gerecht, das kommt der Achtsamkeit (vor Aḷḷāh) näher. Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht. Wahrlich, Aḷḷāh weiß (nämlich) wohl Bescheid darüber, was ihr tut.
  4. Aḷḷāh hat jenen, die glauben (an Ihn und Seine Gesandten) und Gutes tun, Vergebung und einen großartigen Lohn (im Paradies) versprochen.
[1] D. h. gesetzlich rein, sodass man ein Ṣalāh verrichten darf.

[2] „wa-ʼarǧulakum“ nach der Lesart von Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir, Ḥafṣ, Kisāʼiyy und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „wa-ʼarǧulikum“. Entweder kann man den Vers dann genauso übersetzen oder: „und streicht über eure Füße“, d. h. wenn man im Zustand der rituellen Reinheit Socken angezogen hat, darf man die Füße statt zu waschen, an der Oberseite streichen.

  1. Verboten ist euch das tote Tier (das nicht gemäß dem islamischen Gesetz geschlachtet wurde), (das während des Schlachtens ausfließende)[1] Blut, Schweinefleisch, (das Fleisch) von Tieren, bei deren Schlachtung ein anderer Name als der Aḷḷāhs ausgesprochen wurde, sowie von Tieren, die erstickt oder erschlagen wurden oder die (von einer Anhöhe) herabgestürzt (und bereits tot) sind oder die (von einem anderen Tier mit den Hörnern zu Tode) gestoßen wurde oder von einem Raubtier gerissen wurden, außer dem, was ihr (noch lebend vorgefunden und) geschlachtet habt, und ebenso ist euch das Fleisch jener Tiere verboten, die auf einem Opferstein (für die Götzen) geschlachtet wurden und dass ihr die Zukunft durch Lospfeile zu erkunden sucht.[2] (All) das ist Frevel. Heute haben die Ungläubigen jegliche Hoffnung hinsichtlich eures Glaubens (dass ihr diesen nämlich aufgeben werdet) verloren. So fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich. Heute (am ʽArafah-Tag an einem Freitag) habe Ich eure Religion für euch vervollkommnet (indem ihr die Ḥaǧǧ unter euch unter Ausschluss der Polytheisten vollzogen habt) und Meine Gnade an euch vollendet und den Islam (in Seiner endgültigen und vollkommenen Form) zu eurer Religion erwählt.[3] Wer aber durch eine Hungersnot, dazu gezwungen wird (Verendetes zu verzehren), ohne (der Sünde) zuzuneigen und ohne zu übertreiben, so vergibt Aḷḷāh und ist gnädig.
  2. Sie fragen dich (Gesandter Aḷḷāhs), was ihnen (zu essen bzw. halten) erlaubt ist. Sag: „Erlaubt sind euch alle guten Dinge. Und was die von euch abgerichteten Jagdtiere (wie Hunde und Falken), die ihr etwas von dem lehrtet, was Aḷḷāh euch gelehrt hat, für euch fangen, von dem esst (auch, wenn es bereits tot ist, wenn es von dem abgerichteten Tier gebracht wird), und sprecht den Namen Aḷḷāhs darüber aus (d.h. über den Hund oder den Falken, wenn ihr ihn zur Jagd losschickt), und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, denn Aḷḷāh ist schnell im Abrechnen.
  3. Heute wurden euch alle guten Dinge (zu essen) erlaubt. Und die (aus dem Fleisch geschlachteter Tiere bestehende) Speise derer, denen schon zuvor eine Offenbarungsschrift zuteilgeworden ist (nämlich die der Juden und Christen), ist euch erlaubt und ihnen ist eure Speise erlaubt. Und erlaubt sind euch (zur Heirat) die ehrbaren freien Frauen unter den gläubigen Frauen und die ehrbaren freien Frauen derer (Juden und Christen), denen zuvor schon eine Offenbarungsschrift gegeben wurde, wenn ihr (vorhabt) ihnen ihre Morgengabe [zu geben], als ehrbare (Ehemänner), nicht um (offenkundig) Unzucht zu treiben und heimliche Liebschaften einzugehen. Wer aber den Glauben verwirft, so ist all sein Tun nichtig, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.
[1] Siehe Sūrah al-ʼAnʽām 6:145.

[2] Sie schrieben auf einem Los „Tu es!“, auf dem anderen „Tu es nicht!“

[3] Die Religion des Islam wurde nach und nach herabgesandt und man muss sie in seinem letzten Stadium ganz annehmen.
  1. Sie bitten dich (Gesandter Aḷḷāhs) um Auskunft (über das Erbrecht): Aḷḷāh belehrt euch über das Erbe dessen, der weder Vater noch Kinder hinterlässt: Stirbt ein Mann und hinterlässt keine Kinder, aber eine (Voll-)Schwester, dann erhält sie als Erbe die Hälfte dessen, was er hinterlassen hat. Und er erbt von ihr, wenn sie kinderlos stirbt. Wenn es aber zwei (Voll-)Schwestern sind, dann erhalten sie zwei Drittel dessen, was er hinterlassen hat. Und wenn es (Voll-)Brüder und (Voll-)Schwestern gibt, dann erhält ein (Voll-)Bruder ebenso viel wie zwei (Voll-)Schwestern. Aḷḷāh macht euch all das deutlich, damit ihr nicht in die Irre geht, und Aḷḷāh besitzt Wissen um alle Dinge.

Sūrah 5 al-Māʼidah – der Tisch (medinensisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ihr, die ihr glaubt! Haltet alle eure Abkommen (zwischen euch und Aḷḷāh und euch untereinander) ein.[1] Erlaubt ist euch [jede Art von][2] Vieh (d.h. Rind, Kamel, Schaf und Ziege), außer dem, was euch (hier in der Offenbarung als verboten) verlesen wird. Nicht erlaubt aber ist euch die Jagd, während ihr euch im Weihezustand der Pilgerfahrt (ʽUmrah oder Ḥaǧǧ) befindet. Siehe, Aḷḷāh ordnet (gemäß Seiner Weisheit) an, was Er will.
  2. Ihr, die ihr glaubt! Entweiht nicht die Symbole Aḷḷāhs (sowohl die religiösen Zeremonien, wie das Gebet, als auch die Kultstätten, wie die Kaʽbah) und auch nicht die heiligen Monate[3] (durch den bewaffneten Kampf), nicht die (für die Heilige Stadt bestimmten) Opfertiere (indem ihr sie etwa raubt oder daran hindert, ihren Bestimmungsort zu erreichen) und nicht den Halsschmuck (der damit als solche gekennzeichneten Opfertiere) und nicht jene, die zum heiligen Haus streben, um die Gunst (durch Handelsgewinn) und das Wohlgefallen ihres Herrn zu erlangen. Wenn ihr den Weihezustand (der Ḥaǧǧ und ʽUmrah) abgelegt habt, dürft ihr (wieder) jagen. Und der Hass gegenüber bestimmten Leuten, die euch (einst) daran gehindert haben,[4] die heilige Moschee (der Ka ͑bah) zu erreichen, soll euch nicht zu Übergriffen (und Ungerechtigkeit ihnen gegenüber) verleiten. Und unterstützt einander darin, gütig zu sein (indem ihr das erfüllt, was Aḷḷāh euch befohlen hat) und achtsam (Aḷḷāh gegenüber hinsichtlich der Sünden) und nicht darin, Sünden zu begehen und Feindschaft zu schüren. Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, denn wahrlich, Aḷḷāh ist streng im Strafen!
[1] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung kein Vers.

[2] Unter „bahīmat al-’anʽām“ versteht man auch das Embryo eines solchen Viehs.

[3] Das sind die Monate Ḏū l-Qa ͑dah (Nr. 11), Ḏū l-Ḥiǧǧah (Nr. 12), al-Muḥarram (Nr. 1), Raǧab (Nr. 7), in denen der Kampf verboten ist.

[4] „’an ṣaddūkum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ʽAmr: „’in ṣaddūkum“: „sollten sie euch daran hindern“ oder „selbst wenn sie euch daran hindern sollten“. Das Zweite passt eher, da ʼImām aṭ-Ṭabariyy sagte, dass diese Sūrah zweifellos nach Ḥudaybiyyah (6. Jahr n.H.) herabgesandt wurde.

  1. (Sag, du, Gesandter Aḷḷāhs, zu den Christen:) Ihr Leute der Schrift! Überschreitet nicht die gebührenden Grenzen in eurem Glauben, und sagt über Aḷḷāh nichts als die Wahrheit. Denn der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, ist nur ein Gesandter Aḷḷāhs und (erschaffen durch) Sein Wort (nämlich das Wort „sei!“), das Er an Maria (durch den Engel Gabriel u) richtete, indem er (Gabriel, auf Geheiß Aḷḷāhs, ihr) von Seinem Geist einhauchte. So glaubt an Aḷḷāh und an Seine Gesandten, und sagt nicht: „Drei (d.h. dass Aḷḷāh aus drei Wesenheiten besteht)“. Hört auf damit, das ist besser für euch. Denn Aḷḷāh ist ein einziger Gott. Hoch erhaben ist Er darüber, ein Kind zu haben. Ihm allein gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist (daher braucht Er niemanden), und Aḷḷāh genügt als Sachwalter.
  2. Der Messias würde es niemals stolz von sich weisen (und ablehnen), ein Diener Aḷḷāhs zu sein, noch die Engel, die (Ihm) nahe sind. Wer es aber verschmäht, Sein Diener zu sein und hochmütig ist – Aḷḷāh wird sie alle bei Sich zusammenscharen.
  3. Was aber die betrifft, die (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben und Gutes tun, so wird Er ihnen ihren vollen Lohn und noch mehr von Seiner Fülle geben. Jene aber, die es verschmähen und hochmütig zurückweisen (Diener Aḷḷāhs zu sein) wird Er einer schmerzvollen Strafe aussetzen,[1] und es wird für sie außer Aḷḷāh keinen Beistand (zum Herbeiführen von Gutem) und keinen Helfer (zur Abwehr von Schlechtem) geben.
  4. Ihr Menschen! Zu euch ist nun ein deutliches Zeichen eures Herrn gekommen (nämlich der Gesandte Aḷḷāhs r, sodass der Beweis erbracht wurde), und Wir haben ein klares Licht zu euch hinabgesandt (nämlich den Qur’ān).
  5. Was nun die angeht, die an Aḷḷāh glauben und an ihm (dem Qur’ān) festhalten, so wird Er sie in Seine Gnade (des Paradieses) eingehen lassen und (darüber hinaus in Seine) Huld und Er wird sie auf einem geraden Weg zu Sich führen.
[1] Hier endet nur nach der šāmischen Zählung ein Vers.
  1. Siehe, Wir haben dir (Gesandter Aḷḷāhs) eingegeben, so wie Wir auch Noah und den Propheten nach ihm eingaben. Wir gaben Abraham Offenbarungen ein und Ismael, Isaak und Jakob und den (Propheten der zwölf) Stämme (der Kinder Israels, und Jesus, Hiob und Jonas, Aaron und Salomo. Und David gaben Wir das Buch (der Psalmen).
  2. Und (Wir schickten) Gesandte, von denen Wir dir (im Qur’ān) berichtet haben und andere, von denen Wir dir nicht berichtet haben, und zu Moses hat Aḷḷāh direkt (ohne Vermittlung wie durch einen Engel) gesprochen.
  3. (Wir schickten) Gesandte als Verkünder froher Botschaft (für die Gläubigen) und als Warner (für die Glaubensverweigerer), sodass die Menschen nach dem Kommen der Gesandten keinerlei Argument der Entschuldigung gegenüber Aḷḷāh haben. Aḷḷāh war schon immer allmächtig und weise.
  4. (Und wenn die Juden dir auch keinen Glauben schenken,) so bezeugt doch Aḷḷāh Selbst die Wahrheit dessen, was Er zu dir (Gesandter Aḷḷāhs) hinabsandte. Darin (in Seiner Offenbarung) sendet Er Sein Wissen herab (darüber, was Er liebt und Seinen Dienern vorschreibt und was Er verabscheut und ihnen darum verbietet). Und auch die Engel bezeugen seine Wahrhaftigkeit. Aḷḷāh aber genügt als Zeuge.
  5. Wahrlich, jene, die nicht (an dein Prophetentum) glauben wollen und andere vom Weg Aḷḷāhs abhalten, sind fürwahr weit abgeirrt.
  6. Siehe, denen, die nicht (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben wollen und die sich selbst Unrecht tun (indem sie an ihrem Unglauben beharrlich festhalten), wird Aḷḷāh nicht vergeben, und Er wird ihnen keinen Weg weisen (der sie retten könnte),
  7. nur den Weg ins Höllenfeuer, in dem sie ewig bleiben werden, und das war für Aḷḷāh schon immer ein Leichtes.
  8. Ihr Menschen! Der Gesandte (Muḥammad ) ist nun mit der Wahrheit von eurem Herrn zu euch gekommen. So glaubt daran, das ist besser für euch (im Dies- und Jenseits). Wenn ihr aber nicht glaubt, so gehört Aḷḷāh alles, was in den Himmeln und was auf Erden ist (und Er bedarf eures Glaubens nicht). Aḷḷāh war schon immer allwissend und
  1. (So haben Wir sie verflucht und dadurch aus unserer Gnade ausgeschlossen) weil sie ihr Versprechen gebrochen, die Zeichen Aḷḷāhs verleugnet und die Propheten ohne jedes Recht getötet haben, und weil sie (zu Muḥammad) sagten: „Unsere Herzen sind verhüllt (sodass sie nicht erfassen können, was du sagst).“ Tatsächlich aber hat Aḷḷāh ihre Herzen wegen ihrer Leugnung versiegelt, und so besitzen sie nur wenig Glauben (der ihnen aber keinerlei Nutzen bringt).
  2. (Wir haben sie verflucht) wegen ihres Leugnens und wegen der gewaltigen Verleumdung (des außerehelichen Geschlechtsverkehrs), die sie gegen Maria vorbrachten
  3. und wegen ihrer (hochmütigen) Behauptung: „Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den (ihr den) Gesandten Aḷḷāhs (nennt), getötet!“ Weder aber haben sie ihn getötet noch ihn gekreuzigt, sondern es erschien ihnen nur so (in dem an seiner Stelle jemand gekreuzigt wurde, dem Aḷḷāh das Aussehen Jesu u verlieh). Fürwahr, die, die diesbezüglich uneins sind,[1] sind wahrlich im Zweifel darüber.[2] Sie haben kein tatsächliches Wissen davon und folgen nur Vermutungen, denn sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet,
  4. sondern vielmehr hat Aḷḷāh ihn (mit Körper und Seele) zu Sich emporgehoben. Aḷḷāh war schon immer allmächtig und weise.
  5. Und es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht vor dessen (Jesu) Tod (d.h. nachdem er am Ende der Zeiten wieder auf die Erde zurückgekehrt sein wird) an ihn glauben wird, und am Tag der Auferstehung wird er ihnen gegenüber als Zeuge auftreten.
  6. Wegen all dieser Ungerechtigkeiten, die von jenen begangen wurden, die dem Judentum angehören, haben Wir diesen manche der guten Dinge (d.h. Speisen), die ihnen zuvor erlaubt gewesen waren, verboten und weil sie selbst immer wieder vom Weg Aḷḷāhs abgewichen sind (und auch andere versuchten davon abzubringen).
  7. Und weil sie Zinsen nahmen, obwohl es ihnen verboten worden war und sie die Menschen in unrechtmäßiger Weise um ihr Vermögen brachten. Für die Glaubensverweigerer unter ihnen aber haben Wir schon schmerzliches Leid vorbereitet.
  8. Jene aber (unter den Juden), die tiefgegründetes Wissen besitzen, und die Gläubigen glauben an das, was zu dir (Gesandter Aḷḷāhs) hinabgesandt wurde und an das, was vor dir hinabgesandt wurde (wie nämlich die Thora und das Evangelium)– (Ich meine damit diejenigen,) die das Gebet beständig verrichten –[3], Almosen spenden und an Aḷḷāh und an den letzten Tag glauben – jene sind es, denen Wir einen großartigen Lohn geben werden[4].
[1] Das sind zum einen die Juden, die behaupteten, ihn u getötet zu haben, und zum anderen die Christen, die ihn u ausgeliefert haben.

[2] Sie waren sich uneinig darüber, ob der Getötete wirklich Jesus u war, denn sie kannten die Anzahl der Leute, die mit Jesus u im Haus waren und ebenso die Anzahl der eingedrungenen Soldaten. Danach stellten sie festen, dass sie insgesamt einer zu wenig waren (Ṭabariyy).

[3] Der eingeschobene Satz lässt sich auch wie folgt übersetzen: „denjenigen, die das Gebet beständig verrichten (werde Ich besonderen Lohn zukommen lassen)“.

[4] „sanu’tīhum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah und Ḫalaf: „sayu’tīhim“: „denen Er einen großartigen Lohn geben wird“.

  1. Aḷḷāh liebt es nicht, wenn mit lauter Stimme üble Worte gesprochen werden, es sei denn von jemandem, dem Unrecht getan wurde (denn dieser darf sagen, was ihm angetan wurde). Aḷḷāh hörte schon immer (eure Worte) und weiß seit jeher alles (was ihr bezweckt).
  2. Ob ihr Gutes offen kundtut (durch Worte oder Taten), es geheimhaltet oder ein Übel, das euch angetan wurde, verzeiht, siehe, Aḷḷāh ist schon immer nachsichtig gewesen (und darum seid auch ihr nachsichtig) und hat seit jeher zu allem die Macht.
  3. Fürwahr, die, die nicht an Aḷḷāh und Seine Gesandten glauben wollen und einen Unterschied zwischen (dem Glauben an) Aḷḷāh und (dem Glauben an) Seine Gesandten machen wollen und die sagen: „Wir glauben an manche (der Gesandten), und an andere glauben wir nicht“, und die so einen Weg dazwischen (zwischen Glaube und Unglaube) nehmen möchten,
  4. jene sind es, die wahrhaft ungläubig sind[1], und für die Glaubensverweigerer halten Wir erniedrigendes Leid bereit (da sie den Glauben aus Überheblichkeit verweigerten).
  5. Jene aber, die an Aḷḷāh und Seine Gesandten glauben und keinen Unterschied zwischen ihnen (hinsichtlich des Glaubens) machen, jene sind es, denen Er ihren Lohn geben wird[2]. Aḷḷāh vergab fürwahr schon immer und ist seit jeher gnädig.
  6. (Die Juden der) Leute der Schrift verlangen von dir, dass du ein Buch vom Himmel auf sie (auf einen Schlag, wie die Thora) herabkommen lässt. Von Moses haben sie einst etwas noch Größeres gefordert, als sie sagten: „Lass uns doch Aḷḷāh direkt mit eigenen Augen sehen!“ Da wurden sie wegen ihrer Ungerechtigkeit vom Blitz getroffen[3]. Danach (nachdem Aḷḷāh sie wieder zum Leben erweckt hatte) nahmen sie sich das (goldene) Kalb (um es anzubeten), und dies, nachdem klare Beweise (der Einheit Aḷḷāhs, Seiner alleinigen Göttlichkeit und Herrschaft) zu ihnen gekommen waren. Aber Wir vergaben ihnen und gaben Moses (für sein Volk dieses Wunder) einen offenkundigen Beweis (der Wahrheit dessen, was er verkündete).
  7. Wir hoben den Berg über sie empor, um (ihnen Angst einzuflößen und) einen festen Bund mit ihnen zu schließen und sprachen zu ihnen: „Tretet mit gesenktem Haupt durch das Tor (von Jerusalem) ein!“ Und Wir sprachen zu ihnen: „Übertretet das Sabbatgebot nicht!“ Und Wir schlossen mit ihnen ein festes Abkommen.
[1] Denn man kann nicht an meine Propheten glauben und gleichzeitig andere verleugnen, wo sie alle zum selben Glauben aufrufen.

[2] „yu’tīhim“ nach der Lesart von Ḥafṣ.

Nach der Mehrheit „nu’tīhim“ (bzw. „nūtīhim“, „nu’tīhum“: „denen Wir ihren Lohn geben werden“.

[3] Oder: „wie vom Blitz erschlagen“.

Oder: „vom Tod ergriffen“.

Juz 5

  1. Sie, die immer abwarten, was euch (an Gutem oder Schlechtem) geschieht: Wenn euch ein Sieg (und entsprechende Beute) durch Aḷḷāh zuteilwird, dann sagen sie: „Waren wir denn nicht bei euch (und haben einen Anteil an der Beute verdient)?“ Haben aber die Ungläubigen Glück, dann sagen sie: „Haben wir uns nicht um eure Angelegenheiten gekümmert und euch vor den Gläubigen beschützt?“ Aḷḷāh wird am Tag der Auferstehung zwischen euch allen richten. Aḷḷāh aber wird den Ungläubigen (am Tag der Auferstehung) keinerlei Argument (der Verteidigung) gegenüber den Gläubigen gewähren.
  2. Wahrlich, die Heuchler suchen Aḷḷāh zu täuschen, während tatsächlich Er es ist, der sie täuscht (indem Er ihr Leben schont, wohl wissend, dass sie heucheln und für sie eine schmerzliche Strafe im Jenseits bereithält). Wenn sie zum Gebet aufstehen, dann tun sie das nur widerwillig, und nur, um von den Leuten gesehen zu werden und gedenken Aḷḷāhs nur wenig.
  3. Unentschlossen schwanken sie (die Heuchler) zwischen diesen und jenen (äußerlich geben sie sich gläubig, in ihrem Inneren aber stehen sie auf der Seite der Ungläubigen). Wen Aḷḷāh aber (aufgrund seiner Sünden) in die Irre leitet, für den wirst du (Gesandter Aḷḷāhs) niemals einen Weg finden (um ihn rechtzuleiten).
  4. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Nehmt euch nicht die Glaubensverweigerer als eng Vertraute anstelle der Gläubigen. Oder wollt ihr Aḷḷāh etwa ein gegen euch offenkundiges Argument liefern (um euch zu bestrafen)?!
  5. Wahrlich, die Heuchler werden sich auf dem tiefsten Grund des Höllenfeuers befinden, und du wirst für sie keinen finden, der ihnen helfen könnte.
  6. Ausgenommen davon sind jene, die (ihre Heuchelei) bereuen und sich (in ihrem Inneren) bessern, an (ihrem Bund mit) Aḷḷāh festhalten und all ihr Tun allein Aḷḷāh widmen (ohne sich damit vor den Menschen zur Schau zu stellen). Jene werden eins sein mit den Gläubigen (im Diesseits und im Jenseits). Aḷḷāh wird den Gläubigen gewaltigen Lohn geben.
  7. Warum sollte Aḷḷāh euch (für eure Vergehen) bestrafen, wenn ihr dankbar seid und glaubt, wo Aḷḷāh (selbst) doch schon immer (dem gegenüber, der Seine Gnaden anerkennt) dankbar war und seit jeher allwissend ist (und somit die Dankbaren kennt)?
  1. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Gewahrt stets die Gerechtigkeit und seid Zeugen (der Wahrheit) um Aḷḷāhs willen (gegenüber jedermann), und sei es gegenüber euch selbst, euren Eltern oder Verwandten, und (unabhängig davon,) ob (der Betreffende) nun arm oder reich ist. Denn Aḷḷāh steht beiden näher (und weiß um ihre Bedürfnisse). Darum folgt nicht euren eigenen Wünschen, damit ihr nicht von der Gerechtigkeit abweicht. Ob ihr aber (die Wahrheit) entstellt[1] oder euch weigert, Zeugnis abzulegen, so wusste Aḷḷāh fürwahr über all euer Tun schon immer Bescheid.
  2. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Haltet fest an eurem Glauben an Aḷḷāh und Seinen Gesandten und an das Buch, das Er auf Seinen Gesandten (Muḥammad) hinabsandte und die Bücher, die Er davor herabsandte.[2] Wer sich aber weigert an Aḷḷāh, Seine Engel, Seine Bücher und Gesandten und an den letzten Tag zu glauben, der ist wahrlich weit abgeirrt.
  3. Wahrlich, die, die gläubig sind und dann ungläubig werden, daraufhin wieder gläubig werden und dann abermals vom Glauben ablassen und am Unglauben festhalten[3] (bis sie sterben), denen wird Aḷḷāh nicht vergeben, noch wird Er sie den (geraden) Weg (zu Ihm) führen.
  4. Verkünde (du, Gesandter Aḷḷāhs) den Heuchlern, dass sie (am Tag der Auferstehung) schmerzliches Leid erfahren werden.
  5. Sie, die sich die Ungläubigen als Beschützer an Stelle der Gläubigen nehmen. Erwarten sie etwa, dass sie durch sie an Ansehen und Macht gewinnen, wo doch alles Ansehen und alle Macht einzig Aḷḷāh gehört?
  6. Euch (Gläubigen) wurde im Buch (des Qur’ān) bereits offenbart[4], dass, wenn ihr hört, dass Leute die Zeichen Aḷḷāhs leugnen und verspotten, ihr nicht bei ihnen sitzen bleiben sollt, bis sie von anderen Dingen reden, denn sonst seid ihr wie sie.[5] Fürwahr, Aḷḷāh wird die Heuchler und Ungläubigen allesamt im Höllenfeuer zusammenscharen!
[1] „talwū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir und Ḥamzah: „talū“: „Ob ihr aber (Zeugnis) abglegt“.

[2] „nazzala/’anzala“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ‛Amr und Ibn ʽĀmir: „nuzzila/’unzila“: „das auf Seinen Gesandten (Muḥammad) hinabgesandt wurde und die Bücher, die davor herabgesandt wurden“.

[3] Oder: „ihren Unglauben mehren“.

[4] „nazzala“ nach der Lesart von ʽĀṣim und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „nuzzila“: „Euch (Gläubigen) hat Er im Buch (des Qur’ān) bereits offenbart“.

[5] Dahingehend, dass ihr beide – die Heuchlern als auch die Gläubigen – sich Aḷḷāhs Anordnung widersetzen.

  1. Und wenn eine Frau seitens ihres Ehemannes rohe Behandlung fürchtet oder dass er sich von ihr abwenden könnte, dann ist es kein Vergehen für die beiden, wenn sie sich friedlich einigen (indem sie auf manche ihre Rechte verzichtet). Denn Versöhnung ist besser (als die Scheidung). Selbstsucht und Gier sind in den Seelen stets gegenwärtig, aber wenn ihr Gutes tut und euch vor Aḷḷāh in Acht nehmt, wahrlich, Aḷḷāh war schon immer über alles unterrichtet, was ihr tut.
  2. Ihr werdet zwischen euren Ehefrauen nicht gerecht sein können (was die Zuneigung eures Herzens betrifft), wenn ihr euch auch noch so sehr darum bemüht. Aber wendet eure Zuneigung nicht von einer zur Gänze ab, sodass ihr sie gleichsam in der Schwebe lasst (weil sie sich dann weder als gleichberechtigte Ehefrau sehen kann noch geschieden wird und die Möglichkeit erhält, sich erneut zu verheiraten). Wenn ihr euch aber versöhnt (und trotz eurer Abneigung, eure Aufgaben den Ehefrauen gegenüber erfüllt) und euch vor Aḷḷāh in Acht nehmt, so hat Aḷḷāh fürwahr schon immer vergeben und ist seit jeher gnädig.
  3. Wenn die beiden (Ehemann und Ehefrau) sich aber (durch Ṭaḷāq oder Ḫulʽ) trennen, so wird Aḷḷāh beide aus Seiner Fülle versorgen (indem Er jedem einen für ihn geeigneteren Partner gibt), denn Aḷḷāh umfasste mit Seiner Gnade schon immer alles und ist seit jeher weise.
  4. Aḷḷāh allein gehört alles, was in den Himmeln und auf Erden ist. Wir haben schon jene, denen vor euch ein Offenbarungsbuch zuteilwurde und auch euch, damit beauftragt, euch vor Aḷḷāh in Acht zu nehmen. Wenn ihr aber den Glauben verweigert glaubt (und diesen Auftrag somit nicht erfüllt), so gehört doch wahrlich alles in den Himmeln und auf Erden Aḷḷāh (weshalb ihr Ihm nicht schaden könnt): Aḷḷāh genügte Sich Selbst schon immer (und bedarf eurer nicht) und wird seit jeher gelobt.
  5. Aḷḷāh allein gehört alles in den Himmeln und auf Erden: Aḷḷāh reicht als Verwalter (aller Angelegenheiten Seiner Geschöpfe).
  6. Wenn Er will, so lässt Er euch, ihr Menschen, allesamt verschwinden und setzt an eure Stelle andere (die Ihm gehorchen und an Ihn glauben). Aḷḷāh hat fürwahr dazu schon immer die Macht.
  7. Wer den Lohn dieser Welt begehrt, (der soll sich dessen bewusst sein, dass) bei Aḷḷāh sowohl der Lohn dieser Welt als auch der des Jenseits ist. Aḷḷāh aber hörte (eure Aussagen) und sah (eure Taten) schon immer.
  1. Jene aber, die glauben und Gutes tun, werden Wir in Gärten durcheilt von Bächen führen, ewig darin zu verweilen. Das ist das Versprechen Aḷḷāhs, das wahrhaftig ist; und wessen Wort könnte wahrer sein, als das Aḷḷāhs?
  2. Es geht nicht nach euren Wünschen (ihr Muslime) und auch nicht nach den Wünschen der Leute der Schrift (sondern wesentlich sind die Taten). Wer Schlechtes tut, dem wird es vergolten werden, und er wird außer Aḷḷāh keinen Freund (der Nutzen herbeiführt) und keinen Beschützer finden (der Schaden abwendet).
  3. Wer aber Gutes tut, sei es Mann oder Frau, und gläubig ist – jene werden ins Paradies eingehen[1], und ihnen wird nicht einmal im Ausmaß der Rille eines Dattelkerns Unrecht getan werden.
  4. Wer aber könnte besseren Glaubens sein als der, der sich Aḷḷāh vollkommen ergibt, dabei Gutes tut und dem Glauben Abrahams folgt, der sich (von jeglichem Götzendienst) ab- (und dem Glauben an den einen Gott zu)wandte. Aḷḷāh hat Abraham als Seinen innigen Freund auserwählt.
  5. Aḷḷāh allein gehört, was sich in den Himmeln und auf Erden befindet, und Aḷḷāh umfasst alle Dinge (mit Seinem Wissen, Seiner Herrschaft und Seinem Befehl).
  6. Sie befragen dich wegen der Frauen (d.h. was ihre Rechte und Pflichten sind). Sag: „Aḷḷāh selbst gibt euch darüber (im Qur’ān) Auskunft und durch das, was euch im Qur’ān (auch) über die weiblichen Waisen (in eurer Obhut) vorgetragen wird, denen ihr nicht gebt, was für sie (an Erbe oder Brautgeld) vorgeschrieben ist, und die ihr nicht heiraten (und wegen ihres Vermögens nicht verheiraten) möchtet.[2] Und (Er belehrt euch) über die hilflosen Kinder und darüber, gegenüber den Waisen gerecht zu sein. Was auch immer ihr aber an Gutem tut, so besitzt Aḷḷāh volles Wissen darum.
[1] „yadḫulūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯir, ʼAbū ʽAmr, Šuʽbah, ʼAbū Ǧaʽfar und Rauḥ: „yudḫalūna“: „hineingebracht“.

[2] Oder: „die ihr (selbst wegen ihres Vermögens) heiraten (aber ihnen nicht den ihr zustehenden Mahr vollständig geben) möchtet.“

  1. In vielen Gesprächen, die sie (die Menschen) im Geheimen führen, liegt nichts Gutes, es sei denn, man fordert dabei zu Mildtätigkeit oder vernünftigem Handeln auf oder dazu, Frieden zwischen (sich streitende) Menschen zu stiften. Wer das aber tut, um das Wohlgefallen Aḷḷāhs zu finden, dem werden Wir[1] einen gewaltigen Lohn geben.
  2. Wer sich dem Gesandten widersetzt, nachdem ihm der rechte Weg klargeworden ist, und einem anderen Weg als dem der Gläubigen (aller) folgt, den werden Wir dem überlassen, was er für sich selbst gewählt hat. Wir werden ihn das Höllenfeuer erleiden lassen. Welch schlimmes Ende!
  3. Wahrlich, Aḷḷāh vergibt nicht, dass man Ihm etwas beigesellt[2] (vielmehr wird solch einer für immer in der Hölle bleiben), aber Er vergibt alle Vergehen, die geringer sind als dieses (aus Seiner Huld heraus), wem Er will. Wer aber neben Aḷḷāh anderem Göttlichkeit zuschreibt, der ist fürwahr weit abgeirrt (da er dadurch das Geschöpf auf die Stufe des Schöpfers stellt).
  4. Nichts anderes beten [die Polytheisten] neben Ihm an als Götzen (denen sie weibliche Namen geben, wie Lāt und ʽUzzā, die nichts bewirken können) und rufen so (eigentlich) keinen anderen an als einen aufrührerischen Satan (denn er hat sie dazu aufgerufen).
  5. Aḷḷāh hat ihn verflucht (und somit aus Seiner Gnade ausgeschlossen), und so sagte er: „Fürwahr, ich werde mir gewiss von Deinen Dienern einen bestimmten Teil nehmen,
  6. und ich werde sie wahrlich in die Irre führen und in ihnen (durch verlogene Versprechen, die ihr Irregehen ausschmücken) falsche Hoffnungen wecken und ihnen befehlen, dem Vieh die Ohren abzuschneiden[3]. Fürwahr, ich werden ihnen Befehle erteilen, und sie werden daraufhin die Schöpfung Aḷḷāhs (und die Fiṭrah) verändern. Wer immer aber den Satan an der Stelle Aḷḷāhs zu seinem Schutzherrn nimmt, der hat einen offenkundigen Verlust erlitten.
  7. Er macht ihnen falsche Versprechungen und weckt in ihnen nichtige Wünsche. Was immer der Satan ihnen aber auch verspricht, es ist nichts als Blendung.
  8. Jene sind es, deren Bleibe das Höllenfeuer sein wird, und sie werden keinen Ausweg aus ihm finden.
[1] „nuʽtīhi“ nach der Mehrheit des Lesarten.

Nach ʼAbū ʽAmr, Ḥamzah und Ḫalaf: „yuʽtīhi“: „wird Er“.

[2] Indem man diesem Geschöpf etwas zuschreibt, was allein Aḷḷāh gebührt.

[3] Als Zeichen, dass ein Tier einem Götzen geweiht worden war, wurden ihm die Ohren abgeschnitten.

  1. Und bitte Aḷḷāh um Vergebung, denn siehe, Aḷḷāh vergab schon immer ist seit jeher gnädig.
  2. Streite aber nicht für jene, die sich selbst betrügen, denn fürwahr, Aḷḷāh liebt den nicht, der sich treulos und sündhaft verhält.
  3. Sie verbergen sich vor den Menschen, vor Aḷḷāh aber können sie sich nicht verbergen (indem sie einen Unschuldigen beschuldigen). Er ist bei ihnen, wenn sie heimlich ihre Machenschaften schmieden, die Er nicht billigt. Aḷḷāh aber umschloss mit Seinem Wissen schon immer alles, was sie tun.
  4. Ihr da mögt im irdischen Leben für sie streiten, um sie zu verteidigen (damit sie freigesprochen werden und einer Strafe entgehen). Wer aber möchte für sie mit Aḷḷāh am Tag der Auferstehung streiten, oder wer wird dann ihr Verteidiger sein?
  5. Doch wer ein Vergehen verübt oder sich gegen sich selbst versündigt unddann Aḷḷāh (die Sünde bekennend und bereuend) um Vergebung bittet, der wird Aḷḷāh allvergebend und gnädig finden.
  6. Wer aber eine Sünde (egal wie groß) begeht, der begeht sie nur zu seinem eigenen Nachteil (und somit hat er allein vor Aḷḷāh die Folgen zu tragen). Aḷḷāh wusste schon immer alles und ist seit jeher weise.
  7. Wer (ohne Absicht) einen Fehler oder (mit Absicht) eine Sünde begeht und dann die Schuld dafür auf einen Unschuldigen schiebt, der hat sich damit die Schuld der Verleumdung und eine offenkundige Sünde aufgeladen.
  8. Wäre nicht die Gunst Aḷḷāhs und Seine Gnade mit dir (Gesandter Aḷḷāhs), so hätte eine Gruppe von ihnen sich dazu entschlossen, dich in die Irre zu führen (indem sie dich dazu verleitet hätte, nicht gerecht zu urteilen). Tatsächlich aber führen sie sich nur selbst in die Irre und können dir keinerlei Schaden zufügen, denn Aḷḷāh hat das Buch auf dich herabgesandt und die Weisheit (in Form der Sunnah), und Er hat dich das gelehrt, was du zuvor nicht wusstest. Aḷḷāhs Gunst gegen dich war schon immer fürwahr gewaltig.
  1. Wenn du (Gesandter Aḷḷāhs) nun unter ihnen (den gläubigen Soldaten) bist und beabsichtigst, sie im Gebet zu leiten, dann soll nur ein Teil von ihnen mit dir (im rituellen Gebet) stehen, und sie sollen ihre Waffen bei sich tragen (und der andere Teil soll währenddessen Wache halten). Wenn sie sich dann im Gebet niedergeworfen haben, sollen sie (jeder alleine zu Ende beten und dann) hinter euch treten, und die andere Gruppe, die noch nicht gebetet hat, soll vortreten und mit dir (eine Rakʽah) beten (und nach dem Taslīm des ʼImām jeder alleine zu Ende beten). Doch (auch) sie sollen auf der Hut sein und ihre Waffen bei sich tragen. Denn jene, die nicht glauben wollen, hoffen darauf, dass ihr (während des Gebets) nicht auf eure Waffen und eure Ausrüstung achtet und sie so mit einem einzigen Angriff über euch herfallen können. Es ist aber kein Vergehen für euch, eure Waffen abzulegen, wenn ihr unter Regen leidet oder krank seid. Seid aber stets auf der Hut. Fürwahr, Aḷḷāh hält für die Ungläubigen schmachvolles Leid bereit!
  2. Wenn ihr das rituelle Gebet beendet habt, gedenkt (stets) Aḷḷāhs, sei es nun stehend, sitzend oder liegend. Und wenn ihr euch wieder in Sicherheit befindet, dann verrichtet das Gebet (vollständig), denn wahrlich, das rituelle Gebet ist den Gläubigen zu festgesetzten Zeiten vorgeschrieben.
  3. Und lasst nicht nach darin, das (euch feindlich gesinnte) Volk (der Ungläubigen) aufzuspüren. Wenn ihr (durch den Kampf) Schmerzen zu erdulden habt, so haben doch auch sie Schmerzen zu erdulden. Ihr aber erhofft (Lohn) von Aḷḷāh, was sie nicht zu erhoffen haben. Aḷḷāh aber wusste schon immer alles und ist seit jeher weise.
  4. Wahrlich, Wir haben dir das Buch, das die Wahrheit enthält, offenbart, damit du zwischen den Menschen richtest, gemäß dem, was Aḷḷāh dich gelehrt hat, und sei kein Verteidiger der Verräter.
  1. Jene unter den Muslimen, die zuhause sitzen bleiben – außer den (aufgrund von Krankheit, Blindheit o. Ä.) Gebrechlichen – sind nicht denen gleichzusetzen, die sich auf dem Weg Aḷḷāhs mit ihrem Besitz und unter dem Einsatz ihres Lebens abmühen. Aḷḷāh hat die, die sich mit ihrem Besitz und unter Einsatz ihres Lebens abmühen, über jene zu Hause sitzen Bleibenden um eine Rangstufe erhöht. Beiden (sowohl den Hinausgezogenen als auch den Entschuldigten) aber hat Aḷḷāh Gutes versprochen. Doch Er hat jene, die sich abmühen, gegenüber jenen, die zuhause bleiben, durch gewaltigen Lohn ausgezeichnet,
  2. (nämlich) durch Wohnstätten (im Paradies, eine über der anderen) und Seine Vergebung und Gnade, denn Aḷḷāh war (solchen Menschen gegenüber) schon immer vergebendund gnädig.
  3. Wahrlich, zu jenen, die gegen sich selbst Unrecht begangen haben (weil sie es unterlassen haben, um ihres Glaubens willen aus den Gebieten des Unglaubens auszuwandern), werden die Engel, wenn sie sie abberufen, (vorwurfsvoll) sagen: „In welcher Lage habt ihr euch denn befunden?“ Und sie werden antworten: „Wir galten auf Erden als schwach (daher konnten wir uns nicht wehren).“ Da werden [die Engel] sagen: „War Aḷḷāhs Erde nicht weit genug, sodass ihr hättet auswandern (und das Gebiet der Ungläubigen verlassen hättet) können?“ Die Bleibe jener aber wird das Höllenfeuer sein – welch ein schlimmes Ende!
  4. Ausgenommen davon werden die wahrhaft Schwachen sein – seien es Männer, Frauen oder Kinder – die keinerlei Möglichkeit hatten (auszuwandern) und keinen Ausweg (aus ihrer verzweifelten Lage der Unterdrückung) fanden.
  5. Jenen mag Aḷḷāh wohl vergeben, denn Aḷḷāh war schon immer nachsichtig und vergibt (dem, der Ihn darum bittet) schon seit jeher.
  6. Wer aber um Aḷḷāhs willen auswandert, der wird auf Erden viele andere Orte und Möglichkeiten für ein Leben in reichlicher Versorgung finden. Und wenn einer sein Heim verlässt, um zu Aḷḷāh und dem Gesandten auszuwandern, und währenddessen (noch bevor er sein Ziel erreicht hat) vom Tod ereilt wird, dessen Lohn liegt bei Aḷḷāh bereit, Aḷḷāh war (solchen Menschen gegenüber) schon immer vergebend und gnädig.
  7. Und wenn ihr durchs Land zieht, dann ist es kein Vergehen für euch, wenn ihr die Gebete verkürzt (indem ihr die Gebete, die aus vier Rakʽah bestehen, auf zwei reduziert) wenn ihr fürchtet, dass euch die Ungläubigen überfallen könnten, denn wahrlich, die Ungläubigen waren schon immer eure offenkundigen Feinde.
  1. Kein Gläubiger darf einen anderen Gläubigen töten, es sei denn, es geschieht aus Versehen. Wer aber einen Gläubigen aus Versehen tötet, der soll (als Sühneleistung) einen gläubigen Sklaven befreien und den Angehörigen des Getöteten (die ihn beerben) Blutgeld bezahlen, es sei denn, diese verzichten aus Mildtätigkeit darauf. Gehörte der Getötete aber zu einem Volk, das sich im Krieg mit euch befindet, und war er gläubig, dann hat er (nur) einen gläubigen Sklaven zu befreien. Gehörte er jedoch zu einem Volk, das mit euch ein Bündnis eingegangen ist (und war nicht gläubig), dann soll den Angehörigen (des Opfers, die dieses beerben) Blutgeld bezahlt und (darüber hinaus auch) ein gläubiger Sklave freigelassen werden. Wer dazu aber nicht imstande ist (einen Sklaven zu befreien), der soll zwei aufeinanderfolgende Monate fasten, damit Aḷḷāh seine Reue annehmen möge. Aḷḷāh wusste schon immer alles (und dshalb auch die Taten und Absichten Seiner Diener) und ist seit jeher weise (in Seiner Gesetzgebung).
  2. Wer aber vorsätzlich einen Gläubigen (zu Unrecht) tötet, dessen Lohn ist das Höllenfeuer, in dem er bleiben wird. Aḷḷāh zürnt ihn, verflucht ihn (indem Er ihn aus Seiner Gnade ausschließt) und wird für ihn furchtbares Leid bereiten.
  3. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Wenn ihr darum zum Kampf auf dem Weg Aḷḷāhs aufbrecht, dann vergewissert euch (gegen wen ihr kämpft), und sagt nicht zu jemandem, der euch gegenüber (d.h. nach außen hin) seinen Islam zu erkennen gibt:[1] „Du bist kein Gläubiger (sondern du gibst nur aus Furcht um dein Leben vor, Muslim zu sein)!“[2], weil ihr nach den vergänglichen Gütern dieser Welt strebt (wie Beute und Ruhm), denn bei Aḷḷāh findet sich reichliche Beute (in Form von Lohn). Auch ihr wart einst in dieser Lage (dass ihr euren Glauben vor euren Leuten verbergen musstet), dann aber hat Aḷḷāh euch Seine Gnade erwiesen, deshalb vergewissert euch. Wahrlich, Aḷḷāh wusste schon immer um alles Bescheid, was ihr tut.
[1] Oder: „der euch gegenüber den islamischen Gruß äußert“.

„as-Salāma“ nach der Lesart der Hälfte.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir, Ḥamzah, ʼAbū Ǧaʽfar und Ḫalaf: „as-Salama“: „der sich euch gegenüber unterwerfen will“.

[2] „lasta mu’minān“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „lasta mūmanan“: „Du bist (bei uns) nicht in Sicherheit.“

  1. Aḷḷāh, es gibt keine Gottheit außer Ihm (d.h. nichts, das zu Recht angebetet wird). Er wird euch mit Gewissheit alle versammeln am Tag der Auferstehung, an dem es keinerlei Zweifel gibt. Wer könnte in Seinen Worten wahrhaftiger sein als Aḷḷāh?
  2. Wie könnt ihr hinsichtlich [des Umgangs mit den] Heuchlern nur geteilter Meinung sein, wo Aḷḷāh selbst sie doch wegen ihres Tuns (wieder zum Unglauben) zurückgeworfen hat?[1] Wollt ihr etwa jene rechtleiten, die Aḷḷāh (wegen ihrer Sünden) in die Irre geleitet hat? Wen Aḷḷāh in die Irre leitet, für den wirst du keinen Weg finden.
  3. Sie (die Heuchler) wünschten, ihr würdet ungläubig werden, wie auch sie ungläubig geworden sind, sodass ihr einander gleichen würdet. Darum nehmt euch keinen von ihnen als Beschützer, bis auch sie (als Zeichen ihres Glaubens) auf dem Weg Aḷḷāhs auswandern. Wenn sie sich aber abwenden, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr auf sie treffen mögt, und nehmt euch keinen von ihnen als Beschützer oder Helfer.
  4. Ausgenommen davon sind jene, die zu einem Volk gelangen, mit dem ihr ein Bündnis eingegangen seid oder jene, die mit beklommenem Herzen zu euch kommen, weil sie weder gegen euch noch gegen ihre eigenen Leute kämpfen wollen. Hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätte Er ihnen fürwahr Macht über euch gegeben, sodass sie gegen euch gekämpft hätten. Wenn sie sich aber zurückziehen, euch nicht bekämpfen, sondern euch den Frieden anbieten, dann hat Aḷḷāh euch keinen Grund gegeben, gegen sie vorzugehen.
  5. Ihr werdet aber (unter den Heuchlern) auch andere finden, die vor euch und vor ihren Leuten in Sicherheit sein wollen.[2] Jedes Mal, wenn sie von Neuem zur Versuchung (des Unglaubens) gerufen werden, stürzen sie sich kopfüber hinein. Wenn sie sich darum nicht von euch fernhalten und euch keinen Frieden anbieten (sondern bewaffnet gegen euch vorgehen) und ihre Hände euch gegenüber nicht zügeln, dann ergreift und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft. Denn jene betreffend haben Wir (wegen ihres Verrats) euch die deutliche Ermächtigung erteilt (gegen sie zu kämpfen).
[1] Eine Gruppe war der Ansicht, man müsse sie wegen ihres Unglaubens bekämpfen, die anderen wegen ihres „Glaubens“, man dürfe sie nicht bekämpfen.

[2] Sie geben euch Muslimen gegenüber vor, gläubig zu sein, um vor euch sicher zu sein, und gegenüber ihren Leuten, die Götzendiener sind, geben sie vor, deren Glaubensvorstellungen zu folgen, um vor ihnen ebenso sicher zu sein.

  1. Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht damit Aḷḷāh, und was den betrifft, der sich abwendet, so (sei nicht traurig, denn) wir haben dich nicht entsandt, damit du ihr Tun beaufsichtigst.
  2. [Die Heuchler] sagen: „Wir gehorchen dir.“ Wenn sie aber von dir weggehen, hecken einige von ihnen heimlich anderes aus, als das, was sie (dir) gesagt haben. Aḷḷāh aber verzeichnet, was sie im Verborgenen aushecken. Darum lass sie (sie können dir nicht schaden), und vertrau auf Aḷḷāh. Aḷḷāh genügt als Sachwalter.
  3. Denken sie denn nicht über den Qur’ān nach (sodass ihnen auffällt, dass er keinerlei Widersprüche beinhaltet)? Wäre er von einem anderen als Aḷḷāh, so würden sie darin mit Sicherheit zahlreiche Widersprüche finden.
  4. Wenn ihnen (den Heuchlern) etwas zu Ohren kommt, was Sicherheit oder Furcht (vor dem Feind) betrifft, dann verbreiten sie es überall (in der Öffentlichkeit selbst dann, wenn die Verbreitung schaden würde). Würden sie es aber (nur) dem Gesandten und jenen mitteilen, die unter ihnen Befehlsgewalt (und Wissen) besitzen, dann würden von ihnen fürwahr diejenigen, die es herauszufinden vermögen wissen (ob es öffentlich gemacht werden soll oder nicht). Wären nicht die Gunst (des Islam, die euch gewährt wurde) und die Gnade Aḷḷāhs (in Form des Qur’ān) mit euch, wahrlich, ihr wäret – bis auf einige wenige unter euch – alle dem Satan gefolgt.
  5. So kämpfe du (Gesandter Aḷḷāhs) auf dem Weg Aḷḷāhs (damit Sein Worte das Höchste ist). (Du wirst nicht nach den anderen gefragt werden) denn du bist nur für dich selbst verantwortlich. Sporne die Gläubigen (dazu) an. Aḷḷāh mag die Gewalt derer, die nicht glauben wollen, zurückhalten, denn Aḷḷāh verfügt über weit mehr Gewalt und ist strenger im Strafen.
  6. Wer Fürsprache für eine gute Sache einlegt, der erhält einen Anteil des Lohnes dafür. Und wer Fürsprache für eine üble Sache einlegt, der erhält einen Anteil an der Strafe. Aḷḷāh war schon immer Zeuge[1] (über jegliches Tun des Menschen).
  7. Und wenn euch ein Gruß entgegenbracht wird, dann antwortet mit einem noch schöneren Gruß oder erwidert ihn (in gleicher Weise), denn Aḷḷāh hat schon immer genauestens abgerechnet.[2]
[1] Muqīt bedeutet „Zeuge“ (Šahīd), aber auch „Wächter“ (Raqīb), „Bewahrer“ (Ḥāfiẓ).

[2] Wer also den Gruß schöner erwidert, darf mehr Lohn erwarten als jemand, der ihn gleichermaßen erwidert.

  1. Warum denn wollt ihr nicht um Aḷḷāhs willen kämpfen und um der Hilflosen willen, Männer, Frauen und Kinder, die sagen: „O Aḷḷāh! Führe uns hinaus aus dieser Stadt (Mekka), deren Bewohner ungerechte (Tyrannen) sind (da sie zum Götzendienst aufrufen und uns unterdrücken). Gib uns von Dir aus einen, der sich um uns kümmert und gib uns von Dir aus einen Helfer!“
  2. Die, die (wahrhaftig) glauben, kämpfen auf dem Weg Aḷḷāhs (damit Sein Wort das Höchste ist), und die, die nicht glauben wollen, kämpfen auf dem Weg ihrer falschen Götter. So kämpft gegen die Helfer des Satans, denn die List des Satans war fürwahr schon immer schwach (und so schadet sie denen, die auf Gott vertrauen, nicht).
  3. Hast du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht jene (unter deinen Gefährten) gesehen, zu denen gesagt wurde (als sie einst – bevor der Kampf auf dem Weg Aḷḷāhs zur Pflicht gemacht wurde – darum baten, kämpfen zu dürfen): „Haltet eure Hände (vom Kampf) zurück, verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakāh.“ Als ihnen dann aber (nachdem sie nach Medina ausgewandert waren) befohlen wurde zu kämpfen, fürchteten manche von ihnen die Menschen in gleicher Weise wie Aḷḷāh, oder sogar noch mehr und sagten: „Unser Herr! Warum hast Du uns zu kämpfen vorgeschrieben? Würdest Du uns doch nur ein klein wenig Aufschub gewähren!“ Sag (du, Gesandter Aḷḷāhs, zu ihnen): „Kurz ist das (gute) Leben in dieser Welt, und das Jenseits ist besser für den, der sich stets vor Aḷḷāh in Acht nahm, und euch[1] wird keinerlei Unrecht getan werden, nicht einmal im Ausmaß eines Dattelkernfadens.“
  4. Wo auch immer ihr sein mögt, der Tod wird euch doch ereilen, selbst wenn ihr euch in uneinnehmbaren Burgen (weitab vom Schlachtfeld) befändet. Wenn ihnen Gutes widerfährt, dann sagen sie: „Das ist von Aḷḷāh!“ Und wenn sie ein Unglück trifft, sagen sie (den Propheten ﷺ als schlechtes Omen sehend): „Das ist wegen dir (geschehen)!“ Sag: „Alles ist von Aḷḷāh (denn es geschieht aufgrund Seiner Vorherbestimmung).“ Was ist nur mit diesen Leuten, dass sie nahezu nichts von dem verstehen, was (ihnen) gesagt wird?
  5. Was dir (Mensch) an Gutem widerfährt, ist von Aḷḷāh, und was dich an Übel trifft, ist von dir selbst (als Folge deiner Vergehen). Wir haben dich (Prophet) als Gesandten zu den Menschen (allen) geschickt. Aḷḷāh genügt als Zeuge (deiner wahrheitsgemäßen Übermittlung Seiner Botschaft).
[1] „tuẓlamūna“ nach der Lesart von Nāfiʽ, ʼAbū ‛Amr, Ibn ʽĀmir, ʽĀṣim, Rauḥ nach einer Version und Yaʽqūb.

Nach allen anderen: „yuẓlamūna“: „ihnen“.

  1. Und würden Wir ihnen befehlen: „Tötet euch gegenseitig!“, oder: „Verlasst eure Wohnstätten!“, so würden nur wenige von ihnen es tun (d.h. darum sollen sie dankbar dafür sein, dass Aḷḷāh ihnen nicht etwas befiehlt, was sie in äußerste Bedrängnis bringen würde). Würden sie nur tun, wozu sie ermahnt worden sind, wahrlich, es wäre besser für sie (als diese Ungehorsamkeit) und würde ihren Glauben festigen,
  2. Wir würden ihnen reichlichen Lohn von Uns gewähren
  3. und sie einen geraden Weg leiten (der sie zu Aḷḷāh und somit ins Paradies führt).
  4. Wer Aḷḷāh und Seinem Gesandten gehorcht – sie sind es, die mit jenen sein werden, denen Aḷḷāh Seine Gnade zuteilwerden lässt (indem Er sie ins Paradies führen wird): mit den Propheten und denen, die stets die Wahrheit bezeugen, den Märtyrern und den Rechtschaffenen. Welch gute Gefährten (im Paradies)!
  5. Jene Huld kommt von Aḷḷāh, und es genügt, dass Aḷḷāh Wissen um alles (Gute, das sie getan haben) besitzt (und sie dafür belohnen wird).
  6. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt, seid vorsichtig (und seid gründlich vorbereitet gegenüber eurem Feind)! Darum rückt truppenweise aus oder alle zusammen.
  7. Wahrlich, unter euch (Muslimen) gibt es so manchen (Heuchler), der (beim Ausrücken in den Kampf) zaudert (und so auch andere zögern lässt). Wenn euch dann (im Kampf) ein Unheil trifft, sagt er: „Aḷḷāh hat mir Seine Gnade zuteilwerden lassen, sodass ich nicht bei ihnen war!“
  8. Wenn euch aber Aḷḷāh Seine Gunst schenkt (wie einen Sieg und reichliche Beute), dann wird er, als ob es zwischen euch und ihm keinerlei Freundschaft gebe, mit Sicherheit sagen: „Wäre ich doch nur bei ihnen gewesen, so hätte (auch) ich einen großen Triumph zu verzeichnen!“
  9. So sollen die auf dem Weg Aḷḷāhs kämpfen (damit Aḷḷāhs Wort das Höchste ist), die das weltliche Leben um des Jenseits willen verkaufen. Wer aber auf dem Weg Aḷḷāhs kämpft, ob er nun getötet wird oder siegt, dem werden Wir gewaltigen Lohn bescheren.
  1. Siehst du nicht jene (unter den Juden), die behaupten, sie würden an das glauben, was zu dir hinabgesandt wurde und an das, was vor dir hinabgesandt wurde? Sie wollen sich in ihren Rechtsstreitigkeiten an falsche Götter wenden (d.h. nicht an das, was Aḷḷāh offenbart hat, sondern an das, was Menschen an Gesetzen festgelegt haben), wo ihnen doch befohlen wurde, nicht daran zu glauben. Der Satan möchte sie weitab in die Irre führen.
  2. Und wenn zu ihnen gesagt wird: „Kommt her zu dem, was Aḷḷāh herabgesandt hat, und zum Gesandten (um eure strittigen Angelegenheiten zu lösen)“, dann siehst du, wie die Heuchler (unter den Juden) sich widerwillig von dir abwenden.
  3. Wie aber sieht es mit ihnen aus, wenn sie dann, wenn sie wegen ihres (sündhaften) Tuns ein Unglück trifft, zu dir kommen und (heuchlerisch und sich rausredend) bei Aḷḷāh schwören: „Wir wollten doch nur Gutes tun und Frieden stiften (zwischen den streitenden Parteien).“
  4. Jene sind es, von denen Aḷḷāh weiß, was sie in ihren Herzen (an schlechten Absichten) verbergen. Darum wende dich von ihnen ab, ermahne sie und sprich zu ihnen (über ihre Haltung) in eindringlichen Worten.
  5. Keinen Gesandten haben Wir geschickt, es sei denn, damit ihm – mit dem Willen Aḷḷāhs – gehorcht werde. Würden sie nur, als sie gegen sich selbst versündigt haben, zu dir kommen und Aḷḷāh um Vergebung bitten und würde daraufhin auch der Gesandte für sie um Vergebung bitten, fürwahr, sie würden sehen, dass Aḷḷāh ihre Reue annimmt und gnädig (mit ihnen) ist.
  6. Aber nein! Bei deinem Herrn, sie sind nicht eher wahrhaft gläubig, bis sie dich zum Richter über all ihre Zwistigkeiten machen und dann (wenn du entschieden hast) keinerlei Zweifel über dein Urteil hegen und sich diesem in vollkommener Ergebenheit unterwerfen.
  1. Jene sind es, die Aḷḷāh verflucht (und somit aus Seiner Gnade ausgeschlossen) hat, und wen Aḷḷāh verflucht, für den findest du keinen Helfer.
  2. Haben sie etwa Anteil am Reich (Aḷḷāhs)? Hätten sie das, würden sie den Menschen (davon) nicht einmal im Ausmaß des Punktes, der sich auf der Rückseite eines Dattelkerns befindet, abgeben.
  3. Oder beneiden sie etwa die Menschen (nämlich Muḥammad und seine Anhänger) wegen dem, was Aḷḷāh ihnen von Seiner Gnade gewährt hat (nämlich Prophetenschaft, Glaube und Einfluss), obwohl Wir doch schon dem Haus Abrahams die Offenbarung des Buches und Weisheit (nämlich alles, was ihnen neben der Thora offenbart wurde) gewährten und ihnen gewaltige Herrschaft verliehen.
  4. Unter ihnen (den Leuten der Schrift) gibt es solche, die daran glauben (nämlich an das, was Abraham und den Propheten nach ihm offenbart wurde) und andere, die sich davon abgewendet haben. Und das Höllenfeuer ist die geeignete Strafe (für sie).
  5. Wahrlich, die, die Unsere Zeichen leugnen, werden Wir in einHöllenfeuer hineinbringen (das sie verbrennen wird). Jedes Mal, wenn ihre Haut weggebrannt ist, werden Wir sie durch eine neue Haut ersetzen, damit sie die Qual kosten mögen. Fürwahr, Aḷḷāh war (zu etwas) schon immer imstande und ist seither weise (in Seiner Art der Bestrafung).
  6. Die aber, die (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben und Gutes tun, werden Wir in Gärten durcheilt von Bächen eingehen lassen, ewig darin zu verweilen. Dort werden sie (von jeglicher Art Schmutz) vollkommen gereinigte Partnerinnen haben, und Wir werden ihnen weit ausgedehnten Schatten spenden (sodass es ihnen weder zu warm noch zu kalt ist).
  7. Siehe, Aḷḷāh befiehlt euch, euch anvertrautes Gut seinem Eigentümer zurückzugeben und dass ihr, wenn ihr zwischen den Menschen richtet, dies in gerechter Weise tut. Wahrlich, wie trefflich das doch ist, wozu Er euch ermahnt! Aḷḷāh hörte und sah fürwahr schon immer (alles, was ihr sagt und tut).
  8. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Gehorcht Aḷḷāh und gehorcht dem Gesandten und ebenso jenen unter euch, die die Befehlsgewalt innehaben (sofern letztere euch nicht zu Sündhaftem auffordern). Seid ihr aber hinsichtlich einer Angelegenheit uneins, dann bringt sie vor Aḷḷāh (d.h. den Qur’ān) und den Gesandten (d.h. die Sunnah), wenn ihr (wahrhaft) an Aḷḷāh und an den letzten Tag glaubt. Das ist besser (als uneinig zu bleiben) und führt am ehesten zu einem guten Ende.
  1. Aḷḷāh aber kennt eure Feinde besser (als ihr). Aḷḷāh aber genügt als Schutzherr (vor ihrer Gewalt), und Aḷḷāh genügt als Helfer (gegen ihre Pläne).
  2. Unter den Juden gibt es manche, die die Worte (Aḷḷāhs) abändern (ihre Bedeutung entstellen) und (zum Gesandten Aḷḷāhs ﷺ spöttisch) sagen: „Wir hören (was du uns befiehlst) und gehorchen nicht!“ und: „Hör (du uns zu), (du seiest von) keinem erhört!“ und die sagen: „Rāʽinā“[1], indem sie mit ihren Zungen spielen und so den Glauben verleumden. Hätten sie nur gesagt: „Wir hören (auf dich) und wir gehorchen!“[2] und: „Hör“[3] und „sei geduldig mit uns!”[4]“ so wäre es fürwahr besser für sie gewesen und aufrechter. Aḷḷāh aber hat sie wegen ihres Unglaubens verflucht, und so glauben sie nicht, bis auf wenige (von ihnen, wie ʽAbduḷḷāh Ibn Salām).
  3. Ihr (Juden und Christen), denen eine Offenbarungschrift gegeben wurde! Glaubt an das, was Wir nun auf (Muḥammad ﷺ) hinabgesandt haben und was das bestätigt, was sich (an Offenbarung) bereits (von der Thora und vom Evangelium) bei euch befindet, bevor Wir die Gesichter (und damit all ihre Sinne) auslöschen und umwenden oder sie verfluchen, wie Wir die Leute des Sabbats[5] verflucht haben. Denn der Befehl Aḷḷāhs wurde schon immer (unweigerlich) ausgeführt.
  4. Wahrlich, Aḷḷāh vergibt nicht, wenn Ihm etwas (hinsichtlich Seiner Göttlichkeit, Herrschaft oder Seinen Namen und Eigenschaften) zur Seite gestellt wird. Aber Er vergibt, was geringer ist, als das, (aus Seiner Huld heraus) wem Er will. Wer Aḷḷāh aber etwas zur Seite stellt, der hat fürwahr eine gewaltige Sünde ersonnen.
  5. Kennst du nicht jene, die sich selbst ihrer (vermeintlichen) Reinheit rühmen? Aḷḷāh aber ist es, der (wirklich) rühmt, wen Er will (da Er auch ihr Innerstes kennt), und ihnen wird nicht einmal im Ausmaß der Faser eines Dattelkerns Unrecht getan.
  6. Schau, wie sie Lügen über Aḷḷāh erfinden! Das allein genügt schon als offenkundige Sünde.
  7. Siehst du nicht jene (Juden), denen (durch) einen Teil der) Offenbarungsschrift (der ThoraWissen) gegeben wurde? Sie glauben an Zauberei und Götzen und sagen zu den Ungläubigen (unter den Götzendienern, um ihnen zu schmeicheln), sie seien eher rechtgeleitet als die, die glauben (nämlich die Anhänger Muḥammads ﷺ).
[1] Siehe Anmerkung zu Vers 104, Sūrah 2, Siehe Fußnote Nr. 50 S. 16.

[2] Anstatt: „Wir hören (was du uns befiehlst) und gehorchen nicht!“

[3] Anstatt: „Hör (du uns zu), (du seiest von) keinem erhört!“

[4] Anstatt: „Rāʽinā“.

[5] siehe Vers 163, Sūrah  7.

  1. und für jene, die nur deswegen von ihrem Vermögen spenden, um von den Leuten dabei gesehen (und gelobt) zu werden und weder an Aḷḷāh noch an den letzten Tag glauben. Der aber, dessen Gefährte der Satan ist, der hat einen üblen Gefährten!
  2. Was hätten sie denn zu befürchten, wenn sie an Aḷḷāh und den letzten Tag glauben und von dem spenden würden, was Aḷḷāh ihnen gegeben hat? Aḷḷāh wusste ja schon immer (zur Gänze) über sie Bescheid.
  3. Wahrlich, Aḷḷāh fügt keinem auch nur im Gewicht einer winzigen Ameise Unrecht zu. Und ist es eine gute Tat, dann vervielfacht Er den Lohn dafür und gewährt darüber hinaus noch von Sich aus gewaltigen Lohn.
  4. Wie wird es (am Tag der Auferstehung) sein, wenn Wir für jede Gemeinschaft einen Zeugen vorbringen werden (nämlich ihren jeweiligen Propheten, der bezeugen wird, was sie getan hat) und Wir dich (Gesandter Aḷḷāhs) beibringen werden als Zeuge über sie (nämlich deine Gemeinschaft)?
  5. An jenem Tag werden die, die ungläubig waren und nicht auf den Gesandten hörten, wünschen, die Erde würde über ihnen eingeebnet werden[1]. Sie werden kein Wort (über ihr Tun) vor Aḷḷāh verbergen können (denn Aḷḷāh wird ihre Zungen versiegeln, sodass sie nicht fähig sein werden, zu sprechen, und Er wird ihre Gliedmaßen Zeugnis über ihr Tun ablegen lassen).
  6. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Macht euch nicht daran, das Gebet zu verrichten, während ihr betrunken seid, (sondern wartet) bis ihr versteht, was ihr sagt,[2] und betet auch nicht im Zustand der großen Unreinheit (d.h. nach dem Geschlechtsverkehr oder geschlechtlichem Höhepunkt) – (und betretet in diesem Zustand auch nicht die Moschee) es sei denn, ihr geht nur daran vorbei (ohne dort zu verweilen) – bis ihr die Ganzkörperwaschung vollzogen habt. Und wenn ihr krank seid oder auf einer Reise oder wenn ihr eure Notdurft verrichtet oder Frauen beigewohnt habt und kein Wasser findet (das ihr verwenden könntet), dann sucht reinen Erdboden und streicht damit über euer Gesicht und eure Hände. Fürwahr, Aḷḷāh vergab (Seinen Ihn um Vergebung bittenden Dienern) schon immer und nimmt (sie) seit jeher in Schutz.
  7. Kennst du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht jene (Juden) gesehen, denen (an Wissen) ein Teil des Buches (der Thora) gegeben wurde? Sie erkaufen (damit) den Irrtum und wollen auch euch (Muslime) vom rechten Weg abbringen.[3]
[1] „tusawwā“ nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ‛Amr, ʽĀṣim und Yaʽqūb.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar („tassawwā“) und nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf („tasawwā“): „die Erde würde sich über ihnen einebnen“.

[2] Dies galt vor dem gänzlichen Verbot jeglicher berauschender Substanzen.

[3] Hier endet nach der kūfischen und šāmischen Zählung ein Vers.

  1. Die Männer haben Sorge für die Frauen zu tragen (d.h. sie tragen Verantwortung für sie und haben für ihren Unterhalt zu sorgen), wegen der Vorzüge, durch die Aḷḷāh die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen (für die Frauen) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen jene, die (Aḷḷāh und somit auch ihrem Ehemann) gehorsam sind und (während seiner Abwesenheit dessen) Geheimnisse wahren, weil Aḷḷāh ihnen (dafür) den Erfolg verleiht[1]. Und jene, von denen ihr Überheblichkeit (gegenüber ihrem Ehemann und dem Gehorsam ihm gegenüber) befürchtet, die ermahnt (zuerst), (dann, wenn die Ermahnung nichts nützt) meidet sie im Ehebett (indem ihr nicht mit ihnen verkehrt) und (wenn auch das keinen Erfolgt zeigt) schlagt sie (ohne ihnen wehzutun). Wenn sie euch daraufhin gehorchen, dann geht nicht gegen sie (durch Unrecht oder Tadel) vor, denn wahrlich, Aḷḷāh war schon immer (über alle Dinge) erhaben und groß.
  2. Und wenn ihr (Angehörige der Eheleute) fürchtet, dass es zum Bruch zwischen ihnen (den Eheleuten) kommen könnte, dann bestimmt einen (männlichen redlichen) Schiedsrichter aus seiner Familie und einen (männlichen redlichen) Schiedsrichter aus ihrer Familie (um darüber zu entscheiden, ob es besser für die beiden Eheleute ist, sich zu trennen oder beisammen zu bleiben). Wenn sie (die Schiedsrichter) die Versöhnung wollen, dann wird Aḷḷāh Frieden zwischen ihnen stiften. Denn fürwahr, Aḷḷāh wusste schon immer alles und genauestens.
  3. Dient (allein) Aḷḷāh und stellt Ihm nichts zur Seite, seid gütig zu den Eltern, den Verwandten, Waisen und Armen und dem Nachbarn, ob er nun mit euch verwandt ist oder nicht, und (seid gütig) zum Freund, der euch begleitet, dem (fremden) Reisenden (dem die Mittel ausgegangen sind) und euren Sklaven. Denn wahrlich, Aḷḷāh liebt noch nie diejenigen, die von sich selbst eingenommen und (anderen gegenüber) hochmütig sind,
  4. die geizig sind (und deshalb ihren Pflichten nicht nachkommen) und andere dazu anspornen, ebenfalls zu geizen und das verbergen, was Aḷḷāh ihnen von Seiner Gunst (an Versorgung, Wissen u. a.) zuteilwerden hat lassen. Für die Ungläubigen (- solche Eigenschaften sind keine der Gläubigen -) haben Wir erniedrigendes Leid vorbereitet,
[1] „Aḷḷāhu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „Aḷḷāha“: „weil sie Aḷḷāh(s Religion) bewahrt haben“.

  1. Aḷḷāh möchte sich in Seiner Gnade euch zuwenden[1] (und euch vergeben). Jene aber, die nur ihren eigenen Wünschen folgen, möchten, dass ihr weit vom rechten Weg abkommt.
  2. Aḷḷāh möchte es euch (durch Seine Gebote) leichtmachen, denn der Mensch ist (sowohl von seiner körperlichen Konstitution als auch von seiner Wesensart her) schwach erschaffen.
  3. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh) glaubt (und Seinem Gesandten folgt)! Verschlingt nicht gegenseitig euer Vermögen zu Unrecht (wie durch Diebstahl, Bestechung usw.), sondern betreibt Handel in gegenseitigem Einvernehmen, und bringt euch nicht um, denn Aḷḷāh war wahrlich schon immer voll der Gnade euch gegenüber (indem Er u.a. euren Besitz und euer Leben für unverletzlich erklärt hat).
  4. Wer es aber in feindseliger Absicht und (wissentlich) Unrecht verübend dennoch tut, den wird Er (am Tag der Auferstehung) in einem Feuer brennen lassen, und das ist für Aḷḷāh ein Leichtes.
  5. Wenn ihr die großen unter den Sünden (wie den Širk, die Widerspenstigkeit gegen die Eltern, Mord und Zinsen) meidet, die euch verboten wurden, dann werden Wir euch die geringeren Vergehen tilgen und euch an einen ehrenvollen Ort (nämlichins Paradies) führen.
  6. Begehrt nicht das, wodurch Aḷḷāh die einen von euch vor den anderen ausgezeichnet hat (damit es nicht zu Neid und danach Konflikten kommt). Die Männer erhalten ihren Lohn entsprechend dem, was sie erworben haben, und die Frauen erhalten ihren Lohn entsprechend dem, was sie erworben haben. Bittet Aḷḷāh um (mehr) von Seiner Gnadenfülle, denn Aḷḷāh besaß fürwahr schon immer Kenntnis um alle Dinge (weshalb Er jedem das zuteilte, was für ihn geeignet ist).
  7. Für jeden haben Wir die Hinterlassenschaft der Eltern und Verwandten betreffend, Verwandtschaft väterlicherseits als Erben bestimmt. Und gebt jenen, mit denen ihr durch einen Eid einen Bund (zu gegenseitiger Hilfeleistung) geschlossen habt, ihren Anteil, denn wahrlich, Aḷḷāh war schon immer über alles Zeuge.[2]
[1] Oder: Aḷḷāh will eure Reue annehmen.

[2] Das Erben aufgrund eines Bündnisses (arab. Ḥilf) war am Anfang des Islam.

Juz 4

  1. Auch ist es euch verboten, verheiratete Frauen zu ehelichen, außer jenen, die ihr (im Kampf auf dem Weg Aḷḷāhs als Gefangene) in Besitz genommen habt (nachdem ihre ʽIddah[1] ausgelaufen ist). Das ist Aḷḷāhs Verordnung für euch. Erlaubt sind[2] euch alle (Frauen) darüber hinaus, nämlich mit eurem Vermögen (nach Frauen) zu streben, um sie zu heiraten, nicht jedoch, um Unzucht zu treiben. Und gebt jenen, die ihr (im Vollzug der Ehe) genossen habt, ihre Brautgabe als Pflicht. Es ist jedoch kein Vergehen für euch, wenn ihr über diese Vorschrift hinaus – in gegenseitigem Einverständnis – eine Übereinkunft trefft (d.h. über eine höhere oder geringere Brautgabe), denn wahrlich, Aḷḷāh wusste schon immer alles und ist seit jeher weise.
  2. Wer von euch aber nicht vermögend genug ist, um freie gläubige Frauen zu heiraten, der soll eine von den (dem Anschein nach) gläubigen Sklavinnen heiraten. Aḷḷāh kennt [die Wahrhaftigkeit eures] Glaubens am besten, und die einen von euch stammen ja von den anderen (d.h. ihr seid, ob frei oder Sklave, unabhängig von eurem sozialen Status, alle eines Glaubens und Teil der einen Menschheit). So heiratet sie mit der Erlaubnis ihrer Angehörigen (die ihre Eigentümer sind), und gebt ihnen ihre Morgengabe auf gerechte Weise, wenn sie ehrbar sind, keine Unzucht betreiben und sich nicht heimlich Liebhaber nehmen. Wenn sie dann verheiratet sind und sich danach der Unzucht schuldig machen, so sollen sie die Hälfte der Strafe erhalten, die einer freien Frau gebührt (nämlich nur 50 Peitschenhiebe und keine Steinigung). Dies (nämlich die Erlaubnis gläubige Sklavinnen zu heiraten) ist eine Erleichterung für jene unter euch, die fürchten in Bedrängnis zu geraten (und Unzucht zu begehen, aber nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, eine freie gläubige Frau zu ehelichen). Wenn ihr aber geduldig seid, so ist es besser für euch (keine Sklavinnen zu heiraten, um zu vermeiden, Kinder zu bekommen, die als Sklaven geboren werden). Aḷḷāh vergibt (Seinen Dienern) ständig und ist (ihnen) gnädig.
  3. Aḷḷāh möchte euch (mit diesen Gesetzen Seine Gebote) deutlich machen (was für euch von Nutzen ist), euch zur Lebensweise derer (Propheten) leiten, die vor euch waren und Sich euch (in Barmherzigkeit) zuwenden, denn Aḷḷāh weiß (worin der Nutzen Seiner Diener steckt) und ist weise (in Seiner Gesetzgebung).
[1] Das ist die Zeit, die nach einer Scheidung u. ä. verstreichen muss, bevor die Frau erneut heiraten darf.

[2] „’uḥilla“ nach der Lesart von Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisā’iyy, ʼAbū Ǧaʽfar und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „’aḥalla“: „Erlaubt hat Er“.

  1. Und wenn ihr eine Ehefrau gegen eine andere eintauschen wollt (indem ihr euch von einer Ehefrau scheiden lassen und eine andere heiraten wollt) und ihr der einen ein größeres Vermögen (als Brautgabe) gegeben habt, dann nehmt nichts davon wieder zurück. Wollt ihr es denn zurücknehmen und dadurch eine Verleumdung begehen und offensichtlich Schuld auf euch laden?[1]
  2. Wie könnt ihr es wieder an euch nehmen, wo ihr einander Zuneigung geschenkt (und euch eure Geheimnisse anvertraut habt) und sie mit euch einen festen Bund (nämlich den der Ehe) geschlossen haben?
  3. Und heiratet keine Frauen, die zuvor bereits eure Väter geheiratet haben – es sei denn, es ist bereits (vor Herabsendung dieser Verse) geschehen. Wahrlich, das wäre eine Abscheulichkeit und (Aḷḷāh) verhasst. Welch übler Weg!
  4. Verboten (zur Heirat) sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Tanten väterlicherseits und eure Tanten mütterlicherseits, die Töchter eures Bruders und die Töchter eurer Schwester, eure Ammen, die euch gestillt haben, eure Milchschwestern und die Mütter eurer Frauen und auch eure Stieftöchter, die (ja meistens) in euren Häusern aufwachsen, von jenen Frauen, mit denen ihr die Ehe vollzogen habt. Habt ihr die Ehe aber noch nicht vollzogen, so ist dagegen nichts einzuwenden. (Verboten sind euch) auch die Ehefrauen eurer leiblichen Söhne und ebenso ist es euch verboten, mit zwei Schwestern gleichzeitig verheiratet zu sein – es sei denn, es ist bereits (vor Herabsendung dieser Verse) geschehen, denn fürwahr, Aḷḷāh hat schon immer viel vergeben und ist seit jeher gnädig.
[1] Eine Verleumdung der ersten Ehefrau wäre es deshalb, weil der Ehemann nur dann die Brautgabe oder einen Teil davon bei der Scheidung zurückverlangen darf, wenn die Ehefrau eine moralische Verfehlung begangen hat und damit Ursache der Scheidung ist (Anm.d.Ü.).
  1. Und was jene eurer Frauen betrifft, die eine Abscheulichkeit (nämlich außerehelichen Geschlechtsverkehr) begehen, so sollen vier (redliche muslimische) Männer dies bezeugen. Bezeugen sie es, dann sperrt sie in ihren Häusern ein, bis der Tod sie ereilt oder Aḷḷāh ihnen einen anderen Weg eröffnet.[1]
  2. Und wenn zwei Männer von euch es begehen, dann bestraft sie (physisch und durch tadelnde Worte). Wenn sie aber davon Abstand nehmen und sich bessern, dann lasst von ihnen ab, denn Aḷḷāh nahm schon immer die Reue (Seiner Diener) ständig an und ist seit jeher gnädig.
  3. Aḷḷāh nimmt nur die Reue derer an, die aus Unwissenheit (über die wahren Konsequenzen der Sünde)[2] ein Vergehen begehen und hierauf beizeiten umkehren (nämlich bevor sie im Sterben liegen). Jenen wendet sich Aḷḷāh wieder gnädig zu, denn Aḷḷāh war schon immer allwissend und allweise.
  4. Keine Reue(annahme) aber haben die zu erwarten, die Übeltaten begehen und dann, im Angesicht des Todes, sagen: „Wahrlich, jetzt bereue ich!“, und auch die nicht, die als Ungläubige sterben. Jene sind es, für die Wir schmerzliches Leid vorbereitet haben.
  5. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Es ist euch nicht erlaubt, die (Ehe)frauen (eurer verstorbenen Väter) gegen ihren Willen zu erben (als ob sie zum Erbe gehören so wie es in vorislamischer Zeit üblich war, als die Familie des Verstorbenen dessen Ehefrau erbte und dann wem sie wollten zur Frau gaben). Und haltet sie (eure Ehefrauen) nicht bei euch fest, um etwas von dem wiederzubekommen, was ihr ihnen (als Brautgabe) gegeben habt, es sei denn, sie hätten eine offenkundige[3] Abscheulichkeit begangen. Geht in gütiger Weise mit ihnen um, denn auch wenn sie euch (aufgrund einer weltlichen Angelegenheit) zuwider sind, so mag es doch sein, dass euch etwas zuwider ist, in das Aḷḷāh viel Gutes gelegt hat.
[1] Diese Strafe und die im folgenden Vers wurde dann laut ʼImām aṭ-Ṭabariyy durch die Steinigung für einen Muḥṣan und das Auspeitschen eines Nicht-Muḥṣan aufgrund mehrerer Ḥadīṯe – u. a. den von ʽUbādah Ibn aṣ-Ṣāmit über den Propheten in Ṣaḥīḥ Muslim u. a. – aufgehoben (siehe Tafsīr aṭ-Ṭabariyy 6/497, Haǧar-Ausgabe).

[2] Mit „unwissentlich“ ist nicht gemeint, dass man nicht wusste, dass jene Tat sündhaft ist, sondern dass der Sünder Aḷḷāh im Moment der Sünde nicht wirklich kennt und Ihm gegenüber und um Seine Gewaltigkeit kein Wissen hat, das ihn davon abgehalten hat. In diesem Sinne ist jeder Sünder ein Unwissender (siehe Ṭabariyy)

[3] „mubayyinah“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und Šuʽbah: „mubayyanah“. So wurde es oben übersetzt.

Die Lesart der Mehrheit bedeutet entweder dasselbe oder: „sie hätten eine Abscheulichkeit begangen, die (den Zustand dieser Frau) verdeutlicht.“

  1. Ihr (Ehemänner) sollt die Hälfte dessen erhalten, was eure Ehefrauen hinterlassen, wenn sie keine Kinder haben (aus der Ehe mit euch oder einer früheren Ehe). Haben sie aber (mindestens) ein Kind (männlich oder weiblich), dann sollt ihr ein Viertel ihrer Hinterlassenschaft erhalten, nachdem das (etwaige) Vermächtnis (der Verstorbenen) berücksichtigt wurde und alle Schulden beglichen wurden. Und eure Ehefrauen sollen ein Viertel dessen erhalten, was ihr zurücklasst, wenn ihr keine Kinder habt (von der Verstorbenen oder einer anderen Ehefrau). Habt ihr aber Kinder, dann erhalten sie (die Ehefrauen) ein Achtel eurer Hinterlassenschaft, nachdem das (etwaige) Vermächtnis berücksichtigt und alle Schulden beglichen wurden. Wenn ein Mann oder eine Frau beerbt werden, die weder Vater noch Kind zurücklassen, und der Verstorbene einen Bruder mütterlicherseits oder eine Schwester mütterlicherseits hat, dann soll jeder der beiden jeweils ein Sechstel erhalten. Sind es aber mehr (als ein Geschwisterteil mütterlicherseits) sind, dann sollen sie sich ein Drittel (zu gleichen Anteilen) teilen, nachdem das (etwaige) Vermächtnis des Verstorbenen berücksichtigt wurde und alle Schulden beglichen wurden, unter der Bedingung, dass das Vermächtnis die Erben nicht schädigt (indem das Vermächtnis z.B. mehr als ein Drittel des Erbes umfasst). Dies ist eine Vorschrift von Aḷḷāh. Aḷḷāh weiß alles und istnachsichtig.
  2. Das sind die von Aḷḷāh (gesetzten) Grenzen (im Umgang mit den Waisen und dem Erbe), und wer Aḷḷāh und Seinem Gesandten gehorcht, den wird Er[1] in Gärten durcheilt von Bächen eingehen lassen, (ewig) darin zu verweilen. Das aber ist der größte Erfolg.
  3. Wer sich aber Aḷḷāh und Seinem Gesandten widersetzt und Seine Grenzen überschreitet, den wird Er[2] ins Höllenfeuer bringen lassen, (ewig) darin zu bleiben, und erniedrigendes Leid wird ihn erwarten.
[1] „yudḫilhu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „nudḫilhu“: „werden wir“.

[2] „yudḫilhu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „nudḫilhu“: „werden wir“.

  1. Den Männern steht ein Anteil dessen zu, was Eltern und Verwandte (wie Geschwister und Onkel) hinterlassen, und den Frauen steht ein Anteil dessen zu, was Eltern und Verwandte hinterlassen, sei es wenig oder viel, ein (von Aḷḷāh) vorgeschriebener Anteil (im Gegenteil zu dem, was in der Ǧāhiliyyah gang und gebe war, als Frauen nichts erbten).
  2. Und wenn bei der Verteilung (des Erbes andere) Verwandte, Waisen und Bedürftige zugegen sind (die keine Erben sind), dann gebt ihnen etwas davon (freiwillig), und sprecht freundlich zu ihnen.
  3. Und jene sollen sich fürchten, die sich, wenn sie selbst schwache Nachkommen (nämlichkleine Kinder) hinterlassen würden, um diese sorgen würden. Darum sollen sie sich vor Aḷḷāh in Acht nehmen (was die Versorgung der Waisen betrifft, die sich in ihrer Obhut befinden, so wie sie selbst ihre eigenen Kinder gut versorgt sehen würden) und passende Worte sprechen (indem man beim Vermächtnis kein Unrecht tut).
  4. Wahrlich, jene, die in ungerechter Weise das Vermögen der Waisen verschlingen, die verschlingen tatsächlich (am Tag der Auferstehung) Feuer in ihre Bäuche, und sie werden sich dereinst einer lodernden Flamme aussetzen.[1]
  5. Hinsichtlich eurer Kinder ordnet Aḷḷāh euch an: Auf ein Kind männlichen Geschlechts entfällt so viel wie der Anteil von zwei Kindern weiblichen Geschlechts. Sind es aber (nur) Töchter, mindestens zwei, dann fallen ihnen zwei Drittel dessen zu, was er hinterlässt. Ist es nur eine Tochter, dann erhält sie die Hälfte. Und jedem Elternteil fällt jeweils ein Sechstel dessen zu, was er hinterlässt, wenn er (mindestens) ein Kind (männlich oder weiblich) hat.[2] Hat er aber keine Kinder, und beerben ihn nur seine Eltern, dann soll seine Mutter ein Drittel erhalten (und den Rest erhält sein Vater). Wenn er Geschwister hat (männlich oder weiblich, aber mindestens zwei), dann erhält seine Mutter ein Sechstel (und den Rest sein Vater und die Geschwister nichts). Diese (Aufteilung des Erbes) erfolgt, nachdem das (etwaige) Vermächtnis (des Verstorbenen) berücksichtigt wurde (das Vermächtnis darf aber nur ein Drittel des Vermögens des Verstorbenen betreffen) und alle Schulden (die er möglicherweise aufgenommen hat) beglichen wurden. Eure Eltern und eure Kinder – ihr wisst nicht, wer von ihnen euch (im Diesseits und im Jenseits) an Nutzen nähersteht.[3] All das ist euch (darum) als Pflicht von Aḷḷāh auferlegt. Wahrlich, Aḷḷāh wusste schon immer alles und ist seit jeherweise.
[1] „yaṣlauna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir und Šuʽbah: „yuṣlauna“: „sie werden dereinst einer lodernden Flamme ausgesetzt werden.“

[2] Der Vater erhält ein Sechstel, wenn es mindestens einen Sohn. Daran ändert sich nichts, wenn es zusätzlich eine Tochter oder mehr gibt.

Gibt es nur Töchter, mindestens eine, erbt der Vater ein Sechstel und den Rest (Taʽṣīb), der nach den Farḍ-Anteilen übrigbleibt.

Gibt es keine Kinder, erbt der Vater den Rest (Taʽṣīb).

[3] Der Verstorbene mag über einen seiner Erben Gutes gedacht haben und ihm darum sein gesamtes Vermögen hinterlassen haben oder er mag Schlechtes über jemanden gedacht haben und ihn vom Erbe zur Gänze ausgeschlossen haben. In Wahrheit aber kann es sich genau gegenteilig verhalten. Darum diese Anordnung von Aḷḷāh, der allein Wissen um alles besitzt.

Sūrah 4 an-Nisā‘ – die Frauen

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ihr Menschen! Nehmt euch vor eurem Herrn, der euch aus einem einzigen Wesen (nämlich aus Adam) erschaffen hat, in Acht. Aus ihm erschuf Er Seine Partnerin (Eva), und aus beiden ließ Er viele Männer und Frauen hervorgehen und sich (auf Erden) verbreiten. Nehmt euch vor Aḷḷāh, in dessen Namen ihr einander bittet (indem ihr sagt: „Ich bitte dich in Gottes Namen“), in Acht und achtet die Verwandtschaftsbande. Denn wahrlich, Aḷḷāh wachte schon immer über euch.
  2. Übergebt den Waisen (d.h. denjenigen, die noch vor der Pubertät ihren Vater verloren haben) ihr Vermögen (wenn sie die gesetzliche Reife erreicht haben), und tauscht nicht (eure eigenen) schlechte(n wertlosen) Dinge gegen (ihre) guten (wertvollen) ein, und verzehrt nicht ihr Vermögen zusammen mit eurem eigenen, denn so etwas war fürwahr schon immer ein schweres Vergehen.
  3. Wenn ihr fürchtet, hinsichtlich (weiblicher) Waisen (die sich unter eurem Schutz befinden) nicht gerecht sein zu können (wenn ihr sie heiratet), dann heiratet lieber andere Frauen, die gut (für euch) sind, zwei, drei oder (höchstens) vier. Wenn ihr aber fürchtet, dass es euch nicht möglich sein wird, (sie) gleich zu behandeln, dann nur eine, oder (genießt) was ihr an Sklavinnen besitzt. So könnt ihr am ehesten vermeiden, Unrecht zu tun.
  4. Und gebt den Frauen ihre Brautgabe als (verpflichtendes) Geschenk, und wenn sie euch etwas davon freiwillig erlassen, dann verbraucht es bedenkenlos mit Genuss.
  5. Gebt nicht jenen, denen es (noch) an Urteilsvermögen mangelt, euer Vermögen, das Aḷḷāh euch als Unterhalt (für sie) gegeben hat. Versorgt und kleidet sie davon, und sprecht freundliche Worte zu ihnen (dass sie nämlich, sobald sie die nötige Reife und Urteilskraft erreicht haben, selbst über ihr Vermögen verfügen).
  6. Prüft die Waisen, wenn sie das heiratsfähige Alter erreicht haben (indem ihr ihnen einen Teil ihres Vermögens zur freien Verfügung übergebt). Wenn ihr dann erkennt, dass sie vernünftig (damit) umgehen, dann übergebt ihnen ihr (gesamtes) Vermögen. Und (wenn ihr aus Armut von ihrem Vermögen verzehren müsst, dann) verbraucht es nicht verschwenderisch und hastig, ehe sie erwachsen werden (nämlich aus Furcht, dass er dann nicht mehr für euch zur Verfügung steht). Wer aber von euch reich ist, der soll sich (des Vermögens der Waise, die unter seinem Schutz steht) enthalten, und wer arm ist, der soll in fairem Maße davon ausgeben. Wenn ihr ihnen dann ihr Vermögen aushändigt, dann lasst dies bezeugen, wenn auch Aḷḷāh als Zeuge, der abrechnet, genügt.
  1. Da erhörte ihr Herr sie (und sprach): „Ich werde fürwahr keines eurer Werke verlorengehen lassen, sei der, der es getan hat, nun ein Mann oder eine Frau; die einen von euch sind von den anderen (d.h. ihr gehört alle zu ein und derselben Gemeinschaft). Jene, die ausgewandert sind und jene, die (von den Ungläubigen) aus ihren Häuser vertrieben wurden und um Meinetwillen Leid erduldet haben, die gekämpft haben und gefallen sind[1], deren Vergehen werden Wir gewiss tilgen. Wir werden sie wahrlich in Gärten durcheilt von Bächen eingehen lassen als Lohn von Aḷḷāh. Bei Aḷḷāh ist die schönste Belohnung.“
  2. Lass dich auf keinen Fall dadurch täuschen,[2] dass die Ungläubigen im Land scheinbar schalten und walten, wie es ihnen beliebt.
  3. Es ist nur ein kurzer Genuss, dann aber wird das Höllenfeuer ihre Bleibe sein. Welch eine schlimme Lagerstatt!
  4. Jene aber, die sich vor ihrem Herrn in Acht zu nehmen pflegten, werden Gärten haben, durcheilt von Bächen, um darin (ewig) zu verweilen: eine Bewirtung von Aḷḷāh. Was sich bei Aḷḷāh befindet ist besser für die Gütigen (als das, was die Ungläubigen im Diesseits haben).
  5. Siehe, unter den Leuten der Schrift gibt es manche, die an Aḷḷāh glauben und an das, was zu euch hinabgesandt wurde und was zu ihnen hinabgesandt wurde. Sie sind voll Demut gegenüber Aḷḷāh, und sie verkaufen Aḷḷāhs Zeichen nicht um einen geringen Preis. Jene sind es, die ihren Lohn bei ihrem Herrn haben werden, denn fürwahr, Aḷḷāh ist schnell im Abrechnen.
  6. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Seid geduldig (hinsichtlich der Bestimmungen Aḷḷāhs) und übertrefft (eure Feinde) in Geduld! Seid aufmerksam[3] (hinsichtlich eurer Feinde) und nehmt euch vor Aḷḷāh stets in Acht, sodass ihr vielleicht erfolgreich sein werdet.
[1] „wa-qātalū wa qutilū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „qutilū wa qātalū“: „die gefallen sind und gekämpft haben“.

Nach Ibn Kaṯīr und Ibn ʽĀmir: „wa-qātalū wa quttilū“: „die gekämpft haben und zahlreich gefallen sind“.

[2] „yaġurrannaka“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ruways: „yaġurranka“: „Lass dich nicht dadurch täuschen“.

[3] Das im Arabischen verwendete Wort „rābiṭū“ kommt vom Verb „rabaṭa“, was „festbinden“ bedeutet. Ursprünglich wurde es für das Festbinden eines Pferdes verwendet, das sich auf einem Wachposten befindet. Man band es fest, damit es nicht durch den Feind vor Schreck flieht. Folglich steht es für Standhaftigkeit, aber auch für die aufmerksame Bewachung von Grenzen, durch die der Feind hineinstürmen könnte.

  1. Und (erwähne, Gesandter Aḷḷāhs) dass Aḷḷāh ein Abkommen mit jenen (Gelehrten unter den Juden und Christen) des Volkes der Schrift schloss: „Ihr sollt den Menschen [die Schrift] deutlich kundtun und sie nicht verbergen!“[1] Sie aber warfen [dieses Abkommen] hinter ihren Rücken und verkauften es gegen einen geringen Gewinn (wie Ansehen und Vermögen). Wie übel aber ist das, was sie dafür erworben haben!
  2. Du (Gesandter Aḷḷāhs) sollst[2] ja nicht meinen, dass jene, die sich an ihren (Übeltaten) erfreuen und es lieben, dass sie für etwas gelobt werden, was sie (an Gutem) gar nicht getan haben – denke nicht[3], dass sie dem Leiden entrinnen werden, denn auf sie wartet schmerzliches Leid.
  3. Aḷḷāh allein gehört das Reich der Himmel und der Erde inne. Aḷḷāh ist zu allem fähig.
  4. Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und im Wechsel von Nacht und Tag liegen (auf Aḷḷāh und Sein Recht auf Anbetung hinweisende) Zeichen für die, die Verstand besitzen.
  5. Es sind diejenigen, die Aḷḷāhs (beständig) gedenken, wenn sie stehen und wenn sie sitzen und wenn sie sich hinlegen, die über die Erschaffung von Himmel und Erde nachdenken (und sagen): „Unser Herr, Du hast all das nicht ohne Sinn und Zweck erschaffen! Erhaben bist Du (über solche Sinnlosigkeit)! So bewahre uns (durch Deine Unterstützung, indem wir Gutes tun und Schlechtes meiden) vor der Qual des Höllenfeuers!
  6. Unser Herr, wen Du ins Höllenfeuer eingehen lässt, den hast Du damit in Schande gestürzt, und die Ungerechten werden (am Tag der Auferstehung) keine Helfer haben (die sie vor der Strafe bewahren könnten)!
  7. Unser Herr, wir haben einen Rufer (nämlich Deinen Propheten Muḥammad) gehört, der zum Glauben aufruft (mit den Worten): »Glaubt an euren Herrn (als einen einzigen Gott)!« Und so glauben wir. Unser Herr! Vergib uns unsere Sünden (indem Du uns nicht bloßstellst), und sei nachsichtig gegenüber unseren Vergehen (indem Du uns nicht bestrafst), und lass uns als Gütige sterben!
  8. Unser Herr! Gib uns das, was Du uns durch Deine Gesandten verheißen hast, und erniedrige uns am Tag der Auferstehung nicht! Wahrlich, Du brichst Dein Versprechen niemals.“
[1] „latubayyinunnahū/taktumūnahū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ‛Amr und Šuʽbah: „latubayyinunnahū/taktumūnahū“: „Und (erwähne, Gesandter Aḷḷāhs) dass Aḷḷāh ein Abkommen mit jenen (Gelehrten unter den Juden und Christen) des Volkes der Schrift schloss, dass sie den Menschen [die Schrift] deutlich kundzutun und sie nicht zu verbergen haben!“

[2] „taḥsabanna/taḥsibanna“ nach der Hälfte der Lesarten.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ‛‛Amr, Nāfiʽ (yaḥsibanna), Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar (yaḥsabanna): „Man soll“.

[3] „taḥsabannahum/taḥsibannahum“ nach der Mehrheit der Lesarten.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ‛‛Amr: „yaḥsibannahum“: „Man soll nicht denken“.

  1. Aḷḷāh hat die Worte derer (Juden) gehört, die sagten: „Aḷḷāh ist wahrlich arm, und wir sind reich![1]“ Wir werden aufzeichnen, was sie gesagt haben und ebenso ihr widerrechtliches Töten der Propheten, und Wir werden zu ihnen sagen:[2] „Kostet die Qual des Feuers!
  2. Dies für das, was eure Hände (an sündhaften Taten) vorausgeschickt haben, denn Aḷḷāh ist niemals ungerecht gegenüber Seinen Dienern!“

183.(Sie sind es) die (gelogen haben, als sie) sagen: „Aḷḷāh hat uns aufgetragen, dass wir keinem Gesandten Glauben schenken, bis er mit einem Opfer zu uns kommt, das von einem Feuer (das vom Himmel herabkommt) verzehrt wird.“ Sag (ihnen, Gesandter Aḷḷāhs): „Es sind schon vor mir Gesandte mit deutlichen Beweisen zu euch gekommen und mit dem, wovon ihr sprecht (nämlich den Brandopfern). Warum aber habt ihr [die Propheten p] dann getötet, wenn ihr ehrlich seid?“

  1. Wenn sie dich der Lüge zeihen, so wurden schon vor dir Gesandte der Lüge geziehen, die mit deutlichen Beweisen, Büchern (der Ermahnung) und dem erleuchtenden Buch (voller gesetzlicher Bestimmungen) kamen.
  2. Jede Seele (ob Mensch, Ǧinn, Engel, Pflanze, Tier o. a.) wird den Tod kosten, aber euer voller Lohn wird euch erst am Tag der Auferstehung gegeben werden. Wer vom Höllenfeuer entfernt und ins Paradies gebracht wird, der hat fürwahr gewonnen.. Das irdische Leben ist nichts anderes als ein trügerischer Genuss.
  3. Ihr werdet gewiss hinsichtlich eures Besitzes (durch z. B. Pflichtabgaben) und auch hinsichtlich eurer eigenen Person (durch z. B. Schicksalsschläge) geprüft werden, und ihr werdet fürwahr auch von Seiten derer, denen schon zuvor eine Offenbarungsschrift gegeben wurde und von Seiten derer, die Aḷḷāh anderes zur Seite stellen, viel Beleidigendes (hinsichtlich eurer Religion) zu hören bekommen. Wenn ihr aber geduldig seid und euch vor Aḷḷāhs in Acht nehmt, so ist dies wahrlich ein Zeichen fester Entschlossenheit.
[1] Sie machten sich damit über die Ausdrucksweise des Qur’ān lustig, in dem an mehreren Stellen von einem „Darlehen“ die Rede ist, so z.B. in 57:11: „wer ist es, der Aḷḷāh ein schönes Darlehen gewährt“ (2:245).

[2] „naktubu/qatlahum/naqūlu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah: „yuktabu/qatluhum/yaqūlu“: „Es wird aufgezeichnet werden, was sie gesagt haben und ebenso ihr widerrechtliches Töten der Propheten, und es wird zu ihnen gesagt werden“.

  1. So kehrten sie (von Ḥamrāʼ al-ʼAsad) mit Aḷḷāhs Gunsterweisung (nämlich überaus reichlichem Lohn) und vorzüglichem (Rang bei Aḷḷāh) zurück, ohne, dass sie ein Unheil getroffen hätte (da es zu keiner Auseinandersetzung gekommen ist). Ihr Streben hatte (bei alledem) allein dem Wohlgefallen Aḷḷāhs gegolten (da sie dem Gesandten Aḷḷāhs gehorchten). Aḷḷāh ist voller gewaltiger Huld.
  2. Es ist aber nur der Satan, der seinen Nahegestellten (durch seine Helfer) Furcht einflößt. So fürchtet nicht sie (sie haben keine Macht), sondern fürchtet Mich, wenn ihr Gläubige seid.
  3. Lass dich (Gesandter Aḷḷāhs) nicht von jenen (Heuchlern) in Kummer versetzen, die miteinander im Unglauben wetteifern.Sie können Aḷḷāh wirklich nichts anhaben (und schaden nur sich selbst). Aḷḷāh will, dass sie keinerlei Anteil [an] (den Wohltaten des) Jenseits haben sollen, und auf sie wartet gewaltiges Leid.
  4. Wahrlich, jene, die den Unglauben um den Preis des Glaubens erkauft haben, können Aḷḷāh nichts anhaben (sondern nur sich selbst), und sie erwartet schmerzliches Leid.
  5. Diejenigen, die nicht glauben (und sich weigern nach Seinem Gesetz zu handeln), sollen nicht meinen, dass es gut für sie sei[1], dass ihnen (als Ungläubige und Sünder) eine lange Lebensfrist geschenkt wird, sondern Wir gewähren ihnen nur Aufschub, damit sie (durch Sünden) noch mehr Schuld auf sich laden. (Im Jenseits) wartet auf sie demütigendes Leid.
  6. Aḷḷāh würde die Gläubigen niemals in dem Zustand belassen, in dem ihr euch befindet (nämlich ohne den wahrhaft Gläubigen gegenüber dem Heuchler kenntlich zu machen, da dies nicht Seiner Weisheit entspricht), ohne dass Er (durch schwere Prüfungen) das Schändliche (die Heuchler) vom Guten (den Gläubigen) absondert[2]. Und Er würde euch (dementsprechend) auch niemals Einblick in das Verborgene gewähren (sodass ihr deutlich sehen könntet, wer die Gläubigen und wer die Heuchler sind), sondern vielmehr erwählt Aḷḷāh von Seinen Gesandten, wen Er will (und gibt ihm Einblick in einen Teil des Verborgenen, so wie Er Muḥammad Kenntnis von den Heuchlern gab). Darum glaubt an Aḷḷāh und an Seine Gesandten. Wenn ihr glaubt und achtsam seid, dann wird es großartigen Lohn für euch geben.
  7. Die, die mit den Wohltaten, die Aḷḷāh ihnen geschenkt hat, geizen (und dadurch Aḷḷāhs Rechte, wie die Zakāh) missachten, sollen nicht meinen,[3] das sei gut für sie, sondern es ist vielmehr ein Übel für sie. Das, womit sie gegeizt haben, wird ihnen am Tag der Auferstehung um den Nacken gelegt werden. Aḷḷāhs ist das Erbe der Himmel und der Erde (und so kehrt zu Ihm allein alles zurück. Aḷḷāh weiß über alles, was ihr tut[4], genauestens Bescheid.
[1] „yaḥsibanna/yaḥsabanna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah: „taḥsabanna“: „Meine ja nicht, dass es gut für diejenigen sei, die nicht glauben (und sich weigern nach Seinem Gesetz zu handeln), dass…“

[2] „yamīza“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼiyy und Yaʽqūb: „yumayyiza“: „vollkommen absondert“.

[3] „yaḥsibanna/yaḥsabanna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah: „taḥsabanna“: „Meine ja nicht, dass es gut für diejenigen sei, die geizen (und dadurch Aḷḷāhs Rechte, wie die Zakāh) missachten…“

Die, die mit den Wohltaten, die Aḷḷāh ihnen geschenkt hat, , sollen nicht meinen, das sei gut für sie,

[4] „taʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und Yaʽqūb: „yaʽmalūna“: „sie tun“.

  1. Was euch an jenem Tag (bei ’Uḥud an Leid und Niederlage) widerfuhr, als die beiden Scharen im Kampf aufeinandertrafen, geschah mit der Erlaubnis Aḷḷāhs und damit Er die (wahrhaft) Gläubigen zum Vorschein bringt
  2. und damit Er jene kennzeichne, die heuchelten und, als zu ihnen gesagt wurde: „Kommt, und kämpft auf dem Weg Aḷḷāhs“ oder „Wehrt (sie wenigstens) ab (indem ihr unsere Anzahl groß erscheinen lasst“, antworteten: „Wenn wir wüssten, dass es zu einem Kampf kommen wird, so würden wir gewiss mit euch ziehen (aber wir glauben nicht, dass es dazu kommen wird).“ An diesem Tag standen sie dem Unglauben näher als dem Glauben und sprachen mit ihrem Munde etwas aus, was nicht in ihrem Herzen war. Aḷḷāh aber wusste am besten, was sie verbergen.
  3. Es sind diejenigen, die, während sie selbst zuhause blieben, von ihren Brüdern sagten: „Hätten sie auf uns gehört, dann wären sie nicht getötet[1] worden.“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Dann wendet doch den Tod von euch ab, wenn ihr ehrlich seid!“
  4. Aber (Gesandter Aḷḷāhs) denke nicht,[2] dass jene, die auf dem Weg Aḷḷāhs gefallen sind[3], tot wären. Vielmehr sind sie lebendig bei ihrem Herrn und werden versorgt (mit jeglichem Wohlgenuss, den allein Aḷḷāh kennt).
  5. Sie erfreuen sich an dem, was Aḷḷāh ihnen von Seiner Gnadenfülle zuteilwerden lässt und freuen sich auf das Eintreffen jener (ihrer Brüder), die ihnen noch nicht gefolgt sind (und noch im Kampf fallen werden), sodass sie keinerlei Furcht zu haben brauchen noch traurig sind.
  6. Sie sind voll Freude über den (noch kommenden) Lohn Aḷḷāhs und Zusätzliches und darüber, dass[4] Aḷḷāh den Lohn der Gläubigen nicht verloren gehen lässt.
  7. Es sind jene, die dem Befehl Aḷḷāhs und Seines Gesandten Folge leisteten[5], nachdem sie bereits (in ’Uḥud) verwundet worden waren – für diejenigen unter ihnen, die Gutes tun und sich vor Aḷḷāh in Acht nahmen, wird es einen gewaltigen Lohn geben,
  8. jene, zu denen die Leute sagten: „Seht, eine Schar hat sich bereits (unter der Führung von ʼAbū Sufyān[6]) gegen euch zusammengerottet! Fürchtet euch vor ihnen!“ Das aber vermehrte nur ihren Glauben, und sie sagten: „Uns genügt Aḷḷāh, und Er ist der beste Sachwalter!“
[1] „qutilū“ nach der Lesart der Mehrheit:

Nach einer Version von Hišām: „quttilū“: „zermetzelt“.

[2] „taḥsibanna”/taḥsabanna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach einer Version von Hišām: „yaḥsibanna“: „Keiner soll ja denken“

[3] „qutilū“ nach der Lesart der Mehrheit:

Nach einer Version von Hišām: „quttilū“: „zermetzelt wurden“.

[4] „wa-ʼanna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Kisāʼiyy: „wa-ʼinna“: „Zusätzliches. Wahrlich, Aḷḷāh lässt den Lohn der Gläubigen nicht verlorengehen.“

[5] Hier sind diejenigen gemeint, die, nach der Schlacht von  ʼUḥud, den Propheten auf dem Feldzug von „Ḥamrāʼ al-ʼAsad“ begleiteten. Dies fand ein Tag nach der Schlacht von ʼUḥud statt, nämlich am Sonntag, den 8. Šawwāl im Jahr 3 n. H. (siehe ar-Raḥīq al-Maḫtūm, die Biografie des Propheten“, ISBN 978-3-943812-29-9, Darulkitab Verlagshaus).

[6] Er war bei dem Ereignis von Ḥamrāʼ al-ʼAsad noch kein Muslim, erst im 8. Jahr n. H., als der Prophet Makkah einnahm. Ein Mann versuchte den Gläubigen Angst einzuflößen, indem er sie vor ʼAbū Sufyān und seinen Männern warnte. Doch ihre Feinde machten aufgrund der Standhaftigkeit der Gläubigen einen Rückzieher.

  1. Denn, wahrlich, wenn ihr sterbt (auf welche Weise auch immer) oder getötet werdet, so werdet ihr doch allesamt vor Aḷḷāh versammelt werden.
  2. Aufgrund Aḷḷāhs Gnade (und der sanften Wesensart, die Er dir gab) warst du milde ihnen gegenüber (nämlich gegenüber jenen seiner Gefährten, die bei ’Uḥud seinen Befehl missachtet hatten). Wärst du (mit deinen Worten und Handlungen) grob und auch hartherzig gewesen, so wären sie dir in alle Richtungen davongelaufen. Darum sei nachsichtig mit ihnen, bitte Aḷḷāh für sie um Vergebung, und ziehe sie (in allen Angelegenheiten, die dies erfordern) zu Rate. Und wenn du dich dann (für eine Handlung) entschlossen hast, vertraue auf Aḷḷāh, denn Aḷḷāh liebt jene, die (auf Ihn) vertrauen (und so unterstützt Er sie).
  3. Wenn Aḷḷāh euch zur Seite steht, dann kann euch keiner besiegen. Wenn Er euch aber euch selbst überlässt, wer sollte euch dann nach Ihm noch helfen können? Auf Aḷḷāh allein aber sollen die Gläubigen vertrauen.
  4. Keinem Propheten steht es zu, etwas (von der Beute) zu veruntreuen[1]. Wer etwas veruntreut, wird am Tag der Auferstehung das, was er veruntreut hat, herbeitragen (und so vor allen Menschen bloßgestellt). Dann wird jedem Menschen vergolten werden, was er getan hat, und keinem wird Unrecht getan.
  5. Ist denn etwa der, der (durch seinen Glauben und gute Werke) nach dem Wohlgefallen Aḷḷāhs strebt, dem gleich, der mit dem Zorn Aḷḷāhs (durch seinen Unglauben und schlechte Taten zu Ihm am Tag der Auferstehung) heimkehrt und dessen Bleibe das Höllenfeuer sein wird? Welch ein schlimmes Ende!
  6. Bei Aḷḷāh nehmen sie (sowohl im Diesseits als auch im Jenseits) verschiedene Rangstufen ein, und Aḷḷāh sieht alles, was sie tun.
  7. Fürwahr, Aḷḷāh hat den Gläubigen eine Gunst erwiesen, als Er einen von ihnen als Gesandten zu ihnen (nämlich Muḥammad r in erster Linie zu seinem eigenen Volk) schickte, damit er ihnen Seine (qurʼānischen) Verse vortrage, sie (vom Polytheismus und schlechten Charakter) reinige und das Buch (des Qur’ān) und die Weisheit (nämlich die Sunnah des Propheten r) lehre. Denn fürwahr, zuvor hatten sie sich in offenkundigem Irrtum befunden.
  8. Als euch nun ein Unglück traf (nämlich die Niederlage in ’Uḥud), nachdem ihr ihnen (d.h. euren Feinden in Badr) doch das Doppelte an Leid (wie Getötete und Gefangene) zugefügt hattet, habt ihr euch gefragt: „Wie kann das sein (wo wir doch Gläubige sind und der Prophet r mitten unter uns ist)?“ Sag: „Es kommt von euch selbst.“ Wahrlich, Aḷḷāh hat zu allem die Macht (und verleiht den Sieg, wem Er will).
[1] „yaġulla“ nach der Lesart von Ibn Kaṯīr, ʼAbū ͑Amr und ͑Āṣim.

Nach der Mehrheit: „yuġalla“: „dass er (hinsichtlich der Beute) betrogen wird“.

  1. Dann sandte Er nach der Drangsal Zuversicht auf euch herab, Schläfrigkeit, die eine Gruppe von euch überkam (nämlich jene, die auf das Versprechen Aḷḷāhs und auf den von Ihm verheißenen Sieg vertrauten), während eine andere Gruppe (nämlich die Heuchler) sich nur um sich selbst sorgte und über Aḷḷāh Gedanken hegte, die nicht der Wahrheit entsprachen – Gedanken aus der Zeit der Unwissenheit – , und sie sagten: „Die Entscheidung (in den Kampf zu ziehen) lag ja nicht in unserer Hand (und wäre es so gewesen, dann wären wir nicht hinausgezogen).“ Sag: „Seht, die gesamte Entscheidungsgewalt liegt in Aḷḷāhs Hand.“ Sie verbergen in ihrem Innersten (an Zweifel und üblen Gedanken), was sie dir nicht kundtun, indem sie sagen: „Wenn wir in der Angelegenheit etwas zu entscheiden gehabt hätten, würden wir hier nicht getötet werden.“ Sag: „Selbst, wenn ihr in euren Häusern geblieben wäret, wären jene, denen der Tod bestimmt war, dennoch hinausgezogen zu den Orten, wo sie getötet werden sollten.“ (All das geschah) damit Aḷḷāh prüft, was in eurem Innersten (an Absichten) ist und deutlich hervorbringt, was ihr in euren Herzen (an Glauben oder Heuchelei) hegt. Denn Aḷḷāh weiß, was sich in den [Herzen] verbirgt.
  2. Wahrlich, was jene von euch betrifft, die sich an dem Tag (von ’Uḥud), als die beiden Scharen aufeinandertrafen, abwandten, so verleitete Satan sie, wegen so mancher [Vergehen], die sie begangen hatten. Aḷḷāh aber hat ihnen bereits vergeben, denn Aḷḷāh vergibt viel und ist nachsichtig.
  3. Ihr, die ihr glaubt! Seid nicht wie die Ungläubigen (unter den Heuchlern), die über ihre Verwandten, wenn diese (im Streben nach ihrem Lebensunterhalt) durchs Land oder in den Kampf gezogen (und dann getötet worden) sind, sagen: „Wären sie nur bei uns geblieben, dann wären sie nicht gestorben und nicht getötet worden!“ Aḷḷāh macht dieses (Denken) zur (Ursache von) Reue (und Kummer) in ihren Herzen werden lassen. Aḷḷāh allein aber macht lebendig und lässt sterben, und Aḷḷāh sieht alles, was ihr tut[1].
  4. Fürwahr, wenn ihr auf dem Weg Aḷḷāhs getötet werdet oder sterbt, so ist die Vergebung und Gnade Aḷḷāhs (die euch dafür zuteilwird) besser als all das, was sie (auf Erden) anhäufen[2].
[1] „taʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „yaʽmalūna“: „sie tun“.

[2] „yaǧmaʽuna“ nach der Lesart von Ḥafṣ.

Nach der Mehrheit: „taǧmaʽūna“: „ihr (auf Erden) anhäuft“.

  1. Ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr auf jene hört, die (Aḷḷāh und Seinem Gesandten gegenüber) ungläubig sind, dann werden sie euch dazu bringen, dass ihr auf euren Fersen kehrtmacht (und von eurem Glauben ablasst), und ihr werdet (sowohl im Diesseits als auch im Jenseits) Verlierer sein.
  2. Aḷḷāh aber ist euer Schutzherr, und Er ist der beste Helfer.
  3. Wir werden Schrecken in die Herzen der Ungläubigen werfen, weil sie Aḷḷāh Gottheiten zur Seite stellten, wofür Er niemals eine Ermächtigung erteilt hat. Der Aufenthaltsort (bei dem sie Einkehr halten werden) wird das Höllenfeuer sein – schlimm ist die Bleibe der Ungerechten!
  4. Wahrlich, Aḷḷāh hatte (bei der Schlacht von ’Uḥud) Sein Versprechen euch gegenüber bereits gehalten (dass ihr den Feind besiegen werdet), als ihr nämlich dabei wart, sie mit Seiner Erlaubnis zu vernichten. Bis ihr schließlich den Mut verloren habt, über die Sache uneinig wurdet und (der Anordnung des Propheten, eure Kampfposition keinesfalls zu verlassen) nicht gehorchtet, nachdem (Aḷḷāh) euch das sehen hat lassen, was ihr erhofft habt (nämlich den nahen Sieg).[1] Unter euch gibt es solche, die es nach dieser Welt verlangt (und die deshalb ihre Stellung im Kampf frühzeitig verlassen haben, um sich ihren Anteil an der Beute zu sichern) und solche, die den Lohn des Jenseits anstreben (und die auf ihren Stellungen ausharrten, so wie der Prophet es ihnen angeordnet hatte). Daraufhin wandte Er euch von ihnen ab (sodass eure Feinde euch überwältigen konnten), um euch zu prüfen. Nun aber hat Er euch (diese Missetat) schon vergeben, denn fürwahr, Aḷḷāh ist voll der Huld gegenüber den Gläubigen.
  5. (Gedenkt der Zeit, ihr Gläubigen) als ihr euch weit entferntet (nachdem ihr den Befehl des Propheten missachtet hattet), keiner von euch auf den anderen achtete und der Gesandte hinter euch herrief zurückzukehren). Da ließ Er Kummer (wegen eurer Niederlage und der entgangenen Beute) über Kummer (wegen des angeblichen Todes des Propheten r) über euch kommen. All das, damit ihr (nachdem ihr erfahren habt, dass der Prophet r am Leben war) nicht wegen dem traurig sein solltet, was euch (an Sieg und Beute) entgangen war und auch nicht wegen dem, was ihr (an Verletzungen und Gefallenen) erlitten habt. Denn Aḷḷāh weiß über alles Bescheid, was ihr tut.
[1] Hier endet nach der mekkanischen, medinensischen, damaszenischen (außer ʼAbū Ǧaʽfar) Zählung ein Vers.
  1. und damit Aḷḷāh die, die gläubig sind, (von all ihren Vergehen und ihre Reihen von den Heuchlern) reinige und (auch damit) Er die Ungläubigen vernichte.
  2. Oder meint ihr, ins Paradies einzugehen, ohne dass Aḷḷāh jene von euch kenntlich macht, die sich auf dem Weg Aḷḷāhs abmühen und ohne, dass Er jene aufzeigt, die geduldig (angesichts von Widrigkeiten) sind?
  3. Fürwahr, ihr habt euch (die Begegnung mit dem Feind und) den Tod gewünscht (um den Märtyrertod zu erlangen wie er auch euren Brüdern in der Schlacht von Badr zuteilgeworden war), noch bevor ihr ihm gegenübertratet. Nun habt ihr ihn (bei der Schlacht von ’Uḥud) mit eigenen Augen gesehen.
  4. Muḥammad ist nichts anderes als ein Gesandter. Schon vor ihm sind andere Gesandte dahingegangen. Wenn er nun stirbt oder getötet wird, werdet ihr dann auf euren Fersen kehrtmachen (und den Islam verlassen)? Wer auf seinen Fersen kehrtmacht, wird Aḷḷāh in keinster Weise schaden. Die Dankbaren aber wird Aḷḷāh belohnen.[1]
  5. Kein Mensch stirbt, es sei denn mit der Erlaubnis Aḷḷāhs, nach einer (von Ihm) festgelegten Frist. Wer nun den Lohn der Welt begehrt, dem geben Wir davon (gemäß Unserer Vorherbestimmung). Und wer den Lohn des Jenseits begehrt, dem geben Wir davon. Wir werden die Dankbaren belohnen.
  6. Und wie viele Propheten kämpften[2], gefolgt von Scharen ihrer Anhänger, und verloren angesichts dessen, was sie auf dem Weg für die Sache Aḷḷāhs zu erleiden hatten, weder den Mut noch wurden sie schwach noch erniedrigten sie sich (vor dem Feind). Aḷḷāh liebt die Geduldigen.
  7. Und alles, was sie sagten (als Aḷḷāh sie prüfte), war: „Unser Herr! Vergib uns unsere Sünden und unsere Unmäßigkeit in unseren Taten, festige unseren Schritt (wenn wir unsere Feinde begegnen), und verleihe uns den Sieg über die Ungläubigen!“
  8. Da ließ Aḷḷāh ihnen den weltlichen Lohn zuteilwerden (nämlich den Sieg über den Feind) und auch den schönen Lohn des Jenseits (indem Er mit ihnen zufrieden ist). Denn Aḷḷāh liebt die Gutestuenden.
[1] Während der Schlacht von ʼUḥud kam das Gerücht auf, der Prophet sei im Kampf gefallen. Diese Worte offenbarte Aḷḷāh als Tadel für diejenigen unter den Gläubigen, die dem Kampf fern und zuhause geblieben waren.

[2] „qātala“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Lesart von Nāfi͑, Ibn Kaṯīr ’Abū‛Amr ‛Amr und Yaʽqūb: „qutila“: „wurden getötet“.

  1. Beeilt euch (und wetteifert darin), die Vergebung eures Herrn zu erlangen und einen Garten so breit wie die Himmel und die Erde, der für die Achtsamen vorbereitet ist,
  2. die (von ihrem Vermögen) sowohl in Zeiten des Wohlstands auch in Zeiten der Härte ausgeben, ihren Zorn in Zaum halten (obwohl sie die Möglichkeit hätten, Vergeltung zu üben) und den Menschen vergeben. Denn Aḷḷāh liebt die Gutestuenden,
  3. (und die Achtsamen sind auch jene) die, wenn sie ein schwerwiegendes Vergehen begangen oder sich gegen sich selbst (durch ein weniger schweres Vergehen) versündigt haben, Aḷḷāhs gedenken und um Vergebung für ihre Schuld bitten – denn wer sonst außer Aḷḷāh vermag Sünden zu vergeben – und nicht auf ihrem Tun beharren, während sie wissen (dass sie Unrecht tun).
  4. Jene sind es, [deren Lohn] Vergebung von ihrem Herrn ist und Gärten, durcheilt von Bächen, (ewig) darin zu verweilen. Welch ein herrlicher Lohn für die, die (Gutes) tun!
  5. Schon vor eurer Zeit sind Vorgehensweisen (Aḷḷāhs zur Vernichtung der Ungläubigen) ergangen. Zieht nur auf Erden umher und seht, wie das Ende derer war, die (Aḷḷāh und Seine Gesandten) leugneten.[1]
  6. Dieser (Qur’ān) ist eine deutliche Darlegung (der Wahrheit) für alle Menschen und eine Rechtleitung und eine Ermahnung für die Achtsamen (vor Aḷḷāh).
  7. Werdet darum nicht schwach und seid nicht bekümmert (wegen eurer Niederlage in ’Uḥud). Denn ihr habt (durch euren Glauben) gewiss die Oberhand, wenn ihr wirklich (an Aḷḷāh und Sein Versprechen für die Erfolgreichen) glaubt.
  8. Wenn ihr (am Tag von ’Uḥud) auch Wunden erlitten habt, so hat auch das Volk (der Ungläubigen) Wunden erlitten. Solche Tage (des Sieges und der Niederlage) lassen Wir zwischen den Menschen (Gläubigen und Ungläubigen) wechseln, damit Aḷḷāh jene deutlich sichtbar macht, die (tatsächlich) glauben und damit Er Sich unter euch Märtyrer nimmt – denn Aḷḷāh liebt die Ungerechten nicht (die gegen sich selbst handeln, indem sie den Kampf auf dem Weg Aḷḷāhs meiden) –
[1] Dies als Trost für die Gläubigen, nachdem sie in ’Uḥud eine Niederlage erlitten hatten.
  1. Als zwei Gruppen von euch beinahe den Mut verloren hatten (nämlich die Stämme Banū Salamah und Banū Ḥāriṯah, die aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber dem Feind Furcht überkam ), wo doch Aḷḷāh ihr Schutzherr ist (und Er ihre Herzen deshalb festigte, damit sie nicht fliehen). Aḷḷāh ist es, auf den die Gläubigen (in allen Fällen allein) vertrauen sollen.
  2. Aḷḷāh aber hat euch bereits in (der Schlacht, die im 2. Jahr n. H. in) Badr (stattfand) zum Sieg verholfen, wo ihr euch selbst für schwach hieltet (nämlich wegen eurer geringen Zahl und eurer mangelhaften Ausrüstung). Darum nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, auf dass ihr (für die Gunst, die Er euch erweist) dankbar sein mögt.
  3. (Erinnere dich, Gesandter Aḷḷāhs, an die Schlacht von Badr) als du zu den Gläubigen sagtest (um sie zu festigen, nachdem sie von der Verstärkung für die Truppen der Götzendiener erfuhren): „Genügt es euch denn nicht, dass Aḷḷāh euch mit dreitausend herabgesandten Engeln zur Seite stehen wird?
  4. Gewiss (genügt euch das), aber wenn ihr geduldig seid und Seiner achtsam und sie auf der Stelle über euch kommen[1], dann wird euer Herr euch mit fünftausend sich (selbst und ihre Pferde durch ein deutliches Merkmal) kennzeichnenden Engeln[2] helfen.“[3]
  5. Aḷḷāh machte dies (d.h. die Unterstützung durch die Engel) allein, um euch eine frohe Botschaft zu überbringen und damit eure Herzen sich beruhigen. Der (tatsächliche) Sieg aber kommt einzig durch Aḷḷāh, den Überlegenen und Weisen (und er beruht nicht nur auf äußeren, sichtbaren Ursachen).
  6. Dies (nämlich der Sieg wurde euch von Aḷḷāh in Badr verliehen), damit Er einige der Ungläubigen vernichten und andere dadurch erniedrigen möge, damit sie enttäuscht umkehren.
  7. (Nachdem der Gesandte Aḷḷāhs r um Vernichtung für die Führer seiner Feinde nach der Schlacht von ʼUḥud bat, sagte Aḷḷāh): Es ist nicht deine Sache (Gesandter Aḷḷāhs), ob (sie Muslime werden und) Aḷḷāh ihre Reue annimmt oder ob (sie auf ihrem Unglauben beharren und) Er sie bestraft, da sie Ungerechte sind.
  8. Aḷḷāh gehört alles in den Himmeln und auf Erden (Er hat sie erschaffen und führt sie). Er vergibt (mit Seiner Gnade), wem Er will, und Er bestraft (gemäß Seiner Gerechtigkeit), wen Er will. Aḷḷāh aber ist vergibt (den reuevollen Dienern) ständig und ist (ihnen) gnädig.
  9. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Nehmt keinen Zinseszins (von dem, was ihr verliehen habt), und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, auf dass ihr (im Diesseits und im Jenseits) erfolgreich seid!
  10. Nehmt euch in Acht vor dem Höllenfeuer, dass für die Ungläubigen vorbereitet ist,
  11. und gehorcht Aḷḷāh und dem Gesandten, damit ihr (im Diesseits und im Jenseits) Gnade finden mögt.
[1] Mit „und sie auf der Stelle über euch kommen“ sind nach einer Ansicht die polytheistischen Feinde gemeint.

Andere Gelehrte beziehen das Personalpronomen „sie“ auf die Engel.

[2] „musawwimīna“ nach der Lesart von Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, ʽĀṣim und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „musawwamīna“: „mit fünftausend (selbst und ihre Pferde durch ein deutliches Merkmal) gekennzeichneten Engeln“.

Die Kennzeichnungen vor einer Schlacht dienen dazu, Freund von Feind zu unterscheiden. Die Engel kennzeichneten sich selbst und somit waren sie gekennzeichnet.

[3] Die meisten Gelehrten sind der Ansicht, dass es bei den Versen 124 und 125 um die Schlacht von Badr geht. Unterschiedlicher Ansicht sind sie darüber, mit wie vielen Engeln Aḷḷāhs sie unterstützte.

Eine Ansicht besagt: Da die Polytheisten von der Nachricht der verstärkenden Hilfstruppen erfuhren, machten wiederum ihre Hilfstruppen unter der Leitung von Kurz Ibn Ǧābir al-Muḥāribiyy eine Kehrtwendung, weshalb es gar nicht erst zur Herabsendung der 5000 Engel kam. Offensichtlich waren es demnach 3000 Engel.

Eine zweite Ansicht (Ibn ʽAbbās, Qatādah) besagt: Sie waren geduldig und so kamen insgesamt 5000 Engel.

Andere Gelehrte (ʽIkrimah, aḍ-Ḍaḥḥāk) waren der Ansicht, dass der Vers 124 von Badr, der Vers 125 von ʼUḥud spricht: Da jedoch bei ʼUḥud manche Schützen dem Propheten r keinen Gehorsam leisteten, indem sie ihre Stellung zum Einsammeln der Kriegsbeute verließen und diese Handlung die Feinde veranlasste, zum Gegenschlag auszuholen, blieb diese Unterstützung seitens Aḷḷāhs aus.

ʼImām aṭ-Ṭabariyy ist der Ansicht, dass es weder einen Beweis dafür gibt, dass Aḷḷāh die Gläubigen mit 3000 unterstützte noch mit 5000. In Sūrah al-ʼAnfāl 8:5 heißt es aber in Bezug auf die Schlacht von Badr 1000 Engel. Und die Tatsache, dass sie in Badr einen Sieg errungen, in ʼUḥud eine Niederlage erlitten, lässt darauf schließen, dass sie in ʼUḥud nicht von Engeln unterstützt wurden, weder von 5000 noch von 4000.

Im Haupttext ist in beiden Versen die Rede von Badr, da dies die bevorzugte Ansicht im Muḫtaṣar ist.

  1. Denen, die nicht (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben, werden weder ihr Vermögen noch ihre Kinder Aḷḷāh gegenüber irgendetwas nützen. Jene sind es, die Insassen des Höllenfeuers sein und (ewig) darin bleiben werden.
  2. Das Gleichnis dessen, was sie auf Erden (aus vermeintlicher Rechtschaffenheit) spenden (und des Lohns, den sie selbst dafür erhoffen), ist das eines eisigen Windes, der den Acker von Leuten trifft, die sich gegen sich selbst versündigt haben (und sich viel Nutzen aus der Ernte erhoffen), und diesen zerstört (d.h. genauso macht ihr Unglaube ihre guten Werke zunichte). Nicht Aḷḷāh aber hat ihnen Unrecht getan, sondern sie haben gegen sich selbst unrecht gehandelt.
  3. Ihr, die ihr glaubt! Nehmt euch nicht jene zu Vertrauten, die nicht zu euch (Gläubigen) gehören (indem ihr ihnen Zugang zu euren geheimsten Angelegenheit gewährt). Sie scheuen keine Mühe, euch zu verwirren und wünschen euch das, was euch schwerfällt (weil es euch schadet). Hass wurde schon aus ihrem Munde offenbar, was aber ihre [Herzen] verbergen, ist noch schlimmer. Fürwahr, Wir haben euch die Zeichen bereits klargemacht (dessen, was euch sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits von Nutzen ist), wenn ihr es nur begreifen würdet!.
  4. Seht! Ihr seid es, die ihr sie liebt, sie aber lieben euch nicht. Ihr glaubt an das ganze Offenbarungsbuch (sowohl an das Ihrige als auch an das Eurige, während sie nicht an das glauben, was eurem Propheten r offenbart wurde). Wenn sie euch begegnen, dann sagen sie (nur mündlich): „Wir glauben (das, was auch ihr glaubt)“, aber wenn sie dann alleine sind nagen sie an ihren Fingerspitzen aus Wut über euch.[1] Sag: „(Bleibt ruhig so und) sterbt mit eurem Groll! Wahrlich, Aḷḷāh weiß, was sich in den [Herzen] verbirgt.“
  5. Wenn euch etwas Gutes (wie ein Sieg über eure Feinde oder Vermögen oder Kinder) widerfährt, bereitet es ihnen Sorge (und macht sie traurig), aber wenn euch ein Unglück trifft, dann freuen sie sich. Wenn ihr aber (den Geboten und der Bestimmung Aḷḷāhs gegenüber) geduldig seid und euch vor Aḷḷāh in Acht nehmt, dann wird ihre List euch keinerlei Schaden zufügen. Wahrlich, Aḷḷāh umfasst (mit Seinem Wissen und Seiner Macht) alles, was sie tun.
  6. Und (erinnere dich, Gesandter Aḷḷāhs, an den Tag) als du am frühen Morgen von zuhause (nach ʼUḥud[2] im 3. Jahr n. H.) aufgebrochen bist, um die Gläubigen ihre Stellung im Kampf (gegen die Götzendiener) zuzuweisen. Aḷḷāh hörte (euch dabei) und wusste (darüber schon zuvor) Bescheid.
[1] Sie beneiden die Muslime für ihre Einheit und Ehre, die ihnen durch den Islam verliehen wurde.

[2] Der Name eines Berges in Medina, an dem eine Schlacht zwischen den Muslimen und den Polytheisten stattgefunden hat.

  1. Aḷḷāh allein gehört alles, was sich in den Himmeln und auf Erden befindet (Er hat alles erschaffen und alles unterliegt Seinem Befehl), und zu Aḷḷāh werden alle (Geschöpfe und ihre) Angelegenheiten zurückgebracht.[1]
  2. Ihr (Muslime) seid die beste Gemeinschaft geworden, die jemals für die Menschheit hervorgebracht wurde, da ihr das Gute[2] gebietet und das Verwerfliche verbietet und an Aḷḷāh glaubt. Würden die Leute der Schrift (an Muḥammad r) glauben, so wäre es wahrlich besser für sie. Es gibt unter ihnen manche, die (an das von ihm Übermittelte) glauben, aber die meisten von ihnen sind Frevler.
  3. Sie werden euch aber niemals Schaden zufügen können, es sei denn durch Worte (des Spotts und der Verleumdung o. Ä.). Wenn sie aber gegen euch kämpfen, werden sie euch letztendlich (fliehend) den Rücken kehren und ihnen wird niemals gegen euch geholfen werden.[3]
  4. Schande umgibt [die Juden], wo immer sie angetroffen werden, außer (sie finden Sicherheit) in einer Verbindung mit Aḷḷāh (durch die Annahme des Islam) oder einem Abkommen mit den Menschen.[4] Der Zorn Aḷḷāhs aber folgt ihnen, und Bedürftigkeit ist ihnen auferlegt, dies, weil sie die Zeichen Aḷḷāhs immer wieder leugneten und die Propheten gegen jedes Recht töteten. All das, weil sie sich (Aḷḷāh) widersetzten und (Seine Grenzen) immer wieder übertraten.
  5. Aber sie sind nicht alle gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es auch eine (an den Geboten Aḷḷāhs) festhaltende Gemeinschaft, die nachts die Verse Aḷḷāhs rezitiert und sich (vor Ihm anbetend) niederwirft.[5]
  6. Sie glauben an Aḷḷāh und an den letzten Tag, gebieten das Gute und verbieten das Verwerfliche und bemühen sich eifrig, Gutes zu tun. Jene gehören zu den Rechtschaffenen.
  7. Was immer sie an Gutem tun (sei es wenig oder viel) – ihre Werke werden nicht ohne Dank bleiben,[6] denn Aḷḷāh kennt die Achtsamen (vor Ihm).
[1] „turǧaʽul-ʼumūru“ nach der Lesart der Hälfte.

Nach Ibn ʽĀmir, Ḥamzah, Kisāʼiyy, Yaʽqūb und Ḫalaf: „tarǧiʽul-ʼumūru“: „kehren letztendlich alle (Geschöpfe und ihre) Angelegenheiten zurück“.

[2] Oder: das allgemein Anerkannte.

[3] Wenn sie euch den Rücken kehren, dann nicht, weil sie sich mit anderen zusammenschließen und ein weiteres Mal gegen euch vorbereiten wollen, sondern weil sie feige davonfliehen, um ihren Hals zu retten.

[4] Das Abkommen mit mächtigen Menschen verleiht ihnen Ansehen wie z. B. als sie unter der Herrschaft des Propheten r lebten. Als sie vertrieben wurden, überkam sie wieder Schande und Schmach.

[5] Dies war vor der Entsendung des Propheten Muḥammad. Danach nahmen sie den Islam an.

[6] „yaf ͑alū/yukfarūhu“ nach der Lesart von as-Sūsiyy, einer Version von ad-Dūriyy, Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf..

Nach der Mehrheit: „taf ͑alū/tukfarūhu“: „Was immer ihr an Gutem tut (sei es wenig oder viel) – eure Werke werden nicht ohne Dank bleiben“.

Die Dankbarkeit Aḷḷāhs zeigt sich u. a. in Seinem Lohn für die guten Werke.

  1. Wie aber könntet ihr (wieder) dem Unglauben verfallen, wo euch doch die Verse Aḷḷāhs verlesen werden und Sein Gesandter mitten unter euch ist? Wer jedoch an Aḷḷāh festhält (indem er Seinem Buch und der Sunnah Seines Propheten r folgt), der ist schon auf einen geraden Weg geleitet worden.
  2. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glaubt! Nehmt euch vor Aḷḷāh so in Acht, wie es Ihm gebührt, und sterbt in keinem anderen Zustand, denn als (gottergebene) Muslime.
  3. Und (ihr Gläubigen) haltet allesamt fest am Buch Aḷḷāhs (und der Sunnah Seines Gesandten r), spaltet euch nicht, und gedenkt der Gnade Aḷḷāhs, die Er euch erwiesen hat, als ihr (in der Ǧāhiliyyah noch) Feinde wart und Er eure Herzen (durch den Islam) einte und ihr so durch Seine Gunst Brüder wurdet, (und denkt an die Zeit) als ihr (wegen eures Unglaubens) euch schon am Rande des feurigen Abgrundes (des Höllenfeuers) befunden habt und Er euch davor (durch den Islam) errettete. Auf diese Weise verdeutlicht euch Aḷḷāh Seine Verse, damit ihr rechtgeleitet werdet.
  4. Unter euch soll es eine Gemeinschaft geben, die zum Guten (das Aḷḷāh liebt) aufruft und das fordert, was rechtens[1] ist und das zurückweist, was unrecht ist. Jene aber (die das tun) sind die Erfolgreichen (sowohl im Diesseits als auch im Jenseits).
  5. Und seid nicht wie jene (der Juden und Christen), die sich gespalten haben und (hinsichtlich ihres Glaubens) uneins wurden, nachdem die deutlichen Zeichen zu ihnen gekommen waren. Jene sind es, denen gewaltiges Leid bevorsteht
  6. an einem Tag, da manche Gesichter (vor Freude) hell erstrahlen und manche Gesichter (vor Kummer) sich verfinstern werden. Was jene betrifft, deren Gesichter sich verfinstern werden (so wird zu ihnen zur Erniedrigung gesagt werden): „Seid ihr also, nachdem ihr den Glauben angenommen habt, wieder ungläubig geworden? So kostet also das Leid dafür, dass ihr (wieder) dem Unglauben verfallen seid.“
  7. Was aber die betrifft, deren Gesichter hell erstrahlen, so werden sie sich in Aḷḷāhs Gnade (nämlich im Paradies) befinden, in der sie für immer verweilen werden.
  8. Dies sind die Verse Aḷḷāhs, die Wir dir (Gesandter Aḷḷāhs) gemäß der Wahrheit vortragen. Denn Aḷḷāh möchte nicht, dass den Welten irgendein Unrecht geschieht (sondern dass jeder nur für das bestraft wird, was er selbst getan hat).
[1] Arab. maʽrūf. Damit ist alles gemeint, worauf die Scharia oder der gesunde Menschenverstand, der der Scharia nicht widerspricht, hinweisen.
  1. Ihr (die ihr gläubig seid) werdet (wahre) Frömmigkeit erst dann erreichen, wenn ihr (für andere) von dem ausgebt, was euch selbst lieb ist.[1] Und was auch immer ihr (für andere) ausgebt, so weiß Aḷḷāh darüber Bescheid.
  2. Jegliche Speise war den Kindern Israels erlaubt,[2] außer dem, was [Jakob] sich vor der Hinabsendung der Thora selbst verwehrt hatte. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „So bringt die Thora her und lest vor, wenn das, was ihr sagt, wahr ist!“[3]
  3. Diejenigen aber, die, nachdem ihnen der Beweis erbracht wurde, eine Lüge über Aḷḷāh verbreiten –jene sind die Ungerechten.
  4. Sag: „Aḷḷāh hat die Wahrheit (über Jakob) gesprochen. So folgt dem Weg Abrahams, der sich (von jeglichem falschen Glauben) abwandte (und sich einzig Aḷḷāh in Demut ergab) und der kein Polytheist war.“
  5. Siehe, das erste Haus, das für alle Menschen (zur Anbetung Aḷḷāhs) errichtet wurde, ist jenes in Mekka, segensreich und eine Rechtleitung für alle Welten.
  6. Bei ihm sind deutliche Zeichen (seiner Erhabenheit) zu finden. So der Stein, auf dem Abraham einst stand (als er die Mauer der Ka ͑bah erbaute).[4] Und (zu diesen Zeichen gehört auch, dass) wer es betritt, sicher ist (und inneren Frieden findet). So sind die Menschen Aḷḷāh gegenüber verpflichtet, die Pilgerfahrt zum Haus zu verrichten, sofern sie dazu imstande sind. Was aber die angeht, die nicht glauben (und darum die Pilgerfahrt nicht vollziehen) – wahrlich, Aḷḷāh bedarf der Welten nicht.
  7. Sag: „Ihr Leute der Schrift! Warum leugnet ihr die Zeichen Aḷḷāhs (die sich in der Thora und im Evangelium finden und die Wahrhaftigkeit Muḥammads r bestätigen), wo Aḷḷāh doch das, was ihr tut, bezeugt?“
  8. Sag: „Ihr Leute der Schrift! Warum wollt ihr jene, die glauben, vom Weg Aḷḷāhs abbringen, indem ihr danach trachtet, ihn krumm zu machen (d.h. ihn vom Wahren hin zum Falschen abzuändern), wo ihr doch selbst Zeugen (dieses geraden Weges, der in euren eigenen Offenbarungsschriften enthalten ist) seid? Aḷḷāh aber ist nicht achtlos dessen, was ihr tut.“
  9. Ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr einigen jener (Juden und Christen) Glauben schenkt, denen die Schrift gegeben wurde, so werden sie euch, nachdem ihr zum Glauben gefunden habt, (aus Neid) wieder zu Ungläubigen machen.
[1] Hier endet nach der mekkanischen, medinensischen, damaszenischen (außer ʼAbū Ǧaʽfar) Zählung ein Vers.

[2] Hier endet nach der mekkanischen, medinensischen, damaszenischen (außer ʼAbū Ǧaʽfar) Zählung ein Vers.

[3] Sie behaupteten nämlich: „Abraham aß weder das Fleisch von Kamelen noch trank er deren Milch, du, Muḥammad, hingegen schon. So steht es bei uns in der Thora. Deshalb folgst du ihm nicht wirklich.“ Doch diese Behauptung ist falsch und steht so auch nicht in der Thora. Vielmehr war dies Jakob, als er Aḷḷāh gelobte, davon nicht mehr sich zu ernähren, wenn Aḷḷāh ihn von seinem Leiden am Ischiasnerv heilt. Und all dies war vor lange Offenbarung der Thora.

[4] Hier endet nach der damaszenischen Zählung und der von ʼAbū Ǧaʽfar ein Vers.

Juz 3

  1. Sag: „Wir glauben an Aḷḷāh und das, was auf uns herabgesandt wurde und an das, was auf Abraham, Ismael, Isaak und Jakob und was den Stämmen (nämlich den Propheten unter den Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs) herabgesandt wurde und an das, was Moses, Jesus und allen (anderen) Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen (indem wir nur an manche von ihnen glauben), und Ihm (allein) sind wir (in Demut) ergeben.
  2. Wer sich aber eine andere Religion wünscht als den Islam, so wird diese niemals von ihm angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören.
  3. Wie sollte Aḷḷāh Leute rechtleiten, die, nachdem sie den Glauben angenommen hatten, wieder ungläubig wurden, die selbst bezeugt hatten, dass der Gesandte (der zu ihnen kam) wahr ist und zu denen deutliche Beweise (dafür) zu gelangt sind? Aḷḷāh leitet fürwahr solch Ungerechte nicht auf den rechten Weg.
  4. Der Lohn jener wird es sein, dass der Fluch Aḷḷāhs, der Engel und aller Menschen auf ihnen lasten wird (sodass sie von der Gnade Aḷḷāhs ausgeschlossen sein werden).
  5. (Ewig) werden sie in diesem Zustand (im Höllenfeuer) bleiben, weder werden ihnen ihre Qualen erleichtert noch wird ihnen Aufschub gewährt werden.
  6. Ausgenommen davon sind jene, die danach bereuen und (ihre Fehler) ausbessern, denn, wahrlich, Aḷḷāh ist vergibt (den Reuigen) ständig und ist gnädig.
  7. Wahrlich, die aber, die nach ihrem Glauben wieder ungläubig werden und ihren Unglauben vermehren (und daran starrsinnig festhalten bis sie sich dem Tod gegenübersehen), deren Reue wird nicht angenommen werden, und jene sind die Irregegangen.
  8. Fürwahr, jene, die ungläubig sind und dann im Unglauben sterben – selbst Gold im Ausmaß des Gewichtes der Erde würde nicht von ihnen angenommen werden, wenn sie sich damit loskaufen wollten. Jene sind es, denen schmerzliches Leiden bevorsteht, und sie werden niemanden haben, der ihnen dann beisteht.
  1. Unter ihnen (den Juden) gibt es eine Gruppe, die das Buch (die Thora) mit ihren Zungen entstellen, damit ihr meint, das (was sie vortragen) stamme aus dem Buch, während es (in Wahrheit) nicht daraus stammt. Sie sagen, es sei von Aḷḷāh (offenbart worden), während es (in Wahrheit) nicht von Aḷḷāh ist. Sie verbreiten eine Lüge über Aḷḷāh, während sie sich sehr wohl bewusst sind (dass es eine Lüge ist).
  2. Es steht einem Menschen nicht zu, dass er, nachdem Aḷḷāh ihm eine Offenbarungsschrift, das Urteilsvermögen[1] und die Prophetenschaft zuteilwerden hat lassen, zu den Menschen sagt: „Betet neben Aḷḷāh auch mich an!“ Vielmehr soll er sagen: „Seid vorbildhafte Leute des Herrn wegen dem, was ihr (die Menschen) in der offenbarten Schrift zu unterweisen[2] und aufgrund dessen, was ihr darüber zu lernen pflegtet.“
  3. Und ebenso wenig steht es einem Menschen zu, euch zu befehlen, dass ihr euch die Engel und Propheten zu euren Herrn nehmen sollt. Soll er euch etwa den Unglauben befehlen, nachdem ihr euch (einzig Aḷḷāh in Demut) ergeben habt?!
  4. (Und, Gesandter Aḷḷāhs, denk daran,) dass Aḷḷāh den Propheten ein festes Versprechen abgenommen hat (indem Er zu ihnen sprach): „Was auch immer Ich euch an Offenbarungsschrift und Weisheit gegeben habe[3] – wenn dann ein Gesandter kommt, der das bestätigt, was bereits (an Offenbarung) bei euch ist, dann müsst ihr an ihn glauben und ihm beistehen!“ Er (Aḷḷāh) sprach: „Willigt ihr (Propheten) ein, und nehmt ihr unter dieser Bedingung den festen Bund mit Mir an?“ Sie antworteten: „Wir willigen ein!“ So sprach Er: „Dann bezeugt es (für euch selbst und eure Gemeinden), und Ich will mit euch Zeuge sein.“
  5. Jene aber, die sich danach (von diesem Bund, der von Aḷḷāh und den Gesandten bezeugt wurde) abwenden – jene sind die Frevler.
  6. Wünschen sie sich denn[4] eine andere, als Aḷḷāhs Religion (die Er für sie gewählt hat), wo sich Ihm doch alles unterwirft, was sich in den Himmeln und auf Erden befindet, willig oder widerwillig, und sie alle zu Ihm zurückgebracht werden[5]?
[1] Oder: „die Weisheit“, „das korrekte Verständnis der Gesetzgebung“.

[2] „tuʽallimūna“ nach der Lesart der Hälfte.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, ʼAbū ‛Amr, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „taʽlamūna“: „ihr von der offenbarten Schrift wisst“.

[3] „’ātaytukum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „Was auch immer wir euch an Offenbarungsschrift und Weisheit gegeben haben“.

[4] „yabġūna“ nach der Lesart von Abū   ͑Amr Ḥafṣ und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „tabġūna“: „Wünscht ihr euch denn“.

[5] „yurǧaʽūna“ nach Ḥafṣ.

Nach Yaʽqūb: „zurückkehren werden“.

Nach der Mehrheit: „ihr alle zu Ihm zurückgebracht werdet“.

  1. Ihr Leute der Schrift! Warum vermengt ihr die Wahrheit mit Lüge und verschweigt die Wahrheit (die sich in euren offenbarten Schriften befindet), wo ihr (sie) doch kennt?
  2. Ein Teil der Leute der Schrift (nämlich eine Gruppe von Gelehrten unter den Juden) sagte (zu ihren Anhängern): „Gebt am Beginn des Tages (rein äußerlich) euren Glauben an das kund, was jenen offenbart wurde, die (an Muḥammad r) glauben, und leugnet es am Ende des Tages wieder ab (um auf diese Weise Zweifel in ihnen zu wecken, da ihr ja eine Schrift besitzt), damit sie vielleicht (von ihrem Glauben) ablassen,[1]
  3. und glaubt nur jenen, die eure Religion befolgen.“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Seht, die (wahre) Rechtleitung ist Aḷḷāhs Rechtleitung (und nicht die Lüge und der Starrsinn, auf dem ihr beharrt, aus Furcht) anderen könnte die gleiche (Gunst) zuteilwerden, wie euch oder (aus Furcht,) sie könnten vor eurem Herrn mit euch streiten, (wenn ihr euch zu dem bekennt, was ihnen offenbart wurde).“ Sag: „Jegliche Gunst liegt in der Hand Aḷḷāhs. Er lässt sie zuteilwerden, wem immer Er will. Aḷḷāh aber ist allumfassend (in Seiner Huld) und weiß (sehr wohl, wer Seine Gunst verdient).
  4. Er zeichnet mit Seiner Gnade (wie das Prophetentum und die Rechtleitung) aus, wen Er will. Aḷḷāh ist von gewaltiger Huld.“
  5. Und unter den Leuten der Schrift gibt es manche, die, wenn du ihnen einen Schatz anvertraust, dir diesen wieder zurückgeben. Es gibt aber andere, die, wenn du ihnen (auch nur) einen Dinar[2] anvertraust, dir diesen nicht mehr zurückgeben, es sei denn, du bestehst hartnäckig darauf. Dies ist deshalb so, weil sie sagen: „Uns trifft gegenüber denen, die weder lesen noch schreiben können (d.h. den Arabern), keinerlei Schuld (wenn wir uns ihr Vermögen widerrechtlich aneignen).“[3] Sie verbreiten damit eine Lüge über Aḷḷāh, obwohl sie genau wissen (dass es eine solche ist).
  6. Aber es verhält sich nicht so (wie sie behaupten). Wer seine Verpflichtung (sowohl gegenüber Aḷḷāh als auch gegenüber den Menschen) einhält und wer sich (vor Aḷḷāh) in Acht nimmt (indem er Seine Gebote und Verbote achtet) – siehe, Aḷḷāh liebt die Achtsamen.
  7. Jene aber, die ihren Bund (mit Aḷḷāh) und ihre Eide gegen einen geringen Gewinn verkaufen – jene sind es, die keinen Anteil [an den Wohltaten des] Jenseits haben werden. Aḷḷāh wird am Tag der Auferstehung nicht zu ihnen sprechen[4], sie nicht ansehen[5] und nicht reinigen, und sie werden schmerzliche Qualen erleiden.
[1] Sie wollte die Muslime zum Zweifeln bringen, indem sie sagen: „Wenn das Volk der Schrift diesen Glauben wieder verlässt, dann bestimmt, weil sie in ihren Schriften erkannt haben, dass der Islam doch nicht die Wahrheit ist.“

[2] Die damalige Währung, die für eine Goldmünze stand. Dirham stand für eine Silbermünze.

[3] Sie betrachteten dies nur dann als Sünde, wenn sie dies mit ihresgleichen taten.

[4] Oder: „nicht zu ihnen (auf eine Weise) sprechen (die sie glücklich macht)“.

Wie im Haupttext geschrieben wären es verschiedene Situationen: An manchen spricht Aḷḷāh zu ihnen, an manchen nicht, um sie zu erniedrigen. Dasselbe gilt entsprechend für das Sehen.

[5] Oder: „sie nicht (gnädig) ansehen“.

  1. Fürwahr, dies sind gewiss die wahren Berichte (über Jesus), und es gibt keine (wahre) Gottheit außer Aḷḷāh. Wahrlich, Aḷḷāh, Er allein ist der Allüberlegene und Allweise.
  2. Wenn sie sich nun aber abwenden (von der Botschaft, die du ihnen übermittelst), so kennt Aḷḷāh jene wohl, die Unheil stiften (und wird sie dafür zur Rechenschaft ziehen).
  3. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ihr Leute der Schrift (Juden und Christen)! Lasst uns hinsichtlich eines zwischen uns und euch gleichen Wortes übereinkommen: dass wir keinen anbeten, außer Aḷḷāh und Ihm nichts zur Seite stellen und dass wir einander nicht als Herren nehmen anstelle Aḷḷāhs (indem wir sie anbeten und ihnen gehorchen).“ Wenn sie sich aber abwenden, so sprecht: „Wir bezeugen, dass wir Ihm allein (in Demut) ergeben sind[1].“
  4. Ihr Leute der Schrift! Warum streitet ihr über Abraham (ob er Jude oder Christ war), wo die Thora und das Evangelium doch erst (lange) nach ihm offenbart wurden? Habt ihr denn keinen Verstand (mit dem ihr die Falschheit eurer Behauptungen bemerkt)?
  5. Habt nicht ihr (mit dem Propheten) über das gestritten, worüber ihr an sich Wissen besitzt (nämlich über euren Glauben und dass dieser mit dem von Moses und Jesus übereinstimme)? Warum aber streitet ihr nun über etwas, worüber ihr kein Wissen besitzt (nämlich über den Glauben Abrahams u)? Aḷḷāh aber weiß es, ihr hingegen wisst nicht.
  6. Abraham war weder Jude noch Christ, sondern er war ein Ḥanīf[2], ein gottergebener (Muslim), und er war keiner der Polytheisten.
  7. Wahrlich, jene, die am ehesten Anspruch auf Abraham haben, sind jene, die ihm (und seinem Aufruf zu seiner Zeit) folgten und ebenso dieser Prophet (Muḥammad) und die, die an ihn glauben. Aḷḷāh ist der Beschützer der Gläubigen.
  8. Eine Gruppe von den Leuten der Schrift (nämlich ihre Gelehrten) würde euch gerne in die Irre führen (und euch vom rechten Glauben abbringen, zu dem Aḷḷāh euch geleitet hat). Sie führen aber nur sich selbst in die Irre, ohne sich dessen bewusst zu sein.
  9. Ihr Leute der Schrift, warum leugnet ihr die Zeichen Aḷḷāhs (die Hinweise auf das Kommen Muḥammads, die sich in euren eigenen Offenbarungsschriften befinden), wo ihr doch selbst Zeugnis (dafür) ablegt?
[1] Oder: „dass wir Muslime sind“.

[2] So nannten die Araber jene, die der Religion Abrahams u folgten. Dazu gehörte die Ḥaǧǧ zur Kaʽbah und die Beschneidung.

Ḥanīf kommt vom Wort „Ḥanaf“, was „Neigung“ bedeutet. Ein Ḥanīf neigt sich vom Polytheismus weg zum Tauḥīd hin.

  1. Unser Herr! Wir glauben an das, was Du herabgesandt hast (nämlich das Evangelium) und wir folgen dem Gesandten (Jesus), so führe uns unter jenen an, die die Wahrheit bezeugen.“
  2. So schmiedeten sie (nämlich die Ungläubigen unter den Kindern Israels) Ränke (um Jesus zu töten), aber Aḷḷāh ebenso[1] und Aḷḷāh ist der beste Ränkeschmied.
  3. Damals sprach Aḷḷāh: „O Jesus! Ich werde dich ergreifen (und zu Mir nehmen ohne dich sterben zu lassen), dich (deinen Körper und deine Seele) zu Mir emporheben und dich reinigen und von den Ungläubigen befreien, und Ich werde jene, die dir (im wahren Glauben) folgen (der auch den Glauben an den Gesandten Muḥammad umfasst), über jene stellen, die ungläubig sind, bis zum Tag der Auferstehung. Dann aber werdet ihr alle zu Mir zurückkehren, und Ich werde zwischen euch hinsichtlich dessen richten, worüber ihr uneins wart.
  4. Was aber die betrifft, die nicht (an dich) glauben, so werde Ich sie heftiger Strafe im Diesseits (durch u. a. Tötung und Gefangennahme) und im Jenseits (durch die Hölle) aussetzen, und sie werden niemanden finden, der ihnen dann beisteht.
  5. Jene aber, die (an dich) glauben und Gutes tun, wird Er[2] ihren Lohn vollkommen aushändigen. Aḷḷāh liebt nämlich die Ungerechten nicht.[3]
  6. Das, was Wir dir (hier über die Entsendung Jesu) (an Offenbarung) verlesen, gehört zu den (deutlichen) Zeichen (der Wahrhaftigkeit deiner Botschaft) und ist eine weise Ermahnung.
  7. Wahrlich, aus der Sicht Aḷḷāhs ist das Beispiel (der Erschaffung) Jesu gleich dem Beispiel (der Erschaffung) Adams, den Er aus Erde erschaffen hat (also ohne Vater wie im Fall von Jesus u) und zu dem Er dann sprach: »Sei!«, und so war er.[4]
  8. Dies ist die Wahrheit (über Jesus) von deinem Herrn! Darum sei keiner der Zweifler!
  9. Wenn nun jemand mit dir darüber streitet, nachdem das Wissen zu dir gekommen ist, so sag: „Kommt her! Rufen wir unsere Söhne und eure Söhne, unsere Frauen und eure Frauen, uns selbst und euch selbst zusammenrufen, und dann lasst uns Aḷḷāh demütig darum bitten, dass Er Seinen Fluch auf jene herabkommen lässt, die lügen.“[5]
[1] Dies sah so aus, dass Aḷḷāh einem Mann die Gestalt von Jesus u gab, sodass sie diesen für Jesus u hielten und kreuzigten und töteten. Dadurch verblieben sie in ihrem Irrtum.

[2] „yuwaffīhim“ nach der Lesart von Ḥafs und Ruways (yuwaffīhum).

Nach der Mehrheit: „nuwaffīhim (Rauḥ: nuwaffīhum)“: „werden wir“.

[3] Dies bezieht sich auf jene Menschen, die vor der Entsendung Muḥammads lebten und Jesus folgten. Nach der Entsendung Muhammads nutzt einem sein Glaube nur dann, wenn man an den letzten Gesandten glaubt und ihm r folgt.

[4] So wie Adam ohne Vater und Mutter erschaffen wurde und Mensch war, so wurde auch Jesus ohne Vater erschaffen und war Mensch. Die Tatsache, dass Jesus ohne Vater erschaffen wurde, bedeutet nicht, dass er deswegen göttlicher Natur ist, ebenso wenig wie Adam göttlicher Natur ist, nur, weil er ohne Vater und Mutter erschaffen wurde.

[5] Anlass hierfür war eine christliche Gesandtschaft aus dem Süden, aus der Ortschaft Naǧrān.

  1. Er wird schon in der Wiege (als Säugling) zu den Menschen sprechen und auch als Erwachsener und einer der Rechtschaffenen sein.“
  2. Da sagte [Maria]: „O mein Herr! Wie sollte ich einen Sohn zur Welt bringen, wo doch kein Mann mich je berührt hat?“ Er (der Engel) antwortete: „So aber wird es sein. Aḷḷāh erschafft, was Er will. Hat Er etwas beschlossen, so spricht Er nur: »Sei!«, und es ist.
  3. Er wird[1] ihn das Schreiben und die Weisheit (in Worten und Taten) lehren und die Thora und das Evangelium,[2]
  4. und ihn zu einem Gesandten für die Kinder Israels machen[3] (der zu ihnen sagen wird): „Ich bin mit einem Zeichen eures Herrn zu euch gekommen. Ich werde für euch aus Ton etwas formen, das der Gestalt eines Vogels ähnelt. Dann werde ich hineinhauchen, und es wird, mit der Erlaubnis Aḷḷāhs, ein Vogel werden. Ich werde den Blindgeborenen und den Aussätzigen heilen und den Toten mit Aḷḷāhs Erlaubnis zum Leben erwecken. Und ich werde euch berichten, was ihr esst und was ihr in euren Häusern verbergt. Seht, all das ist ein Zeichen für euch (dafür, dass ich wahrhaft ein Gesandter Aḷḷāhs bin), wenn ihr wirklich gläubig seid.
  5. (Und ich bin gekommen,) um das zu bestätigen, was von der Thora vor mir offenbart wurde und um euch einiges zu erlauben, was euch verboten war. Ich komme mit Zeichen von eurem Herrn zu euch, so nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht (indem ihr Seine Befehle ausführt und Seine Verbote meidet) und gehorcht mir!
  6. Wahrlich, Aḷḷāh ist mein Herr und euer Herr. Darum dient Ihm (allein). Dies ist ein gerader Weg.“
  7. Als Jesus ihren Unglauben spürte, sagte er (zu den Kindern Israels): „Wer sind meine Helfer in der Sache Aḷḷāhs?“ Und die auserwählten (Jünger) antworteten: „Wir sind (deine) Helfer in der Sache Aḷḷāhs. Wir glauben an Aḷḷāh, und so bezeuge (du), dass wir (Ihm allein in Demut) ergeben sind.
[1] „yuʽallimuhu“ nach der Lesart von Nāfiʽ, ʽĀṣim, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „nuʽallimuhu“ „Wir werden“.

[2] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

[3] Hier endet nur nach der baṣrischen und ḥimṣischen Zählung ein Vers.

  1. Da rief Zacharias seinen Herrn an und sagte: „Herr, schenke (auch) mir von Dir aus eine wohlgefällige Nachkommenschaft. Wahrlich, Du bist der, der das Bittgebet erhört!“
  2. Da riefen ihm die Engel, während er betend an der Gebetsstätte stand, zu: „Siehe, Aḷḷāh verkündet dir die frohe Nachricht (eines Sohnes, der dir geboren werden wird, mit Namen) Johannes, der ein Wort Aḷḷāhs bestätigen wird[1], führend in seinem Volk (hinsichtlich seines Wissens und seines Dienstes Aḷḷāh gegenüber), keusch (und asketisch) und ein Prophet, einer der Rechtschaffenen sein wird.“
  3. Er sagte: „Herr, wie soll mir denn ein Sohn geschenkt werden, wo ich doch schon ein hohes Alter erreicht habe und meine Frau unfruchtbar ist?“ Da sprach Er: „So wird es sein. Aḷḷāh tut, was Er will.“
  4. Er (Zacharias u) sagte: „Herr, gib mir ein Zeichen (dass dieses Kind von mir ist)!“ Und Aḷḷāh sprach: „Dein Zeichen wird sein, dass du drei Tage lang nicht zu den Menschen sprechen wirst, außer durch Gesten. Gedenke deines Herrn häufig, und lobpreise Ihn Nachmittags und Vormittags.“[2]
  5. Und (gedenke, Gesandter Aḷḷāhs, der Zeit) als die Engel sagten: „O Maria! Siehe, Aḷḷāh hat dich auserwählt und gereinigt. Er hat dich vor den Frauen aller Welten auserwählt.
  6. O Maria! Verweile lange andächtig stehend im Gebet zu deinem Herrn, wirf dich in Anbetung nieder und verneige dich (vor Ihm) mit den sich Verneigenden (rechtschaffenen Dienern)!
  7. Dies (d.h. die erwähnten Berichte über Zacharias und Maria) gehört zu den Kunden, die (dir) verborgen waren und die Wir dir (Gesandter Aḷḷāhs) offenbart haben. Denn du warst nicht dabei, als sie (d.h. die Gelehrten) ihre Losstäbe warfen, um zu entscheiden, wer von ihnen Maria großziehen sollte, und du warst nicht dabei, als sie darüber stritten (und Zacharias schließlich das Los zog).
  8. Damals sagten die Engel: „O Maria! Siehe, Aḷḷāh verkündet dir die frohe Nachricht eines Wortes von Ihm (d.h. eines Sohnes, nämlich Jesus, der ohne Vater, allein durch das Wort Aḷḷāhs – Sei! – geboren werden wird), dessen Name der Messias[3], Jesus, Sohn der Maria, sein wird, von ehrenvollem Rang im Diesseits und im Jenseits und einer derer, die (Aḷḷāh) nahe sind.
[1] Mit dem Wort Aḷḷāhs ist hier Jesus gemeint, der auf besondere Weise erschaffen wurde, nämlich allein durch ein Wort Aḷḷāhs.

[2] Somit konnte er u Aḷḷāhs gedenken, aber nicht mit den Menschen sprechen.

[3] Arab. Masīḥ stammt vom Verb masaḥa, was streichen bedeutet, denn Jesus pflegte über den Kranken zu streichen und sie da: Er war gesund.

  1. An einem Tag, an dem jeder Mensch sich dem gegenübersehen wird, was er an Gutem getan hat und was er an Schlechtem getan hat, wird er wünschen, dass sich zwischen ihm (dem Menschen) und eben jenem Tag[1] noch eine weite Zeitspanne befände. Aḷḷāh warnt euch vor Sich Selbst!! Aḷḷāh aber ist äußerst gnädig gegenüber Seinen Dienern (und darum warnt Er euch).
  2. Sag: „Wenn ihr Aḷḷāh liebt, dann folgt mir, und Aḷḷāh wird euch lieben und euch eure Sünden vergeben. Aḷḷāh vergibt (den Bereuenden) ständig und ist gnädig.“
  3. Sag: „Gehorcht Aḷḷāh, und gehorcht dem Gesandten!“ Wenn sie sich aber abwenden – fürwahr, Aḷḷāh liebt die Ungläubigen nicht.
  4. Wahrlich, Aḷḷāh hat Adam, Noah, das Haus Abrahams und das Haus ʽImrāns vor allen Welten auserwählt,
  5. sind eine der anderen Nachkommenschaft.[2] Aḷḷāh hört (die Aussagen Seiner Diener) und weiß (um alles) Bescheid.
  6. Damals, als die Frau ʿImrāns (d. h. die Mutter Marias) sagte: „Herr, ich gelobe, Dir das zu weihen, was sich in meinem Schoß befindet.[3] So nimm es von mir an, denn wahrlich, Du bist Der, der (mein Bittgebet) erhört und (meine Absicht) kennt!“
  7. Als sie es geboren hatte, sagte sie (sich entschuldigend): „Herr, ich habe ein Mädchen geboren.“ Aḷḷāh aber wusste am besten, was sie zur Welt gebracht hatte.[4] Der Junge (auf den sie gehofft hatte) ist nicht wie das Mädchen (das sie schließlich gebar).[5] „Ich habe sie Maria genannt, und fürwahr, ich suche Deinen Schutz für sie und ihre Nachkommen vor dem verfluchten Satan (dem Deine Gnade verwehrt bleibt).“
  8. So nahm ihr Herr ihr Gelöbnis in Güte an, ließ Maria in schöner Weise heranwachsen und gab sie in die Obhut[6] des Zacharias.[7] Jedes Mal aber, wenn Zacharias zu ihr in die Gebetsnische trat, fand er bei ihr Speisen vor, und er pflegte sie zu fragen: „Maria, woher hast du das?“ Und sie antwortete stets: „Es ist von Aḷḷāh. Wahrlich, Aḷḷāh gewährt Versorgung wem Er will, ohne jede Abrechnung.“
[1] Oder: zwischen ihm (d. h. dem Menschen) und ihnen (d. h. seinen schlechten Taten)“.

[2] Sie haben den Tauḥīd, das Wissen und die charakterlichen Vorzüge einander weitergegeben.

[3] Sie wollte einen Sohn, der sich ausschließlich in den Dienst der ’Aqṣā-Moschee begibt.

[4] „waḍaʽat“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir, Šuʽbah und Yaʽqūb: „Aḷḷāh weiß am besten, was ich zur Welt gebracht habe.“

[5] Sie konnte ein Mädchen aufgrund ihrer Scham und monatlichen Blutungen nicht dem Dienste der Moschee widmen.

[6] „kaffalahā“ nach der Lesart ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „kafalahā“: „Zacharias hat sie in seine Obhut genommen.“

[7] Seine Frau war die Tante Marias mütterlicherseits.

  1. Siehst du nicht (den Zustand) jener (Juden), denen ein Anteil an der Offenbarungsschrift (der Thora) gegeben wurde? Sie wurden dazu aufgefordert, sich dem Buch Aḷḷāhs (der Thora) zuzuwenden, damit es zwischen ihnen urteilt[1] (worüber sie uneinig sind). Daraufhin aber hat sich ein Teil von ihnen (nämlich der Gelehrten und Oberhäupter) abgewandt und sich geweigert (auf Grundlage der Thora zu entscheiden),
  2. indem sie sagten: „Das Höllenfeuer wird uns nicht erfassen, es sei denn wenige, abgezählte Tage (und danach betreten wir das Paradies).“ So täuschte sie hinsichtlich ihres Glaubens das, was sie selbst (an Lügen) im Laufe der Zeit erfunden hatten.
  3. Wie wird es ihnen dann ergehen, wenn Wir sie an einem Tag versammeln werden, an dem keinerlei Zweifel besteht, an dem jedem Menschen[2] sein Tun vergolten und keinem Unrecht widerfahren wird?
  4. Sag (o Prophet, wodurch du deinen Herrn verherrlichst): „O Aḷḷāh, (Du allein bist der) Besitzer des Reiches (von Himmel und Erde)! Du gewährst Herrschaft, wem Du willst und Du entziehst die Herrschaft, wem Du willst. Du ehrst, wen Du willst, und Du erniedrigst, wen Du willst (alles gemäß Deiner Weisheit). In Deiner Hand (allein) liegt alles Gute. Wahrlich, Du hast zu allem die Macht.
  5. (Zu den Zeichen Deiner Macht gehört, dass) Du die Nacht in den Tag, und den Tag in die Nacht eindringen lässt,[3] und Du bringst Lebendiges aus dem hervor, was tot ist, und Du bringst Totes aus dem hervor, was lebendig ist,[4] und Du versorgst, wen Du willst, ohne zu berechnen.
  6. Die Gläubigen sollen sich nicht Ungläubige anstelle der Gläubigen als Nahestehenden nehmen. Wer das tut, der hat sich von Aḷḷāh losgesagt (und Aḷḷāh von ihm), es sei denn, ihr (befindet euch unter ihrer Herrschaft und) habt von ihnen etwas zu befürchten. Aḷḷāh warnt euch vor Sich selbst! Zu Aḷḷāh wird (am Tag der Auferstehung) letztendlich die Rückkehr sein.
  7. Sag: „Ob ihr nun verbergt, was in euren Herzen ist (wie eure Neigung dazu, die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Nahestehenden zu nehmen) oder ob ihr es offen zeigt, Aḷḷāh weiß es. Er weiß alles, was in den Himmeln und auf Erden ist. Aḷḷāh hat zu allem die Macht.“
[1] „liyaḥkuma“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „liyuḥkama“: „damit zwischen ihnen geurteilt wird“.

[2] Oder: jeder Seele.

[3] Entweder in dem Sinne, dass Tag und Nacht ineinander übergehen oder in dem Sinne, dass Aḷḷāh im Winter den Tag in die Nacht übergehen lässt, sodass diese sich verlängert, und im Sommer die Nacht in den Tag, sodass dieser sich verlängert.

[4] So wir Er aus toten Samen lebendige Pflanzen hervorbringt, bringt Er auch aus einem Ungläubigen einen Gläubigen hervor und umgekehrt.

  1. jene, die (in ihren Bittgebeten) sagen: „Unser Herr! Siehe, wir glauben (an Dich), so vergib uns unsere Sünden und bewahre uns vor der Qual des Höllenfeuers!“
  2. Sie sind jene, die geduldig sind (im Erfüllen der Gebote Aḷḷāhs und angesichts von Prüfungen, die ihnen auferlegt werden), die aufrichtig (in ihren Worten und Taten) und Aḷḷāh in vollkommener Demut ergeben sind, die (ihr Vermögen auf dem Weg Aḷḷāhs) ausgeben und im letzten Teil der Nacht (Aḷḷāh) um Vergebung bitten.
  3. Aḷḷāh selbst gibt Zeugnis (durch die Zeichen in Seiner Schöpfung und durch Seine Gebote), dass es keine wahre Gottheit gibt außer Ihm und ebenso die Engel und die Gelehrten – dem Wahrer der Gerechtigkeit. Es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Allüberlegenen und Allweisen.
  4. Wahrlich, die (einzige) Religion (die Aḷḷāh am Tag der Auferstehung annehmen wird) ist der Islam.[1] Jene (Juden und Christen), denen die Schrift gegeben wurde, wurden erst (dann darüber) uneins (und spalteten sich damit in verschiedene Gruppen auf), als das Wissen zu ihnen kam (und damit der Beweis gegen sie erbracht worden war), dies aus gegenseitiger Missgunst (wegen ihres Trachtens nach weltlichen Dingen). Wer aber nicht an die Zeichen Aḷḷāhs glaubt (die Seinem Gesandten offenbart wurden), so ist Aḷḷāh schnell im Abrechnen.
  5. Wenn sie mit dir (Gesandter Aḷḷāhs, über die Wahrheit, die dir offenbart wurde) streiten, dann sag: „Ich habe mich ganz und gar Aḷḷāh ergeben, und auch die, die mir folgen.“ Und frag jene, denen eine Offenbarungsschrift gegeben wurde und die Götzendiener: „Habt ihr euch (Aḷḷāh) ergeben?“ Haben sie sich aber (Aḷḷāh) unterworfen (und folgen dir), so sind sie rechtgeleitet. Wenden sie sich aber ab, so ist deine Aufgabe nur (, die Botschaft, die dir offenbart wurde,) zu übermitteln. Aḷḷāh aber sieht Seine Diener wohl.
  6. Wahrlich, jene, die die Zeichen Aḷḷāhs leugnen, die die Propheten ohne jedes Recht töten und die jene Menschen töten[2], die Gerechtigkeit einmahnen (und somit das Gute gebieten und das Verwerfliche verbieten) – ihnen verkünde schmerzliches Leid.
  7. Jene sind es, deren Taten für sie sowohl im Diesseits als auch im Jenseits nutzlos sind und die keine Helfer finden werden (die sie vor der Strafe schützen könnten).
[1] „’inna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Kisā’iyy: „’anna“: „(Ebenso bezeugen sie), dass die (einzige) Religion (die Aḷḷāh am Tag der Auferstehung annehmen wird) der Islam ist.“

[2] „yaqtulūna“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah: „yuqātilūna“: „die gegen jene kämpfen“.

  1. Wahrlich, denen, die nicht (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben, werden weder ihr Besitz noch ihre Kinder Aḷḷāh gegenüber irgendetwas nützen. Jene sind es, die Brennstoff für das Höllenfeuer sein werden!
  2. Es wird ihnen genauso ergehen, wie den (ungläubigen) Leuten des Pharaos und denen, die vor ihnen waren. Sie haben Unsere Zeichen als Lüge bezeichnet. Da ließ Aḷḷāh wegen ihrer Vergehen Leid über sie kommen, und Aḷḷāh ist streng im Strafen.
  3. Sag (Gesandter Aḷḷāhs) zu denen, die nicht glauben: „Ihr werdet[1] (von den Gläubigen) besiegt und im Höllenfeuer zusammengeschart werden. Welch eine üble Ruhestätte!“
  4. Ein Zeichen (für die Hilfe Aḷḷāhs) lag für euch in den beiden Gruppen, die (in der Schlacht von Badr) aufeinandertrafen: eine Gruppe, die auf dem Weg Aḷḷāhs kämpfte (d.h. der Gesandte Aḷḷāhs und seine Gefährten) und eine andere, die ungläubig war (d.h. die Mekkaner). Mit eigenen Augen sahen [die Gläubigen][2], dass die anderen doppelt so zahlreich waren wie sie selbst.[3] Aḷḷāh aber stärkt mit Seiner Hilfe, wen Er will. Darin liegt fürwahr ein lehrreiches Beispiel für jene, die Einsicht besitzen (dass Aḷḷāh nämlich Seine Anhänger unterstützt, auch wenn sie in der Unterzahl sind).
  5. Verlockend ist für den Menschen der Genuss weltlicher Freuden (die Aḷḷāh ihnen zur Prüfung gemacht hat), seien es Frau und Kinder, aufgehäufte Schätze aus Gold und Silber, schöne Pferde[4] oder Vieh und Saatfelder. All das sind (vergängliche) Annehmlichkeiten des irdischen Lebens. Bei Aḷḷāh aber ist die schönste Heimkehr (nämlich ins Paradies).
  6. Sag: „Soll ich euch von etwas berichten, das besser als all das ist? Für die, die sich ständig (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen sind, gibt es bei ihrem Herrn Gärten durcheilt von Bächen, in denen sie (für immer) verweilen werden, reine Gefährtinnen und das Wohlgefallen Aḷḷāhs.“ Aḷḷāh aber sieht Seine Diener wohl,
[1] „tuġlabūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „yuġlabūna“: „die nicht glauben, dass sie (von den Gläubigen) besiegt und im Höllenfeuer zusammengeschart werden werden.“

[2] „yaraunahum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach „taraunahum“: „saht [ihr Gläubige]“.

[3] Die Muslime waren ca. 300, sahen die Feinde als ca. 600, obwohl sie eigentlich zwischen 900 und 1000 waren. So hat Aḷḷāh die Furcht der Gläubigen aus ihren Herzen genommen.

[4] Auch: festlich geschmückte.

Sūrah 3 Āl ʿImrān – das Haus ʿImrāns (medinensisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend zu lesen).

  1. Alif, Lām, Mīm.[1]
  2. Aḷḷāh, es gibt keine wahre Gottheit außer Ihm, dem Ewiglebenden (der niemals stirbt und dessen Lebendigkeit vollkommen ist), der unablässig für (Seine Geschöpfe) Sorgende[2] (und in keinerlei Hinsicht eines anderen Geschöpfes bedarf).
  3. Er hat auf dich (Gesandter Aḷḷāhs, nach und nach) das Buch hinabgesandt, das die Wahrheit enthält und das (die Offenbarungsschriften) bestätigt, die ihm vorausgegangen sind. Auch Er ist es, der die Thora und das Evangelium hinabgesandt hat,[3]
  4. zuvor, als Rechtleitung für die Menschen. Er sandte ebenso [den] (Maßstab der) Unterscheidung (zwischen Wahrheit und Lüge und zwischen Rechtleitung und Irrtum) herab.[4] Wahrlich, die aber, die die Zeichen Aḷḷāhs (wie seine Verse) leugnen, wird schlimmes Leid treffen. Aḷḷāh ist (allen) überlegen und der, der Vergeltung übt (an jenen, die Seine Gesandten zurückweisen und Seine Gebote missachten).
  5. Wahrlich, nichts in den Himmeln und auf Erden bleibt Aḷḷāh verborgen.
  6. Er ist es, der euch im Mutterleib (in mannigfacher Art) formt (männlich oder weiblich, schwarz oder weiß, usw.), wie Er will. Es gibt keine wahre Gottheit außer Ihm, dem Allüberlegenen und Allweisen.
  7. Er ist es, der das Buch (des Qur’ān) auf dich (Gesandter Aḷḷāhs) herabsandte. Darin finden sich Verse, die eindeutig sind – sie sind die Grundlage des Buches (und so sind sie jene Verse, auf die ihr bei Meinungsverschiedenheiten zurückzugreifen habt) – und andere, die mehrdeutig sind (weil sie mehrere Bedeutungen in sich tragen). Was nun jene Menschen betrifft, deren Herzen dazu neigen, von der Wahrheit abzuweichen, so folgen sie den mehrdeutigen Versen, um Zwietracht zu stiften (und die Menschen in die Irre zu führen) und Deutungen vorzunehmen, die ihren eigenen Wünschen entgegenkommen. Keiner aber kennt ihre wahre Bedeutung außer Aḷḷāh. Jene aber, die ein tief gegründetes Wissen besitzen sagen: „Wir glauben daran (nämlich an den Qur’ān in seiner Gesamtheit und somit deuten wir die mehrdeutigen Verse im Lichte der eindeutigen), denn alles ist von unserem Herrn.“ Keiner aber bedenkt dies, außer jenen, die Verstand besitzen.
  8. (Die Wissenden sagen auch:) „Unser Herr, bring unsere Herzen, nachdem Du uns auf den rechten Weg geführt hast, nicht zum Abschweifen! Schenk uns Gnade von Dir aus, denn wahrlich, Du, Du (allein) bist der unablässig Schenkende!
  9. Unser Herr, Du wirst wahrlich die Menschen an einem Tag versammeln, an dem kein Zweifel besteht. Fürwahr, Aḷḷāh bricht Sein Versprechen nicht!“
[1] Siehe wegen der Buchstaben Vers 2:1.

Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

[2] Oder: Der-Sich-um-Seine-Diener-Kümmernde, der Sich (um alles) Kümmernde.

[3] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung kein Vers.

[4] Hier endet nur nach der šāmischen Zählung kein Vers.

  1. Wenn ihr euch auf einer Reise befindet und keinen Schreiber findet, dann soll der Schuldner dem Gläubiger ein Pfand[1] aushändigen. Wenn ihr einander aber vertraut (dann bedarf es keiner Niederschrift, keiner Zeugen und keines Pfandes), dann soll der, dem man vertraut, die ihm anvertraute Pflicht erfüllen (indem er die Schulden wie vereinbart begleicht), und er soll sich vor Aḷḷāh, seinem Herrn, in Acht nehmen! Verschweigt [eure] Zeugenaussage nicht (wenn ihr Zeuge eines Handels geworden seid und zum Ablegen derselben aufgefordert werdet! Wer sie aber verschweigt, der ist in seinem Herzen sündhaft (und schamlos). Aḷḷāh aber besitzt Wissen um alles, was ihr tut.
  2. Aḷḷāh (allein) gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist, und ob ihr nun offen zeigt, was ihr im Herzen hegt oder es verbergt – Aḷḷāh wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen, und dann wird Er (aus Seiner Huld) vergeben, wem Er will, und Er wird (aus Seiner Gerechtigkeit und Weisheit) bestrafen, wen Er will. Aḷḷāh hat zu allem die Macht.[2]
  3. Der Gesandte (Muḥammad) glaubt an das, was ihm von seinem Herrn offenbart wurde, und so auch die Gläubigen. Sie alle glauben an Aḷḷāh, (all) Seine Engel, Seine Bücher[3] und Seine Gesandten (und sagen): „Wir[4] machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten (indem wir nur an manche von ihnen glauben).“ Und sie sagen: „Wir haben gehört (was Aḷḷāh uns befohlen und was Er uns verboten hat) und wir gehorchen. Deine Vergebung (ist es), unser Herr (die wir begehren)! Zu Dir ist ja einst die Heimkehr!“
  4. Aḷḷāh bürdet keiner Seele mehr auf, als sie zu ertragen vermag. Ihr wird der Lohn für das Gute zuteilwerden, das er erworben hat, und die Strafe für die Vergehen, die er begangen hat, wird über ihn (allein) kommen. (Der Gesandte und die Gläubigen sagen:) „Unser Herr, ziehe uns nicht zur Rechenschaft für das, was wir vergessen haben oder für Fehler, die wir (ohne Absicht) begangen haben! Unser Herr, bürde uns keine Last auf, wie Du sie jenen (als Strafe für ihre Vergehen) aufgebürdet hast, die vor uns waren! Unser Herr, lege uns nichts (weder Verbote noch Anordnungen) auf, was wir nicht zu ertragen vermögen! Sieh von unseren Sünden ab (indem Du uns vergibst), bedecke sie für uns (indem Du uns nicht bloßstellst), und sei uns gnädig (indem Du uns weder in diesem noch im nächsten Leben bestrafst)! Du bist unser Beschützer, so hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen!“
[1] „rihān“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ‛Amr und Ibn Kaṯīr: „ruhun“: „Pfände“.

[2] Der folgende Vers 285 hebt den Vers 284 hinsichtlich der Rechenschaft für das, was man verbergt, auf, sofern man nicht danach handelt oder es ausspricht.

[3] „kutubihī“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf: „kitābihī“: „Sein Buch (den Qurʼān)“.

[4] „nufarriqu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „yufarriqu“: „Seine Gesandten. Sie machen keinen Unterschied usw.“

  1. Ihr, die ihr glaubt! Wenn ihr ein Schuldverhältnis auf eine festgelegte Zeit eingeht, dann schreibt es auf. Ein Schreiber soll es getreulich zwischen euch niederschreiben, und kein Schreiber soll sich weigern, es aufzuschreiben, so wie Aḷḷāh es ihn gelehrt hat (nämlich in gerechter Weise getreulich niederzuschreiben). So soll er schreiben und der Schuldner soll diktieren, und er soll sich vor Aḷḷāh, seinem Herrn, in Acht nehmen und nichts davon (weder von der Höhe der Schulden noch der Art) verringern. Wenn aber derjenige, auf dem die Schuld lastet, sich töricht verhält oder (aufgrund seines jungen Alters oder geistiger Behinderung) schwach ist oder unfähig, selbst zu diktieren (weil er bspw. stumm ist), dann soll sein Vormund getreulich diktieren. Und zieht zwei von euren (redlichen) Männern als Zeugen heran. Finden sich aber keine zwei Männer, dann ein Mann und zwei Frauen von denen, die euch als Zeugen geeignet erscheinen, damit, wenn sich eine der beiden irrt, die andere sie erinnern kann. Die Zeugen aber sollen sich nicht weigern, als solche aufzutreten, wenn sie gerufen werden. Und seid nicht ungehalten darüber, es niederzuschreiben, seien es nun kleine oder große Beträge und die festgelegte Zeit. Das (nämlich ein Schuldverhältnis schriftlich festzuhalten) ist aus der Sicht Aḷḷāhs gerechter, zuverlässiger als Zeugnis und eher dazu geeignet, euch vor (späteren) Zweifeln zu bewahren (hinsichtlich der Höhe, Art und Frist der Schulden). Es sei denn, es handelt sich um eine sogleich verfügbare Ware, die unter euch von Hand zu geht (und deren Preis an Ort und Stelle beglichen wird) – dann trifft euch keinerlei Schuld, wenn ihr es nicht aufschreibt. Nehmt (aber dennoch lieber) Zeugen, wenn ihr miteinander Handel treibt (um Streit zu vermeiden), aber weder dem Schreiber noch den Zeugen darf ein Schaden deswegen zugefügt werden; wenn ihr es aber dennoch tut, dann ist es ein Frevel eurerseits. Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht! Aḷḷāh ist es, der euch lehrt (was für euch sowohl in dieser Welt als auch im Jenseits gut ist). Aḷḷāh besitzt vollkommenes Wissen um alle Dinge.
  1. [1]Diejenigen, die Zinsgeschäfte betreiben, werden (am Tag der Auferstehung) nicht anders dastehen als einer, den der Satan durch Berührung niederstreckt.[2] Dies deshalb, weil sie sagten: „Aber Kaufgeschäfte zu betreiben ist doch dasselbe wie Zinsgeschäfte.“ Aḷḷāh aber hat den Handel erlaubt und das Zinsgeschäft verboten. Zu wem nun die Ermahnung von seinem Herrn kommt und er in Folge dessen davon ablässt (Zinsgeschäfte zu betreiben und dies aufrichtig bereut), dem soll gehören, was er (an Zins) bis dahin erworben hat, und seine (zukünftige) Angelegenheit liegt bei Aḷḷāh.[3] Jene aber, die daran festhalten (nachdem sie von dem Verbot Kenntnis erlangt haben und die Zinsgeschäfte dennoch für erlaubt erklären), die werden Insassen des Höllenfeuers sein und ewig darin verweilen.
  2. Aḷḷāh vernichtet den Zins (entweder durch Handelsverluste oder indem Er ihm jeglichen Segen entzieht) und mehrt den Wert der Spenden (indem der Spendende ein Vielfaches an Lohn dafür enthält und sein Besitz gesegnet wird). Aḷḷāh liebt den nicht, der starrköpfig im Unglauben (und Undank) verharrt und ein beharrender Sünder ist.
  3. Jene, die (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben und Gutes tun, das rituelle Gebet verrichten und die Zakāh entrichten, werden ihren Lohn von ihrem Herrn erhalten. Weder brauchen sie Furcht (vor dem Bevorstehenden am Tag der Auferstehung) zu haben noch bekümmert zu sein (wegen dem, was sie im Diesseits zurücklassen).
  4. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt, nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und verzichtet auf noch ausstehende Gewinne aus Zinsgeschäften, wenn ihr wahrhaft gläubig seid!
  5. Wenn ihr das aber nicht tut, dann seid euch gewiss, dass ihr euch im Krieg mit Aḷḷāh und Seinem Gesandten befindet. Bereut ihr aber, dann steht euch euer Grundvermögen (das ihr verliehen habt, ohne Zinsen) zu. Weder tut ihr dann jemandem Unrecht noch wird euch Unrecht getan.
  6. Wenn euer Schuldner aber in Nöten ist, dann gewährt ihm Aufschub, bis seine Situation leichter wird. Wenn ihr aber spendet (indem ihr ihm seine Schuld zur Gänze oder teilweise erlasst), dann ist es besser für euch, wenn ihr es wüsstet (welcher Lohn auf euch bei Aḷḷāh dann wartet)!
  7. Und nehmt euch vor jenem Tag in Acht, an dem ihr zu Aḷḷāh zurückgebracht[4] werdet. Dann wird jeder Seele vergolten, was sie (an Gutem oder Schlechtem) erworben hat, und keinem wird Unrecht widerfahren.
[1] Nachdem Aḷḷāh zum Spenden aufrief, warnt Er nun vom genauen Gegenteil: den Zinsen.

[2] Wenn der Satan den Menschen berührt (arab. Mass), wird der Mensch wie ein Epileptiker, der irrend umherstapft und manchmal zu Boden stürzt. Ähnlich werden jene Menschen, die Zinsen verschlungen haben, am Tag der Auferstehung wie Verrückte umherirren und Betrunkenen ähneln.

[3] Dieser Satz kann mehreres bedeuten:

  • Wenn Aḷḷāh Y will, schützt Er ihn vor zukünftigen Zinsgeschäften (Ṭabariyy).
  • Das Possessivpronomen „seine“ bezieht sich auf die Zinsen, dann würde dies bedeuten: Dass Aḷḷāh ihm das Vergangene an Zinsen erlaubt, da er vom Verbot nichts wusste, und Er ihm deshalb verzeiht, ist Aḷḷāhs Angelegenheit. Er bestimmt, was Er will.
  • Die Angelegenheit der Zinsen liegt bei Aḷḷāh: Er verbietet und erlaubt wann und was Er will.
  • Die Angelegenheit der vergangenen Zinsgeschäfte und dass Aḷḷāh verzeiht ist Seine Sache.
[4] „turǧaʽūna“ nach der Mehrheit.

Nach ʼAbū ‛Amr und Yaʽqūb: „tarǧiʽūna“: „zurückkehren“.

  1. Was immer ihr ausgebt und was immer ihr gelobt (um Aḷḷāhs willen zu tun, egal ob viel oder wenig) – wahrlich, Aḷḷāh weiß es. Die Ungerechten aber (die geizen und dabei die Grenzen Aḷḷāhs übertreten) werden (am Tag der Auferstehung) keinen Helfer finden.
  2. Wenn ihr Almosen offen gebt – wie volltrefflich! Wenn ihr sie den Armen aber im Verborgenen gebt, so ist es noch besser für euch. Er tilgt (darüber hinaus) manche eurer Vergehen.[1]. Aḷḷāh aber weiß (über alles) Bescheid, was ihr tut.
  3. Dir (Gesandter Aḷḷāhs) obliegt es nicht, sie rechtzuleiten, sondern (du weist ihnen nur den Weg und) Aḷḷāh leitet auf den rechten Weg, wen Er will[2] (denn die Herzen sind zwischen zwei Seiner unvergleichbaren Finger). Was immer ihr an Gutem spendet, das ist (letztendlich) für euch selbst (denn der Lohn dafür wird euch zukommen, Aḷḷāh bedarf eures Almosens nicht). Und spendet nicht anders, als im Streben nach dem Antlitz Aḷḷāhs. Was immer ihr an Gutem spendet (selbst wenn dies für ungläubige Bedürftige wäre), wird euch zur Gänze zurückerstattet werden, und euch wird keinerlei Unrecht widerfahren.
  4. [3](Die Spenden sollen) den Bedürftigen (gegeben werden), die sich zur Gänze dem Bemühen auf dem Weg Aḷḷāhs widmen und so daran gehindert werden, (auf der Suche nach Lebensunterhalt) auf Erden umherzureisen, werden von einem Unwissenden wegen ihrer Zurückhaltung für vermögend gehalten (weil sie keinen um ein Almosen anbetteln). Aber du kannst sie an ihren (äußeren) Merkmalen erkennen und daran, dass sie die Leute nicht aufdringlich bitten. Und was immer ihr an Gutem spendet, wahrlich, Aḷḷāh weiß es.
  5. Jene, die von ihrem Besitz (allein im Streben nach dem Wohlgefallen Aḷḷāhs) bei Nacht und bei Tag, im Verborgenen und offenkundig, spenden – sie haben ihren Lohn bei ihrem Herrn. Keine Furcht brauchen sie zu haben (vor dem, was sie im Jenseits erwartet), und sie müssen nicht bekümmert sein (hinsichtlich dessen, was ihnen vielleicht an Annehmlichkeiten auf Erden vorenthalten blieb).
[1] „yukaffiru“ nach der Lesart von Ibn ʽĀmir und ʽĀṣim.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Šuʽbah und Yaʽqūb: „nukaffiru“: „Wir tilgen usw.“

Nach der Mehrheit: : „nukaffir“: „und wir werden (dafür) manche eurer Vergehen tilgen.

[2] Oder: wer dies will.

[3] Als hätte jemand gefragt: „Wem sollen die Spenden ausgehändigt werden?“
  1. Das Gleichnis jener aber, die von ihrem Vermögen ausgeben, um das Wohlgefallen Aḷḷāhs zu finden und aus eigener innerer Gewissheit, ist das eines Gartens auf einem Hügel, auf den ein heftiger Regen fällt und der daraufhin das Doppelte an Frucht hervorbringt. Und selbst wenn ihn kein starker Regen trifft, so doch ein feiner (denn auch dieser genügt ihm aufgrund seiner guten Erde, um Früchte hervorzubringen; ebenso ist Aḷḷāh auch mit einem geringen Almosen zufrieden, das in Aufrichtigkeit allein um Aḷḷāhs willen gegeben wird). Aḷḷāh sieht (alles), was ihr tut.
  2. Wünscht sich einer von euch vielleicht, dass er einen Garten besitzt, in dem Dattelpalmen und Trauben wachsen, durcheilt von Bächen und in dem er Früchte aller Art hat, und dass ihn dann ein hohes Alter ereilt, während seine Kinder noch klein und zu schwach sind (um sich um den Garten kümmern zu können) und dass daraufhin ein feuerbringender Wirbelwind über den Garten kommt und dieser verbrennt?[1] Auf diese Weise macht Aḷḷāh euch die Verse deutlich, damit ihr vielleicht nachdenkt.
  3. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Spendet von den guten Dingen, die ihr erworben habt und von dem, was Wir aus der Erde für euch hervorbringen. Und hegt dabei nicht die Absicht, nur das Schlechte davon zu spenden, das ihr selbst nicht nehmen würdet, ohne euren Blick angewidert davon abzuwenden. Und wisst, dass Aḷḷāh selbstgenügend ist (und daher weder euch noch eure Spenden braucht) und (von genug anderen) gelobt wird
  4. Der Satan droht euch mit Armut und befiehlt euch, Schändliches zu tun (und geizig zu sein). Aḷḷāh aber verheißt euch Seine (gewaltige) Vergebung (für eure Sünden im Gegenzug dafür, dass der Satan euch Schändliches befiehlt) und Versorgung (dafür, dass er euch mit Armut droht). Aḷḷāh(s Versorgung) umfasst alles und Er weiß (über alles) Bescheid,
  5. Er gewährt Weisheit, wem Er will, und wem Weisheit verliehen wurde[2], dem wurde fürwahr ein großes Gut zuteil. Aber keiner bedenkt dies (und lässt sich ermahnen), außer jenen, die Verstand besitzen (und sich vom Licht Aḷḷāhs leiten lassen).
[1] Das Gleichnis dessen, der Almosen spendet, um dabei gesehen und dafür gelobt zu werden, ist das eben jenes Mannes, dessen so ertragreicher Garten letztendlich zur Gänze vernichtet wird. Denn genauso werden die guten Werke derer am letzten Tag nichtig und nutzlos sein, die nur aus Augendienerei gespendet haben und nicht um Aḷḷāhs willen.

[2] „yu’ta“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „yu’ti“: „und wem Er Weisheit verleiht“.

  1. Und (erinnere dich daran) als Abraham sagte: „Mein Herr, zeige mir, wie Du die Toten zum Leben erweckst!“ Da sprach Er: „Glaubst du denn nicht?“ Er antwortete: „Gewiss, aber (ich möchte es mit eigenen Augen sehen,) um mein Herz zur Gänze zu beruhigen (und meinen Glauben zu stärken).“ Da sagte Aḷḷāh zu ihm: „So nimm vier Vögel, sammle sie um dich und zerstückle[1] sie dann. Danach lege auf jeden Berg einen Teil davon. Ruf sie daraufhin, und sie werden eilig zu dir kommen. Und wisse, dass Aḷḷāh (allen) überlegen und (in jeglicher Hinsicht) weise ist.“
  2. Das Gleichnis (der Belohnung) jener, die ihren Besitz um Aḷḷāhs willen ausgeben, ist das eines Samenkorns, aus dem sieben Ähren wachsen, in jeder Ähre hundert Körner. Aḷḷāh vervielfacht (darüber hinaus) den Lohn wessen auch immer Er will. Aḷḷāh umfasst (mitSeiner Gnade und Seinen Wohltaten) alles und Er weiß (auch alles).
  3. Jene, die ihr Vermögen auf dem Weg Aḷḷāhs spenden und danach gegenüber den Leuten (denen sie gespendet haben) nicht auf ihre gnädige Wohltätigkeit pochen und ihnen keinen Schaden zufügen (sodass ihre Belohnung bei Aḷḷāh hinfällig wird), haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und sie müssen weder Furcht haben (angesichts dessen, was sie im Jenseits erwartet) noch müssen sie (über Vergangenes) bekümmert sein.
  4. Milde Worte (durch die man einen Gläubigen erfreut) und Vergebung sind besser als ein Almosen, dem Verletzungen (demjenigen gegenüber, an den sich das Almosen gerichtet hat) folgen. Aḷḷāh aber braucht (nichts und niemanden)[2] und sanftmütig.
  5. Ihr, die ihr (an Mich und Meine Gesandten) glaubt! Macht euer Almosen nicht zunichte, indem ihr eure gnädige Wohltätigkeit betont und den Leuten (denen ihr etwas gegeben habt) Schaden zufügt, so wie derjenige, der von seinem Vermögen Almosen gibt, um von den Leuten gesehen zu werden und dabei nicht an Aḷḷāh und den letzten Tag glaubt. Sein Gleichnis ist das eines glatten Felsen, der von Erde bedeckt ist und den ein heftiger Regen trifft und ihn kahl zurücklässt. Sie werden (dereinst bei Aḷḷāh) keinerlei Nutzen haben an dem, was sie (an vermeintlich guten Taten) erworben haben. Aḷḷāh führt ein ungläubiges Volk nicht auf den rechten Weg.
[1] „ṣurhunna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, ʼAbū Ǧaʽfar, Ḫalaf und Ruways: „ṣirhunna“: In diesem Fall bedeutet es nach manchen Linguisten auch beides (sammeln und zerstückeln), nach anderen nur „zerstückeln“, nach anderen bezieht sich „ṣurhunna“ nur auf das „Sammeln“, „ṣurhunna“ nur auf das „Stückeln“.

[2] Oder „Aḷḷāh aber ist selbstgenügend“.

Oder: „reich“.

  1. Aḷḷāh ist der Schutzherr derer, die glauben. Er führt sie hinaus aus den Finsternissen (des Unglaubens) ins Licht (des Glaubens).[1] Der Schutzherr derer aber, die nicht glauben, sind die Götzen (und alles andere, was an der Stelle Aḷḷāhs angebetet wird). Sie führen sie hinaus aus dem Licht hinein in Finsternisse. Jene werden die Insassen des Höllenfeuers sein, indem sie (ewig) bleiben werden.
  2. Hast du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht von demjenigen gehört, der mit Abraham über seinen Herrn stritt? Dies geschah nur darum, weil Aḷḷāh ihm die Herrschaft verliehen hatte (und er in Folge dessen, seine Grenzen überschritt und anmaßend wurde). Als Abraham (ihm die Eigenschaften seines Herrn mitteilte und) sagte: „Mein Herr ist der, der lebendig macht und sterben lässt“, erwiderte er: „Ich bin es, der lebendig macht und sterben lässt (indem ich töte oder davon absehe)!“ Da sagte Abraham: „Aḷḷāh aber ist es, der die Sonne im Osten aufgehen lässt. So lass du sie vom Westen her aufgehen!“ Da war der Ungläubige ratlos. Aḷḷāh aber führt die Ungerechten nicht auf den rechten Weg.
  3. Oder hast du nicht von dem gehört, der an einer Stadt vorüberkam, die in Trümmern lag und der sagte: „Wie könnte Aḷḷāh sie (die Bewohner dieser Stadt) nach ihrer Vernichtung wieder zum Leben erwecken?“ Da ließ Aḷḷāh ihn für hundert Jahre tot sein und erweckte ihn dann wieder zum Leben. Er sprach zu ihm: „Wie lange hast du verweilt?“ Und er antwortete: „Ich verweilte einen Tag oder einen Teil des Tages.“ Da sagte Er: „Nein, du verweiltest einhundert Jahre. Sieh dir dein Essen und Trinken an, es ist unverändert. Und sieh dir deinen (toten) Esel an! Wir machen dich so zu einem Zeichen für die Menschen (das auf Aḷḷāhs Macht , die Menschen wieder zum Leben zu erwecken hinweist). Sieh dir die Gebeine (deines Esels) an, wie Wir sie hochheben[2] (wieder zusammenfügen) und dann mit Fleisch umhüllen!“ Als ihm das verdeutlicht wurde, sagte er[3]: „Ich weiß nun, dass Aḷḷāh zu allem die Macht hat.“
[1] Hier endet nur nach der ersten medinensischen Zählung ein Vers.

[2] „nunšizuhā“ nach der Lesart von Ibn ʽĀmir, ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach allen anderen: „nunširuhā“: „zum Leben erwecken“.

[3] „ʼaʽlamu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah und Kisāʼīyy: „iʽlam“: „sagte Er (Aḷḷāh): „Wisse, dass usw.“

Juz 2

  1. Jene Gesandten (die wir dir gegenüber erwähnt haben) -Einige von ihnen haben Wir anderen gegenüber (durch besondere Gnaden) bevorzugt. So gibt es unter ihnen solche, zu denen Aḷḷāh gesprochen hat (wie Moses) und solche, denen Er einen (noch) höheren Rang verliehen hat (wie z.B. Muḥammad, der als einziger Gesandter an die gesamte Menschheit entsandt wurde und der letzte der Gesandten ist). Und Wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, (die Fähigkeit) Wunder (zu vollbringen) und ließen ihm die Unterstützung der reinen Geist (nämlich Gabriels) zuteilwerden.[1] Und hätte Aḷḷāh es so gewollt, dann hätten jene, die nach ihnen kamen, sich nicht gegenseitig bekämpft, nachdem die klaren Zeichen (der Wahrheit) zu ihnen gekommen waren. Sie aber wurden uneins: Manche von ihnen glaubten, und andere waren ungläubig. Hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätten sie sich nicht gegenseitig bekämpft, aber Aḷḷāh tut, was immer Er will (und leitet durch Seine Gnade recht und gemäß Seiner Gerechtigkeit und Weisheit in die Irre).
  2. Ihr die ihr (in Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt, spendet von dem, womit Wir euch versorgen, bevor ein Tag kommt, an dem es keinerlei Handel, Freundschaft oder Fürsprache geben wird. Die Ungläubigen sind die wahren Ungerechten.
  3. Aḷḷāh, es gibt keine wahre Gottheit außer Ihm, dem Lebenden (vollkommenen Lebens)[2], der unablässig für (Seine Geschöpfe) Sorgende[3].[4] Ihn überkommt (daher) weder Müdigkeit noch Schlaf. Ihm (allein) gehört alles, was sich in den Himmeln und auf Erden befindet. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte, es sei denn, mit Seiner Erlaubnis? Er allein weiß, was vor ihnen (in der Zukunft) und was hinter ihnen (in der Vergangenheit) liegt. Sie aber erlangen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Sein Thronschemel (worauf der Herr Seine beiden Füße stellt) umfasst Himmel und Erde (trotz ihrer gigantischen Ausmaße). Es ist nicht schwer für Ihn, sie beide zu bewahren. Er ist der (absolut) Erhabene[5] und der Herrliche[6].
  4. Es gibt keinen Zwang, geben, die Religion (des Islam anzunehmen).Deutlich erkennbar ist nun [der Weg der] Besonnenheit vom [Weg des] Irrtums. Wer darum alles leugnet, das anstelle Aḷḷāhs angebetet wird (und sich von ihm lossagt) und allein an Aḷḷāh (als den einzigen wahren Gott) glaubt, der hat damit den festesten Halt[7] ergriffen, bei dem es (bis über den Tag der Auferstehung hinaus) kein Zerreißen gibt. Aḷḷāh hört und weiß (alles).
[1] Wo auch immer Jesus umherzog, war Gabriel u mit ihm.

[2] Sein Leben weist keinen Mangel auf: Es war niemals nicht da, Er erkrankt oder ermüdet nie und wird niemals sterben.

[3] Oder: Der-Sich-um-Seine-Diener-Kümmernde, der Sich (um alles) Kümmernde.

[4] Hier endet nach der letzten ḥiǧāzischen und baṣrischen Zählung ein Vers.

[5] Auch: „der Hohe“ im Sinne von „der Höchste“, denn alle Eigenschaften werden Aḷḷāh auf die vollkommenster Weise zugeschrieben wie es Seiner gebührt Y.

[6] Oder: „Verherrlichte“, „Gewaltige“.

[7] Wortwörtlich: „Schleife“, „Band“.

  1. Nachdem Saul mit dem Heer aufgebrochen war, sagte er. „Seht, Aḷḷāh wird euch mit einem Fluss prüfen. Wer davon trinkt, der gehört nicht zu mir (und wird nicht mit mir in den Kampf ziehen). Wer aber nicht davon kostet, der gehört zu mir. Außer der, der nur eine Handvoll daraus schöpft.“ Sie aber tranken daraus, bis auf einige wenige (die dem Durst standhielten). Als er und die, die mit ihm gläubig waren, den Fluss überquert hatten, sagten sie: „Wir haben heute keine Kraft gegen Goliath (arab. Ğālūt) und seine Armeen zu kämpfen.“ Da wandten jene, die sich dessen gewiss waren, dass sie dereinst Aḷḷāh begegnen würden, ein: „Wie oft hat nicht eine kleine Schar (Gläubiger) mit der Erlaubnis Aḷḷāhs eine große (Ungläubiger) besiegt! Aḷḷāh ist mit den Geduldigen!“
  2. Und als sie Goliath und seinen Armeen im Kampf gegenübertraten, sprachen sie: „Unser Herr! Überschütte uns mit Geduld, festige unseren Schritt (damit wir nicht davonfliehen), und verleihe uns den Sieg über die Ungläubigen!“
  3. So besiegten sie sie mit Aḷḷāhs Erlaubnis, und David tötete Goliath. Aḷḷāh aber verlieh ihm die Herrschaft und die Weisheit (der Prophetenschaft) und lehrte ihn, was Er wollte. Und würde Aḷḷāh nicht die einen unter den Menschen durch die anderen zurückhalten, so würde die Erde fürwahr im Verderben versinken. Aḷḷāh aber ist voll der Gnade gegenüber allen Geschöpfen.
  4. Dies sind die Zeichen Aḷḷāhs, die Wir dir (Gesandter Aḷḷāhs) vortragen und die dir die Wahrheit darlegen, und du bist wahrlich einer der Gesandten (des Herrn der Welten).
  1. Hast du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht von den Vornehmen unter den Kindern Israels (in der Zeit) nach Moses gehört, als sie zu einem ihrer Propheten[1] sagten: „Ernenne uns doch einen König, damit wir (mit ihm) auf dem Weg Aḷḷāhs kämpfen!“ Da sagte er: „Vielleicht aber werdet ihr, wenn euch befohlen wird (auf Aḷḷāhs Weg) zu kämpfen, dies nicht tun?“ Sie antworteten: „Warum sollten wir denn nicht auf dem Weg Aḷḷāhs kämpfen, wo wir doch aus unseren Häusern vertrieben und unsere Kinder gefangengenommen worden sind?“ Als ihnen dann aber befohlen wurde, zu kämpfen, da wandten sie sich ab, bis auf einige wenige von ihnen. Aḷḷāh aber kennt die Ungerechten (die ihr Versprechen gebrochen haben).
  2. Ihr Prophet sagte zu ihnen: „Aḷḷāh hat Saul (arab. Ṭālūt) als König über euch eingesetzt.“ Da erwiderten sie: „Wie könnte er die Herrschaft über uns haben, wo uns die Herrschaft doch mehr zusteht als ihm und ihm auch keinerlei Reichtum gegeben worden ist?“ Er antwortete: „Wahrlich, Aḷḷāh hat ihn für euch auserwählt und ihm reichliches Wissen und große Körperkraft verliehen. Aḷḷāh gibt Seine Herrschaft, wem Er will, denn Aḷḷāh ist umfasst (mit Seiner Gnade wen Er will) und weiß (wer für das Königtum geeignet ist).
  3. Ihr Prophet sagte zu ihnen: „Ein Zeichen seiner (rechtmäßigen) Herrschaft soll sein, dass die Bundeslade[2] zu euch zurückkommen wird. In ihr ist Ruhe von eurem Herrn und das, was die Nachkommen Mose und Aarons hinterlassen haben (u.a. der Stab und einige Tafeln mit den Geboten). Die Engel werden sie tragen. Wahrlich, darin liegen Zeichen für euch, wenn ihr denn wirklich gläubig seid.“
[1] Die Tafsīr-Gelehrten sagen, es war Šamwīl. Sie stützen sich dabei auf die Überlieferungen des Volkes der Schrift. Er wird auch Ṣamwīl und Ṣamwa’īl genannt. Gemeint ist der biblische Prophet Samuel u, der Ṭālūt (Saul) zum König ernannte.

[2] Eine Art wertvolle Truhe, in der die Kinder Israels wertvolle Gegenstände mancher ihrer Propheten bewahrten.

  1. Achtet auf die (vollkommene Ausführung der) Gebete, und achtet (auch) auf das mittlere Gebet (das ʿAṣr-Gebet), und steht unterwürfig vor Aḷḷāh.
  2. Wenn ihr aber (einen Feind oder eine andere Gefahr) fürchtet, dann betet im Gehen oder im Reiten (oder in welchen Zustand auch immer es euch möglich ist). Seid ihr dann wieder in Sicherheit, dann gedenkt Aḷḷāhs (indem ihr das Gebet in vollständiger Weise ausführt), und erinnert euch daran, dass Er euch gelehrt hat, was ihr nicht wusstet.
  3. Denjenigen, von euch, die sterben und Ehefrauen hinterlassen, obliegt es, ihnen in Form eines Vermächtnisses Versorgung für ein Jahr zu hinterlassen, ohne sie (aus dem Haus des verstorbenen Ehemannes) zu vertreiben. Wenn sie aber (von sich aus) weggehen, so trifft euch keinerlei Schuld für das, was sie mit sich selbst in geziemender Weise (z.B. für ihre Wiederverheiratung) unternehmen. Aḷḷāh ist allüberlegen und weise.[1]
  4. Den geschiedenen Frauen geziemenden Unterhalt zu gewähren ist eine Pflicht für die Achtsamen (vor Aḷḷāh).
  5. Auf diese Weise verdeutlicht Aḷḷāh euch Seine Verse, damit ihr (sie) begreift (und danach handelt).
  6. Hast du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht von jenen gehört (nämlich einer Gruppe der Kinder Israels), die in Todesangst (vor einer Seuche) zu Tausenden ihre Häuser verlassen haben und zu denen Aḷḷāh sprach: „Sterbt!“ Dann erweckte Er sie wieder zum Leben (um ihnen zu zeigen, dass alles in Seiner Hand liegt). Wahrlich, Aḷḷāh ist voll grenzenloser Güte gegenüber den Menschen, aber die meisten Menschen sind (Ihm) dafür nicht dankbar.
  7. Kämpft (ihr Gläubigen) auf dem Weg Aḷḷāhs (gegen Seine Feinde), und wisst, dass Aḷḷāh alles hören kann und alles weiß.
  8. Wer ist es, der Aḷḷāh (mit guten Taten) ein schönes Darlehen gibt, sodass Aḷḷāh es ihm um ein Vielfaches vermehrt (zurückzahlen wird)?. Aḷḷāh beschränkt und vermehrt (Besitz, Versorgung, Gesundheit, usw.), und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht werden.
[1] Nach überwiegender Auffassung der Gelehrten wurde dieser Vers durch Vers 234 der Sure al-Baqarah aufgehoben.

  1. Und was jene unter euch betrifft, die sterben und Ehefrauen zurücklassen (die nicht schwanger sind), so sollen diese (Witwen) vier Monate und zehn Tage (im Haus ihres verstorbenen Ehemannes) abwarten (ohne zu heiraten, sich schön zu machen oder sich nach einem neuen Ehemann umzusehen). Wenn sie dann ihre Wartefrist beendet haben, so ist es kein Vergehen für euch (die ihr die Vormundschaft über sie innehabt), wenn sie in rechtlicher Weise über sich selbst verfügen (und das tun, was ihnen während der Wartezeit verboten war). Aḷḷāh weiß fürwahr Bescheid über all das, was ihr tut.
  2. Es ist kein Vergehen eurerseits, wenn ihr den Frauen gegenüber (während ihrer Wartezeit aufgrund von Verwitwung oder endgültiger Scheidung[1]) Heiratsabsichten andeutet[2] oder im Stillen diesen Gedanken hegt (ohne diesen Wunsch aber offen an sie zu richten). Aḷḷāh wusste, dass ihr an sie denken werdet. Aber vereinbart nicht heimlich mit ihnen die Ehe (während ihrer Wartefrist), sondern sprecht nur geziemende Worte.[3] Und fasst keinen festen Entschluss zur Ehe, bis die Wartefrist beendet ist. Seid euch bewusst, dass Aḷḷāh weiß, was ihr in eurem Innersten hegt, so seid auf der Hut vor Ihm. Und wisst, dass Aḷḷāh immer wieder vergibt (wenn man Ihn darum bittet) und sanftmütig ist (und deshalb nicht voreilig bestraft, sondern Aufschub gewährt).
  3. Es ist kein Vergehen für euch, wenn ihr euch von euren Frauen scheidet, solange ihr sie noch nicht berührt (d.h. noch keinen Geschlechtsverkehr mit ihnen vollzogen habt) oder ihnen eine festgesetzte Brautgabe zuerkannt habt. Gebt ihnen aber eine Abfindung: der Wohlhabende gemäß seiner Mittel und der Arme gemäß seiner Mittel. Eine Abfindung in geziemender Weise – dies ist eine Verpflichtung für die, die Gutes tun wollen.
  4. Und wenn ihr euch von ihnen scheidet, bevor ihr sie berührt, aber nachdem ihr ihnen eine festgesetzte Brautgabe zuerkannt habt, dann gebt ihnen die Hälfte dessen, was ihr ihnen zuerkannt habt, es sei denn, sie (die Frauen) verzichten darauf oder der, in dessen Hand der Ehebund liegt (nämlich der Ehemann), verzichtet darauf (indem er auf diese Möglichkeit verzichtet und der Frau dennoch die gesamte Brautgabe überlässt). Wenn ihr aber gegenseitig Nachsicht übt (und auf euer Recht verzichtet), so kommt das der Achtsamkeit (vor Aḷḷāh) näher. Und vergesst nicht, großmütig zueinander zu sein, denn fürwahr, Aḷḷāh sieht wohl, was ihr tut.
[1] Damit ist eine Scheidung gemeint, die nicht widerruflich ist, wie die Dritte oder der Ḫulʽ. Dasselbe gilt im Falle des Fasḫ.

[2] Wie z. B.: „Wenn deine ʽIddah (Wartezeit) vorüber ist, sag mit bitte Bescheid.“

[3] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung ein Vers.

  1. Wenn ihr euch also von euren Frauen scheidet und sie das Ende ihrer Wartezeit bald erreicht haben, dann behaltet sie entweder in gütiger Gemeinschaft (indem ihr die Scheidung rückgängig macht) oder trennt euch von ihnen in gütiger Weise. Aber behaltet sie nicht gegen ihren Willen, um ihnen Schaden zuzufügen. Wer das tut, der versündigt sich ja gegen sich selbst. Und macht euch über die Zeichen Aḷḷāhs nicht lustig,[1] und denkt an die Wohltaten, die Aḷḷāh euch gewährt hat und an (die bedeutendste aller Gnaden) das Buch (des Qurʼān) und die Weisheit (der Sunnah), die Er auf euch hinabgesandt hat, um euch zu ermahnen. So nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und seid euch bewusst, dass Aḷḷāh Wissen um alle Dinge besitzt.
  2. Wenn ihr euch von euren Frauen (weniger als dreimal) geschieden habt und sie das Ende ihrer Wartezeit erreicht haben, dann (ihr, die ihr die Vormundschaft über die Frauen innehabt) hindert sie nicht daran, (durch einen neuen Ehevertrag) wieder zu ihren (vorigen) Ehemännern zurückzukehren, wenn sie (die beiden einstigen Ehepartner) sich in gütiger Weise geeinigt haben. Das ist eine Ermahnung für denjenigen unter euch, der an Aḷḷāh und an den letzten Tag glaubt, und es ist besser für euer Wohlergehen und eure Reinheit. Aḷḷāh aber besitzt Wissen (um die Wahrheit aller Dinge und ihren Ausgang), ihr jedoch nicht.
  3. Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Jahre. Das gilt für jene, die die Stillperiode vollenden wollen. Dem, dem das Kind geboren wurde (dem Vater), obliegt es, in gebührender Weise für Unterhalt und Kleidung der [geschiedenen stillenden Mutter] zu sorgen. Keinem Menschen wird mehr aufgebürdet, als er zu leisten vermag. Weder soll die Mutter wegen ihres Kindes leiden noch soll derjenige, der es gezeugt hat, wegen seines Kindes leiden[2]. Und für den Erben (des Vaters, falls dieser gestorben ist) gilt das Gleiche[3]. Wenn sie beide (Mutter und Vater) das Kind aber in gegenseitigem Einvernehmen und nach Beratung vorzeitig entwöhnen wollen, so ist es kein Vergehen für sie. Und wenn ihr eure Kinder (von einer Amme) stillen lassen wollt, so besteht darin für euch kein Vergehen, wenn ihr das, was ihr (für das Stillen) gebt (nämlich den Lohn), in geziemender Weise aushändigt (nämlich vollkommen und ohne Verzögerung). Und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und seid euch bewusst, dass Er stets sieht, was ihr tut.
[1] Indem ihr ihnen durch die Raǧʽah (Widerruf der Scheidung), Scheidung oder gar dreifache Scheidung nur schaden wollt.

[2] D.h., das Kind soll von keinem der beiden geschiedenen Elternteile als Mittel zu dem Zweck eingesetzt werden, dem anderen Schaden zu zufügen.

[3] Sollte der Vater abwesend oder verstorben sein, so hat sein Erbe sich in gleicher Weise um die Mutter zu kümmern.

  1. Aḷḷāh wird euch nicht zur Rechenschaft ziehen für Eide, die ihr unbedacht geäußert habt, sondern Er wird euch für das zur Rechenschaft, was ihr (mit diesen Eiden) in euren Herzen tatsächlich beabsichtigt habt. Aḷḷāh vergibt (die Sünden Seiner Diener) ständig und ist sanftmütig (sodass Er nicht voreilig straft).
  2. Jene, die geschworen haben, sich [des Geschlechtsverkehrs] mit ihren Frauen zu enthalten, sollen vier Monate warten. Wenn sie dann aber (von ihrem Eid) zurücktreten wollen, so ist vergibt Aḷḷāh und ist gnädig (da Er euch durch eine Sühneleistung[1] einen Ausweg geschaffen hat).
  3. Wenn sie aber (mit dem Festhalten an der Enthaltsamkeit von ihren Frauen) die Scheidung tatsächlich beabsichtigen, so hört Aḷḷāh und weiß (alles, auch den Ausdruck der Scheidung).
  4. Geschiedene Frauen sollen selbst drei Reinheitsphasen[2] abwarten (indem sie während dieser Zeit nicht heiraten, da sie bis Ablauf noch als Ehefrauen gelten), und es ist ihnen nicht erlaubt, zu verbergen, was Aḷḷāh in ihrer Gebärmutter erschaffen hat, wenn sie an Aḷḷāh und den letzten Tag glauben (denn dadurch dauert die Frist bis zur Geburt). Und ihre Ehemänner haben während dieser (Zeit) das Recht, sie zurückzunehmen, wenn sie eine Versöhnung wollen. Ihnen (den Frauen) aber kommen in geziemender Weise die gleichen Rechte und Pflichten zu wie sie die Männer über sie haben. Die Männer aber stehen eine Stufe über ihnen (und somit ist die Scheidung nur in ihrer Hand). Aḷḷāh ist (allen) überlegen und weise (in Seiner Gesetzgebung).
  5. Die Scheidung (die vom Ehemann widerrufen werden darf) ist zweimal. Dann (aber soll er seine Ehefrau) entweder in gütiger Gemeinschaft behalten oder (sich von ihr ein drittes und endgültiges Mal) im Guten (und unter Anerkennung aller ihr zustehenden Rechte) trennen. Es ist euch (Männern) jedoch nicht erlaubt, etwas von dem, was ihr ihnen (als Brautgabe) gegeben habt, zurückzunehmen, es sei denn, beide fürchten[3], die Grenzen Aḷḷāhs (bei Fortbestand der Ehe) nicht einhalten zu können. Wenn ihr fürchtet, dass sie die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen nicht einhalten können, dann ist es kein Vergehen für beide (weder für Ehemann noch Ehefrau), wenn sie etwas gibt, um sich von ihrem Ehemann freizukaufen.[4] Das sind die Grenzen, die Aḷḷāh (hinsichtlich Erlaubtem und Verbotenem) festlegt, so überschreitet sie nicht. Diejenigen aber, die die Grenzen Aḷḷāhs übertreten, jene sind die Übeltäter!
  6. Wenn er sich (ein drittes Mal) von ihr getrennt hat, dann ist sie ihm nicht mehr (zur Ehe) erlaubt, solange sie nicht einen anderen Mann geheiratet (und mit ihm die Ehe vollzogen) hat (ohne dass das Ziel dieser Ehe die Rückkehr zum Mann ist, von dem sie dreimal geschieden wurde). Wenn dieser sich dann von ihr scheidet (oder stirbt), dann ist es kein Vergehen für beide (den einstigen Ehemann und seine Frau), wenn sie zueinander zurückkehren, wenn sie der Meinung sind, die Grenzen Aḷḷāhs einhalten zu können. Das sind die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen, die Er jenen verdeutlicht, die (um Aḷḷāhs Religion) Wissen besitzen (denn sie werden davon profitieren).
[1] Die Sühneleistung für den Bruch eines Schwurs befindet sich in Mā’idah 5:89.

[2] Oder: Monatsblutungen.

[3] „yaḫāfā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „man fürchtet, dass die beiden die Grenzen Aḷḷāhs (bei Fortbestand der Ehe) nicht einhalten können“.

[4] Das bedeutet, kurzgefasst, dass eine Frau sich von ihrem Ehemann durch die Rückgabe der Brautgabe freikaufen kann, wenn sie ihn, obwohl dieser seine ehelichen Pflichten erfüllt, aufgrund seiner Wesensart oder seines Aussehens, ablehnt.

  1. über das Diesseits und das Jenseits. Und sie befragen dich über die (Versorgung der) Waisen. Sag: Die Verbesserung (ihrer Lebensumstände, ohne deren eigenes Vermögen anzutasten) ist besser. Wenn ihr euch (bzw. eure Vermögen) aber zusammentut (um für sie zu sorgen) – sie sind ja eure Geschwister (deshalb ist nichts dagegen einzuwenden). Aḷḷāh kann sehr wohl den Übeltäter (z. B. einen, der das Vermögen der Waisen für sich selbst ausgibt) von dem Gutes Tuenden unterscheiden. Und hätte Aḷḷāh gewollt, hätte Er euch (bezüglich der Waisen) gewiss Härten auferlegt (bspw. durch ein generelles Verbot, ihr Vermögen anzutasten). Aḷḷāh aber ist gewiss (allem) überlegen (und in der Lage, euch jede Härte aufzuerlegen, die Er will) und weise (in Seiner Gesetzgebung).
  2. Heiratet keine Götzendienerinnen, bevor sie (an Aḷḷāh als einzigen Gott) glauben. Und eine gläubige Sklavin ist besser als eine (freie) Götzendienerin, selbst wenn sie euch noch so gut gefällt. Und verheiratet [gläubige Frauen] nicht mit Götzendienern, bevor sie (an Aḷḷāh als einzigen Gott) glauben. Ein gläubiger Sklave ist jedenfalls besser als ein (freier) Götzendiener, auch wenn er euch noch so gut gefällt. Jene (Götzen anbetenden Männer und Frauen) rufen (durch ihre Worte und Taten) zum Höllenfeuer, Aḷḷāh aber ruft zum Paradies und zur Vergebung, mit Seiner Erlaubnis (und durch Seine Gnade), und Er verdeutlicht den Menschen Seine Zeichen, damit sie (darüber) nachdenken (und entsprechend handeln).
  3. [Deine Gefährten] fragen dich (Prophet) nach der Menstruation[1]. Sag: Sie ist ein Leiden. Enthaltet euch also der Frauen (d. h., des Geschlechtsverkehrs) während der Menstruation, und nähert euch ihnen nicht (zum Geschlechtsakt), bis sie wieder rein sind[2]. Wenn sie sich dann (nach Ende der Periode durch Vollzug des Ġusl[3]) gereinigt haben, verkehrt mit ihnen, wie Aḷḷāh es euch geboten hat. Wahrlich, Aḷḷāh liebt die sich (Ihm) in Reue Zuwendenden und die sich (von materiellem und immateriellem Schmutz) Reinigenden.
  4. Eure Frauen sind (wie) ein Saatfeld für euch (wo ihr den Samen pflanzt, aus dem eure Kinder entstehen), so geht zu eurem Saatfeld, wo und wie immer ihr wollt[4]. Doch schickt (Gutes) für euch voraus, und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht! Seid euch bewusst, dass ihr Ihm begegnen werdet, und gib den Gläubigen frohe Kunde (Prophet, vom Guten das sie erwartet).
  5. Und nehmt bei euren Schwüren (in Seinem Namen) nicht Aḷḷāh zum Vorwand, nicht gütig und achtsam zu handeln und zwischen den Menschen Frieden zu stiften[5]. Aḷḷāh hört und weiß (alles).

[1] Auch: „nach der Stelle, an der das Menstruationsblut ausfließt“.

Auch: „nach dem Menstruationsblut“.

[2] „Yaṭhurna“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Šuʽbah, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „yaṭṭahharna“: „bis sie den Ġusl vollzogen haben“.

[3] Die rituelle Ganzkörperwaschung.

[4] Solange es kein Analverkehr ist, denn dieser ist verboten. Für die Position gibt es jedoch keine Vorschriften.

[5] Wenn jemand bei Aḷḷāh geschworen hat, etwas zu tun oder zu unterlassen, dann aber erkennt, dass das Gegenteil tugendhafter und gottesfürchtiger ist, dann soll er seinen Eid brechen, das tun, was richtig ist und für den gebrochenen Eid Sühne leisten.

  1. Euch wurde der Kampf (auf dem Weg Aḷḷāhs) zur Pflicht gemacht, auch wenn er euch (von Natur aus) verhasst ist (da dadurch ausgibt und sich selbst Gefahren aussetzt). Aber manchmal mag es sein, dass euch etwas verhasst ist, was eigentlich gut für euch ist, und manchmal mag es sein, dass ihr etwas liebt, was eigentlich schlecht für euch ist. Aḷḷāh weiß es, ihr aber wisst es nicht (deshalb vertraut Ihm, indem ihr Seinem Aufruf folgt).
  2. Sie fragen dich (Gesandter Aḷḷāhs) nach dem Kampf im heiligen Monat.[1] Sag: „In ihm zu kämpfen ist schwerwiegend. Aber (die Menschen) vom Weg Aḷḷāhs abzubringen, nicht an Ihn zu glauben, den Gläubigen den Zutritt zur unverletzlichen Gebetsstätte zu verwehren (wie es die Polytheisten mit den Muslimen im 6. Jahr n. H. getan haben) und sie von dort zu vertreiben ist aus der Sicht Aḷḷāhs noch schwerwiegender. Die Versuchung (der Götzendienerei) ist schlimmer als zu töten. Sie werden nicht aufhören, gegen euch (auf ungerechte Weise) zu kämpfen, bis sie euch von eurem Glauben abbringen, wenn sie könnten. Wer von euch aber von seinem Glauben abfällt und als Ungläubiger stirbt – jene sind es, deren gute Werke im Diesseits und im Jenseits nichtig sein werden, und jene sind die Insassen des Höllenfeuers, in dem sie (ewig) bleiben werden.
  3. Wahrlich, jene, die glauben und jene, die ausgewandert sind und auf dem Weg Aḷḷāhs kämpfen (damit Aḷḷāhs Wort das Höchste ist) – jene sind es, die nach der Gnade Aḷḷāhs trachten. Aḷḷāh vergibt (Seinen Dienern) ständig und ist (ihnen gegenüber) gnädig.
  4. Sie fragen dich (Gesandter Aḷḷāhs) nach dem Berauschenden (wie Wein) und Glücksspiel. Sag: „In ihnen liegt große[2] Sünde (wie Streit, der Verlust des Vermögens und Verstandes) und auch einiger Nutzen für die Menschen (wie der Wirtschaftliche). Ihr Übel aber ist größer als ihr Nutzen.“[3] Und sie fragen dich danach, was sie spenden sollen.[4] Sag: „Den Überschuss.“[5] Auf diese Weise verdeutlicht euch Aḷḷāh Seine Gebote, damit ihr nachdenken mögt,[6]
[1] Diese Monate sind: Ḏū l-Qaʿdah (11), Ḏū l-Ḥiğğah (12), al-Muḥarram (1) und Rağab (7).

[2] „kabīrun“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah und Kisā’iyy: „kaṯīrun“: „viel“.

[3] Dieser Vers war eine Vorbereitung auf das endgültige Verbot in Māʼidah 5:90.

[4] Hier endet nur nach der letzten medinensischen Zählung ein Vers.

[5] „al-ʽafwa“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ʽAmr: „al-ʽafwu“: „Der Überschuss (ist es, den ihr spenden sollt).“

Später wurde die verpflichtende Abgabe, Zakāh, vorgeschrieben.

[6] Hier endet nach der letzten medinensischen, kūfischen und šāmischen Zählung ein Vers.

  1. Frag doch (du, Gesandter Aḷḷāhs) die Kinder Israels, wie viele deutliche Beweise Wir ihnen vorgelegt haben (die die Wahrhaftigkeit der Gesandten bestätigt haben). Wer aber [den Sinn der] Gnade Aḷḷāhs (nämlich die Rechtleitung der Beweise), nachdem sie ihm zuteilwurde, austauscht (indem er sie zur Ursache seiner Fehlleitung macht) – so ist Aḷḷāh fürwahr streng im Strafen.
  2. Jenen, die nicht glauben, erscheint das weltliche Leben voll Glanz, und sie machen sich über die Gläubigen lustig. Aber die, die die sich (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen, werden am Tag der Auferstehung über ihnen stehen. Aḷḷāh versorgt, wen immer Er will, ohne abzurechnen.
  3. Die Menschen waren eine einzige Gemeinschaft (von Gläubigen, die ihrem Vater Adam u gefolgt waren, bis der Satan sie verführte und sie uneins wurden). Daher sandte Aḷḷāh die Propheten als Überbringer froher Botschaft und als Warner, und Er offenbarte (durch Seine Gesandten) die Bücher, die die Wahrheit enthielten, um zwischen den Menschen hinsichtlich dessen zu richten[1], worüber sie uneins waren. Aber niemand anderer war darüber (nämlich über die Thora) uneins, als (gerade eben) jene, denen sie (und das Wissen darüber) gegeben worden waren, und dies aus Ungerechtigkeit (und Eifersucht untereinander), nachdem ihnen (doch) die klaren Zeichen dargelegt worden waren. Da führte Aḷḷāh jene, die glaubten, mit Seiner Erlaubnis zur Wahrheit, über die sie sich uneinig waren (und gab ihnen das Vermögen, die Wahrheit von der Lüge klar unterscheiden zu können). Denn Aḷḷāh leitet auf den rechten Weg, wen immer Er will[2].
  4. Oder meint (Ihr Gläubigen) vielleicht, dass ihr ins Paradies eingehen werdet, ohne dass euch das (an Prüfungen) trifft, was auch jene vor euch getroffen hat? Not (wie Armut) und Leid (wie Krankheit) erfasste und sie wurden (durch Furcht) erschüttert, bis[3] selbst der Gesandte und jene, die mit ihm gläubig waren, sagten: „Wann kommt denn Hilfe von Aḷḷāh?“ Doch fürwahr, Aḷḷāhs Beistand ist (den auf Ihn vertrauenden Gläubigen stets) nahe.
  5. [Deine Gefährten] fragen dich (Gesandter Aḷḷāhs) danach, was (und wem) sie spenden sollen. Sag: „Was immer ihr an Gutem (d.h. an Erlaubtem) spendet, ist für die Eltern, die Verwandten, die Waisen, die Bedürftigen und die Reisenden (denen die Mittel ausgegangen sind). Und was immer ihr an Gutem tut, wahrlich, Aḷḷāh weiß es (und wird euch dafür belohnen).
[1] „liyaḥkuma“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „liyuḥkama“: „damit zwischen den Menschen hinsichtlich dessen gerichtet wird“.

[2] Oder: „wer immer dies will“

[3] „yaqūla“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ: „yaqūlu“: „sodass“.

  1. Und gedenkt Aḷḷāhs während einer bestimmten Anzahl von Tagen (nämlich am 11., 12. und 13. Ḏū l-Ḥiğğah). Wer aber schon nach zwei Tagen eilig aufbricht (nach der Steinigung der Steinsäulen in Minā), den trifft keinerlei Schuld, und auch den, der länger verweilt (und erst am 13. Ḏul-Ḥiǧǧah nach der Steinigung der Steinsäule aufbricht), trifft keine Schuld, wenn er sich vor Aḷḷāh in Acht nimmt (indem er während des Ḥaǧǧ keine Sünden begeht). Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht und seid euch bewusst, dass ihr dereinst vor Ihm versammelt werdet.
  2. Unter den Menschen gibt es manch einen (Heuchler), dessen Worte über diese Welt dir (Gesandter Aḷḷāhs) gefallen (aufgrund seiner Redegewandtheit). Er führt Aḷḷāh als Zeugen für das an, was in seinem Herzen (an Glauben und Gutem) sei, während er (in Wahrheit) voll Streitsucht (und feindlicher Gesinnung gegenüber den Muslimen) ist.
  3. Sobald er sich aber (von dir) wegbegibt, beeilt er sich, Unheil auf Erden zu stiften, Saatfelder zu vernichten und Vieh zu töten. Aḷḷāh aber liebt das Unheil nicht (und auch nicht die, die es verursachen).
  4. Und wenn man zu ihm sagt: „Nimmt dich vor Aḷḷāh in Acht!“, dann packt ihn sein Stolz und treibt ihn dazu, an seinem sündhaften Tun festzuhalten. Das Höllenfeuer ist eine ausreichende Vergeltung. Und welch eine üble Ruhestatt ist das!
  5. Aber es gibt unter den Menschen auch manchen (unter den Gläubigen), der, um das Wohlgefallen Aḷḷāhs zu finden, sich selbst verkaufen würde. Aḷḷāh ist zu Seinen Dienern (dieser Art) besonders gnädig.
  6. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glaubt, nehmt die Versöhnung[1] (zwischen euch und Aḷḷāh, nämlich den Islam) zur Gänze an (und lasst keines seiner Gebote beiseite wie es das Volk der Schrift macht), und folgt nicht den Fußstapfen des Satans, denn, fürwahr, er ist für euch ein offensichtlicher Feind.
  7. Wenn ihr aber einen Fehltritt begeht, nachdem der deutliche Beweis der Wahrheit zu euch gekommen ist, so wisst, dass Aḷḷāh (jedem) überlegen und (in Seinem Tun) weise ist.
  8. Warten sie denn auf etwas anderes, als dass Aḷḷāh (am Tag der Auferstehung) in den Schatten der Wolken zu ihnen (auf eine Seiner Majestät gebührend Art und Weise) kommen wird und auch die Engel[2] und die Sache entschieden sein wird? Zu Aḷḷāh aber werden alle (Geschöpfe und ihre) Angelegenheiten zurückgebracht werden.[3]
[1] „silm“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, Kisāʼiyy und ʼAbū Ǧaʽfar: „salm“: Dies bedeutet entweder dasselbe oder „Friede“ bzw. „Islam“.

[2] „al-malāʼikatu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „al-malāʼikati“: „Warten sie denn auf etwas anderes, als dass Aḷḷāh (am Tag der Auferstehung) in den Schatten der Wolken und Engel zu ihnen (auf eine Seiner Majestät gebührend Art und Weise) kommen wird usw.“

[3] „turǧaʽul-ʼumūru“ nach der Lesart der Hälfte.

Nach Ibn ʽĀmir, Ḥamzah, Kisāʼiyy, Yaʽqūb und Ḫalaf: „tarǧiʽul-ʼumūru“: „kehren letztendlich alle (Geschöpfe und ihre) Angelegenheiten zurück“.

  1. Für den Ḥağğ sind bekannte Monate (nämlich Šawwāl bis zum 10. Ḏul-Ḥiǧǧah) festgelegt. Wer sich darum in ihnen[1] den Ḥağğ auferlegt (und sich in den Weihezustand begeben) hat, der soll sich während des Ḥağğ der Obszönitäten (nämlich Geschlechtsverkehrs und jegliches Verhaltens, das dazu führen könnte) enthalten, keinerlei Frevel begehen und nicht streiten. Was immer ihr Gutes tut, darüber weiß Aḷḷāh Bescheid. Und versorgt euch mit Reiseproviant (wie Essen und Trinken). Der beste Proviant aber ist die Achtsamkeit, so nehmt euch vor Mir in Acht, ihr, die ihr Verstand besitzt!
  2. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ihr (während der Zeit des Ḥağğ) nach den Wohltaten eures Herrn strebt (indem ihr Handel betreibt). Wenn ihr sodann (nach Sonnenuntergang des 9. Ḏul-Ḥiǧǧah) von ʿArafah in Scharen aufbrecht (in Richtung Muzdalifah), gedenkt Aḷḷāhs an dem geschützten Ort (nämlich Muzdalifah). Gedenkt Seiner, dass Er euch rechtgeleitet hat und dass ihr davor wahrlich zu den Irregehenden gehörtet.
  3. Strömt weiter in Scharen (von ʿArafah her), wie es auch schon jene Menschen getan haben (die dem Beispiel Abrahams gefolgt sind),[2] und bittet Aḷḷāh um Vergebung, wahrlich, Aḷḷāh vergibt viel und ist gnädig.
  4. Wenn ihr dann die Riten des Ḥağğ beendet habt, gedenkt Aḷḷāhs (und lobpreist Ihn) voll Stolz, gleich jenem Stolz, den ihr für eure Vorväter empfindet oder mit noch größerem Stolz. Unter den Menschen aber gibt es solche, die sagen: „Unser Herr, gibt uns die guten Dinge dieser Welt!“, die aber keinerlei Anteil am Jenseits haben werden.[3]
  5. Und es gibt solche, die sagen: „Unser Herr, gib uns Gutes auf dieser Welt und Gutes im Jenseits, und bewahre uns vor der Qual des Höllenfeuers!“[4]
  6. Jene sind es, die (als Lohn für das Gute, das sie getan haben) einen Anteil (an Glückseligkeit) aufgrund dessen haben werden, was sie erworben haben. Aḷḷāh aber ist schnell im Abrechnen.
[1] Die letzte Möglichkeit ist kurz vor Sonnenaufgang des 10. Ḏul-Ḥiǧǧah.

[2] Das ist ein Hinweis darauf, dass die polytheistischen Araber der Qurayš der Meinung waren, sie haben eine besondere Stellung als Hüter der Heiligen Zone und deshalb bewegten sie sich nicht nach ʽArafah, denn diese Ortschaft liegt außerhalb von ihr.

[3] Hier endet nur nach der letzten medinensichen Zählung kein Vers.

[4] Hier endet nur nach einer Version der mekkanischen Zählung ein Vers.

  1. Tötet sie, wo immer ihr sie findet, und vertreibt sie von jenem Ort, von dem sie euch (zuvor) vertrieben haben (nämlich aus Mekka). Denn (andere in) Versuchung (zu bringen, indem man sie vom Islam abzuhalten und zur Rückkehr zum Unglauben zu zwingen versucht) ist schlimmer als zu töten. Greift sie aber nicht bei der heiligen Gebetsstätte (in Mekka) an, es sei denn, sie greifen euch (zuerst) dort an. Wenn sie euch aber als Erste (bei der heiligen Gebetsstätte) angreifen, dann tötet sie. So aber sieht die Vergeltung für die Ungläubigen aus (wenn sie den Kampf bei der Heiligen Moschee beginnen).
  2. Wenn sie aber (von ihrem Angriff und Unglauben) ablassen, so vergibt Aḷḷāh (ihnen) und ist gnädig (und wird sie, so sie bereuen, für ihre vergangenen Taten nicht zur Rechenschaft ziehen).
  3. Kämpft gegen sie, damit es keine Verführung (zum Unglauben) gibt (und keiner vom Weg Aḷḷāhs abgehalten wird) und damit die Religion Aḷḷāhs die Oberhand hat[1]. Wenn sie aber (vom Unglauben und davon, andere vom Weg Aḷḷāhs abzuhalten) ablassen, dann soll es keinerlei Feindschaft geben, außer gegenüber den Ungerechten (die dies weiterhin tun).
  4. Der unverletzliche Monat (des Jahres 7h., in dem Aḷḷāh es den Gläubigen ermöglichte, die ʿUmrah zu vollziehen) ist (die Entschädigung) für den unverletzlichen Monat (des Jahres 6h., als die Götzendiener den Gläubigen den Zutritt zur Kaʿbah verwehrt hatten). Für die unverletzlichen Dinge betreffend (wie etwa die unverletzlichen Monate oder der unverletzliche Bezirk um die Kaʿbah) gilt die (gerechte) Vergeltung.[2] Wer euch darum angreift, dem vergeltet seinen Angriff in gleicher Weise (und überschreitet dieses Maß nicht), und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und seid euch bewusst, dass Aḷḷāh mit den Achtsamen ist.
  5. Gebt von eurem Vermögen auf dem Weg Aḷḷāhs aus, und stürzt euch nicht selbst ins Verderben (indem ihr euch dem Kampf und Bemühen auf dem Weg Aḷḷāhs verweigert). Tut Gutes, denn wahrlich, Aḷḷāh liebt die Gutestuenden.
  6. Vollzieht den Ḥağğ und die ʿUmrah allein um Aḷḷāhs willen in vollständiger Weise. Wenn ihr daran aber (durch Krankheit oder Feindseligkeiten) gehindert werdet, dann bringt als Opfertier (ein Kamel, eine Kuh, ein Schaf oder Eine Ziege) dar, was immer euch leichtfällt (um so euren Weihezustand zu beenden). Schert (oder kürzt) aber euer Haupthaar nicht, bis das Opfertier seinen Schlachtort erreicht hat[3]. Wer von euch jedoch krank ist oder ein Leiden (wie Läuse oder dergleichen) an seinem Kopf hat (und sich darum das Haar schon davor abgeschoren hat), der soll durch (dreitägiges) Fasten, ein Almosen (die Speisung von sechs Bedürftigen je ein halbes Ṣāʽ Nahrung) oder die Opferung eines Schlachttieres dafür Ersatz leisten (und den Bedürftigen des heiligen Gebiets spenden). Wenn ihr aber in Sicherheit seid (und keine feindlichen Angriffe zu fürchten habt) und einer (im gleichen Jahr, in der er auch die Ḥağğ vollziehen will) die ʿUmrah vor dem Ḥağğ vollziehen möchte (ohne zwischenzeitig die heilige Zone zu verlassen), dann soll er an Opfertieren eines darbringen, das ihm leichtfällt. Wer das aber nicht zu leisten vermag, der soll drei Tage während der Pilgerfahrt fasten und sieben Tage nach (Antritt) eurer Rückkehr: Das sind zusammen zehn Tage. Das betrifft (nur) den, dessen Familie nicht bei der unverletzlichen Gebetsstätte wohnhaft ist. Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht und wisst, dass Aḷḷāh streng im Strafen ist.
[1] Oder: „bis niemand angebetet wird außer Aḷḷāh“.

[2] Greifen sie die Muslime innerhalb der heiligen Zone an, ist ihnen der Kampf erlaubt.

[3] Wem der Zutritt zum unverletzlichen Bezirk um die Kaʿbah verweigert wird, der soll sein Opfertier dort schlachten, wo er aufgehalten wurde, und wer freien Zugang hat, der soll es an dem dafür bestimmten Schlachtplatz, nämlich im heiligen Bezirk, schlachten.

  1. In den Nächten der Fastenzeit ist euch der Geschlechtsverkehr mit euren Frauen erlaubt. Sie sind wie ein Gewand für euch, und ihr seid wie ein Gewand für sie.[1] Aḷḷāh weiß, dass ihr euch selbst betrogen habt (indem manche ihren Ehefrauen einredeten, nicht eingeschlafen gewesen zu sein und deshalb verkehrten), darum wandte Er sich euch wieder gnädig zu und vergab euch.[2] So dürft ihr nun mit ihnen (bis zur Morgendämmerung) verkehren, und geht dem nach, was Aḷḷāh für euch (an Nachkommen) bestimmt hat, und esst und trinkt (zu jeder Zeit der Nacht), bis der weiße Streifen der Morgendämmerung vom schwarzen Streifen der Nacht für euch deutlich zu unterscheiden ist (und die Morgendämmerung somit eingetroffen ist). Dann vollendet das Fasten bis [zum] (Anbruch der) Nacht (wenn nämlich die Sonne untergegangen ist). Aber nähert euch ihnen nicht (indem ihr mit ihnen verkehrt), während ihr euch in die Moscheen (zur Andacht Aḷḷāhs) zurückgezogen habt (denn dies würde den Iʽtikāf[3] ungültig machen). Das sind die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen, so kommt ihnen nicht nahe. Auf diese Weise verdeutlicht Aḷḷāh den Menschen Seine Verse, damit ihr euch (vor Ihm) in Acht nehmen möget!
  2. Bringt euch nicht gegenseitig (durch Betrug, Diebstahl und ungesetzliche Willkür) um euren Besitz, und gebt es nicht den Richtern (als Bestechung),[4] um die Leute in schuldhafter Weise um einen Teil ihres Vermögens zu bringen, während ihr doch wisst (dass das verboten ist).
  3. Sie fragen dich (Gesandter Aḷḷāhs) nach dem Neulicht[5] (und den Phasen des Mondes). Sag: „Sie geben den Menschen Aufschluss über bestimmte Zeitabschnitte und (so auch über den Zeitpunkt) der Pilgerfahrt.[6] Güte bedeutet nicht, dass ihr Häuser von ihrer Rückseite her betretet[7], sondern (wahre) Güte besitzt der, der sich (vor Aḷḷāh) in Acht nimmt. Darum betretet die Häuser (ruhig) durch ihre Türen, und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, damit ihr vielleicht erfolgreich sein werdet.
  4. Und kämpft (im Bestreben, dem Wort Aḷḷāhs Geltung zu verschaffen) auf dem Weg Aḷḷāhs gegen jene (Ungläubigen), die gegen euch kämpfen (und danach trachten, die Menschen vom Islam abzuhalten). Aber überschreitet die Grenzen (Aḷḷāhs) nicht (indem ihr Frauen, Kinder und Alte tötet), denn wahrlich, Aḷḷāh liebt jene nicht, die die von Ihm gesetzten Grenzen überschreiten.
[1] D.h. keiner kann ohne den anderen auskommen. Außerdem beschreibt es die Nähe zueinander und dass ein jeder die Blöße und Fehler des anderen verdeckt.

[2] Anfangs war es einem Mann verboten, wenn er sich in einer Nacht der Fastenzeit zum Schlafen hingelegt hatte und dann vor dem Fağr-Gebet aufgewacht war, Geschlechtsverkehr zu haben, zu essen und zu trinken. Dieses Verbot wird hier aufgehoben.

[3] So nennt man das sich Zurückziehen zum Gedenken Aḷḷāhs in einer Moschee. Oft wird dies im Ramaḍān tagelang gehandhabt, besonders in den letzten zehn Nächten.

[4] Oder: „und bringt [eure Fälle] nicht vor die Richter (damit sie zu euren Gunsten richten) und ihr so die Leute in schuldhafter Weise usw.“

[5] So (arab. Hilāl) bezeichnet man das Licht des Mondes in den ersten Tagen eines Mondmonats. Neumond ist falsch, da es den Zeitpunkt beschreibt, zu dem der Mond nicht sichtbar ist.

[6] Auch das Fasten im Ramaḍān und die Fälligkeit der Zakāh sind davon abhängig. Die Ḥaǧǧ aber ist als Beispiel bedeutender, da diese schon vor der Offenbarung den Arabern und anderen Menschen bekannt war.

[7] Zur Zeit der Ğāhiliyyah meinte man, man dürfe während des Ḥağğ und der ʿUmrah, wenn man sich im Weihezustand befindet, Häuser nur von der Rückseite her betreten.

    1. Wer von Seiten des Erblassers aber (unbeabsichtigte) Abweichungen oder ein (absichtliches) Unrecht befürchtet und zwischen [den Erben] eine friedliche Einigung herbeiführt, den trifft keine Schuld, denn wahrlich, Aḷḷāh ist vergibt immer wieder (wenn man sich Ihm reuig zuwendet) und ist Gnädig.
    2. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh) glaubt (und Seinem Gesandten folgt)! Das Fasten ist eine Pflicht für euch, so wie es auch für jene vor euch eine Pflicht war, damit ihr euch (vor Aḷḷāh) in Acht nehmt!
    3. Es sind (nur) wenige Tage. Wer von euch aber (so) krank ist (dass ihm das Fasten schwerfallen würde) oder sich auf einer Reisen befindet, der soll eine entsprechende Anzahl anderer Tage fasten. Und diejenigen, die zu Fasten imstande sind[1] (und ihr Fasten dennoch brechen), ist als Ersatz (für jeden Tag, an dem das Fasten gebrochen wurde) die Speisung auferlegt: nämlich die eines Bedürftigen.[2] Und wenn jemand darüber hinaus freiwillig noch mehr an Gutem tut (indem er mehr als er muss spendet), so ist es besser für ihn. Zu fasten aber ist besser für euch (als stattdessen einen Bedürftigen zu speisen), wenn ihr nur wüsstet (welcher Vorzug darin liegt)![3]
    4. Der Monat Ramadan ist es, in dem der Qur’ān (zum untersten Himmel) hinabgesandt wurde[4] (und zwar in der Nacht der Bestimmung, Lailatu l-Qadr) als Rechtleitung für die Menschen und als deutliche Beweise dieser Rechtleitung[5] und als Maßstab zur Unterscheidung (zwischen wahr und falsch). Wer darum von euch (ab jetzt) während dieses Monats zugegen ist, der soll in ihm fasten. Wer aber krank (sodass im das Fasten schwerfällt) oder auf Reisen ist, der soll eine entsprechende Anzahl anderer Tage fasten. Aḷḷāh möchte es euch (mit dieser Bestimmung) leicht und nicht schwer machen, damit ihr die Anzahl der (zu fastenden) Tage vervollständigt und (am Ende des Fastenmonats) Aḷḷāh als den Größten lobpreist, dafür, dass Er euch (zum Fasten) geleitet hat, und damit ihr dankbar sein mögt.
    5. Wenn dich (Gesandter Aḷḷāhs) Meine Diener nach Mir (Meiner Nähe und Erhörung ihrer Bittgebete) fragen, so bin Ich fürwahr nahe. Ich erhöre den Ruf des Rufenden, wenn er Mich (allein) ruft (es bedarf dazu keines Vermittlers und die Stimme braucht nicht erhoben zu werden). So sollen sie Meinem Aufruf folgen und an Mich glauben, sodass sie Besonnenheit erlangen.
  1. Güte besteht nicht darin, dass ihr eure Gesichter nach Osten oder Westen wendet[1], sondern gütig ist, wer an Aḷḷāh und an den Letzten Tag, an die Engel (allesamt), die Offenbarungsschriften (allesamt) und die Propheten (allesamt) glaubt, wer von seinem Vermögen – auch wenn es ihm selbst lieb ist – den Verwandten, den Waisen[2], den Bedürftigen, den Reisenden (dem die Mittel ausgegangen sind) und den Bettlern gibt und es für den Freikauf von Sklaven (und Gefangenen) verwendet, wer das Gebet verrichtet und die Zakāh entrichtet. (Fromm sind die,) die ihr Versprechen einhalten, wenn sie es gegeben haben, die geduldig sind angesichts von Elend, Krankheit und Krieg (und nicht fliehen). Jene sind es, die wahrhaftig (gläubig) sind und jene sind die Achtsamen (vor Aḷḷāh).
  2. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Euch wurde die Wiedervergeltung für die (vorsätzlich und widerrechtlich) Getöteten vorgeschrieben: der Freie für den Freien, der Sklave für den Sklaven und die Frau für die Frau. Wenn aber jemandem von seinem Glaubensbruder etwas vergeben wird[3], dann soll man (als Angehöriger des Getöteten dem Mörder) in geziemender Weise[4] nachgehen (um das Blutgeld einzufordern) und dieses in ebenso geziemender Weise entrichtet werden (indem die Begleichung nicht grundlos hinausgeschoben wird). Dies ist eine Erleichterung und Gnade von eurem Herrn (die Er euch gewährt). Wer danach aber (gegen den Täter) feindselig auftritt (nachdem diesem vergeben wurde und er das Blutgeld entrichtet hat), den erwartet (von Aḷḷāh) schmerzliches Leid.
  3. In der Wiedervergeltung liegt Leben für euch (indem weiteres Blutvergießen und Feindseligkeiten unter euch vermieden werden), o ihr, die ihr Vernunft besitzt,[5] (und damit ihr euch (vor Aḷḷāh) in Acht nehmt!
  4. Euch ist vorgeschrieben, wenn sich bei einem von euch Zeichen seines baldigen Todes einstellen und er ein großes Vermögen hinterlässt, ein Vermächtnis zugunsten der Eltern und Verwandten in rechtlicher Weise zu machen Dies ist eine Pflicht für die Achtsamen (vor Aḷḷāh).[6]
  5. Wer dieses (Vermächtnis abändert), nachdem er davon erfahren hat, so liegt die Schuld allein bei jenen, die es abändern (und nicht auf jenen, denen daraus ein Vorteil entstanden ist). Wahrlich, Aḷḷāh ist hört (die Worte desjenigen, der ein Vermächtnis mach) und weiß Bescheid (wenn jemand es abändert).
[1] „al-birra“ nach Ḥafṣ und Ḥamzah.

Nach der Mehrheit: „al-birru“: „Nicht eure Gesichter nach Osten oder Westen zu wenden bedeutet Güte, sondern usw.“

[2] Damit ist gemeint, wer seinen Vater vor der Pubertät verliert.

[3] D.h. wenn der Getötete, noch bevor er stirbt, seinem Gegner vergibt oder wenn nach seinem Tod sein Vormund dem Täter vergibt.

[4] Man darf die Diyah (das Blutgeld) nicht nach dem Motto verlangen: „Wir haben dir einen Gefallen getan.“

[5] Hier endet nach der letzten medinesischen, irakischen und einer Version der šamischen Zählung kein Vers.

[6] Dieser Vers war vor jenen offenbart worden, in denen dann die Erbanteile der einzelnen Hinterbliebenen genau festgelegt wurden. Heute ist dies eine freiwillige, gute Tat.

  1. Aber wenn zu ihnen gesagt wird: „Folgt dem, was Aḷḷāh (an Rechtleitung) herabgesandt hat!“, dann antworten sie (trotzig): „Nein, wir folgen lieber dem (Glauben und den Traditionen), bei dem wir unsere Väter vorgefunden haben.“ Wie? Auch wenn ihre Väter ihren Verstand nicht gebraucht haben und nicht dem rechten Weg gefolgt sind?
  2. Das Gleichnis derer, die nicht glauben (und blind ihren Vorvätern folgen), ist das des Viehs, das den Ruf des Hirten zwar hört, das aber darin nichts anderes vernimmt, als einen lauten oder leisen Ruf (aber nichts versteht). Taub, stumm und blind (gegenüber der Wahrheit) sind sie, weil sie ihren Verstand nicht gebrauchen.[1]
  3. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glaubt, esst von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgen, und seid Aḷḷāh dankbar, wenn ihr wirklich Ihm allein dient.
  4. Verboten ist euch nur das tote Tier (das nicht gemäß dem islamischen Gesetz geschlachtet wurde), (das während des Schlachtens ausfließende)[2] Blut, Schweinefleisch und das, worüber (bei der Schlachtung) ein anderer Name als der Aḷḷāhs angerufen wurde. Wer aber dazu gezwungen ist, ohne eigenes Begehren und ohne das Maß zu überschreiten, den trifft keine Schuld, denn wahrlich, Aḷḷāh vergibt häufig und ist Gnädig.
  5. Die, die etwas von dem verheimlichen, was Aḷḷāh in der Schrift hinabgesandt hat[3] und es für einen nichtigen Gewinn (wie Herrschaft und Ansehen) verkaufen, jene sind es, die ihre Bäuche mit nichts anderem als Feuer füllen, und Aḷḷāh wird am Tag der Auferstehung nichts zu ihnen sagen (was sie erfreuen wird), Er wird sie nicht reinigen, und sie erwartet schmerzliches Leid.
  6. Jene (die dieses ihr Wissen zurückhalten) sind es, die den Irrtum im Austausch für die Rechtleitung und die Strafe (im Jenseits) im Austausch für die Vergebung (Aḷḷāhs) erkauft haben. Wie kann es sein, dass sie das Höllenfeuer so geduldig ausharren?[4]
  7. So (aber wird ihnen vergolten werden), denn Aḷḷāh sandte die offenbarten Bücher mit der Wahrheit herab (damit sie den Menschen dargelegt und nicht, damit sie verheimlicht werden). Jene aber, die sich über die Schriften uneins sind (und an manches glauben und an manches nicht), befinden sich in Widerstreit und weitab (der Wahrheit).
[1] Deshalb profitieren sie von ihr nicht, wenn sie sie hören oder sehen. Darüber hinaus sprechen sie sie nicht aus.

[2] Siehe Sūrah al-ʼAnʽām 6:145.

[3] D.h. die Gelehrten unter den Juden und Christen, die die Ankündigung des Auftretens Muḥammads r in ihren eigenen offenbarten Schriften verheimlichen.

[4] Sie begehen Sünden wie jemand, der weiß, dass er die Hölle schon aushalten wird.

  1. Wahrlich, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und dem Wechsel von Nacht und Tag, in den Schiffen, die über das Meer eilen mit dem, was für die Menschen von Nutzen ist, und in dem Regen, den Aḷḷāh vom Himmel herabkommen lässt und damit die Erde nach ihrem Tod wieder zum Leben erweckt, in all den Tieren, die Er auf ihr sich ausbreiten lässt, in dem Wechsel der Winde und in den dienstbar gemachten Wolken (die) zwischen Himmel und Erde (dahin eilen) – in all dem liegen fürwahr Zeichen für Leute, die ihren Verstand gebrauchen.
  2. Und dennoch gibt es unter den Menschen solche, die Aḷḷāh andere als Ihm ebenbürtig zur Seite stellen und sie so wie Aḷḷāh lieben. Jene aber, die glauben, sind am stärksten in ihrer Liebe zu Aḷḷāh (da sie Ihn in guten wie in schlechten Zeiten lieben). Wenn aber die, die (durch die Vielgötterei) Unrecht tun, ihr Leid im Jenseits sehen[1] könnten[2] (so würden sie begreifen), dass[3] Aḷḷāh allein alle Macht innehat und dass Er streng im Strafen ist!
  3. Dies wird dann sein, wenn die Anführer sich von jenen, die ihnen (einst auf Erden) gefolgt sind, lossagen, dann nämlich, wenn sie das Leid sehen werden und alle Hoffnung (auf Rettung) zerschlagen ist.
  4. Die, die einst ihren Anführern (blind) gefolgt sind, werden sagen: „Würde uns doch nur eine Rückkehr (ins Diesseits) gewährt, damit wir uns von ihnen lossagen können, so wie sie sich nun von uns lossagen!“ So wird Aḷḷāh ihnen ihr Tun vor Augen führen, zu ihrem eigenen Kummer (nämlich durch die Erkenntnis, dass ihre einstige Gefolgschaft nichtig und wertlos war), und sie werden aus dem Höllenfeuer nicht mehr hinausgelangen.
  5. O ihr Menschen, esst von dem auf Erden, was erlaubt und gut ist, und folgt nicht den Spuren des Satans, denn wahrlich, er ist euch ein offener Feind.
  6. Er befiehlt euch nur, Schlechtes zu tun und die übelsten Abscheulichkeiten zu begehen und über Aḷḷāh das zu sagen, wovon ihr kein Wissen besitzt[4].
[1] „yarauna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir: „yurauna“: „ihnen ihr Leid (im Jenseits) gezeigt wird“.

[2] „yarā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir, einer Version von Ibn Wardān und Yaʽqūb: „tarā“: „Wenn du aber das Leid derer, die (durch die Vielgötterei) Unrecht tun, im Jenseits sehen könntest und dass Aḷḷāh allein alle Macht innehat und dass Er streng im Strafen ist (dann würdest du etwas Gewaltiges sehen)“.

[3] „ʼanna/wa-ʼanna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „ʼinna“/wa-ʼinna“: „(dann würdest du sagen: „Wahrlich, Aḷḷāh hat alle Macht inne und Aḷḷāh ist streng im Strafen!“

[4] D.h. über die Glaubensgrundlagen oder Gebote und Verbote zu sprechen, ohne ausreichendes Wissen zu besitzen.

  1. Und (ihr Gläubigen) sagt nicht über jene, die auf Aḷḷāhs Weg (im Kampf) getötet wurden: „Sie sind tot.“ Vielmehr sind sie lebendig (bei ihrem Herrn), ihr aber nehmt es nicht wahr.
  2. Wir werden euch gewiss prüfen durch Furcht, Hunger, Verlust an Vermögen, Leben und Ernteertrag. Aber verkünde (Gesandter Aḷḷāhs) jenen, die (angesichts dieser Widrigkeiten) geduldig sind, eine frohe Nachricht,
  3. jenen, die, wenn sie ein Unglück trifft, (mit vollkommener Zufriedenheit und Ergebung) sagen: „Wahrlich, wir gehören Aḷḷāh (und somit macht Er mit uns, was Er will), und zu Ihm kehren wir (am Tag der Auferstehung) zurück.“
  4. Jene sind es, die von ihrem Herrn Segnungen und Gnade zuteilwerden, und jene sind die Rechtgeleiteten.
  5. Siehe, (die beiden bekannten Berge) aṣ-Ṣafā und al-Marwah (neben der Kaʽbah) gehören zu den Symbolen Aḷḷāhs. Wenn darum jemand zum Haus pilgert, um den Ḥağğ (die verpflichtende Pilgerfahrt) oder die ʿUmrah (die freiwillige kleine Pilgerfahrt) zu vollziehen, dann ist es kein Vergehen für ihn, wenn er zwischen diesen beiden hin und hereilt (da es kein Ritual der Götzendiener ist, sondern ein islamisches). Wer freiwillig Gutes getan hat[1], so ist Aḷḷāh es, der ihm Dankbarkeit erweisen wird, allwissend (um das Gute, das ein Mensch tut).
  6. Wahrlich, jene (unter den Juden und Christen), die das verheimlichen, was Wir an Beweisen (für das Prophetentum Muḥammads) und Rechtleitung offenbart haben, nachdem Wir es in der Schrift den Menschen verdeutlicht haben, jene sind es, die Aḷḷāh verflucht (und damit aus Seiner Gnade ausschließt) und auch von allen anderen ( wie die Engel und die Propheten) verflucht werden.
  7. Ausgenommen davon sind jene, die reuend umkehren, sich in ihrem Tun bessern und (die Wahrheit, die sie zuvor verheimlicht haben) verdeutlichen. Jene sind es, deren Reue Ich annehme,[2] denn Ich allein bin der Reueannehmende[3] und Gnädige.
  8. Jene fürwahr aber, die nicht glauben und in ihrem Unglauben sterben, jene sind es, auf denen Aḷḷāhs Fluch, das der Engel und Menschen allesamt lasten wird (indem sie um Ausschluss aus Aḷḷāhs Gnade bitten werden).
  9. In diesem Zustand (des Ausschlusses von der Gnade Aḷḷāhs) werden sie bleiben, das Leid wird ihnen nicht (einmal für einen einzigen Tag) erleichtert werden und ihnen wir kein Aufschub gewährt werden.
  10. Euer (wahrer) Gott (der zu Recht angebetet wird) ist ein einziger Gott, es gibt keine Gottheit außer Ihm, dem Gnadenvollen und Gnädigen.
[1] „taṭawwaʽa“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼiyy, Yaʽqūb und Ḫalaf: „yaṭṭawwaʽ“: „tut“.

[2] Oder: denen Ich Mich (wieder) zuwende.

[3] Oder: der sich seinen Dienern immer wieder zuwendet.

  1. Jene (Gelehrten unter den Juden und Christen), denen Wir die Offenbarungsschrift bereits zuvor gegeben haben, kennen es (nämlich das Gebot zur Änderung der Gebetsrichtung, denn es ist ein Zeichen des Prophetentums Muḥammads in ihren Schriften) so genau, wie sie ihre eigenen Kinder kennen. Aber fürwahr, ein Teil von ihnen verschweigt wissentlich die Wahrheit (aus Neid).
  2. Dies ist die Wahrheit von deinem Herrn. Darum gehör du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht zu denen, die zweifeln.
  3. Jede Gemeinschaft hat eine Richtung, der sie sich zuwendet.[1] So wetteifert (ihr Gläubigen) miteinander im Verrichten guter Werke. Wo auch immer ihr sein mögt, wird Aḷḷāh euch (am Tag der Auferstehung) allesamt bei Sich versammeln. Wahrlich, Aḷḷāh hat zu allem die Macht.
  4. Und von wo du (Gesandter Aḷḷāhs) auch herkommst (und beten willst), wende dein Gesicht (im rituellen Gebet) der heiligen Gebetsstätte zu. Denn fürwahr, es ist die Wahrheit von deinem Herrn (die dir als eingegeben wird). Aḷḷāh ist nicht achtlos dessen, was ihr tut[2].
  5. Und von wo du (Gesandter Aḷḷāhs) auch herkommst (und beten willst), wende dein Gesicht (im rituellen Gebet) der heiligen Gebetsstätte zu, und von wo auch immer ihr (Gläubigen) herkommt, wendet euch ihr (im rituellen Gebet) zu, damit ihr den Menschen kein Argument gegen euch liefert,[3] außer den Übeltätern.[4] So fürchtet nicht sie, sondern fürchtet Mich (durch die Umsetzung Meiner Anordnung), damit Ich Meine Gnade an euch vollende (indem ihr euch von den anderen Gemeinschaften absondert) und ihr (zur wahren Qiblah) geführt werdet.
  6. Ebenso ist es (eine Gnade), dass Wir unter euch einen Gesandten aus eurer Mitte auftreten ließen, der euch Unsere Verse vorträgt, euch läutert, euch die Schrift und die Weisheit (d.h. die Sunnah) lehrt und der euch das lehrt, was ihr nicht wusstet.
  7. Gedenkt Meiner (mit eurem Herzen und euren Taten), so gedenke auch Ich eurer (durch Lob und Schutz), und seid Mir dankbar (für die euch erwiesenen Gnaden) und nicht undankbar (indem ihr sie leugnet oder zum Begehen von Sünden verwendet).
  8. Ihr, die ihr glaubt, sucht (für den Gehorsam) Zuflucht in Geduld und im rituellen Gebet, denn fürwahr, Aḷḷāh ist mit den Geduldigen (indem Er sie unterstützt).
[1] „muwallīhā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir: „muwallāhā“: „der sie zugewandt ist“.

Mit Richtung ist hier sowohl die körperliche Ausrichtung im Gebet gemeint als auch die inhaltliche Richtung, der die Gemeinschaft folgt, und so sind auch die Gebote, die Aḷḷāh ihnen auferlegte, teilweise unterschiedlich.

[2] „taʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ‛Amr: „dessen, was sie tun“, (yaʽmalūna).

[3] Die Juden sagten: „Er betet zu unserer Qiblah, leugnet aber unsere Religion.“

Die Götzendiener sagten: „Er behauptet Abraham zu folgen, wendet sich aber seiner Qiblah ab.“

[4] Sie behaupten aus Trotz, er wende sich der Kaʽbah zu aufgrund der Religion seiner Vorväter.

  1. Die Unvernünftigen unter den Leuten werden fragen: „Was hat sie (die Muslime) dazu veranlasst, sich von der Gebetsrichtung (nach Jerusalem), nach der sie sich bisher richteten, abzuwenden?“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Aḷḷāhs ist der Osten und der Westen: (Er lässt die Menschen sich im Gebet hinwenden, wohin auch immer Er will.) Er führt, wen Er will, auf den rechten Weg (der zu Ihm führt).[1]
  2. Und so (wie Wir für euch eine Gebetsrichtung bestimmt haben, mit der Wir zufrieden sind), haben Wir euch (auch) zu einer redlichen Gemeinschaft gemacht, damit ihr (am Tag der Auferstehung) Zeugnis die Menschen betreffend ablegen mögt (darüber, dass all die Gesandten ihre Botschaft an die Menschheit übermittelt haben) und damit der Gesandte Aḷḷāhs Zeugnis euch betreffend ablegen möge (dass er euch die Botschaft überbracht hat). Und Wir haben die Gebetsrichtung, der du bisher gefolgt bist, nur darum festgelegt, um zu sehen[2], wer dem Gesandten folgt und wer auf seinen Fersen kehrt macht. Dies (die Änderung der Gebetsrichtung von Jerusalem nach Mekka) war fürwahr eine schwerwiegende Angelegenheit, außer für jene, die Aḷḷāh (auf den rechten Weg) geführt hat[3]. Aḷḷāh aber lässt euren Glauben (und dazu gehören eure Gebete in Richtung Jerusalem) nicht verloren gehen, denn wahrlich, Aḷḷāh ist mit den Menschen äußerst gnädig, (da Er von ihnen Schlechtes abwenden will) und (auch deshalb) gnädig (weil Er für Sie Gutes will).[4]
  3. Wir haben ja gesehen, dass du oft dein Gesicht (nach einer Offenbarung hoffend) zum Himmel wendest (die dir anordnet, dich in Richtung Kaʽbah zu wenden). So werden Wir dir nun gewiss eine Gebetsrichtung geben, die dich zufrieden stellt. Darum wende dein Gesicht in Richtung der heiligen Gebetsstätte (der Kaʿbah in Mekka), und wo immer ihr euch befinden mögt, wendet eure Gesichter (im Gebet) in ihre Richtung. Jene (Juden und Christen) aber, denen die Schrift gegeben wurde, wissen wohl, dass dieses Gebot die Wahrheit von ihrem Herrn ist (da die Kaʽbah ja von Abraham und Ismael gebaut wurde und die erste Qiblah war). Aḷḷāh ist dessen nicht unachtsam, was sie tun[5].
  4. Und selbst wenn du jenen, denen bereits zuvor die Offenbarungsschrift gegeben wurde (den Juden und Christen), alle Beweise dafür vorbringen würdest (dass es sich bei dem offenbarten Gebot um die Wahrheit handelt), so würden sie deiner Gebetsrichtung (aus Trotz) doch nicht folgen. Und auch du folgst ihrer Gebetsrichtung nicht (nachdem Aḷḷāh dich von ihn abgebracht hat). Sie folgen ja nicht einmal untereinander derselben Gebetsrichtung (denn sie bezichtigen sich gegenseitig des Unglaubens). Wenn du aber ihren Wünschen folgen würdest, nach dem, was du an Wissen erhalten hast, dann würdest du wahrlich zu den Ungerechten gehören.
[1] Oder: „Er führt den, der will, auf den rechten Weg.“ (Anm.d.Ü.).

[2] Wortwörtlich: „um zu wissen“, gemeint ist das Wissen Aḷḷāhs, das sich für uns gezeigt hat.

Aḷḷāh wusste schon vorher, wer dem Gesandten Aḷḷāhs r folgen wird, aber erst nachdem man ihm gefolgt ist oder nicht, verdient man die Belohnung bzw. Bestrafung.

[3] Jene, die in ihrem Glauben gefestigt waren, wussten, dass jedes Gebot Aḷḷāhs, und somit auch die Änderung der Gebetsrichtung, auf Seiner umfassenden Weisheit beruht und hegten darum keinerlei Zweifel. Die Juden und Christen sahen darin eine Abkehr von der ihrer Meinung nach „wahren“ Gebetsrichtung (Qiblah) und die Götzendiener sahen darin den ersten Schritt zur Rückkehr zur Anbetung der Götzen, die sich ja noch um die Kaʽbah befanden, denn Mekka wurde erst 8 n. H. eingenommen, die Veränderung der Gebetsrichtung war schon im 2. Jahr n. H.

[4] Siehe at-Taḥrīr wa an-Tanwīr zu diesem Vers zu Unterschieden zwischen Ra’fah und Raḥmah.

[5] „yaʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʿĀmir, Ḥamzah, Kisā’iyy, ʼAbū Ǧaʽfar und Rauḥ: „dessen, was ihr tut“, (taʽmalūna).

Juz 1

Sūrah 1 al-Fātiḥah – die (den Qurʼān) eröffnende (Sūrah)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen[1], des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend zu lesen).[2]

  1. (Aller) Lobpreis[3] gebührt (allein) Aḷḷāh[4], dem Herrn[5] der Welten,[6]
  2. dem Gnadenvollen und Gnädigen,[7]
  3. dem (alleinigen)[8] Herrscher[9] am Tag der Abrechnung.[10]
  4. Dir (allein) dienen wir (aus Liebe),[11] und Dich (allein) flehen wir um Hilfe an.
  5. Führe uns den geraden Weg (des Islam),
  6. den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast[12],
  7. nicht den Weg derer, die Deinen Zorn hervorgerufen haben[13] und nicht den der Irregehenden[14]!
[1] Ar-Raḥmān („der Gnadenvolle“) bedeutet, dass Aḷḷāh an sich voll Gnade ist, dass Er aufgrund Seines Wesens selbst der Gnadenvolle ist, während ar-Raḥīm („der Gnädige“) Seine Gnade gegenüber den Menschen zum Ausdruck bringt.

[2] Hier endet nach der mekkanischen und kūfischen Zählung ein Vers.

[3] Nicht nur „Lob“, weil „Preisen“ „überschwänglich Loben“ bedeutet, was Aḷḷāh eher zusteht.

[4] Der Name „Aḷḷāh“ bezeichnet den Einzigen, der zu Recht angebetet wird, kein anderes Wesen außer Ihm kann darum mit diesem Namen bezeichnet werden.

[5] „Rabb“ umfasst die Begriffe des „Erschaffens“, „Besitzens“ und „Lenkens aller Angelegenheiten“.

[6] Besser als „Geschöpfe“, weil der Begriff „Welten“ nicht nur die unterschiedlichen Geschöpfe beinhaltet, sondern auch die Verhältnisse (geographisch, zeitlich usw.) der Geschöpfe zueinander miteinschließt. Man sagt nämlich: „Ich lebe in einer anderen Welt“ und nicht „in einer anderen Schöpfung“. Außerdem sagt man „Wir leben heute in einer anderen Welt“, obwohl die Schöpfung von gestern dieselbe ist.

Mit den Welten sind die Welten der Menschen, Ǧinn, Engel und aller anderen Geschöpfe gemeint.

[7] Das ist keine Wiederholung der Basmalah, denn die Basmalah sprechen wir, um Segen zu erlangen, hier hingegen stellt sich Aḷḷāhs uns vor.

[8] Weil es im Diesseits für die Geschöpfe eingeschränktes Besitzen gibt.

[9] „mālik“ nach der Lesart von ʽĀṣim, Kisāʼiyy, Yaʽqūb und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „malik“: „König“.

Aḷḷāh ist „der (alleinige) Besitzer (aller Dinge)“ und gleichzeitig „König“ und somit Herrscher.

[10] Auch: Vergeltung, Gericht.

[11] Denn „ʽIbādah“ beinhaltet die untergeordnete Stellung des Dieners, wobei er den Dienst aus Liebe zu seinem Herrn ausführt.

[12] Den der Propheten, stark Gläubigen, Märtyrern und Rechtschaffenen.

Hier endet nach der medinensischen, baṣrischen und šāmischen Zählung ein Vers.

[13] Das sind jene, die die Wahrheit zwar kennen, sie aber dennoch zurückweisen.

[14] Das sind jene, die sich nicht wirklich um das Finden der Wahrheit bemühen, darin nachlässig sind und die infolgedessen in die Irre gehen.

Sūrah 2 al-Baqarah – Die Kuh

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend zu lesen).

  1. Alif. Lām. Mīm.[1]
  2. Dieses Buch (der Qur’ān), an dem keinerlei Zweifel (an seinem göttlichen Ursprung) besteht, ist eine Rechtleitung für die Achtsamen (vor Aḷḷāh, die sie zu Ihm führt),
  3. die an das (der menschlichen Wahrnehmung) Verborgene glauben (wie nämlich die Engel und den Tag der Auferstehung), das rituelle Gebet verrichten und von dem spenden, was Wir ihnen als Versorgung gewähren (sowohl die Pflichtspende – Zakāh – als auch freiwillige Spenden)
  4. und die an das glauben, was dir (Prophet Aḷḷāhs als Offenbarung) hinabgesandt wurde und an das, was (allen Propheten) vor dir (als Offenbarung) hinabgesandt wurde und die an das Jenseits fest glauben.
  5. Sie sind es, die der Rechtleitung ihres Herrn folgen, und sie sind es, die (im Diesseits und im Jenseits) erfolgreich sein werden.
[1] Das gehört zu den arabischen Buchstaben, mit denen einige Suren beginnen. Man liest auch im arabischen Original die Namen der Buchstaben. Sie sollen zum Ausdruck bringen, dass dieser Qurʼān, von dem seine arabischsprechenden Leugner behaupten, er sein Menschenwort, aus denselben Buchstaben besteht wie die ihrer eigenen Sprache. So sollen sie doch dann ein gleiches Buch hervorbringen, wenn sie dazu imstande sind!

Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

  1. [1]Wahrlich, was aber jene betrifft, die ungläubig sind (und darauf beharren), so ist es einerlei, ob du sie warnst oder nicht warnst – sie glauben nicht.
  2. Aḷḷāh hat (nämlich) ihre Herzen und ihr Gehör versiegelt, und über ihren Augen liegt ein Schleier (sodass sie die Wahrheit trotz ihrer Deutlichkeit nicht mehr wahrnehmen können), und sie werden (am Tag der Auferstehung) gewaltiges Leid erfahren.
  3. [2]Unter den Menschen gibt es manche, die sagen: „Wir glauben an Aḷḷāh und an den letzten Tag“, aber (in Wahrheit) glauben sie nicht.
  4. Sie versuchen Aḷḷāh und die Gläubigen zu täuschen. Tatsächlich aber täuschen sie damit nur sich selbst, ohne sich dessen klar zu sein (da Aḷḷāh ihr Innerstes kennt).
  5. In ihren Herzen ist (nämlich) die Krankheit (des Zweifels), und so mehrt Aḷḷāh ihren Zweifel, und ihnen wird aufgrund ihres ständigen Lügens[3] schmerzliches Leid[4]widerfahren.
  6. Wenn zu ihnen gesagt wird: „Richtet (durch euren Unglauben und eure Sünden) kein Unheil an auf Erden!“, dann entgegnen sie: „Wir sind es doch, die Frieden und Ordnung stiften!“[5]
  7. Hört! Tatsächlich sind sie es, die Verderben stiften, aber sie sind sich dessen nicht bewusst.
  8. Und wenn (sie zum Glauben aufgefordert werden, indem) zu ihnen gesagt wird: „Glaubt doch, so wie die Menschen (nämlich die Gefährten des Propheten) glauben“, dann antworten sie (spöttisch): „Sollen wir vielleicht glauben, so wie die Schwachsinnigen?“ Hört! Tatsächlich sind sie es, sie sind die Schwachsinnigen, aber sie wissen es nicht.
  9. Wenn sie den Gläubigen begegnen, sagen sie: „Wir glauben (wie ihr)“, und wenn sie mit ihren Satanen (ihren Anführern) zusammen sind, sagen sie: „Wir sind wahrlich auf eurer Seite. Wir treiben nur unseren Spott (mit den Gläubigen).“
  10. Aḷḷāh aber treibt Seinen Spott mit ihnen (indem sie nur im Diesseits wie Muslime behandelt werden) und lässt sie in ihrer (hochmütigen) Auflehnung blind umherirren.
  11. Sie sind es, die die Rechtleitung (den Glauben an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) gegen den Irrtum (den Unglauben) eingetauscht haben. Weder aber hat ihnen ihr Handel irgendeinen Gewinn gebracht noch sind sie auf dem rechten Weg.
[1] Nachdem Aḷḷāh diejenigen Menschen beschrieb, die sowohl innerlich als auch äußerlich geläutert sind, erwähnt Er Y nun jene, die in beiderlei Hinsicht verdorben sind.

[2] Nun erwähnt Aḷḷāh eine dritte Kategorie von Menschen, nämlich jene, die nach außen hin geläutert erscheinen, innerlich allerdings nicht: die Heuchler.

[3] „yakḏibūna“ nach der Lesart von ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „yukaḏḏibūna“: „und ihnen wird schmerzliches Leid widerfahren, weil sie stets (Aḷḷāhs Gesandten r) der Lüge bezichtigten.“

[4] Hier („alīm“) endet nur nach der šāmischen Zählung ein Vers.

[5] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.

  1. Ihr Gleichnis (das der Heuchler) ist das dessen, der ein Feuer entzündet. Wenn es dann alles um ihn herum hell erleuchtet (und er meint, davon profitieren zu werden), nimmt Aḷḷāh das Licht von ihnen[1] (den Heuchlern) und lässt sie in Finsternissen zurück, sodass sie nichts sehen können.[2]
  2. (Die Heuchler sind) taub, stumm und blind (für die Wahrheit), sodass sie (sich vom Irrtum) nicht abwenden können.
  3. Ihr Gleichnis ist auch das eines heftigen Wolkenbruchs, mit dem Finsternisse, Donner und Blitz einhergehen. Sie stecken in Todesangst vor den Donnerschlägen ihre Finger in die Ohren. Aḷḷāh umfasst die Ungläubigen (mit Seiner Gewalt).[3]
  4. Der Blitz nimmt ihnen (aufgrund seines grellen Aufleuchtens) beinahe das Augenlicht. Immer, wenn er alles um sie herum erleuchtet, gehen sie voran, und wenn es wieder dunkel wird, bleiben sie stehen.[4] Wenn Aḷḷāh es will, so könnte Er ihnen ihr Gehör und ihr Augenlicht nehmen, denn wahrlich, Aḷḷāh hat zu allem die Macht.
  5. [5]Ihr Menschen, dient einzig eurem Herrn, der euch und jene, die vor euch waren, erschaffen hat, auf dass ihr euch (vor Ihm) in Acht nehmen mögt (und so vor dem Höllenfeuer bewahrt werdet),
  6. (dient einzig eurem Herrn,) der die Erde für euch eben und wohlgeordnet und den Himmel zu einem festen Bau (wie ein Dach) gemacht hat und der aus dem Himmel Wasser herabsendet und damit Früchte zu eurer Versorgung hervorbringt. Darum setzt Aḷḷāh nichts gleich, wo ihr doch wisst (dass es keinen Schöpfer gibt außer Ihm).
  7. Wenn ihr aber Zweifel hinsichtlich dessen hegt, was Wir auf Unseren Diener (vom Qurʼān) herabsandten, dann legt doch auch nur eine einzige Sūrah seinesgleichen vor[6]und ruft eure Helfer[7] an, (die ihr) an der Stelle Aḷḷāhs (anzurufen pflegt), wenn das (was ihr behauptet) tatsächlich wahr ist.
  8. Tut ihr das aber nicht – und ihr werdet es mit Sicherheit niemals tun – so nehmt euch vor dem Feuer in Acht, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind und das für die Ungläubigen schon vorbereitet ist.
[1] Der Satz beginnt im Singular und endet im Plural, da in der Regel das Feuer von einer Person entzündet wird, dieser aber steht für eine ganze Gemeinschaft.

[2] Das Licht ist der ʼĪmān, den die Heuchler im Diesseits nach außen strahlen. Im Jenseits wird es ihnen weggeblieben und es bleibt nur noch das brennende Feuer übrig.

[3] Der Wolkenbruch meint den Qur’ān, die Finsternisse meinen den darin beschriebenen Unglauben, die Donnerschläge die Warnungen Aḷḷāhs und der Blitz sind die klaren Beweismittel. Sie aber stecken ihre Finger in die Ohren, um von der Wahrheit nichts hören zu müssen.

[4] Das immer wieder erscheinende grelle Licht des Blitzes bringt zum Ausdruck, dass sie manchmal die Wahrheit klar erkennen, sich aber dann wieder hochmütig abwenden.

Die Heuchler ziehen keinen Nutzen aus dem Regen des Wolkenbruches, sondern empfinden angesichts der Donnerschläge nur Angst und Schrecken. So aber sehen auch die Heuchler im Islam nur Anstrengung und Härte.

[5] Nachdem Aḷḷāh die Gläubigen, die Ungläubigen und die Heuchler beschrieb, ruft er alle Menschen dazu auf, Ihn alleine anzubeten.

[6] Oder: eine einzige Sūrah von jemandem wie ihn (Muḥammad r) hervor.

[7] Wortwörtlich: Zeugen. Damit sind ihre falschen Götter gemeint, die ihre vermeintlichen Götter sind und ihnen bei Vorlegen einer Sūrah wie die des Qurʼān behilflich sein sollen. Da ein Zeuge für jemanden aussagt und ihm dadurch Hilfe gewährleistet, wurden die falschen Götter hier als „Helfer“ bezeichnet.

  1. Und verkünde denen, die glauben und Gutes tun, dass Gärten auf sie warten, durchzogen von Bächen. Jedes Mal, wenn sie dort mit Früchten bewirtet werden, sagen sie: „Das ist ja das, womit wir schon zuvor (auf Erden) versorgt wurden!“[1] Gegeben wird ihnen aber nur Ähnliches (dem äußeren Anschein und Namen nach). Darin werden sie Ehepartner von vollkommener Reinheit haben, und sie werden (ewig) dort verweilen.
  2. Wahrlich, Aḷḷāh scheut sich nicht, das Gleichnis einer Mücke zu prägen oder von irgendetwas darüber hinaus (Größeres oder Kleineres). Die, die glauben, wissen, dass es die Wahrheit von ihrem Herrn (und mit Weisheiten versehen) ist. Jene aber, die nicht glauben, sagen (spöttisch): „Was sollte Aḷḷāh denn mit solch einem Gleichnis sagen wollen?“ Er führt damit viele in die Irre (weil sie nicht darüber nachdenken wollen), und viele führt Er dadurch auf den rechten Weg. In die Irre aber führt Er damit nur die Frevler (die dies aufgrund ihres Ungehorsams gegenüber Aḷḷāh auch verdient haben, wie etwa die Heuchler),
  3. die, die das Bündnis mit Aḷḷāh brechen, nachdem es geschlossen wurde (nämlich Ihm allein zu dienen und Seinem Gesandten zu folgen),[2] die die Bande, die Aḷḷāh befahl, zu pflegen, zerreißen (wie die Familienbande) und die auf Erden Unheil stiften. Jene sind die Verlierer (im Diesseits und im Jenseits).
  4. Wie könnt ihr Aḷḷāh leugnen, wo ihr doch einst nichts wart und Er euch zum Leben erweckte?! Dann lässt Er euch sterben und erweckt euch (am Tag der Auferstehung) abermals zum Leben, woraufhin ihr zu Ihm zurückgebracht[3] werdet.
  5. Er allein ist es, der alles auf Erden für euch erschaffen hat. Dann wandte Er sich dem Himmel zu und machte ihn ordentlich zu sieben Himmeln. Er allein besitzt Wissen um alle Dinge.
[1] Im Paradies werden ihnen Früchte gereicht, die denen auf Erden im Aussehen gleichen, sodass die Paradiesbewohner sie gerne annehmen, weil sie meinen, sie zu kennen. Tatsächlich aber sind sie, was ihren köstlichen Geschmack betrifft, mit den Früchten auf Erden nicht zu vergleichen.

[2] Siehe 7:172.

[3] „turǧaʽūnā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „tarǧiʽūna“: „zurückkehren“.

  1. Als dein Herr zu den Engeln sprach: „Wahrlich, Ich werde auf Erden einen Vertreter (Gottes zur Umsetzung der Gesetze) auf Erden [1] einsetzen“, sagten sie: „Willst Du etwa jemanden auf ihr einsetzen, der auf ihr Unheil stiftet und Blut vergießt, wo wir Dich doch mit Deinem (Dir zustehenden) Lob preisen und erhaben erklären (über jegliche Zuschreibung, die Deiner nicht geziemt,) und Dich [Deine Vollkommenheit und Herrlichkeit] rühmen[2]?“ Aḷḷāh aber antwortete: „Ich weiß (über die Weisheit ihrer Schöpfung), was ihr nicht wisst.“
  2. Er lehrte Adam die Namen aller (Tiere, und Dinge und ihre Bedeutung). Dann legte Er sie (all die Tiere und Dinge) den Engeln vor und sagte: „So nennt Mir ihre Namen, wenn es wahr ist, was ihr sagt (nämlich, dass ihr besser und ehrwürdiger seid, als die Menschen).“
  3. Da antworteten sie: „Heilig und erhaben bist Du! Wir besitzen kein Wissen außer das, was Du uns gelehrt hast. Wahrlich, Du, Du allein bist der Allwissende und Allweise!“
  4. Er sprach: „Adam, nenne ihnen die Namen!“ Und nachdem er den Engeln die Namen (aller Tiere und Dinge) genannt hatte, sprach Aḷḷāh: „Habe Ich euch (Engeln) nicht gesagt, dass Ich um alles weiß, was sich in den Himmeln und auf Erden verbirgt, und dass Ich weiß, was ihr offen kundtut und was ihr in eurem Innersten hegt?“
  5. Und als Wir zu den Engeln (und anwesenden Ǧinn) sagten: „Werft euch vor Adam (in Ehrerbietung) nieder (und nicht zur Anbetung)!“, da warfen sie sich alle nieder, außer ’Iblīs, der sich weigerte, hochmütig war und (dadurch) zu den Ungläubigen wurde.
  6. Und Wir sprachen: „O Adam, wohnt, du und deine Ehefrau (Eva), im Paradiesgarten, und esst beide reichlich (von seinen Früchten) von wo auch immer ihr wollt. Aber nähert euch diesem einen Baum nicht, denn dann würdet ihr (aufgrund eures Ungehorsams Mir gegenüber) zu den Ungerechten gehören.“
  7. Der Satan aber ließ sie straucheln (indem er nicht davon abließ, sie mit Einflüsterungen zu bedrängen und ihnen die Köstlichkeit der Früchte des verbotenen Baumes auszuschmücken), und so brachte Aḷḷāh sie hinaus aus dem Paradiesgarten. Und Wir sagten (zu Adam, seiner Frau und dem Satan): „Hinunter mit euch (auf die Erde), einer des anderen Feind! Und auf Erden sollt ihr eure Wohnstätte und eure Versorgung auf bestimmte Zeit haben.“
  8. Da empfing Adam Worte seines Herrn[3], woraufhin dieser die Reue Adams annahm[4], denn Er allein ist der, Der Sich (Seinen Dienern) immer wieder (mit Seiner Vergebung) zuwendet[5] und der Gnädige.
[1] Das heißt, einen Statthalter, der dafür Sorge trägt, dass ihre Bevölkerung sie im Gehorsam gegenüber Aḷḷāh bewohnt und zum Gedeihen bringt.

[2] Oder: „und wir uns für Dich reinigen?“

[3] „ādamu/kalimātin“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr: „ādama/kalimātun“: „Da erreichten Adam Worte von Seinem Herrn“.

[4] Aḷḷāh gab Adam die Worte eines Bittgebets, das in der Sūrah al-Aʿrāf, Vers 23 erwähnt wird, ein: {Unser Herr, wir haben gegen uns selbst gesündigt; und wenn Du uns nicht verzeihst und Dich unser erbarmst, dann werden wir gewiss unter den Verlierern sein!“}.

[5] „Tawwāb“ in Bezug auf Aḷḷāh bedeutet auch, dass Aḷḷāh Seinem Diener den Erfolg verleiht zu bereuen oder dass Aḷḷāh die Reue Seiner Diener stets annimmt.

  1. Wir sagten: „Hinab (auf die Erde) mit euch, alle zusammen!“ Wenn aber Meine Rechtleitung (durch Meine Gesandten) zu euch gelangt, dann braucht derjenige, der der Rechtleitung folgt (indem er an Mich und Meine Gesandten glaubt und ihnen folgt), (im Jenseits) keine Angst zu haben, und er muss nicht traurig sein (wegen der Dinge, die ihm einst auf Erden vorenthalten wurden).
  2. Jene aber, die ungläubig sind und Unsere Zeichen zur Lüge erklären, sie werden Insassen des Höllenfeuers sein und (ewig) darin bleiben.
  3. Ihr Kinder Israels (ihr Nachkommen des Propheten Jakob)! Erinnert euch der Gnaden, die Ich euch (immer wieder) zuteilwerden ließ, und erfüllt euer Versprechen Mir gegenüber, so werde auch Ich Mein Versprechen euch gegenüber erfüllen. Mich allein sollt ihr fürchten.
  4. Und glaubt an das (Buch des ’Qurʼān), den Ich zur Bestätigung dessen, was bei euch (von der Thora) ist,[1]offenbart habe, und seid nicht die Ersten, die ihn leugnen. Tauscht (den Glauben an) Meine Verse nicht ein gegen einen geringen Preis (wie Rang und Führerschaft). Vor Mir allein habt ihr euch in Acht zu nehmen.
  5. Vermengt die Wahrheit (die Ich durch die Gesandten offenbart habe) nicht mit Lügen, und haltet die Wahrheit (über die Eigenschaften Muḥammads, die sich in der Thora fanden) nicht zurück, wo ihr (sie) doch kennt.
  6. Verrichtet beständig das rituelle Gebet, entrichtet die Zakāh, und verneigt euch demütig vor Aḷḷāh gemeinsam mit denen, die sich (mit Muḥammad) verneigen (und ihm folgen).
  7. Befehlt ihr etwa den Leuten Güte (wie den Glauben und rechtschaffene Taten) und vergesst dabei euch selbst, wo ihr doch das Buch (der Thora) lest? Könnt ihr denn nicht euren Verstand gebrauchen?
  8. Nehmt Zuflucht in Geduld und Gebet. Das (Gebet) aber ist fürwahr mühsam, außer für jene, die sich (ihrem Herrn) demütig unterwerfen,
  9. und sich dessen gewiss sind, dass sie ihrem Herrn dereinst begegnen und zu Ihm zurückkehren werden.
  10. O ihr Kinder Israels, erinnert euch der (zahlreichen) Gnaden, die Ich euch zuteilwerden ließ und daran, dass Ich euch gegenüber den anderen Gemeinschaften (eurer Zeit) den Vorrang gab (indem Ich euch einst die Prophetenschaft und die Herrschaft gab).
  11. Und nehmt euch vor einem Tag in Acht, an dem kein Mensch einem anderen von Nutzen sein wird und an dem keine Fürsprache und kein Lösegeld angenommen werden und keinem (Ungläubigen) geholfen werden wird.
[1] Das heißt, der Qur’ān wurde als Bestätigung der bereits offenbarten Bücher herabgesandt, als Bestätigung dieser Bücher in ihrer ursprünglichen Form, bevor diese durch den Menschen entstellt und verändert wurden, indem der Tauḥīd und die Ankündigung des Propheten Muḥammad entstellt wurden.

  1. Und erinnert euch auch daran, dass Wir euch vor den Leuten des Pharaos retteten, die euch schwere Qualen auferlegt hatten, indem sie eure Söhne abschlachteten und eure Frauen am Leben ließen (damit sie ihnen dienen). Das war eine gewaltige Prüfung eures Herrn.
  2. Und erinnert euch (der Zeit), als Wir für euch das Meer spalteten (sodass ihr auf trockenem Boden das Meer durchquertet) und euch so erretteten und die Leute des Pharaos (und ihn selbst) vor euren Augen ertrinken ließen.
  3. Und erinnert euch Unserer vierzig Nächte dauernden Verabredung mit Moses (um die Offenbarung der Thora zu vervollständigen). Als er aber weg war, habt ihr euch das Kalb genommen, um es anzubeten, und habt (dadurch) Unrecht getan.
  4. Daraufhin haben Wir euch vergeben, damit ihr euch vielleicht als dankbar erweisen würdet.
  5. Und erinnert euch (unter all diesen Wohltaten, die Wir euch erwiesen haben) daran, als Wir Moses das Buch (der Thora) gaben und (durch sie) die Unterscheidung (zwischen Wahrheit und Lüge und zwischen Rechtleitung und Irrtum), damit ihr vielleicht den rechten Weg einschlagen würdet.
  6. Gedenkt (der Zeit), als Moses zu seinem Volk sagte: „O mein Volk, ihr habt gegen euch selbst gesündigt, als ihr euch das Kalb (zur Gottheit) nahmt. Darum wendet euch in Reue eurem Schöpfer zu, indem die einen von euch die anderen töten. Dies ist bei eurem Schöpfer besser für euch (als im Unglauben zu verharren, der letztendlich zum ewigen Aufenthalt im Höllenfeuer führt). Danach wandte Er Sich euch (wieder) zu (indem Er euch vergab), denn Er ist wahrlich derjenige, der sich (Seinen Dienern) immer wieder zuwendet und Er ist der Gnädige.
  7. Erinnert euch daran, als ihr (nämlich siebzig eurer Vorväter[1] (dreist)) zu Moses sagtet: „O Moses, wir werden nicht glauben, bis wir Aḷḷāh (mit eigenen Augen) unverhüllt sehen!“ Daraufhin erfasste euch der Blitzschlag (und vernichtete euch), während die einen von euch die anderen ansahen.
  8. Dann erweckten Wir euch nach eurem Tod wieder zum Leben, damit ihr dankbar sein würdet.
  9. Und Wir ließen die Wolken euch Schatten spenden (als ihr in der Wüste umherirrtet) und sandten Manna (ein Getränk, süß wie Honig) und Salwā (eine kleine Vogelart mit zartem Fleisch, der Wachtel ähnlich) auf euch herab (und sagten): „Esst von den guten Dingen, die Wir euch beschert haben!“ Nicht Uns aber haben sie (durch ihre Undankbarkeit) geschadet, sondern nur sich selbst.
[1] Siehe 7:155.

  1. Gedenkt der Zeit, als Wir sagten: „Tretet ein in diese Stadt (Jerusalem), und esst in ihr reichlich von wo auch immer ihr wollt! Und tretet durch das Tor (in Demut gegenüber Aḷḷāh ein) und sagt: »(O Herr) vergib uns (unsere Schuld)!«, so werden Wir euch eure Vergehen vergeben[1] und den Lohn derer, die Gutes tun, vermehren.“
  2. Da aber tauschten die Übeltäter diese Worte gegen andere, die nicht zu ihnen gesagt worden waren, aus (und machten sich über Aḷḷāh lustig).[2] So sandten Wir eine Strafe vom Himmel auf diese Ungerechten herab, wegen des Frevels, den sie begangen hatten.
  3. (Und unter all den Wohltaten, die euer Herr euch erwiesen hat) denkt auch daran, als Moses für sein Volk (in der Wüste) um Wasser bat, und Wir sagten: „Schlag mit deinem Stock auf den Felsen!“ Da entsprangen zwölf Quellen aus ihm, sodass jeder (Stamm) wusste, wo seine Trinkstelle war. (Und Wir sagten zu ihnen:) „Esst und trinkt ruhig von dem, womit Aḷḷāh euch (ohne jegliche Anstrengung eurerseits) versorgt, und seid nicht hochmütig auf Erden, sodass ihr auf ihr kein Unheil stiftet!“
  4. Erinnert euch daran, als ihr zu Moses sagtet: „O Moses, wir können es mit nur einer Art von Speise nicht länger aushalten. So bitte deinen Herrn, dass Er für uns etwas hervorbringt, was aus der Erde an Kräutern, Gurken, Körnern, Linsen und Zwiebeln wächst!“ Da sagte Moses: „Wollt ihr etwa das, was besser ist (nämlich Manna und Salwā, das ihr ohne euch abzumühen zur Versorgung von Aḷḷāh erhalten habt) gegen das eintauschen, das geringer ist? Dann geht doch (von hier weg) an irgendeinen Ort, wo ihr das finden werdet, was ihr verlangt!“ So kamen Schande und Bedürftigkeit über sie, und sie zogen sich den Zorn Aḷḷāhs zu. Dies, weil sie die Zeichen Aḷḷāhs immer wieder leugneten und die Propheten ohne jedes Recht töteten. All das (geschah), weil sie sich (gegen Aḷḷāh) auflehnten und die von Ihm gesetzten Grenzen immer wieder überschritten.
[1] „naġfir“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und ʼAbī Ǧaʽfar: „yuġfar“, nach Ibn ʽĀmir: „tuġfar“: „so wird euch vergeben werden“.

[2] Statt dem arabischen Ausdruck „Ḥiṭṭah“ (Vergebung!) sprachen sie „Ḥinṭah“ (Weizen).

  1. Wahrlich, jene, die glauben (d.h. die Muslime) und die Juden, Christen und Sabäer[1], wer an Aḷḷāh und an den letzten Tag (so) glaubt (wie vorgeschrieben) und Gutes tut, sie alle erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn. Sie brauchen keine Angst (vor dem Jenseits) zu haben und müssen nicht traurig sein (wegen der Dinge, die ihnen auf Erden vorenthalten wurden).[2]
  2. Gedenkt der Zeit, als Wir das feste Bündnis mit euch schlossen (an Aḷḷāh und Seine Gesandten zu glauben) und den Berg über euch emporhoben (als Warnung an euch, das Bündnis zu brechen) und euch befahlen: „Haltet mit aller Kraft (und äußerstem Bemühen) fest an dem, was Wir euch (von der Thora) gegeben haben, und bedenkt stets, was es enthält auf dass ihr euch (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen möget.“
  3. Danach aber habt ihr euch abgewandt (indem ihr ungehorsam wart), und wäre nicht die Gunst Aḷḷāhs euch gegenüber gewesen (indem Er euch vergab), so hättet ihr (deshalb) zweifellos zu den Verlierern gehört.
  4. Ihr kennt gewiss (den Bericht über) jene eurer Vorfahren, die das Sabbatgebot brachen[3]. Zu ihnen sprachen Wir: „Werdet ausgestoßene Affen!“
  5. Wir machten diese (Stadt) zu einem warnenden Beispiel für alle anderen (Städte) ihrer Zeit und für jene, die ihr nachfolgten und zu einer Ermahnung für alle, die sich (vor Aḷḷāhs Strafe und Rache) in Acht nehmen.
  6. (Erinnert euch daran,) als Moses zu seinem Volk sagte: „Seht, Aḷḷāh befiehlt euch, eine Kuh (eurer Wahl) zu schlachten“, entgegneten sie: „Machst du dich etwa über uns lustig?“ Moses aber antwortete: „Ich nehme Zuflucht bei Aḷḷāh davor, zu den Unwissenden zu gehören (die über Aḷḷāh Lügen verbreiten und so mit den Menschen ihren Spott treiben).“
  7. Sie sagten: „Bitte deinen Herrn darum, uns zu erklären, wie sie beschaffen sein soll.“ Er antwortete: „Wahrlich, Aḷḷāh sagt, es soll eine Kuh sein, die weder sehr alt noch sehr jung ist, sondern deren Alter dazwischen liegt. So tut, was euch befohlen wurde.“
  8. Sie erwiderten: „Bitte deinen Herrn, uns zu sagen, welche Farbe sie haben soll.“ Er antwortete: „Seht, Er sagt, es soll eine Kuh von heller gelber Farbe sein, die das Auge des Betrachters erfreut.“
[1] Die Sabäer waren eine Gemeinschaft, die an einige der Propheten glaubte und ebenso an Aḷḷāh und die Auferstehung.

[2] Durch diese Aussage öffnet Aḷḷāh allen Glaubensgemeinschaften den Weg zu Ihm, vorausgesetzt, dass sie ab sofort dem Qurʼān und der Sunnah des Propheten Muḥammad r folgen und alles unterlassen, was diesem widerspricht.

Man könnte den Vers auch dahingehend übersetzen, dass hier die Glaubensgemeinschaften der jeweiligen Propheten gemeint sind, die jeweils ihrem Propheten folgten bis Aḷḷāh einen neuen entsandte: „Wahrlich, die gläubigen (Muslime), die (nach der Anbetung des Kalbes zu Aḷḷāh) Zurückgekehrten (Anhänger Mose), die Sabäer (die ihrem Propheten folgten) und Nazarener (die Anhänger Jesu; für sie alle gilt): Wer an Aḷḷāh usw.“ Auf diese Auslegung weist ein überlieferter Offenbarungsgrund des Verses hin. Salmān al-Fārisiyy t fragte demnach den Propheten r nach den Anhängern des Evangeliums, die an Aḷḷāh und den letzten Tag glaubten und davon überzeugt waren, dass Aḷḷāh einen Propheten namens Muḥammad entsenden wird. Daraufhin wurde dieser Vers herabgesandt. (Siehe Tafsīr aṭ-Ṭabariyy, eine Maqṭūʽ-Überlieferung von as-Suddiyy).

[3] Es war den Juden verboten, am Samstag zu fischen. Sie aber suchten dieses Verbot zu umgehen, indem sie am Freitag ihre Netze auslegten und sie am Sonntag, vollgefüllt mit Fischen, wieder einholten.

  1. Sie sagten: „Bitte deinen Herrn, uns genauer zu erklären, wie sie beschaffen sein soll, denn die Kühe sehen für uns alle gleich aus. So Aḷḷāh will werden wir fürwahr die richtige Kuh auswählen können.“
  2. Moses sagte: „Wahrlich, Er sagt, es soll eine Kuh sein, nicht zugerichtet für das Pflügen des Bodens oder das Bewässern der Felder, unversehrt, ohne Makel.“ Und sie sagten: „Jetzt bist du endlich mit der Wahrheit herausgerückt.“ So schlachteten sie sie, und es hätte nur wenig gefehlt, und sie hätten es nicht getan.
  3. Und (erinnert euch daran) als ihr einen Menschen getötet habt und jeder von euch die Schuld von sich wies. Aḷḷāh aber bringt ans Licht, was ihr verborgen haltet.
  4. Wir sagten: „Berührt ihn (den Getöteten) mit einem Stück von ihr (d.h. der Kuh, die zu schlachten euch befohlen worden war, dann wird er zum Leben erwachen, um den Namen seines Mörders zu nennen)!“ (Auch am Tag der Auferstehung) wird Aḷḷāh die Toten zum Leben erwecken, und Er zeigt euch Seine Zeichen, damit ihr darüber nachdenkt.
  5. Danach aber verhärteten sich eure Herzen wieder, sodass sie hart wurden wie Stein oder sogar noch härter. Denn es gibt Steine, aus denen Bäche entspringen und solche, aus denen, wenn sie gespalten werden, Wasser hervortritt und solche, die aus Furcht und Demut vor Aḷḷāh (von den Bergen) herabstürzen (nämlich im Gegensatz zu euren Herzen, die versteinert und völlig unbeweglich sind). Aḷḷāh aber ist eurem Tun[1] gegenüber nicht achtlos.
  6. Hofft ihr (Muslime) denn, dass sie (die Juden) euch glauben, wo doch ein Teil (ihrer Gelehrten) das Wort Aḷḷāhs (der Thora) zu hören pflegte und sie es dann, nachdem sie es verstanden hatten, bewusst verfälschten?
  7. Und wenn (die Juden) mit den Gläubigen zusammentreffen, dann sagen sie: „Wir glauben (dass Muḥammad die Wahrheit spricht und dass er ein Gesandter Aḷḷāhs ist, so wie es auch die Thora sagt).“ Wenn sie aber unter sich sind, dann sagen sie (einander vorwerfend): „Sprecht ihr etwa mit ihnen (den Muslimen) über das, was Aḷḷāh euch mitgeteilt hat (nämlich die in der Thora zu findende Ankündigung des Auftretens Muḥammads r), damit sie es vor eurem Herrn gegen euch verwenden können?! Habt ihr denn keinen Verstand?!“
[1] „taʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr: „yaʽmalūna“: „ihrem Tun“.

  1. Sind sie sich denn nicht bewusst, dass Aḷḷāh weiß, was sie verbergen und was sie offen kundtun?
  2. Es gibt unter ihnen Ungebildete, die kein Wissen um das Buch (der Thora) besitzen und es nur lesen (ohne zu verstehen. Sie folgen den Lügen ihrer Gelehrten) und stellen nichts als Mutmaßungen an.
  3. Darum wehe jenen, die das Buch mit ihren eigenen Händen schreiben (es dabei verfälschen) und dann (lügend) sagen: „Das ist von Aḷḷāh“, um so einen kleinen Gewinn (wie Herrschaft oder Ansehen auf Erden) zu erlangen. Wehe ihnen, wegen dem, was ihre Hände geschrieben haben, und wehe ihnen, wegen dem, was sie (damit) erworben haben!
  4. Und sie sagen: „Das Höllenfeuer wird uns sicherlich nur einige wenige abgezählte Tage berühren!“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wurde euch das etwa von Aḷḷāh versprochen? So wird Aḷḷāh Sein Versprechen nicht brechen. Oder sagt ihr etwas über Aḷḷāh, worüber ihr keinerlei Wissen besitzt?“
  5. Aber wahrlich! Wer das Übel (des Unglaubens) erworben hat und (somit) von seinem Vergehen[1] umfangen ist, jene sind die Insassen des Höllenfeuers, und darin werden sie (für immer) bleiben.
  6. Die aber, die glauben und Gutes tun, jene sind die Bewohner des Paradiesgartens, in ihm werden sie (ewig) verweilen.
  7. (Und erinnert euch daran) als wir den Bund mit (euch), den Kindern Israels, schlossen, nämlich dass ihr keinen anbeten sollt[2], außer Aḷḷāh, dass ihr mit euren Eltern, Verwandten, den Waisen und Bedürftigen gütig sein und zu den Menschen Gutes sprechen sollt und dass ihr das rituelle Gebet beständig verrichten und die Zakāh entrichten sollt. Danach aber habt ihr euch, mit Ausnahme einiger weniger, abgewandt und seid aufsässig geblieben.
[1] „ḫaṭīʼatuhū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „ḫaṭīʼātuhū“: „seinen Vergehen“.

[2] „taʽbudūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Ḥamzah und Kisāʼiyy: „Und als wir den Bund mit (ihnen), den Kindern Israels, schlossen, nämlich dass ihr keinen anbeten sollen, außer Aḷḷāh, dass sie mit ihren Eltern, Verwandten, den Waisen und Bedürftigen gütig sein sollen. (Wir sprachen zu ihnen weiterhin): „Sprecht Gutes zu den Menschen, verrichtet das rituelle Gebet beständig und entrichtet die Zakāh!“

  1. Gedenkt des Bundes, den Wir mit euch (in der Thora) schlossen, dass ihr nicht gegenseitig euer Blut vergießt und einander nicht aus euren Häusern vertreibt. Ihr habt dies bekräftigt und bezeugt es ja selbst.
  2. Und doch seid ihr es, die (den Bund brecht, indem) ihr einander tötet und die ihr eine Gruppe von euch aus deren Häusern vertreibt, indem ihr euch gegenseitig dabei helft, gegen diese in sündhafter und feindlicher Weise vorzugehen. Wenn sie aber als Gefangene zu euch kommen, dann kauft ihr sie frei, obwohl euch ja schon ihre Vertreibung verboten gewesen wäre. Glaubt ihr etwa nur an einen Teil des Buches (der Thora) und leugnet einen anderen Teil? Der Lohn derer unter euch, die solches tun, ist nur Schande in diesem Leben, und am Tag der Auferstehung wird ihnen schwerstes Leid auferlegt. Aḷḷāh ist keineswegs achtlos gegenüber dem, was ihr tut[1].
  3. Jenen sind es, die sich das Leben auf dieser Welt auf Kosten des Jenseits erkaufen. Ihr Leid wird nicht erleichtert werden, und sie werden keinen haben, der ihnen hilft.
  4. Wahrlich, Wir haben Moses die Schrift (der Thora) gegeben und ließen auf ihn weitere Gesandte folgen. Wir gewährten Jesus, dem Sohn der Maria, deutliche Zeichen (die seine Glaubwürdigkeit bekräftigten) und gaben ihm die Unterstützung der reinen[2] Seele (nämlich die des Engels Gabriel u). Aber habt ihr nicht jedes Mal, wenn ein Gesandter euch (Kindern Israels) etwas übermittelte, was euren Wünschen nicht entsprach, euch (der Wahrheit gegenüber) hochmütig verhalten und die einen (Propheten) der Lüge bezichtigt und die anderen getötet?
  5. Sie sagen (als Argument, warum sie die Wahrheit nicht erkennen): „Unsere Herzen sind verhüllt (und so können wir dich nicht verstehen).“ Vielmehr aber hat Aḷḷāh sie aufgrund ihres Unglaubens (und Undanks) verflucht, und so glauben sie nur wenig.
[1] „taʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, Šuʽbah, Yaʽqūb und Ḫalaf: „yaʽmalūna“: „sie tun“.

[2] Oder: gesegneten.

  1. Und als ein Buch von Aḷḷāh zu ihnen kam (nämlich der Qur’ān), das bestätigend, was ihnen (mit der Thora) bereits vorlag – und zuvor hatten sie doch Aḷḷāh um den Sieg über die Ungläubigen angefleht[1] – als nun (Muḥammad mit dem Qur’ān) zu ihnen kam, was sie ja bereits zuvor wussten, da glaubten sie ihm nicht. Darum laste der Fluch Aḷḷāhs auf den Ungläubigen (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten Muhammad)!
  2. Übel ist das, wofür sie ihre eigenen Seelen verkauft haben, indem sie das leugnete, was Aḷḷāh herabsandte, und das nur aus Ungerechtigkeit (und Neid) darüber, dass Aḷḷāh Seine Gnade gewährt, wem Seiner Diener auch immer Er will. So verdienen sie den Zorn Aḷḷāhs, über und über (einmal wegen ihrer Leugnung des Propheten r und einmal wegen der Fälschung der Thora), und den Ungläubigen steht erniedrigendes Leid bevor.
  3. Und wenn zu ihnen gesagt wird: „Glaubt an das, was Aḷḷāh (zu Muḥammad) hinabgesandt hat“, dann entgegnen sie: „Wir glauben an das, was zu uns hinabgesandt wurde“, und leugnen das, was danach gekommen ist, obwohl es (das Buch des Qurʼān) die Wahrheit ist und das bestätigt, was sich bereits bei ihnen (von der Thora) befindet. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Warum habt ihr dann die Propheten Aḷḷāhs einst getötet, wenn ihr also geglaubt habt (dass sie die Wahrheit überbracht haben)?“
  4. Moses (Aḷḷāhs Gesandter zu euch) ist zu euch mit deutlichen Beweisen (seiner Glaubwürdigkeit) gekommen. Dann aber habt ihr euch nach ihm (als er zum Treffen mit seinem Herrn gegangen war) das Kalb (zu einem Gegenstand der Anbetung) genommen und habt damit Unrecht getan.
  5. Und (erinnert euch daran) als Wir mit euch den Bund schlossen (dass ihr Moses u folgen solltet) und Wir (um euch Furcht einzuflößen) den Berg sich über euch erheben ließen (und sagten): „Haltet mit aller Kraft fest an dem, was Wir euch (von der Thora) gegeben haben, und hört darauf (ansonsten werfen dir den Berg auf euch)!“, da sagten sie: „Wir hören“ (aber offensichtlich nur mit den Ohren, praktisch spracht ihr), aber „Wir widersetzen uns.“ Wegen ihres Unglaubens aber setzte sich [die Liebe zu dem] Kalb in ihren Herzen fest. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Übel ist das, was euer Glaube euch befiehlt, wenn ihr überhaupt gläubig seid!“
[1] Wenn der ihnen in der Thora angekündigte Gesandte Aḷḷāhs kommen würde, so sagten sie, würden sie gewiss an ihn glauben und damit über die Götzendiener siegen.

  1. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wenn das Paradies, die Wohnstätte des Jenseits, bei Aḷḷāh einzig euch (Juden) bestimmt ist, unter Ausschluss aller anderen Menschen, dann wünscht euch doch den Tod (um die Strapazen dieses Lebens loszuwerden), wenn ihr wirklich aufrichtig seid!“
  2. Niemals aber werden sie ihn sich herbeiwünschen, wegen dem, was sie getan haben (wie die Verleugnung des Gesandten Aḷḷāhs r und die Verfälschung der Thora). Aḷḷāh aber kennt die Ungerechten.
  3. Und du (Gesandter Aḷḷāhs) wirst sehen, dass [die Juden] jene sind, die am meisten am Leben hängen, mehr noch als die Götzendiener (die ja nicht an die Auferstehung glauben). Gar mancher von ihnen wünscht sich, tausend Jahre alt zu werden, aber er wird darum dennoch nicht der Strafe entgehen, und wenn ihm ein noch so langes Leben gewährt werden sollte. Aḷḷāh sieht wohl, was sie tun[1].
  4. Sag (Gesandter Aḷḷāhs, zu jenen unter den Juden, die behaupten, Gabriel sei unter allen Engeln ihr Feind, weil er dem Propheten offenbart, was ihnen missfällt): „Wer Gabriel feindlich gesinnt ist, so hat er mit der Erlaubnis Aḷḷāhs [den Qur’ān] in dein Herz herabgesandt, das bestätigend, was schon zuvor (von der Thora und dem Evangelium) offenbart wurde, als Rechtleitung und frohe Botschaft für die Gläubigen.
  5. Wer immer also ein Feind Aḷḷāhs, Seiner Engel, Seiner Gesandten und Gabriels und Michaels ist, so ist Aḷḷāh der Feind der Ungläubigen!“
  6. Wir haben auf dich (Gesandter Aḷḷāhs) klare Zeichen herabgesandt (die deine Wahrhaftigkeit bestätigen), und nur die Frevler glauben nicht daran.
  7. Ist es nicht so, dass jedes Mal, wenn sie (die Juden, Aḷḷāh gegenüber) ein Bündnis eingingen, ein Teil von ihnen es verwarf? Die meisten von ihnen glauben ja doch nicht.
  8. Und als nun ein Gesandter (nämlich Muḥammad) entsandt von Aḷḷāh zu ihnen kam, um das zu bestätigen, was sich schon bei ihnen (in der Thora an Beschreibungen Muḥammads) befand, da warf ein Teil derer, die die Schrift besitzen, die Aḷḷāhs Schrift hinter seinen Rücken (und beachtete sie nicht), als ob sie keinerlei Wissen besitzen würden.
[1] „yaʽmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „taʽmalūna“: „ihr tut“.

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  1. Und sie folgten dem, was die Satane in verleumderischer Weise über die Herrschaft Salomons verbreiteten (nämlich dass Salomon u Zauberei betrieben und so seine Herrschaft gefestigt habe). Aber nicht Salomon war (wegen der Zauberei) ungläubig,, sondern die Satane waren ungläubig, da sie die Menschen die Zauberei lehrten: das, was auf die beiden Engel in Babel (im Irak), Hārūt und Mārūt, herabgesandt worden war (als Prüfung für die Menschen). Sie lehrten aber keinen, ohne ihn zuvor zu warnen: „Siehe, wir sind nur eine Versuchung, so werde nicht ungläubig (indem du Praktiken der Zauberei erlernst)!“ So lernten sie (unter anderem) von den beiden, wie man (durch das Sähen von Hass) Mann und Ehefrau auseinanderbringt. Doch sie (die Zauberer) konnten damit niemandem Schaden zufügen, es sei denn mit der Erlaubnis Aḷḷāhs. Sie erlernten somit, was ihnen schadete und keinerlei Nutzen brachte. Sie (jene Juden) aber wussten, dass derjenige, der die Zauberei (gegen die Offenbarung Aḷḷāhs) eintauscht, keinen Anteil am Jenseits haben wird. Übel ist das, wofür sie sich selbst verkauft haben – hätten sie es nur gewusst!
  2. Und hätten sie (die Juden) geglaubt und sich (vor Aḷḷāh) in Acht genommen, so wäre der Lohn Aḷḷāhs besser für sie gewesen. Wenn sie es nur gewusst hätten!
  3. Ihr, die ihr glaubt! Sagt nicht: „Rāʿinā“, sondern sagt: „Unẓurnā“, und hört (auf den Gesandten Aḷḷāhs).[1] Die Ungläubigen nämlich erwartet schmerzliches Leid.
  4. Weder die Ungläubigen unter den Leuten der Schrift (den Juden und Christen) noch die Götzendiener möchten, dass etwas Gutes von eurem Herrn auf euch herabkommt. Aḷḷāh aber zeichnet, wen auch immer Er will, mit Seiner Gnade (wie den Glauben, die Prophetenschaft und die Offenbarung) aus. Aḷḷāh ist der, der von überaus großer Huld ist (und somit kommt alles Gute von Ihm allein).
[1] Die Juden wandten sich mit dem Ausdruck „rāʿinā“ („Achte auf uns!“) an den Gesandten Aḷḷāhs, diesen zweideutigen Begriff absichtlich verwendend, um ihn herabzusetzen, denn „rāʿinā“ kann ebenso bedeuten: „Unser Leichtsinniger“. „Unẓurnā“ bedeutet: „Sei geduldig mit uns (sodass wir verstehen, was du sagst)“.

  1. Wenn Wir einen Vers des Qur’ān (hinsichtlich seiner Lesung oder Bedeutung) aufheben[1] oder ihn der Vergessenheit anheimfallen lassen[2], dann bringen Wir einen besseren als diesen oder einen gleichwertigen hervor. Weißt du denn nicht (Gesandter Aḷḷāhs), dass Aḷḷāh zu allem die Macht hat?
  2. Weißt du denn nicht, dass Aḷḷāh die Herrschaft über die Himmel und die Erde innehat? Außer Ihm habt ihr weder Schutzherrn noch Helfer.
  3. Wollt ihr (Gläubigen) euren Gesandten etwa auf dieselbe Weise mit Fragen bedrängen, wie man es einst mit Moses getan hat?[3] Wer den Glauben gegen den Unglauben eintauscht, der ist fürwahr vom Weg der Mitte abgekommen.
  4. Viele von den Leuten der Schrift wünschten, sie könnten euch wieder zu Ungläubigen machen, nachdem ihr zum Glauben gefunden habt, aus Neid, den sie in ihrem Innersten hegen, nachdem ihnen die Wahrheit deutlich wurde (dass nämlich die Botschaft, die der Gesandte Aḷḷāhs überbrachte, wahr ist). Doch vergebt (ihr Gläubigen und bestraft nicht) und wendet euch ab (und konfrontiert sie damit nicht), bis das Urteil Aḷḷāhs (sie betreffend) ergehen wird, denn Aḷḷāh hat wahrlich zu allem die Macht.
  5. Verrichtet (beständig) das Gebet und entrichtet die Zakāh (von eurem Vermögen), und was immer an Gutem für euch vorausschickt, so werdet ihr es bei Aḷḷāh (am Tag der Auferstehung in Form von Lohn) vorfinden, denn fürwahr, Aḷḷāh sieht wohl, was ihr tut.
  6. Sie (eine Gruppe der Juden und Christen) sagen (jeweils): „Keiner wird das Paradies betreten, außer er ist Jude“ oder „außer er ist Christ.“ Das sind ihre Wunschvorstellungen. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Legt einen Beweis dafür vor, wenn ihr die Wahrheit sagt!“
  7. Nein, (ins Paradies) kommt jeder, der Aḷḷāh (in Demut) ergeben ist und Gutes tut (indem er dem folgt, womit der Gesandte Aḷḷāhs r gekommen ist), der hat seinen Lohn bei seinem Herrn. Sie müssen keine Furcht (vor dem Jenseits) haben und nicht traurig sein (über das, was ihnen auf dieser Welt vorenthalten wurde).
[1] „nansaḫ“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach einer Version von Hišām: „nunsiḫ“: „(Gabriel) zum Aufheben anordnen“.

[2] „nunsihā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ʽAmr: „nansaʼhā“: „oder dessen (Zeitpunkt der Herabsendung) wir verschieben“.

[3] Eine dieser hartnäckigen Fragen und Bitten findet sich in Sūrah 4, Vers 153: {Lass uns Aḷḷāh von Angesicht zu Angesicht sehen!}.

  1. Die Juden sagen: „Die Christen folgen nicht dem wahren Glauben!“ Und die Christen sagen: „Die Juden folgen nicht dem wahren Glauben!“ Und beide tragen sie doch das (jeweils ihrige) Buch vor (das Aḷḷāh ihnen offenbarte und in dem sie dazu aufgefordert wurden, an alle Propheten p zu glauben). Genauso aber sprechen auch die (Götzendiener), die keinerlei Wissen besitzen (und deshalb alle Propheten und Gesandten und deren Botschaft zurückweisen). Darum wird Aḷḷāh am Tag der Auferstehung zwischen ihnen das betreffend richten, worüber sie uneins waren (dass es nämlich gilt, an alle Propheten und Offenbarungen zu glauben).
  2. Wer aber ist ungerechter als der, der verhindert, dass in den Gebetsstätten Aḷḷāhs Seines Namens (wir durch das Beten und Qurʼān-Lesen) gedacht wird und der darum eifert, diese zu zerstören? Jenen gebührt es, dass sie sie nur voll Furcht betreten.[1] Für sie gibt es auf Erden nur Schande, und im Jenseits erwartet sie gewaltiges Leid.
  3. Aḷḷāh aber besitzt die Herrschaft über den Osten und den Westen (und alles, was sich dazwischen befindet), und wohin auch immer ihr euch wendet, dort ist das Antlitz Aḷḷāhs.[2] Wahrlich, Aḷḷāh umfasst (mit Seiner Gnade und Erleichterung) alles und kennt (die Absichten und Taten) alle.
  4. Und[3] sie (die Götzendiener, Juden und Christen) sagen: „Aḷḷāh hat sich einen Sohn genommen.“ Heilig und erhaben ist Er über das, was sie sagen! Vielmehr besitzt Er die Herrschaft über alles, was in den Himmeln und auf Erden ist, alles Erschaffene ist Ihm in Demut ergeben.
  5. Er ist der Schöpfer der Himmel und der Erde auf eine noch nie dagewesene Art und Weise. Wenn Er beschließt, dass etwas sein soll, so spricht Er nur: „Sei!“, und es ist.
  6. Und die, die keinerlei Wissen besitzen, sagen: „Warum spricht Aḷḷāh nicht (direkt) zu uns, oder warum kommt kein Zeichen zu uns?“ So haben schon jene (die früher schon die Gesandten p der Lüge bezichtigten) vor ihnen gesprochen. Ihre Herzen ähneln einander. Wir aber haben die Zeichen für jene, die (von der Wahrheit) überzeugt sind (wenn sie sich ihnen zeigt), deutlich gemacht.
  7. Wahrlich, Wir haben dich (Gesandter Aḷḷāhs) mit (der Religion) der Wahrheit entsandt, als Verkünder froher Botschaft und als Warner. Du trägst keinerlei Verantwortung für die[4] Insassen des Höllenfeuers.
[1] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung ein Vers.

[2] Egal ob Er euch anordnet, nach Jerusalem oder Makkah zu beten, ihr euch beim Anpeilen irrt oder das Anpeilen äußerst schwierig ist: Alle Richtungen gehören Aḷḷāh.

[3] Nur nach Ibn ʽĀmir ohne „wa (und)“.

[4] „tusʼal“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und Yaʽqūb: „Frag nicht nach den Insassen des Höllenfeuers (denn ihr Zustand ist mehr als schlimm)“.

  1. Weder Juden noch Christen werden je zufrieden mit dir (Gesandter Aḷḷāhs) sein, bis du (den Islam verlässt und) ihrem Glauben folgst. Sag: „Wahrlich, die Rechtleitung Aḷḷāhs, das ist die einzig wahre Rechtleitung.“ Fürwahr, wenn du ihren Wünschen folgen solltest, nach all dem Wissen, das du erhalten hast, dann würde es für dich keinen Schutzherrn und keinen Helfer vor Aḷḷāh geben.
  2. [Unter jenen] (Juden und Christen), denen Wir die Schrift gegeben haben, [gibt es manche], die ihr so folgen, wie ihr gefolgt werden soll.[1] Jene sind es, die an ihn (den Qur’ān) glauben[2]. Die aber nicht an ihn glauben, jene sind die Verlierer.
  3. Ihr Kinder Israels! Gedenkt der Gnaden, die Ich euch gewährt habe und dass Ich euch vor den anderen Völkern (eurer Zeit) den Vorrang gab (indem Ich unter euch viele Propheten erweckte).
  4. Und nehmt euch vor einem Tag in Acht, an dem keine Seele einer anderen von Nutzen sein wird können, an dem keine Art des Loskaufs von ihr angenommen werden wird, an dem ihr niemandes Fürsprache helfen und ihr keiner beistehen wird.
  5. Und (erinnert euch daran) als Abraham von seinem Herrn durch Worte (die Gebote, die Er ihm auferlegte, beinhalteten) prüfte und er sie zur Gänze erfüllte. Da sprach Aḷḷāh: „Siehe, Ich werde dich zu einem Vorbild für die Menschen machen.“ Da fragte er: „Und auch von meinen Nachkommen!“ Aḷḷāh antwortete: „Mein Bund (dich zu einem Vorbild zu machen) schließt die Ungerechten (deiner Nachkommenschaft) nicht ein.“
  6. Und (erinnert euch daran) dass Wir das Haus (Aḷḷāhs, die Kaʿbah) zu einem Ort der beständigen Rückkehr für die Menschen und zu einem Zufluchtsort[3] machten und (sagten): „Nehmt jenen Platz, an dem Abraham einst stand (als er die Kaʿbah erbaute) zum Gebetsort!“[4] Und Wir trugen Abraham und Ismael auf: „Reinigt Mein Haus (vom Götzendienst und Schmutz) für die, die es umkreisen, sich dorthin (zum Iʽtikāf[5]) zurückziehen und sich im Gebet verbeugen und niederwerfen wollen.“
  7. Und (gedenke, Prophet, der Zeit, als Abraham seinen Herrn anrief: „O Herr, mach diese Stadt (Mekka) zu einem sicheren Ort, und versorge ihre Bewohner mit Früchten aller Art, jene von ihnen, die an Aḷḷāh und an den Letzten Tag glauben!“ Und Aḷḷāh sagte: „Und auch jene, die nicht glauben, werde Ich für eine kurze Zeit ihr Leben genießen lassen. Dann aber werde Ich ihn ins Leid des Höllenfeuers zwingen. Welch ein übles Ende aber ist das!“
[1] Oder: „die sie so lesen, wie sie gelesen werden soll“, nämlich daran glaubend und die Schrift in Taten umsetzend.

Mit denen, denen die Schrift gegeben wurde, könnten auch die Gefährten des Propheten r gemeint sein. Sie erhielten den Qurʼān und handelten ihm entsprechenden. Insofern ist dies ein Zeugnis Aḷḷāhs für die Ṣaḥābah M.

[2] Sie glauben an den Qur’ān, weil sie in ihren eigenen offenbarten Schriften Hinweise auf die Wahrhaftigkeit Muḥammads r finden.

[3] Oder: „zu (einem Ort der) Sicherheit“.

[4] „wattaḫiḏū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und Ibn ʽĀmir: „und (die Menschen) jenen Platz, an dem Abraham einst stand (als er die Kaʿbah erbaute) zum Gebetsort nahmen.“

[5] Sich in die Moschee zurückzuziehen, um Gottesdienste zu verrichten.

  1. Und (gedenke, Prophet, der Zeit) als Abraham und Ismael die Grundmauern des Hauses (der Kaʿbah) erhöhten und sagten: „Unser Herr, nimm von uns an, denn Du allein bist der Allhörende (der unsere Bitten erhört) und Allwissende (der um unser Tun und unsere Absicht weiß)!
  2. Unser Herr, mach uns zu solchen, die Dir (in Demut und Gehorsam) ergeben sind und mach aus unseren Nachkommen eine Gemeinschaft, die Dir ergeben ist! Zeig uns, wie Wir dich anbeten sollen, und wende Dich uns zu (indem Du unsere Reue annimmst),[1] denn wahrlich, Du bist der, der stets die Reue annimmt und der Gnädige.
  3. Unser Herr, lass aus ihrer Mitte einen Gesandten hervorgehen, der ihnen Deine (offenbarten) Verse vorträgt, der sie die Offenbarungsschrift (Qur’ān) und die Weisheit (Sunnah) lehrt und sie (vom Götzendienst) reinigt, denn fürwahr, Du allein bist der Allüberlegene und Allweise!“
  4. Keiner aber wendet sich vom Glauben Abrahams ab, es sei denn jemand, der sich selbst verschmäht (und erniedrigt), wo Wir Abraham doch schon in dieser Welt auserwählt haben und er im Jenseits mit Sicherheit zu den Rechtschaffenen gehören wird.
  5. Denn als sein Herr zu ihm sprach: „Sei Mir ergeben!“, antwortete er: „Ich ergebe mich (sofort und bedingungslos) dem Herrn der Welten.“
  6. Abraham trug dies auch seinen Söhnen auf und ebenso (sein Enkel) Jakob (wiederum seinen Söhnen): „Meine Söhne, Aḷḷāh hat euch den Glauben (der aufrichtigen Ergebenheit Ihm gegenüber) gewährt, darum sterbt nicht, ohne Aḷḷāh aufrichtig ergeben zu sein!“
  7. Wart ihr denn anwesend, als Jakob im Sterben lag und er zu seinen Söhnen sagte: „Was werdet ihr nach mir anbeten?“ Sie antworteten: „Wir dienen deinem Gott, dem Gott deiner Väter Abraham, Ismael und Isaak, dem einzigen Gott, und Ihm sind wir in Demut ergeben.“
  8. Diese Gemeinschaft ist nun dahingegangen, und ihr wird zuteilwerden, was sie erworben hat und euch das, was ihr erworben habt.[2] Ihr aber werdet nicht nach dem gefragt werden, was sie getan haben (deshalb lasst euch nicht ablenken und bereitet euch auf den Tag der Auferstehung selbst vor).
[1] Siehe Fußnote zu Vers 2:37.

[2] Ein Hinweis für die Kinder Israels, dass ihnen ihre edle Abstammung ohne den Glauben an Aḷḷāh und Seinen Propheten Muḥammad nichts bringen wird. Würden sie nach den Taten ihrer Vorfahren, den Propheten p, gefragt werden, d. h. würde mit ihnen gemäß den Taten ihrer Vorfahren abgerechnet werden, so würden sie gut abschneiden, vielmehr werden sie aber nach ihren eigenen Taten gefragt werden.

  1. Und sie (die Juden bzw. Christen) sagen (zu euch): „Seid Juden!“ oder „Seid Christen, dann werdet ihr rechtgeleitet sein.“ Sag (du, Gesandter Aḷḷāh, zu ihnen): „Wir folgen vielmehr dem Glauben Abrahams, der sich (von allen nichtigen Glaubensvorstellungen) ab (und hin zum wahren Glauben) wandte und nicht zu den Götzendienern gehörte.“
  2. Sagt (ihr Gläubigen, zu den Juden und Christen): „Wir glauben an Aḷḷāh und an das, was uns (vom Qurʼān) offenbart wurde und an das, was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (nämlich den Propheten unter den Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs) offenbart wurde und an das, was Moses (von der Thora) und Jesus (vom Evangelium) gegeben wurde und (auch) was allen (anderen) Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen irgendwelchen von ihnen (indem wir nur an manche von ihnen glauben), und Ihm (allein) sind wir ergeben.“
  3. Wenn sie so glauben, wie ihr glaubt, dann sind sie rechtgeleitet. Wenn sie sich aber abwenden (indem sie an einige oder alle der Propheten nicht glauben), dann werden sie nur in Uneinigkeit und Feindseligkeiten geraten. Dir aber (Gesandter Aḷḷāhs) wird Aḷḷāh als Schutz ihnen gegenüber genügen, denn Er hört und weiß alles.
  4. (Haltet an) der Taufe Aḷḷāhs (fest,[1] mit der Er euch erschaffen hat). Wer tauft besser als Aḷḷāh?[2] (Und sagt:) „Ihm allein dienen wir.“
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wollt ihr (Juden und Christen) mit uns über Aḷḷāh streiten, wo Er doch unser und euer Herr ist (nur weil ihr euer Buch vor uns erhalten habt und deshalb meint, Aḷḷāh näher zu stehen)? Wir sind für unsere Taten verantwortlich und ihr für die euren (und es geht nicht darum, wer vor wem da war), und was uns angeht, so sind wir Ihm allein aufrichtig (und in Gehorsam) ergeben.
  6. Oder behauptet ihr[3] etwa, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die (Propheten unter den) [Nachkommen Jakobs] (die ja alle vor der Thora und dem Evangelium waren) Juden oder Christen waren? Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wisst ihr etwa mehr als Aḷḷāh?“ Wer aber tut ein größeres Unrecht als der, der ein Zeugnis Aḷḷāhs verschweigt, das sich bei ihm befindet? Aḷḷāh jedoch ist ihrem Tun gegenüber nicht unachtsam.
  7. Diese Gemeinschaft ist nun dahingegangen. Sie ist für das verantwortlich, was sie erworben hat, und ihr seid für das verantwortlich, was ihr erworben habt, Ihr aber werdet nicht nach dem gefragt werden, was sie (an Gutem) getan haben (sondern nach dem, was ihr getan habt, deshalb bereitet euch auf den Tag der Auferstehung selbst vor).
[1] Mit dem hier im Arabischen verwendeten Begriff “Ṣibġah”, der genau wie das deutsche Wort „Taufe” ursprünglich u. v . a. “Eintauchen” bedeutet, wird ein Bezug zur christlichen Taufe hergestellt, bei der man den zu Taufenden ins Wasser “eintaucht” bzw. Wasser über ihn gießt, und ihn durch dieses Ritual in die Gemeinde aufnimmt.

[2] Die wahre Aufnahme in die Gemeinde, mit der Aḷḷāh zufrieden ist, geschieht jedoch durch den Tauḥīd, den Aḷḷāh dem Menschen in Form der Fiṭrah von Geburt an natürlicherweise mitgibt.

[3] „taqūlūna“ nach Ibn ʽĀmir, Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisā’iyy, Ruways und Ḫalaf.

Nach allen anderen „yaqūlūna“: „behaupten sie“.

Juz 22

Sūrah 34 (das Volk) Saba‘ (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, dem alles gehört, was sich in den Himmeln und auf Erden befindet, und Sein ist aller Lobpreis im Jenseits: Er ist der Allweise und Allkundige.
  2. Er weiß, was in die Erde (an Wasser) eindringt und was aus ihr (an Pflanzen) hervorgeht, was vom Himmel (an Regen) herabkommt und was zu ihm (an Engeln und Taten) emporsteigt: Er ist der Gnädige und ständig Vergebende.
  3. Die, die nicht glauben, sagen: „Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht über uns kommen!“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Doch, gewiss, bei meinem Herrn, dem Kenner des Verborgenen[1] (, sie wird eintreffen)! Nichts entgeht Ihm in den Himmeln und nichts auf Erden, selbst, wenn es nur die Größe eines Staubkörnchens hat, und es gibt nichts, das kleiner als dieses ist oder größer, das nicht in einem klaren Buch (nämlich der wohlverwahrten Tafel, al-Lauḥ al-Maḥfū­ẓ) verzeichnet ist,
  4. damit Er jene belohne, die glauben und Gutes tun. Ihnen wird Vergebung zuteilwerden und edle Versorgung (im Paradies).
  5. Jene aber, die darum eiferten, Unsere Zeichen für nichtig zu erklären (indem sie sie beispielsweise als Zauberei bezeichnen), jene haben (am Tag der Auferstehung) schmerzliches Leid zu erwarten.
  6. Die, die (von den Gefährten des Propheten und vom Volk der Schrift) Wissen besitzen, sehen, dass das, was von deinem Herrn auf dich hinabgesandt wurde, die Wahrheit ist und zum Weg des Allüberlegenen und Lobenswürdigen führt.
  7. Die aber, die nicht glauben, sagen (höhnisch): „Sollen wir euch einen Mann zeigen, der meint, dass ihr (nach eurem Tod), wenn ihr in Stücke zerfallen seid, gewiss wieder neu erschaffen erstehen werdet?“
[1] „ʽālimil-ġayb“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ Ibn ʽĀmir, ʼAbū ʽAmr und Ruways: „ʽālimul-ġayb“: „Er ist der Kenner des Verborgenen“.

Nach Ḥamzah und Kisā’iyy: „ʽallāmil-ġayb“: „Demjenigen, Der das Verborgene in- und auswendig kennt“.

  1. Erzählt er Lügen über Aḷḷāh oder ist er verrückt (und bildet sich Sachen ein)?“ Nein, vielmehr werden die, die nicht an das Jenseits glauben, dort heftiges Leid erfahren und sind (von der Wahrheit) weit abgeirrt.
  2. Sehen sie denn nicht, was an Himmel und Erde vor und hinten ihnen liegt?[1] Wenn Wir wollten, könnten Wir[2] sie in der Erde versinken lassen oder Teile des Himmels auf sie herabstürzen lassen. Darin liegen fürwahr Zeichen für jeden Diener, der sich häufig Aḷḷāhs (in Gehorsam) zuwendet.
  3. Wir erteilten schon David eine Gunst von Uns (nämlich die der Prophetenschaft und der Herrschaft), und Wir sprachen: „O ihr Berge, lobpreist (mit David u) Aḷḷāh und auch ihr Vögel!“[3] Und Wir machten ihm das Eisen weich (damit ihr daraus Werkzeuge herstellen konnte).
  4. (Und Wir sagten:) „Stelle daraus Kettenpanzer her und fertige die einzelnen Maschen in richtigem Maße an. Und tut Gutes, denn wahrlich, Ich sehe alles, was ihr tut.“
  5. Salomon (dem Sohn Davids q) machten Wir den Wind[4] dienstbar: Am Morgen legte der Wind eine Monatsreise zurück und am Abend legte er eine Monatsreise zurück. Wir ließen für ihn eine Quelle geschmolzenen Kupfers fließen, und machten ihm die Ğinn dienstbar, die mit der Erlaubnis seines Herrn vor ihm (und für ihn) arbeiteten. Sollte sich einer von ihnen jedoch Unserem Befehl widersetzen, so würde er die Qual des flammenden Feuers zu kosten haben.
  6. [Die Ğinn] erbauten für [Salomon], was immer er begehrte: Gebetsstätten (und Paläste), Bildwerke[5] und Schalen, gleich riesigen Wasserbecken und (wegen ihrer gewaltigen Größe unbewegliche) feststehende Kochkessel. (Und Wir sagten:) „Seid, ihr Leute Davids, in Dankbarkeit Mir gegenüber tätig!“ Aber nur wenige Meiner Diener sind tatsächlich dankbar.

14. Als Wir dann beschlossen, dass [Salomon] sterben sollte, zeigte den Ğinn nichts seinen Tod an, außer den Termiten, die seinen Stock zerfraßen (auf den er sich gestützt hatte). Als er dann zu Boden stürzte, wurde den Ğinn deutlich, dass, hätten sie das Verborgene erkannt (dass nämlich Salomon längst tot war), sie nicht weiter in ihrem schmählichen Dienst für ihn verharren hätten müssen.

[1] Schauen sie nach vorne, sehen sie Himmel und Erde. Schauen sie nach hinten, sehen sie dasselbe. Sie sind von allen Richtungen von Geschöpfen Aḷḷāhs umgeben, die Seine Befehle blitzartig ausführen.

[2] „naša’ naḫsif“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „yaša’ yaḫsif“: Wenn Er wollte, könnte Er“.

[3] Manche Gelehrte (siehe at-Taḥrīr wat-Tanwīr) sagen, dies war ein Wunder, das Aḷḷāh Y durch Davids Lobpreisen die Menschen hören ließ, denn die Geschöpfe lobpreisen Aḷḷāh sowieso (siehe 17:44).

Andere Gelehrte (siehe Tafsīr Ibn Kaṯīr) weisen darauf hin, dass die Vögel zum Zuhören und Lobpreisen haltmachten, so wie der Prophet r haltmachte, als er ʼAbū Mūsā al-’Ašʽariyy h lesen hörte (Ṣaḥīḥ al-Buḫāriyy ohne Wiederholungen, Darulkitab Verlagshaus Nr. 1874).

[4] „ar-rīḥa“ nach der Lesart der Mehrheit, nach Šuʽbah „ar-rīḥu“.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „ar-riyāḥa“: „die Winde“.

[5] Bildwerke von Personen waren in seiner Gesetzgebung nicht verboten.

  1. [1]Fürwahr, die (Bewohner von) Saba‘ hatten an ihrem Wohnort[2] ein deutliches Zeichen (der Gunst, die Aḷḷāh ihnen erwies). Zwei (fruchtbare) Gärten, einen zur Rechten und einen zur Linken.[3] (Und Er hatte zu ihnen gesagt:) „Esst von dem, womit euer Herr euch versorgt hat, und seid Ihm dankbar, (denn) dieses Land ist ein gutes Land, und (euer Herr ist) ein stets vergebender.“
  2. Sie aber weigerten sich (Aḷḷāh dankbar zu sein und an Ihn zu glauben), und so sandten Wir eine Sturmflut über sie (die ihren Damm brach und ihre Felder überflutete) und gaben ihnen an Stelle ihrer beiden (fruchtbaren) Gärten zwei Gärten mit bitteren Früchten, Tamarisken[4] und einigen wenigen Zedern.
  3. So übten Wir an ihnen wegen ihrer Undankbarkeit Vergeltung. Denn wem sonst vergelten Wir[5] in dieser Weise, als dem überaus Undankbaren?
  4. Wir hatten zwischen sie (Saba‘ im Jemen) und zwischen den Ortschaften (in Großsyrien), denen Wir reichlichen Segen zuteilwerden ließen, andere nahe Ortschaften gesetzt und hatten es ihnen leicht gemacht, (von Ort zu Ort) zu reisen (und zu ihnen gesagt): „Reist im Land in Sicherheit (vor Hunger, Durst oder Feinden) bei Nacht oder bei Tag (wann immer ihr wollt)!“
  5. Sie aber sagten (voll Übermut und Leichtsinn): „Unser Herr, mach die Entfernungen unserer Reiseabschnitte größer (damit die Mittellosen solche Strecken nicht zurücklegen können)!“.[6] So versündigten sie sich gegen sich selbst, und Wir machten sie zum Gegenstand von (abschreckenden) Geschichten (die die Nachkommenden über sie erzählten) und zerstreuten sie in allen Ländern (so dass sie einander nicht mehr erreichen konnten). Darin liegen wahrlich lehrreiche Zeichen für jeden (angesichts von Widrigkeiten in seinem Glauben) sehr Geduldigen und (für die Wohltaten Aḷḷāhs) stets Dankbaren.
  6. ’Iblīs sah wahrlich, dass seine Meinung über sie sich bestätigt hatte. Denn, außer einer Schar der Gläubigen, waren sie ihm alle gefolgt.
  7. Obwohl er keine Macht über sie besaß. (Denn Wir erlauben ihm) nur deswegen (die Menschen in Versuchung zu führen) um zu zeigen, wer von ihnen an das Jenseits glaubt und wer diesbezüglich im Zweifel ist. Dein Herr aber wacht über alle Dinge.
  8. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ruft doch diejenigen an, von denen ihr behauptet habt sie (besäßen) neben Aḷḷāh (ebenso Göttlichkeit)! Sie besitzen aber weder in den Himmeln noch auf Erden auch nur das Gewicht eines Staubkörnchens an Macht, noch haben sie (neben Aḷḷāh) irgendeinen Anteil an [Himmel und Erde], noch bedarf Er ihrer als Helfer.“
[1] Nach dem Beispiel Davids und Salomos, folgt nun ein Beispiel der Undankbarkeit Aḷḷāh gegenüber.

[2] „maskanihim“ nach der Lesart von Ḥafṣ und Ḥamzah, nach Kisā’iyy und Ḫalaf: „maskinihm“.

Nach der Mehrheit: „masākinihim“: „ihren Wohnorten“.

[3] Hier endet nur nach der šāmischen Zählung ein Vers.

[4] Eine Art fruchtloser Pflanzen.

[5] „nuǧāzī/al-kafūra“ nach der Lesart von Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisā’iyy, Yaʽqūb und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „yuǧāzā/al-Kafūru“: „wem sonst wird in dieser Weise vergolten“.

[6] „rabbanā bāʽid“ nach der Lesart der Mehrheit, nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und Hišām: „baʽʽid“.

Nach Yaʽqūb: „Rabbunā bāʽada“: „Unser Herr hat die Entfernungen unserer Reiseabschnitte größer gemacht!“ Nachdem sie selbst darum gebeten haben, haben sie sich im Nachhinein darüber beschwert!

  1. Es nützt (aufgrund Seiner Erhabenheit) keinem, bei Ihm Fürsprache einzulegen, es sei denn dem, hinsichtlich dessen Er die Erlaubnis dazu gegeben hat.[1] (Zu Seiner Erhabenheit gehört) dass, wenn (Er etwas gesprochen hat und) der Schrecken von den Herzen (der Engel) gewichen ist[2], sie (sich gegenseitig) fragen: „Was hat euer Herr gesagt?“ Und sie antworten: „Die Wahrheit Er ist der Erhabene und Große.“
  2. Sag (Gesandter Aḷḷāhs zu den Götzendienern): „Wer gibt euch Versorgung aus den Himmeln und der Erde?“ Sag: „Aḷḷāh, und entweder wir sind oder ihr seid rechtgeleitet oder aber in offensichtlichem Irrtum.“
  3. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ihr werdet (am Tag der Auferstehung) nicht nach unseren Vergehen befragt, und wir werden nicht danach gefragt, was ihr getan habt.“
  4. Sag: „Unser Herr wird uns alle versammeln und dann zwischen uns gerecht entscheiden. Er ist der (wahrhaft gerecht urteilende) Richter und Allwissende.“
  5. Sag: „Zeigt mir die, die ihr Ihm als Teilhaber (an Seiner göttlichen Macht) zur Seite gestellt habt! Aber nein (nichts von euren Behauptungen ist wahr), denn Er allein ist Aḷḷāh, der allen überlegen ist und Allweise!“
  6. Wir aber entsandten dich (Muḥammad) zur gesamten Menschheit als Verkünder froher Botschaft (für die Achtsamen) und als Warner (für die Ungläubigen und Sünder). Die meisten Menschen aber begreifen es nicht
  7. und sagen: „Wann soll denn diese Verheißung (der Strafe) eintreffen, wenn ihr tatsächlich die Wahrheit sagt?“
  8. Sag: „Für euch ist ein Tag festgesetzt (nämlich der Tag der Auferstehung), dessen Eintreffen ihr weder um eine Stunde hinausschieben noch um eine Stunde vorverlegen könnt.“
  9. Die aber, die nicht (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben, sagen: „Wir werden niemals an diesen Qur’ān glauben noch an das, was (von den früheren göttlichen Offenbarungen) vorhanden ist!“ Könntest du (Gesandter Aḷḷāhs) nur sehen, wie die Ungerechten vor ihrem Herrn festgehalten werden, während sie die Verantwortung einander zuschieben und die (einst auf Erden) Schwachen zu den (einst) Hochmütigen sagen: „Wäret ihr nicht gewesen (die uns in die Irre geführt habt), dann wären wir mit Sicherheit Gläubige (an Aḷḷāh und Seinen Gesandte) geworden!“
[1] „’aḏina“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ’Abū ʿAmr, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „’uḏina“: „hinsichtlich dessen die Erlaubnis dazu gegeben wurde“.

[2] „fuzziʽa“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „fazzaʽa“: „Er den Schrecken von den Herzen (der Engel) genommen hat“.

  1. Jene, die (einst auf Erden) hochmütig waren, werden dann zu den Schwachen (die ihnen gefolgt sind), sagen: „Haben wir euch etwa davon abgehalten, der Rechtleitung zu folgen, als sie (durch Muḥammad) zu euch kam? Nein, vielmehr wart ihr selbst Übeltäter!“
  2. Die Schwachen aber werden zu den Hochmütigen sagen: „Euer ständiges Ränkeschmieden bei Tag und Nacht war es (das uns von der Rechtleitung abhielt), als ihr uns befahlt, Aḷḷāh zu leugnen und Ihm Götzen zur Seite zu stellen!“ Und sie werden ihre Reue verbergen, wenn sie das Leid vor sich sehen. Fesseln werden Wir um die Nacken derer legen, die ungläubig waren. Wird denn damit etwas anderes vergolten, als das, was sie zu tun pflegten?
  3. An keinen Ort entsandten Wir einen Warner, ohne dass die, die dort in Wohlstand, Reichtum und Macht schwelgten, sagten: „Wir glauben fürwahr nicht an das, womit ihr (angeblich) entsandt wurdet!“
  4. Sie sagten: „Wir besitzen mehr Vermögen und Kinder und werden niemals (weder im Diesseits noch im Jenseits) bestraft werden!“
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Mein Herr erweitert den Lebensunterhalt, wem auch immer Er will (um zu sehen, ob der Betreffende sich dankbar erweist) und Er beschränkt ihn, wem auch immer Er will (um zu sehen, ob der Betreffende sich geduldig zeigt), aber die meisten Menschen begreifen es nicht.“
  6. Weder euer Vermögen noch eure Kinder (mit denen ihr prahlt) werden euch Uns nahebringen, sondern nur der, der glaubt und Gutes tut (wird Unsere Nähe erreichen). Jene sind es, die ein Vielfaches an Lohn erhalten werden für das, was sie getan haben und in Sicherheit in den Obergemächern[1] (des Paradieses) wohnen werden.
  7. Jene aber, die eifrig danach streben, (die Menschen von Unseren Versen) abzubringen, jene sind es, die dem Leid zugeführt werden.
  8. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Mein Herr erweitert und beschränkt den Lebensunterhalt wem von Seinen Dienern Er auch immer will. Was ihr aber auch auf dem Weg Aḷḷāhs ausgeben mögt, wird Er euch ersetzen: Er ist der beste Versorger.“
[1] „ġurufāt“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah: „ġurfati“: „im Obergemach“.

  1. (Und denke, Gesandter Aḷḷāhs, an) den Tag, an dem Er[1] sie allesamt zusammenscharen wird. Dann wird Er[2] die Engel fragen (um dadurch die Polytheisten zu schelten, denn Er weiß es ja am besten): „Haben jene da euch etwa angebetet?“
  2. Die Engel aber werden sagen: „Heilig und erhaben bist Du über das, was sie Dir zuschreiben! Du bist unser Schutzherr, nicht sie. Vielmehr haben sie die (Satane der) Ǧinn angebetet (die ihnen gegenüber vorgaben, Engel zu sein), an sie haben die meisten von ihnen geglaubt.“
  3. Heute (am Tag der Abrechnung) werden sie einander weder einen Nutzen erbringen noch einander Schaden zufügen können, und Wir werden zu denen, die (aufgrund ihres Unglaubens und ihrer Vergehen gegen sich selbst) Unrecht getan haben, sagen: „Kostet nun die Qual des Höllenfeuers, dessen Existenz ihr ja immer geleugnet habt!“
  4. Wann immer ihnen Unsere Klarheit schaffenden Verse vorgetragen wurden, sagten sie: „Dieser Mann will euch nur von dem abbringen, was doch schon eure Väter angebetet haben!“ Und sie sagen: „Das alles ist nichts anderes als eine Lüge, die er sich ausgedacht hat!“ Die, die nicht glauben, sagen über [den Qur’ān], wenn er sie erreicht: „Das ist offensichtlich nichts anderes als Zauberei (da er die Familien spaltet)!“
  5. Wir aber haben ihnen zuvor noch keine Bücher offenbart, die sie studieren (und als Argument gegen die Wahrhaftigkeit des Qur’ān vorbringen) hätten können, und auch haben Wir vor dir (Gesandter Aḷḷāhs) keinen Warner zu ihnen entsandt.
  6. Auch die Völker, die vor ihnen lebten (wie ʽĀd, Ṯamūd, das Volk Lots u), haben bereits die Wahrheit geleugnet. Sie (die Götzendiener deines Volkes, Gesandter Aḷḷāhs) haben nicht einmal ein Zehntel dessen (an Vermögen und Macht) erreicht, was Wir jenen zuteilwerden ließen. Als sie Meine Gesandten aber der Lüge bezichtigten, wie schrecklich war da Meine Missbilligung ihnen gegenüber?
  7. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ich rate euch nur eines: dass ihr euch (frei aller eigenen Wünsche) Aḷḷāh zuwendet, zu zweit oder alleine, und dann (über all das, was ihr ja von Muḥammad r wisst, dass er nämlich stets glaubwürdig war, aufrichtig und von gesundem Verstand) nachdenkt: Euer Gefährte ist kein Verrückter. Er ist euch nur ein Warner für euch vor einem schweren Leid, das über euch kommen wird (wenn ihr nicht bereut).
  8. Sag: „Was auch immer ich von euch an Lohn verlangt haben sollte, so dürft ihr ihn haben.[3] Mein Lohn aber ist allein bei Aḷḷāh: Er ist über alles Zeuge.
  9. Sag: „Mein Herr schleudert die Wahrheit gegen alles Falsche, Er, der alles Verborgene in- und auswendig kennt.“
[1] „naḥšuruhum“ nach der Lesart von Ḥafṣ und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „naḥšuruhum“: „an dem Wir sie allesamt zusammenscharen werden“.

[2] „yaqūlu“ nach der Lesart von Ḥafṣ und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „naqūlu“: „werden Wir“.

[3] Der Gesandte Aḷḷāhs r hat niemals nach Lohn für die Überbringung seiner Botschaft verlangt. Durch diese hypothetische Aussage nimmt er ihnen das letzte Argument, als wollte er sagen: Angenommen es ist wahr, ich habe Lohn verlangt, dann nehmt ihn für euch. Wollte ihr meinem Aufruf nun folgen?“

  1. Sag: „Die Wahrheit (des Islam) ist gekommen, und das Falsche (wie die Götzen) kann weder etwas zu Beginn hervorbringen noch (einen Toten wieder zum Leben) zurückbringen..“
  2. Sag: „Wenn ich (von der Wahrheit) abirre (in dem, was ich euch überbringe), so trifft der Schaden nur mich selbst, und bin ich rechtgeleitet, dann allein durch das, was mein Herr mir offenbart hat, denn wahrlich, Er hört alles (was Seine Diener sagen) und ist stets nahe (sodass Ihm meine Aussagen nicht entgehen).“
  3. Könntest du (Gesandter Aḷḷāhs) sehen, wie sie (am Tag der Auferstehung) voll Entsetzen sein werden (wenn sie die Strafe mit eigenen Augen vor sich sehen) und es für sie keinen Zufluchtsort geben wird. Aus nächster Nähe werden sie (ganz leicht) erfasst werden.
  4. Dann werden sie sagen: „Wir glauben jetzt (an den Tag der Auferstehung)!“ Aber wie könnten sie von einem so weit entfernten Ort (nämlich vom Jenseits aus, weit entfernt vom irdischen Leben, in dem sie die Möglichkeit hatten, den Glauben anzunehmen und Gutes zu tun) nun Glauben erlangen,
  5. wo sie doch schon zuvor nicht daran geglaubt haben? Sie aber werfen von einem weit entfernten Ort (nämlich vom Diesseits aus) mit Mutmaßungen um sich (indem sie behaupten, der Gesandte Aḷḷāhs r sei ein Wahrsager, Zauberer oder Verrückter).
  6. Alsdann wird eine Schranke zwischen sie und all ihre Wünsche (nach den Annehmlichkeiten des weltlichen Lebens, nach der Möglichkeit der Reue und nach dem Entrinnen aus dem Höllenfeuer) gesetzt werden, so wie es mit Ihresgleichen schon früher geschah, denn auch sie waren voller Zweifel.

Sūrah 35 Fāṭir – der Schöpfer (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, dem Schöpfer der Himmel und der Erde, der die Engel zu Boten machte, versehen mit jeweils zwei, drei oder vier Flügeln. Er fügt der Schöpfung (an Körperteilen und Schönheit) hinzu, was immer Er will. Wahrlich, Aḷḷāh hat zu allem die Macht.
  2. Wenn Aḷḷāh dem Menschen eine Gnade gewährt, dann gibt es keinen, der sie abwenden und wenn Er sie ihm vorenthält, so gibt es nach Ihm keinen, der sie ihm zukommen lassen könnte. Er ist der Allüberlegene und Allweise.
  3. O ihr Menschen, denkt an die Wohltaten, die Aḷḷāh euch gewährt (mit euren Herzen und Worten). Gibt es denn einen Schöpfer außer Aḷḷāh, der euch Versorgung vom Himmel und aus der Erde zuteilwerden lässt? Es gibt nichts, das der Anbetung würdig ist, außer Ihm; wie könnt ihr euch nur (von dieser Tatsache) abwenden (und behaupten, Aḷḷāh habe Teilhaber)?
  1. Wenn sie dich auch der Lüge bezichtigen, so (sei geduldig), denn schon die Gesandten vor dir wurden der Lüge bezichtigt, und zu Aḷḷāh werden letztendlich alle Angelegenheiten zurückgebracht.[1]
  2. Ihr Menschen, die Verheißung Aḷḷāhs (von Auferstehung und Vergeltung) ist wahr. Darum lasst euch vom Leben in dieser Welt nicht blenden, und lasst euch nicht durch [den Satan] von Aḷḷāh ablenken.
  3. Wahrlich, Satan ist euer Feind, so behandelt ihn auch als einen Feind (indem ihr ihn bekämpft). Er ruft seine Anhänger nur darum auf (nicht an Aḷḷāh zu glauben), damit sie (am Ende) zu den Insassen des flammenden Feuers gehören.
  4. Jenen, die (dem Satan folgen und) nicht (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben, ist heftiges Leid bestimmt,[2] jenen aber, die glauben und Gutes tun, wird vergeben werden, und sie werden einen gewaltigen Lohn (im Paradies) erhalten.
  5. Ist denn vielleicht der, dessen üble Taten (vom Satan) in ein wohlgefälliges Licht gerückt werden, sodass er sie als gut erachtet (dem gleich, dem Aḷḷāh die Wahrheit ausschmückt, sodass er von ihr überzeugt ist)? Denn fürwahr, Aḷḷāh führt in die Irre, wen Er will, und Er leitet wen Er will (auf den rechten Weg). Darum: Nicht dass du aus Kummer über ihren Irrweg zugrunde gehst![3] Wahrlich, Aḷḷāh weiß, was sie tun.
  6. Aḷḷāh ist es, der die Winde[4] entsendet und die Wolken vorantreibt. Wir führen sie sodann über totes Land und beleben durch sie die Erde, nachdem sie zuvor leblos war. Und genau so wird auch die Auferstehung erfolgen!
  7. Wer Ehre und Ansehen (im Diesseits oder im Jenseits) erlangen möchte, (der soll sie von keinem anderen, als von Aḷḷāh erbitten, denn) einzig Aḷḷāh besitzt alle Ehre (sowohl im Diesseits als auch im Jenseits). Das gute Wort steigt zu Ihm hinauf, und die gute Tat hebt Er zu sich empor. Diejenigen aber, die Übles im Sinn haben (wie etwa die Ermordung Unseres Gesandten Aḷḷāhs r), wird strenge Strafe treffen, und ihr böses Ansinnen wird keinerlei Erfolg haben.
  8. Aḷḷāh erschuf euch (ursprünglich, nämlich euren Vater Adam) aus Erde, dann erschuf Er euch aus einem Samentropfen und machte euch zu Paaren (Männern und Frauen). Kein weibliches Wesen ist schwanger oder gebiert, ohne dass Er es weiß, und niemandem wird seine Lebensdauer verlängert oder verkürzt[5], ohne dass dies in einem Buch (nämlich auf der „wohlverwahrten Tafel“; al-Lauḥ al-Maḥfū­ẓ) verzeichnet ist. All das ist für Aḷḷāh ein Leichtes.
[1] „turǧaʽul-ʼumūru“ nach der Lesart der Hälfte.

Nach den anderen Lesarten: „tarǧiʽul-ʼumūru“: „kehren letztendlich alle Angelegenheiten zurück“.

[2] Hier endet nach der baṣrischen und šāmischen Zählung ein Vers.

[3] „taḏhab nafsuka“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „tuḏhib nafsaka“: „Darum richte dich, aus Kummer über ihren Irrweg, nicht selbst zugrunde.“

[4] „ar-riyāḥa“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf: „ar-rīḥa“: „den Wind“.

[5] „yunqaṣu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach einer Version von Ruways: „yanquṣu“: „verkürzt und (keine Lebensdauer) verringert sich“.

  1. Die beiden Wassermassen sind nicht gleich: das eine ist süß und schmackhaft, angenehm zu trinken, das andere salzig und beißend. Aus beiden aber esst ihr frisches Fischfleisch und holt Schmuck aus ihnen hervor, den ihr euch anlegt. Und du siehst die Schiffe sie durchpflügen, auf dass ihr (indem ihr Handel treibt) nach Seinen Gnaden strebt und so vielleicht doch dankbar sein möget.[1]
  2. Er lässt die Nacht in den Tag eintreten (und verlängert sie dadurch), und Er lässt den Tag in die Nacht eintreten (und verlängert diesen dadurch). Sonne und Mond hat Er dienstbar gemacht, und beide laufen auf eine festgesetzte Frist zu (die einzig Aḷḷāh kennt). Dies ist Aḷḷāh, euer Herr. Er hat alle Herrschaft inne. Jene aber, die ihr an Seiner Stelle anruft, verfügen nicht einmal über das Häutchen eines Dattelkerns.
  3. Wenn ihr sie anruft, hören sie euren Ruf nicht, und selbst wenn sie ihn hören könnten, würden sie eure Bitte nicht zu erfüllen vermögen. Am Tag der Auferstehung aber werden sie jede Verantwortung dafür zurückweisen, dass ihr sie an der Stelle Aḷḷāhs angebetet habt. Keiner aber ist in seiner Mitteilung an dich (Gesandter Aḷḷāhs) wie ein Allkundiger!
  4. Ihr Menschen, ihr seid es, die ihr auf Aḷḷāh angewiesen seid, Aḷḷāh aber ist der Unabhängige[2] und (immer) Lobenswürdige..
  5. Wenn Er will, löscht Er euch aus und bringt an eurer Stelle andere hervor (die Ihm allein dienen und Ihm nichts zur Seite stellen),[3]
  6. und das fällt Aḷḷāh nicht schwer.
  7. Kein Schuldiger wird die Schuld eines anderen Schuldigen zu tragen haben (sondern jeder ist für sich selbst verantwortlich), und wenn einer, der schwer mit Sünden beladen ist, einen anderen zu Hilfe ruft, damit er ihm etwas von der Last abnehme, so wird er ihm nichts abnehmen können, selbst wenn der Gerufene ein Verwandter wäre. Du (Gesandter Aḷḷāhs) kannst nur die warnen, die ihren Herrn im Verborgenen fürchten und (stets) das Gebet verrichten. Wer sich (von Vergehen) reinigt, der tut das nur zu seinem eigenen Wohl (denn der Nutzen dieser Reinigung wird zu ihm selbst zurückkehren). Zu Aḷḷāh ist die Rückkehr (am Tag der Abrechnung).
[1] Hier endet nur nach der ḥimṣischen Zählung kein Vers.

[2] Oder: Reiche.

[3] Hier endet nur nach der baṣrischen und ḥimṣischen Zählung kein Vers.

  1. Weder gleicht der Blinde (Ungläubige) dem Sehenden (Gläubigen),[1]
  2. noch die Finsternisse (der Unglaube) dem Licht (dem Unglauben),[2]
  3. noch der Schatten (das Paradies) der heiße Wind (der Hölle),
  4. und ebenso gleichen die Lebenden nicht den Toten. Aḷḷāh macht hörend (und empfänglich für Seine Rechtleitung), wen Er will. Du aber (Gesandter Aḷḷāhs) vermagst diejenigen (Ungläubigen) nicht hörend (und für die Rechtleitung empfänglich) zu machen, die (in ihrer Taubheit) den (Toten) in den Gräbern gleichen.[3]
  5. Du bist lediglich ein Warner.[4]
  6. Wir haben dich in Wahrheit entsandt, als Überbringer froher Botschaft (für die Gläubigen) und als Warner (für die Ungläubigen), und es gibt keine unter den (früheren) Gemeinschaften, zu der nicht ebenso ein Warner entsandt worden wäre.
  7. Wenn sie dich darum der Lüge bezichtigen, so (hab Geduld, denn) das haben schon jene vor ihnen getan (wie die ʽĀd, Ṯamūd und das Volk Lots u), als die Gesandten mit klaren Beweisen (ihrer Ehrlichkeit), mit niedergeschriebenen Büchern und der erleuchtenden Offenbarung[5] zu ihnen kamen.
  8. Daraufhin erfasste Ich die, die nicht glaubten. Wie gewaltig war da Meine Missbilligung ihnen gegenüber!
  9. Siehst du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht, dass Aḷḷāh Wasser vom Himmel herabkommen lässt? So bringen Wir Früchte verschiedener Farbe hervor und in den Bergen weiße und rote Schichten verschiedener Schattierungen und solche von tiefem Schwarz.
  10. In gleicher Weise finden sich bei den Menschen, den Tieren und dem Vieh (Kamele, Rinder, Schafe und Ziegen) mannigfache Farben. Nur die Gelehrten unter den Dienern Aḷḷāhs fürchten Ihn! Wahrlich, Aḷḷāh ist (allen) überlegen und vergibt ständig.
  11. Fürwahr, die, die das (offenbarte) Buch Aḷḷāhs lesen, das Gebet beständig verrichten und von dem, was Wir ihnen an Versorgung geben, im Verborgenen und öffentlich (ihre Zakāh und anderes) spenden, erstreben damit einen Handel, der nicht ohne Gewinn bleiben wird.
  12. Denn Aḷḷāh wird ihnen ihren vollen Lohn geben und noch mehr von Seiner Gunst, denn Er ist vergibt wahrlich häufig und ist stets dankbar.
[1] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.

[2] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.

[3] Hier endet nur nach der damaszenischen Zählung kein Vers.

[4] Hier endet nur nach der ḥimṣischen Zählung kein Vers.

[5] Sowohl Zabūr (Pl. Zubur) als auch Kitāb sind „Bücher“, aber manche Gelehrte verstehen in diesem Vers „Zubur“ als die niedergeschriebenen Aussagen der Propheten im Gegensatz zu den jeweiligen offenbarten Worte Aḷḷāhs, d. h. die „Ḥadīṯe“ der jeweiligen Propheten (siehe at-Taḥrīr wat-Tanwīr).

  1. Was Wir dir als Buch offenbart haben, ist die Wahrheit, und es bestätigt jene Offenbarungen, die ihm vorausgingen. Wahrlich, Aḷḷāh besitzt vollkommene Kenntnis um Seine Diener und sieht alles.
  2. So haben Wir das Buch jenen Unserer Diener als Erbe gegeben, die Wir auserwählten (d.h. der Gemeinschaft Muḥammads). Unter ihnen gibt es manche, die gegen sich selbst sündigen[1], einige, die den Mittelweg einschlagen[2] und manche, die um die guten Dinge mit Aḷḷāhs Erlaubnis wetteifern[3]. Das (d.h. das Buch als Erbe erhalten zu haben) ist die große Gunst.
  3. Die ewigen Gärten des Paradieses werden sie betreten und darin geschmückt sein mit Armreifen aus Gold und Perlen, und ihre Gewänder werden aus Seide sein.
  4. Und sie werden sagen: „Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, der allen Kummer von uns genommen hat! Wahrlich, unser Herr ist fürwahr Vergebend, Dankbar!
  5. Er ist es, der uns allein durch Seine Gnade in die ewige Heimstatt hat eingehen lassen, wo uns keinerlei Mühsal noch Müdigkeit trifft.“
  6. Jene aber, die nicht glauben, erwartet das Feuer der Hölle. Kein Ende wird ihnen dort bereitet, sodass sie sterben könnten, und ihr Leid wird ihnen auch nicht erleichtert werden. Auf diese Weise üben Wir an all jenen Vergeltung[4], die undankbar sind.
  7. Dort werden sie schreien: „Unser Herr, hol uns raus und wir werden Gutes tun, anderes als das, was wir früher getan haben!“ (Und Aḷḷāh wird ihnen antworten:) „Haben Wir euch denn nicht ein genügend langes Leben gewährt, sodass ein jeder, der dies wollte, die Möglichkeit hatte, sich zu besinnen? Und ist nicht ein Warner zu euch gekommen? Kostet nun das Leid des Höllenfeuers! Für die Übeltäter aber gibt es keinen, der ihnen (Aḷḷāh gegenüber) helfen könnte.“
  8. Wahrlich, Aḷḷāh kennt alles Verborgene der Himmel und der Erde, und Er weiß fürwahr, was die Menschen in ihren Herzen verbergen.
[1] Sie sündigen gegen sich selbst, indem sie sich nicht an die Gebote halten und Verbote missachten.

[2] Damit sind jene gemeint, die die Gebote erfüllen und sich vom Verbotenen fernhalten, aber einiges von dem tun, das zwar nicht verboten, aber zu missbilligen ist (makrūh) und manches von dem unterlassen, das zu tun wünschenswert, wenn auch nicht verpflichtend ist (mustaḥabb).

[3] Hier sind die gemeint, die sowohl die Gebote, als auch das, was wünschenswert ist, erfüllen und sich sowohl von dem, was verboten als auch von dem, was zu missbilligen ist, fernhalten.

[4] Nach Lesart von Abū ʿAmr: „wird an all jenen Vergeltung geübt“, (yuğzā).

39. Er ist es, der die einen von euch auf die anderen folgen lässt (d.h. Generation auf Generation). Wer nun nicht (an Aḷḷāh und an das, was die Gesandten übermittelten) glaubt, auf den werden die Folgen seines Unglaubens selbst zurückfallen (d.h. er fügt Aḷḷāh damit keinerlei Schaden zu). Die Undankbarkeit derer, die nicht glauben, mehrt nur die Abscheu ihres Herrn ihnen gegenüber und vergrößert nur ihren eigenen Verlust.
40. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Habt ihr je wirklich über die Teilhaber nachgedacht, die ihr an der Stelle Aḷḷāhs anbetet? Zeigt mir, was von der Erde sie erschaffen haben. Oder haben sie vielleicht Anteil an der Erschaffung der Himmel? Oder haben Wir ihnen etwa eine Schrift offenbart, die ihnen einen Beweis (für die Rechtmäßigkeit ihrer Anbetung von Götzen) liefert ? Nein, vielmehr ist das, was die Übeltäter einander versprechen, nur Täuschung.
41. Wahrlich, Aḷḷāh allein hält die Himmel und die Erde, sodass sie nicht untergehen. Und selbst wenn sie je drohen würden, unterzugehen, so könnte keiner außer Ihm sie halten. Fürwahr, Er ist Nachsichtig, Vergebend.
42. Und sie haben bei Aḷḷāh feste Eide geschworen, dass, wenn je ein Warner zu ihnen kommen sollte, sie seiner Rechtleitung besser als die anderen Gemeinschaften (d.h. Juden und Christen) folgen würden. Als dann aber tatsächlich ein Warner zu ihnen kam, da verstärkte das nur ihre Ablehnung (der Wahrheit).
43. (Sie aber hatten ihre Eide nicht in guter Absicht geleistet, sondern) weil sie hochmütig auf Erden waren und Übles im Sinn hatten. Die üblen Ränke aber umfangen letztendlich immer nur ihre Urheber. Meinen sie denn, dass sie etwas anderes erwartet, als die stets gleichbleibende Vorgehensweise Aḷḷāhs, die Er auch schon gegenüber den Früheren zur Anwendung brachte? Du wirst in der Vorgehensweise Aḷḷāhs keinerlei Veränderung und du wirst in der Vorgehensweise Aḷḷāhs keinerlei Abweichung finden.
44. Sind sie denn nicht auf Erden umhergereist und haben gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen gelebt und mehr Macht besessen haben, als sie (d.h. als die Quraiš)? Nichts in den Himmeln und auf Erden aber kann sich Aḷḷāh entziehen, denn Er ist fürwahr Allwissend und hat zu allem die Macht.

  1. Würde Aḷḷāh die Menschen sogleich für ihr Tun zur Rechenschaft ziehen (und bestrafen), so würde Er auf der Oberfläche der Erde kein einziges Lebewesen übriglassen. Er aber gewährt ihnen Aufschub für eine bestimmte Frist. Wenn ihre Frist aber um ist, werden sie erkennen, dass Aḷḷāh der Taten Seiner Diener stets gewahr war.

Sūrah 36 Yā Sīn

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Yā Sīn.[1]
  2. Beim weisen Qur’ān!
  3. Du (Gesandter Aḷḷāhs) bist fürwahr einer der Gesandten,
  4. der einem geraden Weg folgt,
  5. (einem Weg) der vom Allmächtigen, vom Gnädigen offenbart wurde,
  6. um ein Volk zu warnen (d.h. das Volk der Araber), dessen Vorväter nicht gewarnt wurden und die darum (dem Glauben an den einen Gott gegenüber) unachtsam sind.
  7. Aber die Bestrafung der meisten von ihnen ist bereits unabwendbar geworden, denn sie glauben nicht (obwohl ihnen nun die Wahrheit durch den Gesandten Aḷḷāhs übermittelt wurde).
  8. Sie gleichen (in ihrer arroganten, ablehnenden Haltung) solchen, denen Fesseln um ihren Hals gelegt wurden, die bis zu ihrem Kinn reichen, sodass sie gezwungen sind, das Haupt hochzutragen (und nicht mehr imstande, sich zu unterwerfen und zu glauben).
  9. Und Wir setzten (nachdem sie sich hartnäckig und stolz immer wieder dem Glauben widersetzt haben) vor sie und hinter sie eine Barriere, die sie vor der Wahrheit abschirmt, und Wir haben ihren Blick verhüllt, sodass sie (die Wahrheit) nicht (mehr) erkennen können.
  10. Was sie angeht, so ist es einerlei, ob du (Muḥammad) sie warnst oder nicht, denn sie werden nicht glauben.
  11. Du kannst nur den warnen, der dem Qur’ān folgt und der den Gnadenvollen bei sich im Verborgenen fürchtet. Ihm bring die frohe Nachricht von Vergebung und einem großzügigen Lohn (d.h. den Eintritt ins Paradies).
  12. Wahrlich, Wir erwecken die Toten zum Leben, und Wir verzeichnen, was sie (an Gutem und Schlechtem) getan und was sie (nach ihrem Tod auf Erden) hinterlassen haben. Alles haben Wir in einem klaren Verzeichnis festgehalten (d.h. auf der „wohlverwahrten Tafel“, al-Lauḥ al-Maḥfū­­ẓ).
[1] Siehe Sūrah 68 Vers 1.

Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

  1. Und führe (Gesandter Aḷḷāhs) ihnen als Beispiel an, wie die Bewohner der Stadt sich einst verhielten, als Gesandte zu ihnen kamen:
  2. Wir hatten zwei Gesandte zu ihnen geschickt, und sie bezichtigten beide der Lüge. So stärkten Wir sie durch einen dritten Gesandten, und alle drei sprachen zu ihnen: „Wahrlich, wir wurden zu euch entsandt (um euch zum Glauben an den einen Gott aufzurufen).“
  3. Die Bewohner der Stadt aber erwiderten: „Ihr seid doch nur Menschen wie wir! Nichts hat der Gnadenvolle offenbart, ihr erzählt nur Lügen!“
  4. Sie sagten: „Unser Herr weiß, dass wir gewiss zu euch geschickt wurden.
  5. Und unsere Aufgabe ist es lediglich, euch die klare Botschaft zu überbringen.“
  6. Die Bewohner der Stadt aber entgegneten: „Ihr seid fürwahr ein böses Vorzeichen! Wenn ihr nicht damit aufhört (uns zu eurem Glauben aufzurufen), werden wir euch wahrlich steinigen, und ihr werdet schlimmes Leid durch uns erfahren!“
  7. Da sagten die Gesandten: „Das böse Vorzeichen haftete euch (aufgrund eures Unglaubens) selbst an. Seht ihr etwa ein böses Vorzeichen darin, wenn ihr an Aḷḷāh erinnert werdet? Ihr seid vielmehr Leute, die jedes Maß überschreiten.“
  8. Da kam vom entferntesten Ende der Stadt ein Mann gelaufen und sagte: „Mein Volk, hört auf die Gesandten!
  9. Folgt jenen, die keinerlei Lohn von euch verlangen und die rechtgeleitet sind!
  10. Warum sollte ich denn nicht dem dienen, der mich erschaffen hat? Zu Ihm werdet ihr ja zurückkehren.
  11. Soll ich vielleicht andere Gottheiten neben Ihm anbeten? Wenn der Gnadenvolle mir Schaden zufügen will, so wird mir ihre Fürsprache nichts nützen, und sie werden mich nicht retten können.
  12. Da hätte ich tatsächlich einen ganz offenkundigen Irrweg eingeschlagen.“
  13. Wahrlich, ich glaube an (meinen und) euren Herrn, darum hört auf mich!“
  14. Da wurde zu ihm gesagt (nachdem sein Volk ihn getötet hatte): „Geh ein ins Paradies!“ Und er sagte (nachdem er die Wonnen des Paradieses gesehen hatte): „Wenn mein Volk doch nur wüsste,
  15. wie mein Herr mir vergeben und mich zu einem der Geehrten gemacht hat!“

Juz 23

  1. Wir sandten gegen sein Volk (das ihn leugnete und tötete) kein Heer (von Engeln) vom Himmel herab, noch brauchten Wir ein solches herabzusenden (um sie zu vernichten).
  2. Es war nur ein einziger Schrei, und siehe da, sie waren niedergeschlagen (und tot).
  3. Wie schade um die Diener (am Tag der Auferstehung)! Kein Gesandter ist je zu ihnen gekommen, den sie nicht verhöhnt haben.
  4. Sehen sie denn darin, wie viele Völker wir vor ihnen bereits vernichtet haben (keine Lehre) und (sehen sie denn nicht) dass diese nicht zu ihnen (auf die Erde) zurückkehren werden (sondern zu dem gelangen werden, was sie an Taten vorausgeschickt haben)?
  5. Sie alle werden (ausnahmslos) bei Uns (am Tag der Auferstehung) versammelt werden.
  6. Und ein Hinweis für sie (darauf, dass die Auferstehung Wahrheit ist) ist das leblose Land, das Wir beleben und Korn aus ihm hervorbringen, das sie essen.
  7. Wir bringen auf ihm Gärten von Dattelpalmen und Rebstöcken hervor und lassen aus ihm Quellen entspringen,
  8. all das, damit sie von den Früchten, obwohl nicht ihre Hände sie hervorgebracht haben, essen können. Wollen sie angesichts dessen denn nicht dankbar sein (indem sie Ihn allein anbeten)?
  9. Heilig und erhaben ist der, der alle Arten (von Pflanzen), die die Erde hervorbringt und auch sie selbst und anderes (Erschaffenes, zu Land und im Meer), von dem sie nichts wissen, in Paaren erschaffen hat.
  10. Ein Zeichen für sie (das auf die Einzigkeit Aḷḷāhs hinweist) ist die Nacht, der Wir das Licht des Tages entziehen; und siehe da, sie sind in Finsternis gehüllt.
  11. Und die Sonne (ist ein weiteres Zeichen), die dem ihr (von Aḷḷāh) festgesetzten Ort zustrebt. Dies ist eine Anordnung des Allüberlegenen und Allwissenden.
  12. Und auch der Mond ist ein Zeichen, dem Wir Stationen bestimmt haben, bis er schließlich einem alten (gekrümmten, gelben und vertrockneten) Dattelstiel gleicht.
  13. Weder vermag die Sonne den Mond einzuholen, noch kann die Nacht dem Tag vorauseilen. Sie alle (Sonne, Mond und alle anderen Himmelskörper) bewegen sich auf ihrer jeweiligen (von Aḷḷāh festgesetzten) Bahn.
  1. Ebenso (sollte es ein Hinweis für sie auf die Einzigkeit Aḷḷāhs und Seine Wohltaten ihnen gegenüber sein), dass Wir ihre Nachkommenschaft[1] (d.h. die Nachkommen Adams zur Zeit Noahs) auf dem (mit allen Arten von Tieren) beladenen Schiff trugen (und sie so vor der Sintflut retteten).
  2. Und auch diesem (Schiff Noahs) ähnliche Schiffe erschufen Wir für sie.
  3. Wenn Wir es wollen, lassen Wir sie ertrinken, sodass es keinen Helfer für sie gibt und keinen, der sie rettet,
  4. es sei denn aufgrund Unserer Gnade, sodass sie für eine festgesetzte Zeit das Leben weiter genießen können (und sich vielleicht besinnen und dem Glauben zuwenden).
  5. Wenn aber zu ihnen gesagt wird: „Nehmt euch in Acht vor dem, was euch (am Tag der Auferstehung) erwartet und was (an Taten in eurem weltlichen Leben) hinter euch liegt, damit ihr vielleicht Gnade findet möget!“(, dann kümmern sie sich nicht darum.)
  6. Keines der Zeichen ihres Herrn kommt jemals zu ihnen, ohne dass sie sich ihm widersetzen würden.
  7. Und wenn sie aufgefordert werden: „Spendet doch von dem, was Aḷḷāh euch gegeben hat!“, dann sagen die Ungläubigen zu den Gläubigen (ablehnend und mit der göttlichen Vorherbestimmung fälschlich argumentierend): „Sollen wir etwa denen zu essen geben, denen Aḷḷāh, wenn Er es gewollt hätte, zu essen gegeben hätte? Ihr seid fürwahr in einem offensichtlichen Irrtum gefangen!“
  8. Und sie sagen: „Wann soll denn diese Verheißung (der Auferstehung) eintreffen, wenn ihr wirklich die Wahrheit sagt?“
  9. Sie haben nichts zu erwarten, als einen einzigen Stoß ins Horn (zum ersten Mal am Tag der Auferstehung), der über sie kommen wird, während sie miteinander (bei Kaufgeschäften auf dem Markt) streiten (und dadurch mit ihren weltlichen Angelegenheiten beschäftigt sind).
  10. (In solcher Weise überrascht) werden sie weder imstande sein, einander irgendein Vermächtnis zu erteilen, noch werden sie zu ihren Angehörigen (nachhause) zurückkehren können (sondern sie werden an Ort und Stelle sterben).
  11. Dann wird (ein zweites Mal) ins Horn gestoßen werden, und siehe da, sie werden allesamt aus ihren Gräbern hervorkommen und zu ihrem Herrn hineilen.
  12. Sie werden sagen: „Wehe uns! Wer hat uns aus unseren Gräbern hervorgeholt?“ (Und ihnen wird geantwortet werden:) „Das ist es, was der Gnadenvolle verheißen hat, es ist die Wahrheit, die die Gesandten verkündet haben!“
  13. Nichts als ein einziger Stoß ins Horn wird erfolgt sein, um sie allesamt vor uns zu versammeln.
  14. (Es wird gesagt werden): Heute wird keinem auch nur in geringster Weise Unrecht getan, und euch wird nur das vergolten, was ihr getan habt.
[1] „ḏurriyyatahum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfi‘, Ibn ‘Āmir, ʼAbū Ǧa’far und Ya’qūb: „ḏurriyyātihum“: „Nachkommenschaften“.

  1. Wahrlich, die Bewohner des Paradieses sind heute damit beschäftigt, sich (an den Wonnen des Paradieses) zu erfreuen.
  2. Sie und ihre Gattinnen werden sich in Schatten[1] auf Ruhebetten zurücklehnen.
  3. Dort werden sie Früchte (wie Trauben, Feigen, Granatäpfel) und was immer sie verlangen, vorfinden.
  4. „Frieden!“, lautet das von einem gnädigen Herrn (an sie) gerichtete Grußwort.
  5. Ihr Übeltäter aber, sondert euch heute ab (von den Gläubigen)!
  6. Habe Ich euch, ihr Kinder Adams, (durch Meine Gesandten) nicht aufgetragen, nicht dem Satan (durch Unglauben und Sünden) zu dienen, weil er euer offensichtlicher Feind ist?
  7. Und dass ihr allein Mir dienen sollt und dass das der gerade Weg ist (der ins Paradies führt)?
  8. Viele von euch aber hat er in die Irre geführt. Hattet ihr denn keinen Verstand (der euch zum Guten anhält und vom Schlechten abhält)?
  9. Das ist nun das Höllenfeuer, das euch stets (wegen eures Unglaubens und eurer Sünden) angedroht wurde.
  10. Geht also heute wegen eures Unglaubens dort hinein!
  11. Heute werden Wir ihre Münder versiegeln, aber ihre Hände werden zu Uns sprechen und ihre Füße Zeugnis ablegen über das, was sie getan haben.
  12. Hätten Wir es gewollt, so hätten Wir ihr Augenlicht ausgelöscht: Wenn sie dann aber um die Wette eilen würden, den Weg (der Wahrheit) zu gehen: Wie könnten sie ihn gehen (wenn sie doch nicht sehen)?
  13. Und hätten Wir ihre Gestalt so verändern wollen, dass sie mit ihren Füßen an Ort und Stelle verharren müssten, so wären sie nicht fähig, sich vorwärts noch rückwärts zu bewegen.
  14. Und wem Wir ein langes Leben schenken, den lassen Wir wieder in einen Zustand der Schwäche zurückkehren. Begreifen sie denn nicht[2] (dass das Diesseits kein Daueraufenthalt ist)?
  15. Weder haben Wir ihn (Muḥammad) die Dichtkunst gelehrt noch ist sie ihm angemessen (sodass ihr behaupten könntet, er sei ein Dichter). Es ist nichts anderes als eine Ermahnung und eine (in ihren Worten) deutliche Lesung,[3]
  16. um die in ihren Herzen Lebendigen zu warnen[4] und die Bestrafung derer, die die Wahrheit leugnen, zu rechtfertigen.
[1] „ẓulalin“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „ẓilālin“: „unter Schattendächern“.

[2] „yaʽqilūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfi‘, einer Version von Ibn ʽĀmir, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „taʽqilūna“: „Begreift ihr denn nicht“.

[3] Oder: „ein (in ihren Worten) deutlicher Qurʼān“.

[4] „li-yunḏira“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʿ, einer Version von al-Bazziyy, Ibn ʽĀmir, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „li-tunḏira“: „damit du die in ihren Herzen Lebendigen warnst“.

  1. Sehen sie denn nicht, dass Wir unter all dem, was Wir mit Unseren Händen erschaffen haben, Vieh für sie hervorbrachten, dessen Besitzer sie nun sind,
  2. dass Wir es ihnen fügsam machten, sodass manches ihnen zum Reiten und anderes als Nahrung dient
  3. und sie daraus auch (anderen) Nutzen ziehen und dadurch (Milch) zu trinken haben? Wollen sie (für all das) nicht dankbar sein?
  4. Sie aber stellen Aḷḷāh andere Gottheiten zur Seite, damit diese sie (vor der Strafe Aḷḷāhs) bewahren mögen.
  5. Sie können aber ihnen nicht helfen, und (bei der Abrechnung am Tag der Auferstehung) werden sie (die falschen Götter) als ihr Heer (mit ihnen zusammen) versammelt sein.[1]
  6. Darum sollen dich (Gesandter Aḷḷāhs) ihre Worte („du seist kein Gesandter“) nicht traurig machen, denn Wir wissen, was sie verbergen und was sie offen kundtun.
  7. Denkt der Mensch (der die Auferstehung leugnet) denn nicht darüber nach, dass Wir ihn aus einem bloßen Samentropfen erschaffen haben, und dann, siehe da, ist er schon ein offenkundiger Widersacher.
  8. Er stellt Uns betreffend Vergleiche auf[2] und vergisst, wie er selbst erschaffen wurde und sagt: „Wer sollte denn Knochen wieder zum Leben erwecken, wenn sie zu Staub zerfallen sind?“
  9. Antworte (ihnen): „Der erweckt sie zum Leben, der sie ursprünglich erschaffen hat, und Er besitzt Wissen um alles Erschaffene.
  10. Er, der für euch aus den grünen Bäumen Feuer hervorbringt, sodass ihr, siehe da, Brennmaterial habt.[3]
  11. Ist denn der, der Himmel und Erde zu erschaffen vermag, nicht auch imstande, sie (die Toten) wieder genauso zu erschaffen (wie jetzt)? Natürlich, Er ist doch der allwissende Schöpfer, der ständig erschafft!
  12. Wenn Er etwas will, so lautet Sein Befehl nur: „Sei!“ und es ist.
  13. Heilig und erhaben ist Er über jeglichen Mangel, den sie Ihm zuschreiben, Er, in dessen Hand die Herrschaft über alle Dinge liegt, und zu Ihm werdet ihr alle (am Tag der Auferstehung) zurückgebracht werden[4].“
[1] Oder: „obwohl sich [die Götzendiener] (im Diesseits immer) für [die falschen Götter] eingesetzt haben“, wortwörtlich: „[…] anwesend waren“. Das ist die Interpretation von Qatādah. Die Obige ist von Muǧāhid und die von ʼImām Ṭabariyy Bevorzugte.

[2] Er vergleicht seine eigene Unfähigkeit, zerfallene Knochen wieder zum Leben zu erwecken mit Gottes Macht, wenn die Menschen gestorben sind.

[3] D.h. wer diese beiden Gegensätze zu vereinen vermag, die Feuchtigkeit des frischen grünen Baumes und das Entstehen von Brennmaterial aus ihm, der vermag auch die Toten aufzuerwecken.

[4] „turǧaʽūnā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „tarǧiʽūna“: „zurückkehren“.

Sūrah 37 aṣ-Ṣaffāt – Die sich aneinanderreihenden Engel

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Bei den sich dicht (in der Anbetung Aḷḷāhs) aneinanderreihenden Engeln
  2. und den die Wolken (auf Geheiß Aḷḷāhs) Antreibenden![1]
  3. Und bei den (Engeln), die die Worte Aḷḷāhs vortragen![2]
  4. Wahrlich, euer Gott (der Einzige, der zu Recht von euch angebetet wird) ist Einer,
  5. der Herr der Himmel und der Erde und all dessen, was sich dazwischen befindet, und der Herr aller Orte (auf dieser Erde), an denen die Sonne aufgeht.
  6. Fürwahr, Wir haben jenen Himmel, der der Erde am nächsten liegt, mit einem Schmuck, den Gestirnen, geziert[3]
  7. und sie zu einem Schutz (des Himmels) vor allen aufsässigen Satanen gemacht.
  8. So können sie die höchste Engelschar (im Himmel) nicht belauschen und werden von allen Seiten her (mit Flammen) beworfen,[4]
  9. um sie zu vertreiben (und am Lauschen zu hindern).[5] Und sie erwartet ewig währendes Leid.
  10. Außer einer der Satane erhascht ein Wort (das die Engel miteinander wechseln), woraufhin ihn eine helle Flamme verfolgt und verbrennt[6].
  11. Darum (Gesandter Aḷḷāhs) frag sie (die Leugner der Auferstehung), ob sie mit ihrer Beschaffenheit schwerer zu erschaffen waren, als das, was Wir sonst noch erschaffen haben (d.h. die Himmel, die Erde oder die Engel). Denn Wir haben sie fürwahr nur aus klebrigem Ton erschaffen.
  12. Aber während du (Gesandter Aḷḷāhs) staunst (über die Macht Aḷḷāhs, Seine Schöpfung und Seine genaue Planung aller Dinge und über ihre hartnäckige Ablehnung der Wahrheit),[7] spotten sie nur.
  13. Wenn sie ermahnt werden, nehmen sie es sich nicht zu Herzen,
  14. und wenn sie ein Zeichen sehen (das die Wahrhaftigkeit Muḥammads bekräftigt), dann spotten sie umso mehr
  15. und sagen: „Das ist nichts anderes als offensichtliche Zauberei!
  16. Sollen wir etwa, nachdem wir gestorben und zu Staub und Knochen zerfallen sind, wieder auferweckt werden?!
  17. Und unsere Vorväter auch?!“
  18. Antworte (ihnen, Gesandter Aḷḷāhs): „Ja, und dann werdet ihr aufs Äußerste erniedrigt werden.“
  19. Es wird nur ein einziger Stoß ins Horn sein (nämlich das zweite Mal), und siehe, sie alle werden es vor Augen haben (nämlich die Zustände, die am Tag der Auferstehung herrschen)
  20. und sagen: „Wehe uns, das ist der Tag der Vergeltung!“
  21. (Zu ihnen aber wird gesagt werden:) „Das ist der Tag, an dem (über die Geschöpfe) entschieden wird und den ihr immer geleugnet habt.“
  22. (An diesem Tag wird zu den Engeln gesagt werden:) „Schart alle zusammen, die Unrecht getan haben (indem sie Aḷḷāh anderes zur Seite stellten), mitsamt ihren Gesinnungsgenossen und mitsamt denen, die sie angebetet haben[8]
  23. an der Stelle Aḷḷāhs und zeigt ihnen den Weg ins Höllenfeuer.
  24. Haltet sie jedoch an (bevor ihr sie hineintreibt), denn sie werden (der Gerechtigkeit halber) befragt.“
[1] Oder: „die Schelteschrei ausstoßenden Verse des Qurʼān“.

[2] Oder: „die eine Ermahnung verlesenden Engel“.

Oder: „die über die Völker vor uns berichtenden Verse des Qurʼān“.

[3] „bi-zīnatinil-kawākibi“ nach der Lesart von Ḥafṣ und Ḥamzah.

Nach der Mehrheit: „bi-zītanil-kawākibi“: mit der Schmuck der Gestirne geziert“.

Nach Šuʽbah: „bi-zīnatinil-kawākiba“: „mit einem Schmuck geziert, nämlich den Gestirnen“.

[4] Hier endet nur nach der ḥimṣischen Zählung kein Vers.

[5] Hier endet nur nach der ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[6] Und es mag geschehen, dass er, bevor die Flamme ihn verbrennt, die Worte, die er von den Engeln heimlich aufgeschnappt hat, an andere Satane weitergibt, bis diese Worte schließlich einen Wahrsager erreichen, der diesen hundert Lügen hinzufügt.

[7] „ʽaǧibta“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „ʽaǧibtu“: „Aber während Ich (über ihre Leugnung trotz der zahlreichen Zeichen) staune, spotten sie nur.“

Die Eigenschaft des Staunens (arab. ʽUǧb) ist Aḷḷāh auf vollkommene Art und Weise zuzuschreiben und beinhaltet keinerlei Mangel, denn wenn man über eine Sache staunt, bedeutet dies nicht, dass man darüber keine Kenntnis hatte. Dies gilt für Aḷḷāh erst recht, denn Er weiß alles. Diese Eigenschaft Aḷḷāhs wird auch in einem Ḥadīṯ in Ṣaḥīḥ al-Buḫāriyy überliefert (siehe Ṣaḥīḥ al-Buḫāriyy ohne Wiederholungen, Nr. 1278, Darulkitab Verlagshaus).

[8] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.

  1. (Und es wird zu ihnen gesagt werden, um sie zu erniedrigen:) „Was ist nun mit euch, dass ihr einander nicht helfen könnt (wie ihr im Diesseits behauptetet)?“
  2. Nein, vielmehr ergeben sie sich heute demütig (dem Befehl Aḷḷāhs),
  3. wenden sich mit gegenseitigen Vorwürfen aneinander
  4. und (die einstigen Anhänger) sagen (zu jenen, denen sie auf Erden gefolgt sind): „Ihr seid doch im Namen des Glaubens und der Wahrheit[1] an uns herangetreten (und habt uns tatsächlich den Unglauben und die Sünde schöngeredet und uns so von der Botschaft, die die Gesandten brachten, abgehalten)!“
  5. Und sie werden antworten: „Ihr wart selbst doch keine Gläubige!
  6. Wir haben keinerlei Macht über euch besessen (euch zum Unglauben und zur Sünde zu zwingen), sondern ihr selbst wart Leute, die jegliches Maß überschritten haben!
  7. Aber nun wird die Verheißung unseres Herrn[2] uns (allen) gegenüber unweigerlich wahr werden. Wir werden fürwahr das Leid kosten müssen!
  8. Wir haben euch zum Irrtum aufgerufen, weil wir selbst in die Irre gegangen sind.“
  9. An jenem Tag werden sie gemeinsam teilhaben am Leid.
  10. So verfahren Wir mit den Übeltätern.
  11. Denn als zu ihnen (im Diesseits) gesagt wurde: „Es gibt keinen wahren Gott außer Aḷḷāh“, da verhielten sie sich hochmütig
  12. und sagten: „Sollen wir vielleicht wegen eines verrückten Dichters (wie Muḥammad) unsere Götter aufgeben!“
  13. Nein, vielmehr ist er mit der Wahrheit gekommen und hat die früheren Gesandten bestätigt!
  14. Ihr aber werdet (am Tag der Auferstehung) mit Gewissheit (wegen eures Unglaubens und eurer Sünden) qualvolles Leid erfahren.
  15. Euch wird jedoch nur vergolten werden, was ihr getan habt.
  16. Außer Aḷḷāhs auserlesene[3] Diener,
  17. jenen wird Versorgung, deren Eigenschaften (wie Köstlichkeit und niemals endende Vortrefflichkeit) bekannt sind, zuteilwerden:
  18. Früchte (köstlicher als alles, was sie je gegessen oder erhofft haben), und darüber hinaus werden sie einen ehrenvollen Rang einnehmen,
  19. in Gärten voll Wonne.
  20. Auf Ruhebetten werden sie einander gegenübersitzen.
  21. Becher aus gleich Flüssen fließendem Wein werden unter ihnen herumgereicht werden,
  22. klar und köstlich für die, die ihn trinken.
  23. Weder macht er sie trunken noch verursacht er Kopfschmerzen (wie der Wein im Diesseits).
  24. Und bei ihnen werden (keuche) Frauen mit schönen Augen sein, deren Blick sich allein auf ihre Ehegatten richtet,
  25. schön wie verborgene Vogeleier (die noch keine Hand berührt hat).[4]
  26. [Die Bewohner des Paradieses] werden sich einander zuwenden und einander (über ihr Leben auf Erden) befragen.
  27. Einer von ihnen wird sagen: „Ich hatte einen Gefährten (der die Auferstehung geleugnet hat)
[1] Wortwörtlich: „von der rechten (Seite)“, d. h. von der korrekten Seite.

[2] Siehe Sūrah Ṣād Nr. 38 ʼĀyah 85.

[3] „muḫlaṣīna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „muḫliṣīna“: „aufrichtige“.

[4] Damit ist entweder Eiinnere gemeint, also das Eiweiß und Eigelb (Saʽīd Ibn Ǧubayr) oder die Haut unter der harten Schale (ʽAṭā’). Beides ist absolut rein und unberührt.

  1. und der (spöttisch) sagte: »Gehörst du vielleicht auch zu denen, die (an die Auferstehung) glauben?
  2. Wenn wir tot und zu Staub und Knochen zerfallen sind, dann soll mit uns (bezüglich unserer Taten im Diesseits) abgerechnet werden?«“
  3. Dann wird [sein gläubiger Gefährte] (fortfahren) und (jenen, die sich mit ihm im Paradies befinden) fragen: „Möchtet ihr ihn (und seinen Ausgang mit mir zusammen) sehen?“
  4. So sieht er selbst hin und sieht ihn inmitten des Höllenfeuers,
  5. und er sagt: „Bei Aḷḷāh, fast hättest du auch mich (durch deinen Aufruf zum Leugnen der Auferstehung) zugrunde gerichtet.
  6. Wäre nicht die Gnade meines Herrn gewesen, so wäre ich jetzt unter den Vorgeführten!“
  7. (Dann sagt er voller Freude zu seinen Gefährten, die sich mit ihm im Paradies befinden:) „Ist es wirklich so, dass wir nicht mehr sterben werden,
  8. nach unserem ersten Tod (auf Erden, sondern dass wir ewig im Paradies verweilen) und dass wir nicht zu leiden haben werden (wie die anderen in der Hölle)?
  9. Fürwahr, das ist es, das ist der größte Triumph!“
  10. Für solch [einen gewaltigen Lohn] sollen sich darum jene bemühen (die danach trachten, um Aḷḷāhs willen gute Werke zu tun).
  11. Ist das nicht eine bessere Bewirtung als der Zaqqūm-Baum (der weder fett macht noch sättigt)?
  12. Ihn haben Wir zu einer Qual für die Übeltäter gemacht (weil sie auf Erden behauptet haben, im Höllenfeuer könne kein Baum wachsen, denn das Feuer würde ihn niederbrennen).
  13. Es ist ein Baum, der am Grunde des Höllenfeuers wächst,
  14. seine (bitteren) Früchte so (abscheulich anzusehen) wie die Köpfe von Satanen.
  15. Sie werden fürwahr davon essen und ihre (leeren) Bäuche damit füllen
  16. und danach eine Mischung eines (widerwärtigen) siedend heißen Getränks erhalten.
  17. Daraufhin werden sie (von einer Qual zur nächsten) zum Leid des Höllenfeuers zurückkehren.
  18. Denn siehe, sie haben ihre Vorväter auf einem falschen Weg vorgefunden
  19. und sind eilig in ihre Fußstapfen getreten.
  20. Aber schon vor ihnen (den Qurayš) sind die meisten (Völker der Gesandten) in die Irre gegangen.
  21. Wir hatten wirklich Warner (vor Unserer Strafe) zu ihnen entsandt.
  22. So sieh (Gesandter Aḷḷāhs), wie das Ende derer war, die gewarnt worden waren (sich aber nicht ermahnen ließen),
  23. außer den auserlesenen Dienern Aḷḷāhs.
  24. So hat auch Noah Uns (mit den Worten „Ich bin ihnen fürwahr unterlegen! So hilf mir!“ (54:10)) angerufen: Wie gut Wir (die Rufe) erhören!
  25. Und so retteten Wir ihn und seine Gefolgschaft vor der gewaltigen Qual (der Flut)
  1. und machten seine Nachkommen[1] zu den Einzigen, die auf Erden weiterlebten.
  2. Und Wir ließen die späteren Generationen seiner gedenken (mit den Worten):
  3. „Friede[2] sei auf Noah in allen Welten!“
  4. So belohnen Wir die, die Gutes tun.
  5. Denn er war einer Unserer gläubigen Diener.
  6. Die anderen aber ließen Wir daraufhin (in der Sintflut) ertrinken.
  7. Und fürwahr, auch Abraham vertrat seine Glaubensüberzeugung,
  8. als er sich mit reinem Herzen seinem Herrn zuwandte
  9. und zu seinem Vater und seinem Volk (tadelnd) sagte: „Was betet ihr denn da an?
  10. Verlangt ihr etwa nach erlogenen Göttern an der Stelle Aḷḷāhs?
  11. Wie denkt ihr denn über den Herrn der Welten (und wie Er mit euch am Tag der Auferstehung verfahren wird)?“
  12. Dann blickte er (nachdenklich) zu den Sternen empor (um zu überlegen, wie er es vermeiden könnte, den Ort mit seinem Volk zu verlassen)
  13. und sagte: „Wahrlich, ich bin krank!“
  14. Da kehrten sie ihm den Rücken zu und gingen davon.
  15. Er aber wandte sich an ihre Götter und sagte (spöttisch): „Wollt ihr denn nicht essen (nämlich von den Speisen, die euch die Götzendiener dargebracht haben)?
  16. Was ist mit euch? Warum redet (und antwortet) ihr denn nicht?“
  17. Dann wandte er sich gegen sie und schlug mit der Rechten auf sie ein (und zerschlug sie bis auf ihren Größten),[3]
  18. und [die Götzendiener] kamen eilig zu ihm gelaufen.
  19. Er sagte: „Betet ihr denn etwas an, was ihr selbst geschnitzt habt?
  20. Wo es doch Aḷḷāh ist, der euch und euer Tun erschaffen hat?“
  21. Da riefen sie (nachdem sie keiner Argumente hatten): „Errichtet einen Scheiterhaufen für ihn und werft ihn ins Feuer!“
  22. So wollten sie ihm ein Übel zufügen, Wir aber machten sie zu den Unterlegenen (indem Wir das Feuer für Abraham kühl und ungefährlich sein ließen).
  23. Er sagte: „Wahrlich, ich (werde dieses Land verlassen) und zu meinem Herrn (in ein Land) gehen (in dem ich Ihn anbeten kann); er wird mich zu dem führen (was gut für mich ist in dieser Welt und im Jenseits)!
  24. Mein Herr, schenke mir einen Sohn, der zu den Rechtschaffenen gehört (und mir in der fremden Gegend eine Stütze ist)!“
  25. Da überbrachten Wir ihm die freudige Nachricht eines sanftmütigen Jungen (nämlich Ismael u).
  26. Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten,[4] sagte Abraham: „O mein Söhnchen, ich sah im Traum (eine Offenbarung Aḷḷāhs), dass ich dich als Opfer darbringen soll. So sag mir, was du darüber denkst.“[5] Er antwortete: „Mein Vater, tu, was dir befohlen wurde. Du wirst mich, so Aḷḷāh will, geduldig vorfinden.“
[1] Oder: Seine Angehörigen und gläubigen Gefolgsleute.

[2] Oder: „Unversehrtheit“. Die Generationen nach ihm u erwähnen ihn nur im Guten.

[3] Siehe Sūrah al-’Anbiyā’ 21:58.

[4] Er erlangt also das Alter, ab dem der Vater von seinem Sohn profitieren kann.

[5] „tarā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „turī“: „So sag mir, wieviel Geduld du mir zeigen wirst.“

  1. Als sie sich beide dem Willen Aḷḷāhs in Demut ergeben hatten und Abraham ihn (seinen Sohn) seitlich auf dessen Stirn gelegt hatte (um ihn zu opfern),
  2. da riefen Wir ihm zu: „O Abraham,
  3. du hast (durch deine feste Absicht, deinen Sohn zu opfern) das Traumgesicht bereits erfüllt!“ So belohnen Wir die, die Gutes tun!
  4. Wahrlich, das ist fürwahr eine deutliche Prüfung (die Abraham bestanden hat).
  5. Und Wir lösten ihn mit einem gewaltigen Widder aus
  6. und ließen die späteren Generationen seiner gedenken (mit den Worten):
  7. „Friede[1] sei auf Abraham!“
  8. So belohnen Wir die, die Gutes tun.
  9. Denn er gehörte fürwahr zu Unseren gläubigen Dienern.
  10. Und Wir brachten ihm die frohe Nachricht eines (weiteren) Sohnes, Isaak, einem Propheten, der zu den Rechtschaffenden gehörte.
  11. Wir segneten ihn und (seinen Sohn) Isaak. Unter ihrer beider Nachkommen aber gibt es solche, die Gutes tun und solche, die (durch ihren Unglauben und ihre Vergehen) offenkundig sich selbst Unrecht zufügen.
  12. Wir hatten auch schon Moses und (Seinem Bruder) Aaron die Gnade der Prophetenschaft erwiesen
  13. und sie beide und ihr Volk aus dem schrecklichen Unheil (nämlich der Knechtschaft Pharaos und dem Ertrinken) errettet.
  14. Wir halfen ihnen, sodass sie es waren, die letztendlich den Sieg davontrugen.
  15. Wir gaben ihnen beiden die Schrift (der Thora), in der sich keinerlei Unklarheit findet
  16. und führten sie beide den rechten Weg.
  17. Und Wir ließen die späteren Generationen ihrer beiden gedenken (mit den Worten):
  18. „Friede[2] sei auf Moses und Aaron!“
  19. So belohnen Wir die, die Gutes tun.
  20. Sie gehörten beide fürwahr zu Unseren gläubigen Dienern.
  21. Auch Elias gehörte wahrlich zu den Gesandten (des Herrn).
  22. Als er zu seinem Volk sprach: „Wollt ihr euch denn nicht vor Aḷḷāh in Acht nehmen?
  23. Ruft ihr euren Götzen Baʿl an und wollt den besten Schöpfer aufgeben,
  24. Aḷḷāh, euren Herrn und den Herrn eurer Vorväter?“[3]
[1] Oder: „Unversehrtheit“. Die Generationen nach ihm u erwähnen ihn nur im Guten.

[2] Oder: „Unversehrtheit“. Die Generationen nach ihm u erwähnen ihn nur im Guten.

[3] „Aḷḷāha/rabbakum/rabba“ nach der Lesart von Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisā’iyy, Yaʽqūb und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „Aḷḷāhu/rabbukum/rabbu“: „Aḷḷāh ist euer Herr und der Herr euer Vorväter.“

  1. Sie aber bezichtigten ihn der Lüge, und darum werden sie (im Jenseits) wahrlich (dem Leid) ausgesetzt werden.
  2. Außer jenen (seines Volkes), die zu den auserwählten[1] Dienern Aḷḷāhs gehörten.
  3. Und Wir ließen die späteren Generationen seiner gedenken (mit den Worten):
  4. „Friede[2] sei auf Elias und seinen Anhängern[3]!“
  5. Wahrlich, so belohnen Wir die, die Gutes tun.
  6. Denn er war fürwahr einer Unserer gläubigen Diener.
  7. Und wahrlich, auch Lot gehörte zu den Gesandten.
  8. (Gedenke) als Wir ihn und die Seinen allesamt erretteten,
  9. außer einer alten Frau (nämlich Lots Ehefrau), die zu jenen gehörte, die (wegen ihres Unglaubens) zurückblieben.
  10. Daraufhin vernichteten Wir alle anderen (die nicht an ihn glaubten).
  11. Fürwahr, ihr (Bewohner Mekkas) kommt (auf euren Reisen nach Šām) an den Überresten ihrer Wohnstätten vorüber, morgens
  12. und auch bei Nacht. Wollt ihr denn nicht euren Verstand gebrauchen?
  13. Fürwahr, auch Jonas gehörte zu den Gesandten.
  14. Er floh (ohne die Erlaubnis seines Herrn vor seinem Volk) auf das voll beladene Schiff.
  15. (Das Schiff versank fast, weil es überbeladen war und) da losten sie aus, und er gehörte zu den Unterlegenen (woraufhin man ihn ins Meer warf).
  16. So verschlang ihn der Wal, und Jonas machte sich selbst Vorwürfe (weil er ohne die Erlaubnis Aḷḷāhs vor seinem Volk davongelaufen war).
  17. Hätte er nicht zu jenen gehört, die Aḷḷāh (schon zuvor viel) lobpriesen (und ebenso in der Finsternis des Fischbauches),
  18. so wäre er fürwahr bis zum Tag, an dem sie auferstehen, in dessen Bauch geblieben.
  19. So aber warfen Wir ihn an eine kahle Küste, und er war krank (weil er lange[4] im Bauch des Wales verweilte).
  20. Daraufhin ließen Wir über ihn eine Kürbispflanze wachsen (die ihm Schatten spendete und von der er essen konnte).
  21. Danach sandten Wir ihn (neuerlich) zu seinem Volk, hunderttausend, nein sogar noch mehr!
  22. Sie glaubten (alle an das, was er verkündete) und so ließen Wir sie (das Leben auf Erden) bis zum Ablauf der für sie bestimmten Frist genießen.
  23. Und jetzt (Muḥammad) frag (die Götzendiener), ob deinem Herrn etwa die Töchter zukommen (die sie selbst verabscheuen), während sie selbst nur Söhne wollen?
  24. Oder haben Wir etwa die Engel als weibliche Wesen erschaffen (wie sie behaupten), und waren sie dabei (als Wir sie erschaffen haben)?
  25. Hört! Es ist nur ihre eigene Verlogenheit, aufgrund derer sie sagen:
  26. „Aḷḷāh hat Kinder gezeugt.“ Aber fürwahr, sie lügen.
  27. Hat Er für sich etwa den Töchtern (die ihr selbst doch hasst) Vorrang gegenüber den Söhnen (die ihr ja liebt) gegeben?
[1] „muḫlaṣīna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „muḫliṣīna“: „aufrichtige“.

[2] Oder: „Unversehrtheit“. Die Generationen nach ihm u erwähnen ihn nur im Guten.

[3] „’ilyāsīn“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʿ, Ibn ʿĀmir und Yaʽqūb: „’āli Yāsīn“: „der Familie Yā Sīns“. Yāsīn ist ein anderer Name für ’Ilyās (Elias).

[4] Es ist keine authentische Überlieferung bekannt, wie lange er darin genau verweilte. Die Aussagen der Tafsīr-Gelehrten schwanken zwischen wenigen Stunden und vierzig Tagen.

  1. Was ist mit euch? Wie urteilt ihr denn?!
  2. Wollt ihr euch denn nicht besinnen?
  3. Oder habt ihr etwa einen klaren Beweis (wie ein offenbartes Buch, für das, was ihr sagt)?
  4. Dann kommt her mit eurer Schrift, wenn ihr tatsächlich die Wahrheit sprecht.
  5. [Die Götzendiener] stellen eine Verwandtschaft zwischen Ihm und den (ihnen) verborgenen (Engeln) her (indem sie behaupten, die Engel seien Töchter Aḷḷāhs), aber die verborgenen (Engel) wissen, dass [die Götzendiener] einst von Aḷḷāh (zur Rechenschaft)vorgeführt werden.
  6. Heilig und erhaben ist Aḷḷāh über all das, was [die Götzendiener] Ihm zuschreiben!
  7. Nur Aḷḷāhs auserwählte Diener[1] tun das nicht: (Vielmehr beschreiben sie Aḷḷāh nur so wie Er Sich Selbst beschrieb und Sein Gesandter).
  8. Wahrlich, ihr (ihr Götzendiener) und das, was ihr verehrt
  9. vermag keinen in die Irre zu führen,
  10. außer denjenigen (den Aḷḷāh für das Höllenfeuer bestimmt hat und) der (darum) darauf zueilt.
  11. (Und die Engel sagen:) „Es gibt keinen unter uns, der nicht einen für ihn bestimmten Platz (im Dienst Aḷḷāhs) innehätte.
  12. Wahrlich, wir sind die, die (in Anbetung und Gehorsam Aḷḷāhs) in Reihen stehen,
  13. und wir sind fürwahr diejenigen, die Ihn heilig und erhaben erklären (über alle Zuschreibungen, die Ihm nicht geziemen).“
  14. Sie (die Götzendiener Mekkas) pflegten (vor der Entsendung Muḥammads) stets zu sagen:[2]
  15. „Hätten auch wir eine Überlieferung der Früheren (wie z.B. die Thora),
  16. dann würden wir gewiss zu Aḷḷāhs auserwählten Dienern[3] gehören.“
  17. Trotzdem aber glauben sie nun nicht an [den Qur’ān]. Aber sie werden bald erfahren (welche Strafe sie am Tag der Auferstehung erwartet).
  18. Schon zuvor ist Unser Wort ergangen, dass Unsere gesandten Diener es sein werden,
  19. dass fürwahr sie es sein werden, die (von Aḷḷāh) Beistand erhalten werden
  20. und dass Unsere Heerscharen wahrlich (die dafür kämpfen, dass Aḷḷāhs Wort der höchste Rang zukommt) den Sieg davontragen werden.
  21. Darum (Muḥammad) wende dich von ihnen für eine festgesetzte Zeit (die Aḷḷāh allein kennt) ab (bis die Strafe sie einholen wird),
  22. und sieh sie dir an. Auch sie werden dann sehen (wenn ihnen ihr Sehen nichts mehr nützen wird).
  23. Haben sie es etwa eilig damit, dass Unsere Strafe über sie kommt?
  24. Wenn sie aber über sie hereinbricht, welch ein schlimmes Erwachen wird das (für diejenigen) sein (die zuvor gewarnt wurden).
  25. Darum (Muḥammad) wende dich für eine festgesetzte Zeit von ihnen ab (bis die Strafe über sie kommen wird),
  26. und sieh (sie) dir an. Auch sie werden dann (die Strafe Aḷḷāhs) sehen.
  27. Heilig und erhaben ist dein Herr, der Herr der Überlegenheit, über all das, was sie (Ihm) zuschreiben!
  28. Und Friede sei auf Seinen Gesandten!
  29. Und aller Lobpreis gebührt allein Aḷḷāh, dem Herrn der Welten!
[1] Nach Lesart von Ibn Kaṯīr, Abū ʿAmr und Ibn ʿĀmir: „Aḷḷāhs aufrichtig ergebene Diener“, (ʿibāda ḷḷāhi l-muḫliṣīna).

[2] Hier endet nur nach der Zählung von ʼAbū Ǧaʽfar, dem Medinenser, kein Vers.

[3] Nach Lesart von Ibn Kaṯīr, Abū ʿAmr und Ibn ʿĀmir: „zu Aḷḷāhs aufrichtig ergebenen Dienern“, (ʿibāda ḷḷāhi l-muḫliṣīna).

Sūrah 38 Ṣād

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend zu lesen)

  1. Ṣād.[1] Beim Qur’ān, der alle Ermahnungen umfasst (die dem Menschen sowohl im Diesseits als auch im Jenseits von Nutzen sind)!
  2. Aber die, die nicht glauben, sind in (fanatischem) Stolz und in Feindseligkeit (dem Gesandten Aḷḷāhs gegenüber) gefangen.
  3. Wie viele Generationen vor ihnen haben Wir schon vernichtet! Und sie riefen Uns um Hilfe an, als keine Zeit mehr war zu entrinnen.
  4. Nun wundern sich [die Zeitgenossen Muḥammads] darüber, dass ein Warner aus ihrer Mitte aufgetreten ist, und die Ungläubigen sagten (während sie die Beweise seiner Wahrhaftigkeit mit eigenen Augen sahen): „Er ist ja nur ein Zauberer, ein Lügner!
  5. Er macht aus den vielen Göttern einen einzigen Gott? Das ist fürwahr äußerst seltsam!“
  6. Da machten sich ihre führenden Männer auf (und sagten zu ihren Gefolgsleuten): „Macht weiter und haltet an euren Göttern fest! Denn das ist eine ausgemachte Sache (dass Muḥammad sich über uns stellen und uns zu seinen Anhängern machen will)!
  7. Nichts davon haben wir von der letzten Religion (nämlich die der Christen) gehört (dass es nämlich nur einen Gott anzubeten gilt). Das ist nichts als reine Erfindung.[2]
  8. Von uns allen soll nur auf ihn (Muḥammad) allein eine Ermahnung herabgesandt worden sein (und nicht auch auf uns, die wir doch zu den Vornehmen gehören)?“ Nein, tatsächlich zweifeln sie an Meiner Ermahnung! Nein, sie haben das Leid (noch) nicht gekostet!
  9. Besitzen sie etwa die (Verfügungsgewalt über die) Schätze der Gnade deines Herrn, des Allüberlegenen und unablässig Schenkenden?[3]
  10. Oder haben sie etwa die Herrschaft über die Himmel und die Erde und über alles, was sich dazwischen befindet, inne? Dann sollen sie nur die Mittel ergreifen, um (zum Himmel) emporzusteigen (und jene Herrschaft an sich zu nehmen, die sie meinen ausüben zu können).
  11. Sie (die Muḥammads Botschaft zurückweisen) sind nur eine weitere Heerschar von Verbündeten, die besiegt werden (so wie schon jene zuvor stets besiegt wurden, die sich gegen ihre Gesandten verbündet hatten).
  12. Vor ihnen haben ja bereits das Volk Noahs, der Stamm der ʿĀd und der Pharao, der mit den Pfählen (mit denen er die Menschen zu foltern pflegte), die Gesandten der Lüge bezichtigt,
  13. und auch der Stamm der Ṯamūd, das Volk Lots und die Bewohner des Dschungels[4] (das Volk Šuʿaybs) – sie alle waren Verbündete (in ihrem Unglauben und ihrer Zurückweisung der Gesandten).
  14. Kein einziges dieser Völker gab es, das nicht seinen Gesandten der Lüge bezichtigt hätte, und so wurde die Strafe fällig.
  15. Sie haben nur einen einzigen Stoß ins Horn abzuwarten, über den hinaus es nicht einmal die Zeit wie zwischen zwei Melkungen[5] geben wird (und schon wird das Leid über sie kommen).
  16. Sie sagen (spöttisch): „O unser Herr, beschleunige doch unseren Anteil (an der Strafe), (damit er schon auf Erden,) vor dem Tag der Abrechnung, (über uns kommt)!“
[1] Siehe Sūrah 86 Vers 1.

Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.

[2] Sie sagten quasi: Wenn dies die Wahrheit wäre, hätten die Christen uns davon berichtet.

[3] Das bedeutet, dass Aḷḷāh, wem auch immer Er will, gewährt, was Er will. So ist auch die Prophetenschaft einer der Schätze Seiner Gnade, die Er verleiht, wem Er will.

[4] „al-’Aykati“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „Laykata“.

Nach einer Ansicht steht beides für den Begriff „Dschungel“. Andere sind der Ansicht, dass Laykah der Name der Stadt war.

[5] Oder: Stillungen.

  1. Sei geduldig (Gesandter Aḷḷāhs) angesichts dessen, was sie sagen, und denk an Unseren Diener David, der (gegenüber den Angriffen seiner Feinde) so stark war (und standhaft in seinem Gehorsam gegenüber Aḷḷāh). Wahrlich, er war immer bereit, sich (Aḷḷāh) in Reue zuzuwenden.
  2. Fürwahr, Wir ließen die Berge mit ihm gemeinsam Aḷḷāh am Nachmittag und vormittags bei Sonnenaufgang lobpreisen.
  3. Und die Vögel ließen Wir (nach seinem Befehl) in Scharen zusammenkommen, und sie alle gehorchten (und folgten) ihm (beim Lobpreisen).
  4. Wir festigten seine Herrschaft (durch seine Ausstrahlung und Kraft), verliehen ihm die die Weisheit (der Prophetenschaft) und gewährten ihm Entscheidungsvermögen und Urteilskraft.
  5. Hat dich (Gesandter Aḷḷāhs) der Bericht von den Streitenden erreicht, die (zu David) in seine Gebetsstätte (an der er u zu beten pflegte) hinaufgestiegen waren?
  6. Als sie bei David (unerwartet) eindrangen, erschrak er vor ihnen, und sie sagten: „Fürchte dich nicht, denn wir sind nur zwei Streitende, von denen einer dem anderen Unrecht getan hat. Darum fälle du ein gerechtes Urteil zwischen uns, weiche nicht von der Gerechtigkeit ab und führe uns auf den richtigen Weg!
  7. Siehe, das ist mein Bruder. Er besitzt neunundneunzig Mutterschafe, und ich besitze nur eines. Dennoch sagte er: „Überlass es mir!“ und überwältigte mich mit seinen Argumenten.
  8. David sagte: „Dein Bruder hat dir Unrecht getan, als er dich aufforderte, dein Schaf den seinen hinzuzufügen. Viele von denen, die miteinander Geschäfte treiben, tun einander Unrecht, außer denen, die glauben und Gutes tun; das aber sind nur wenige.“ David aber erkannte (in diesem Moment), dass Wir ihn selbst auf die Probe gestellt hatten, und so bat er seinen Herrn um Vergebung, warf sich anbetend vor Ihm nieder und wandte sich (Ihm) in Reue zu.
  9. So vergaben Wir ihm, und er wird wahrlich zu jenen gehören, die Uns nahe sind und eine herrliche Heimstatt erlangen.
  10. O David, Wir haben dich zu einem Statthalter auf Erden gemacht, darum richte zwischen den Menschen in Gerechtigkeit, und urteile nicht gemäß deiner eigenen Wünsche, sodass du vom Weg Aḷḷāhs abkommst (indem du jemanden aufgrund von Freundschaft oder Verwandtschaft Recht gibst). Denn wahrlich, jenen, die vom Weg Aḷḷāhs abirren, steht schweres Leiden bevor, weil sie den Tag der Abrechnung vergessen haben.
  1. Wir haben Himmel und Erde und alles, was dazwischen ist, nicht sinnlos erschaffen. Das meinen nur die, die nicht glauben. Wehe darum jenen, die nicht glauben, vor dem Höllenfeuer (wenn sie in diesem Zustand sterben)!
  2. Sollen Wir etwa die, die (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben und Gutes tun, ebenso wie jene behandeln, die auf Erden Verderben stiften, oder sollen Wir die Achtsamen (vor Aḷḷāh) wie die Schamlosen behandeln?
  3. Dieses Buch, das Wir dir offenbart haben, ist voll des Guten und reichlich an Nutzen, damit die Menschen über seine Verse nachdenken[1] und jene, die tiefe Einsicht besitzen, eine Lehre daraus ziehen.
  4. Und Wir schenkten David Salomon. Welch ein vortrefflicher Diener war er! Wahrlich, stets wandte er sich (Uns) in Reue zu.
  5. Nachdem ihm vom Nachmittag an (bis zum Sonnenuntergang) schnelle edle Pferde vorgeführt worden waren (auf drei Beinen stehend und das Vierte angehoben),
  6. sagte er: „Ich habe der Liebe zu irdischer Schönheit (d. h. den Pferden) den Vorzug vor dem Gedenken an meinen Herrn gegeben bis die Sonne unterging!“
  7. (Er sagte:) „Bringt sie zu mir zurück!“ und schlug sogleich (mit dem Schwert) auf ihre Beine und Nacken.[2]
  8. Wahrlich, Wir stellten Salomon auf die Probe und setzten einen [Satan][3] auf seinen Thron (in Gestalt eines menschlichen Körpers, der für kurze Zeit die Herrschaft an sich nahm). Daraufhin wandte Salomon sich Aḷḷāh in Reue zu.
  9. Er sagte: „Herr, vergib mir, und gewähre mir eine Herrschaft, wie sie kein anderer nach mir innehaben wird! Du bist ja fürwahr der unablässig Schenkende!“
  10. Da machten Wir ihm (als Erhörung seiner Bitte) den Wind[4] dienstbar, sodass er auf seinen Befehl hin sanft wehte, wohin auch immer er wollte.
  11. Und auch die Satane machten Wir ihm dienstbar, so die Erbauer und Taucher unter ihnen,[5]
  12. und andere, die mit Ketten aneinandergefesselt sind (und nur freikommen, wenn er u es will).
  13. (Und Wir sagten zu ihm:) „Das ist Unsere Gabe an dich. So spende davon oder halte es zurück (wie auch immer du willst), ohne dass du dafür zur Rechenschaft gezogen werden wirst.“
  14. Wahrlich, Salomon wird zu jenen gehören, die Uns (im Jenseits) nahe sein werden, und ihn erwartet die beste Heimstatt (nämlich das Paradies).
  15. Denk auch (Gesandter Aḷḷāhs) an Unseren Diener Hiob, als er seinen Herrn (mit den Worten) anrief: „Der Satan hat mich mit Mühsal und Leid heimgesucht!“
  16. (Da sagten Wir zu ihm:) „Schlag mit deinem Fuß (auf den Boden)!“ (Er schlug und siehe da): Dies ist kühles Wasser und Trank.“[6]
[1] „liyaddabbarū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „litadabbarū“: „damit ihr Menschen über seine Verse nachdenkt“.

[2] wörtl.: „und er begann sogleich über ihre Beine und Nacken zu streichen“, (Anm.d.Ü.).

[3] Wortwörtlich: Körper.

[4] „ar-rīḥ“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „ar-riyāḥ“: „die Winde“.

[5] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung kein Vers.

[6] Die Quelle befreite Hiob von all seinen körperlichen und seelischen Leiden.

  1. Und Wir schenkten ihm seine Angehörigen (wieder) und noch einmal die gleiche Anzahl (an Söhnen und Enkel) dazu, als Gnade von Uns und als Erinnerung für die, die Verstand besitzen (dass das gute Ende den Geduldigen vorbehalten ist).
  2. (Wir sagten zu ihm, nachdem er u schwor, seiner Frau einhundert Schläge zu versetzen:) „Nimm ein Bündel aus dünnen Halmen in die Hand, und schlag sie damit, und brich nicht deinen Eid.“ Wahrlich, Wir fanden ihn geduldig. Welch ein vortrefflicher Diener! Wahrlich, stets wandte er sich (Uns) in Reue zu.
  3. Gedenke (Gesandter Aḷḷāhs) auch Unserer Diener[1] Abraham, Isaak und Jakob, Männer von Standhaftigkeit (im Gehorsam) und tiefer Einsicht in die Wahrheit.
  4. Wir wählten sie aus, indem Wir ihnen eine Besonderheit[2] gewährten: das (in ihren Herzen fest gegründete) stete Gedenken an die letzte Bleibe (im Jenseits).
  5. Wahrlich, vor Uns zählen sie zu den Auserwählten (für den Dienst und den Gehorsam an Uns) und Besten (Unsere Botschaft zu empfangen und den Menschen zu übermitteln).
  6. Und denke (Gesandter Aḷḷāhs) auch an Ismael, an al-Yasaʽ[3] und Ḏū l-Kifl; sie alle gehörten zu den Auserwählten.
  7. Dies hier ist eine Erinnerung (an sie alle). Für die (alle) Achtsamen (vor Aḷḷāh) aber wird es (im Jenseits) die schönste Heimstatt geben,
  8. Gärten, ewig darin zu verweilen, deren Tore für sie (zum festlichen Empfang) weit geöffnet sind.
  9. Dort werden sie zurückgelehnt ruhen und nach Früchten und Getränken verlangen können (so viel immer sie wollen).
  10. Bei ihnen werden ihnen gleichaltrige Gefährtinnen sein, deren Blicke allein ihren Ehegatten gelten.
  11. Das ist es, was euch[4] für den Tag der Abrechnung versprochen ist.
  12. Wahrlich, das ist Unsere Versorgung für euch. Sie wird kein Ende nehmen.
  13. Das ist es (nämlich die Versorgung der Achtsamen vor Aḷḷāh)! Fürwahr, aber auf jene, die die Grenzen Aḷḷāhs (durch Unglauben und Sünden) überschreiten, wartet die schlimmste Heimstatt!
  14. Dem Höllenfeuer werden sie ausgesetzt sein, und welch übles Ruhelager ist das!
  15. Das ist es (was sie erwartet). So sollen sie es kosten, kochendes Wasser und Eiter[5].
  16. Und noch anderen Leiden, die diesen gleichen, werden sie ausgesetzt sein.
  17. (Die einen Höllenbewohner werden zu den anderen sagen:) „Da ist eine Gruppe, die zu euch (in die Hölle) kommt!“ (Daraufhin werden die anderen entgegnen:) „Heißt sie nicht willkommen! Sie werden das Höllenfeuer erleiden (wie wir)!“
  18. Da werden jene (die sich zu den anderen beiden Gruppen gesellen werden) sagen: „Nein, vielmehr seid ihr es! Ihr sollt nicht willkommen geheißen werden! Ihr (Anführer) wart es ja, die uns hierhergebracht habt! Was für ein furchtbarer Ort!“
  19. Und sie (die Mitläufer) sprechen (folgendes Bittgebet gegen ihre Anführer): „Unser Herr, wer auch immer das für uns vorbereitet hat, lass ihn das doppelte Leid im Höllenfeuer erdulden!“
[1] „ʽibādanā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr: „ʽabdanā“: „Unseres Dieners Abraham, ebenso Isaaks und Jakobs“.

[2] „ḫāliṣatin“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, einer Version von Hišām und ʼAbū Ǧaʽfar: „ḫāliṣati“: „indem Wir ihnen die Besonderheit des (in ihren Herzen fest gegründeten) stetigen Gedenkens an die letzte Bleibe (im Jenseits) gewährten“.

[3] Nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „al-laysaʽa“: Zwei Aussprachen für denselben Namen dieses Propheten u.

[4] „tūʽādūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ʽAmr: „yūʽadūna“: „ihnen“.

[5] Oder: Eiseskälte.

  1. Und [die Hochmütigsten unter den Übeltätern] werden sagen: „Wie kommt es, dass wir hier keinen von jenen Männern sehen, die wir für die Übelsten gehalten haben?
  2. Haben wir sie etwa zu Unrecht verspottet (sodass sie gar nicht im Höllenfeuer sind), oder haben wir sie nicht gesehen (obwohl sie hier sind)?“
  3. Das wird wahrhaftig dereinst der Wortstreit der Insassen des Höllenfeuers sein.
  4. Sag (Gesandter Aḷḷāhs zu den Ungläubigen): „Ich bin nur ein Warner, und es gibt keine Gottheit außer Aḷḷāh, den Einen, den Allbezwingenden,
  5. den Herrn der Himmel und der Erde und all dessen, was sich dazwischen befindet, den Allüberlegenen und ständig Vergebenden.“
  6. Sag: „Es (der Qur’ān) ist eine bedeutende Botschaft.[1]
  7. Ihr aber wendet euch ab.
  8. Ich besaß kein Wissen darüber, was innerhalb der höchsten Schar geschah, als sie miteinander (über die Erschaffung Adams u und die Niederwerfund) stritten (bis mir diese folgenden Verse offenbart wurden).
  9. Mir wird allein deshalb offenbart, damit ich euch ein deutlicher Warner bin.“[2]
  10. (Gedenke) als dein Herr zu den Engeln sprach: „Ich werde einen Menschen aus Ton erschaffen.
  11. Wenn Ich ihn geformt und ihm von Meinem Geist eingehaucht habe, dann werft euch vor ihm nieder!“
  12. Da warfen sich die Engel allesamt (als Zeichen der Ehrerweisung vor Adam) nieder,
  13. außer ’Iblīs, der hochmütig war und so zu den Ungläubigen gehörte.
  14. Da sprach Aḷḷāh: „O ’Iblīs, was hat dich daran gehindert, dich vor dem niederzuwerfen, was ich mit Meinen beiden Händen erschaffen habe? Bist du (zu) hochmütig (dich vor ihm u niederzuwerfen) oder hältst du dich etwa erhaben (über deinen Herrn)?“
  15. Er antwortete: „Ich bin besser als er. Mich hast Du aus Feuer erschaffen, ihn aber aus Ton.“[3]
  16. Da sprach Aḷḷāh: „So verlasse das Paradies, denn du sollst verflucht sein!
  17. Und Mein Fluch soll fürwahr bis zum Tag der Abrechnung auf dir lasten!“
  18. So sagte [’Iblīs]: „Herr, dann gewähre mir eine Frist bis zu jenem Tag, an dem sie auferweckt werden.“
  19. Er antwortete: „Es soll dir eine Frist gewährt werden,
  20. bis zu einem (Meinerseits) bekannten Tag (an dem Du sterben wirst)[4].“
  21. Da sagte ’Iblīs: „So schwöre ich bei Deiner Überlegenheit, dass ich sie allesamt in die Irre führen werde,
  22. außer jenen Deiner Diener, die Du auserwählt[5] hast (Dir allein gehorsam zu dienen).“
[1] Hier endet nur nach der ḥimṣischen Zählung kein Vers.

[2] Dass der Gesandte Aḷḷāhs r über den folgenden Disput im Himmel zwischen Aḷḷāh, den Engeln und ’Iblīs nichts wusste bis ihm r dieser Qurʼān eingegeben wurde, ist ein Hinweis darauf, dass ihm r eingegeben wird.

[3] Offensichtlich sah er im Feuer Wertvolleres als in Ton, aber beide Dinge sind keine Errungenschaften der Geschöpfe.

[4] Ṭabariyy. Andere reden vom Weltuntergang durch den ersten Stoß ins Horn. Es kann sein, dass beides derselbe Zeitpunkt ist.

[5] „muḫlaṣīna“ nach der Lesart von Nāfiʽ, ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf.

Nach den anderen: „muḫliṣīna“: „außer Deinen (Dir) aufrichtigen Dienern“.

  1. So sagte Aḷḷāh: „Das ist dann die Wahrheit[1] (von mir),[2] und ich spreche (nur) die Wahrheit:[3]
  2. Wahrlich, Ich werde das Höllenfeuer mit dir und mit all jenen, die dir (von den Menschen und Ǧinn im Unglauben) folgen, füllen!“
  3. Sag (Gesandter Aḷḷāhs, zu den Ungläubigen): „Ich verlange keinen Lohn für das (was ich euch übermittle) und lege mir nichts (Zusätzliches) auf (sondern tue lediglich das, was mir aufgetragen wurde).
  4. [Der Qur’ān] ist nur eine Ermahnung für alle Welten (der Menschen und Ğinn),
  5. und ihr werdet mit Sicherheit die (Wahrheit seiner) Botschaft nach einer gewissen Zeit erkennen (nämlich nach eurem Tod).“

Sūrah 39 az-Zumar – die Scharen

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Die Herabsendung des Buches ergeht von Aḷḷāh, Dem, Der (allen Geschöpfen) überlegen ist und (in all Seinen Entscheidungen) weise handelt.
  2. Wahrlich, Wir haben auf dich (Gesandter Aḷḷāhs) das Buch mit der Wahrheit herabgesandt. Darum diene Aḷḷāh, indem du Ihm die Religion (und die darin beinhalteten Gottesdienste) ganz allein widmest.
  3. Gebührt nicht Aḷḷāh allein der reine Glaube (ohne Ihm darin irgendetwas zur Seite zu stellen)? Jene, die sich neben Ihm beschützende (falsche Götter) nehmen, sagen: „Wir beten doch nur deshalb zu ihnen, damit sie uns Aḷḷāh näherbringen.“ Aḷḷāh wird fürwahr zwischen ihnen (den Götzendienern und den Gläubigen) hinsichtlich dessen, worüber sie uneinig sind, entscheiden.[4] Wahrlich, Aḷḷāh leitet keinen auf den rechten Weg, der ein Lügner und stets undankbar (gegenüber den Wohltaten Aḷḷāhs) ist.
  4. Hätte Aḷḷāh sich ein Kind nehmen wollen, so hätte Er aus dem, was Er erschaffen hat, wählen können, was immer Er will. Heilig und erhaben ist Er über das, was sie Ihm zuschreiben. Er ist Aḷḷāh, der Einzigartige (hinsichtlich Seines Wesens, Seiner Eigenschaften und Taten), der (deshalb) all Seine Geschöpfe bezwingen kann.
  5. Er erschuf die Himmel und die Erde in Wahrheit. Er lässt die Nacht in den Tag eindringen und den Tag in die Nacht. Sonne und Mond hat Er dienstbar gemacht und jeder zieht seine Bahn für eine bestimmte Frist. Ist nicht Er der Allüberlegende und ständig Vergebende?
[1] „fal-ḥaqqu“ nach der Lesart von ʽĀṣim, Ḥamzah, und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „fal-ḥaqqa“. Demnach würde man entweder „Sodann, bei der Wahrheit (schwöre ich) und ich […]“ oder „So (haltet euch an) die Wahrheit und ich […]“.

[2] Oder: „Sodann: Ich bin die Wahrheit“.

[3] Hier endet nach der kūfischen und Ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[4] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung kein Vers.

  1. Er hat euch aus einem einzigen Wesen erschaffen (nämlich aus Adam u), daraufhin erschuf Er aus ihm seine Partnerin (Eva o) und sandte für euch vier Arten von Vieh jeweils als Paar herab[1] (nämlich Kamel, Rind, Ziege und Schaf). Er bringt euch in den Leibern eurer Mütter hervor, wo ein Schöpfungsakt auf den anderen folgt, hinter drei Finsternissen (der Finsternis des Mutterleibes, der Gebärmutter und der Finsternis innerhalb der Membran, die den Fötus umgibt). Das ist Aḷḷāh, euer Herr. Sein ist das Reich. Es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Ihm. Wie könnt ihr euch denn (von Ihm) abbringen lassen?
  2. Wenn ihr nicht glaubt (und für die Wohltaten Aḷḷāhs nicht dankbar seid), so, fürwahr, bedarf Aḷḷāh eurer nicht (weder eures Glaubens noch eurer Dankbarkeit). Dennoch aber findet Er keinen Wohlgefallen am Unglauben Seiner Diener. Wenn ihr aber dankbar seid, ist Er dafür mit euch zufrieden. Keiner hat die Schuld eines anderen zu tragen (sondern jeder ist für sich selbst verantwortlich). Eure Rückkehr erfolgt sodann (am Tag der Auferstehung) zu eurem Herrn allein, und Er wird euch berichten, was ihr zu tun pflegtet. Denn Er weiß wahrlich darüber Bescheid, was in den Herzen ist.
  3. Wenn den (ungläubigen) Menschen ein Unglück trifft, fleht er seinen Herrn an und wendet sich Ihm reuig zu. Gewährt Er ihm dann eine Gunst von Ihm (wie etwa die Beseitigung des Unglücks), vergisst der Mensch den, den er zuvor um Hilfe angefleht hat und stellt Aḷḷāh Partner zur Seite, um (andere) vom rechten Weg abzubringen.[2] Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Genieße deinen Unglauben ein wenig, denn du wirst fürwahr zu den Insassen des Höllenfeuers gehören.
  4. (Bist du denn dem gleich,) der nachts sich niederwerfend und stehend demütig zu Aḷḷāh betet, das Jenseits fürchtet und auf die Gnade seines Herrn hofft?“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Sind etwa die, die (aufgrund ihrer Kenntnis über Aḷḷāh) wissen (was Er ihnen als Pflicht auferlegt hat) und die, die nicht wissen, ebenbürtig?“ Aber das bedenken nur jene, die ihren Verstand gebrauchen.
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ihr Diener, die ihr glaubt, nehmt euch vor eurem Herrn in Acht! Für jene, die in dieser Welt Gutes tun, ist Gutes (im Diesseits und im Jenseits) bestimmt. Die Erde Aḷḷāhs aber ist weit, und den Geduldigen wird ihr Lohn zuteilwerden, ohne alle Berechnung.“
[1] Oder: „Er macht für euch […] dienstbar“.

[2] „li-yuḍilla“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und Ruways: „li-yaḍilla“: „wodurch er vom rechten Weg abkommt“.

  1. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Mir wurde befohlen, einzig Aḷḷāh zu dienen und Ihm gegenüber in der Religion[1] aufrichtig zu sein.[2]
  2. Und mir wurde aufgetragen, der Erste der Gottergebenen (Muslime) zu sein.“
  3. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ich fürchte, dass, wenn ich meinem Herrn nicht gehorche, mich das Leid eines gewaltigen Tages erwartet.“
  4. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Einzig Aḷḷāh diene ich, aufrichtig Ihm gegenüber in meiner Religion.[3]
  5. So dient ihr an Seiner Stelle, wem auch immer ihr wollt.“ Sag: „Die (wirklichen) Verlorenen sind die, die sich selbst und ihre Angehörigen am Tag der Auferstehung verloren haben werden. Hört! Das ist der offenkundige Verlust!
  6. Schattendächer aus Feuer werden sich über ihnen befinden, und unter ihnen ebenso.“ Auf diese Weise erfüllt Aḷḷāh Seine Diener mit Furcht. O Meine Diener, darum nehmt euch vor Mir in Acht!
  7. Für jene aber, die sich davon fernhalten, Götzen zu dienen, und sich in Reue Aḷḷāh zuwenden, gibt es die frohe Botschaft (des Paradieses) – darum (Gesandter Aḷḷāhs) verkünde Meinen Dienern die gute Nachricht,[4]
  8. ihnen, die dem, was gesagt wird, zuhören und dem besten davon folgen (weil sie das Gute vom Schlechten unterscheiden). Jene sind es, die Aḷḷāh geleitet hat, und jene sind es, die ihren Verstand gebrauchen.
  9. Aber was den betrifft, gegen den das Urteil, dass er ins Höllenfeuer gelangen wird, gefällt wurde (weil er auf seinem Unglauben beharrt, so gibt es für dich, Gesandter Aḷḷāhs, kein Mittel, ihn rechtzuleiten). Kannst du etwa jemanden aus dem Höllenfeuer retten?
  10. Die aber, die sich vor Ihrem Herrn (durch die Umsetzungen Seiner Anordnungen) in Acht nehmen, werden hochgelegene Gemächer, über denen sich weitere Gemächer befinden, besitzen, unter denen Bäche fließen.[5] Das ist ein Versprechen Aḷḷāhs, und Aḷḷāh bricht Sein Versprechen nicht.
  11. Siehst du nicht, dass Aḷḷāh Wasser vom Himmel herabsendet und es zu den Quellen (in die Erde) eindringen lässt. Dann bringt Er dadurch Pflanzen verschiedener Farben hervor. Später werden sie welk, und du siehst sie gelb werden, und daraufhin lässt Er sie zu Staub werden. Wahrlich, darin liegt eine Erinnerung für jene, die ihren Verstand gebrauchen.[6]
[1] Oder: „Anbetung“. Dasselbe gilt für Vers 14.

[2] Nur nach der kūfischen und damaszenischen Zählung endet hier ein Vers.

[3] Nur nach der kūfischen und damaszenischen Zählung endet hier ein Vers.

[4] Hier endet nach der mekkanischen und ersten medinensischen Zählung kein Vers.

[5] Hier endet nach der mekkanischen und ersten medinensischen Zählung ein Vers.

[6] Manche Gelehrte sehen hier ein Gleichnis: In ihm ist das Wasser der Qurʼān, der die Herzen belebt, das Wasser, dass die Quellen aufsucht, beschreibt die Übermittlung der Botschaft und die unterschiedlichen Pflanzen, die durch das Wasser hervorgebracht werden, sind die Menschen, die unterschiedlich auf den Qurʼān reagieren. Alle sterben letztendlich und kehren zu ihrem Herrn zurück.

Offensichtlich ist diese Beschreibung eine Demonstration Seiner Macht, Lebendiges (Pflanzen) aus Totem (Erde und Wasser) hervorzubringen. Dies ist eine Erinnerung an die Wiederauferstehung.

  1. Ist denn der, dem Aḷḷāh die Brust für den Islam geweitet hat und der darum dem Licht Seines Herrn folgt, (dem gleich, dessen Herz dem Glauben gegenüber verhärtet ist)?! Wehe denen, deren Herzen dem Gedenken Aḷḷāhs gegenüber verhärtet sind! Jene sind in einem offensichtlichen Irrtum gefangen.
  2. Aḷḷāh sandte die beste aller Verkündigungen herab, ein Buch, dessen sich (inhaltlich) wiederholenden Teile (in ihrer Wahrhaftigkeit und Schönheit, in ihrem Fehlen jeglicher Widersprüchlichkeit, in den darin erhaltenen Versprechen und Verheißungen usw.) einander gleichen[1] und das die Haut derer erschaudern lässt, die ihren Herrn fürchten. Dann aber werden Haut und Herzen im Gedenken Aḷḷāhs besänftigt. Das ist die Führung Aḷḷāhs durch die Er leitet, wen immer Er will. Wen Aḷḷāh aber in die Irre führt, für den gibt es keinen, der ihn rechtleiten könnte.
  3. Ist denn nun (der,den Aḷḷāh rechtleitet, dem gleich) der am Tag der Auferstehung nichts als sein Gesicht haben wird (auf das er sich niederwirft), um sich vor dem schrecklichen Leid zu schützen (weil er an Händen und Füßen gefesselt ist)? Dann wird zu den Ungerechten gesagt werden: „Kostet nun, was ihr (während eures Lebens auf Erden) erworben habt!“
  4. Schon jene, die vor ihnen waren, haben die Wahrheit zurückgewiesen, bis das Leid plötzlich über sie kam, ohne dass sie es ahnten.
  5. So ließ Aḷḷāh sie durch dieses Leid Schande im irdischen Leben kosten. Die Qual des Jenseits aber ist wahrlich größer, wenn sie es nur begreifen würden.
  6. Wir haben für die Menschen in diesem Qur’ān allerlei Gleichnisse (für das Gute und Schlechte, die Wahrheit und Falschheit, den Glauben und Unglauben) aufgestellt, auf dass sie sich vielleicht besinnen mögen (und somit das Gute vom Schlechten auseinanderhalten).
  7. Einen Qur’ān in arabischer Sprache (haben Wir ihnen gegeben), ohne jegliche Unklarheiten, auf dass sie sich (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen mögen.
  8. Aḷḷāh prägt das Gleichnis eines Mannes, der mehreren Herren dient, die miteinander im Streit liegen[2] und eines Mannes, der nur einem Herrn dient. Ist die Lage der beiden etwa dieselbe? Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh allein, aber die meisten Menschen begreifen nicht (und stellen Aḷḷāh deshalb andere zur Seite).
  9. Fürwahr, du (Muḥammad) wirst sterben, und auch sie werden sterben,
  10. und dann, am Tag der Auferstehung, werdet ihr (Menschen) vor eurem Herrn miteinander streiten.
[1] Aḷḷāh forderte die Araber, die behaupteten, der Qurʼān sei ein Menschenwort, heraus, einen gleichen hervorzubringen, dann nur zehn Suren davon und danach nur eine einzige, die denen des Qurʼān gleichkommt. Der Wundercharakter des Qurʼān geht aber weit darüber hinaus: Aḷḷāh hält diesen Wundercharakter auch dann ein, wenn Er uns etwas zum wiederholten Male erzählt: Man wird Seiner Worte niemals überdrüssig, vielmehr genießt und liebt man sie immer mehr und sie kommen einem immer wieder vor, als höre man sie zum ersten Mal (siehe at-Taḥrīr wat-Tanwīr zu diesem Vers).

[2] Stellt er manche zufrieden, gefällt dies den anderen nicht und umgekehrt.

Juz 24

  1. Wer aber begeht ein größeres Unrecht als der, der über Aḷḷāh Lügen erfindet und die Wahrheit, wenn sie ihm vorgelegt wird, als Lüge bezeichnet? Ist nicht das Höllenfeuer die Bleibe für die Ungläubigen?
  2. Wer jedoch (in seinem Reden und Handeln) wahrhaftig ist und die Wahrheit annimmt, jene sind sind die Achtsamen (vor Aḷḷāh).
  3. Für sie wird es bei ihrem Herrn geben, was auch immer sie sich (an ewigem Genuss) wünschen. Das ist der Lohn derer, die Gutes tun.
  4. (Aḷḷāh versprach ihnen dies, damit sie wissen), dass Er die schlimmsten Taten, die sie begangen haben, (aufgrund ihrer Reue) tilgen und sie gemäß ihrer besten Taten belohnen (wird).
  5. Genügt Aḷḷāh Seinem Diener[1] (Muḥammad) denn nicht? (Gewiss,) sie aber möchten dir (Gesandter Aḷḷāhs) mit jenen, die sie an der Stelle Aḷḷāhs anbeten, Furcht einjagen. Wen Aḷḷāh in die Irre leitet, für den gibt es keinen, der ihn rechtleiten kann,
  6. und wen Aḷḷāh führt, den kann keiner vom rechten Weg abbringen. Ist Aḷḷāh nicht Überlegen und der, der Vergeltung nimmt?
  7. Wenn du (Gesandter Aḷḷāhs) [die Polytheisten] aber fragst, wer denn die Himmel und die Erde erschaffen habe, so antworten sie gewiss, Aḷḷāh. Sag: „Habt ihr euch jemals bewusst gemacht, was ihr an der Stelle Aḷḷāhs anbetet? Wenn Aḷḷāh mir Schaden zufügen will, können jene dann diesen von mir abwenden? Oder wenn Er mir eine Gnade erweisen will, können sie mir etwa diese dann vorenthalten?“ Sag: „Aḷḷāh genügt mir. Auf ihn allein vertrauen alle, die (wirklich) vertrauen (wollen).“
  8. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Mein Volk, handelt gemäß eures Standpunktes[2] (der Götzendienerei), den ihr gutheißt. Wahrlich, auch ich werde (gemäß dem, was mein Herr mir befohlen hat) handeln. Ihr aber werdet noch erfahren,
  9. wem demütigendes Leid (auf Erden) widerfahren und auf wen ewige Qual im Jenseits niederkommen wird.
[1] „ʽabdahu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy, ʼAbū Ǧaʽfar und Ḫalaf: „ʽibādah“: „Seinen Dienern“.

[2] „makānatikum“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Šuʽbah: „makānātikum“: „euren Standpunkten“.

  1. Wahrlich, Wir haben dir das Buch mit der Wahrheit für alle Menschen offenbart. Wer sich nun rechtleiten lässt, der tut dies zu seinem eigenen Wohl, und wer in die Irre geht, tut dies zu seinem eigenen Schaden. Du bist für sie nicht verantwortlich.
  2. Aḷḷāh nimmt die Seelen (der Menschen) nach Ablauf ihrer Lebensfrist zu sich, und auch die Seelen jener, die noch nicht gestorben sind, während ihres Schlafes. Dann behält Er jene bei sich, über die der Tod verhängt wurde und schickt die andere für eine festgesetzte Frist ins Leben zurück. Darin liegen fürwahr Zeichen für Leute, die nachdenken.
  3. Nehmen sie (ihre Götzen) etwa (als) Fürsprecher an der Stelle Aḷḷāhs? Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wie? Auch wenn sie keinerlei Macht haben und keinen Verstand?“
  4. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Aḷḷāh allein hat die Macht, jemandem das Recht auf Fürsprache zu erteilen. Er hat die Herrschaft über Himmel und Erde inne, und zu Ihm werdet ihr dann zurückkehren.“
  5. Wenn Aḷḷāh allein erwähnt wird, krampfen sich die Herzen jener, die nicht an das Jenseits glauben, vor Abneigung zusammen. Werden aber die Götzen erwähnt, die sie an Seiner Stelle anbeten, dann freuen sie sich.
  6. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „O Aḷḷāh, Schöpfer der Himmel und der Erde, Kenner des Verborgenen und des Offenkundigen! Du allein wirst zwischen Deinen Dienern hinsichtlich dessen urteilen, worüber sie uneinig waren.“
  7. Selbst wenn jene, die Unrecht tun, alles besäßen, was es auf Erden gibt und noch einmal so viel, so könnten sie sich doch damit niemals vor der schrecklichen Qual am Tag der Auferstehung loskaufen. Dann wird ihnen ein Leid vor Augen geführt werden, das sie sich so niemals vorgestellt hatten.
  1. Das Übel dessen, was sie (durch ihre Vielgötterei und Sünden) erworben haben, wird ihnen deutlich werden, und das (Leid des Höllenfeuers), worüber sie zu spotten pflegten, wird sie umfassen.
  2. Wenn den (ungläubigen) Menschen ein Unglück (wie Krankheit oder Armut) trifft, dann fleht er Uns an. Wenn Wir ihm aber dann eine Gunst (wie Gesundheit und Vermögen) gewähren, sagt er: „Das wurde mir nur deshalb zuteil, weil Aḷḷāh weiß, dass ich es verdiene.“ Vielmehr jedoch ist es eine Prüfung, die meisten aber wissen es nicht (und lassen sich durch die Gaben Gottes verblenden).
  3. Schon jene (Ungläubigen), die vor ihnen waren, haben dasselbe gesagt. Nichts aber hat ihnen das, was sie (an Vermögen und Rang) erworben haben, genützt.
  4. So trafen sie (die Früheren) die schlimmen Folgen dessen, was sie getan haben, und auch die jetzigen Ungerechten werden von den Folgen ihres Tuns eingeholt werden, und sie werden dem nicht entkommen können.
  5. Wissen Sie denn nicht, dass Aḷḷāh, wem immer Er will, Versorgung reichlich gewährt (um zu sehen, ob er dankbar ist) oder sie aber beschränkt (um zu sehen, ob er geduldig ist)? Darin liegen fürwahr Zeichen für die, die glauben.
  6. Sag (Gesandter Aḷḷāhs, dass Aḷḷāh spricht): „Meine Diener, die ihr euch (durch euren Götzendienst und eure Übeltaten) gegen euch selbst vergangen habt, verliert nicht die Hoffnung auf die Gnade Aḷḷāhs. Denn fürwahr, Aḷḷāh vergibt (dem, der bereut) alle Sünden, denn Er ist wahrlich der Allvergebende, der Gnädige.
  7. Wendet euch eurem Herrn (mit guten Werken) zu und ergebt euch Ihm (in Demut), bevor das Leid über euch kommt und es keinen mehr geben wird, der euch hilft
  8. und folgt dem Besten, das von eurem Herrn auf euch herabgesandt wurde (nämlich dem Qur’ān), bevor das Leid plötzlich über euch kommt, ohne, dass ihr (sein Nahen) bemerkt.
  9. (Tut das,) damit keiner (am Tag der Auferstehung) sagt: „Wie sehr bereue ich es, dass ich Aḷḷāh gegenüber nachlässig war und zu denen gehörte, die sich (über die Gläubigen) lustig gemacht haben!“
  1. Und damit keiner (mit der göttlichen Vorherbestimmung argumentiert und) sagt: „Hätte Aḷḷāh mich rechtgeleitet, dann wäre auch ich sicherlich einer der Achtsamen gewesen!“
  2. Oder damit er, wenn er die Qualen (des Höllenfeuers als Gewissheit) vor sich sieht, nicht sagt: „Hätte ich nur die Möglichkeit, (auf die Erde) zurückzukehren, so würde ich gewiss bereuen und zu jenen gehören, die Gutes tun!“
  3. Aber (es ist nicht so, dass du die Rechtleitung wirklich wünschtest), denn Meine Zeichen sind zu dir gekommen, und du hast sie geleugnet, warst hochmütig und hast zu den Ungläubigen gehört.
  4. Am Tag der Auferstehung wirst du die Gesichter derer, die über Aḷḷāh Lügen erfunden (und Ihm Partner und Kinder zugeschrieben) haben, (wegen all des Leids und Kummers) verfinstert sehen. Ist das Höllenfeuer nicht die geeignete Bleibe für jene, die zu hochmütig waren (um an Aḷḷāh und Seine Gesandten zu glauben)?
  5. Aḷḷāh aber wird all jene retten, die sich vor Ihm in Acht nahmen, indem Er sie in die Stätte[1] ihres Triumphs (nämlich ins Paradies) eingehen lässt. Weder wird sie ein Übel (wie Strafen) treffen, noch werden sie traurig sein.
  6. Aḷḷāh ist der Schöpfer aller Dinge, und Er führt die Aufsicht über sie.
  7. Sein sind die Schlüssel (zu den Schätzen) der Himmel und der Erde, und jene, die die Zeichen Aḷḷāhs leugnen, jene sind die (wahren) Verlierer.
  8. Sag (Gesandter Aḷḷāhs zu jenen, die von dir verlangen, ihre falschen Götter anzubeten): „Befehlt ihr Unwissenden (über Aḷḷāh) mir etwa, etwas anderem an der Stelle Aḷḷāhs zu dienen?“
  9. Wo doch dir und auch schon jenen, vor dir, offenbart wurde: „Wenn du Aḷḷāh jemanden zur Seite stellst, wird (der Lohn deiner guten Werke) auf jeden Fall zunichtewerden und du wirst dann sicherlich zu den Verlierern gehören!“
  10. Diene vielmehr einzig Aḷḷāh und gehöre zu den Dankbaren!“
  11. Sie (die Polytheisten) haben Aḷḷāh nicht in der Ihm gebührenden Weise geehrt (als sie Seine eigene Schöpfung zu Seinen Teilhabern machten): Die ganze Erde (mit allem, was auf ihr ist) wird am Tag der Auferstehung mit nur einem Griff (in Seiner Hand sein), und die Himmel wird Er eingerollt in Seiner rechten Hand halten. Heilig und erhaben ist Er über alles, was sie Ihm zuschreiben!
[1] „bi-mafāzatihim“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Šuʽbah, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf: „bi-mafāzātihim“: „Stätten“.

  1. Es wird (von einem Engel) ins Horn gestoßen werden, und alle in den Himmeln und auf Erden werden tot darnieder stürzen, außer jenen, die Aḷḷāh davon ausnehmen will. Dann wird ein zweites Mal ins Horn gestoßen, und alle werden auferstehen und schauen (was Aḷḷāh mit ihnen anstellt),
  2. und die Erde wird vom Licht ihres Herrn erstrahlen. Die Verzeichnisse (der Taten der Menschen) werden vorgelegt und die Propheten und die Zeugen (damit sie zugunsten der Gesandten Zeugnis gegen deren Gemeinschaften ablegen) herbeigebracht werden. Zwischen ihnen allen wird in Gerechtigkeit entschieden, und sie werden keinerlei Unrecht erfahren.
  3. Jeder Seele wird zur Gänze vergolten werden, was er getan hat (sei es nun Gutes oder Schlechtes), und [Aḷḷāh] weiß am besten, was sie tun.
  4. Jene, die ungläubig waren, werden (von den Engeln) in Scharen zum Höllenfeuer geführt werden. Wenn sie bei ihm angekommen sind, werden sich seine Tore öffnen[1], und seine (Engel-)Wächter werden sie (erniedrigend) fragen: „Sind denn nicht Gesandte von euch selbst zu euch gekommen, die euch die Verse eures Herrn vorgetragen haben und die euch vor dem Kommen dieses eures Tages gewarnt haben?“ Sie werden antworten: „Ja, gewiss!“ Aber die Strafe wird dann für die Ungläubigen unausweichlich fällig geworden sein.
  5. Zu ihnen wird gesagt werden: „Tretet ein durch die Tore des Höllenfeuers, in dem ihr ewig bleiben werdet!“ Wie furchtbar ist der Aufenthaltsort der Hochmütigen (gegenüber der Wahrheit)!
  6. Jene aber, die sich vor ihrem Herrn in Acht genommen haben, werden (von den Engeln) in Scharen zum Paradies geführt werden. Wenn sie dort angekommen sind, werden seine Tore offen[2] sein, und seine Wächter werden sagen: „Friede sei auf euch! Gut wart ihr (eure Herzen und eure Taten), darum tretet ein und verweilt darin für immer!“
  7. Und die Gläubigen werden (wenn sie das Paradies betreten haben) sagen: „Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, der Sein Versprechen uns gegenüber wahr gemacht und uns zu Erben des Paradieses gemacht hat, in dem wir uns niederlassen können, wo auch immer wir wollen!“ Wie schön ist der Lohn derer, die um Aḷḷāhs willen (Gutes) tun!
[1] „futiḥat“ nach ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „futtiḥat“: „weit öffnen“.

[2] „futiḥat“ nach ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „futtiḥat“: „weit offen“.

  1. Und du wirst sehen, wie die Engel (an jenem Tag) den Thron umgeben und ihren Herrn heilig und erhaben erklären (über jegliche Zuschreibung der Ungläubigen, die Ihm nicht geziemt). Es wird dann zwischen allen Geschöpfen in Gerechtigkeit entschieden werden, und es wird gesprochen werden: „Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, dem Herrn der Welten!“

Sūrah 40 Ġāfir – Der Vergebende

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā Mīm.[1]
  2. Die Herabsendung des Buches stammt von Aḷḷāh, dem Allüberlegenen, dem Allwissenden,
  3. dem die Sünden Vergebenden und die Reue Annehmenden, dem Strengen im Strafen ist, dem Besitzer grenzenloser Huld. Es gibt keinen wahren Gott außer Ihm, und zu Ihm erfolgt die Rückkehr.
  4. Nur die, die nicht glauben, streiten (aufgrund ihres schwachen Verstandes) über die Zeichen Aḷḷāhs. So lass dich dadurch, dass sie (aufgrund ihres Wohlstandes) im Land schalten und walten, wie sie wollen, nicht täuschen.
  5. Schon vor ihnen wies das Volk Noahs die Wahrheit zurück und nach ihm all jene, die sich (gegen die Gesandten Aḷḷāhs) verbündet hatten[2]. Jede dieser Gemeinschaften schmiedete Ränke gegen ihren jeweiligen Gesandten, um ihn zu töten, und sie stritten mit ihren nichtigen Argumenten, um so die Wahrheit zu entkräften. Daraufhin packte Ich sie, und wie sah da Meine Strafe aus!
  6. So bewahrheitete sich das Wort[3] deines Herrn hinsichtlich derer, die die Wahrheit leugneten, dass sie nämlich zu den Insassen des Höllenfeuers gehören werden.
  7. Die (Engel), die den Thron tragen und die, die ihn umgeben, erklären ihren Herrn heilig und erhaben, glauben an Ihn und bitten für die Gläubigen um Vergebung (und sagen): „Unser Herr, Du umfasst alles mit Deiner Gnade und Deinem Wissen! Darum vergib jenen, die bereuen und Deinem Weg folgen und bewahre sie vor dem Leid des Höllenfeuers!
[1] Siehe Sūrah Nr. 68 Vers 1.

Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

[2] Gemeint sind hier die Stämme ʿĀd und Ṯamūd, das Volk Lots, die Bewohner Madyans und die Leute des Pharao.

[3] „kalimatu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʿ, Ibn ʿĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „kalimātu“: „die Worte deines Herrn“.

  1. Unser Herr! Lass sie eingehen in die ewigen Gärten Edens (d. h. der Ewigkeit), die Du ihnen verheißen hast und auch jene ihrer Väter, Ehefrauen und Kinder, die rechtschaffen waren, denn Du bist wahrlich allen Überlegen und Weise (in Deinen Bestimmungen)!
  2. Bewahre sie vor (den üblen Folgen) [ihrer] schlechten Taten (in dem Du sie dafür nicht bestrafst), denn wen Du an jenem Tag vor (den üblen Folgen) [seiner] schlechten Taten (am Tag der Auferstehung) bewahrst, dem hast Du fürwahr Gnade erwiesen, und das ist der gewaltige Erfolg!“
  3. Wahrlich, den Ungläubigen wird zugerufen werden: „Der Abscheu Aḷḷāhs euch gegenüber, als ihr zum Glauben aufgerufen wurdet, ihr aber die Wahrheit zurückgewiesen habt, ist größer als eure eigene Abscheu gegenüber euch selbst!“
  4. Da werden sie sagen: „Unser Herr, Du hast uns zwei Mal tot gemacht[1] und zwei Mal zum Leben erweckt, und wir gestehen unsere Schuld. Gibt es denn einen Weg hinaus (aus dem Höllenfeuer ins Leben zurück, um unsere Schuld wiedergutzumachen)?“
  5. Dieses (Leid habt ihr deshalb zu tragen), weil ihr, wann immer Aḷḷāh allein angerufen wurde, ungläubig bliebt. Wenn Ihm aber anderes zur Seite gestellt wurde, dann habt ihr daran geglaubt. Das Urteil aber liegt allein bei Aḷḷāh, dem an sich Hohen[2] und Großen!
  6. Er ist es, der euch Seine Zeichen (in der euch umgebenden Natur und in euch selbst) zeigt und euch nach und nach Versorgung vom Himmel herabsendet.[3] Keiner aber zieht daraus eine Lehre außer der, der sich in Reue (Aḷḷāh demütig) zuwendet.
  7. Darum ruft einzig Aḷḷāh an, aufrichtig im Glauben an Ihn allein, auch wenn es den Ungläubigen verhasst ist.
  8. Von höchstem Rang ist Er,[4] Er, der Inhaber des (mächtigen) Throns! Auf Seinen Befehl hin sendet Er die [Offenbarung][5] auf wen auch immer Er will, von Seinen Dienern, herab, um vor dem Tag (der Auferstehung) zu warnen, an dem die Früheren und die Späteren einander begegnen werden,[6]
  9. vor dem Tag, an dem sie hervortreten werden[7] und nichts von ihnen vor Aḷḷāh verborgen bleiben wird. Wer wird die Herrschaft an jenem Tag innehaben? Aḷḷāh, der Eine, der Allbezwingende!
[1] Einmal war man in dem Sinne „tot“ und nicht lebendig, nämlich vor dem Leben auf dieser Welt.

[2] Oder: „Erhabenen“.

[3] „yunazzilu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr und Yaʽqūb: „yunzilu“: ohne „nach und nach“.

[4] Oder: „Er erhöht die Rangstufen (der Gläubigen).“

[5] Wortwörtlich: „die Seele“, da das Herz durch den edlen Qurʼān lebt.

[6] Hier endet nur nach der damaszenischen Zählung kein Vers.

[7] Hier endet nur nach der damaszenischen Zählung ein Vers.

  1. Heute wird jedem Menschen vergolten, was er erworben hat. Kein Unrecht wird es heute geben. Fürwahr, Aḷḷāh ist schnell im Abrechnen!
  2. So warne sie (Gesandter Aḷḷāhs) vor dem Tag, der immer näher rückt, an dem die Herzen (vor lauter Angst) in die Kehlen steigen.[1] Die Ungerechten werden dann weder einen Freund noch einen Fürsprecher haben, auf den irgendjemand hören würde.
  3. Er kennt die unehrlichen Blicke[2] und weiß, was die Herzen verbergen.
  4. Aḷḷāh aber urteilt gerecht, während die, die sie an Seiner Stelle anrufen[3], keinerlei Urteil zu fällen vermögen. Wahrlich, Aḷḷāh hört (ihre Aussagen) und sieht (ihre Taten).
  5. Sind sie denn nie durch die Lande gezogen und haben gesehen, wie das Ende (der Leugner der Wahrheit) aussah, die vor ihnen waren? Diese besaßen weit mehr Macht als sie[4] und hinterließen auf Erden beeindruckende Spuren ihres Wirkens. Da erfasste Aḷḷāh sie aufgrund ihrer Vergehen, und sie hatten keinen, der sie vor [Ihm] beschützen konnte.
  6. Dies(e Strafe) deswegen, weil Gesandte mit klaren Beweisen zu ihnen gekommen waren, sie ihnen aber keinen Glauben schenkten, sodass Aḷḷāh sie (mit Seiner Strafe) erfasste, denn Er ist wahrlich stark und streng im Strafen.
  7. [5]Wir entsandten ja schon Moses mit Unseren Zeichen und offenkundigen Beweisen
  8. zum Pharao, (seinem Minister) Hāmān und zu Qārūn[6], und sie sagten: „Moses ist ein Zauberer und Lügner!“[7]
  9. Als er ihnen schließlich offensichtliche Beweise von Uns vorlegte (die seine Aufrichtigkeit bekräftigten) sagten sie: „Tötet die Söhne derer, die wie er glauben, und (zur Erniedrigung) lasst nur ihre Frauen am Leben!“ Die List der Ungläubigen aber (die Anzahl der Gläubigen zu verringern) war zum Scheitern verurteilt.
[1] Hier endet nur nach der kūfischen Zählung kein Vers.

[2] Wie jemand, der eine fremde Frau anstarrt, seinen Blick dann „demütig“ senkt, wenn er bemerkt, dass er beobachtet wird.

[3] „yadʽūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʿ, Hišām und einer Version von Ibn Ḏakwān: „die ihr an Seiner Stelle anruft“, (tadʿūna).

[4] „minham“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn ʿĀmir: „minkum“: „ihr“.

[5] Diese Geschichte erzählte Aḷḷāh b Seinem Propheten r, damit er weiß, dass das gute Ende den Gesandten p vorbehalten ist.

[6] Qārūn gehörte zum Volk Mose, wurde aber durch seinen Reichtum hochmütig und wandte sich gegen ihn (siehe 28:76).

[7] Sie behaupteten, seine Wunder seien Zauberei und er sei kein wahrer Gesandter Gottes.

  1. Und der Pharao sagte: „Lasst mich Moses töten – und dann soll er doch seinen Herrn anflehen (um sich vor mir zu schützen) – denn ich fürchte, er könnte euch von eurem Glauben abbringen oder (durch Töten und Zerstören) Unfrieden im Land stiften![1]“
  2. Moses aber sagte: „Ich nehme Zuflucht bei meinem und eurem Herrn vor jedem (der Wahrheit und dem Glauben gegenüber) Hochmütigen, der nicht an den Tag der Abrechnung glaubt.“
  3. Da sagte ein gläubiger Mann von den Leuten des Pharaos, der seinen Glauben jedoch geheim gehalten hatte: „Wollt ihr etwa einen Mann töten, nur weil er sagt: »Mein Herr ist Aḷḷāh«, wo er doch mit deutlichen Beweisen von eurem Herrn zu euch gekommen ist? Wenn er wirklich lügt, so werden die üblen Folgen seiner Lüge nur ihn selbst treffen, aber wenn er die Wahrheit sagt, dann wird euch (schon im Diesseits) ein Teil dessen treffen, wovor er euch warnt. Wahrlich, Aḷḷāh leitet den nicht auf den rechten Weg, der sich über die von Ihm gesetzten Grenzen hinwegsetzt und (über Ihn und Seinen Gesandten) Lügen verbreitet.
  4. Meine Leute! Heute habt ihr die Herrschaft inne und besitzt die Obermacht im Land. Wer aber wird uns vor der Strafe Aḷḷāhs bewahren, wenn sie über uns kommt?“ Da sagte der Pharao: „Es gilt die Ansicht, die ich vertrete, und ich führe euch keinen anderen Weg als den der Rechtschaffenheit!“
  5. Da sagte derjenige, der gläubig war: „Meine Leute, ich fürchte, dass (wenn ihr Moses zu Unrecht tötet) ein Tag über euch kommen wird, wie er einst schon über jene kam, die sich (gegen ihre Gesandten) verschworen hatten,
  6. wie er schon über das Volk Noahs und die Stämme ʿĀd und Ṯamūd kam und über jene, die nach ihnen waren. Aḷḷāh aber will kein Unrecht gegenüber den Menschen (sondern sie erhalten nur das, was sie verdienen).
  7. Mein Volk! Ich fürchte für euch jenen Tag (der Auferstehung), an dem die Menschen (aufgrund von Verwandtschaft o. ä.) einander um Hilfe rufen werden (weil sie meinen, dies könnte ihnen helfen),
  8. den Tag, an dem ihr (aus Furcht vor dem Höllenfeuer) euch zur Flucht wenden werdet. Ihr habt keinen, der euch vor (der Strafe) Aḷḷāhs bewahren kann! Wen Aḷḷāh aber (verlässt und) in die Irre führt, für den gibt es keinen mehr, der ihn rechtleiten könnte.
[1] „ʼau/yuẓhira“ nach der Lesart von Ḥafṣ und Yaʽqūb.

Nach Nāfiʽ, ʼAbū ʽAmr und ʼAbū Ǧaʽfar: „wa/yuẓhira“: „und Unfrieden im Land stiften“.

Nach „Ibn Kaṯīr, Ibn ʽĀmir: „wa/yaẓhara“: und dass sich (dadurch) Unfrieden im Land verbreitet.“

Nach allen anderen: „ʼau/yaẓhara“: „oder dass sich (dadurch) Unfrieden im Land verbreitet.“

  1. Schon Josef ist einst mit klaren Beweisen (der Einheit Aḷḷāhs) zu euch gekommen, ihr aber habt nicht aufgehört, [an der Botschaft] zu zweifeln, die er euch überbrachte, bis ihr, als er schließlich starb, sagtet: „Aḷḷāh wird nach ihm keinen Gesandten mehr schicken.“ Und genauso (wie ihr euch durch euren Zweifel von der Wahrheit habt abwenden lassen) führt Aḷḷāh den in die Irre, der (die von Ihm gesetzten Grenzen) überschreitet und voll Argwohn ist,
  2. jene, die über die Zeichen Aḷḷāhs streiten (um sie für nichtig zu erklären), ohne irgendwelche Beweise zu haben. Das ist aus der Sicht Aḷḷāhs und der Gläubigen überaus verabscheuungswürdig. Ebenso aber (wie Aḷḷāh die Herzen derer, die über die Zeichen Aḷḷāhs streiten versiegelte) versiegelt Er das Herz eines jeden, der (für die Wahrheit zu) hochmütig und überheblich ist.[1]
  3. Da sagte der Pharao (zu seinem Minister): „Hāmān, errichte mir ein hohes Gebäude, damit ich vielleicht die Zugänge erreiche,
  4. die Zugänge zu den Himmeln, um zum Gott Moses‘ zu gelangen. Ich halte ihn aber wahrlich für einen Lügner.“ So erschien dem Pharao sein übles Handeln als wohlgefällig, und er wurde vom Weg (der Wahrheit) abgehalten.[2] Die List des Pharaos aber führte zu nichts als ins Verderben.
  5. So sagte der (Mann), der glaubte (und seinen Glauben geheimhielt): „Mein Volk! Folgt mir, ich führe euch den Weg der Rechtschaffenheit.

39 Mein Volk! Dieses weltliche Leben ist nur ein (vergänglicher) Genuss, das Jenseits aber ist die ewige Bleibe.

  1. Wer ein Übel begeht, dem wird dieses nur in gleichem Maße vergolten. Jene aber, die Gutes tun, seien sie männlich oder weiblich, und gläubig sind, die werden ins Paradies eingehen[3] und darin ohne jede Berechnung versorgt werden.
[1] „qalbi“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ʽAmr und Ibn ʽĀmir: „qalbin“: „Ebenso aber (wie Aḷḷāh die Herzen derer, die über die Zeichen Aḷḷāhs streiten versiegelte) versiegelt Er ein jedes (für die Wahrheit zu) hochmütig und überhebliche Herz.“

[2] „ṣudda“ nach einer Lesart.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „ṣadda“: „und er hielt vom Weg (der Wahrheit) ab.“

[3] „yadḫulūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Šuʽbah, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „yudḫalūna“: „hineingebracht werden“.

  1. Mein Volk! Wie kann das sein? Ich rufe euch zu eurer Rettung auf, während ihr mich zum Höllenfeuer ruft?
  2. Ihr ruft mich dazu auf, Aḷḷāh zu leugnen und Ihm anderes zur Seite zu stellen, von dem ich keinerlei Wissen besitze, und ich rufe euch zum Allüberlegenen und Vergebungsreichen auf!
  3. Tatsächlich hat das, zu dem ihr mich aufruft, weder in diesem Leben noch im Jenseits die Macht, irgendeinen Anspruch zu stellen. Wir alle werden zu Aḷḷāh zurückkehren, und die (durch den Unglauben und die Sünden) Maßlosen werden Insassen des Höllenfeuers sein.
  4. (Sie lehnten seine Ratschläge ab, da fuhr er fort): Ihr werdet noch an meine Worte denken. Ich aber vertraue meine Sache Aḷḷāh an, denn Aḷḷāh sieht wohl, was Seine Diener tun.“
  5. So bewahrte Aḷḷāh ihn vor ihren üblen Plänen (als sie ihn zu töten versuchten), während die Leute des Pharaos das schlimme Leid (des Ertrinkens) erfasste.
  6. Dem Feuer aber sind sie (in ihren Gräbern) morgens und abends ausgesetzt, und am Tag, da die Stunde eintrifft, wird (zu den Engeln) gesagt werden: „Führt[1] die Leute des Pharaos der heftigsten Qual zu!“
  7. Erwähne (oh Gesandter) wie sie im Höllenfeuer miteinander streiten werden, und die (einst) Schwachen werden zu den (zu Lebzeiten) Hochmütigen sagen: „Wir sind euch doch nur (im Irrtum) gefolgt! Nehmt ihr uns denn nicht etwas von dem Feuer ab?“
  8. Und die Hochmütigen werden antworten: „Wir alle sind darin! Wahrlich, Aḷḷāh hat schon zwischen den Menschen gerichtet (und jedem zugeteilt, was ihm gebührt)!“
  9. Und die Insassen des Höllenfeuers werden zu dessen Wächtern sagen: „Bittet euren Herrn doch, dass Er uns wenigstens einen Tag der Qual erlässt!“
[1] „ʼadḫilū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und Šuʽbah: „udḫulū“: „wird (zum Pharao und seinen Anhängern) gesagt werden: „Oh Gefolgschaft des Pharao! Tretet ein in die heftigste Qual!“

  1. Sie (die Wächter der Hölle) werden antworten: „Sind denn keine Gesandten mit klaren Beweisen zu euch gekommen?“ Und sie werden sagen: „Ja, gewiss.“ Daraufhin sagen die Wächter (spöttisch): „So bittet doch selbst!“ Die Bitten der Ungläubigen aber sind nichts anderes als zwecklos.
  2. Fürwahr, helfen werden Wir Unseren Gesandten und den Gläubigen, sowohl im irdischen Leben (durch die ihnen mitgegebenen Beweise) als auch an dem Tag, an dem die (Propheten, Engel und Gläubigen als) Zeugen vortreten (und bestätigen) werden (dass Aḷḷāhs Botschaft den Menschen übermittelt wurde),
  3. an dem Tag, an dem den Ungerechten (aufgrund ihres Unglaubens) ihre Entschuldigungen nichts nützen werden, ihnen der Fluch Aḷḷāhs zuteilwerden (und somit die Gnade Aḷḷāhs vorenthalten) wird und sie den schlimmsten Aufenthaltsort beziehen werden.
  4. Schon Moses haben Wir (das Wissen um) den rechten Weg gegeben (damit er die Kinder Israels führe), und Wir gaben den Kindern Israels [die Thora] als Erbe (sodass sie von Generation zu Generation weitergegeben werden konnte),[1]
  5. als eine Anleitung, dem rechten Weg zu folgen und eine Ermahnung für jene, die Verstand haben.
  6. Darum (Gesandter Aḷḷāhs) sei geduldig, denn das Versprechen Aḷḷāhs (dass Er dir den Sieg verleihen wird) wird sich bewahrheiten, bitte Ihn um Vergebung für deine Sünden und lobpreise deinen Herrn am Anfang und am Ende des Tages.
  7. Denn in den Herzen derer, die ohne jegliche Beweise über die Zeichen Aḷḷāhs streiten (mit dem Ziel, sie für nichtig zu erklären), ist nichts als Hochmut (gegenüber der Wahrheit). Sie werden ihr Ziel (sich über die Wahrheit stolz und unbehelligt hinwegzusetzen) aber nicht erreichen. So nimm Zuflucht bei Aḷḷāh, denn wahrlich, Er ist der Allhörende und Allsehende.
  8. Die Erschaffung der Himmel und der Erde ist fürwahr gewaltiger als die (erneute) Erschaffung des Menschen, die meisten Menschen aber begreifen es nicht.
  9. Der Blinde und der Sehende sind nicht gleich,[2] und ebenso wenig sind die, die glauben und Gutes tun den Übeltätern gleich. Wie wenig aber besinnt ihr euch dessen[3]!
[1] Hier endet nach der letzten medinensischen, baṣrischen und šāmischen (nach Ibn al-Ǧahm) Zählung kein Vers.

[2] Hier endet nur nach der damaszenischen und letzten medinensischen Zählung ein Vers.

[3] „tataḏakkarūna“ nach der Lesart von ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „yataḏakkarūna“: „besinnen sie sich dessen“

  1. Fürwahr, die Stunde wird gewiss kommen, die meisten Menschen aber glauben nicht.
  2. Euer Herr sagt doch: „Bittet Mich (allein), und Ich werde eure Bitte erhören. Wahrlich, die, die zu hochmütig sind, Mir (allein) zu dienen, werden gewiss gedemütigt ins Höllenfeuer eingehen[1]!“
  3. Aḷḷāh ist es, der euch die Nacht (dunkel) gemacht hat, damit ihr in ihr Ruhe findet und der euch den Tag (hell) gemacht hat, damit ihr euch umschauen (und tätig sein) könnt. Aḷḷāh ist fürwahr der, der voller Güte gegenüber den Menschen ist, die meisten Menschen aber sind (dafür) undankbar.
  4. Der (euch all diese Gnade gewährt) ist Aḷḷāh, euer Herr, der Schöpfer aller Dinge. Es gibt nichts neben Ihm, das der Anbetung würdig ist. Wie könnt ihr euch nur davon abbringen lassen (Ihm allein zu dienen)?
  5. So wie sie (die Qurayš) sich (vom Glauben) abwenden lassen, wurden auch jene (vor ihnen), die die Zeichen Aḷḷāhs abstreiten, (vom Glauben) abgewendet.
  6. Aḷḷāh ist es, der euch die Erde als Wohnstätte gemacht hat und den Himmel als festes Bauwerk, der euch (in den Leibern eurer Mütter) geformt und euch in bester Weise geformt hat und der euch mit den guten Dingen versorgt. So ist Aḷḷāh, euer Herr. Segensreich ist darum Aḷḷāh, der (einzige) Herr der Welten.
  7. Er ist der Lebende (der niemals stirbt), es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Ihm, darum ruft einzig Ihn an, aufrichtig im Glauben an Ihn allein. Aller Lobpreis gebührt Aḷḷāh, dem Herrn der Welten.
  8. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Mir wurde, als die klaren Beweise meines Herrn zu mir kamen, verboten, jenen (Götzen) zu dienen, die ihr an der Stelle Aḷḷāhs anruft, und mir wurde befohlen, mich dem Herrn der Welten zu ergeben.“
[1] „sayadḫulūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, einer Version von Šuʽbah, ʼAbū Ǧaʽfar und Ruways: „sayudḫulūna“ : „hineingebracht“.

  1. Er ist es, der euch (ursprünglich)[1] aus Erde erschuf, dann aus einem Samentropfen, danach aus etwas Blutegelähnlichem[2] und der euch dann als Kinder (aus dem Leib eurer Mütter) hervorbringt. Danach lässt Er euch heranwachsen, bis ihr eure volle körperliche Reife erreicht habt und lässt euch danach alt werden. Mancher von euch stirbt bereits davor. All das geschieht, damit ihr eine (von Ihm) festgesetzte First erreicht, und damit ihr vielleicht begreift.
  2. Er allein ist es, der zum Leben erweckt und der sterben lässt, und wenn Er will, dass etwas sein soll, so spricht Er nur: „Sei!“, und es existiert.
  3. Siehst du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht jene, die über die Zeichen Aḷḷāhs (trotz ihrer Deutlichkeit) streiten? Wie lassen sie sich doch (von der offenkundigen Wahrheit) abwenden!
  4. Sie sind es, die das Buch (des Qur’ān) und das, womit Wir Unsere Gesandten entsandten, als Lüge zurückweisen. Aber sie werden (das Ende ihrer üblen Haltung) noch kennenlernen,
  5. wenn die Fesseln um ihre Nacken geschlungen sein werden und sie in Ketten (um ihren Füßen von den strafenden Engeln) gezerrt werden[3]
  6. in siedendes Wasser[4] und sie dann im Feuer brennen werden.
  7. Dann wird zu ihnen (als eine Art Erniedrigung) gesagt werden: „Wo ist nun das, das ihr angebetet habt[5]
  8. an der Stelle Aḷḷāhs?“ Und sie werden antworten: „Sie haben sich unseren Blicken entzogen! Nein, vielmehr ist es so, dass wir einst (auf Erden) nichts angebet haben (was der Anbetung tatsächlich würdig war).“ So führt Aḷḷāh (zu jeder Zeit) die in die Irre, die die Wahrheit zurückweisen.
  9. (Und es wird zu ihnen gesagt werden:) „Diese (Qual) müsst ihr deshalb erdulden, weil ihr auf Erden (wegen eures Götzendienstes) zu Unrecht fröhlich und ausgelassen wart.
  10. Tretet nun ein durch die Tore des Höllenfeuers und bleibt darin! Schlimm ist die Bleibe der Hochmütigen (gegenüber der Wahrheit)!“
  11. So sei geduldig (Gesandter Aḷḷāhs), denn das Versprechen Aḷḷāhs (deines letztendlichen Sieges) ist wahr. Ob Wir dich nun (noch in dieser Welt) einiges von dem Leid sehen lassen, das Wir ihnen verheißen haben oder ob Wir dich (davor) sterben lassen – zu Uns allein werden sie (am Tag der Auferstehung) zurückgebracht werden[6].
[1] D. h. unseren Urvater Adam.

[2] Oder: Blutgerinnsel, Anhängsel.

[3] Hier endet nur nach der kūfischen, damaszenischen und letzten medinensischen Zählung ein Vers.

[4] Hier endet nur nach der mekkanischen und ersten medinensischen Zählung ein Vers.

[5] Hier endet nur nach der kūfischen und damaszenischen Zählung ein Vers.

[6] „yurǧaʽūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „yarǧiʽūna“: „(am Tag der Auferstehung) zurückkehren“.

  1. Wir haben schon vor dir (Muḥammad viele) Gesandte entsandt (die der Lüge bezichtigt und gequält wurden). Unter ihnen gibt es manche, von denen Wir dir berichtet haben und manche, von denen Wir nicht berichtet haben. Keinem Gesandten aber ist es gegeben, ein Wunder zu vollbringen, es sei denn mit der Erlaubnis Aḷḷāhs[1]. Als dann der Befehl Aḷḷāhs erging, wurde gerecht (zwischen dem Gesandten und seinem jeweiligen Volk) entschieden und all jene waren verloren, die die Wahrheit zunichtemachen wollten.
  2. Aḷḷāh ist es, der euch das Vieh (nämlich Kamele, Kühe, Schafe und Ziegen) gegeben hat, damit ihr auf einigen reiten und von anderen essen könnt.
  3. Ihr habt an ihm (in jeder Epoche) vielerlei Nutzen und könnt durch es mancherlei Bedürfnis, das ihr in euren Herzen hegt, befriedigen. Von ihnen und auf Schiffen werdet ihr getragen.
  4. So zeigt Er euch Seine Zeichen (die auf Seine Allmacht hinweisen): Welches Zeichen Aḷḷāhs wollt ihr nun leugnen?
  5. Sind sie denn noch nie im Land umhergereist und haben gesehen, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Sie waren weit zahlreicher als sie, besaßen mehr Macht und haben auf Erden mehr Spuren hinterlassen, und dennoch hat ihnen all das keinen Nutzen gebracht.
  6. Als die Gesandten mit den klaren Beweisen zu ihnen kamen, freuten sie sich über das (vermeintliche) Wissen, das sie selbst besaßen[2], und so bewahrheitete sich an ihnen das, worüber sie sich lustig zu machen pflegten.
  7. Als sie dann das Leid deutlich vor sich sahen, sagten sie: „Wir glauben nun Aḷḷāh allein und weisen alles zurück, was wir Ihm einst zur Seite gestellt haben!“
  8. Nichts aber hat ihnen ihr Glaube genützt, als sie Unsere Strafe bereits vor Augen hatten. (Denn) das ist die Vorgehensweise Aḷḷāhs, die Er schon immer gegenüber Seinen Dienern anwendete. Und so waren die Ungläubigen verloren (da sie nicht rechtzeitig bereuten).
[1] Das heißt, die überhebliche an die Gesandten gestellte Forderung der Ungläubigen, sie mögen doch als Beweis ihrer Entsendung ein Wunder vollbringen, stellte an sich ein Unrecht dar.

[2] Sie meinten nämlich zu wissen, es gäbe keine Auferstehung.

Sūrah 41 Fuṣṣilat – Ausführlich dargelegt

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā Mīm.[1]
  2. Es ist eine Herabsendung des Gnadenvollen und Gnädigen.
  3. Ein Buch, dessen Verse ausführlich dargelegt sind als ein Qur’ān in arabischer Sprache, für Leute, die Wissen besitzen (und dadurch davon profitieren),
  4. als Freudenbote (für die Gläubigen) und als Warner (für die Ungläubigen). Die meisten aber wenden sich von ihr ab, sodass sie nicht hören (und dadurch von der Rechtleitung profitieren).
  5. Und sie sagen: „Unsere Herzen sind verhüllt vor dem, wozu du aufrufst und unsere Ohren sind taub. Zwischen uns und dir ist ein Vorhang (weshalb von dir nichts zu uns gelangt). Darum tu, was du tust und auch wir fahren in unserem Tun fort (und werden deinen Worten nicht folgen).“
  6. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ich bin nur ein Mensch wie ihr, dem offenbart wurde, dass euer wahrer Gott ein einziger Gott ist, darum folgt dem Weg, der zu Ihm führt und bittet Ihn um Vergebung.“ Wehe den Götzendienern,
  7. die keine Zakāh entrichten und nicht an das Jenseits glauben!
  8. Wahrlich, jene aber, die (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben und gute Werke tun, werden (im Paradies) nie endenden Lohn erhalten.
  9. Sag: „Wollt ihr wirklich den leugnen, der die Erde in zwei Tagen (am Sonntag und Montag) erschuf und Ihm Partner zur Seite stellen? Das ist der Herr der Welten!
  10. Er setzte feste Berge auf sie, die über sie hinausragen und erteilte ihr zahlreichen Segen, und Er legte die Mittel zur Versorgung (für Mensch und Tier) in rechtem Maß fest, dies geschah (inkl. der ersten beiden Tage) in (insgesamt) vier Tagen[2] (nämlich Dienstag und Mittwoch), für alle, die danach fragen.
  11. Dann wandte Er sich der Erschaffung des Himmels zu, der nur Rauch war und sprach zu ihm und zur Erde: „Kommt ihr beide, freiwillig oder widerwillig!“ Und sie antworteten: „Wir kommen in Gehorsam.“
[1] Siehe Sūrah 68 Vers 1.

Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

[2] „sawāʼan nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „sawāʼun“: „Sie (diese beiden zusätzlichen Tage) sind gleichlang (wie die vorigen zwei Tage).“

Nach Yaʽqūb: „„sawāʼin“: „in (insgesamt) vier gleichlangen Tagen.“

  1. So vollendete Er die [Himmel] und machte sie in (weiteren) zwei Tagen (Donnerstag und Freitag) zu sieben. Jedem Himmel gab Er seine Aufgabe ein. Und Wir schmückten den untersten Himmel mit leuchtenden Himmelskörpern und machten diese auch zum Schutz (vor den lauschenden Satanen). All das ist die Bestimmung des Allüberlegenen und Allwissenden.
  2. Wenn sie sich aber weigern (an das zu glauben, womit du gekommen bist), dann sag: „Ich habe euch vor einem Donnerschlag gewarnt, wie jenem der ʿĀd (dem Volk von Hūd) und der Ṯamūd (dem Volk von (Ṣāliḥ).“[1]
  3. Als die Gesandten einer nach dem anderen zu ihnen kamen (und sie aufforderten): „Betet keinen außer Aḷḷāh an!“, da sagten sie: „Hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätte Er einen Engel zu uns gesandt (und nicht bloß Menschen, wie ihr es seid). Wir aber glauben nicht an das, womit ihr gesandt wurdet.“
  4. Was die ʿĀd betrifft, so verhielten sie sich ohne jedes Recht hochmütig auf Erden und sagten: „Wer besitzt denn mehr Macht als wir?“ War ihnen denn nicht bewusst, dass Aḷḷāh, der sie erschuf, mehr Macht besitzt als sie? Sie aber lehnten Unsere Zeichen (die wir mit Hūd n sandten) weiterhin ab.
  5. Da sandten Wir mehrere Tage lang einen heulenden Wind über sie, um sie das Leid der Demütigung auf Erden kosten zu lassen. Aber das Leid des Jenseits ist fürwahr beschämender, und sie werden keine Hilfe finden.
  6. Was aber die Ṯamūd betrifft, so machten Wir ihnen den rechten Weg deutlich, sie aber zogen Blindheit der Rechtleitung vor. Da erfasste sie der Donnerschlag des schmachvollen Leidens, wegen all dem, was sie (an Unglauben und Sünden) getan hatten.
  7. Und Wir retteten nur jene, die glaubten und sich (vor Aḷḷāh) in Acht nahmen.
  8. An dem Tag, an dem die Feinde Aḷḷāhs beim Höllenfeuer zusammengeschart[2] und (von den Engeln) in Zaum gehalten werden (sodass sie nicht zu fliehen vermögen),
  9. bis, wenn sie ihm (dem Höllenfeuer) nahegekommen sind (und ihre Vergehen abstreiten), ihre Ohren, ihre Augen und ihre Haut Zeugnis ablegen werden von dem, was sie (an Unglauben und Sünden) zu tun pflegten.
[1] Hier endet nur nach der ḥiǧāzischen und kūfischen Zählung ein Vers.

[2] „yuḥšaru“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʿ und Yaʽqūb: „naḥšuru“: „an dem Wir die Feinde Aḷḷāhs (…) zusammenscharen“.

  1. Sie werden zu ihren Häuten sagen: „Warum habt ihr Zeugnis gegen uns abgelegt?“ Und sie werden antworten: „Aḷḷāh hat uns Sprache verliehen, Er, der allem Sprache verliehen hat (das sprechen kann). Er hat euch (das erste Mal) erschaffen und zu Ihm seid ihr nun zurückgekehrt.[1]
  2. Ihr habt euch (während des Sündigens) nicht verborgen, sodass eure Ohren, eure Augen und eure Haut kein Zeugnis über euch ablegen könnten, sondern ihr meintet, dass Aḷḷāh nicht viel von dem weiß, was ihr tut.
  3. Und diese eure Mutmaßung über euren Herrn hat euch zugrunde gerichtet; darum seid ihr nun unter den Verlorenen.“
  4. Selbst, wenn sie es geduldig ertragen, so ist das Höllenfeuer doch ihre Bleibe und auch wenn sie um Gnade bitten, wird ihnen diese nicht gewährt werden.
  5. Wir bestimmten ihnen (wegen ihrer Verleugnung der Wahrheit) Gefährten (von den Satanen), die ihnen ihre üblen Taten auf Erden ausschmückten und ihnen das Jenseits wohlgefällig erschienen ließen (sodass sie es vergaßen und sich nicht darauf vorbereiteten). Und so wurde das Wort sie betreffend fällig, gemeinsam mit den anderen Völkern der Ğinn und der Menschen, die vor ihnen waren. Wahrlich, sie (alle) gehören zu den Verlorenen.
  6. Die, die nicht glauben, sagen: „Hört nicht auf diesen Qur’ān und erhebt eure Stimmen (während er vorgetragen wird), vielleicht werdet ihr dann die Oberhand gewinnen.“
  7. Wir werden jene, die nicht (an Aḷḷāh und an Seinen Gesandten) glauben, (am Tag der Auferstehung) fürwahr heftiges Leid kosten lassen und Wir werden ihnen ihr Tun wahrlich entsprechend der schlimmsten ihrer Taten vergelten.
  8. Das ist der Lohn der Feinde Aḷḷāhs, das Höllenfeuer. Darin haben sie eine ewige Wohnstatt als Vergeltung dafür, dass sie Unsere Zeichen stets geleugnet haben.
  9. Die, die ungläubig waren, werden sagen: „Unser Herr, zeige uns die beiden von den Ğinn und den Menschen, die uns in die Irre geführt haben (nämlich Iblīs, der zum Unglauben aufrief und den Sohn Adams, der das Blutvergießen in die Welt brachte)! Wir werden sie (im Höllenfeuer) mit Füßen treten, damit sie zu denen gehören, die sich im tiefsten Teil des Höllenfeuers befinden (und somit jene sind, die die schlimmste Strafe zu erwarten haben)!“
[1] „turǧaʽūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb „tarǧiʽūna“: „kehrt ihr nun zurück“.

  1. Fürwahr, die, die sagen: „Unser Herr ist Aḷḷāh“, und dann (Seinem Weg) gehorsam folgen, auf sie kommen (wenn sie im Sterben liegen) die Engel herab und sagen: „Habt keine Angst und seid nicht traurig, sondern freut euch über das Paradies, das euch versprochen wurde!
  2. Wir sind eure Beschützer während eures Lebens auf Erden und im Jenseits. Dort gibt es für euch (im Paradies), was immer ihr euch wünscht und dort werdet ihr bekommen, was immer ihr verlangt;
  3. eine Versorgung von einem stets Vergebenden und Gnädigen.“
  4. Und wer spricht bessere Worte als der, der zu Aḷḷāh aufruft und Gutes tut und sagt: „Ich gehöre zu denen, die Aḷḷāh ergeben sind.“
  5. Es ist nicht das Gleiche, Gutes oder Schlechtes zu tun. Wehre das Schlechte (mit dem dir deine Feinde begegnen) mit etwas Besserem ab, und siehe da, der, zwischen dem und dir einst Feindschaft bestand, ist dir ein warmherziger Freund.
  6. Aber nur denjenigen wird dafür der Erfolg verliehen, die geduldig sind und nur die, die gewaltiges Anteil (an rechtschaffenen Taten) haben.
  7. Und wenn dir der Satan (Böses) einflüstert, dann nimm Zuflucht bei Aḷḷāh. Wahrlich, Er ist der Allhörende und Allwissende.
  8. Und zu Seinen Zeichen (die auf Seine Allmacht hindeuten) gehören die Nacht und der Tag, die Sonne und der Mond. Werft euch nicht vor der Sonne und nicht vor dem Mond anbetend nieder, sondern vor Aḷḷāh, der sie erschaffen hat, wenn ihr Ihm wirklich dient.
  9. Wenn sie sich aber hochmütig abwenden (und sich nicht vor Aḷḷāh anbetend niederwerfen), so lobpreisen Ihn doch bei Nacht und bei Tag die (Engel), die bei deinem Herrn sind, und sie werden dessen niemals müde.
  1. Und zu Seinen Zeichen (die auf Seine Fähigkeit zur Wiederbelebung hindeuten) gehört, dass du das Land brach daliegen siehst, wenn Wir aber Wasser auf es herabsenden, regt es sich und hebt sich. Wahrlich, der, der sie belebt, wird auch die Toten zum Leben erwecken, denn fürwahr, Er hat zu allem die Macht.
  2. Wahrlich, jene, die Unsere Verse entstellen[1], sind Uns nicht verborgen. Ist denn die Lage dessen, der ins Höllenfeuer geworfen wird, besser oder die Lage dessen, der sich am Tag der Auferstehung in Sicherheit (vor dem Leid) befindet? Tut, was ihr wollt, fürwahr, Er sieht alles, was ihr tut.
  3. Wahrlich, jene, die nicht an die Ermahnung (nämlich den Qur’ān) glauben, wenn sie zu ihnen gekommen ist (werden am Tag der Auferstehung bestraft werden). Und fürwahr, [der Qur’ān] ist ein unangreifbares Buch (das keiner abzuändern vermag)!
  4. Nichts Falsches (weder Hinzufügungen, Auslöschungen, Entstellungen noch sonstige Veränderungen) kann jemals an ihn herankommen, weder von vorne noch von hinten. Er ist eine Offenbarung eines Allweisen und Preiswürdigen[2].
  5. Was zu dir (oh Gesandter) gesagt wird (wie dass man dich der Lüge bezichtigt, sich über dich lustig macht und dich verspottet), ist nur das, was schon zu den Gesandten vor dir gesagt wurde (deshalb sei geduldig). Fürwahr, dein Herr ist voller Vergebung (dem Bereuenden gegenüber), aber auch der, der schmerzlich bestraft.
  6. Hätten Wir ihn zu einem Qur’ān in einer nichtarabischen Sprache gemacht, so hätten [die Leugner] mit Sicherheit gesagt: „Würden seine Verse doch deutlich dargelegt werden (damit wir sie auch verstehen können)! Ein nichtarabischer (Qur’ān übermittelt) von einem Araber?“ Sag: „[Der Qurʼān] ist für die, die glauben, Rechtleitung und Heilung, und die, die nicht glauben, haben Taubheit in ihren Ohren, und sie sind blind für ihn. Es ist, als ob jene von einem weit entfernten Ort gerufen würden (und deshalb den Ruf nicht hören können).“
  7. Wir haben ja bereits Moses das Buch (der Thora) gegeben und sie wurden darüber uneins (sodass die einen daran glaubten und die anderen nicht). Und wäre nicht ein Wort deines Herrn schon zuvor ergangen (dass erst am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entschieden wird), wäre gewiss (sogleich) zwischen ihnen entschieden worden. Aber fürwahr, sie (die Ungläubigen dir gegenüber) hegen über [den Qur’ān] bedenkliche Zweifel.
  8. Wer Gutes tut, tut es zu seinem eigenen Nutzen und wer Schlechtes tut, so fällt der Schaden seines Tuns nur auf ihn selbst zurück. Und dein Herr tut den Menschen in keinster Weise Unrecht.
[1] „yulḥidūna“ nach der Lesart der Mehrheit. Man könnte auch übersetzen: „die sich von unseren Versen abwenden“.

Nach Ḥamzah: „yalḥadūna“: wie oben übersetzt.

[2] Oder: Gelobten.

Juz 25

  1. Aḷḷāh allein weiß, wann die Stunde eintreten wird. Keine Früchte kommen aus ihren Blütenhüllen hervor und kein weibliches Wesen wird schwanger oder gebiert, außer mit Seinem Wissen. Und an dem Tag, wenn Aḷḷāh [den Polytheisten] (vorwurfsvoll) zurufen wird: „Wo sind nun Meine Teilhaber?“, da werden sie sagen: „Wir bekennen es vor Dir, dass keiner von uns Zeugnis geben kann (dass Du einen Teilhaber besitzt).“
  2. Und alles, was sie zuvor anzurufen pflegten, wird ihnen entschwunden sein, und sie werden erkennen, dass es keinen Zufluchtsort für sie gibt (vor der Strafe Aḷḷāhs).
  3. Der Mensch wird nicht müde, Gutes von Aḷḷāh zu erbitten, wenn ihn aber ein Unglück trifft, ist er voller Verzweiflung und ohne Hoffnung (auf die Gnade Aḷḷāhs).
  4. Wenn Wir ihn aber Unsere Gnade (wie Gesundheit, Reichtum oder Genesung) zuteilwerden lassen, nachdem ihn ein Leid getroffen hat, dann sagt er gewiss: „Das gebührt mir doch nur!“ Und: „Ich glaube nicht, dass die Stunde eintreffen wird. Und sollte ich doch zu meinem Herrn zurückkehren, dann werde ich dort mit Sicherheit nur das Beste vorfinden (denn auch im Diesseits gibt Er mir ja Vermögen u. a.“ Aber Wir werden jenen, die nicht glaubten, fürwahr verkünden, was sie getan haben und ihnen wahrlich schweres Leid zu kosten geben.
  5. Wenn Wir dem Menschen Gutes geben, dann wird er nachlässig (in seinem Gedenken Aḷḷāhs) und wendet sich hochmütig zur Seite. Aber wenn ihn etwas Schlechtes (wie Krankheit oder Armut) trifft, dann spricht er ausführliche Bittgebete (ohne geduldig zu sein).
  6. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Was meint ihr, wenn er (der Qur’ān) von Aḷḷāh ist und ihr ihn zurückgewiesen habt, (wie wird dann wohl eure Lage sein)? Wer könnte weiter abirren, als einer, der die offensichtliche Wahrheit hartnäckig leugnet?“
  7. Wir werden ihnen (den ungläubigen Quraiš) Unsere Zeichen in allen Gegenden der Erde (die von den Muslimen erobert werden) und in ihnen selbst (durch die Eroberung Mekkas) zeigen, bis ihnen klar wird, dass es die Wahrheit ist. Genügt es ihnen denn nicht, dass dein Herr selbst bezeugt, dass es die Wahrheit ist (und wessen Zeugnis ist denn schwerwiegender als das Zeugnis Aḷḷāhs)?
  8. Hört! Fürwahr, sie aber zweifeln daran, dass sie ihrem Herrn begegnen werden. Hört! Wahrlich, Er umfasst alles (mit Seinem Wissen und Seiner Macht).

Sūrah 42 aš-Šūrā – Die Beratung

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā. Mīm.[1]
  2. ʿAin. Sīn. Qāf.[2]
  3. So offenbart Aḷḷāh, der Allüberlegene, der Allweise, dir (Muḥammad), und so hat Er schon jenen vor dir offenbart[3].
  4. Ihm allein gehört alles[4], was sich in den Himmeln und auf Erden befindet, und Er ist der Erhabene, der Allgewaltige.
  5. Fast bersten die Himmel über der Erde (durch die Allgewaltigkeit Aḷḷāhs) und die Engel lobpreisen den Ruhm ihres Herrn und bitten um Vergebung für die auf Erden. Hört, Aḷḷāh vergibt wirklich (dem, der Ihn darum bittet) und begnadet (den, der Ihn um Gnade bittet).
  6. Was die betrifft, die andere als Ihn als Beschützer nehmen, so wacht Aḷḷāh über sie und du (Gesandter Aḷḷāhs) bist für ihr Tun nicht verantwortlich.
  7. So haben Wir dir einen arabischen Qur’ān eingegeben, damit du die Mutter der Städte (Mekka) und alle Orte um sie herum (nach und nach) warnst, sie vor dem Tag der Versammlung (an dem die Ersten und die Letzten versammelt werden) warnst, an dem es keinerlei Zweifel gibt. Dann wird ein Teil ins Paradies eingehen und ein anderer Teil ins lodernde Feuer.
  8. Hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätte Er sie alle zu einer einzigen Gemeinschaft (von Muslimen) gemacht. Aber Er lässt, wen Er will, ins Paradies eingehen. Die Ungerechten aber (die sich durch ihren Unglauben gegen sich selbst vergehen) haben weder Beschützer noch Helfer (vor der Strafe Aḷḷāhs).
  9. Haben sie etwa andere Beschützer außer Ihm genommen? Aḷḷāh aber ist der wahre Beschützer, Er erweckt die Toten zum Leben und Er hat zu allem die Macht.
  10. Worüber ihr euch immer uneins seid (hinsichtlich der Grundlagen oder einzelnen Bestimmungen eures Glaubens), so liegt das Urteil darüber bei Aḷḷāh. (Der so Beschriebene) das ist Aḷḷāh, mein Herr, auf ihn allein vertraue ich und Ihm allein wende ich mich in Reue zu.
[1] Hier endet nach der kūfischen und ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[2] siehe Fußnote Sūrah 68 Vers 1 wegen der Bedeutung.

Hier endet nach der kūfischen und ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[3] „yūḥī“ nach der Lesart der Mehrheit,

Nach Ibn Kaṯīr: „yūḥā“: „so wurde dir und jenen vor dir offenbart“.

[4] Das heißt, Er allein hat es erschaffen, Er besitzt es und Er verfügt darüber, wie immer Er will.

  1. Der Schöpfer der Himmel und der Erde, Er hat euch aus euch selbst Gattinnen gemacht und auch vom Vieh (den Kamelen Kühen, Schafen und Ziegen) hat Er Paare erschaffen, und so vermehrt Er euch. Nichts ist Ihm gleich: Er ist der Allhörende, der Allsehende.[1]
  2. Sein sind die Schlüssel (zu den Schätzen) der Himmel und der Erde. Er teilt wem immer Er will Versorgung reichlich zu oder beschränkt sie, wem immer Er will (um zu prüfen, wer dankbar ist und wer nicht). Wahrlich, Er besitzt Wissen um alle Dinge.
  3. Er ordnete euch hinsichtlich eurer Religion das an, was Er auch Noah anordnete und was Wir dir offenbarten und wozu Wir Abraham und Moses und Jesus anwiesen, nämlich dass ihr an der Religion festhaltet und euch ihn betreffend nicht spaltet. Schwer ist das, wozu [Aḷḷāh] sie aufruft, für jene, die Aḷḷāh anderes zur Seite stellen. Aḷḷāh wählt dafür (d. h. für den Tauḥīd) aus, wen Er will und leitet dazu den, der sich Ihm in Reue wieder zuwendet.
  4. Die Einheit (der Ungläubigen und Götzendiener) brach erst auseinander, nachdem das Wissen (durch die Entsendung Muḥammads r) zu ihnen gekommen war, wegen ihres Neides und ihrer Missgunst. Wäre nicht ein Wort deines Herrn schon vorausgegangen, dass ihnen eine bestimmte Frist (bis zum Tag der Auferstehung) gewährt wird, so wäre zwischen ihnen schon entschieden worden. Fürwahr, jene, die das Buch geerbt haben (d.h. die Juden, die die Thora von ihren Vorvätern geerbt haben und die Christen, die das Evangelium geerbt haben) sind nun voller Argwohn hinsichtlich [des Qur’ān].
  5. Darum rufe sie (zum Islam) auf und halte am rechten Weg fest, so wie es dir (von Aḷḷāh) befohlen wurde und folge nicht ihren Wünschen (vom Tauḥīd abzuweichen) und sag (zu ihnen, wenn sie darüber streiten): „Ich glaube an das, was Aḷḷāh an Büchern (Seinen Gesandten) offenbarte und mir wurde befohlen, gerecht euch gegenüber zu sein. Aḷḷāh ist unser Herr und euer Herr. Wir sind für unsere Taten verantwortlich und ihr für die euren. Es soll keinen Streit zwischen uns und euch geben (da ja nun die Botschaft bei euch angekommen ist). Aḷḷāh wird uns alle zusammenbringen und zu Ihm ist die Rückkehr (und dann wird klar, wer gelogen hat und wer nicht).
[1] Oder: „Nichts ist Ihm gleich und dennoch/gleichzeitig kann Er hören und weiß alles.“

  1. Jene aber, die über Aḷḷāh(s Religion) streiten, nachdem (die Menschen) seinem Aufruf gefolgt sind (indem sie die Religion angenommen haben), deren Argumente sind vor ihrem Herrn nichtig.[1] Auf ihnen liegt der Zorn Aḷḷāhs und sie erwartet schweres Leid.
  2. Aḷḷāh ist es, der das Buch (den Qurʼān) in Wahrheit und die Gerechtigkeit herabsandte. Und was lässt dich wissen: Vielleicht ist die Stunde (der Auferstehung) schon nahe.
  3. Die, die nicht an sie glauben, wollen ihr Eintreffen beschleunigen und die, die glauben, fürchten sie und wissen, dass sie Wahrheit ist. Hört! Die, die (über das Eintreffen) der Stunde streiten, sind weit abgeirrt.
  4. Aḷḷāh ist freundlich[2] gegenüber Seinen Dienern. Er versorgt, wen Er will und Er ist der Starke, der Allüberlegene (Der Sich an Seinen Feinden rächen wird).
  5. Wer die Ernte (d. h. den Lohn) des Jenseits erstrebt, dem werden Wir seine Ernte vervielfachen. Und wer (nur) die Ernte dieser niederen Welt begehrt, dem geben Wir davon und er wird im Jenseits keinen Anteil erhalten.
  6. Haben sie etwa (andere Götter neben Aḷḷāh als) Teilhaber, die ihnen hinsichtlich der Religion gesetzlich gemacht haben, was Aḷḷāh nicht erlaubt hat?![3] Wäre nicht das Urteil Aḷḷāhs über sie (bis zum Tag der Auferstehung aufgeschoben), so wäre zwischen ihnen schon gerichtet worden. Wahrlich, die Ungerechten erwartet (am Tag der Auferstehung) schmerzliches Leid.
  7. Du (Gesandter Aḷḷāhs) wirst (im Jenseits) die Ungerechten voll Furcht sehen wegen dem, was sie (an Sünden)erworben haben, und [die Strafe] wird sie ohne jeden Zweifel treffen (denn ihre Furcht allein, ohne jemals Reue gezeigt zu haben, wird ihnen nun keinerlei Nutzen bringen). Und die, die glauben und gute Werke tun, werden sich in den Grünflächen[4] der Paradiesgärten befinden und bei ihrem Herrn alles haben, was sie sich wünschen. Das ist die große Huld.
[1] Damit ist laut Ibn ʽAbbās k das Volk der Schrift gemeint, das die Ṣaḥābah j vom Glauben abbringen wollte (siehe Ṭabariyy).

[2] Auch: gutmütig, mild, feinfühlig.

[3] Sie schreiben den Širk vor, erlauben das Verbotene und verbieten das Erlaubte.

[4] „Rauḍah“ bezeichnet auch „schöne Gärten“ oder „Gärten, an denen sich Wasser ansammelt“.

  1. Das ist die gute Nachricht, die Aḷḷāh Seinen Dienern, die glauben und Gutes tun, verkündet. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ich verlange (für die Übermittlung der Botschaft Aḷḷāhs) keinen Lohn von euch, außer dass ihr mich um der Verwandtschaft zu euch willen liebt.“ Wer aber Gutes erwirbt, dem vermehren Wir den Lohn dafür noch. Wahrlich, Aḷḷāh vergibt viel und ist sehr Dankbar.
  2. Oder sagen sie vielleicht: „Er hat ihn (den Qur’ān) erfunden und ihn dann Aḷḷāh zugeschrieben.“ (Wenn du tatsächlich eine solche Lüge erfunden hättest) so hätte Aḷḷāh, wenn Er es wollte, dein Herz versiegelt. Aḷḷāh löscht durch Sein Wort das Falsche aus und verhilft (durch sie) der Wahrheit zum Sieg. Wahrlich, Er weiß, was in den Herzen ist.
  3. Er ist es, der die Reue Seiner Diener (nach ihren Sünden) annimmt, die schlechten Taten vergibt und weiß, was ihr[1] tut.
  4. Er erhört die Bittgebete derer, die glauben und Gutes tun und gibt ihnen aus Seiner Fülle noch mehr (als das, was sie erbitten). Die Ungläubigen aber erwartet schweres Leid.
  5. Würde Aḷḷāh Seinen Dienern Versorgung in Fülle zuteilwerden lassen, so würden sie auf Erden unrecht und übermütig handeln. Er aber teilt die Versorgung (gemäß Seiner Weisheit) in dem Maße zu, das Er will. Wahrlich, Er weiß um die Lage Seiner Diener Bescheid und sieht alles.
  6. Er ist es, der den Regen heftig herabsendet[2], nachdem sie alle Hoffnung darauf bereits aufgegeben haben und so Seine Gnade ausbreitet. Er ist der sich (um die Angelegenheiten Seiner Diener) Kümmernde, der Gelobte[3].
  7. Zu Seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erde und aller Tiere, die Er darin sich ausbreiten ließ, und Er hat die Macht, sie alle, sobald Er es (zum Tag der Auferstehung will), zu versammeln.
  8. Jedes Unglück, das euch (bspw. hinsichtlich eurer selbst oder eures Vermögens) trifft, geschieht aufgrund dessen, was ihr getan habt. Er (aber) verzeiht vieles.
  9. Ihr könnt Ihm auf Erden nicht entfliehen, und ihr habt außer Aḷḷāh niemanden, der sich um euch kümmert und keinen Helfer (der Seine Strafe abwenden könnte).
[1] „tafʽalūna“ nach der Lesart von Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisāʼiyy, Ḫalaf und Ruways nach einer Version.

Nach der Mehrheit  „yafʿalūna“: „was sie tun“.

[2] „yunazzilu“ nach der Lesart von Nāfiʽ Ibn ʽĀmir, ʽĀṣim und ʼAbū Ǧaʽfar.

Nach der Mehrheit: „yunzilu“: ohne „heftig“.

[3] Oder: Lobenswürdige.

  1. Und zu Seinen Zeichen (und denen Seiner Macht) gehören auch die Schiffe, die Bergen gleich das Meer durchfahren.[1]
  2. Wenn Er will, hält Er den Wind[2] (der sie antreibt) still und sie liegen reglos auf seiner Oberfläche. Wahrlich, darin liegen Zeichen für jeden (angesichts der Prüfungen Aḷḷāhs) ständig Standhaften und (Seinen Gnaden gegenüber) stets Dankbaren.
  3. Oder aber (wenn Er will) vernichtet Er [die Schiffe] (durch den Wind, wenn Er es will), wegen der Schuld, die [die Menschen] auf sich geladen haben. Und Er verzeiht auch vieles.
  4. So sollen (angesichts der durch den Wind zerstörten Schiffe) diejenigen, die über Unsere Zeichen streiten, wissen,[3] dass es für sie kein Entrinnen (vor der Zerstörung) gibt.
  5. Und was auch immer euch gegeben wurde (an Ansehen, Vermögen oder Kindern), dient allein der Nutznießung im (vergehenden) Diesseits. Was aber bei Aḷḷāh ist, ist besser und dauerhafter und ist für jene bereitet, die glauben und auf ihren Herrn vertrauen,
  6. (es ist für jene bestimmt), die sich von schwerwiegenden Vergehen und Schändlichkeiten fernhalten und wenn sie zornig sind, dennoch vergeben,
  7. die dem Aufruf ihres Herrn folgen, die Gebete verrichten und die ihre Angelegenheiten durch Beratung untereinander regeln und die von dem spenden, was Wir ihnen gegeben haben,
  8. und die, wenn ihnen Ungerechtigkeit widerfährt, sich wehren (weil das Verzeihen gerade unangebracht ist).
  9. Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein (für den Ungerechten) Übel gleichen Ausmaßes sein. Wer aber vergibt und Versöhnung stiftet, dessen Lohn ist bei Aḷḷāh. Wahrlich, Er liebt die Ungerechten nicht.
  10. Wer sich aber wehrt, nachdem ihm unrecht getan wurde, der ist nicht zu tadeln (denn er will nur sein Recht).
  11. Zu tadeln sind nur jene, die den Menschen gegenüber ungerecht sind und auf Erden unrechtmäßig handelt (indem sie sündigen). Jene sind es, auf die schmerzliches Leid wartet.
  12. Wenn aber einer (während ihm Unrecht getan wird) geduldig ist und vergibt, so ist das ein Zeichen der Entschlossenheit.[4]
  13. Wen Aḷḷāh (wegen seiner Ungerechtigkeit) in die Irre führt, der hat keinen Beschützer mehr nach Ihm. Und du siehst, wie (ihres Unglaubens und ihrer Sünden) Ungerechten, wenn sie das Leid erkennen, sagen: „Gibt es denn einen Weg um (auf die Erde) zurückzukehren (damit wir uns dann dort Aḷḷāh in Reue zuwenden)?“
[1] Hier endet nach der kūfischen und ḥimṣischen Zählung ein Vers. Nach manche baṣrischen Gelehrten endet hier auch ein Vers, dafür aber nicht am Ende des 30. Verses.

[2] „ar-Rīḥ“ nach Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „ar-Riyāḥ“: „die Winde“.

[3] „yaʽlama“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „yaʽlama“: „Außerdem kennt Er diejenigen, die über Unsere Zeichen streiten: Für sie gibt es kein Entrinnen.“

[4] Das bedeutet, dass seine Geduld sowohl ihm selbst als auch der Gesellschaft letztendlich Gutes bringt und somit eine lobenswerte Eigenschaft ist, die aber tatsächlich nur wenige besitzen.

  1. Und du (Gesandter Aḷḷāhs) wirst sie [dem Höllenfeuer] ausgesetzt sehen, gedemütigt aufgrund ihrer Schmach, mit verstohlenem Blick umherschauend. Aber jene, die glauben, werden sagen: „Die Verlierer sind fürwahr die, die sich selbst und ihre Angehörigen am Tag der Auferstehung verloren haben.“ Ach wahrlich, die Ungerechten werden ewigem Leid ausgesetzt sein!
  2. Sie werden keine Helfer haben, die ihnen gegenüber Aḷḷāh beistehen könnten. Und wen Aḷḷāh in die Irre leitet, für den gibt es keinen Weg mehr (rechtgeleitet zu werden).
  3. Folgt dem Aufruf eures Herrn, bevor von Aḷḷāh ein Tag kommt, der nicht abzuwenden ist. An jenem Tag wird es keinen Zufluchtsort für euch geben, noch eine Möglichkeit ( eure Vergehen) zu leugnen.
  4. Wenn sie sich aber (von Meinen Befehlen) abwenden, so haben Wir dich nicht entsandt, um ihr Wächter zu sein. Denn dir obliegt nur die Übermittlung. Wenn Wir den Menschen etwas von Unserer Gnade (wie Reichtum, und Gesundheit) kosten lassen, dann freut er sich darüber, und wenn ihn ein Unglück trifft, wegen dem, was er getan hat, dann, fürwahr, ist der Mensch sehr undankbar.
  5. Aḷḷāh allein hat die Herrschaft über die Himmel und die Erde inne. Er erschafft, was Er will, und Er schenkt, wem Er will, weibliche Nachkommen und wem Er will, männliche Nachkommen,
  6. oder Er schenkt sowohl männliche als auch weibliche Nachkommen. Und Er macht, wen Er will, unfruchtbar. Wahrlich, Er ist Allwissend und hat zu allem die Macht.
  7. Keinem Menschen steht es zu, dass Aḷḷāh zu ihm spricht, es sei denn durch Eingebung oder hinter einem Vorhang (d.h. so, dass er Ihn lediglich hört, aber nicht sieht) oder indem Er einen (Engel als) Boten schickt, der dann (einem menschlichen Gesandten) mit Seiner Erlaubnis eingibt, was Er will. Wahrlich, Er ist Erhaben[1] und Allweise.
[1] D. h. Sein Wesen und Seine Eigenschaft sind erhaben.

Auch: der an sich Hohe (über Seiner Schöpfung).

  1. Und ebenso haben Wir auch dir (Gesandter Aḷḷāhs) eine Seele (nämlich den Qurʼān) auf Unser Geheiß hin eingegeben. Du wusstest davor weder, was (himmlische) Offenbarungsschriften sind noch, was der Glaube ist. Wir aber haben ihn (den Qur’ān) zu einem Licht gemacht, mit dem Wir führen, wen auch immer Wir wollen von Unseren Dienern. Und wahrlich, du führst (durch ihn) auf einen rechten Weg,
  2. dem Weg Aḷḷāhs, dem alles gehört, was in den Himmel und auf Erden ist. Fürwahr, zu Aḷḷāh kehrt alles zurück.

Sūrah 43 az-Zuḫruf – Der goldene Prunk

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā Mīm.[1]
  2. Bei dem (den Weg der Rechtleitung) deutlich machenden Buch!
  3. Wahrlich, Wir haben ihn (den Qur’ān) zu einer arabischen Lesung gemacht, damit ihr (die ihr der arabischen Sprache kundig seid) ihn versteht (und den anderen Gemeinschaften mitteilt).
  4. Er befindet sich wirklich bei Uns in der Urschrift[2], hoch erhaben und voll Weisheit.
  5. Sollten Wir euch etwa hinsichtlich der Ermahnung außer Acht lassen, angesichts dessen,[3] dass ihr ein maßloses Volk seid?[4]
  6. Wie viele Propheten haben Wir bereits zu den früheren Völkern entsandt!
  7. Kein Prophet kam zu ihnen, den sie nicht verspottet hätten.
  8. Wir haben schon Völker vernichtet, die mehr Stärke besaßen, als sie (und wie leicht fällt es Uns da erst, jene, zu vernichten, die schwächer sind). Und (in diesem Qur’ān) wurde die Vernichtung früherer Völker als (warnendes) Beispiel bereits angeführt.
  9. Wenn du (Gesandter Aḷḷāhs) sie (die leugnenden Götzendiener) aber fragst, wer die Himmel und die Erde erschaffen hat, dann sagen sie mit Sicherheit: „Der Allüberlegene und der Allwissende hat sie erschaffen.“
  10. Der, Der euch die Erde zu einer Ruhestätte machte und für euch Wege auf sie gesetzt hat, damit ihr diesen (auf euren Reisen) folgen könnt.
[1] Siehe Fußnote zu Sūrah 68 Vers 1.

Hier endet nach der kūfischen Zählung ein Vers.

[2] Arab.: al-Lauḥ al-Maḥfūẓ; „die wohlverwahrte Tafel“, sie ist die Urschrift, weil der Qurʼān sich ursprünglich dort befand und noch befindet.

[3] „ʼan“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ḥamzah, Kisāʼīyy und Ḫalaf: „ʼin“: „solltet ihr ein maßloses Volk sein.“

[4] Die Barmherzigkeit erfordert, dass ihr wie die Menschen vor euch gewarnt werdet.

  1. Er ist es, der vom Himmel Wasser in (ausreichendem) Maß (für die Menschen, Tiere und Pflanzen) herabsendet und dadurch tote Erde lebendig macht. Und genauso werdet auch ihr (am Tag der Auferstehung) wieder hervorgebracht werden[1].
  2. Er ist es, der alle Arten von Paaren (wie das Männliche und das Weibliche, Tag und Nacht, Sonne und Mond) erschuf und euch Schiffe und Tiere gegeben hat, damit ihr sie zur Fortbewegung (auf Wasser und Land) nützen könnt
  3. und damit ihr, während ihr fest auf ihren Rücken sitzt, der Gnade eures Herrn gedenkt und sagt: „Heilig und erhaben ist Aḷḷāh, der uns dies zu unserem Gebrauch dienstbar gemacht hat, denn wir allein wären dazu nicht imstande gewesen!
  4. Zu unserem Herrn aber werden wir gewiss (nach dem Tod zur Abrechnung) zurückkehren.“
  5. Und sie machen einige Seiner Sklaven zu Seinen Nachkommen (indem sie etwa behaupten, die Engel seien Töchter Aḷḷāhs oder Aḷḷāh habe einen Sohn). Wahrlich, der Mensch ist ganz offenkundig sehr undankbar!
  6. Oder (sagt ihr Götzendiener etwa) Er habe sich von den Geschöpfen, die Er Selbst erschaffen hat, Töchter genommen und euch durch Söhne ausgezeichnet!
  7. Wenn einem von ihnen (nach der Geburt seines Kindes) das verkündet wird, was er dem Gnadenvollen zuschreibt (nämlich eine Tochter), dann verfinstert sich sein Gesicht und er ist von Zorn erfüllt.
  8. (Schreiben sie) etwa (ihrem Herrn) jemanden (zu), der in Schmuck und Zierat aufgezogen wurde[2] und im Streit keine klaren Worte findet?
  9. Sie bezeichnen die Engel, die Diener des Gnadenvollen sind,[3] als weibliche Wesen. Waren sie bei ihrer Erschaffung etwa dabei?[4] Diese ihre Behauptung wird aufgezeichnet werden und sie werden (am Tag der Auferstehung) danach gefragt werden.
  10. Sie sagen (indem sie versuchen, sich durch die göttliche Vorherbestimmung zu rechtfertigen): „Hätte Aḷḷāh es gewollt, so würden wir [die Engel] nicht anbeten.“ Sie aber haben keinerlei Wissen davon, sondern stellen nur verlogene Behauptungen auf.
  11. Haben Wir ihnen etwa ein Buch vor diesem (Qur’ān) gegeben, auf das sie sich nun (bzgl. der Anbetung der falschen Götter) berufen?
  12. (Das ist nicht der Fall,) vielmehr sagen sie: „Wir sahen, dass unsere Vorväter Teil einer Glaubensgemeinschaft waren (die andere als Aḷḷāh anbeteten) und sind rechtgeleitet, indem wir in ihre Fußstapfen treten.“[5]
[1] „tuḫraǧūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Ḏakwān, Ḥamzah, al-Kisā’iyy und Ḫalaf: „taḫruğūna“: „so werdet auch ihr wieder hervorkommen“.

[2] „yunaššaʼu“ nach der Lesart von Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „yanšaʼu“: „der in Schmuck und Zierat aufwuchs“.

[3] „ʽibādur-Raḥmāni“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, Ibn ʽĀmir, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „ʽindar-Raḥmāni“: „die beim Gnadenvollen sind“.

[4] „ʼašahidū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „ʼaʼušhidū“: „Wurden sie etwa zu Zeugen über deren Erschaffung gemacht?“

[5] Oder: […] wir orientieren uns (an ihnen), indem wir in ihre Fußstapfen treten.“

  1. Und ebenso sandten Wir vor dir keinen Warner (d.h. Gesandten) in irgendeine Stadt, ohne dass diejenigen ihrer Bewohner, die in Wohlstand und Überfluss lebten, sagten: „Wir sahen, dass unsere Vorväter Teil einer Glaubensgemeinschaft waren und treten nur in ihre Fußstapfen.“
  2. (Jeder) [dieser Gesandten] sagte (dann zu ihnen:)[1] „Wie? Auch, wenn ich euch nun eine bessere Rechtleitung bringe als die, die ihr bei euren Vorvätern saht (folgt ihr ihnen trotzdem)?“ Und sie erwiderten: „Wir glauben nicht an das, womit ihr gesandt wurdet.“
  3. So haben Wir uns an ihnen gerächt. Sieh nun, wie das Ende derer war, die (die Gesandten) der Lüge bezichtigten.
  4. (Denke, Gesandter Aḷḷāhs, an) Abraham, als er zu seinem Vater und zu seinem Volk sagte: „Fürwahr, ich sage mich von dem los, was ihr (an Götzen) anbetet,
  5. anstatt Demjenigen, Der mich erschaffen hat, denn fürwahr, Er wird mich auf den rechten Weg führen.“
  6. Und er machte dieses Wort („Es gibt keinen Gott außer Aḷḷāh) bleibend unter seinen Nachkommen, auf dass sie stets (in Reue zu ihm) zurückkehren mögen.[2]
  7. Ja, Ich ließ sie und ihre Vorväter (das Leben auf dieser Welt) genießen, bis die Wahrheit (der Qur’ān) und ein deutlicher Gesandter (Muḥammad) zu ihnen kommen sollte.
  8. Als nun die Wahrheit zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist Zauberei, und wir glauben nicht daran.“
  9. Und sie sagten: „Warum wurde dieser Qur’ān nicht einem angesehenen Mann einer der beiden Städte (Mekka oder Ṭā’if) offenbart (anstatt der armen Waise, Muḥammad)?“
  10. Sind sie es vielleicht, die die Gnade deines Herrn zuteilen? Wir haben ihnen den Lebensunterhalt für ihr weltliches Leben zugeteilt, und Wir haben einige von ihnen über andere an Rang erhöht, damit die einen die anderen in Dienst nehmen mögen. Die Gnade deines Herrn aber ist besser als das, was sie anhäufen.
  11. Und würden die Menschen dann nicht zu einer einzigen Gemeinschaft (von Ungläubigen), so hätten Wir die Häuser jener, die nicht an den Gnadenvollen glauben, mit silbernen Dächern und silbernen Treppen versehen, auf denen sie emporsteigen,
[1] „qāla“ nach der Lesart von Ḥafṣ und Ibn ʽĀmir.

Nach der Mehrheit: „qul“: „Sprich“.

[2] Folglich gibt es immer Leute unter seinen Nachkommen, die niemanden außer Aḷḷāh anbeten.

  1. und ihre Häuser mit Toren versehen und mit Ruhebetten, um darauf zu liegen
  2. und ihnen allerlei goldenen Prunk gegeben. All das ist aber nur der (vergängliche) Genuss dieses Lebens, und das Jenseits bei deinem Herrn ist den Achtsamen bestimmt.[1]
  3. Wer sich von der Ermahnung des Gnadenvollen (d.h. dem Qur’ān) aber abwendet[2] (sodass er diesen ablehnt), dem heften Wir[3] einen Satan an, der ihm zum Gefährten wird (und ihn noch mehr der Verführung aussetzt).
  4. Sie (diese Gefährten) bringen sie vom rechten Weg ab, während sie meinen, sie seien rechtgeleitet.
  5. Bis dann ein [solcher Leugner][4] (am Tag der Auferstehung) vor Uns erscheint und (zu seinem Gefährten) sagt: „Läge doch zwischen mir und dir eine Entfernung wie jene zwischen dem Osten und dem Westen! Welch übler Gefährte du bist!“
  6. (Aḷḷāh wird sprechen): „Am heutigen Tag wird es euch nichts nützen, wenn ihr beide die Strafe zu ertragen habt (denn euer Gefährte wird euch nicht den geringsten Teil derselben abnehmen),[5] denn ihr habt (durch euren Unglauben und eure Vergehen) gegen euch selbst unrecht gehandelt.
  7. Kannst du (Gesandter Aḷḷāhs) denn die Tauben hörend machen oder den Blinden den rechten Weg zeigen oder dem, der sich ganz offensichtlich im Irrtum befindet?
  8. Entweder lassen Wir dich sterben (bevor Wir sie bestraft haben), (und sollte das so sein) so werden Wir dennoch (im Diesseits und im Jenseits) gewiss an ihnen Vergeltung üben.
  9. Oder aber Wir lassen dich sehen, was Wir ihnen angedroht haben. Wir haben ja vollkommene Macht über sie.
  10. Darum halte an dem fest, was dir offenbart wurde, denn du bist fürwahr auf dem geraden Weg.
  11. Dieser [Qurʼān] ist wahrlich eine Ehre für dich und dein Volk, und ihr werdet (am Tag der Auferstehung) danach befragt werden (ob ihr daran geglaubt und danach gehandelt habt).
  12. Und frag (falls du Zweifel hast) auch jene Gesandten, die Wir vor dir entsandt haben (indem du die Völker der Schrift fragst): „Haben Wir etwa neben den Gnadenvollen anderes gesetzt, das angebetet werden soll?“[6]
  13. Wir haben schon Moses mit Unseren Zeichen zum Pharao und seinen führenden Männern gesandt, und er sagte: „Wahrlich, ich bin ein Gesandter des Herrn der Welten.“
  14. Als er dann aber mit Unseren Zeichen zu ihnen kam, da lachten sie nur darüber.
[1] Offensichtlich wäre ein Zustand, in dem die Ungläubigen solche Güter genießen, solch eine große Versuchung, dass auch die Gläubigen ihren Glauben verlassen würden.

[2] Oder: „Wer der Ermahnung des Gnadenvollen (d.h. dem Qur’ān) aber nur wenig Beachtung schenkt“. Das arabische Wort yaʽšu beschreibt einen aufgrund einer Krankheit unscharfen Blick.

[3] „nuqayyiḍ“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach einer Version von Šuʽbah und Yaʽqūb: „yuqayyiḍ“: „dem heftet Er“.

[4] „ǧāʼanā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, Ibn ʽĀmir, Šuʽbah und ʼAbū Ǧaʽfar: „ǧāʼānā“. Demnach müsste man den Anfang des Verses so übersetzen: „Bis dann sie beide (am Tag der Auferstehung) vor Uns erscheinen und der eine (zu seinem Satan) sagt“.

[5] Das Prinzip „geteiltes Leid ist halbes Leid“ gilt heute nicht mehr.

[6] Der Gesandte Aḷḷāhs hatte nie Zweifel, weshalb er sie nie gefragt hat.

  1. Und Wir zeigten ihnen (dem Pharao und den angesehenen Männern) kein Zeichen, das nicht bedeutender als das vorherige gewesen wäre und dann ließen Wir das Leid (im Diesseits) über sie kommen, damit sie vielleicht umkehren würden.
  2. Und (als sie ein Teil des Leidens traf) sagten sie: „O du Zauberer, bitte doch deinen Herrn für uns (dass Er das Leid von uns nehme, wenn wir glauben), wie Er dir versprochen hat, dann werden wir uns gewiss rechtleiten lassen.“
  3. Als Wir aber das Leid von ihnen nahmen, da brachen sie ihr Wort.
  4. Da ließ der Pharao unter seinem Volk (protzig) ausrufen: „O Volk, habe nicht ich die Herrschaft über Ägypten und über all dieses Ströme, die zu meinen Füßen fließen, inne? Seht ihr denn nicht (mein Königreich und kennt meine Macht)?
  5. Bin ich denn nicht besser als dieser vertriebene Schwache[1], der sich kaum verständlich ausdrücken kann?[2]
  6. Warum wurden ihm denn (von Aḷḷāh, der ihn doch gesandt hat) keine goldenen Armreifen (als Beweis seiner Gesandtschaft) angelegt, oder warum denn wird er nicht von Engeln begleitet?
  7. Da hetzte er sein Volk auf,[3] und sie gehorchten ihm, denn sie waren fürwahr ein frevelhaftes Volk.
  8. Als sie Uns (durch ihren Unglauben) so in Zorn versetzt hatten, nahmen Wir Vergeltung an ihnen und ertränkten sie allesamt.
  9. Und so machten Wir sie zu Vorreitern (der Ungläubigen deines Volkes auf dem Weg zur Hölle gemacht) und zu einem Beispiel für die Nachkommenden.
  10. Und als von Jesus, dem Sohn der Maria, die Rede war, siehe, da brach dein Volk in lautes Geschrei aus,[4]
  11. und sie sagten: „Ist es nun besser, unsere Götter anzubeten oder ihn (Jesus, der bloß ein Mensch ist)?!“ Sie aber haben dieses Beispiel nur darum angeführt, um zu streiten (nicht um der Wahrheit willen), denn sie sind ein streitsüchtiges Volk.
  12. Denn Jesus ist nur einer Unserer Diener, dem Wir (die) Gnade (der Prophetenschaft und der Übermittlung der göttlichen Botschaft) erwiesen haben und den Wir zu einem Beispiel[5] für die Kinder Israels machten.
  13. Und wenn Wir wollten, könnten Wir (euch vernichten und) auf Erden Engel zu euren Nachfolgern machen (die nur Aḷḷāh allein dienen).
[1] Hier endet nach der ḥiǧāzischen und baṣrischen Zählung ein Vers.

[2] Im Gegensatz zu seinem Bruder Aaron n, siehe 28:34.

[3] Oder: „Er geringschätze sein Volk“ oder „Er verschmähte sein Volk“.

[4] „yaṣiddūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ,Ibn ʽĀmir, Kisāʼiyy, ʼAbū Ǧaʽfar und Ḫalaf: „yaṣuddūna“. Dies hat entweder dieselbe Bedeutung oder: „siehe, da wandten sie sich (von der Wahrheit) ab“.

Die Götzendiener Mekkas behaupteten, auch auf Jesus, der von den Christen ja als Gott angebetet werde, müssten die Worte Aḷḷāhs zutreffen: {Wahrlich, ihr und das, was ihr an der Stelle Aḷḷāhs anbetet, seid Brennstoff des Höllenfeuers.} (21:98) Es gab einen Aufschrei unter ihnen, und sie sagten, sie würden sich erst dann zufriedengeben, wenn ihren Götzen derselbe Rang zugestanden werde wie Jesus. Aḷḷāh aber verbot die Anbetung Jesu ebenso wie die Anbetung von Götzen. Jesus n und seinesgleichen sind von 21:98 ausgenommen, da sie mit der Anbetung nicht einverstanden waren.Laut Muǧāhid bezieht sich der Vers 21:101 darauf.

[5] Das heißt, das Beispiel Jesu sollte ihnen die Macht Aḷḷāhs verdeutlichen, der diesen ohne Vater zur Welt kommen ließ, so wie Er Adam hervorbrachte, der weder Vater noch Mutter hatte.

  1. Er aber (Jesus und seine noch bevorstehende Rückkehr) ist fürwahr ein Vorzeichen der Stunde, so zweifelt nicht an ihr und folgt mir! Dies ist ein gerader Weg.
  2. Der Satan soll euch ja nicht davon abhalten, denn wahrlich, er ist euer offenkundiger Feind.
  3. Als Jesus mit deutlichen Beweisen (seiner Prophetenschaft) kam, sagte er (zu seinem Volk): „Ich bin mit Weisheit zu euch gekommen und um euch einiges von dem zu verdeutlichen, worüber ihr (euren Glauben betreffend) uneins seid. So nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht und hört auf mich.
  4. Wahrlich, Aḷḷāh, Er ist mein Herr und euer Herr, darum dient Ihm (allein). Das ist ein gerader Weg.“
  5. Da wurden verschiedenen Gruppen (innerhalb der Christen) uneins (was Jesus anbetraf).[1] Wehe jenen, die sich selbst Unrecht tun (indem sie etwa Jesus Göttlichkeit zuschreiben), vor dem Leid eines Tages voller Schmerz!
  6. Warten sie denn darauf, dass die Stunde plötzlich über sie kommt, ohne, dass sie (ihr Nahen) wahrnehmen?!
  7. Jene (einst) eng Befreundete werden an jenem Tag (der Auferstehung) einander Feind sein bis auf die Achtsamen (vor Aḷḷāh).[2]
  8. (Und Aḷḷāh wird zu ihnen sagen:) „O ihr Diener, keine Furcht sollt ihr am heutigen Tag haben und ihr sollt nicht traurig sein (wegen dem, was ihr an Weltlichem verpasst habt),
  9. ihr, die ihr an Unsere Verse (des Qur’ān) glaubtet und euch (Uns) ergeben habt.
  10. Tretet ein ins Paradies, ihr und euresgleichen (im Glauben) und freut euch (über die auf euch wartenden unaufhörlichen Wohltaten eures Herrn)!“
  11. Schalen aus Gold und Becher werden ihnen dort (von Dienern) dargeboten, gefüllt mit allem, was das Herz begehrt und das Auge erfreut. Darin werdet ihr für immer verweilen.
  12. Jenes ist das Paradies, das euch aufgrund eurer guten Werke (durch die Gnade Aḷḷāhs) als Erbe zuteilwurde.
  13. Darin findet ihr Früchte in Fülle, von denen ihr essen könnt.
[1] Manche meinten, er sei Aḷḷāh, andere er sei Aḷḷāhs Sohn und wiederum andere, er sei der Gesandte Aḷḷāhs.

[2] Oder: Jene, die (ihr Unglauben) einst freundschaftlich miteinander verbunden hat, werden dann (am Tag der Auferstehung) einander Feind sein. Nur die Freundschaft der Achtsamen (vor Aḷḷāh) wird Bestand haben.

  1. Wahrlich, die Übeltäter werden (am Tag der Auferstehung aufgrund ihres Unglaubens und ihrer Sünden) für immer dem Leid des Höllenfeuers ausgesetzt sein.
  2. Es wird ihnen nicht erleichtert werden, und sie werden darin alle Hoffnung auf die Gnade Aḷḷāhs verloren haben.
  3. Nicht Wir tun ihnen Unrecht (wenn Wir sie dem Höllenfeuer aussetzen), sondern sie selbst haben sich (durch ihren Unglauben) Unrecht getan.
  4. Sie werden rufen: „O (Engel) Mālik (Wächter der Hölle), mach, dass dein Herr uns sterben lässt!“ Und er wird antworten: „Wahrlich, ihr müsst bleiben (und werdet nicht sterben)!“
  5. Wir sind mit der Wahrheit zu euch gekommen, aber die meisten von euch verabscheuen die Wahrheit.
  6. Haben sie etwa eine List (gegen den Propheten) ausgeheckt? So haben Wir (etwas noch Größeres gegen sie) geschmiedet!
  7. Oder glauben sie vielleicht, dass Wir ihre Gedanken, die sie in ihrem Innersten verbergen und ihre geheimen Unterredungen nicht hören? Aber gewiss, und Unsere Boten, die sich bei ihnen befinden, schreiben es auf.
  8. Sag (Gesandter Aḷḷāhs, zu jenen, die behaupten, Aḷḷāh habe Töchter): „Hätte der Gnadenvolle tatsächlich Kinder, ich wäre der Erste, der ihnen dienen würde.“[1]
  9. Heilig und erhaben ist der Herr der Himmel und der Erde, der Herr des Throns, über das, was sie (Ihm an Teilhabern) zuschreiben!
  10. Darum lass sie (Gesandter Aḷḷāhs) mit ihrem müßigen (Gerede und Getue) und ihren Spielereien, bis sie auf ihren Tag treffen, der ihnen verheißen wurde (nämlich den Tag der Auferstehung).
  11. Er allein ist es, der im Himmel der zu Recht Angebetete und auf Erden der zu Recht Angebetete ist und Er ist der Weise (beim Erschaffen, Bestimmen und Anordnen) und Er weiß (über Seine Geschöpfe) wohl Bescheid.
  12. Segensreich ist der, der die Herrschaft über die Himmel und die Erde hat und über alles, was dazwischen liegt. Er allei[2]n besitzt das Wissen um das Eintreffen der Stunde und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.
  13. Jene aber, die sie an Seiner Stelle (an falschen Göttern) in ihren Bittgebeten anrufen, haben keinerlei Recht, Fürsprache bei Ihm einzulegen, sondern das hat nur der, der die Wahrheit (dass es keinen Gottheit gibt außer Aḷḷāh) bezeugt, und sich seines Zeugnisses bewusst ist.
  14. Wenn du sie aber danach fragst, wer sie denn erschaffen habe, dann antworten sie gewiss: „Aḷḷāh.“ Wie können sie sich dann davon abwenden (Ihn allein zu anzubeten)?
  15. (Aḷḷāh weiß um den verzweifelten Ruf Seines Gesandten:) „O Herr, jene sind fürwahr Leute, die nicht glauben wollen!“
  16. So wende du (Gesandter Aḷḷāhs) dich von ihnen ab und sprich (zu ihnen) „Friede“ (nämlich Worte, die das Übel, nach dem sie trachten, zurückhalten).[3] Sie aber werden [das Leid, das auf sie wartet] noch erfahren.[4]
[1] Oder: „Der Gnadenvolle hat keine Kinder, ich bin der Erste (von euch), der Ihm alleine dient (und eure Aussage, er habe Kinder, leugnet).“

[2] „turǧaʽūna“ nach der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf: „yurǧaʽūna“: „und zu Ihm werden sie zurückgebracht“.

Nach Rauḥ: „tarǧiʽūna“: „und zu Ihm werdet ihr zurückkehren“.

Nach Ruways: „yarǧiʽūna“: „und zu Ihm werden sie zurückkehren“.

[3] Dies bezieht sich auf die Situation des Propheten r in Mekka.

[4] „yaʽlamūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „taʽlamūna“ „Ihr werdet […]“

Sūrah 44 ad-Duḫān – Der Rauch

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā Mīm.[1]
  2. Bei dem den Weg zur Wahrheit deutlich zeigenden Buch!
  3. Fürwahr, Wir haben [den Qurʼān] in einer gesegneten Nacht (in der Qadr-Nacht) offenbart, fürwahr, Wir haben den Menschen stets gewarnt!
  4. In ihr wird jede (bereits) beschlossene Angelegenheit (hinsichtlich der Versorgung, Lebensfrist u. ä. für das bevorstehende Jahr zur Umsetzung von der wohlbewahrten Tafel) entnommen (und den entsprechenden Engeln zur Umsetzung gegeben).
  5. auf Unseren Befehl hin, denn fürwahr, Wir haben immer wieder Unsere Gesandten entsandt.
  6. (Wir entsenden die Gesandten) als Gnade von deinem Herrn, denn Er ist der Allhörende, der Allwissende,
  7. der Herr[2] der Himmel und der Erde und all dessen, was dazwischen ist, wenn ihr euch dessen nur gewiss wäret.[3]
  8. Es gibt keinen wahren Gott außer Ihm. Er erweckt zum Leben, Er lässt sterben: Er ist euer Herr und der Herr eurer Vorväter.
  9. Sie aber treiben in ihrem Zweifel (mit der Wahrheit) nur ihr Spiel.
  10. Darum (Gesandter Aḷḷāhs) erwarte (für dein Volk) einen (bald eintreffenden) Tag, an dem der Himmel von deutlichem Rauch bedeckt sein
  11. und es einhüllen wird, und es wird zu ihnen gesagt werden: „Das ist nun das qualvolle Leid!“
  12. (Sie werden flehentlich bitten:) „Unser Herr, nimm die Qual von uns und wir glauben (an Dich und Deinen Gesandten)!“
  13. Wie könnte es ihnen aber jetzt nützen, sich zu besinnen, wo doch schon ein deutlicher Gesandter zu ihnen gekommen ist?
  14. Sie haben sich dann von ihm abgewandt und gesagt: „Ein anderer hat es ihn gelehrt, er ist nur ein Verrückter.“
  15. Wir werden das Leid ein wenig hinwegnehmen, aber ihr werdet dennoch (zu eurem Unglauben und Leugnen der Wahrheit) zurückkehren.
  16. (Erwarte, Gesandter Aḷḷāhs) den Tag, an dem Wir mit höchster Gewalt heftig zupacken werden und fürwahr, Vergeltung üben werden (nämlich bei der Schlacht von Badr).
  17. Vor ihnen aber haben Wir schon die Leute des Pharaos geprüft. Auch zu ihnen war ein edler Gesandter (nämlich Moses) gekommen.
  18. (Moses sagte zum Pharao und zu dessen Volk:) „Überlasst mir die Diener Aḷḷāhs (d.h. die Kinder Israels, die zu versklaven ihr kein Recht habt), denn ich bin fürwahr ein vertrauenswürdiger Gesandter, der zu euch geschickt wurde.
[1] Hier endet nach der kūfischen Zählung ein Vers.

Siehe Fußnote zu Sūrah 68 Vers 1.

[2] „rabbi“ nach der Lesart von ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼīyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „Rabbu“: „Er ist der Herr der Himmel usw.“

[3] Oder: „[…] wenn ihr euch dessen gewiss seid (dann glaubt an Meinen Gesandten)!“

  1. Und erhebt euch nicht hochmütig gegen Aḷḷāh (indem ihr euch weigert, Ihm zu dienen und indem ihr die Kinder Israels unterjocht), denn wahrlich, ich bin mit einem klaren Zeichen zu euch gekommen.
  2. Ich aber nehme Zuflucht zu meinem Herrn und euren Herrn, auf dass ihr mich nicht steinigt.
  3. Wenn ihr mir jedoch nicht glaubt, dann haltet euch fern von mir.“
  4. So rief er zu seinem Herrn: „Sie sind fürwahr ein Volk von Übeltätern!“
  5. (So befahl ihm Aḷḷāh:) „Brich mit Meinen Dienern nachts auf, denn ihr werdet verfolgt werden.
  6. Und lass das Meer (nachdem du und die Kinder Israels es durchquert habt) gespalten[1], wie es ist, denn das Heer wird ertränkt werden.“
  7. Wie viele Gärten und Quellen aber haben sie (der Pharao und seine Leute in Ägypten) zurückgelassen!
  8. Und wie viele Kornfelder und edle Wohnstätten!
  9. Und das bequeme Leben, das sie zu führen pflegten!
  10. So war es, und all das gaben Wir daraufhin einem anderen Volk (d.h. den Kindern Israels) zum Erbe.
  11. Weder Himmel noch Erde vergossen eine Träne ihretwegen, und ihnen wurde auch kein Aufschub gewährt (bis sie bereuen).
  12. Wir erretteten die Kinder Israels vor dem schmachvollen Leid,
  13. vor dem Pharao, denn er war hochmütig und maßlos (in seiner Überschreitung der von Aḷḷāh gesetzten Grenzen und tötete ihre männlichen Kleinkinder).
  14. Wir erwählten [die Kinder Israels] aufgrund Unseres Wissens vor allen Völkern (ihrer damaligen Zeit),
  15. und Wir gaben ihnen Zeichen (durch die Wir Moses unterstützten)[2], in denen ein offenkundiger Nutzen für sie lag.
  16. Sie aber sagen fürwahr:[3]
  17. „Es gibt nur diesen unseren ersten Tod und wir werden nicht wieder auferweckt.
  18. Bringt doch (du, Muḥammad, und deine Anhänger) unsere Vorväter wieder zurück, wenn ihr tatsächlich die Wahrheit sprecht (dass die Toten wieder zum Leben auferweckt werden)!“
  19. Verfügen sie (die dich leugnenden Polytheisten) denn über mehr Stärke als das Volk der Tubbaʿ[4] oder als die, die davor waren? Wir haben sie alle vernichtet, denn sie waren Übeltäter.
  20. Und Wir erschufen die Himmel und die Erde und alles, was sich dazwischen befindet, nicht aus Spielerei.
  21. Wir haben sie nicht anders, als in offenkundiger Weisheit erschaffen, die meisten aber begreifen es nicht.
[1] Wortwörtlich: in Ruhe.

Gemeint ist: Nachdem du das Meer mit deinem Stock berührt hast, es sich gespalten hat und ihr durchgelaufen seid, berühre es nicht ein weiteres Mal in der Hoffnung, der Pharao und seine Heerscharen würden durch die Wassermassen zurückgehalten, sondern lass das Meer wie es ist, damit sie auch in die Spalten des Meeres eindringen und anschließend ertränkt werden.

[2] So sandte Aḷḷāh etwa ein süßes Getränk und Wachteln (Manna und Salwā) zu ihrer Versorgung auf sie herab.

[3] Hier endet nach der kūfischen Zählung ein Vers.

[4] Tubbaʿ war der Titel der Könige von Ḥimyar, die mehrere Jahrhunderte lang über Südarabien herrschten. Er selbst war ein rechtschaffener Mensch, der Muslim wurde (siehe Musnad ʼAḥmad Nr. 22880, Risālah-Ausgabe).

  1. Wahrlich, der Tag, an dem [Aḷḷāh zwischen den Menschen] entscheidet (hinsichtlich dessen, worüber sie auf Erden uneinig waren), ist der für sie alle festgesetzte Zeitpunkt.
  2. Der Tag, an dem keiner, der einem nahesteht, einem von Nutzen sein kann und an dem keiner (angesichts der Strafe Aḷḷāhs) Beistand finden wird.
  3. Außer der, dem Aḷḷāh Gnade zuteilwerden lässt (denn der wird Nutzen aus den guten Werken ziehen, die er vorausgeschickt hat), denn wahrlich, Er ist der Allüberlegene und Gnädige.
  4. Wahrlich, der Baum az-Zaqqūm (auf dem Grund des Höllenfeuers)[1]
  5. ist die Nahrung des (ungläubigen) Sünders.
  6. [Seine Frucht] wird gleich schwarzem Öl in ihren Bäuchen brodeln,[2]
  7. wie das heiße Wasser brodelt.
  8. (Zu den Wächtern des Höllenfeuers wird gesagt werden:) „Packt ihn und zerrt ihn in die Mitte des lodernden Feuers!
  9. Dann gießt die Qual des heißen Wassers über seinen Kopf!
  10. Koste! Du meintest doch[3] (auf Erden) überlegen und angesehen zu sein!
  11. Das ist es nun, woran ihr stets gezweifelt habt.“
  12. Wahrlich, die Achtsamen (vor Aḷḷāh) hingegen werden sich an einem Ort der Sicherheit befinden.
  13. Inmitten von Gärten und fließenden Quellen.
  14. In Gewändern aus feiner Seide und dickem Brokat werden sie einander gegenübersitzen.
  15. So wird es sein. Außerdem werden wir sie mit (makellosen schönen) Frauen mit großen Augen vermählen.
  16. Dort werden sie nach allen Früchten verlangen können und sich dabei sicher sein (dass diese weder zu Ende gehen noch dass sie daran Schaden nehmen).
  17. Sie werden darin den Tod nicht kosten, nachdem sie den ersten Tod (nach ihrem irdischen Leben) bereits gekostet haben, und Er wird sie vor der Qual des Höllenfeuers bewahren.
  18. Dies als Wohltätigkeit deines Herrn, und das ist der gewaltige Erfolg.
  19. Wahrlich, Wir haben [den Qur’ān] in deiner Sprache (Gesandter Aḷḷāhs) leicht verständlich gemacht, damit [die Menschen] sich ermahnen lassen.
  20. So warte ab (bis zu deinem Sieg und ihrer Niederlage), wahrlich, auch sie warten ab (und rechnen mit deiner Niederlage).
[1] Hier endet nach der mekkanischen, ḥimṣischen und letzten medinensischen Zählung kein Vers.

[2] „yaġlī“ nach der Lesart von Ibn Kaṯīr, Ḥafṣ und Ruways. Nach dieser Lesart kann man den Vers auch wie folgt übersetzen: „[Seine Nahrung] wird gleich usw.“

Nach der Mehrheit: „taġlī“: wie oben übersetzt.

Hier endet nach der damaszenischen und ersten medinensischen Zählung kein Vers.

[3] „ʼinnaka“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Kisāʼīyy: „ʼannaka“: „Koste, denn du meintest doch usw.“

Sūrah 45 al-Ǧāṯiyah – die Kniende[1]

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā Mīm.[2]
  2. Die Herabsendung des Buches ergeht von Aḷḷāh, dem Allüberlegenen und Allweisen.
  3. Wahrlich, in den Himmeln und auf Erden finden sich Zeichen (der Macht und Fürsorge Aḷḷāhs) für die Gläubigen,
  4. und auch darin, wie ihr selbst erschaffen werdet, und in all den Tieren, die Er auf Erden verstreute, sind Zeichen für jene, die Gewissheit haben (dass Aḷḷāh allein der Schöpfer ist).
  5. Und auch im Wechsel von Nacht und Tag und im Regen, den Aḷḷāh vom Himmel herabkommen lässt und durch den Er die Erde belebt, nachdem sie zuvor leblos war, und im Wechsel der Windrichtungen[3] sind Zeichen für Leute, die ihren Verstand gebrauchen.
  6. Diese Verse Aḷḷāhs tragen Wir dir, die Wahrheit darlegend, vor. Welchen Worten, wenn nicht den Worten Aḷḷāhs und Seinen Versen wollen sie denn sonst Glauben schenken[4]?
  7. Wehe jedem ständigen Lügner und Sünder,
  8. (diesem Ungläubigen) der hört, wie ihm die Verse Aḷḷāhs vorgetragen werden und der dann hochmütig (in seinem Unglauben) verharrt, als ob er sie nicht gehört hätte. Darum verkünde ihm schmerzliches Leiden.
  9. (Wehe dem,) der, wenn er etwas von Unseren Zeichen erfährt, sich darüber lustig macht. Jene sind es, die demütigendes Leid erfahren werden.
  10. Vor ihnen liegt das Höllenfeuer, und was immer sie (auf Erden an Besitz) erworben haben, wird ihnen nichts nützen und auch jene werden ihnen nichts nützen, die sie an der Stelle Aḷḷāhs zu Schutzherrn genommen haben. Sie erwartet gewaltiges Leiden!
  11. Dieses (Buch) ist eine Rechtleitung. Jene aber, die die Zeichen ihres Herrn leugnen, wird eine qualvolle Strafe treffen.
  12. Aḷḷāh ist es, der euch das Meer dienstbar gemacht hat, damit die Schiffe auf Seinen Befehl hin darauf fahren können, sodass ihr nach Seinen Wohltaten strebt und vielleicht dankbar sein mögt.
  13. Ebenso hat Er von Sich aus alles für euch dienstbar gemacht, was sich in den Himmeln (wie Sonne, Mond und Sterne.) und auf Erden (wie Flüsse, Berge, und Pflanzen) findet. Darin liegen fürwahr Zeichen für die, die nachdenken.
[1] Siehe Vers 28 zur Erklärung.

[2] Hier endet nach der kūfischen Zählung ein Vers.

Siehe Sūrah 68 Vers 1.

[3] „ar-Riyāḥ“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼīyy und Ḫalaf: „ar-Rīḥ“: „Windrichtung“.

[4] „yuʼminūna“ nach der Hälfte der Leser.

Nach Ibn ʽĀmir, Šuʽbah, Ḥamzah, Kisāʼiyy, Ruways und Ḫalaf: „tuʽminūna“: „wollt ihr denn sonst Glauben schenken“.

  1. Sag (Gesandter Aḷḷāhs) zu denen, die glauben, (dass sie) jenen die die Tage Aḷḷāhs nicht erwarten (vergeben sollen), dann werden sie sicherlich vergeben. Auf diese Weise vergilt[1]Er jedem das, was er erworben hat.[2]
  2. Wer Gutes tut, der tut es nur zu seinem eigenen Nutzen, und wer Schlechtes tut, den werden die Folgen seines Tuns selbst treffen. Dann werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht werden.[3]
  3. Wir gaben den Kindern Israels [die Thora], die Macht der Urteilsfindung (aufgrund der Thora) und die Prophetenschaft[4], und Wir versorgten sie mit den guten Dingen und bevorzugten sie vor den anderen Völkern (ihrer Zeit).
  4. Und Wir gaben ihnen klare Hinweise (die Wahrheit und Lüge deutlich voneinander trennten). Sie wurden erst dann durch ihre gegenseitige Missgunst uneins, als sie das Wissen (um die Erscheinung Muḥammads) erreicht hat. Wahrlich, dein Herr wird am Tag der Auferstehung hinsichtlich dessen, worüber sie uneins waren, zwischen ihnen richten.
  5. Schließlich brachten Wir dich auf denselben Weg (dem zu folgen Wir schon den früheren Gesandten aufgetragen hatten) der Befolgung des Glaubens. So folge ihm und nicht den Neigungen derer, die kein Wissen haben.
  6. Denn sie werden dir vor Aḷḷāh (und Seiner Strafe) nicht helfen können. Die Ungerechten sind fürwahr einer des anderen Beschützer, Aḷḷāh aber ist der Beschützer der Achtsamen (vor Ihm).
  7. Dieser Qur’ān ist ein Mittel der Einsicht (in die Unterscheidung des Wahren vom Falschen), eine Rechtleitung und eine Gnade für Leute, die Gewissheit in ihrem Glauben besitzen.
  8. Oder meinen etwa die, die Schlechtes tun (indem sie nicht glauben), dass Wir sie im Leben und nach ihrem Tod in gleicher Weise behandeln wie jene, die glauben und Gutes tun? Wie schlecht sie urteilen!
  9. Aḷḷāh erschuf die Himmel und die Erde aufgrund umfassender Weisheit und damit jeder Seele ihrem Tun entsprechend vergolten werde. Ihnen wird dabei kein Unrecht getan.
[1] „li-yaǧziya“ nach Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, ʽĀṣim und Yaʽqūb.

Nach Ibn ʽĀmir, Ḥamzah,al-Kisā’iyy und Ḫalaf: „li-nağziya“: „denn Wir allein vergelten“.

Nach ʼAbū Ǧaʽfar: „li-yuǧzā“: „damit einem Volk vergolten wird, was es erworben hat.“

[2] Die Gläubigen sollten in jener mekkanischen Phase des Friedens Willen eher auf ihr Recht im Falle von Ungerechtigkeit verzichten als es einzufordern. Das war zur Verbreitung der Botschaft geeigneter.

[3] „turǧaʽūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „tarǧiʽūna“: „Dann werdet ihr zu eurem Herrn zurückkehren“

[4] D.h. der Großteil der Propheten entstammte den Nachkommen Abrahams.

  1. Hast du (Gesandter Aḷḷāhs) den gesehen, der seine eigenen Wünsche zur Gottheit erhebt und den Aḷḷāh daraufhin trotz Seines Wissens in die Irre führt, dessen Gehör und Herz Er versiegelt und dessen Blick Er verschleiert? Wer soll ihn denn an der Stelle Aḷḷāhs nun rechtleiten? Wollt ihr euch denn nicht besinnen?
  2. Sie (die Ungläubigen, die die Auferstehung leugnen) sagen: „Es gibt nur das Leben in dieser Welt, wir sterben und die nächsten Generationen folgen, und nichts anderes vernichtet uns als die Zeit.“ Tatsächlich aber besitzen sie keinerlei Wissen darüber, sondern sie stellen nur Mutmaßungen an.
  3. Werden ihnen aber Unsere verdeutlichenden Verse vorgetragen, so lautet ihr einziges Argument: „Dann bringt doch unsere Väter zurück, wenn ihr wirklich die Wahrheit sprecht!“
  4. Sag (zu ihnen, Gesandter Aḷḷāhs): „Aḷḷāh erweckt euch zum Leben und lässt euch daraufhin sterben, und Er wird euch am Tag der Auferstehung, an dem es keinen Zweifel gibt, versammeln. Aber die meisten Menschen begreifen es nicht (und bereiten sich deshalb nicht darauf vor).“
  5. Aḷḷāh allein hat die Herrschaft über die Himmel und die Erde inne. Der Tag aber, an dem die Stunde heranbricht, das wird der Tag sein, an dem jene die Verlierer sein werden, die danach trachteten, das Falsche zur Wahrheit zu erheben (indem sie andere als Aḷḷāh anbeteten).
  6. Dann wirst du sehen, wie alle Gemeinschaften auf die Knie sinken (darauf wartend, was mit ihnen geschieht). Jede Gemeinschaft[1] wird zum Buch (ihrer Taten) gerufen werden: „Heute wird euch alles vergolten werden, was ihr je getan habt!
  7. Das ist Unser Buch, das die Wahrheit über euch spricht, denn, wahrlich, Wir haben (den Engeln) befohlen, alles aufzuschreiben, was ihr getan habt.“
  8. Was nun jene betrifft, die glauben und Gutes tun, so lässt ihr Herr sie durch Seine Gnade ins Paradies eingehen, und das ist der offenkundige Erfolg.
  9. Was aber die betrifft, die die Wahrheit leugneten, (so wird zu ihnen gesagt werden:) „Wurden euch Meine Verse nicht vorgetragen, ihr aber wart hochmütig und ein Volk von Übeltätern?
  10. Und als man zu euch sprach: »Fürwahr, die Verheißung Aḷḷāhs ist wahr, und es besteht kein Zweifel an der Stunde!«, da entgegnetet ihr: »Wir wissen nicht, was diese Stunde sein soll. Wir mutmaßen nur darüber und sind keineswegs überzeugt davon.«“
[1] „kullu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „kulla“: „Du wirst sehen, wie jede Gemeinschaft zum Buch (ihrer Taten) gerufen wird“.

Juz 26

  1. Die üblen Folgen ihres Tuns werden ihnen (an jenem Tag) offensichtlich werden, und es wird sich an ihnen das bewahrheiten, worüber sie zu spotten pflegten.
  2. Und es wird (zu ihnen) gesagt werden: „Heute werden Wir euch missachten, so wie ihr das Kommen dieses eures Tages vergessen (und missachtet) habt. Eure Bleibe aber ist das Höllenfeuer, und es wird keinen geben, der euch helfen könnte.
  3. Dies deshalb, weil ihr die Verse Aḷḷāhs verhöhnt habt und das weltliche Leben (durch seinen Genuss) euch blendete.“ Darum werden sie an jenem Tag nicht mehr (aus dem Höllenfeuer) herausgebracht werden[1] (um ins irdische Leben zurückkehren zu können), und sie werden nicht (mehr) zur Umkehr (zu Aḷḷāh) aufgefordert.
  4. Deshalb (aufgrund der in dieser Sūrah herabgesandten Wegweisungen, Erinnerungen und Ermahnungen) gebührt aller Lobpreis Aḷḷāh, dem Herrn der Himmel und dem Herrn der Erde, dem Herrn alles Erschaffenen!
  5. Sein allein ist die Majestät in den Himmeln und auf Erden: Er ist der allem Überlegene (und wird von niemandem überwältigt), und Er ist der der (hinsichtlich Seiner Schöpfung, ihren Bestimmungen und Anordnungen) Weise!

Ǧuzʼ 26

Sūrah 46 al-ʼAḥqāf – die Sanddünen (mekkanisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ḥā-Mīm.[2]
  2. Die Herabsendung des Buches ergeht von Aḷḷāh, dem Allüberlegenen, dem Allweisen.
  3. Wir haben die Himmel und die Erde und alles, was sich dazwischen befindet, nicht zwecklos erschaffen (sondern damit der Mensch Aḷḷāh erkennen und Ihm allein dienen möge) und Wir haben sie für eine bestimmte Zeitspanne erschaffen. Diejenigen, aber, die nicht glauben, wenden sich von dem, wovor sie (durch die die Offenbarung) gewarnt werden ab.
  4. Sag (du, Gesandter Aḷḷāhs, zu den Götzendienern): „Habt ihr jemals darüber nachgedacht, was ihr anstelle Aḷḷāhs anbetet? Zeigt mir, was sie (eure Götzen) von der Erde erschaffen haben. Oder hatten sie etwa (neben Aḷḷāh) Anteil an (der Erschaffung) der Himmel? Bringt mir eine Schrift, die vor dieser offenbart wurde oder einen Rest des Wissens (der Früheren, die eure Behauptungen bestätigen), wenn ihr die Wahrheit sagt.
  5. Wer aber ist weiter abgeirrt als der, der anstelle Aḷḷāhs solche anruft, die ihn bis zum Tag der Auferstehung nicht erhören werden und die seinen Bitten keinerlei Beachtung schenken?
[1] Nach Lesart von Ḥamzah und al-Kisā’iyy: „Darum werden sie an jenem Tag (das Höllenfeuer) nicht mehr verlassen“, (yaḫruğūna).

[2] Siehe Fußnote zu Sūrah Qalam Nr. 68 Vers 1.

Hier endet nur nach der kūfischen Zählung ein Vers.

  1. Und wenn die Menschen dann (am Tag der Auferstehung vor Aḷḷāh) versammelt werden, werden sie (die Götzen) darüber hinaus jenen gegenüber (die sie einst angebetet haben) feindlich gesinnt auftreten und leugnen, dass sie irgendetwas von deren Anbetung gewusst hätten.
  2. Und wenn ihnen Unsere Verse als klare Beweise vorgetragen werden, sagen jene, die (den Qur’ān) leugnen über die Wahrheit, wenn sie zu ihnen kommt: „Das ist offensichtlich Zauberei!“
  3. Oder sagen sie etwa: „Er hat ihn (den Qur’ān) erfunden.“? Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Hätte ich ihn erfunden, so könntet ihr mir in keiner Weise gegenüber Aḷḷāh helfen (wenn Er mich bestraft, also warum sollte ich eine solche Lüge erfinden). Er weiß am besten, in welche Verleumdungen ihr euch ergeht. Er genügt als Zeuge zwischen mir und euch. Er ist der stets Vergebende, der Gnädige.“
  4. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ich bin nicht der erste Gesandte Aḷḷāhs (so dass ihr euch über meinen Aufruf an euch wundern könntet, sondern es gab schon viele Gesandte vor mir), und ich weiß nicht, was Er mit mir oder mit euch (auf Erden) tun wird. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird und bin (für euch) nichts anderes als ein deutlicher Warner (vor Gottes Strafe).“
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Habt ihr daran gedacht, wie es euch ergehen wird, wenn er (der Qur’ān) von Aḷḷāh stammt, ihr ihn aber ablehnt, und ein Zeuge von den Kindern Israels (aufgrund dessen, was bereits in der Thora über ihn berichtet wird) bestätigt, dass er von Aḷḷāh stammt und an ihn glaubt, während ihr (den Glauben an ihn) hochmütig ablehnt? Wahrlich, Aḷḷāh leitet ein solch ungerechtes Volk nicht (auf den rechten Weg)!
  6. Die Ungläubigen aber sagen zu den Gläubigen: „Wenn es (nämlich das, was Muḥammad bringt) etwas Gutes wäre, wären sie (die Armen, Sklaven und Schwachen) uns nicht darin zuvorgekommen, es anzunehmen (sondern wir wären die Ersten gewesen).“ Weil sie sich aber weigern, sich davon leiten zu lassen, sagen sie: „Das ist nur eine alte Lüge!“
  7. Davor war bereits das Buch Moses‘ (die Thora) eine Führung und Barmherzigkeit (für die, die an ihn von den Kindern Israels glaubten). Und dieses Buch ist eine Bestätigung desselben in arabischer Sprache, um jene zu warnen,[1] die (wegen ihrer Vielgötterei und Sünden) ungerecht sind und denen frohe Botschaft zu bringen, die (für Aḷḷāh) gute Werke tun.
  8. Wahrlich, jene, die sagen: „Unser Herr ist (ohne Zweifel) Aḷḷāh.“, und dann aufrichtig (am Glauben) festhalten, müssen weder Angst haben noch sollen sie traurig sein.
  9. Sie sind es, die Bewohner des Paradieses sein werden, für ewig darin zu verweilen, als Lohn für das (Gute), das sie zu tun pflegten.
[1] „li-yunḏira“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, einer Version von al-Bazziyy, Ibn ʽĀmir, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „li-tunḏira“: „damit du jene warnst“.

  1. Wir trugen dem Menschen auf, sich gegenüber seinen Eltern gut zu verhalten[1]. Mit Mühsal hat seine Mutter ihn getragen und mit Mühsal zur Welt gebracht. Ihre Schwangerschaft und der Zeitraum bis zu seiner (vollständigen) Entwöhnung dauern (mindestens) dreißig Monate,[2] bis er dann, wenn er mit vierzig Jahren seine volle (geistige und körperliche) Reife erlangt hat, sagt: „O Herr, lass mich dankbar für Deine Wohltaten sein, die Du mir und meinen Eltern zuteilwerden hast lassen und lass mich Gutes tun, das Deine Zufriedenheit findet und lass auch meine Nachkommen rechtschaffen sein! Siehe, ich wende mich Dir in Reue zu und ich gehöre zu jenen, die Aḷḷāh ergeben sind.“
  2. Jene sind es, von denen Wir die besten ihrer guten Werke annehmen werden (und sie gemäß dieser besten ihrer Taten belohnen werden) und deren Vergehen Wir übersehen werden[3]. (Sie gehören) zu den Bewohnern des Paradieses, in Erfüllung des Versprechens, das ihnen (auf Erden) gegeben wurde.
  3. Der aber, der zu seinen Eltern sagt: „Uff! Droht ihr mir etwa an, dass ich wieder (lebend aus dem Grab) hervorkommen werde, wo doch schon Jahrhunderte vor mir dahingegangen sind (ohne dass einer auferstanden wäre)!?“, während sie beide Aḷḷāh um Hilfe anrufen und (zu ihm) sagen: „Wehe dir! Glaube, denn die Verheißung Aḷḷāhs ist wahr!“, sagt: „Das sind doch alles nur Geschichten aus alten Zeiten!“
  4. Solche sind es, solche von den früheren Gemeinschaften der Ğinn und der Menschen, die bereits dahingegangen sind, hinsichtlich derer sich die Strafe bewahrheitet hat. Wahrlich, sie gehören zu den Verlierern.
  5. Für alle gibt es Rangstufen (sowohl im Paradies als auch im Höllenfeuer) entsprechend ihrer Taten, sodass Er ihnen ihre Taten zur Gänze vergelte[4], und keinem wird Unrecht getan werden.
  6. An dem Tag, wenn jene, die (Aḷḷāh und Seinen Gesandten gegenüber) ungläubig waren, zum Höllenfeuer geführt werden (wird zu ihnen gesagt): „Ihr habt[5] eure guten Dinge schon während eures irdischen Lebens verbraucht und diese genossen (ohne an das Jenseits zu denken). Heute wird es euch mit Schande vergolten werden, dass ihr auf Erden ohne Recht hochmütig wart und dass ihr gefrevelt habt.“
[1] „ḥusnan“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʽĀṣim, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf: „ʼiḥsānan“: „gegenüber seinen Eltern wohltätig zu sein“.

[2] Die vollständige Entwöhnung ist gemäß 2:233 nach 2 Jahren. Folglich kann eine Schwangerschaft sechs Monate nicht unterschreiten.

[3] „nataqabbalu/ʼaḥsana/wa-nataǧāwazu“ nach der Lesart von Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrhet: „yutaqabbalu/ʼaḥsanu/wa-yutaǧāwazu“: „Sie sind es, deren guten Werke angenommen werden (und gemäß dieser besten ihrer Taten belohnt werden) und deren Vergehen übersehen wird“.

[4] „wa li-nuwaffiyahum“ nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, eine Version vin Hišām, ʽĀṣim und Yaʽqūb.

Nach Lesart der Mehrheit: „wa li-nuwaffiyahum“: „sodass Wir ihnen ihre Taten zur Gänze vergelten“.

[5] „ʼaḏhabtum“ nach der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, Ibn ʽĀmir, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „ʼaʼaḏhabtum“: „Habt ihr etwa“.

  1. Und denke (Gesandter Aḷḷāhs) an den Bruder der ʿĀd (den Propheten Hūd), als er sein Volk bei al-ʼAḥqāf[1] (im Süden der Arabischen Halbinsel) warnte. Schon vor ihm und auch nach ihm sind Warner aufgetreten (die zu ihrem jeweiligen Volk sagten): „Dient allein Aḷḷāh, denn ich fürchte für euch wahrlich das Leid eines gewaltigen Tages!“
  2. Sie sagten (zu Hūd): „Bist du etwa gekommen, um uns von unseren Göttern abzuwenden? Dann bring uns doch das (an Strafe), womit du uns drohst, wenn du zu jenen gehörst, die die Wahrheit sprechen!“
  3. Er antwortete: „Das Wissen (um das Eintreten der Stunde) liegt bei Aḷḷāh. Ich überbringe euch nur das, womit ich gesandt wurde, aber ich sehe, dass ihr ein Volk seid, das nicht weiß (was ihm nützt und was ihm schadet).“
  4. Als sie es dann sahen, wie es in Gestalt (einer Wolke) sich ihrem Tal näherte, sagten sie: „Das ist nur eine Wolke, die uns Regen bringt.“ (Da aber sagte Hūd zu ihnen:) „Es ist vielmehr das, was ihr nicht erwarten konntet, ein Wind, der schmerzliches Leid bringen
  5. und alles zerstören wird, auf Befehl seines Herrn.“ So geschah es, dass nichts mehr von ihnen zu sehen war[2], außer ihren Wohnstätten. So vergelten Wir das Tun eines Volkes von Übeltätern.
  6. Und doch haben Wir ihm (dem Volk Hūds) alle Grundlagen dafür gegeben, eine gefestigte Stellung zu erreichen, in einem Ausmaß, wie Wir sie euch nicht gaben. Und Wir gaben ihnen Gehör, Augenlicht und Herzen, aber weder Gehör noch Augenlicht noch Herzen waren ihnen von irgendeinem Nutzen, weil sie die Zeichen Aḷḷāhs leugneten, und so wurden sie von dem erfasst, worüber sie immer gespottet haben (nämlich die angedrohte Strafe).
  7. So haben Wir bereits so manche Städte um euch herum (ihr Leute von Mekka) vernichtet und die (warnenden) Zeichen abgewandelt, um ihre Bewohner vielleicht doch zur Umkehr (zum Glauben) zu bewegen.
  8. Warum haben ihnen denn diejenigen (nämlich ihre Götzen) nicht geholfen, die sie an der Stelle Aḷḷāhs, indem sie sich ihnen (durch Darbringung von Opfertieren usw.) zu nähern suchten, anbeteten? Aber sie (die Götzen) hielten sich fern (als sie sie am nötigsten brauchten). Es war nur eine Lüge, mit der sie sich selbst täuschten (dass ihnen ihre Götzen etwas nützen würden) und die sie selbst erfunden haben.
[1] Name der Ortschaft. Sprachlich: „Sanddünen“.

[2] „lā yurā ʼillā masākinuhum“ nch ʽĀṣim, Ḥamzah, Yaʽqūb und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: „lā tarā ʼillā masākinahum“: „dass du nichts mehr von ihnen sahst“.

  1. (Und bedenke, Gesandter Aḷḷāhs), als Wir eine Schar der Ğinn sich dir zuwenden ließen, um den Qur’ān zu hören. Als sie eingetroffen waren, sagten sie (zueinander): „Hört zu!“ Und als die Rezitation (des Gesandten Aḷḷāhs) zu Ende war, kehrten sie zu ihren Leuten zurück und warnten sie (vor der Strafe Aḷḷāhs).
  2. Sie sagten: „Unser Volk, wir haben fürwahr ein Offenbarungsbuch gehört, das nach Moses herabgesandt wurde und das bestätigt, was schon vor ihm (an Offenbarungen vorhanden) war. Es leitet zur Wahrheit und auf den rechten Weg.
  3. Unser Volk, hört auf den Rufer Aḷḷāhs (Muḥammad r) und glaubt an ihn, so wird Aḷḷāh euch eure Sünden vergeben und euch vor schmerzhaftem Leid bewahren (solltet ihr seinem Aufruf keine Folge leisten)!
  4. Wer aber nicht auf den Rufer Aḷḷāhs hört, der wird Aḷḷāh auf Erden niemals entrinnen und er wird außer Ihm keinerlei Beschützer finden. All jene befinden sich in einem offensichtlichen Irrtum.“
  5. Begreifen sie (die Leugner der Auferstehung) denn nicht, dass Aḷḷāh, der die Himmel und die Erde erschaffen hat und bei ihrer Erschaffung nicht müde wurde, auch imstande ist, die Toten wieder zu erwecken (um mit ihnen abzurechnen)? Ja gewiss (ist Er dazu fähig), Er hat zu allem die Macht!
  6. An jenem Tag, an dem die Ungläubigen zum Höllenfeuer geführt werden, wird zu ihnen (als Erniedrigung) gesagt: „Ist das nun Wahrheit oder nicht?“ Sie werden antworten: „Ja, gewiss, bei unserem Herrn!“ Und es wird zu ihnen gesagt werden: „So kostet denn das Leid dafür, dass ihr die Wahrheit stets zurückgewiesen habt.“
  7. Darum sei geduldig (Gesandter Aḷḷāhs, angesichts der Zurückweisung durch dein Volk), wie jene der Gesandten, die Entschlossenheit besaßen, geduldig waren (d. h. Noah, Abraham, Moses und Jesus) und wünsche ihre Bestrafung nicht zu beschleunigen. An dem Tag, an dem sie (im Jenseits) das sehen werden, was ihnen (an Strafe) verheißen wurde, wird es ihnen (wegen ihres so lange andauernden Leidens) so vorkommen, als hätten sie nur eine Stunde des Tages (auf Erden) verweilt. Dies(er Qur’ān) ist eine Mitteilung und (für die Menschen und Ǧinn) ausreichend. Wird denn ein anderer vernichtet, als ein frevelhaftes Volk?

Sūrah 47 – Muḥammad – medinensisch

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Die Taten derer, die nicht glauben und die die Menschen vom Weg Aḷḷāhs (d. h. dem Glauben) abhalten, lässt Aḷḷāh zunichtewerden.
  2. Und die Vergehen derer, die (an Aḷḷāh) glauben und gute Werke tun und an das glauben, was Muḥammad offenbart wurde – und es ist ja die Wahrheit von ihrem Herrn – tilgt Er ihre Sünden und Er wird ihre Lage (im Diesseits und im Jenseits) wiedergutmachen.
  3. Dies deswegen, weil jene, die nicht glauben, Nichtigem folgen und jene, die glauben, der Wahrheit von ihrem Herrn folgen. Auf diese Weise zeigt Aḷḷāh den Menschen Gleichnisse ihrer Lage auf.
  4. Wenn ihr auf jene trefft, die ungläubig sind (und gegen euch kämpfen), dann schlagt (mit euren Schwertern) auf ihre Nacken,[1] bis ihr sie bezwungen habt. Dann schnürt die Fesseln (der Kriegsgefangenen) fest.[2] Dann lasst sie entweder (ohne Gegenleistung) frei oder gegen ein Lösegeld (und kämpft) bis die drückende Last des Krieges aufgehoben wird.[3] So soll es ein. Und hätte Aḷḷāh es gewollt, so hätte Er sie wahrlich selbst besiegen können,[4] Er aber will die einen von euch durch die anderen prüfen (um zu sehen, wer von den Gläubigen bereit ist, zu kämpfen und wer nicht). Die Werke derer aber, die auf dem Weg Aḷḷāhs getötet wurden,[5] lässt Er nicht verlorengehen.
  5. Er wird sie leiten und ihre Lage verbessern[6]
  6. und sie ins Paradies eingehen lassen, dessen Merkmale Er ihnen (schon während ihres Erdenlebens) beschrieben hat.
  7. Ihr, die ihr glaubt, wenn ihr der Sache Aḷḷāhs helft (indem ihr Seinen Propheten unterstützt), so wird Er euch helfen und eure Schritte festigen (wenn ihr dem Feind im Kampf begegnet). [7]
  8. Jene aber, die nicht glauben, erwartet der Untergang und Er lässt alle ihre guten Taten zunichtewerden.
  9. Dies deswegen, weil ihnen das, was Aḷḷāh offenbarte, verhasst ist und so lässt Er den Lohn all ihrer (guten) Taten hinfällig werden.
  10. Sind sie denn nicht auf Erden umhergereist und haben darüber nachgedacht, wie das Ende derer war, die vor ihnen lebten? Aḷḷāh ließ (ihre Wohnstätten) über ihnen zusammenstürzen und die Ungläubigen (aller Orten und aller Zeiten) haben Ähnliches zu erwarten.
  11. Dies deshalb, weil Aḷḷāh der Schutzherr derer ist, die glauben, die Ungläubigen aber keinen Schutzherrn haben.
[1] Hier endet nach der ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[2] Hier endet nach der ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[3] Hier endet nur nach der kūfischen und ḥimṣischen Zählung kein Vers.

[4] Hier endet nach der ḥimṣischen Zählung ein Vers.

[5] „qutilū“ nach der Lesart von ʼAbū ʽAmr, Ḥafṣ und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „qātalū“: „gekämpft haben“.

[6] Hier endet nach der ḥimṣischen Zählung kein Vers.

[7] Hier endet nach der ḥimṣischen Zählung kein Vers.

  1. Wahrlich, Aḷḷāh lässt jene, die glauben und gute Werke tun, ins Paradies eingehen, durcheilt von Bächen (unterhalb ihrer Schlösser und Bäume). Diejenigen aber, die (Aḷḷāh und Seinem Gesandten r gegenüber) ungläubig sind, genießen (das weltliche Leben) und fressen wie das Vieh (da es ihnen nur darum geht, ihre Bedürfnisse zu stillen) und das Höllenfeuer wird ihre Bleibe sein.
  2. So manche Stadt, die mächtiger war als deine (d.h. Mekka), aus der du von deinen Leuten vertrieben wurdest, haben Wir (weil sie die Gesandten leugneten) schon vernichtet und es gab keinen Helfer für sie.
  3. Gleicht denn derjenige, der seinem Herrn aufgrund von Beweisen (dient), dem, dessen üble Taten ihm (vom Satan) ausgeschmückt werden und der nur seinen eigenen Wünschen folgt?
  4. Das ist die Beschreibung des Paradieses, das den Achtsamen versprochen wurde: In ihm befinden sich Bäche mit Wasser, das niemals faulig wird und Bäche von Milch, deren Geschmack sich nicht verändert und Bäche von Wein, köstlich für die, die davon trinken[1] und Bäche von Honig, der keinerlei Trübungen aufweist. Dort erhalten sie Früchte aller Art und (über all das hinaus) Vergebung von ihrem Herrn. (Können denn diese Bewohner des Paradieses) jenem gleichen, der für ewig im Höllenfeuer verweilt, siedendes Wasser zu trinken bekommt, sodass seine Eingeweide auseinandergerissen werden?
  5. Und unter ihnen (den Heuchlern) gibt es solche, die dir (Gesandter Aḷḷāhs, widerwillig) zuhören. Wenn sie dann von dir weggehen, sagen sie hochmütig zu jenen, denen Wissen gegeben wurde (d.h. den Gläubigen): „Was hat er eben gesagt?“ Sie sind diejenigen, deren Herzen Aḷḷāh versiegelt hat und die immer wieder nur ihren eigenen Neigungen folgen.
  6. Jene aber, die rechtgeleitet sind, stärkt Er in ihrer Rechtleitung und verleiht ihnen Achtsamkeit vor Aḷḷāh.
  7. Warten sie denn auf etwas anderes, als dass die Stunde plötzlich über sie kommt? Ihre Vorzeichen (wie die Entsendung unseres Gesandten Muḥammad) sind bereits eingetreten. Aber was soll ihnen ihr Nachdenken (über ihre Vergehen) dann nützen, wenn sie (die Stunde der Auferstehung) bereits über sie gekommen ist?
  8. Darum wisse (Gesandter Aḷḷāhs), dass es keinen (anbetungswürdigen) Gott gibt außer Aḷḷāh und bitte um Vergebung für deine Schuld und die der gläubigen Männer und Frauen, denn Aḷḷāh weiß was ihr tagsüber zu tun pflegt und wo ihr nachts verweilt.
[1] Hier endet nach der ḥimṣischen und baṣrischen Zählung ein Vers.

  1. Und jene, die glauben (und sich wünschen auf Aḷḷāhs Weg zu kämpfen), sagen: „Warum wird keine Sūrah (das Kämpfen betreffend) offenbart?“ Wenn dann eine eindeutige Sūrah herabgesandt und darin der Kampf erwähnt wird, dann siehst du (Gesandter Aḷḷāhs), wie diejenigen (Heuchler), in deren Herzen sich Zweifel birgt, dich ansehen wie einer, der vor Todesangst droht ohnmächtig zu werden. Es wäre besser für sie,
  2. Gehorsam (dem Befehl Aḷḷāhs gegenüber) zu zeigen und geziemende Worte. Denn wenn die Sache entschieden ist (und der Kampf zur Pflicht gemacht worden ist), dann wäre es am besten für sie, Aḷḷāh gegenüber (im Glauben) aufrichtig zu sein.
  3. Werdet ihr wohl, wenn ihr euch (vom Glauben) abwendet, auf Erden Unheil stiften und eure Verwandtschaftsbande zerreißen[1] (wie ihr es in der Zeit vor dem Islam getan habt)?
  4. Solche sind es, die Aḷḷāh verflucht und die Er (der Wahrheit gegenüber) taub und (sie zu erkennen) blind macht.
  5. Denken sie denn nicht über den Qur’ān nach oder sind etwa Schlösser an ihren Herzen (die jede Ermahnung zurückweisen)?
  6. Wahrlich, jene, die (dem Glauben) den Rücken kehren (und sich dem Unglauben und der Heuchelei zuwenden), nachdem sie die Rechtleitung deutlich wahrgenommen haben, tun dies, weil es ihnen der Satan ausgeschmückt und ihnen falsche Hoffnungen (wie ein langes Leben) gemacht hat.[2]
  7. Dies(es Irregehen widerfuhr ihnen) deswegen, weil sie zu jenen, denen verhasst ist, was Aḷḷāh offenbart, (im Geheimen) sagten: „Wir wollen euch in einigen Dingen (etwa darin, vom Kampf abzuhalten) folgen.“ Aḷḷāh aber weiß, was sie einander leise zuflüstern[3].
  8. Wie wird es ihnen dereinst ergehen, wenn die Engel sie abberufen und sie (mit Eisenstangen) ins Gesicht und auf den Rücken schlagen werden?
  9. Dies deshalb, weil sie dem folgten, was Aḷḷāh erzürnt und das hassten, was Sein Wohlgefallen findet (wie etwa den Glauben an Ihn und Seinen Gesandten r). So ließ Er ihre Werke hinfällig werden.
  10. Oder glauben etwa jene, die Krankheit (nämlich Zweifel) in ihren Herzen hegen, dass Aḷḷāh ihren heimlichen Hass nicht (durch Versuchungen) an den Tag bringen würde?
[1] „tuqaṭṭiʽū“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „taqṭaʽū“: „trennen“.

[2] „wa-ʼamlā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ʽAmr: „wa-ʼumliya“: „und ihnen falsche Hoffnungen gemacht wurden“.

Nach Yaʽqūb: „wa-ʼumlī“: „und Ich gewähre ihnen Aufschub“.

[3] „ʼisrārahum“ nach Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach der Mehrheit: : „ʼasrārahum“: „Aḷḷāh aber kennt ihre geheimen Gedanken“.

  1. Wenn Wir es gewollt hätten, so hätten Wir dir (Gesandter Aḷḷāhs) die Heuchler zeigen können, sodass du sie gewiss an ihrem Zeichen erkannt hättest. Aber du sollst sie fürwahr an der Art ihres Redens erkennen. Aḷḷāh aber kennt euer Tun.
  2. Wir werden euch (Gläubige) wahrlich (durch eure Bereitschaft zum Kampf) prüfen, bis Wir diejenigen unter euch kennen, die bereit sind, auf dem Weg Aḷḷāhs zu kämpfen und sich geduldig zeigen und bis wir (sogar) eure Worte auf die Probe stellen.[1]
  3. Wahrlich, jene, die nicht glauben, sich vom Weg Aḷḷāhs abwenden und auch andere davon abhalten, und dem Gesandten feindlich entgegentreten, nachdem ihnen die Rechtleitung klar geworden ist (dass Muḥammad r nämlich ein Prophet ist), werden Aḷḷāh in keiner Weise schaden und Er wird all ihre Werke zunichtemachen.
  4. Ihr, die ihr glaubt, gehorcht Aḷḷāh und gehorcht dem Gesandten und macht nicht eure eigenen (guten) Werke (durch Unglauben und Heuchelei) zunichte!
  5. Wahrlich, jene, die nicht glauben, sich vom Weg Aḷḷāhs abwenden und auch andere davon abhalten und dann im Unglauben sterben, denen wird Aḷḷāh nicht vergeben.
  6. So werdet nicht schwach im Kampf und bittet nicht um Frieden, wo ihr doch siegreich sein werdet (bis sie es tun). Aḷḷāh ist mit euch und wird euch den Lohn eurer Werke nicht schmälern.
  7. Denn das weltliche Leben ist nichts anderes als Spiel und Zeitvertreib und wenn ihr (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten Aḷḷāhs) glaubt und euch vor Ihn in Acht nehmt, wird Er euch den (vollen) Lohn (für eure Taten) gewähren und Er verlangt nicht euer gesamtes Vermögen (sondern nur das, was euch als Zakāt zur Pflicht gemacht wurde).
  8. Würde Er alles von euch verlangen und darauf beharren, würdet ihr geizig sein, und Er würde damit nur euren Groll (darüber, euren Besitz zu spenden) zutage bringen.
  9. Ihr seid es, die dazu aufgerufen werden, (einen Teil eures Vermögens als Dank) auf Aḷḷāhs Weg zu spenden. Aber unter euch gibt es manche, die geizen. Wer aber geizt, der geizt im Grunde genommen nur gegen sich selbst. Aḷḷāh ist der Reiche (und bedarf eurer Spenden nicht), ihr aber seid die Armen. Wenn ihr euch (vom Islam) abwendet, wird Er an eure Stelle ein anderes Volk setzen, das nicht so (ungehorsam) sein wird, wie ihr.
[1] „wa-lanabluwannakum/naʽlama/wa-nabluwa“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Šuʽbah: „wa-layabluwannakum/yaʽlama/wa-yabluwa“: „Er wird euch (Gläubige) wahrlich (durch eure Bereitschaft zum Kampf) prüfen, bis Er diejenigen unter euch kennt, die bereit sind, auf dem Weg Aḷḷāhs zu kämpfen und sich geduldig zeigen und bis Er (sogar) eure Worte auf die Probe stellt.“

Nach Ruways: „wa-lanabluwannakum/naʽlama/wa-nablū“: „Wir werden euch (Gläubige) wahrlich (durch eure Bereitschaft zum Kampf) prüfen, bis Wir diejenigen unter euch kennen, die bereit sind, auf dem Weg Aḷḷāhs zu kämpfen und sich geduldig zeigen. Wir werden eure Worte auf die Probe stellen.“

Sūrah 48 al-Fatḥ – der Sieg (medinensisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Wir haben dir (Gesandter Aḷḷāhs, durch das Abkommen von Ḥudaibiyah) einen offenkundigen Sieg beschert,
  2. sodass Aḷḷāh dir die Vergebung all deiner vergangenen und all deiner zukünftigen Sünden zeigen möge, Seine Gnade an dir vervollkommne (indem Er deinem Glauben die Oberhand verleiht) und dich einen geraden Weg leite
  3. und dir mit Seiner mächtigen Hilfe beisteht.
  4. Er ist es, der Standhaftigkeit und gottentstammende Ruhe auf die Herzen der Gläubigen herabsandte, damit ihr Glaube noch an Glauben zunehme. Aḷḷāh allein besitzt die Heerscharen der Himmel und der Erde und Aḷḷāh war schon immer allwissend und allweise.
  5. Und damit Er die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen in Gärten eingehen lässt, unterhalb derer Bäche fließen, in denen sie für immer verweilen werden und ihnen ihre Sünden tilge und das (d. h. die Tatsache, dass sie für ihre Sünden keine Rechenschaft ablegen müssen) ist bei Aḷḷāh ein gewaltiger Erfolg.
  6. Und damit Er den Heuchlern und Heuchlerinnen, den Götzendienern und Götzendienerinnen Leiden auferlege, die üble Gedanken über Aḷḷāh hegen (dass Sein Wort nämlich nicht das Höchste sein werde). Unheil wird sie umschließen und der Zorn Aḷḷāhs über sie kommen (wegen ihres Unglaubens und Frevels). Er hat sie verflucht und das Höllenfeuer für sie vorbereitet. Welch ein schlimmes Ende!
  7. Aḷḷāhs sind die Heerscharen der Himmel und der Erde (durch die ihr wen Er will von Seinen Dienern unterstützt). Aḷḷāh war schon immer allen überlegen und weise (in Seinen Bestimmungen).
  8. Wir sandten dich (Gesandter Aḷḷāhs) als Zeugen (über deine Gemeinschaft am Tag der Auferstehung), als Verkünder froher Botschaft (für die Gläubigen hinsichtlich dessen, was sie im Jenseits erwarten wird) und als Warner (der Ungläubigen vor gewaltiger Strafe)
  9. in der Hoffnung, dass ihr an Aḷḷāh und an Seinen Gesandten glaubt, ihn unterstützt, würdigt und damit ihr [Aḷḷāh] am Anfang und Ende des Tages lobpreist.[1]
[1] „li-tuʼminū/wa-tuʽazzirūhu/wa-tuwaqqirūhu/wa-tusabbiḥūhu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ‛Amr: „li-yuʼminū/wa-yuʽazzirūhu/wa-yuwaqqirūhu/wa-yusabbiḥūhu“: „in der Hoffnung, dass sie an Aḷḷāh und an Seinen Gesandten glauben, ihn unterstützen, würdigen und damit sie [Aḷḷāh] am Anfang und Ende des Tages lobpreisen.“

  1. Jene, die dir den (Riḍwān-)Treueid[1] leisten (gegen die Götzendiener Mekkas zu kämpfen), leisten damit den Treueid in Wirklichkeit Aḷḷāh (denn Er hat ihn angeordnet). Die Hand Aḷḷāhs ist über ihren Händen (während des Treueids und Er sieht all das Geschehen). Und wer den Treueid bricht, der hat die Folgen selbst zu tragen (und er schadet Aḷḷāh dadurch keineswegs). Wer aber an dem festhält, was er Aḷḷāh versprochen hat, dem wird Er[2] gewaltigen Lohn zuteilwerden lassen.
  2. Jene unter den Beduinen, die zurückgeblieben sind (als du, Gesandter Aḷḷāhs, nach Mekka zur ʽUmrah zogst), werden zu dir sagen: „Wir mussten uns um unseren Besitz und unsere Familien kümmern, darum bitte für uns um Vergebung.“ Sie sprechen mit ihren Zungen, was nicht in ihren Herzen ist (weil sie nicht bereuen). Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wer vermag etwas euch betreffend auszurichten, wenn Aḷḷāh euch Schaden oder Nutzen bringen will?[3] Nein (ihr meint nicht, was ihr sagt), vielmehr weiß Aḷḷāh um alles Bescheid, was ihr tut.“
  3. Ihr dachtet, dass der Gesandte und die Gläubigen (vernichtet werden und) niemals zu ihren Familien zurückkehren würden. In euren Herzen wurde euch dieser Gedanke (vom Satan) ausgeschmückt. Ihr dachtet Übles ( und ihr wart ja immer ein übles Volk.
  4. Wer nicht an Aḷḷāh und an Seinen Gesandten glaubt – für die Ungläubigen haben Wir ein flammendes Feuer bereitet.
  5. Aḷḷāhs ist die Herrschaft über die Himmel und die Erde. Er vergibt, wem Er will (durch Seine Huld) und Er bestraft (durch Seine Gerechtigkeit), wen Er will und Aḷḷāh war schon immer allvergebend und allgnädig.
  6. Die, die zurückblieben, werden sagen: „Wenn ihr (nach Ḫaibar) aufbrecht, um Beute zu machen (die Aḷḷāh euch nach Ḥudaibiyah versprochen hat), lasst uns mit euch gehen.“ Sie wollen damit das Wort Aḷḷāhs abändern (dass nämlich die Beute Ḫaibars nur jenen gebühre, die mit dem Propheten r nach Mekka auszogen). Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Ihr werdet nicht mit uns kommen. So hat Aḷḷāh zuvor gesprochen (dass sie nur jenen zuteilwird, die bei Ḥudaibiyah dabei waren).“ Da werden sie sagen: „Ihr gönnt uns nur unseren Anteil an der Beute nicht!“ Sie aber haben (über die Gebote und Verbote Aḷḷāhs) nur wenig nachgedacht (weshalb sie der Sünde verfallen sind).
[1] „Der Treueid, der die Zufriedenheit Aḷḷāhs nach sich zog“. Er wird aufgrund des Verses 18 so genannt.

[2] „fa-sa- yu’tīhi“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʿ, Ibn Kaṯīr, Ibn ʿĀmir, ʼAbū Ǧaʽfar und Rauḥ: „fa-sa- nu’tīhi“: „dem werden Wir“.

[3] Sie erlitten einen gewaltigen Schaden: Weil sie nicht mit dem Gesandten auszogen, verpasst sie den Riḍwān-Treueid.

  1. Sag (Gesandter Aḷḷāhs) zu jenen Beduinen (als Prüfung), die zurückblieben (als du nach Mekka loszogst): „Ihr werdet dereinst dazu aufgerufen werden, gegen ein Volk zu kämpfen, das über gewaltige Kampfkraft verfügt. Entweder ihr kämpft gegen sie oder aber sie nehmen (ohne Kampf) den Islam an. Wenn ihr gehorcht, wird Aḷḷāh euch einen schönen Lohn zuteilwerden lassen, wenn ihr euch aber abwendet, wie ihr es zuvor getan habt, dann wird Er euch schmerzvolles Leiden zufügen.“
  2. Kein Vorwurf trifft den Blinden, noch trifft den Lahmen ein Vorwurf, noch den Kranken (wenn er nicht am Kampf auf dem Weg Aḷḷāhs teilnimmt). Wer Aḷḷāh und Seinem Gesandten gehorcht, den lässt Er in Gärten eingehen, unter dessen (Schlösser und Bäume) Bächen fließen, und wer sich abkehrt, dem wird Er qualvolles Leid zufügen.[1]
  3. Aḷḷāh hat an den Gläubigen Wohlgefallen gefunden, als sie dir (in Ḥudaibiyah) unter dem Baum den Treueid leisteten. Somit wusste Er, was in ihren Herzen (an Glauben und Ergebenheit) war, sandte gottesstammende Ruhe auf sie (in ihre Herzen) herab und belohnte sie mit einem bald darauffolgenden Sieg (über Ḫaibar)
  4. und einer ergiebigen Beute, die sie (in Ḫaibar) machen sollten. Aḷḷāh war schon immer (allen) überlegen und allweise.
  5. Aḷḷāh versprach euch reichliche Beute (bei den kommenden Eroberungen) und Er hat euch die Beute (von Ḫaibar) schon im Voraus gewährt. Er hielt die Hände der Leute (d. h. die dortigen Juden) von euch zurück, damit dies (euer Erhalt der Beute von Ḫaibar im Voraus) ein Zeichen für die Gläubigen sei und Er euch einen geraden Weg leite.
  6. Und Er versprach euch eine weitere Beute, derer ihr euch jetzt noch nicht bemächtigen könnt. Aḷḷāh allein hat sie bereits in Seiner Macht. Aḷḷāh hatte schon immer Macht über alle Dinge.
  7. Würden jene, die nicht (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glauben, gegen euch kämpfen, so würden sie fürwahr vor euch (als Verlierer) fliehen und dann keinen Schutzherrn und keinen Helfer finden.
  8. Das ist stets die Vorgehensweise Aḷḷāhs (nämlich der letztendliche Sieg der Muslime und die Niederlage der Ungläubigen), die sich schon zuvor gezeigt hatte (zu allen Zeiten und an allen Orten), und du wirst an der Vorgehensweise Aḷḷāhs keinerlei Änderung erkennen.
[1] „yudḫilhu/yuʽaḏḏibhu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Nāfiʽ, Ibn ʽĀmir und ʼAbū Ǧaʽfar: „nudḫilhu/nuʽaḏḏibhu“: „den lassen Wir in Gärten eingehen, unter dessen (Schlösser und Bäume) Bächen fließen, und wer sich abkehrt, dem werden Wir qualvolles Leid zufügen.“

  1. Er ist es, der im Tal von Mekka ihre Hände von euch und eure Hände von ihnen abgehalten hat (sodass es nicht zum Kampf kam), nachdem Er euch den Sieg über sie gewährt hatte (und ihr sie gefangen genommen habt).[1] Aḷḷāh sah schon immmer alles, was ihr tut[2].
  2. Sie waren es, die nicht (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glaubten, euch von der heiligen Moschee abhielten und die Opfertiere nicht den Ort ihrer Schlachtung erreichen ließen. Und wären nicht gläubige Männer und gläubige Frauen (in Mekka) gewesen, die ihr nicht kanntet und die ihr darum unwissentlich getötet und somit schweres Unrecht auf euch geladen hättet, (so hätte Aḷḷāh euch erlaubt, Mekka zu erobern). Dies, damit Aḷḷāh in Seine Gnade aufnehmen möge, wen Er will (wie eben die Gläubigen unter den Bewohnern Mekkas). Wären sie (die Gläubigen von den Ungläubigen) voneinander unterscheidbar gewesen, dann hätten Wir jenen von ihnen, die nicht glauben, schmerzliches Leid zugefügt.
  3. Damals wurden die Herzen derer, die ungläubig waren, von Stolz ergriffen, dem Stolz der Ğāhiliyyah[3]. Da sandte Aḷḷāh die gottesstammende Ruhe auf das Herz Seines Gesandten und auf die Gläubigen herab (sodass sie die hochmütige Zurückweisung der Mekkaner mit Geduld ertragen konnten) und ließ sie am Wort der Vorsicht festhalten (nämlich dem Wort: es gibt keine Gottheit außer Aḷḷāh). Sie hatten ja mehr Anrecht darauf (als alle anderen) und waren dessen würdig. Aḷḷāh aber wusste schon immer über alle Dinge Bescheid.
  4. Wahrlich, Aḷḷāh hat im Traumgesicht Seines Gesandten die Wahrheit bereits angezeigt: So werdet ihr gewiss in Sicherheit die heilige Moschee betreten, sobald Aḷḷāh will, mit geschorenem Haupt oder gekürztem Haar. Ihr werdet keine Angst haben. Er weiß (was für euch von Nutzen ist), was ihr nicht wisst. Und Er hat darüber hinaus (d. h. außer eurem im Traumgesicht angekündigten Einzug in Mekka) einen schon baldigen Sieg bestimmt (nämlich das Abkommen von Ḥudaibiyah und die Eroberung Ḫaibars).
  5. Er (Aḷḷāh) ist es, der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und der Religion der Wahrheit (dem Islam) entsandte, um ihn über jede andere Religion siegen zu lassen und Aḷḷāh genügt (dafür) als Zeuge.
[1] Eine Gruppe von ungefähr achtzig Mann der Quraiš hatte vor dem Abkommen das Lager des Propheten bei Ḥudaibiyah angegriffen. Die Gläubigen aber konnten die Angreifer überwältigen und kampflos gefangen nehmen. Nach der Unterzeichnung des Abkommens ließ der Prophet r die Männer frei (Anm.d.Ü.).

[2] „yaʿmalūna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ʿAmr: „yaʿmalūna“: „was sie tun“.

[3] Aufgrund ihres Stolzes weigerten sie sich, den Propheten und die Gläubigen im Jahr des Abkommens von Ḥudaibiyah in Mekka einziehen zu lassen, um die kleine Pilgerfahrt zu vollziehen. Dies, weil sie fürchteten, man würde sie somit als unterlegen und besiegt ansehen.

  1. Muḥammad ist der Gesandte Aḷḷāhs und die (Gefährten), die bei ihm sind, sind hart gegen die Ungläubigen (die gegen sie kämpfen), aber barmherzig zueinander. Du siehst, wie sie sich im Gebet beugen und sich niederwerfen im Streben nach einem Überschuss (an Vergebung von) Aḷḷāh und Seinem Wohlgefallen. Ihr Kennzeichen ist auf ihren Gesichtern zu sehen, die Spur der Niederwerfung. So werden sie in der (Moses offenbarten) Thora beschrieben. Und ihr Gleichnis (hinsichtlich ihres Zusammenhalts und ihrer Vollkommenheit) im (Jesus offenbarten) Evangelium ist das eines Saatkorns, das seinen Schössling hervorbringt, den Er stärkt. So wächst er kräftig heran und steht aufrecht auf seinem Halm, zur Freude dessen, der die Saat ausgebracht hat, auf dass Er die Ungläubigen (beimAnblick dieses Zusammenhalts und der Vollkommenheit) in Wut versetze. Aḷḷāh aber hat denjenigen, die von ihresgleichen (an Aḷḷāh und Seinen Gesandten) glauben und Gutes tun, Vergebung und gewaltigen Lohn versprochen.

Sūrah 49 al-Ḥuǧurāt – die Gemächer der Frauen (medinensisch)

Mit dem Namen Aḷḷāhs, des an sich Gnadenvollen, des (gegenüber den Gläubigen besonders) Gnädigen (beginne ich, Seine Hilfe ersuchend, zu lesen).

  1. Ihr, die ihr glaubt, kommt Aḷḷāh und Seinem Gesandten (weder in Worten noch in Taten) zuvor und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, wahrlich, Aḷḷāh hört (was ihr sprecht) und weiß (was ihr tut).
  2. Ihr, die ihr glaubt, erhebt eure Stimmen nicht über die des Propheten (wenn ihr miteinander sprecht) und (wenn ihr ihn r ansprecht), dann hebt eure Stimme ihm gegenüber nicht so wie ihr untereinander, damit der Lohn für eure guten Werke nicht hinfällig werden, ohne dass ihr euch dessen bewusst seid.
  3. Fürwahr, die, die ihre Stimmen in der Gegenwart des Gesandten Aḷḷāhs senken, sie sind es, deren Herzen Aḷḷāh auf ihre Achtsamkeit (ihm gegenüber) hin geprüft hat. Ihnen wird Vergebung und ein gewaltiger Lohn zuteilwerden (weil sie die Prüfung bestanden haben).
  4. Was aber jene (Beduinen) betrifft, die dich von außerhalb der Gemächer deiner Frauen rufen, so benutzen die meisten von ihnen ihren Verstand nicht.
  1. Würden sie geduldig abwarten, bis du herauskommst, so wäre es besser für sie. Aḷḷāh aber vergibt häufig (wegen der Unwissenheit Seiner Diener) und ist (mit ihnen) gnädig.
  2. Ihr, die ihr glaubt, wenn eine frevelhafte Person zu euch kommt und euch eine Nachricht übermittelt, dann schafft (zuerst) Klarheit[1] über die Richtigkeit der Nachricht, damit ihr Leuten nicht unwissentlich ein Unrecht zufügt und danach das, was ihr getan habt, bereut.
  3. Und seid (ihr Gläubigen) euch dessen bewusst, dass der Gesandte Aḷḷāhs unter euch ist (und ihm von Uns eingegeben wird). Würde er in vielen eurer Angelegenheiten euren Neigungen gehorchen, so würdet ihr fürwahr in Schwierigkeiten geraten. Aḷḷāh aber hat euch den Glauben lieb gemacht und ihn euch in euren Herzen ausgeschmückt, und Er hat euch den Unglauben, jegliche Frevelhaftigkeit und den Ungehorsam Ihm gegenüber verhasst gemacht. Jene sind es, die dem Weg der Vernunft folgen.
  4. All das ist eine Huld und Gnade Aḷḷāhs euch gegenüber und Aḷḷāh kennt (die dafür Dankbaren) und ist weise (in Seinen Bestimmungen).
  5. Und wenn zwei Gruppen der Gläubigen gegeneinander kämpfen, dann stif