1. Und was jene eurer Frauen betrifft, die eine Abscheulichkeit (nämlich außerehelichen Geschlechtsverkehr) begehen, so sollen vier (redliche muslimische) Männer dies bezeugen. Bezeugen sie es, dann sperrt sie in ihren Häusern ein, bis der Tod sie ereilt oder Aḷḷāh ihnen einen anderen Weg eröffnet.[1]
  2. Und wenn zwei Männer von euch es begehen, dann bestraft sie (physisch und durch tadelnde Worte). Wenn sie aber davon Abstand nehmen und sich bessern, dann lasst von ihnen ab, denn Aḷḷāh nahm schon immer die Reue (Seiner Diener) ständig an und ist seit jeher gnädig.
  3. Aḷḷāh nimmt nur die Reue derer an, die aus Unwissenheit (über die wahren Konsequenzen der Sünde)[2] ein Vergehen begehen und hierauf beizeiten umkehren (nämlich bevor sie im Sterben liegen). Jenen wendet sich Aḷḷāh wieder gnädig zu, denn Aḷḷāh war schon immer allwissend und allweise.
  4. Keine Reue(annahme) aber haben die zu erwarten, die Übeltaten begehen und dann, im Angesicht des Todes, sagen: „Wahrlich, jetzt bereue ich!“, und auch die nicht, die als Ungläubige sterben. Jene sind es, für die Wir schmerzliches Leid vorbereitet haben.
  5. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Es ist euch nicht erlaubt, die (Ehe)frauen (eurer verstorbenen Väter) gegen ihren Willen zu erben (als ob sie zum Erbe gehören so wie es in vorislamischer Zeit üblich war, als die Familie des Verstorbenen dessen Ehefrau erbte und dann wem sie wollten zur Frau gaben). Und haltet sie (eure Ehefrauen) nicht bei euch fest, um etwas von dem wiederzubekommen, was ihr ihnen (als Brautgabe) gegeben habt, es sei denn, sie hätten eine offenkundige[3] Abscheulichkeit begangen. Geht in gütiger Weise mit ihnen um, denn auch wenn sie euch (aufgrund einer weltlichen Angelegenheit) zuwider sind, so mag es doch sein, dass euch etwas zuwider ist, in das Aḷḷāh viel Gutes gelegt hat.

[1] Diese Strafe und die im folgenden Vers wurde dann laut ʼImām aṭ-Ṭabariyy durch die Steinigung für einen Muḥṣan und das Auspeitschen eines Nicht-Muḥṣan aufgrund mehrerer Ḥadīṯe – u. a. den von ʽUbādah Ibn aṣ-Ṣāmit über den Propheten in Ṣaḥīḥ Muslim u. a. – aufgehoben (siehe Tafsīr aṭ-Ṭabariyy 6/497, Haǧar-Ausgabe).

[2] Mit „unwissentlich“ ist nicht gemeint, dass man nicht wusste, dass jene Tat sündhaft ist, sondern dass der Sünder Aḷḷāh im Moment der Sünde nicht wirklich kennt und Ihm gegenüber und um Seine Gewaltigkeit kein Wissen hat, das ihn davon abgehalten hat. In diesem Sinne ist jeder Sünder ein Unwissender (siehe Ṭabariyy)

[3] „mubayyinah“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und Šuʽbah: „mubayyanah“. So wurde es oben übersetzt.

Die Lesart der Mehrheit bedeutet entweder dasselbe oder: „sie hätten eine Abscheulichkeit begangen, die (den Zustand dieser Frau) verdeutlicht.“

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