1. Als zwei Gruppen von euch beinahe den Mut verloren hatten (nämlich die Stämme Banū Salamah und Banū Ḥāriṯah, die aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit gegenüber dem Feind Furcht überkam ), wo doch Aḷḷāh ihr Schutzherr ist (und Er ihre Herzen deshalb festigte, damit sie nicht fliehen). Aḷḷāh ist es, auf den die Gläubigen (in allen Fällen allein) vertrauen sollen.
  2. Aḷḷāh aber hat euch bereits in (der Schlacht, die im 2. Jahr n. H. in) Badr (stattfand) zum Sieg verholfen, wo ihr euch selbst für schwach hieltet (nämlich wegen eurer geringen Zahl und eurer mangelhaften Ausrüstung). Darum nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, auf dass ihr (für die Gunst, die Er euch erweist) dankbar sein mögt.
  3. (Erinnere dich, Gesandter Aḷḷāhs, an die Schlacht von Badr) als du zu den Gläubigen sagtest (um sie zu festigen, nachdem sie von der Verstärkung für die Truppen der Götzendiener erfuhren): „Genügt es euch denn nicht, dass Aḷḷāh euch mit dreitausend herabgesandten Engeln zur Seite stehen wird?
  4. Gewiss (genügt euch das), aber wenn ihr geduldig seid und Seiner achtsam und sie auf der Stelle über euch kommen[1], dann wird euer Herr euch mit fünftausend sich (selbst und ihre Pferde durch ein deutliches Merkmal) kennzeichnenden Engeln[2] helfen.“[3]
  5. Aḷḷāh machte dies (d.h. die Unterstützung durch die Engel) allein, um euch eine frohe Botschaft zu überbringen und damit eure Herzen sich beruhigen. Der (tatsächliche) Sieg aber kommt einzig durch Aḷḷāh, den Überlegenen und Weisen (und er beruht nicht nur auf äußeren, sichtbaren Ursachen).
  6. Dies (nämlich der Sieg wurde euch von Aḷḷāh in Badr verliehen), damit Er einige der Ungläubigen vernichten und andere dadurch erniedrigen möge, damit sie enttäuscht umkehren.
  7. (Nachdem der Gesandte Aḷḷāhs r um Vernichtung für die Führer seiner Feinde nach der Schlacht von ʼUḥud bat, sagte Aḷḷāh): Es ist nicht deine Sache (Gesandter Aḷḷāhs), ob (sie Muslime werden und) Aḷḷāh ihre Reue annimmt oder ob (sie auf ihrem Unglauben beharren und) Er sie bestraft, da sie Ungerechte sind.
  8. Aḷḷāh gehört alles in den Himmeln und auf Erden (Er hat sie erschaffen und führt sie). Er vergibt (mit Seiner Gnade), wem Er will, und Er bestraft (gemäß Seiner Gerechtigkeit), wen Er will. Aḷḷāh aber ist vergibt (den reuevollen Dienern) ständig und ist (ihnen) gnädig.
  9. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt! Nehmt keinen Zinseszins (von dem, was ihr verliehen habt), und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, auf dass ihr (im Diesseits und im Jenseits) erfolgreich seid!
  10. Nehmt euch in Acht vor dem Höllenfeuer, dass für die Ungläubigen vorbereitet ist,
  11. und gehorcht Aḷḷāh und dem Gesandten, damit ihr (im Diesseits und im Jenseits) Gnade finden mögt.

[1] Mit „und sie auf der Stelle über euch kommen“ sind nach einer Ansicht die polytheistischen Feinde gemeint.

Andere Gelehrte beziehen das Personalpronomen „sie“ auf die Engel.

[2] „musawwimīna“ nach der Lesart von Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, ʽĀṣim und Yaʽqūb.

Nach der Mehrheit: „musawwamīna“: „mit fünftausend (selbst und ihre Pferde durch ein deutliches Merkmal) gekennzeichneten Engeln“.

Die Kennzeichnungen vor einer Schlacht dienen dazu, Freund von Feind zu unterscheiden. Die Engel kennzeichneten sich selbst und somit waren sie gekennzeichnet.

[3] Die meisten Gelehrten sind der Ansicht, dass es bei den Versen 124 und 125 um die Schlacht von Badr geht. Unterschiedlicher Ansicht sind sie darüber, mit wie vielen Engeln Aḷḷāhs sie unterstützte.

Eine Ansicht besagt: Da die Polytheisten von der Nachricht der verstärkenden Hilfstruppen erfuhren, machten wiederum ihre Hilfstruppen unter der Leitung von Kurz Ibn Ǧābir al-Muḥāribiyy eine Kehrtwendung, weshalb es gar nicht erst zur Herabsendung der 5000 Engel kam. Offensichtlich waren es demnach 3000 Engel.

Eine zweite Ansicht (Ibn ʽAbbās, Qatādah) besagt: Sie waren geduldig und so kamen insgesamt 5000 Engel.

Andere Gelehrte (ʽIkrimah, aḍ-Ḍaḥḥāk) waren der Ansicht, dass der Vers 124 von Badr, der Vers 125 von ʼUḥud spricht: Da jedoch bei ʼUḥud manche Schützen dem Propheten r keinen Gehorsam leisteten, indem sie ihre Stellung zum Einsammeln der Kriegsbeute verließen und diese Handlung die Feinde veranlasste, zum Gegenschlag auszuholen, blieb diese Unterstützung seitens Aḷḷāhs aus.

ʼImām aṭ-Ṭabariyy ist der Ansicht, dass es weder einen Beweis dafür gibt, dass Aḷḷāh die Gläubigen mit 3000 unterstützte noch mit 5000. In Sūrah al-ʼAnfāl 8:5 heißt es aber in Bezug auf die Schlacht von Badr 1000 Engel. Und die Tatsache, dass sie in Badr einen Sieg errungen, in ʼUḥud eine Niederlage erlitten, lässt darauf schließen, dass sie in ʼUḥud nicht von Engeln unterstützt wurden, weder von 5000 noch von 4000.

Im Haupttext ist in beiden Versen die Rede von Badr, da dies die bevorzugte Ansicht im Muḫtaṣar ist.

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