1. Als dein Herr zu den Engeln sprach: „Wahrlich, Ich werde auf Erden einen Vertreter (Gottes zur Umsetzung der Gesetze) auf Erden [1] einsetzen“, sagten sie: „Willst Du etwa jemanden auf ihr einsetzen, der auf ihr Unheil stiftet und Blut vergießt, wo wir Dich doch mit Deinem (Dir zustehenden) Lob preisen und erhaben erklären (über jegliche Zuschreibung, die Deiner nicht geziemt,) und Dich [Deine Vollkommenheit und Herrlichkeit] rühmen[2]?“ Aḷḷāh aber antwortete: „Ich weiß (über die Weisheit ihrer Schöpfung), was ihr nicht wisst.“
  2. Er lehrte Adam die Namen aller (Tiere, und Dinge und ihre Bedeutung). Dann legte Er sie (all die Tiere und Dinge) den Engeln vor und sagte: „So nennt Mir ihre Namen, wenn es wahr ist, was ihr sagt (nämlich, dass ihr besser und ehrwürdiger seid, als die Menschen).“
  3. Da antworteten sie: „Heilig und erhaben bist Du! Wir besitzen kein Wissen außer das, was Du uns gelehrt hast. Wahrlich, Du, Du allein bist der Allwissende und Allweise!“
  4. Er sprach: „Adam, nenne ihnen die Namen!“ Und nachdem er den Engeln die Namen (aller Tiere und Dinge) genannt hatte, sprach Aḷḷāh: „Habe Ich euch (Engeln) nicht gesagt, dass Ich um alles weiß, was sich in den Himmeln und auf Erden verbirgt, und dass Ich weiß, was ihr offen kundtut und was ihr in eurem Innersten hegt?“
  5. Und als Wir zu den Engeln (und anwesenden Ǧinn) sagten: „Werft euch vor Adam (in Ehrerbietung) nieder (und nicht zur Anbetung)!“, da warfen sie sich alle nieder, außer ’Iblīs, der sich weigerte, hochmütig war und (dadurch) zu den Ungläubigen wurde.
  6. Und Wir sprachen: „O Adam, wohnt, du und deine Ehefrau (Eva), im Paradiesgarten, und esst beide reichlich (von seinen Früchten) von wo auch immer ihr wollt. Aber nähert euch diesem einen Baum nicht, denn dann würdet ihr (aufgrund eueres Ungehorsams Mir gegenüber) zu den Ungerechten gehören.“
  7. Der Satan aber ließ sie straucheln (indem er nicht davon abließ, sie mit Einflüsterungen zu bedrängen und ihnen die Köstlichkeit der Früchte des verbotenen Baumes auszuschmücken), und so brachte Aḷḷāh sie hinaus aus dem Paradiesgarten. Und Wir sagten (zu Adam, seiner Frau und dem Satan): „Hinunter mit euch (auf die Erde), einer des anderen Feind! Und auf Erden sollt ihr eure Wohnstätte und eure Versorgung auf bestimmte Zeit haben.“
  8. Da empfing Adam Worte seines Herrn[3], woraufhin dieser die Reue Adams annahm[4], denn Er allein ist der, Der Sich (Seinen Dienern) immer wieder (mit Seiner Vergebung) zuwendet[5] und der Gnädige.

[1] Das heißt, einen Statthalter, der dafür Sorge trägt, dass ihre Bevölkerung sie im Gehorsam gegenüber Aḷḷāh bewohnt und zum Gedeihen bringt.

[2] Oder: „und wir uns für Dich reinigen?“

[3] „ādamu/kalimātin“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr: „ādama/kalimātun“: „Da erreichten Adam Worte von Seinem Herrn“.

[4] Aḷḷāh gab Adam die Worte eines Bittgebets, das in der Sūrah al-Aʿrāf, Vers 23 erwähnt wird, ein: {Unser Herr, wir haben gegen uns selbst gesündigt; und wenn Du uns nicht verzeihst und Dich unser erbarmst, dann werden wir gewiss unter den Verlierern sein!“}.

[5] „Tawwāb“ in Bezug auf Aḷḷāh bedeutet auch, dass Aḷḷāh Seinem Diener den Erfolg verleiht zu bereuen oder dass Aḷḷāh die Reue Seiner Diener stets annimmt.

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