1. Ihr Leute der Schrift! Warum vermengt ihr die Wahrheit mit Lüge und verschweigt die Wahrheit (die sich in euren offenbarten Schriften befindet), wo ihr (sie) doch kennt?
  2. Ein Teil der Leute der Schrift (nämlich eine Gruppe von Gelehrten unter den Juden) sagte (zu ihren Anhängern): „Gebt am Beginn des Tages (rein äußerlich) euren Glauben an das kund, was jenen offenbart wurde, die (an Muḥammad r) glauben, und leugnet es am Ende des Tages wieder ab (um auf diese Weise Zweifel in ihnen zu wecken, da ihr ja eine Schrift besitzt), damit sie vielleicht (von ihrem Glauben) ablassen,[1]
  3. und glaubt nur jenen, die eure Religion befolgen.“ Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Seht, die (wahre) Rechtleitung ist Aḷḷāhs Rechtleitung (und nicht die Lüge und der Starrsinn, auf dem ihr beharrt, aus Furcht) anderen könnte die gleiche (Gunst) zuteilwerden, wie euch oder (aus Furcht,) sie könnten vor eurem Herrn mit euch streiten, (wenn ihr euch zu dem bekennt, was ihnen offenbart wurde).“ Sag: „Jegliche Gunst liegt in der Hand Aḷḷāhs. Er lässt sie zuteilwerden, wem immer Er will. Aḷḷāh aber ist allumfassend (in Seiner Huld) und weiß (sehr wohl, wer Seine Gunst verdient).
  4. Er zeichnet mit Seiner Gnade (wie das Prophetentum und die Rechtleitung) aus, wen Er will. Aḷḷāh ist von gewaltiger Huld.“
  5. Und unter den Leuten der Schrift gibt es manche, die, wenn du ihnen einen Schatz anvertraust, dir diesen wieder zurückgeben. Es gibt aber andere, die, wenn du ihnen (auch nur) einen Dinar[2] anvertraust, dir diesen nicht mehr zurückgeben, es sei denn, du bestehst hartnäckig darauf. Dies ist deshalb so, weil sie sagen: „Uns trifft gegenüber denen, die weder lesen noch schreiben können (d.h. den Arabern), keinerlei Schuld (wenn wir uns ihr Vermögen widerrechtlich aneignen).“[3] Sie verbreiten damit eine Lüge über Aḷḷāh, obwohl sie genau wissen (dass es eine solche ist).
  6. Aber es verhält sich nicht so (wie sie behaupten). Wer seine Verpflichtung (sowohl gegenüber Aḷḷāh als auch gegenüber den Menschen) einhält und wer sich (vor Aḷḷāh) in Acht nimmt (indem er Seine Gebote und Verbote achtet) – siehe, Aḷḷāh liebt die Achtsamen.
  7. Jene aber, die ihren Bund (mit Aḷḷāh) und ihre Eide gegen einen geringen Gewinn verkaufen – jene sind es, die keinen Anteil [an den Wohltaten des] Jenseits haben werden. Aḷḷāh wird am Tag der Auferstehung nicht zu ihnen sprechen[4], sie nicht ansehen[5] und nicht reinigen, und sie werden schmerzliche Qualen erleiden.

[1] Sie wollte die Muslime zum Zweifeln bringen, indem sie sagen: „Wenn das Volk der Schrift diesen Glauben wieder verlässt, dann bestimmt, weil sie in ihren Schriften erkannt haben, dass der Islam doch nicht die Wahrheit ist.“

[2] Die damalige Währung, die für eine Goldmünze stand. Dirham stand für eine Silbermünze.

[3] Sie betrachteten dies nur dann als Sünde, wenn sie dies mit ihresgleichen taten.

[4] Oder: „nicht zu ihnen (auf eine Weise) sprechen (die sie glücklich macht)“.

Wie im Haupttext geschrieben wären es verschiedene Situationen: An manchen spricht Aḷḷāh zu ihnen, an manchen nicht, um sie zu erniedrigen. Dasselbe gilt entsprechend für das Sehen.

[5] Oder: „sie nicht (gnädig) ansehen“.

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