1. Und so sagen jene, die nach ihnen (den Muhāǧirūn und ʼAnṣār bis zum letzten Tag) gekommen sind (und in ihre Fußstapfen treten): „Unser Herr, vergib uns und unseren Brüdern, die uns im Glauben vorausgegangen sind und lass in unsere Herzen keinerlei Groll gegen jene einziehen, die glauben, unser Herr, denn Du bist (den Gläubigen gegenüber) besonders barmherzig und alle anderen erhalten auch einen Anteil an Deiner Gnade!
  2. Siehst du (Gesandter Aḷḷāhs) nicht die, die heucheln (indem sie ihren Unglauben verbergen und sich nach außen hin gläubig geben)? Sie sagen zu ihren ungläubigen Brüdern unter den Leuten der Schrift (d.h. den Juden des Stammes der Banū an-Naḍīr): „Wenn ihr vertrieben werdet, werden wir gewiss mit euch ziehen und keinem gehorchen (der uns daran hindern möchte) und wenn ihr angegriffen werdet, werden wir euch gewiss zur Seite stehen.“ Aḷḷāh bezeugt, dass [die Heuchler] Lügner sind.
  3. Denn wenn sie (die Juden) vertrieben werden, werden sie mit Sicherheit nicht mit ihnen ziehen und wenn sie angegriffen werden, werden sie ihnen gewiss nicht zur Seite stehen und selbst wenn sie ihnen Hilfe leisten, werden sie fürwahr die Flucht ergreifen und am Ende wird auch ihnen (den Heuchlern) selbst keiner zur Seite stehen.
  4. Denn vor euch (Gläubigen) hegen sie (die Juden und die Heuchler) mehr Furcht in ihren Herzen als vor Aḷḷāh. Dies deshalb, weil sie Leute sind, die nicht begreifen (wer eher Anrecht darauf hat, gefürchtet zu werden).
  5. Sie werden, selbst wenn sie vereint sind, nicht gegen euch kämpfen, es sei denn (wegen ihrer Feigheit) aus dem Inneren befestigter Städte heraus oder hinter Mauern[1] hervor. (Denn) die feindselige Zwietracht, die unter ihnen herrscht, ist gewaltig. Du meinst, sie würden zusammenhalten und eine Einheit bilden, aber ihre Herzen sind uneinig. Dies deshalb, weil sie Leute sind, die ihren Verstand nicht gebrauchen (der sie zum Glauben führen würde).
  6. (Das Gleichnis der Juden der Banū an-Naḍīr hinsichtlich ihres Unglaubens und der sie eingeholten Strafe) gleicht jenen, die erst kurz vor ihnen waren (d.h. den Götzendienern Mekkas) und die schlimmen Folgen ihre Tuns (am Tag der Schlacht von Badr) kosteten (als viele von ihnen getötet und andere gefangengenommen wurden). Auf sie wartet qualvolles Leiden (im Jenseits).
  7. (Das Gleichnis der Juden der Banū an-Naḍīr wie sie auf die Heuchler hören) gleicht dem Beispiel des Satans, wenn er zum Menschen spricht: „Lass ab vom Glauben!“ Wenn der Mensch aber dann vom Glauben abfällt, sagt er (der Satan genauso wie die Heuchler, die die Juden der Banū an-Naḍīr im Stich lassen): „Ich trage keine Verantwortung für dich, denn fürwahr, ich fürchte Aḷḷāh, den Herrn der Welten.“

[1] „ǧudur“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr und ʼAbū ‛Amr: „ǧidār“: „hinter einer Mauer“.

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