1. Wenn ihr euch auf einer Reise befindet und keinen Schreiber findet, dann soll der Schuldner dem Gläubiger ein Pfand[1] aushändigen. Wenn ihr einander aber vertraut (dann bedarf es keiner Niederschrift, keiner Zeugen und keines Pfandes), dann soll der, dem man vertraut, die ihm anvertraute Pflicht erfüllen (indem er die Schulden wie vereinbart begleicht), und er soll sich vor Aḷḷāh, seinem Herrn, in Acht nehmen! Verschweigt [eure] Zeugenaussage nicht (wenn ihr Zeuge eines Handels geworden seid und zum Ablegen derselben aufgefordert werdet! Wer sie aber verschweigt, der ist in seinem Herzen sündhaft (und schamlos). Aḷḷāh aber besitzt Wissen um alles, was ihr tut.
  2. Aḷḷāh (allein) gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist, und ob ihr nun offen zeigt, was ihr im Herzen hegt oder es verbergt – Aḷḷāh wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen, und dann wird Er (as Seiner Huld) vergeben, wem Er will, und Er wird (aus Seiner Gerechtigkeit und Weisheit) bestrafen, wen Er will. Aḷḷāh hat zu allem die Macht.[2]
  3. Der Gesandte (Muḥammad r) glaubt an das, was ihm von seinem Herrn offenbart wurde, und so auch die Gläubigen. Sie alle glauben an Aḷḷāh, (all) Seine Engel, Seine Bücher[3] und Seine Gesandten (und sagen): „Wir[4] machen keinen Unterschied zwischen Seinen Gesandten (indem wir nur an manche von ihnen glauben).“ Und sie sagen: „Wir haben gehört (was Aḷḷāh uns befohlen und was Er uns verboten hat) und wir gehorchen. Deine Vergebung (ist es), unser Herr (die wir begehren)! Zu Dir ist ja einst die Heimkehr!“
  4. Aḷḷāh bürdet keiner Seele mehr auf, als sie zu ertragen vermag. Ihr wird der Lohn für das Gute zuteilwerden, das er erworben hat, und die Strafe für die Vergehen, die er begangen hat, wird über ihn (allein) kommen. (Der Gesandte und die Gläubigen sagen:) „Unser Herr, ziehe uns nicht zur Rechenschaft für das, was wir vergessen haben oder für Fehler, die wir (ohne Absicht) begangen haben! Unser Herr, bürde uns keine Last auf, wie Du sie jenen (als Strafe für ihre Vergehen) aufgebürdet hast, die vor uns waren! Unser Herr, lege uns nichts (weder Verbote noch Anordnungen) auf, was wir nicht zu ertragen vermögen! Sieh von unseren Sünden ab (indem Du uns vergibst), bedecke sie für uns (indem Du uns nicht bloßstellst), und sei uns gnädig (indem Du uns weder in diesem noch im nächsten Leben bestrafst)! Du bist unser Beschützer, so hilf uns gegen das Volk der Ungläubigen!“

[1] „rihān“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach ʼAbū ‛Amr und Ibn Kaṯīr: „ruhun“: „Pfände“.

[2] Der folgende Vers 285 hebt den Vers 284 hinsichtlich der Rechenschaft für das, was man verbergt, auf, sofern man nicht danach handelt oder es ausspricht.

[3] „kutubihī“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf: „kitābihī“: „Sein Buch (den Qurʼān)“.

[4] „nufarriqu“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Yaʽqūb: „yufarriqu“: „Seine Gesandten. Sie machen keinen Unterschied usw.“

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