1. [1]Diejenigen, die Zinsgeschäfte betreiben, werden (am Tag der Auferstehung) nicht anders dastehen als einer, den der Satan durch Berührung niederstreckt.[2] Dies deshalb, weil sie sagten: „Aber Kaufgeschäfte zu betreiben ist doch dasselbe wie Zinsgeschäfte.“ Aḷḷāh aber hat den Handel erlaubt und das Zinsgeschäft verboten. Zu wem nun die Ermahnung von seinem Herrn kommt und er in Folge dessen davon ablässt (Zinsgeschäfte zu betreiben und dies aufrichtig bereut), dem soll gehören, was er (an Zins) bis dahin erworben hat, und seine (zukünftige) Angelegenheit liegt bei Aḷḷāh.[3] Jene aber, die daran festhalten (nachdem sie von dem Verbot Kenntnis erlangt haben und die Zinsgeschäfte dennoch für erlaubt erklären), die werden Insassen des Höllenfeuers sein und ewig darin verweilen.
  2. Aḷḷāh vernichtet den Zins (entweder durch Handelsverluste oder indem Er ihm jeglichen Segen entzieht) und mehrt den Wert der Spenden (indem der Spendende ein Vielfaches an Lohn dafür enthält und sein Besitz gesegnet wird). Aḷḷāh liebt den nicht, der starrköpfig im Unglauben (und Undank) verharrt und ein beharrender Sünder ist.
  3. Jene, die (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glauben und Gutes tun, das rituelle Gebet verrichten und die Zakāh entrichten, werden ihren Lohn von ihrem Herrn erhalten. Weder brauchen sie Furcht (vor dem Bevorstehenden am Tag der Auferstehung) zu haben noch bekümmert zu sein (wegen dem, was sie im Diesseits zurücklassen).
  4. Ihr, die ihr (an Aḷḷāh und Seine Gesandten) glaubt, nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und verzichtet auf noch ausstehende Gewinne aus Zinsgeschäften, wenn ihr wahrhaft gläubig seid!
  5. Wenn ihr das aber nicht tut, dann seid euch gewiss, dass ihr euch im Krieg mit Aḷḷāh und Seinem Gesandten befindet. Bereut ihr aber, dann steht euch euer Grundvermögen (das ihr verliehen habt, ohne Zinsen) zu. Weder tut ihr dann jemandem Unrecht noch wird euch Unrecht getan.
  6. Wenn euer Schuldner aber in Nöten ist, dann gewährt ihm Aufschub, bis seine Situation leichter wird. Wenn ihr aber spendet (indem ihr ihm seine Schuld zur Gänze oder teilweise erlasst), dann ist es besser für euch, wenn ihr es wüsstet (welcher Lohn auf euch bei Aḷḷāh dann wartet)!
  7. Und nehmt euch vor jenem Tag in Acht, an dem ihr zu Aḷḷāh zurückgebracht[4] werdet. Dann wird jeder Seele vergolten, was sie (an Gutem oder Schlechtem) erworben hat, und keinem wird Unrecht widerfahren.

[1] Nachdem Aḷḷāh zum Spenden aufrief, warnt Er nun vom genauen Gegenteil: den Zinsen.

[2] Wenn der Satan den Menschen berührt (arab. Mass), wird der Mensch wie ein Epileptiker, der irrend umherstapft und manchmal zu Boden stürzt. Ähnlich werden jene Menschen, die Zinsen verschlungen haben, am Tag der Auferstehung wie Verrückte umherirren und Betrunkenen ähneln.

[3] Dieser Satz kann mehreres bedeuten:

  • Wenn Aḷḷāh Y will, schützt Er ihn vor zukünftigen Zinsgeschäften (Ṭabariyy).
  • Das Possessivpronomen „seine“ bezieht sich auf die Zinsen, dann würde dies bedeuten: Dass Aḷḷāh ihm das Vergangene an Zinsen erlaubt, da er vom Verbot nichts wusste, und Er ihm deshalb verzeiht, ist Aḷḷāhs Angelegenheit. Er bestimmt, was Er will.
  • Die Angelegenheit der Zinsen liegt bei Aḷḷāh: Er verbietet und erlaubt wann und was Er will.
  • Die Angelegenheit der vergangenen Zinsgeschäfte und dass Aḷḷāh verzeiht ist Seine Sache.

[4] „turǧaʽūna“ nach der Mehrheit.

Nach ʼAbū ‛Amr und Yaʽqūb: „tarǧiʽūna“: „zurückkehren“.

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