1. (Und es wird zu ihnen gesagt werden, um sie zu erniedrigen:) „Was ist nun mit euch, dass ihr einander nicht helfen könnt (wie ihr im Diesseits behauptetet)?“
  2. Nein, vielmehr ergeben sie sich heute demütig (dem Befehl Aḷḷāhs),
  3. wenden sich mit gegenseitigen Vorwürfen aneinander
  4. und (die einstigen Anhänger) sagen (zu jenen, denen sie auf Erden gefolgt sind): „Ihr seid doch im Namen des Glaubens und der Wahrheit[1] an uns herangetreten (und habt uns tatsächlich den Unglauben und die Sünde schöngeredet und uns so von der Botschaft, die die Gesandten brachten, abgehalten)!“
  5. Und sie werden antworten: „Ihr wart selbst doch keine Gläubige!
  6. Wir haben keinerlei Macht über euch besessen (euch zum Unglauben und zur Sünde zu zwingen), sondern ihr selbst wart Leute, die jegliches Maß überschritten haben!
  7. Aber nun wird die Verheißung unseres Herrn[2] uns (allen) gegenüber unweigerlich wahr werden. Wir werden fürwahr das Leid kosten müssen!
  8. Wir haben euch zum Irrtum aufgerufen, weil wir selbst in die Irre gegangen sind.“
  9. An jenem Tag werden sie gemeinsam teilhaben am Leid.
  10. So verfahren Wir mit den Übeltätern.
  11. Denn als zu ihnen (im Diesseits) gesagt wurde: „Es gibt keinen wahren Gott außer Aḷḷāh“, da verhielten sie sich hochmütig
  12. und sagten: „Sollen wir vielleicht wegen eines verrückten Dichters (wie Muḥammad) unsere Götter aufgeben!“
  13. Nein, vielmehr ist er mit der Wahrheit gekommen und hat die früheren Gesandten bestätigt!
  14. Ihr aber werdet (am Tag der Auferstehung) mit Gewissheit (wegen eures Unglaubens und eurer Sünden) qualvolles Leid erfahren.
  15. Euch wird jedoch nur vergolten werden, was ihr getan habt.
  16. Außer Aḷḷāhs auserlesene[3] Diener,
  17. jenen wird Versorgung, deren Eigenschaften (wie Köstlichkeit und niemals endende Vortrefflichkeit) bekannt sind, zuteilwerden:
  18. Früchte (köstlicher als alles, was sie je gegessen oder erhofft haben), und darüber hinaus werden sie einen ehrenvollen Rang einnehmen,
  19. in Gärten voll Wonne.
  20. Auf Ruhebetten werden sie einander gegenübersitzen.
  21. Becher aus gleich Flüssen fließendem Wein werden unter ihnen herumgereicht werden,
  22. klar und köstlich für die, die ihn trinken.
  23. Weder macht er sie trunken noch verursacht er Kopfschmerzen (wie der Wein im Diesseits).
  24. Und bei ihnen werden (keuche) Frauen mit schönen Augen sein, deren Blick sich allein auf ihre Ehegatten richtet,
  25. schön wie verborgene Vogeleier (die noch keine Hand berührt hat).[4]
  26. [Die Bewohner des Paradieses] werden sich einander zuwenden und einander (über ihr Leben auf Erden) befragen.
  27. Einer von ihnen wird sagen: „Ich hatte einen Gefährten (der die Auferstehung geleugnet hat)

[1] Wortwörtlich: „von der rechten (Seite)“, d. h. von der korrekten Seite.

[2] Siehe Sūrah Ṣād Nr. 38 ʼĀyah 85.

[3] „muḫlaṣīna“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ibn Kaṯīr, ʼAbū ʽAmr, Ibn ʽĀmir und Yaʽqūb: „muḫliṣīna“: „aufrichtige“.

[4] Damit ist entweder Eiinnere gemeint, also das Eiweiß und Eigelb (Saʽīd Ibn Ǧubayr) oder die Haut unter der harten Schale (ʽAṭā’). Beides ist absolut rein und unberührt.

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