1. Und was jene unter euch betrifft, die sterben und Ehefrauen zurücklassen (die nicht schwanger sind), so sollen diese (Witwen) vier Monate und zehn Tage (im Haus ihres verstorbenen Ehemannes) abwarten (ohne zu heiraten, sich schön zu machen oder sich nach einem neuen Ehemann umzusehen). Wenn sie dann ihre Wartefrist beendet haben, so ist es kein Vergehen für euch (die ihr die Vormundschaft über sie innehabt), wenn sie in rechtlicher Weise über sich selbst verfügen (und das tun, was ihnen während der Wartezeit verboten war). Aḷḷāh weiß fürwahr Bescheid über all das, was ihr tut.
  2. Es ist kein Vergehen eurerseits, wenn ihr den Frauen gegenüber (während ihrer Wartezeit aufgrund von Verwitwung oder endgültiger Scheidung[1]) Heiratsabsichten andeutet[2] oder im Stillen diesen Gedanken hegt (ohne diesen Wunsch aber offen an sie zu richten). Aḷḷāh wusste, dass ihr an sie denken werdet. Aber vereinbart nicht heimlich mit ihnen die Ehe (während ihrer Wartefrist), sondern sprecht nur geziemende Worte.[3] Und fasst keinen festen Entschluss zur Ehe, bis die Wartefrist beendet ist. Seid euch bewusst, dass Aḷḷāh weiß, was ihr in eurem Innersten hegt, so seid auf der Hut vor Ihm. Und wisst, dass Aḷḷāh immer wieder vergibt (wenn man Ihn darum bittet) und sanftmütig ist (und deshalb nicht voreilig bestraft, sondern Aufschub gewährt).
  3. Es ist kein Vergehen für euch, wenn ihr euch von euren Frauen scheidet, solange ihr sie noch nicht berührt (d.h. noch keinen Geschlechtsverkehr mit ihnen vollzogen habt) oder ihnen eine festgesetzte Brautgabe zuerkannt habt. Gebt ihnen aber eine Abfindung: der Wohlhabende gemäß seiner Mittel und der Arme gemäß seiner Mittel. Eine Abfindung in geziemender Weise – dies ist eine Verpflichtung für die, die Gutes tun wollen.
  4. Und wenn ihr euch von ihnen scheidet, bevor ihr sie berührt, aber nachdem ihr ihnen eine festgesetzte Brautgabe zuerkannt habt, dann gebt ihnen die Hälfte dessen, was ihr ihnen zuerkannt habt, es sei denn, sie (die Frauen) verzichten darauf oder der, in dessen Hand der Ehebund liegt (nämlich der Ehemann), verzichtet darauf (indem er auf diese Möglichkeit verzichtet und der Frau dennoch die gesamte Brautgabe überlässt). Wenn ihr aber gegenseitig Nachsicht übt (und auf euer Recht verzichtet), so kommt das der Achtsamkeit (vor Aḷḷāh) näher. Und vergesst nicht, großmütig zueinander zu sein, denn fürwahr, Aḷḷāh sieht wohl, was ihr tut.

[1] Damit ist eine Scheidung gemeint, die nicht widerruflich ist, wie die Dritte oder der Ḫulʽ. Dasselbe gilt im Falle des Fasḫ.

[2] Wie z. B.: „Wenn deine ʽIddah (Wartezeit) vorüber ist, sag mit bitte Bescheid.“

[3] Hier endet nur nach der baṣrischen Zählung ein Vers.

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