1. Wenn ihr euch also von euren Frauen scheidet und sie das Ende ihrer Wartezeit bald erreicht haben, dann behaltet sie entweder in gütiger Gemeinschaft (indem ihr die Scheidung rückgängig macht) oder trennt euch von ihnen in gütiger Weise. Aber behaltet sie nicht gegen ihren Willen, um ihnen Schaden zuzufügen. Wer das tut, der versündigt sich ja gegen sich selbst. Und macht euch über die Zeichen Aḷḷāhs nicht lustig,[1] und denkt an die Wohltaten, die Aḷḷāh euch gewährt hat und an (die bedeutendste aller Gnaden) das Buch (des Qurʼān) und die Weisheit (der Sunnah), die Er auf euch hinabgesandt hat, um euch zu ermahnen. So nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und seid euch bewusst, dass Aḷḷāh Wissen um alle Dinge besitzt.
  2. Wenn ihr euch von euren Frauen (weniger als dreimal) geschieden habt und sie das Ende ihrer Wartezeit erreicht haben, dann (ihr, die ihr die Vormundschaft über die Frauen innehabt) hindert sie nicht daran, (durch einen neuen Ehevertrag) wieder zu ihren (vorigen) Ehemännern zurückzukehren, wenn sie (die beiden einstigen Ehepartner) sich in gütiger Weise geeinigt haben. Das ist eine Ermahnung für denjenigen unter euch, der an Aḷḷāh und an den letzten Tag glaubt, und es ist besser für euer Wohlergehen und eure Reinheit. Aḷḷāh aber besitzt Wissen (um die Wahrheit aller Dinge und ihren Ausgang), ihr jedoch nicht.
  3. Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei volle Jahre. Das gilt für jene, die die Stillperiode vollenden wollen. Dem, dem das Kind geboren wurde (dem Vater), obliegt es, in gebührender Weise für Unterhalt und Kleidung der [geschiedenen stillenden Mutter] zu sorgen. Keinem Menschen wird mehr aufgebürdet, als er zu leisten vermag. Weder soll die Mutter wegen ihres Kindes leiden noch soll derjenige, der es gezeugt hat, wegen seines Kindes leiden[2]. Und für den Erben (des Vaters, falls dieser gestorben ist) gilt das Gleiche[3]. Wenn sie beide (Mutter und Vater) das Kind aber in gegenseitigem Einvernehmen und nach Beratung vorzeitig entwöhnen wollen, so ist es kein Vergehen für sie. Und wenn ihr eure Kinder (von einer Amme) stillen lassen wollt, so besteht darin für euch kein Vergehen, wenn ihr das, was ihr (für das Stillen) gebt (nämlich den Lohn), in geziemender Weise aushändigt (nämlich vollkommen und ohne Verzögerung). Und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, und seid euch bewusst, dass Er stets sieht, was ihr tut.

[1] Indem ihr ihnen durch die Raǧʽah (Widerruf der Scheidung), Scheidung oder gar dreifache Scheidung nur schaden wollt.

[2] D.h., das Kind soll von keinem der beiden geschiedenen Elternteile als Mittel zu dem Zweck eingesetzt werden, dem anderen Schaden zu zufügen.

[3] Sollte der Vater abwesend oder verstorben sein, so hat sein Erbe sich in gleicher Weise um die Mutter zu kümmern.

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