1. Aḷḷāh wird euch nicht zur Rechenschaft ziehen für Eide, die ihr unbedacht geäußert habt, sondern Er wird euch für das zur Rechenschaft, was ihr (mit diesen Eiden) in euren Herzen tatsächlich beabsichtigt habt. Aḷḷāh vergibt (die Sünden Seiner Diener) ständig und ist sanftmütig (sodass Er nicht voreilig straft).
  2. Jene, die geschworen haben, sich [des Geschlechtsverkehrs] mit ihren Frauen zu enthalten, sollen vier Monate warten. Wenn sie dann aber (von ihrem Eid) zurücktreten wollen, so ist vergibt Aḷḷāh und ist gnädig (da Er euch durch eine Sühneleistung[1] einen Ausweg geschaffen hat).
  3. Wenn sie aber (mit dem Festhalten an der Enthaltsamkeit von ihren Frauen) die Scheidung tatsächlich beabsichtigen, so hört Aḷḷāh und weiß (alles, auch den Ausdruck der Scheidung).
  4. Geschiedene Frauen sollen selbst drei Reinheitsphasen[2] abwarten (indem sie während dieser Zeit nicht heiraten, da sie bis Ablauf noch als Ehefrauen gelten), und es ist ihnen nicht erlaubt, zu verbergen, was Aḷḷāh in ihrer Gebärmutter erschaffen hat, wenn sie an Aḷḷāh und den letzten Tag glauben (denn dadurch dauert die Frist bis zur Geburt). Und ihre Ehemänner haben während dieser (Zeit) das Recht, sie zurückzunehmen, wenn sie eine Versöhnung wollen. Ihnen (den Frauen) aber kommen in geziemender Weise die gleichen Rechte und Pflichten zu wie sie die Männer über sie haben. Die Männer aber stehen eine Stufe über ihnen (und somit ist die Scheidung nur in ihrer Hand). Aḷḷāh ist (allen) überlegen und weise (in Seiner Gesetzgebung).
  5. Die Scheidung (die vom Ehemann widerrufen werden darf) ist zweimal. Dann (aber soll er seine Ehefrau) entweder in gütiger Gemeinschaft behalten oder (sich von ihr ein drittes und endgültiges Mal) im Guten (und unter Anerkennung aller ihr zustehenden Rechte) trennen. Es ist euch (Männern) jedoch nicht erlaubt, etwas von dem, was ihr ihnen (als Brautgabe) gegeben habt, zurückzunehmen, es sei denn, beide fürchten[3], die Grenzen Aḷḷāhs (bei Fortbestand der Ehe) nicht einhalten zu können. Wenn ihr fürchtet, dass sie die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen nicht einhalten können, dann ist es kein Vergehen für beide (weder für Ehemann noch Ehefrau), wenn sie etwas gibt, um sich von ihrem Ehemann freizukaufen.[4] Das sind die Grenzen, die Aḷḷāh (hinsichtlich Erlaubtem und Verbotenem) festlegt, so überschreitet sie nicht. Diejenigen aber, die die Grenzen Aḷḷāhs übertreten, jene sind die Übeltäter!
  6. Wenn er sich (ein drittes Mal) von ihr getrennt hat, dann ist sie ihm nicht mehr (zur Ehe) erlaubt, solange sie nicht einen anderen Mann geheiratet (und mit ihm die Ehe vollzogen) hat (ohne dass das Ziel dieser Ehe die Rückkehr zum Mann ist, von dem sie dreimal geschieden wurde). Wenn dieser sich dann von ihr scheidet (oder stirbt), dann ist es kein Vergehen für beide (den einstigen Ehemann und seine Frau), wenn sie zueinander zurückkehren, wenn sie der Meinung sind, die Grenzen Aḷḷāhs einhalten zu können. Das sind die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen, die Er jenen verdeutlicht, die (um Aḷḷāhs Religion) Wissen besitzen (denn sie werden davon profitieren).

[1] Die Sühneleistung für den Bruch eines Schwurs befindet sich in Mā’idah 5:89.

[2] Oder: Monatsblutungen.

[3] „yaḫāfā“ nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, ʼAbū Ǧaʽfar und Yaʽqūb: „man fürchtet, dass die beiden die Grenzen Aḷḷāhs (bei Fortbestand der Ehe) nicht einhalten können“.

[4] Das bedeutet, kurzgefasst, dass eine Frau sich von ihrem Ehemann durch die Rückgabe der Brautgabe freikaufen kann, wenn sie ihn, obwohl dieser seine ehelichen Pflichten erfüllt, aufgrund seiner Wesensart oder seines Aussehens, ablehnt.

 

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