1. In den Nächten der Fastenzeit ist euch der Geschlechtsverkehr mit euren Frauen erlaubt. Sie sind wie ein Gewand für euch, und ihr seid wie ein Gewand für sie.[1] Aḷḷāh weiß, dass ihr euch selbst betrogen habt (indem manche ihren Ehefrauen einredeten, nicht eingeschlafen gewesen zu sein und deshalb verkehrten), darum wandte Er sich euch wieder gnädig zu und vergab euch.[2] So dürft ihr nun mit ihnen (bis zur Morgendämmerung) verkehren, und geht dem nach, was Aḷḷāh für euch (an Nachkommen) bestimmt hat, und esst und trinkt (zu jeder Zeit der Nacht), bis der weiße Streifen der Morgendämmerung vom schwarzen Streifen der Nacht für euch deutlich zu unterscheiden ist (und die Morgendämmerung somit eingetroffen ist). Dann vollendet das Fasten bis [zum] (Anbruch der) Nacht (wenn nämlich die Sonne untergegangen ist). Aber nähert euch ihnen nicht (indem ihr mit ihnen verkehrt), während ihr euch in die Moscheen (zur Andacht Aḷḷāhs) zurückgezogen habt (denn dies würde den Iʽtikāf[3] ungültig machen). Das sind die von Aḷḷāh gesetzten Grenzen, so kommt ihnen nicht nahe. Auf diese Weise verdeutlicht Aḷḷāh den Menschen Seine Verse, damit ihr euch (vor Ihm) in Acht nehmen möget!
  2. Bringt euch nicht gegenseitig (durch Betrug, Diebstahl und ungesetzliche Willkür) um euren Besitz, und gebt es nicht den Richtern (als Bestechung),[4] um die Leute in schuldhafter Weise um einen Teil ihres Vermögens zu bringen, während ihr doch wisst (dass das verboten ist).
  3. Sie fragen dich (Gesandter Aḷḷāhs) nach dem Neulicht[5] (und den Phasen des Mondes). Sag: „Sie geben den Menschen Aufschluss über bestimmte Zeitabschnitte und (so auch über den Zeitpunkt) der Pilgerfahrt.[6] Güte bedeutet nicht, dass ihr Häuser von ihrer Rückseite her betretet[7], sondern (wahre) Güte besitzt der, der sich (vor Aḷḷāh) in Acht nimmt. Darum betretet die Häuser (ruhig) durch ihre Türen, und nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, damit ihr vielleicht erfolgreich sein werdet.
  4. Und kämpft (im Bestreben, dem Wort Aḷḷāhs Geltung zu verschaffen) auf dem Weg Aḷḷāhs gegen jene (Ungläubigen), die gegen euch kämpfen (und danach trachten, die Menschen vom Islam abzuhalten). Aber überschreitet die Grenzen (Aḷḷāhs) nicht (indem ihr Frauen, Kinder und Alte tötet), denn wahrlich, Aḷḷāh liebt jene nicht, die die von Ihm gesetzten Grenzen überschreiten.

[1] D.h. keiner kann ohne den anderen auskommen. Außerdem beschreibt es die Nähe zueinander und dass ein jeder die Blöße und Fehler des anderen verdeckt.

[2] Anfangs war es einem Mann verboten, wenn er sich in einer Nacht der Fastenzeit zum Schlafen hingelegt hatte und dann vor dem Fağr-Gebet aufgewacht war, Geschlechtsverkehr zu haben, zu essen und zu trinken. Dieses Verbot wird hier aufgehoben.

[3] So nennt man das sich Zurückziehen zum Gedenken Aḷḷāhs in einer Moschee. Oft wird dies im Ramaḍān tagelang gehandhabt, besonders in den letzten zehn Nächten.

[4] Oder: „und bringt [eure Fälle] nicht vor die Richter (damit sie zu euren Gunsten richten) und ihr so die Leute in schuldhafter Weise usw.“

[5] So (arab. Hilāl) bezeichnet man das Licht des Mondes in den ersten Tagen eines Mondmonats. Neumond ist falsch, da es den Zeitpunkt beschreibt, zu dem der Mond nicht sichtbar ist.

[6] Auch das Fasten im Ramaḍān und die Fälligkeit der Zakāh sind davon abhängig. Die Ḥaǧǧ aber ist als Beispiel bedeutender, da diese schon vor der Offenbarung den Arabern und anderen Menschen bekannt war.

[7] Zur Zeit der Ğāhiliyyah meinte man, man dürfe während des Ḥağğ und der ʿUmrah, wenn man sich im Weihezustand befindet, Häuser nur von der Rückseite her betreten.

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