1. Und sie (die Juden bzw. Christen) sagen (zu euch): „Seid Juden!“ oder „Seid Christen, dann werdet ihr rechtgeleitet sein.“ Sag (du, Gesandter Aḷḷāh, zu ihnen): „Wir folgen vielmehr dem Glauben Abrahams, der sich (von allen nichtigen Glaubensvorstellungen) ab (und hin zum wahren Glauben) wandte und nicht zu den Götzendienern gehörte.“
  2. Sagt (ihr Gläubigen, zu den Juden und Christen): „Wir glauben an Aḷḷāh und an das, was uns (vom Qurʼān) offenbart wurde und an das, was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (nämlich den Propheten unter den Nachkommen der zwölf Söhne Jakobs) offenbart wurde und an das, was Moses (von der Thora) und Jesus (vom Evangelium) gegeben wurde und (auch) was allen (anderen) Propheten von ihrem Herrn gegeben wurde. Wir machen keinen Unterschied zwischen irgendwelchen von ihnen (indem wir nur an manche von ihnen glauben), und Ihm (allein) sind wir ergeben.“
  3. Wenn sie so glauben, wie ihr glaubt, dann sind sie rechtgeleitet. Wenn sie sich aber abwenden (indem sie an einige oder alle der Propheten nicht glauben), dann werden sie nur in Uneinigkeit und Feindseligkeiten geraten. Dir aber (Gesandter Aḷḷāhs) wird Aḷḷāh als Schutz ihnen gegenüber genügen, denn Er hört und weiß alles.
  4. (Haltet an) der Taufe Aḷḷāhs (fest,[1] mit der Er euch erschaffen hat). Wer tauft besser als Aḷḷāh?[2] (Und sagt:) „Ihm allein dienen wir.“
  5. Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wollt ihr (Juden und Christen) mit uns über Aḷḷāh streiten, wo Er doch unser und euer Herr ist (nur weil ihr euer Buch vor uns erhalten habt und deshalb meint, Aḷḷāh näher zu stehen)? Wir sind für unsere Taten verantwortlich und ihr für die euren (und es geht nicht darum, wer vor wem da war), und was uns angeht, so sind wir Ihm allein aufrichtig (und in Gehorsam) ergeben.
  6. Oder behauptet ihr[3] etwa, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die (Propheten unter den) [Nachkommen Jakobs] (die ja alle vor der Thora und dem Evangelium waren) Juden oder Christen waren? Sag (Gesandter Aḷḷāhs): „Wisst ihr etwa mehr als Aḷḷāh?“ Wer aber tut ein größeres Unrecht als der, der ein Zeugnis Aḷḷāhs verschweigt, das sich bei ihm befindet? Aḷḷāh jedoch ist ihrem Tun gegenüber nicht unachtsam.
  7. Diese Gemeinschaft ist nun dahingegangen. Sie ist für das verantwortlich, was sie erworben hat, und ihr seid für das verantwortlich, was ihr erworben habt, Ihr aber werdet nicht nach dem gefragt werden, was sie (an Gutem) getan haben (sondern nach dem, was ihr getan habt, deshalb bereitet euch auf den Tag der Auferstehung selbst vor).

[1] Mit dem hier im Arabischen verwendeten Begriff “Ṣibġah”, der genau wie das deutsche Wort „Taufe” ursprünglich u. v . a. “Eintauchen” bedeutet, wird ein Bezug zur christlichen Taufe hergestellt, bei der man den zu Taufenden ins Wasser “eintaucht” bzw. Wasser über ihn gießt, und ihn durch dieses Ritual in die Gemeinde aufnimmt.

[2] Die wahre Aufnahme in die Gemeinde, mit der Aḷḷāh zufrieden ist, geschieht jedoch durch den Tauḥīd, den Aḷḷāh dem Menschen in Form der Fiṭrah von Geburt an natürlicherweise mitgibt.

[3] „taqūlūna“ nach Ibn ʽĀmir, Ḥafṣ, Ḥamzah, Kisā’iyy, Ruways und Ḫalaf.

Nach allen anderen „yaqūlūna“: „behaupten sie“.

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