1. Und so haben Wir die einen durch die anderen auf die Probe gestellt, sodass sie (die reichen Ungläubigen über die armen, mittellosen Gläubigen) sagen: „(Ausgerechnet) ihnen soll Aḷḷāh uns gegenüber den Vorzug gegeben haben (indem Er ihnen Rechtleitung zuteilwerden ließ)?“ Kennt Aḷḷāh denn die Dankbaren nicht am besten (sodass Er sie rechtleitet)?
  2. Und wenn jene zu dir kommen (Gesandter Aḷḷāhs), die an Unsere Zeichen glauben, dann sag: „Friede sei auf euch! Euer Herr hat sich (freiwillig) selbst zur Gnade verpflichtet. Wenn darum einer von euch unwissentlich[1] eine schlechte Tat begeht und danach bereut und Gutes tut, dann ist vergibt Er großzügig und ist gnädig.“
  3. So deutlich legen Wir Unsere Botschaften dar, damit der Weg der Übeltäter klar zutage tritt[2] (und man sich davon distanziert).
  4. Sag: „Mir wurde verboten, jenen zu dienen, die ihr an der Stelle Aḷḷāhs anruft.“ Sag: „Ich werde euren Wünschen (falschen Göttern zu dienen) nicht folgen, denn sonst würde ich in die Irre gehen und wäre keiner der Rechtgeleiteten.“
  5. Sag: „Ich folge dem deutlichen Beweis meines Herrn (und nicht meinen eigenen Wünschen). Ihr aber leugnet Ihn! Das, was ihr so eilig zu beschleunigen wünscht, liegt nicht in meiner Hand[3]. Das Urteil liegt einzig bei Aḷḷāh. Er erzählt die Wahrheit[4], und Er ist der beste Richter (zwischen Wahrheit und Falschheit).“
  6. Sag: „Wenn das, was ihr so eilig verlangt, in meiner Macht läge, dann wäre die Angelegenheit zwischen mir und euch fürwahr schon entschieden. Aḷḷāh aber weiß am besten, wer die Ungerechten sind (wieviel Aufschub Er ihnen gewährt und wann Er sie bestrafen wird).“
  7. Bei Ihm befinden sich die Schlüssel zum Verborgenen; keiner kennt sie, außer Ihm allein. Er weiß, was zu Lande und was in den Meeren ist, und kein Blatt fällt herab, ohne, dass Er es weiß, und es gibt kein Körnchen in den Finsternissen der Erde, nichts Feuchtes und nichts Trockenes, das nicht in einem (wohlverwahrten) Buch klar festgelegt ist.

[1] Mit „unwissentlich“ ist nicht gemeint, dass man nicht wusste, dass jene Tat sündhaft ist, sondern dass der Sünder Aḷḷāh im Moment der Sünde nicht wirklich kennt und Ihm gegenüber und um Seine Gewaltigkeit kein Wissen hat, das ihn davon abgehalten hat. In diesem Sinne ist jeder Sünder ein Unwissender (siehe Ṭabariyy zu Vers 4:17)

[2] „tastabīna sabīlu“ nach der Mehrheit, „yastabīna sabīlu“ nach Šuʽbah, Ḥamzah, Kisāʼiyy und Ḫalaf.

Nach Nāfiʽ und ʼAbū Ǧaʽfar: „tastabīna sabīla“: „damit du den Weg der Übeltäter klar erkennst“.

[3] Dies bezieht sich auf die hochmütige Forderung der Götzendiener, Muḥammad möge doch, als Beweis seiner Wahrhaftigkeit, die Strafe Aḷḷāhs sogleich über sie kommen lassen oder ein Wunderzeichen tun.

[4] „yaquṣṣu“ nach der Lesart von Nāfiʽ, Ibn Kaṯīr, ʽĀṣim und ʼAbū Ǧaʽfar.

Nach der Mehrheit: „yaqḍi“: „Er wird aufgrund der Wahrheit richten“.

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