1. (Bedenkt, ihr Menschen,) den Tag, an dem Aḷḷāh die Gesandten versammeln und sie fragen wird: „Welche Antwort habt ihr erhalten (von den Völkern, zu denen ihr entsandt wurdet)?“ und sie sagen werden: „Wir haben kein (wirkliches) Wissen (über ihren Ausgang)[1]. Du allein bist der, der die verborgenen Dinge in- und auswendig kennt.“[2]
  2. Wenn Aḷḷāh sagen wird: „Jesus, Sohn der Maria, gedenke der Gnaden, die Ich dir und deiner Mutter gewährt habe, als Ich dich mit dem reinen Geist (Gabriel u) stärkte, sodass du sowohl in der Wiege zu den Menschen sprachst (da du ja keinen Vater hast) als auch als erwachsener Mann; als Ich dich die Schrift lehrte und die Weisheit, die Thora und das Evangelium und als du mit Meiner Erlaubnis aus Lehm etwas erschufst, gleich der Gestalt eines Vogels, du ihm dann einhauchtest und es, mit Meiner Erlaubnis, ein Vogel wurde; und als du mit Meiner Erlaubnis die Blindgeborenen und die Aussätzigen heiltest und die Toten mit Meiner Erlaubnis zum Leben erweckt hast; (und gedenke der Gnade) als Ich die Kinder Israels von dir zurückhielt (die beabsichtigt hatten, dich zu töten), als du mit klaren Beweisen zu ihnen kamst und jene unter ihnen, die nicht glaubten, sagten: »Das ist offensichtlich nichts anderes als Zauberei[3]
  3. (Und gedenke der Gnade) als Ich die Jünger inspirierte, an Mich und an Meinen Gesandten zu glauben, da sagten sie: »(Oh Aḷḷāh) wir glauben, so sei Zeuge, dass wir uns (Dir) ergeben haben.«
  4. Als die Jünger sagten: »Jesus, Sohn der Maria, könnte[4] uns dein Herr (wenn du ihn darum bittest) nicht einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabsenden?« Da antwortete er (Jesus): »Nehmt euch vor Aḷḷāh in Acht, wenn ihr (wahrhaft) gläubig seid (denn so etwas kann schnell für euch zu einer Versuchung führen)!«
  5. Sie sagten: »Wir möchten davon essen, sodass unsere Herzen (hinsichtlich der Allmacht Aḷḷāhs völlige) Gewissheit erlangen und damit wir (mit Sicherheit) wissen, dass du uns gegenüber die Wahrheit gesagt hast und damit wirzu denen gehören, die darüber Zeugnis ablegen (für jene, die nicht anwesend sind).«

[1] Wir sehen nur das Äußere, wie die Taten, aber das Innere der Menschen kennen wir nicht.

[2] D.h. den Gesandten oblag allein die Vermittlung der Botschaft Aḷḷāhs, aber was in den Herzen der Menschen als Reaktion darauf tatsächlich verborgen ist, weiß einzig Aḷḷāh (Anm.d.Ü.).

[3] „siḥr” nach der Lesart der Mehrheit.

Nach Ḥamzah, Kisā’iyy und Ḫalaf: „sāḥir“: „ein Zauberer“.

[4] „yastaṭīʽu rabbuka“ nach der Lesart der Mehrheit. Wortwörtlich: „Kann dein Herr“. Dieser Ausdruck ist so zu verstehen, wie wenn man jemanden fragt „Kannst du mir helfen?“, obwohl man eigentlich meint „Würdest du mir bitte helfen?“, da die Fähigkeit zu helfen nicht angezweifelt wird, sondern die Bereitschaft dazu. Darauf weist die Lesart von Kisāḏ’iyy hin: „tastaṭīʽu rabbaka“: „Kannst du (Jesus) deinen Herrn (bitten) usw.“ Auch hier ist klar, dass er u dies kann, unklar ist, ob Aḷḷāh sein Bittgebet erhören wird.

Nach der Lesart der Mehrheit kann man auch das Verb „istaṭāʽa“ als „’aṭāʽa“ verstehen und den Vers dann so übersetzen: „Wird dein Herr dich erhören (wenn du Ihn darum bitten würdest) usw.“

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