1. Wahrlich, jene, die glauben (d.h. die Muslime) und die Juden, Christen und Sabäer[1], wer an Aḷḷāh und an den letzten Tag (so) glaubt (wie vorgeschrieben) und Gutes tut, sie alle erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn. Sie brauchen keine Angst (vor dem Jenseits) zu haben und müssen nicht traurig sein (wegen der Dinge, die ihnen auf Erden vorenthalten wurden).[2]
  2. Gedenkt der Zeit, als Wir das feste Bündnis mit euch schlossen (an Aḷḷāh und Seine Gesandten zu glauben) und den Berg über euch emporhoben (als Warnung an euch, das Bündnis zu brechen) und euch befahlen: „Haltet mit aller Kraft (und äußerstem Bemühen) fest an dem, was Wir euch (von der Thora) gegeben haben, und bedenkt stets, was es enthält auf dass ihr euch (vor Aḷḷāh) in Acht nehmen möget.“
  3. Danach aber habt ihr euch abgewandt (indem ihr ungehorsam wart), und wäre nicht die Gunst Aḷḷāhs euch gegenüber gewesen (indem Er euch vergab), so hättet ihr (deshalb) zweifellos zu den Verlierern gehört.
  4. Ihr kennt gewiss (den Bericht über) jene eurer Vorfahren, die das Sabbatgebot brachen[3]. Zu ihnen sprachen Wir: „Werdet ausgestoßene Affen!“
  5. Wir machten diese (Stadt) zu einem warnenden Beispiel für alle anderen (Städte) ihrer Zeit und für jene, die ihr nachfolgten und zu einer Ermahnung für alle, die sich (vor Aḷḷāhs Strafe und Rache) in Acht nehmen.
  6. (Erinnert euch daran,) als Moses zu seinem Volk sagte: „Seht, Aḷḷāh befiehlt euch, eine Kuh (eurer Wahl) zu schlachten“, entgegneten sie: „Machst du dich etwa über uns lustig?“ Moses aber antwortete: „Ich nehme Zuflucht bei Aḷḷāh davor, zu den Unwissenden zu gehören (die über Aḷḷāh Lügen verbreiten und so mit den Menschen ihren Spott treiben).“
  7. Sie sagten: „Bitte deinen Herrn darum, uns zu erklären, wie sie beschaffen sein soll.“ Er antwortete: „Wahrlich, Aḷḷāh sagt, es soll eine Kuh sein, die weder sehr alt noch sehr jung ist, sondern deren Alter dazwischen liegt. So tut, was euch befohlen wurde.“
  8. Sie erwiderten: „Bitte deinen Herrn, uns zu sagen, welche Farbe sie haben soll.“ Er antwortete: „Seht, Er sagt, es soll eine Kuh von heller gelber Farbe sein, die das Auge des Betrachters erfreut.“

[1] Die Sabäer waren eine Gemeinschaft, die an einige der Propheten glaubte und ebenso an Aḷḷāh und die Auferstehung.

[2] Durch diese Aussage öffnet Aḷḷāh allen Glaubensgemeinschaften den Weg zu Ihm, vorausgesetzt, dass sie ab sofort dem Qurʼān und der Sunnah des Propheten Muḥammad r folgen und alles unterlassen, was diesem widerspricht.

Man könnte den Vers auch dahingehend übersetzen, dass hier die Glaubensgemeinschaften der jeweiligen Propheten gemeint sind, die jeweils ihrem Propheten folgten bis Aḷḷāh einen neuen entsandte: „Wahrlich, die gläubigen (Muslime), die (nach der Anbetung des Kalbes zu Aḷḷāh) Zurückgekehrten (Anhänger Mose), die Sabäer (die ihrem Propheten folgten) und Nazarener (die Anhänger Jesu; für sie alle gilt): Wer an Aḷḷāh usw.“ Auf diese Auslegung weist ein überlieferter Offenbarungsgrund des Verses hin. Salmān al-Fārisiyy t fragte demnach den Propheten r nach den Anhängern des Evangeliums, die an Aḷḷāh und den letzten Tag glaubten und davon überzeugt waren, dass Aḷḷāh einen Propheten namens Muḥammad entsenden wird. Daraufhin wurde dieser Vers herabgesandt. (Siehe Tafsīr aṭ-Ṭabariyy, eine Maqṭūʽ-Überlieferung von as-Suddiyy).

[3] Es war den Juden verboten, am Samstag zu fischen. Sie aber suchten dieses Verbot zu umgehen, indem sie am Freitag ihre Netze auslegten und sie am Sonntag, vollgefüllt mit Fischen, wieder einholten.

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